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LITTERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
CCVI.
T n R T K a R w.
PROTECTOR
DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STÜTTGAKT
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
VERWALTUNG:
Präsident:
Dr. U. Fischer, professor an der Universität Tübingen.
Kassier:
Kanzleirath Roller, universitäts-actuar in Tübingen.
GESELLSCHAFTSAUSSCHUSÖ :
Dr. Baechtold, profesRor an der Universität Zürich.
Dr. Barack, oberbibliothekar der universitäts- und landeBbibliothek
in Straßbnrg.
Professor Dr. Böhmer in Lichtenthai bei Baden.
Dr. Hertz, professor au der technischen hochschule München.
Direktor Dr. v. Heyd, oberbibliothekar in Stuttgart.
Dr. Martin, professor an der Universität Straßburg.
Dr. K. v. Maurer, professor an der Universität München.
Dr. S i e v e r 8 , professor an der Universität Leipzig.
Dr. Steinmeyer, professor an der Universität Erlangen.
Dr. Strauch, professor an der Universität Halle.
Dr. Tobler, professor an der Universität Berlin.
Geheimer regier ungsrath Dr. Wattenbach, professor an der Univer-
sität Berlin.
DIE HAIMONSKINDER
IiN DKUTSCHBK ÜBERSETZUNG DES XVI JAHRHUNDERTS
HERAUSGEGEBEN
VON
ALBERT BACHMANN
GKOKUCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART
TOBINGEN 1895.
ALLE RECHTE VORBEHALTEN.
159543
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DBUOK VON H. LAUPP JB. IN TDBINOSN.
INHALTSÜBERSICHT.
Seite
Einleitung DC
Text
I kapitel. Wie der hertzog Anion dem keyser Early sine fier sun
gäbet, das er sy zuo rytter schlüeg, und wie er sy mit einer
eignen band zuo rytter Bchluog 1
II kapitel. Wie der keyser Early sin sun Lohar inn botBchafftz
wyß gen Agremunt scbickt zuo dem bertzog Befes, und wie
er ertOdt ward von dem bertzog Befes sampt sinen ryttem 4
III kapitel. Wie die zecben rytter iren bereu gen Paris irem
vatter bracbtend, und wie der bertzog Amon ab dem baf
scbied mit sinnen fier sünnen 11
lY kapitel. Wie der keysser Early ein grossen zug wyder die
dry fiirsten samlet, und von dem grossen strytt, so vor Troya inn
Scbampannia bescbacb zwüscbend Early und den dryenfürsten 14
V kapitel. Wie die dry bruodem mit Early vereintt wurdend,
der vergab dem bertzog Beifes sines suos Lohars tod, den er
ertödt hat 18
VI kapitel. Wie der bertzog Beffea von Agremunt scbantlicben
ermiirtt ward von etlicben verrettem 21
VII kapitel. Wie Rengno'd Bartbolome, des keysser Earlys vetter,
mit dem scbacb zuo tod pcbluog 25
Vin kapitel. Wie der keyser Early die fier sün Ammon inn irem
scblos Montfort belegret mit sinem züg 29
IX kapitel. Wie Rengnold und sine bruoder uß dem scblos fiellend
und Early vyl volck erscbluogend 34
X kapitel. Wie Muntfort verratten ward und verbräntt, und wie
Rengnold darvon kam mit den sinen 40
XI kapitel. Wie der bertzog Amon sine sün fand und mit innen
streytt und sy überwand und innen all ir volck ummbräcbt . 48
XII kapitel. Wie Rengnold und sine bruodem so lang inn dem
wald Ardannia belibend, das sy allerdingen scbwartz, ungstaltig
und gebarrecbt wurdend wie die tbierer, und wie sy zuo ir
muotter ryttend 53
Xlil kapitel. Wie Rengnold und sine bruodem von ir muotter
VI
SHtr
Bchiedönd, und wie ay und ir vetfcer Magia auo dem kuüig
iim Gaötgunnia kämmend, der namm sy an inn sionen dienat 61
XIV kapiieL Wie Rengnold und eine bruoder und Mügis, ir vetter,
Borgouü den heyd uß dem küngkrich Gastgunnia vertribend
mit Binem voick .,..,,»..,.,*.,., 63
XV kapitel. Wie da8 acbloß Muntabant gebuwen ward, und wie
der kimig Johana Rengnolden sin sebwester zuo der ee gab
mit grosse« eeren 68
XVI kapitel. Wie Karly vernamm. Rengnokl und sine bruodern
werend inn Gastgunnia, darumm er dem kunig Jobaos enbott,
er aöt imm sine fjend snhicken, oder er wette um bekriegen,
und was der kiinig Johana den botteu zeantwurt gab , und
wie Ruolland an bärt' kam , und wie inn Karly wider die
beyden acbickt 74
XVII kapitel. Wie Ren^rnokl und Magia gen Pam reytten uff den
roßlouti*, und wie Rengnold durch ein buorig und darnach
ouch von irem wyrt erkänt ward, und wie sy darvon kämmend 79
XVin kapitel. Wie Rengnold den pryß gwann uff dem roßlouff
und Karly sin kronn hinweg fuort 84
XIX kapitel. Wie der keyser inn Gastgunnia zog mit einem grossen
zug und Rengnolden und aine brüeder inn dem scbloa Mun-
tabant belegret 87
XX kapitel. Wie Ruolland mit sinnen gsellen uff die weydnig
reytt, und Rengnold diewyl uß Munitibant fiel und innen
grossen acbaden tbett 93
XX T kapitel Wie Rengnold und «iue bruodem verratten und
verkouft wurdend durch den künig Johaus von Gastgunnia
und sinen forsten * . . . , 98
XXII kapitel. Wie der kunig Jobans Rengnolden fiberredt i das
er iich begab inn die ebny Vacolers zerytteu uff eßlen, er
und sine bruodem * . 104
XXIII kapitel. Wie Rengnold der acht grnffen einer ertadt, do er
sine fyend gsacb gegen im kommen 110
XXrV kapitel. Wie die fier aftn Amon von den Frantzossen an-
gryffen wurdend, und wie Rengnold Felcker von MoriUon er-
todt, und wie Riebart uff den tod verwundt ward .... 115
XXV kapitel, W^ie Richart uff den tod verwundt ward, und wie
er sich an dem räch, der inn verwundt hat, und wie »ine
bruodem groß nott erlyttend 120
XXVI kapitel. Wie sich die fier gebruodem inn dem velasen
uffentbieltend, untz innen hilff kämm 124
XXVri kapiteL Wie Magi« demnach, ala im Godard die verrettery
Ortzeit hat, so der kunig Johans an sinnen vettern begangen
hat» brächt er innen sein liehe hilf, daz er sy darvon bracht 128
i
VII
Seite
XXVm kapiteL Wie Rengnold Gergis überredt, das er wyder
über das wasser schwampt und mit im streyt ..... 133
XXIX kapitel. Wie Raolland uod Gerges an ein andren käm-
mend, also das im Gergis sin geschlächt ertzalt, und ein an-
dren wottend geschlagen haben vor Early 137
XXX kapitel. Wie Magis sine vettern wider gsund macht, und
wie Ruolland und Ollyfier den kunig Johans fiengend inn
einem kloster 140
XXXI kapitel. Wie Rengnold und sine bruodern sampt irem
vetter Magis wider gen Muntubant kommend und darnach den
kunig Johans erloGt und Ruollanden und Ollyfieren überwand 145
XXXn kapitel. Wie Ruolland und Gergis inn unneinigkejt käm-
mend, uod wie Richart gfangen ward 157
XXXUI kapitel. Wie Magis iun pilgrys wjß inn Karlys zält
kämm luogen, ob Richart nach läpte oder nüt 160
XXXIV kapitel. Wie Karly sine forsten einen nach dem andren
batt, daz sy Richarden hancktind, und wieli keiner thuon wott
dann Rippus von Rippamunt, und wie inn Rengnold erloBt
und Rippus an sin statt hanckt sampt etlichen siner hälffem 165
XXXV kapitel. Wie sich Richart sinen f runden ertzeigt, daz sy gese-
cbend, daz er nach läpte, und wie einn hertter stritt beschach,
und wie Magis gfangen ward von OUyfier 175
XXXVI kapitel. Wie Karly sin kronn uff gab, und wie Magis enttrann
und Karlys kronn, sinn seh wert und och der zwölf fürsten
Bchwcrtter mit im genn Muntabant truog 183
XXXVII kapitel. Wie Karly sin botachafft gen Muntabant schickt zuo
Rengnold im sagen, daz er im sinn kronnen wider schickte,
und wie Rengnold gfangen ward, als erden botteu daz gleyt gab VjO
XXXVIII kapitel. Wie Kengnold mit Ruollanden streit und inn
überwand und gen Muntabant gfangen fuort 197
XXXIX kapitel. Wie Magis Karly utf Bayard gen Muntabant fuort
und inn Rengnolden übergab und darnach hinweg schied, da-
rumm daz er Rengnolden nüt vor dem fryden sin wot, und
wie Rengnold Karly und sine fürsten wider ledig hinweg
rytten ließ 203
XL kapitel. Wie der keyser Karly Muntabant stürmmen lieL>, und
wie er den sturmm verlor, und wie er so lang darvor lag, das
der mererteyl volcks darinn hunger starb 211
XLI kapiteL Wie Rengnold inn sines vatters zält nachtz reyt umm
spis, der gab im, und wie er innen spis inn daz schieb schoß,
darumm im Karly urlob gab 219
XLn kapitel. Wie Rengnold und sin volck üb dem schloß käm-
mend und gen Dordonna fuorend, und wie daz Karly vemamm,
S«{to
und wie er Muntabant um namm und daraach gegen Dor*
donna zog * , . 2<
XLIII kapitel Wie Eengnold und äine braodem mit Karlj nirji-
tendi und wie der hertKog Hiebart von Normandia gfangem
ward, und wie Karly Dordonna belehret .»,♦,... 21
XLIV kapiteL Wie Magis zwenn koutfman fand, die siben dieben
beronpt hatten d ; deren todt Magis fünfiT und gab den kouff-
lütten das ir wyder und kämm gen Dordoftna kuo sinnen vettern 2B4
XLY kapitel. Wie Karly ein botschaft »uo Bengnolden schickt
im sagen» daz er im den bertxog Richart wjder ledig ließ
und im Magia uberantwurtto, so wett er fryd mit im machen,
önd wie Kengnold den liertzog Richart wott erhaucken lÄsaen,
und wie er im zwen dienner ertödt ...,,,... 239
XL VI kapiteL Wie der fryden gm acht ward zwtiBcheud Karly
und den sfin Ammon. und wie Rengnold Ober mar fuor, und
wie Karly Rengnolden brüeder entpfieug und darnach utt* brach
und geo fLöttichj kani, uucl wie er Bayarden utf der brug
da «elb» inn die Muü&el Heb wertfen, ein groaaen mnllyateinn
am hal8, und wie er enttrann und nütertranck uodRengnol-
den brüedern wyder ward 346
XL Vir kapitel. Wie Rengnold Magis zuo Constaonoppel fand, und
wie ny mit einandren gen Jberusalem giengend und die atat
beia^fret fundcnd von Krysten, uiid wie ay wider gwunnen
und der kiinig erlöBt wurdend vou Rengnolden und Magi» 2^
XLVUl kapiteL Wie Rengnold undMagia van Jberusalem schiedend
und inn das kfmgkrich Pulli a kämmend , da vertribeud sy
den amirol Darbas, und wie ay demnach wyder inn Franck-
rieh kämmend, und wie Rengnold ftine «wen aün Karly schickt,
daa er »y zuo rytter uchluogt und wie sy mit Felcker» von
MorillouB »iin atrittend und äy uberwundend , 260
Anmerkungen , , . . 263
Namen- und wörterverzeichnia , . . 278
IX
EINLEITUNG.
Der in yorliegendem band abgedruckte deutsche prosa-
roman von den Haimonskindern bildet den zweiten teil der
Aarauer hs. Bibl. Zurl. 41 , deren erster teil unter dem titel
*Morgant der riese' als 189. publikation des Litterarischen Ver-
eins erschienen ist. Dort findet sich s. XIII f. die beschreibung
der hs. ; dort ist auch bereits erwähnt, dafi unser text von
dem gleichen unbekannten Verfasser wie der Morgant aus dem
französischen übersetzt sei.
Unsre erste aufgäbe wird also sein, die vorläge des Über-
setzers nachzuweisen. Zu diesem zwecke habe ich zunächst
unter den ältesten ausgaben des franzosischen Volksbuches von
den 'Quatre filz Aymon' umschau gehalten. Folgende drucke
sind mir, teils direkt, teils indirekt, zugänglich gewesen :
1. (Fa) o. o. u. j.; laut Brunet, Manuel du libraire IV 999
der älteste druck, gegen 1480 in Lyon entstanden (Paris,
Bibl. Nat. Reserve Y« 364).
2. (Fb) Lyon 1495, bei Jehan de Viugle (Dresden, königliche
bibliothek). Eine zweite, gleichlautende ausgäbe des sel-
ben druckers vom j. 1497 liegt ebenfalls in Dresden,
außerdem in Paris auf der Bibl. Nat. (Res. Y^ 366).
3. (Fe) Paris 1506, bei Thoraas Duguernier (Paris, Maza-
rine Res. 348 B).
4. (Fd) Paris 1521, bei der witwe des Michel le noir (Dres-
len, königliche bibliothek).
5. (Fe) Paris o. j. , bei Jehan Bonfons (Paris, Arsenal
13077 BL).
Durch die gute der Verwaltung der königl. bibliothek in
Dresden ist es mir möglich gemacht worden , 2 und 4 selbst
II aimontkinder. a
X
einzusehn und mit dem deutschen texte genau zu vergleichen.
Die in Paris liegenden drucke dagegen waren aus bekannten
gründen nicht erhältlich ; um so ilank barer cnnpfand ich es,
dal3 ein dort studierender land^uiann , herr dr J. Jeanjaquet
aus Neuenburj^f, die Freundlichkeit hatte, mir trotz sehr be-
schränkter mulezeit ein paar stücke aus ihnen abzuschreiben,
die hinreichten, um ihr verbal luia zur deutschen Übersetzung
mit einiger Sicherheit zu beurteilen. ■
Das ergebnis der angestellten vergleichungen war, da& D
— so nenne ich fortan die Übersetzung — zweifellos aus dem
franzosischen volksbuche geschöpft ist, daß aber keine der ge-
nannten ausgabeu die direkte vorläge (V) gewesen sein kann.
F a und b fielen gleich anfangs schon deswegen auüer betracht,
weil sie als korperliinge Kengnolds 'XVI piedz* angeben ge-
genüber den acht schuoch* in D (1, 24; 114, 38) ^ hujt
piedz cde. Über b speziell s. noch u. Auch e mu&te aus-
geschlossen werden; vergl. z, b. D 1, 24 acht schnoch oder
raer = cd (huyt piedz saulve le plus), huyt piedz e. 1, 26
under den fürsten = ab cd, fehlt e. Ir herren, mine brüe-
der und früud = abcd, nies aniis e. 3, 18 mit rainem
Schwert = ab cd, fehlt e. 3, 26 frunitukejt — ah cd, ^
fehlt e» 3, 30 insel Bri^ico^ l'isle de Colcos e, 3, 34
sin Schwert = abcd, lespee e. 3» 36 er, manheyt, tu-
gend und prilä = ab cd, honte et pris e. 4, 1 erlichen
und köstlich =^ abcd, honorabJement e. 4, 8 by guotten
trüwen ^ ab cd, fehlt e usw. AI« weit weniger zahlreich,
aber nichtsdestoweniger enUcbeidend erwiesen sich die abwei-
chungeu von c; vergl 1) 1, 15 was, * gsin = d (fnrent), niou-
rut c. 3, 1 gentzlichen zerstört == d e (tout gaste), gaste c,
3, 30 Brisco = d (lirisean), Brescan abc, 31, 12 mit allem
minem v. = d , de mon pouvoir c. 13 ^m\ bertzog R.
= d, le dit R. c. 82, 11 zuo Muntfalckon = d e, fehlt abc, M
188, 32 und nam sin schwert = d (et print son espee), et ^
mist la niaiu a son espee et sen vint a maugia tout ire c usw.
Ähnlich verhält es sich mit d; vergl. D 3Ü, 3 inn einem vast
starcken schloß = c, en uug fort chastel d. 30, 16
reyt er von P. = c, fehlt d. 30, 17 was sin = c, est
»ienne d. 31, 10 Richart sprach = bc, fehlt d. 82,31
•1
XI
y my = abc, a my de. 189, 1 mit friden = c, fehlt d.
189, 16 und nam^ als daru£ = bc, fehlt d. 189, 20 ge-
stert « Cy fehlt d usw.
Soweit das yorliegende dürftige material ein arteil ge-
stattet, mafi V zwischen c und d gestellt werden, und zwar näher
zu d als zu c. Damit stimmt das ergebnis, zu dem ich auf
grund einer durchgebenden sorgfaltigen vergleichung yon D
mit d, unter steter beröcksichtigung von b, gelangt bin. Ich
Terzeichne zunächst die falle, wo d gegen Db (= V) steht: D
8, 23 hundert tussend « b, mille d. 14, 16 Der hertzog
A. sprach = b (fait le duc de bavieres), fehlt d. 26, 27
fiertzig gräffen = b, fehlt d. 31, 10 s. o. 40, 1 unser
schlofi = b, le chasteau de montfort d. 41, 19 guotten
= b, fehlt d. 41, 7 f. H. yon Senna] hemier de la seine
b, h. de lenseigne d (aber zu 41, 38 ebenfalls h. de la seine).
46, 14 du und Guchart = b, yous et richard d (daß dies ein
fehler, zeigt d selbst zu z. 16, wo es übereinstimmend mit
Db *lors print allard guichard^ hat). 57, 24 f. das er . .
inn stal thett] faictes tost mener ses escuyers (cheyaulx b)
en la yille d. 59, 15 und sprach = b, fehlt d. 61, 26
guotten = b, fehlt d. 62, 28 vor hin = b, fehlt d. 69, 16
tussend = b, cent mille d. 79, 32 silber = b, or d (aber zu
80, 5 hat d wie Db argent). 83, 35 sinn = b, sang d.
85, 7 ee er . . entband] avant quil b, quant il fut deslie d.
86, 4 überlut = b, fehlt d. 93, 34 mengklicher = b, on d.
100, 5 der alt gräf A. = b, A. vieil d. 106, 38 Min lieber
Schwäger] mon beau frere b, mon frere d. 109, 11 uif
unsern pf.] bien monte b, fehlt d. 118, 38 grossen = b,
fehlt d. 124, 33 bluot = b, sens d. 131, 37 zepfand
= b, fehlt d. 137, 9 üwer] charleniaigne et vous b, charle-
maigne d. 138, 13 inn = b, les d (sinnlos). 141, 15
von stund an] orendroit b, fehlt d. 144, 3 den pryor = b,
le Premier d. 148, 10 ist = b, estoit d. 149, 21 er = b,
regnault d (falsch, denn Gergis ist gemeint; s. z. 28). 152, 34
mit sinner bruodern hilf] par la bonne chevalerie de ses fre-
res b, de son frere d. 157, 11 den pryß = b, le pire! d.
167, 16 Und kam inn F. = b, fehlt d. 168, 26 guotter]
nobles b, fehlt d. 170, 29 uff dis mal = b, in d im haupt-
XII
Satz. 172, 30 ein par — b, uiie partie d. 174, 21 f.
und gab den H j et fist armer r. b, fehlt d, 176, 'M füoff-
zeehen -^ l>, dix ou douze autres d (s, aber 174, 26). 179, 18
Ruolland ^ b, oli?ier d (offenbar falsch, da 0, nicht der ne-
pueti Karls ist). 182, 36 und weod von K. sagen = b,
fehlt d. 189, 1(3 s, o. 196, 36 verliiessend ir = b, pro-
tnismes d. 199, 26 an sattel = b, fehlt d. 204, 13
schönner - b, fehlt d. 208, 4 Anses - b, fehlt d. 218, 8
und gessenj et le nieogerent h, fehlt A. 22 sagt Rengnold
= b, fehlt d. 221, 3 von froiiden = b, t^hlt d. 0 des
er . . ward = b, iehlt d, 228, 33 und zugend g, Ü, zno
— b, fehlt d. 238, 4 hilfft mir got dahinnj se dien me
donne la grace (que je puisse Ja venir b) bd. 243, 24 uff
den hochen thurnn] dessns la grant tour du portal b, desaus
le portal I de la grant tour d, 253, 33 thorheyt = b,
felonnie d.
Wie man siebt, sind die abweichungen van Db (= V)
und d höchst unbedeutend, sie bestebu zumeist darin, dala in
d einzelne Wörter und Satzteile fehlen oder (oft sinnlos) ver-
ändert sind. Nun ist d überhaupt ein schlechter druck, in
dem auch sonst offenbare auslassungen und fehler andrer art
an der tagesordnung sind (s. auch F, Pf äff, Das deutsche Volks-
buch von den Heymonskindern, Freiburg i, B. 1887, s. XXII).
Statt vieler beispiele hier nur noch einige. 1> 9, 3 an einen
boum e.] pemlre et brauler au vent b, pendre que brusler
au vent d. 20, 20 sy begerend gnad . *] quilz me viendront
servir la ou hon me semblera a tout dix mille combatans se
la mort de nostre filz lohier luj voulona pardonner b , quilz
me viendront servir la ou bon donner d. 103, 25 das irs . ,]
que nul ne le scaura que nous trois jusques a ce que le fait
sera acomply b, que ne le scaura de nous trots jusques a ce
le scait s. a. d. 136, 11 fügt d *et richard^ hinzu, trotz-
dem dieser todwund auf dem t'elsen liegt; s, 137, 4. 162, 17
Karly] darnach: et maugis len reveetit de son bourdon b, et
m- se revestit de son b. d (s, anui.). 196, 38 so land . .]
envoye roland b, envere r. d usw* um so weniger wird man
bedenken tragen^ jene abweichungen zwischen I > b (V) und d
lediglich der nachlässigkeit des druckers voji d zuzuschreiben.
I
I
I
I
I
XUI
Im fibrigen stimmen D und d in zahllosen fallen wörtlich
aberein. Nur ein paar derselben seien herausgehoben, die zu-
gleich zu zeigen vermögen, wie weit b im gründe von unserm
texte absteht.
D
46. 28—32
Demnach . . .
für rjttend.
62, 17—20
Land uns .
annemen.
95. 1 f.
Unglück .
gfüert.
231, 38—232, 4
Der tag . . .
maoßtend.
Et qnant regnault eut
ce fait picqua bayard et
comxnenca a abbat re les
Chevaliers devant luy
par teile maniere que
les ruysseauz coulloyent
dn sang des hommes et
des chevaux. Et furent
les gens charlemaigne
si espoavantez de ce que
r. faisoit qne ledit r.
et ses gens passerent
oultre . . .
Mangis dist allons par-
ier au roj car bourgons
a prins plusieurs de ses
villes comme th. m.
lecaire sainct g. t. et
a. je croy quil nous
retiendra . . .
malheur vous amena
ODcques en g.
Saichez que la journee
fiit piteuse düng coste
et daultre . car depuis
que les douze pers fu-
rent meslez avec les
gens r. ilz en occircnt
plusieurs. Quant r. et
868 freres virent les-
carmoucbe ilz se nies-
lerent si asprementpar-
my les gens cb. que
chascun leur faisoit
voye . . .
Et quant r. eut ce fait , il
picc[aa bayart et entra en la
greigneur presse et comroenca
a faire si grant merveilles
darmes qua tous lee gens de
cb. estoientesbahys et ses freres
faisoient si grant abatement
de Chevaliers que nul nosoit
aller devant eulx qui ne fus-
sent occis. Que vous diray je
plus. Saches que pource que
nuyt estoit les gens de eh.
estoyent si desconfitz que les
gens de r. passerent oultre
ceuz de lost . . .
Cousins dist m. yrons parier
au roy yon et sil nous retient
en bonne heure et sil ne le
fait nous yrons servir le roy
bourgons le Sarrazin qui est
moult preux et saige et a ja
conqueste de la terre du roy
yon une grant partie comme
tb. m. lietaire sainct g. t. et
a. et se nous faillions icy la
ne fauldrons nous pas . .
grant folie fistes de oncques
venir en g.
Sachez que celle bataille fut
si merveilleuse et si oruelle
que cestoit grant pitie a veoir ||
II est vray que roland eut
moult grant paour de cb. son
oncle quil ne fust abatu quant
il le vist parmy la mealee si
sen alla incontinent aupres de
luy et oHvier et ogier et tous
les douze pers pour garder quil
neust nul mal. Quant les gros-
ses batailles furent assemblees
lune contre laultre vous eus-
siez veu une aspre et dou-
loureuse bataille tant que ce-
stoit pitie a veoir car depuis
que roland et olivier et les
douze pers de france furent
XIV
D
arrivez en fa rae»lee ilz com-
raencerent a faire ßi g^raiii
abatenieDt des j^eiiR de r. quilz
leur fajsoient laiaaer la place,
Quant r. et ses freies vi reut
C€ Uz »e meslerent si nspre-
raeot oontre les francoys que
cbaBcua leur faieoit voye, . «
usw. usw.
Nicht sei teil liiibeii D (bzw. V) und d sogar lückeii und
Hudre fehler gemeinsuto. 12, 4 Nut desterniinder . .] touteffois
(dist le roy b) ee ainsi la fait jamuis ne luy latsserny la
valeur düng denier car je manderay nornians berriiyers , . .
Bi iray sur luy et entieremeut le destruiray. Kt aaymea luy
disoit tousjours quil ne seffroyast de riens juaques a ce que
aulcuu en fust retour oe d. DJe worte 'diät le roy* müssen
auch 10 V gefehlt haben ; D merkt, daß das folgende nicht
IQ Anses muud paM, und ändert; daß aber Karl spricht, ist
ihm entgangen. 22, 7 Ich weyß nüt * .] il ne peut chaloir
dist ung Chevalier. Je ne scay que ce peut estre (dist le
duc b) car le roy . . bd. Dtis eingeklammerte fehlte auch in
V; D schreibt daher die worte *je ae scay , .* dem ritter xu
und schiebt z. 30 , von wo an offenbar der herzog spricht,
'sagt der hertzog' (fehlt bd) ein. 23, 13 ein rytter vor dem
hertzogenj frappa ung devaiit le duc regnier d, fr. de van t le
duc fion Cousin regnier b. Die Verderbnis von d hatte sehr
wahrscheinlich auch V; U streicht Vegnier* , weil sinnloa.
33, 34 Der keyser . ,] regnauU lempereur cli. vous deffie d,
i\ lempereur eh. roy de france si voua mande de par nous que
vous luy rendez richard vostre frere pour en faire son plaisir
et vouloir. Et se ce ne voulez faire eh. vous deffie . . b. S.
anm. 42, 33 Allardj so auch d, richard et atard b. Dal* b
das ursprüngliche hat , beweist d selbst, indem es von 43, 1
('fand*) an das prädikat im plural setzt, was auf zwei Subjekte
zurückweist ; D setzt durchweg den sing. 89, 22 s, anm,
123, 15 Richartl richard d, guichard b. Daß b das richtige
hat» ergibt sich aus z. 12, sowie daraus, daü d mit b fort-
fährt: quant alard et guichard euren t ce dit . . . 135, 33
|{. und ni enger mer] rolatiil d, r. et olivier b. Die lücke
I
I
I
XV
hatte wahrscheinlich anch V ; D wurde durch den stehn ge-
bliebenen plur. des präd. (assayerent) auf sie aufmerksam ge-
macht und fQllte sie auf geratewohl aus. 154, 10 R. sprach . .]
et lors se retourna r. et luy dist d, et lors se tourna vers r.
et luy dist sire r. yous ayez essaye de roon espee mais non
mye de ma lance oourte et grosse b ; dann erst folgen Rengnolds
Worte, die das vorangegangene (von d und wohl auch V aus-
gelassene) voraussetzen. 180, 1 Aber . . . lassen] fehlt d,
quant roland lentendit il vint a luy et quant regnault lap-
perceut venir il laissa tomber charlemaigne et courut
sur roland b. Der satz in D scheint freie, durch das folgende
(z. 4j veranlagte ergänzung der lücke, die V mit d teilte.
Auch die namensformen tun die nahe Zusammengehörig-
keit von D und d dar; vergl. 1, 18 G. von Billyon] g. de
billon d, g. de buyllon b (dagegen 2, 13 Bouillon = d, buyl-1
Ion b). 24, 4 J. von BoysJ j. de boys d, j. de bloys b.
30, 22 Hug von Babefort] guyon baubefort d, g. daubefort b.
90, 7 Barthole ufi T.] barthole dallemaigne d, bertault da. b.
104, 24 Godard = d, godras b. 118, 13 Agfedon] augue-
don d, anguenon b. 123, 7 Mungon von Ficka] mongon
de ficque d, m. de fricque b. 161, 25 Godon = d, gay-
don b usw.
Es kann nach alledem keinem zweifei unterliegen, daß
D und d aufs engste mit einander verwandt sind. Am ein-
fachsten erklärt sich ihr Verhältnis durch die annähme, daß
d ein flüchtiger nachdruck von V sei. Sehr vieles spricht da-
für, nichts, soweit ich sehe, dagegen. Allerdings ist ja die
möglichkeit trotzdem nicht zu leugnen, daß 1) zwei vorlagen
(wovon die eine d gewesen wäre) benutzt hat und daß es daher
rührt, wenn ü teilweise gegen d mit den altern drucken stimmt.
Allein es liegt* kein zwingender grund vor, mit dieser mög-
lichkeit zu rechnen.
Jedesfalls werden wir aus der vergleichung von Ü mit d
(unter Zuziehung von b) ein wenn auch nicht in allen einzel-
heiten, so doch im ganzen zuverlässiges bild von der arbeits-
weise und der leistung des Übersetzers gewinnen können.
Dieses bild stimmt, um es gleich zu sagen, im wesent-
lichen vollkommen mit dem überein, welches sich für die Mor-
XVI
I
Juntöbersetzung ergeben hat. Beginnen wir mit der kapital-
nnteilung. Hier ist Ü ziemlich selbstiindig zu werke ge-
gangen, was sdioii darin sich zeigt, daß seinen 48 kapiteln
in F deren bloß 28 gegen« berstehn. Nur vier kapitel decken
sich völlig mit solchen in F^: kap. 7 (= F II), 30 (Xl),
31 (XII) und 44 (XXI). Fünf kapifcel von F hat l) in mehrere
zerlegt, flo I in sechs (1 — 6), III VII X in je drei (8 — 11;
16—18; 27—29) und VI in zwei (14—15). Solehe Zerleg-
ungen haben auch bei den meisten übrigen kapiteln statt-
gefunden , nur daß die abgränzungen in F noch weniger
respektiert sind. So ist F IV = D 12. 13* (62, 3); V ^ 13";
VIII - 19. 20* (96, 10); IX =. 20^'— 26; XUI = 32-34'
(170, 20); XIV ^ 34•^ 35' (180, 22); XV = 35^^ 36^
(186, 18); XVI - 3&*— 38' (198. 33); XVII = 38"*. 39'
(204, 9); XVIII = 39" (204, 24); XIX = 39"^'— 42' (226,32);
XX = 42^. 43; XXII = 45. 46^ (252, 18); XXIII - 46'*;
XXIV - 47. 48^ (262, 3). Über F XXV— XXVIII 8. u.
Mehrfach sind alineas des französischen textes für die ab-
gränzung neuer kapitel niafig+!l>end gewesen , so 34, 29 (kap.
8/9); 40,24 (9/10); (58, 13 (l4/i5); 104, 19 (21/22); 100, 9
(32/33); 165, 6 (33/34); 174, 33 (34/35); 182, 36 (35/36); ■
190, 2 (36/37); 219, 18 (40/41). Da, wo D zwei kapilel von "
F zusammenfügt, ist ein paar mal die stereotype Wendung
'nun wend wir von . . sagen* sfcehn geblieben, die für den ka-
pitelschluß cliarakteristisch ist; z. b. 96, 11 (F VlII/IX) ;
186,18 (XV/XVI); 204,23 (XVIIl/XIX); 226, 31 (XIX/XX).
Die kapitel überschritten faüt D im allgemeinen kürzer alsfl
F; dalä eine reihe derselben eigentum des Übersetzers sind,
versteht sich bei der stark veränderten einteilung von selbst.
Einmal, bei kap, 24, decken sich titel und inhalt nicht ganz:
der Übersetzer hatte an fang lieh die absieht, die erzählung von
der verw IUI düng Richards in diesem kapitel unterzubringen,
^ Die angaben bezielin sich in diesem abschnitt auf Pb: d weicht
einigeraal ab (kap. Vll ecliließt 88, 17; VIII 98, 15; XIV 181, 23;
XV 187. 18; XVI 199. 11; XX 234, 19; XXIl 252, 37), aber offenbar
nur infolge nacbläasigkeit des dmckera, da die {mit h stinimetiden)
uberacbrifteu mit dem dazu gehörigen texte sich nicht immer decken.
Auch D weist auf die einteilung von b.
I
XVIl
daher der achlußsat/ der Überschrift; erst niiclilier kam er da-
ran ab (8. die Überschrift des 26, kap.).
In der an Ordnung des stoflFes weicht H in einem wich-
tigen pnokte von F (a — e) fib. Hier folgt nämlich die Vor-
stellung und der ritterschlLig der Hainionskinder (3, 3—4, 11)
er«t nach der erzahlung von der »endung und dem tragischen
ende Lohars (nach 'uß rütten* 11, 30). Man kann fragen,
was den Übersetzar zu dieser nicht gerade geschiekten um-
Bieilnng bewogen habe. Möglicherweise war ea die aus F
herübergenoramene Überschrift von kap, 1 , welche die ände-
rung verlangte, als er sich nachträglich zur teilnng des I. kap.
?on F (b. o,) entüchlofi, Noch einleuchtender ist folgendes.
Nach der Schilderung des turniers, das dem ritterschkg folgt,
fahrt F fort (vgK 4, 10 f): Lempereur eh. apres les jonstes
faicte» den relourna en son palais a paris. Lors arraisonna .^es
princes et barons . , - en diaant. barons trop ne me [puis] esbahir
de lohier mon aisne filz qui tant demeure en son messaige.
jay grant paour que aulcun inconvenieiit ne luy eoit advenu.
car la nujt pasöee • - (s. 11, 30), Uns stimmt teilweise wört-
lich zu der rede Karls, die in F der Vorstellung der Haimons-
kinder vorangeht (= D 11, 23 ff,). D wollte nun vielleicht die
Wiederholung veroieiden und nahm deshalb die Umstellung von
Diese erklärung hat um so mehr für sich, als l> in der
tat darauf ausgeht, sein an Übermii&iger breite teideodes ori-
ginal, wo immer es angeht, zu kurzen; was in der einteitung
zu der ausgäbe de^i Morgant s. XXllI gesagt ist, gilt satz für
aatz auch hier. Eine menge von änderungen, zusammenzieh-
angen und besonders auslassungen sind au{ diest*s bestreben
zurückzuführen. Ich sehe aus rticksicht auf den räum davon
ab, sie einzeln aufzuzählen. Der Übersetzer hat bei seineu
Irzungen meist eine glückliche band ; verlmltnismüßig selten
erwächst der erzahlung daraus ein wirklicher verlust, sei es
[da& eine stelle weggelassen wird, die im hiublick auf voraus-
gegangenes oder nachiolgendes notwendig ist, sei es daü eit^
hObseber zug verloren gebt. Dafür eiu paar beispiele. Nach
\^ 37 fQgt F hinzti; et inconttnent envoya [regnault] de
[>tiie8 pars (oaessagierft) pour avoir souldoyers. plusieurs gens
Biini r. et plusieurs en envoya* mais ceulx quil retint il les
XVIII
., . 61, 7. Zu 143, B erzählt F: [Pignaud,
psißsa le höh de la serpente en peu dheure on il rencotitra
regnault et »es freres et maugis qiii aen retournoyent iv iiioii-
ttuiban et emiiiennyenb avec eubt grant raultitude de prison-
uiers. Ce grant larroo pignaud not» bien fcoutes ces chose«
ptiis sen vint au siege . .; vergl 143, 16. V zu 213, 33: qutfl
veist a celluy asaault la duchesse et öes petits etifans porber
pierres a regnautt et a ses freres sur les miiraiiles il en eust
eil grant pitie. car les deux enfans disoyent a leurs oncles.
tenez nos ODcles ces pierres elles sont grosses assez. Teile
deffence firetit ceulx de montauban quilz firent trebuscher eeulx
des eschelles . .; D hat diese anziehende episode unterdrückt.
251, 34 setzt F nach 'wyrd* hinzu: puis alla a sa chambre«
et print toutes ses robes et puis les getfca dedans ung feiu
quant elles furent arses eile pritit une sarge violette ainsi
comme son mary et la vestit et dist que janiais ne vestiroit
dautre tant quelle eust veu son seigneiir; vergl. 261, 23 f«^
S, noch die an min» ™
Weit über das gewöhnliche tnai hinaus gehn die kürz-
ungen von kap. 47 (s. 254) an, so sehr, daß überhaupt nicht
mehr von einer Übersetzung, sondern höchstens von einer stark
verkürzten^ oft selir freien bearbeitung des Originals gesprochen
werden kann. Noch verbältnismäHig ausführlich sind behan-
delt die kämpfe vor und in Jerusalem , an denen Rengnold
und Magis so hervorragenden an teil nehmen » dünn der auf-
enthalt der beiden beim könig von Pullia mit dem neuen sieg
über den aniirol von Persia und endlich der empfang in der
heimat (254, 16^ — 261 unten). Blola erwähnt dagegen werden
die reise der söhne Kengnolds an den kaiserhof und deren
kämpf tuit den verraten sehen spröJilingen Felkers von Morillon
in anwesenheit Rengnolds und seiner brüder (262, 3^ — 17),
dinge, denen F zwei 'volle kapitel widmet; teilweise übersetzt
hier D lediglich die kapitelüberschriften in F; Comment re^fl
gnault envoya ses deux enfans moult honnorablement au roy
eh. a paris pour estre laitz Chevaliers (X-W^^J, Comment apres
ce que le roy ch* eut doulcement receuz les deux filz de re-
gnault ilz se coinbatirent aux filz de fouques de morillon et
les descon firent en lisle nostre dmne a paris pource quilz
ivoient chftrge de tmhison regnaull de montauban leur pere
urce qiiil avoü occis fouques rle morillon es plains de vau-
uleurj» (XXVI). Gaiix imterdröckt wird schliesslich die er-
klang von di>r heimlichen entfernuüg Itengnolds aus Munta-
tit, seiuem mart^rium aln handlatig^er beiiu bau der Peters*
kircbe tu Köln , seinem wundertätigen leichnam und seinem
begräbnis (F kap. XXVII, XXVIII); statt alles dessen bietet
D nur die knra^ notiz s. 262, 29 Q., mit beibelialtung einzig
det sehiiiüsatzes iu F: Apres lenterreujent du corps sainct ses
itts^ sen retoumerent en leurs pays. Es liegt nahe, diese
fffiUetid starken ktirzungen aus dem verlangen des Übersetzers
erklären, seine arbeit möglichst rasch abzuschließen. Aber
cien grand atur tilgung wenigstens des letzten kapitels bildete
r auch dessen ausgeprägt katholischer charakter. Wir
o nämlich durch den ganzen roman die beobachtung ma-
ebe», daß der Übersetzer stallen streicht oder ändert^ die auf
katbolischeu glauben oder brauch bezug haben, an denen z. b.
heilige genannt oder angerufen werden, von raes»e, beichte
QdKl« die rede ist (s, einl. zu Morgunt s. XXVI II ü\). Ich
habe mir über sechzig falle angemerkt, wo er so verfährt;
wenn er's nicht tut, geschieht es wohl nur, weil er sich nicht
anders zu helfen weiü; vgK z, b, 171, 31.
Solchen tendenziösen abweichungen vom original begegnen
wir noch auf einem andern gebiete. In F kommt es sehr oft
vor, daö die beiden bei starker gemiUsf»eweguiig weinen j der
Übersetzer hält dies offenbar für unpassend und ändert fast
regelnuiürg, im ganzen an etwa dreißig stellen (s. wieder die
einU zu Morgant s. XXXII f.). Auch die häufigen ohnmachten,
iosbasondere der ritter, sind nicht nach seinem geschmack und
veranlassen ihn zu mehrfachen Streichungen. Ebenso abhold
scheint er dem in F häufig geübten Irrauche , sieh lieim ab-
.^ciuednelmien, wiedersehn oder bei andern gelegenheiten zu
umartoen und zu kiissen; wenigstens unterdrückter mehr als
/wufizig mal die betreffenden stellen des original«; s antn. zu
1U5, 17. Mit der Schilderung des ceremoniells verliert er über-
haupt, gnnz im gegensatze zu F^ möglichst wenig worte, Ge-
jit'nüber der umständlichen beschreibung der hochzeit flengnolds
uud der damit verbundenen feäUichkeiten^ wie sie F gibt, be-
1
XX
guügt er sich (73, 27 ff.) mit wenigen benierkungen. De»,
händewagcbens vor tisch, das F mehr fach erwähnt, gedenkt
nur ausnahmsweise einmal (193, 7) usw.
Die Übrigen sachlichen änderungen des Übersetzers sina
zwar ziemlich zahlreich, aber nieist von geringer bedentung.
Ich hebe einige der wichtigern heraus. 60, 16 Berchtold]
lohier; die änderung begreift sich nach 29, 2tf. leicht. 196, 17
Gergis] le duc naymea. 197, 12 Gergis] regnault; vgl.
Ä. 13. 205, 31 Rengnold] richard. 207, 1 .Anges] ogier et
naynieä; vergL z. 4. 224, 25 Hand ir . .] et vueil bien que
vous sachez que moiitauban fut une fois ferme avant que voue le
fissiez faire* ei le seigneur qui le (ist faire fist faire une voje qui
va jusques au boys de la serpente, jestoye jeune enfant quant
ia voye fut faicte et scav bien ou eile est. faictes buir ou
je vous nioustreray et voua la trouverez sans faulte si nous en
yrons sans danger. 225, 24 ff. zuo unserm . < . umm uns
hat] fehlt F ; s. das folgende. 226, 22 ff. Da vernam er , . ,
leyd fuorttend] fehlt F, nach diesem stirbt der herzog Ayiuon
erst viel späUr^ als Kenguold wieder aus dem hl, lande zurück
ist. Der Übersetzer wurde wohl dadurch zu dem zusatz ver-
anlalät, dati weder hier noch im folgenden von den eitern der
Uaimonskinder mehr die rede ist und Rengnold gleich alsfl
herr in Dordonna einzieht. Das war doch nur möglich, wenn
die eitern bereits tot waren. 240, 13 Türpinn] steht hier
und im folgenden ^ bis 241, 31) an der stelle des herzogs Anses
(uaynies); warum, ist nfcht einzusehn. Daii wirklich eine än-
derung von D vorliegt, zeigt die hs. ; s. die fuiänote zu 241, 31.
253, 5 ff. den an fang des gesprächs erziiblt F ganz abwei-
chend : je vous prie (sagt Karl zu Richard von N, ) que me
dictes quelles prisons vous donna regnault ne quelles viandes
a menger, Sire dist richard par ma foy ne par celle que je
vous doy je eu meil teure prison et fus plus uise que jamais
fut Chevalier, car jestoye iVstoye comme reguauit et bien sou-
veiit uiieulx et vous prometz que la duchesse duuie clere me
faisoit tres bonne chere et bonne compaignie avec ses deux
beaulx enfans aymonuet et yonnet lesquelz sont moult courtois
et pource sire je vous suplie tres huniblement se oncques
maiuiastes que vous facez bonneur a alurd et a tous ses freres
XXI
lil V0U8 plaiat car il mont tait de oioult riehes doua. et ail
?oii8 piaist vous aurez la duchesse pour recomniandee efc aes
[ifans car cetst la plus huuible dame du nionde. Richard dist
roy je De leur fauldray fcant que jauray la vie au corps,
>4, 7 f. Da ward . . , öberaotwart] fehlt F; dafür i, 11
cb *bäad* der zusats: Sachez que les gena dient quti est
ficores en vie au bois dardaine. mais quant ii voit homme
pn femuie il fuit ai que nul oen peut aprocher. 256, 30 f,
Teuer . . hetten] nach F wünscht Magis im gegen leil jetzt
ahn, w»is ihnen nach den mühsalen ihrer pilgerfahrt vor
iMn not tue. Aber am nächsten morgen werde er bereit sein
RengQolds seite zu kämpfen. Z. 33 hat dementsprechend
F atutt *die zwen vettern* nur Vegnault^ 261, 3ö ff. Und
«k . . * erfröwt wurdend] ganz abweichend davon läßt F hier
Mogia abschied von seinen vettern nehmen, indem er Reugnold
ftn die pflicht erinnert für das deelenheti derer, die durch ihn
gefallen, zu beten. Et qiiant il eut ce dit il «e mist en la
Toye pour aller en eon hermitaige la ou il vesquit saiiicte-
ment lespace de sept ans. Et quant ce vint au hiiytiesme le
bon niaugis treapaasa environ pasques, Dieu luv face niercy
a laine. amen. Was l> nachher (202, 22 ff.) erzählt, ist Zu-
satz des Übersetzers, immerhin nur insofern, als dort von Jlagis
berichtet wird, waa F an der selben stelle Reognold tun liißt,
der sich von den seinen wegstiehlt, um im elend für seine
Sonden zu büüen (a. o.) 262, 21 f. und hielt es . . . ztio
iiuj fehlt F, 262, 26 f. do ordnet . . ,] nach F hatten sich
die vier brüder schon früher, unniitteHmr nach derrt tode des
paters, wegen des erbes ansei nandergeset/.t ; hier verteilt Ren-
aold nur seinen beaitz unter seine beiden söhne. 262, 33 f.
ad laptend . . stät] fehlt F.
Auf die bloß formellen äbweiehnngen vom original näher
änsugehn, uiut^ ich mir versagen, tSie sind in unserm texte
Verhältnismäßig häufiger als im iVIorgant, rin weiterer beweis
^die auch sonst zu tage getretene tatsache, daü der über-
tt selbständiger geworden ist, sicli freier zu bewegen ge-
lernt hat. Allerdings fehlt es trotzdem nicht an beiapielen
Sr sklavische und darum uudeutsclie Übertragung ; s. die
araai. zu 34, 2; 45, 38; 53, 8; h\, 27; 55, 35f 107, 24;
XXII
117, 16; 135, 19; 137, 8; 139, 17, 26; 160, 12; 168, 227
Ebenso lassen sich für alle die fehler und versehen, welche
die einleitiing zu Morgant s. LX\' f, , LXX f, verzeichnet,
auch hier belege finden. Die meisten sind in den anmerkungen
untergebracht, auf die ich verweise; einige, welche dort un~
berückaicbtigt hlieben, mögen an dieser stelle noch erwähnt
werden: 51, 7 der hiefi och MJ (picqua . , .) qui avoit nom
effroys (tel lernen t d) quil loceist ; 'tellement* war natürlich
auf 'picqua^ zu beziehn, nicht mit D an den davor stehenden
satz anzuschließen, 116, 35 syt das du . .] puisque aul-
trement ne voulez avoir pitie de nous. 171, 8 und luort. .J
et le mena aussi villainement comme sil eust este larron et
le fi«i passer par devant le pavillon de charleniaigne* 248, 27
als ir dann K. e.] comme bien en monstrez lexemple au dnc
richard.
Nur ein kurzes wort noch über die namen. Bei der
wiedergäbe derselben verfahrt D im ganzen genau so wie im
Morgant fvergL einl. s. LX f.). Von eigentömlichen, dort
nicht vorkommenden verdeut-schungen seien erwähnt Gaudentz
(Uanltier) ' , llüdfrid (Godeban d , Godebeau b), Guottemunt
{Gutemault), Herman (Hernier), Johans (Yon). Mit ßernhart
gibt D nicht nur Bernard , sondern auch Berrard , Benard
wieder, mit Hug sowohl Hugues als Guy, Guyon, mit Felcker
neben Fouques auch Fouquet und Faulcon, mit Am(ra)ou die
vier uaraen Aymon, Aynionnet, Aymery (doch vergl. 94, 87
Amery) und Ämunoy. Barthelot erseheint einmal als Ikr-
tholome, ein ander mal als Berchtold, Neben Montpellier,
das aus F herübergenommen ist, kommt Mantpallier und Mum-
pelgart vor. Äuftallend sind Pinard (= Pignand) und Spinol
(^ Pinabel); doch vergl. Spinol im MorganL Naymes und
Ogier hei&en auch hier Anses und Gergis wie im Morgant;
aus diesem sind ferner entlehnt G alantin , Gallaranna (statt
Galtenne), Olifier von Gennow (statt Vienne), Bemerkenswert
ist Gallaffra 167, 13, gegenüber den verstümmelten formen
Iftffre d, alaffre h.
In bezug aut die person des Übersetzers ist dem, was die
Die Verweisungen auf den text i. im glossar.
xxm
einleiinng zq Morgant s. LXXIII f. ausführt, nichts hinzu-
zof&gen. Aüch das an jener stelle zur Würdigung seiner lei-
stung gesagte besteht für die Haimonskinder zu recht; höch-
stens, da£ diesen etwas größere Selbständigkeit nachgerühmt
werden kann. Um so eher glaubte ich in Torstehender ein-
leitung auf eine erschöpfende darstellung verzichten zu können.
Das verfahren beim «bdruck ist ebenfalls das selbe wie
beim Morgant. Vergessen wurde dort zu sagen, was sich in-
dessen von selbst versteht, daß die interpunktion von mir
herrührt.
Ich schließe mit dem ausdruck lebhaftesten dankes an
die Verwaltungen der Aargauer und Zürcher kantonsbiblio-
tbek, ganz besonders aber der königlichen bibliothek in Dres-
den für ihre mir bewiesene liebenswürdigkeit und nachsieht.
Zürich. Der herausgeber.
[Bl. 164*] Hie facht an ein schöne hystoria von den fier
son des hertzog Amons von Dordonna nß Franckrich, das
sind Rengnoldy Allard, Gochart and By Chart, nnd von irem
?etter Magis and von keyser Karly and sinem vetter Bnollanden,
and wie sy der keysser Karly bekriegt lange zytt &
Wie der hertzog Amon dem keyser Karly sine fier
sun gäbet, das er sy zuo rytter schlfteg, und wie er
sy mit siner eignen band zuo rytter schluog.
In der warheyt so finden wir inn des keysser Karlys ge-
thätien, das er uff ein mal nff ein pfingstag ein vast erlichen lo
kostlichen häf hielt zno Paris, demnach als er wideruram uß
der gegne Lorabardia kommen was, da er nun ein grossen
stryt gehept hat wyder die unglöubigen, deren oberster hieß
Guttellin von Senna, den er mit siner manheyt überwunden hat.
By dysser Überwindung was vast grossen adel gsin von küngen, 15
hertzogen, forsten und graffen, heren , ryttern und knechten,
als Salamon von Brettania, Doon , gräf zuo Mans, her Arnold
von Bellanda, her Gallerran von Billyon und ander rytter.
Die zwölf fürsten uß Franckrich wärend zuo häf kommen,
desglichen ander künig und fürsten. Und under andren fürsten 20
was kommen der edel hertzog Amon von Dordonna und hat
mit im brächt sine fier sün Kengnold , Allard , Guchart und
Rychart, die wunderbarlichen schön jung fürsten wärend, in-
sunderheyt Rengnold, der was wol acht schuoch lang oder mer.
Uff dem selbigen fast und versamlung stuond keyser Karly 25
uff under den fürsten, zuo dennen sagt er also: >Ir heren,
niine brüeder und fründ, ir wüssend, wie vyl landt/ und her-
UalniODtkinder. 1
2
achaffter%'*ioli * errobert liab mit üwer hilf iind bistand und so-
vyl heyjiTai ertüdt und mir undertbenig gmacbt, ab ir unlang
gsäcb^^ii'-hftüd am tinglöubigen Ciuttellin, den band wir uber-
wuildfiii' und zuo krjstenlichem gloiiben gebrächt, wie wol ich
grosse rjtterachafft und adel verloren bab uß schuld vyl unser
.undÄrthannen und diennern , die nüt band wellen zuo uns
-ko'miifen, wie wol wirfi berüeft band, als den hertzog Gerold
,Von Rosmllon^ Doon von Nantueil und der hertzog Befea von
Agremunt gebrüedern. Ab dennen klag ich mich gegen üch
;'"/•'• 10 lind sagen üch : wo nüt her Salomon von Brettannia gsin were,
derona raanlichen zehill'kam und entschutt mit dryssig tuesend
strittern, und och her Lamprecht von Berrinn und her Ood-
frid von Bourdella mit üaüerann von Bouillon, so weriud wyr
all verloren gsin und Überwunden, als ir wol wüssend , und
t6 als durch disser dryen bruodern echukl, die mit nff unser ge-
bot band wellen komuien, nach gehorsam sin, auuders der
hertzog Befea von Agremunt, wie wol sy all mine lebenlüt
sind und tnlw und dienst schuldig sind. Ich wyll im enbütten,
das er mir komme diennen inn dyssem summer mit all siner
20 macht, und verseyt er uns das, so wyll ich by minem gott
all unser frund berüeö'en und wyll Agremunt zerstören und
inn sebantlichen erhäucken lassen«. Hft' disae red sagt der
bertzog Anses zuo dem keyser Karly : »Her, mich dunckt, ir
sötten d iich not also ertzürnnen nach hoen machen. Wend
sft ir ruinem rütt volgen, so sond ir dem hertzog von Agremunt
ein hotten schicken, der du wyÜ und vernunftig sig, das der
dem hertzogen üwer befelcb wol an zeigen könne. Und dem-
nach wenn ir sin antwurt vernenimend, so werdend ir dann
zerätt, waz Heb zethuon aig.^ »Inn der warheyt,« sagt Karly,
so »ir rättend mir rächt; aber ich weyü nut, wer mir min bot-
schafft uJärichten well und den tod nüt entsitzen wnrd und
die botschaÖt ußrichte,« Al)er as was nüt ein mentscb , der
sich deren begehe; wann es warend iren vyl, die des hertzogen
fründ wärend, als der hertzog Anion von Dordonna, der watfl
sft sin bruoder; wann iren warend Her bruodern. Do was der
keysser Karly vast zornig und leydig und scbwuor hy gott,
25 völgOD hs. 35 Do| aim
3
les hertzogen land müeßtend gentzlichen zerstört und verwilesk
werden^ und es were kein mentscli uff' erttrich, der im dar?or
Imaestesin. ^Her^, sprach der hertzog Ainon von Dordonna, »ich
rill öch guotz darnrnm verjecheu , hat er iich etwaz zeleyd
, das ir iou strüffend und fich rächend. Er ist üwer lehen- ^
man tind aol üch diennen und sin land von uch itin haben,
Qod hat er uch zeleyd thän, ist mir leyd, und bekümmert mich,
^^das ir zoro gegen im tragend. Ich hab hie mine her sün, die
aflcaaend Uch dtennen nach üwerem wjUeu.<r »Amon,< sprach
Karly« »ich dancken üch ilwers guotten wyllens ; darum m ist i»
min wyll, das ir ey har bringend, so wyll ich sy zuo rytter
ichlachen, € Der hertzog Amon fuort sine fier sün für den
fliejrsser. Und do er sy gsnch, gfiellend sy im vast wol,
[bl. 165] Rengnold, der eltat, sprach zuo im; »Her, ich byt
ir wellend uns zuo rytter sehlachen » »o wend wyr öch i»
taltzyi gehorsamm sin zuo diennen.^ Der keyser Karly bernofft
sin uiarschalck und sprach zuo im: »Bringend mir den har-
nisch , der des künig Cedres gain ist , den ich mit miiinem
schwertt ertödt bah im stryt vor Fampeüunnia, so wyll ich
den Uengnolden geben. Und wyll den andren, sinen brüedern, 30
ander guot hämisch geben.« Der marachalck bracht den har-
nisch , der was vast schöü und kostlich. Die fier sün Amon
wurdend gewapnet, und Gergis von Tanneniarck, der irs stammet) s
was, leyt Reugnolden die sporen an, und Karly gnrt im daz
achwertt nmra ; darnach schhiog er inn zuo rytter und sprach: 26
»Ooit der allmechtig offne dich inn frummkeytt , eeren und
inn nianheyt!« Darnach mü Rengnold uff sin pfert Bayard,
desglichen nie gsächeu ward nach wyrfc nach des grossen künig
Liexandera pfert; wann zechen mil zeloutten thet im nöt. L>is
pfert ward ertzogen inn der inn sei Brisco; das hat im geben 30
■in vetter Magis , des hertzog Befes von Agremuntz sun, das
len keyser Karly darnach vast zornig machte als ir hören
werdend* Der edel rytter Rengnold hat ein schonnen schilt
^an einem hals hangend; er erschutt sin schwert inn grosser
hoifart, Mengklicher sprach: »Ach gott, well ein schön ner aa
ist das! 60t uffne imm er, manheyt, tagend und prita!«
was er öch ; wann er was als ein schünner, wol gsetzter
manliclu'r rytter, als uÖ* ertriclt sin mocbt Sine brüeder
wurdend och erlichen imd köstlich gewapnet. Und sässend
uff ire pfert und ryttend under Sant Victor nebend Paris ; da
ließ der kejser ein * uff richten, dax die jungen rytter
stechend. Die stächend wol ; aber Rengnold stach am hasten
6 uff Bayarden , dardurch er dem keyser wol gfiel, darurnm er
ZOO im sagt: ^Rengnold, du wyrst nun für hin mit uns zuo
stryt rytten.« Rengnold sprach zuo im: »Her, ich dancken
üch ze tussend mallen. Ich verheyasen üch by guotten tnlwen,
üch gehorsam zesin und trüliehen zediennen , und miiessend
10 mich niemmer mer ungerecht finden.« Nach dem stächen
reytt der keyser wyder gen Paria ino sin pallast.
Wie der keyser Karly sin sun Lohar inn botschafftz
wyß gen Agremunt schickt zuo dem her t zog Befes,
und wie er ertödt ward von dem hertzog Befes sampt
sinen ryttem.
1»
Do er wyder inn pallast kam, beruofft er sin eitern sun
Lohar und sprach ziio im: »Min lieber sun, du wirst mir die
Ijotachafft thuon gen Agremunt Und füer mit dir hundert
wol gewapnetter ryttern, und wjrst dem hertzog Befes sagen,
20 wenn er uns not komme dien neu uff den körifftigen suinmer,
80 well ich kommen Aj^remiint und all sin land zerstören und
inn und sin sun erhäncken oder laben dig schinden lassen und fl
sin frow verbrennen-« "Her,« sagt Lohar, »ich wyls gern
thuon und wyls nüt uriderwegen lassen ntä forcht des todtz,
26 das ich im nüt üwer befelch untz zuo end sage. Und wyll
morn früe u£F sin , ist es gotz wyll.« Do Lohara mornendes m
den tag ersach , do ruat er sich und sin gselschafft vaat wol
zuo, und ßässend uff ire pfert und kämmend für Karly, Lohier
sprach zuo im: >Uer keyser, suchend, wie ich und min volek ■
HO gerüst sind üwer gebot ze verbringen [* »Lieber siin,€ sprach
Karly, »ich befilch dicii goit, der tod und niartter gelytten
hat, das er dich und din gselscbafft beware.« Damit schied
Lohar hinweg (des Karly darnach groü leyd fnort) den aller
S an stelle des sternclienR in der hs. leerer räum; r. ann].
m
aechateii gegen Agremiuii zuo. Und schiiltend den hertzogen
ind sagtend, sy wettend im den kopff abscli lachen , wenn er
fiiineD wyder die billigkeytt thette. Acb, es gieng änderst zuo,
■dann sy ?ermeinttend ; des darnach menge frow imim Iren
leegmfichel kam und sovyl Und und «tett zerstört wurdend, g
idas semlichs eiu janimer zehören ist. Ein spedier hört alles
[daa, 80 »y seyttend; der kam ziio dem hertzog Ton Agremunt
[und ert^iüt ün, wie botten zno im kemniend von keyser Karly,
die troüwtend im vast, und des keyser Karlys sun were per-
I fiönlich du. Do das der hertzog hört, sprach er zuo sinen lo
Iryttern: >Ir heren, Karly achtet oder halt mich wol für tor-
recbtig, das er verraeint, ich soll im gehoröaramy thuon mit
allem minem vermögen, und schickt zuo mir sin eitern son
mir seuilicba zuo sagen, der tröwfc mir darmit grötälichen.
Darumm bvt ich üch umm rätt.« Üo sprach zuo im ein rytter, 15
I der hie& Symon; »Min her, ich wyll üch wol und erlichen
Irätteo^ wenn ir mir volgen weud, Entpfächend Karlya bot-
1 schafft wol und erlieh; wann ir wilssend wol, das er üwer
rechter her ist und das der wyder gotfc und recht thuot, der
wider sin rechten beren fycht. Her, band [bb 166J uüt ein a«
ulTäächen ufi* iiwern wyllen und uff da«, das imm üwer bruoderu
fljerold von Rossillon und Uoon von Naniueyü nüt wend ghor-
samm sin; dann wo ir Karly nüt ghorsamm sind, so wyrt er
üeb an lyb und guot straffen» und wenn ir im ghorsamm sind,
?wirt er üch lieb haben.« Do sprach der hertzog, er wett a&
im nüt also tbuon und er geh im bössen rätt. *VVann ich
bin nach nut so arm,« sprach er, »und bab dry bruodern, die
mir wol häläen werdend wyder Karly; desglichen hab ich och
rfier veitern, mines bruoders Amona von Dordonna sün, die
[sind vaat schon schiitner und maöHch inu kriegyschen suchen.« ao
>Achf min her,< sprach die hertzogiii, *volgend ratt; wann
ei Wirt üch niemmen loben, wenn ir üwern rechten heren be-
knegend. Und darumm, band ir wyder inn gethän, so ver-
sfieoDend üch wyder mit im und tröstend üch nüt üwer bruoderu,
als üch her Symon gerätteu hat; wann es mag dem nlemmer s6
|mer wol ergän, der inn Ungnaden sines heren ist.« Der hertzog
i dannj aui ^wann* gebessert ha.
Dh die lierizogin en iiiii ^ani grossem %orii und sprach zuo
ir, 8y 8Öit tüffels namnieti sehwigeti und sott im nüt mer von
dysser nmtteryen sagen, wann er weit Karly kurtz uniiu not
ghorsam sin. Also sagt die hertzogin, sy wett schwigen und
a imm nüt mer darvon sagen. Grot^ was das gebrecht und das
gschrey im pallast zuo Agremunt; wann etlicb rieitend dem
hertzogen dt*r hertzogin rätt^ und der andren vy! riettend im
das wyderspyl ; wann sy erkanttend irs heren wyll woL Der
hertzog sprach zuo dennen , die im riettend , daz er not mit
10 Karly fryd machen sott nach im ghoreamm sin , er lopte sy
darumm, und so lang und er lepte, wett er im nut diennen,
suuders er wett inn schedigen und so grossen krieg wyder
inn füeren , das er erkennen müelate, ob er fründ hett oder
nüt. Sy redtend vast lang von dyssen dingen» Diewyl rejtt
10 Karlys botschafft sovast, das sy zuo dem schlos Agremuiit
kämmen. Das stuond uff einem hochen grossen berg ; da was
eiti i'els, ummgeben mit atarcken hochen und dickeu muren
und wol getziert mit grossen thürunen inn soll jeher gstalt,
das es nüt zegwünnen was dann allein durch huuger, Lohars
absprach zuo sinnen ryttern ; ilr heren, sächend, wie daz ein
festy ist, wie das muren sind und wie das ein schön wasser
ist, 80 unden daran louft I Ich gloub, das inn der krystenheyt
nüt sins glychen sig: es mag nüt gwunnen werden dann durch
hungerte üin rytter sprach, der hieü Savary, zuo Lohara :
« iHer, ir sondtz nützürunen: miu her der keyser^ üwer vatter,
hat ein grosse torheyt understanden , das er verineint dissen
hertzogen zebeizwiiigen; wann er ist inn der wärheyt vast
mcchiig, und gloub, er werde wol als vyl volck vermögen, als
min her, üwer vatter, wenn er inn bekriegen wett. Und dar-
30 umm wer« ein guot ding, wenn sy möchtend eyß werden, und
inins teyls wett ichlä vast gern; aber ich weyß das wol: wenn
inn üwer vatter hett, alles gold zuo Paris wurd inn nüt be-
schirnimen, das er inn erhäncken oder läbendig schinden ließ,
Daruntm byt ich üch, her, das ir früntlicben mit im redend;
•« wann er ist inn der warheyt bochfertig und übermtiettig, und
machte glich ein grosse uffruor zwüschend üch und im er-
28 üwer] alt« 'aber* gebeMert ha.
3
hsefif dardtireh »ich der verliirät uff uns keren wurd, wann
unser i»t wenij^.« Lohar sprach, er redte recht; >aber wir
mmi ans not dester[minder] not fürchten, wann wyr sind
gQot wol gewapnet rytter* Üarumm, sagt er etwaz zuo uns,
dtt QU« mifiralUf »o muos er der erst sin, der lejdig wjrt*< 6
Savary sprach zuo im: *leh furcht, ir wellend nut wyalich
handlen ; wann ich sagen (ich by miner trüw, sagend ir im
etwaz, daz im myäfalt, das er Üch am lyb schedigen wirt und
una mit Üch. Darumm byt ich üch , daz ir die sach wol er-
messen wellend und wyßlieh inn Üwer botachafft handlend ; lo
waon ich sagen uch, und gloubend mir, das er vast grussamm
d ein manlieher rytter ist.c Inn aöüicber gstalt ryttend
die botten so vaat von einen and andren Sachen zuo sagen,
das sy an daz thär für Agremunt kämend. 8y klopfftend am
tbär, und der portner sprach 2uo innen: »Ir heren, wer sind &&
ir?« »Lieber fründ,« sprach Lohar, »thuo uns uff, wann wir
wend mit dem bertzogen reden von des keyser Karlys wegen.«
»Nun beyttend,*^ sprach der torwartter , »ich will gen min
baren fragen, ob ich üch soll inn lassen,« Der portner gieng
hinuf inn palla&t für den hertzogen und sprach zyo iramrao
>Uiiediger her, es int ein grosse gselschafft rytter (deren sind
wol by handertten) am thär, wol gerüst, die begerend bin inn
mitt uch zereden. Sol ich innen uff thiion?« >.Iä,* sprach
der hertzog, »wann ich entzitzen sy nüt, und were Karly per-
sdnlieh da und all sin macht.c Der portner lüff und thet s»
innen uff, Lohar und sin nianliche gselschafft rittend hin inn
Iund kämmend inn paltast, in dem der hertxog was. Der sprach
«no sinen heren: »Ir heren, hie ist Karlis eitern sun, der
kompt zuo mir inn botschafftz wyß. Aber by dem got, der
tod und martter leyd, redt er not wjßlich mit uns, so muoü so
im der Ion werden,* Der hertzog Beiles was inn erlicher
gseischafi*t wol zweyer hundert ryttern oder mer. Das was
im nieyen , so sich all meutschlich creattnren erfröwend und
gehertzi sind zuo strytt. Lohar, Karlis sun , tratt inn sali
rast köstlich gewapnet mit sinem volck ; da gsach er den sali u
?oU gewapt netter ryttern. Der hertzog saß under sinnen heren
$ ich] danmter *8elbs* sichtbar hs.; i. anm. 27 in] im ba.
6
hocliferiigklicheii luid bj im die hertzogiii, sin eegnmchel, tind
vor im sin siin Magis, ein meyster der ^chwartzen k uns ton ;
der kurtzwillet vor ainem vatter inn sineu künsten, darab die
herren grossen wolluat iiämmend. Und ir sond wüssen , das
B tair aller weit kein manlicher rytter was nach lystiger, als
der gemelt Mngis was, dann [bl, 167] aliein usgenomnien sin
vetter Rengoold, der auo Ämmon , von dem dis böoeb iini-
sunderlieyt sagt. Loliar tratt harfur der forderst und sine
rytter im nacli für den hertzogen* (Jod do er inn gruotzt,
10 sprach er also zuo im: »Der gott, der das Hrmanient geschaÖen
hat nnd nß nnt alle ding schuoff, der menscheyt zuo siner
narriing, und tod nnd martter an dem krütz leyd, den mentschen
von der helle pin erkoufi'en , bewarre nnd beschirnime den
keysser Karly und all sin edel geschieh bt und verfliieche dich,
16 hertzog zuo Agremunt! Der keyser, min vatter, enbütt dir
äntlich durch mich, das du yllentz gen Paris kommest mit
fünff hundert ryttern im diennen , wo hin er dich bruchen
wyll, und darzuo och , das du im rächnung gebest umm das,
daK du not kommen bist im diennen im lampartischen krieg
I wyder die unglöubigen, dar durch durch din schuld ummkommen
sind Bttldowin von Mellent» Godfryd von Bordeüa und ander
fdrsten und heren. und Umostn das nät, so sagen ich dir,
das der keyser dich überzüchen wirt mit hundert tussend
mannen und dich gfangen ^^en Paris fOeren ; da wirt er dich
26 nrtteyllen als ein faltscher untrüwer verretter dinem heren,
und din frow verbrent und din sun inn das eilend geschickt,
Darumm tbuo das, so dir der keyser eabüt, so tbuostn als
ein wysser man; wann du weyst wol, das du sin lechenman
und nnderthän byst,« Do der hertzog Beffes von Agremunt
ao Lohar also hört reden , do bettend ir inn gsächen sin farwb
endern und schnarchien als ein untnlwer, grussatnnier, schalck-
hafftiger mentsch, nnd sagt zuo Lohar: *Ich wyll nüt zuo
Karly weder rytten nach gän und och nüt umm sinett willen
thuon^ und och sin land nut von im zelechen Imben, sunders
u er wett inn überzüchen mit all siner macht und das gantz
Franckrich zerstören nutz gen Paris. Lohar sprach zuo im :
>Hertzog, wie darfstu mir also antwurt geben ? Wann wüläte
das der keyser, so vvurd er dicli zerstören; wann du weyst,
tdfts du gin lechenman byst, das kanstu mit widersprächen,
nanimm kam on vertzug und byß im beliolffen und volg mir;
wann tbuosiu das nüt, so wirt er dich au einoii boum er-
bäncken lassen, mag er dich betratteii,« Do der hertzog Lohar
Terstuond « do stuond er af und sprach : > Du bjst inn einer 5
^ückbafftigen stund kommende im ein sülliche botschafft
ftUen, Inn dem tratt ein rytter barfür, Gaudentz geheyssen,
des hertzog Befles ryttern einer, der sagt zuo sinem beren:
iMin her, hüettend durch gott, daz ir not ein torheyt be-
Igaogend! Land Lohar all sinn wyllen sagen, wann ir gälten J 10
Idarumm weder minder nach men Und wie ir wol wüssend,
der keyser Karly ist Tast mechtig; darumm kerend zuo im
durch min rätt, wann ir sind sin lechennmn und undt-rthän
and ir band von im inn üwere bürg Agrenumt und all ilwer
tiand. Und tbuond ir im also, so thuond ir wyßlich und wirt J&
[üwer nutz sin ; wann wyder öwern rechten heren kriegen, mag
öch nüt dann Übels daruß erschiessen.« Do der hertzog des
rytters rätt ?erstuond, do seyt er im grossen danck und sagt,
er sott schwigen. vWanu ich wyll im nüt underthenig sin,
die wyl ich hämisch tragen mag und oft' die pfert sitzen mag. »0
Ich wyll raiue brücder beriieffen und wend über Karly züchen,
und mag ich inn betratten, so wyll ich im thuon, als er mir
'?ermeint zethuon. Vermeint er, das ich so nütsöUend sigV
fKeinn, by miner trüw! Wann ich wett nüt alles gold zuo P^iri»
nemmen , das dy& holten nüt ertödt wurden, und sott mau ^^
mich zuo stucken howen. Schädlich wyrt es innu sion , das
er mich alio bat dörti'en bandlen*« Lohar sprach: »leb achten
und furchten dich gär nüt.« Do inn der hertzog versttiond, do
«untt er uff von schalck[heit] und stuond uff und sprach : »Woli-
u&\ ir heren, fand inn! Wann er muos nüt gesichert werden ao
des todtz.« Die rytter torfftend nüt wyder iren bereu thuon,
die zogend Jre scbwertter u& und schluogend uff die botten.
Lohar und sin volck warttend sich turstenklicU. Gott weylät,
wie vyl hoptern und scbäncklen des tagß abgehoweu wurdend;
wann ea erhuob sich des tags ein sacb, des vyl frowen umm 35
mun kämmend und sovyl weyMiu wurdend und sovyl junck-
22 ich *] wiederholt hs.
10
fröwlin on lieblmber mid sovyl Imidtz zerstört wani , da« es
ein erbermbd was. Was sol ich üch sagen ? Der strytt weret
so laog, das das ^sehrey inn die atat kam. Do kämmend die
burger mit iren werren für den pullast, abo daz iren by siben
& tussend wärend oder mer; aber die Frantzossen warend am
ingang, die waren innen wol darvor hin inn zekommen. Ach,
waz arbenkelligen tags das was! Wann des keyser Karlys
ryttern wärend wenig gegen den andren; aber sy warttend
sich man lieh, untx daz Lohar gsach, das er nnd sin volck das
10 bösser teyli haltend. Üo schluog er ein rytter so hertten-
klichen vor dem hertzog Betfes, das er tod nyder fiel, und
sprach: *Gott verfltiecbe dich!« Darnach sprach er und gehuob
sich itbel : *Her gott, ich byt dich» du wellest mich uff den
hüttigen tag bewaren ; wann ich gsich wol, wenn es nüt mit
i& diner hylf beschicht, das mich min vatter nüt mer gsächen
wyrt.« Damit schrey im der hertzog zuo und spracb : »Üy
gott, hütt wyrt din end sin.t i As enwyrt,« sprach Lohar
und schlnog damit den hertzogen mit sinem mordpieü uff sin
hälm ; aber der streich schlypfft ab dem heim und fiel imm
fo uff sin ferssinnen, also das im das bluot darulä traug. »ßy
gott,* sprach Lohar, »du enttrunst nüt,« L*er hertzog sprach
vast zornigklichen : >Ich schätzte mich niennerthin, wenn ich
mich nut [bl. Ui8] an dir räche.*« Und huob damit sin seh wert
uff und scbiuog Lohar damit so hertt uff sinnen hälm , das
«6 er inn tod zuo der erden falt. 0 gott, waz grossen Übels hat
der herty.og begangen, das er so schantliclien Lohar, Karlys
siin, ertödthattl Wann er kam sy darnach och erbermklichen
umm; das was der Ion, den er darumm enpfieng, als ir hören
werdend. Der hertzog, raitt gnisamkeyt erfült, htlw im den
s« kopff erst nach sinem tod ab. Do Lohars rytter iren herren
tod gsächend, ir mögend wol gedencken, das sy nüt vast grosse
wer thettend. Wann von den c ryttern, so mit Lobar kommen
wärend , belibend nüt mer dann zwentzig inn laben ; von
dennen ließ der hertzog die zechen von stund an ertöden und
" die andren zechen ließ er inn laben und sprach zuo innen :
»Wend ir mir verheyssen und schweren by üwer eyden, das
■
I
27 uy] d. i. ata.
11
Ir üwern heren Lobar aiiieni vatter bringen wellend inid im
gen, ich schicke im sin sun, ond er habe inn mir inn einer
len stund j^eschickt mir sölliche botachatft sa^en, so wytl
üch lassen gan « und im B»gen , das ich nüt; eines halben
faallers werit umm inn thnon well , ee weit ich an inn ge- ^
rUfcen inn sin Innd,« ^Her,« sagiend sy, *wyr wend fchnon,
was üch geliept.« Der hertzog lieta yllentz ein boum machen
ttod ließ Lohars lichnam darinn leggen und gab den den
^■ftechen ryttern ; die leyttend inn nff ein karen mit zwey pferdon.
^H)er hertzog gab innen das gleytt zuo der statt uß. Und do ^^
^^■y uff dem fald wärend, fiengend die rytter an klagen iren
^^kerea und sagtend: >Ach her, waz send wir dem keyser,
^Ktwerm vatter, sagen, der sovyl leyd haben wyrt, wenn er
^r Qwern grussammen tod vernimpt? Wir mögend wol sagen und
des gewiiß sin, dann er nns all wirt töden lassen. «t Inn söHicber ^^
gstali bekfagtend sy sieh nmm irs hcren tod uff der sträa
gegen Paris zuo. Nun wend wyr von Ivarly und siner her-
schaM sagen, so zuo Paris wäreud.
I
Wie die zecheo rytter iren heren gen Paris irera
vatter brächtend, und wieder liertzogAmon ab dem 3^«
häf schied mit siunen üer stinneo.
kl
3
Der keyser Karly sprach eines tago zuo sinneu forsten :
^Ich bin vast zornig umm min sun Lohar, den ich gen Agre*
Biunt gscbickt hab; ich kan mich nüt gnuog verwundern,
das er so lang uü ist inn siner botschafft. Ich hab grosse ^^
forchi, im sige etwaz begegnet mit dem hertzog Beffes » der
ist atoltz und übermüettig, und besorg, er habe inn ertodt
Aber by miner seil, hat er im also thän oder etwaz zuo gfiSegt,
m will ich inn über züchen mit hundert tnssend stryttern
ud inn gentzlichen uß rütten ! Wann die vergangen nacht s»
(ätt mir troumpt, die sträl schusse von himel uff min sun
Lahars, das er inn ämmacbt nyder fiel; darnach kam der
hertxog Beffes von Agremuni an inn und hüw im sin höpt
«
15 daanj l. das? 30 gealliehes b«.
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h1). Ahur Uy iniiieii] bnritj Imtt er im also fcliäti, so muol
iiieiiimer mer mit mir verreint werden!« »Her,« sprach der
hertzog Aiises, »semlichen tröummen sol man nüt glonbeo
geben. Nut destemiinderi hat, er im also thän, so wyll ich
b trob und trän sin, das er gestrafft werd, und ina gentzlichen
vertribtin. Docb erschrackend imt, untz das ir die each ver-
nemmend.« Und als er dysse wortt redt, kämm Lohars ryttern
einer inn pallast ^ der was übel verwundt^ nnd kam für den
keyser und mocht kiim reden; doch sprach er zuo im: »Grosse
iü iorheyt hand ir begangen, das ir min her, üwern sun, ziio
dem hertzog von Ägremunt gschickt hand ghoraammy und
trybnt forschen ; der hatt es achantlichen von im erfordert,
darnnim inn der hertzog hieLi fachen , wann er miiciäte lich
ein botschati't niemmer nier kommen sagen. Das selbig fachen
ift ist also gendet , das üwer snn nmmkonimen ist, das von all
sinen ryttern mit mer dann nnser zechen darvon kommen sind,
die nun kommend mit üwers suns lichnamni.« Do der keysser
dysae mere vernamra, do fiel er nyder von leyd und zerwand
sine händ und rey§ und zog sin bartt mid bar uia nnd sprach :
10 »Ach gott^ du ha^^t mich inn semlich leyd gsetzt , dardiirch
ich niemraer mer froud haben wyrd. Üarumm bit ich dich
umm den tod , wann ich begeren nüt mer zeläben.« Der
fronmi hertzog Anses trost inn vust gtiettenklich und sprach
lUQ imm: *Her, durch got betrüebend üch nüt sovast, hand
i& üwer hoffnung zuo gatt! Land üwers suns iiclinam bestatten;
darnach überzüchend den hertzog von Agremnnt mit all üwer
macht und zerstörend inn und all sin macht und land.* Der
keyser erkant wol, daz im Anses frommklich riett, und sprach:
i>Wolliift', ir heren , rüstend üch! 80 wend wir minem sun
3<j Lüliar seüigen engeren rytten,« Von stund an rüstend sich
all fürsten und heren. Und dosy zwo mil ussert Paris wärend,
do begegnet innen Lohars lichnam inn einem bonmm. Do
[bl. 169] Karly sins suns lichnam gsach , sprach er: »Ach,
wie gut man so schantlieh mit mir umm U Er stuond ab von
s& sinem pfert nnd huob das tuoch uff, so uW dem boum lag,
und gsach sin sun Lohar, dem was der kopff ab gehowen und
das antlyfc gantz zerhowen. »Ach gott,< sagt er, «das ist
guuog, das einer unsinnig wurd. Ich sol den hertzog Beffes
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billich hassen, das er mir min sun aUo gmürfc hattt DAmit
ku&t er sin son also bluotfcig und sprach: >[ch bit gott den
J I mächtigen , das er din sei ion sin himelrich setze.« Der
kefsser foort gros leyd umm sin sun, aber der hertzog Ansea
inn stets. Also nänimend der hertzog Türin g von Ar- &
dannia und Samsoo von Burgundia den boum und fuorttend
inn inn die statt Paris; da ward er vergraben und verbalsamet
nach eeren. Nun wend wir von dem hertaog Amon und von
sinnen sünnen sagen, die wärend zuo Paris. »Mine sün^c
sprach Amon, >ir wüssend, das Karly größlichen ertzurnt ist, »o
und das ist not an nrsaeh ; wann min bruoder , Öwer vetter,
hat sin sun ert5dt. Ich weyß wol , das er inn über züchen
wyrt mit all siner macht; aber wärlichen wend wyr nut zilcher»,
[mders wend gen Dordonna rytten nnd wend uns ett weders
eyls annemea.€ Damit saü der hertzog uud sine sun uff ire i^
ptert und ryttend untz gen Laon , da ässend sy ein wenig*
Und von Laon ryttend sy sovast, das sy gen Dordonna kernend.
Do die hertzogin iren heren gsach und ire fier sun^ do ward
ly vaat fro und fragt, ob sy Karly zuo rytter gschlagen hett.
Der hertzog sprach: »Ja.« Darnach fragt sy inn, warunim ao
»y von Karly gecheyden werend. Der hertzog ertzalt iren,
wie sin brooder Karlys sun ertodt hett. Des ward die hertzogin
vast zornig, wann sy forcht irs heren und ir sünen und hindes.
Rengnold tröwt Karly vast Do das die frow erhört, sprach
sy 7.U0 imra : >Min sun , ich byt dich , verstand mich : hab jü
lieb, förcht und entzitz din rechten heren ob allen dingen
und bewyü imm zucht und eer, so gät dich gluck an. Und
ir, Qiin her Amon, ich verwundern mich, das ir ab häf gt»-
Dheyden sind an urlob. Der keyser hat üch sovyl guotz ge-
lb an und eeren bewyssen, das er iiwere suo zeritter gscli lagen lo
^hatt mit siner eignen band, er mocht üch und Uwern kinden
it grossere er an thuon.* »Frow,< sprach er, »wyr sind
bin weg gescheyden uß der ursach , als ich iich vor gseytt
ib.c »Ach gott,« sprach sy , »wie hatt das übel uff den
lüttigen tag das guot über troffen ! Durch gott,t sprucli die ss
frow, »nemmend üch der sach uüi an ; wann ir werdend dysaen
10 ob ijl wiederholt ht.
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siinimer gsiu-hen , dfts der keyser öwern briioder über zrlcheii
wyrd. Mii mineni rätt diennend dem keyser, üwerem rächten
Herren, und verlässentl imi durch niemmandtz willen; wann
thiiond ir im änderst, so sind ir faltsch,*^ *F3y gott, frow,«
& sprach der hertzog, »ich wett darumm geben min schloJä und
den halben teyl! mines Inodes, das min bruoder Lohars not
ertödt hett. Nun handle got nach sinem willen » wann es
mag nüt änderst gsiii,« Nun wend wyr wyder von Karly sagen.
Wie der keysser Karly ein grossen züg wyder die
J<> dry fursten samlet, und von dem grossen strytt, so
vor Troya inn Schampannia beschach zwuschend
Karly und den dryen fursten.
Der keysaer Karly fuori gros leyd nnini sin sun und
sprach: »Der dich also grussammklich ertödt hat I, ist mir not
^ö vast hold. Ich wird niemmer raer inn ruowen sin , byfä das
ich mich an imm geroclien hab.< Der hertzog Anaes sprach :
>Es zimpt Och nut» da^ ir semlicb leyd füerend, als ir thuond.«
Inn dem kam ein rytter für Karly, der ertzalt im, wie Amon
von Dordouna und aiue mn hinweg gerytten wärend. Des
ii» der keyser viisi zornig ward und achwnor by gott, er müetUe
sinn gegen im engälten ; ilarvor möchtend imm sine bruodern
nüt sin. Inn dem ward der yrabytä bereytt. Die heren sässend
zetiacli, aber Karly aü vast wenig. Der schön Salomon diennet
imm des tags zuo tiach. Nach dem imbyi sprach er zuo
aü sinen forsten: »Ir heren, der hertzog Beffes hätt mir grosse
schmäch zuo gfüegt , das er mir min lieben sun so schant-
lichon ertödt hat. Alier liept es gott , so wyll ich inn über
züchen dis sunnners und wyll all sin land zeratören* lind mag
er mir werden, so wyll ich not län, das ich mich nüt an imm
no räche, umm den hertzog Amon, der so lasterlichen hinweg
gerytten ist, nach nnim sine sun, die ich zuo rytter geschlagen
hab, daz mir ser leyd ist,« >Ber,* sprach der hertzog Ansea,
»uwer sun ist tod durch unglnck. Nie kein tod ward thürer
gerochen, al« dysser werden muoü, Forschend uwer volck inn
3& allen iiwern landen und zucbend für AgremuntI lUul wenn ir
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den hertasogeo band, so gebend im den Ion umni liwers snna
tod.« »Anses^c sagt Karly, »ich will im gäntzlich also thuon,
wie ir mir gerätten hand.« Er gab sinen filrsten und heren
urlob uod »prach zuo innen, das sy vast bald ryfctend und
dch rastend ion tre land und das ey des kdnfftigeii sunimerg &
ryder kenimend mit irem vermögen. Die fürsten |bl. 170]
ad heren wärend Karly gehorsam m und ryttend inn ire Land
ch rüsten. Also kam daz gschrey inn alle land nutz gen
>mm, Karly rnste sich zuo krieg, also das die mere dem
ertzog Beties für kamen d. Der forschet och sine fr und nnd i»
ettem ; innsunderheyfc thet erü sinen bruodern zewüssen, also
las er mer dann achtzig tnasend atrytter tzammen brächt,
er so schöne gselschafTt gsach, sagt er: »Ich gloub, belegre
lieh Karly, der uachteyl werde uff inn kommen,« Und
»[»räch zuo sioem brnoder Gerold: »Bruoder, erschrick nut;i6
wann ich hoif, wir wellend Karly inn sollicher gstalt schedigen,
das er trurrig werden muoli, Land uns gegen Troya zilcheo^
da wend wir bantlieh mit imm strytten; wann ich hoff, gott
werd uns inn unsern nötten hiiltfen.« Das was im meyen;
da was der edel keysser zuo Paris, der riist sich und warttet «o
äiner fürsten. Es ge^tuond nüt lang darnacb , der hertzog
Richart von Normandia kam mit dryssig tussend strittern,
deiglicben der graf Hug von Niinttes brächt och ein höpsch
rolek, darnach Salomon von Brettannia und der gräf llnon,
de8g:lichen die andren fürsten und bereu kämmend nli mit a^
hüpschem volck. Die herbergettend sieb all zuo Sant Ger-
manas. Do nun Karly vernam , das sin yolck alles kommen
was, ward er vast fro and hieß sy von stund an Ordnung
machen. Er ordnet [tichart von Normaudia, Gergis von Thanne-
ßarck, Gaüerrän von Buliion, Gudellon van Peyern, Ysacber »o
von Nemours und Astolffo, den snij Kodon, inn sin värhuot
Sit ßertzig tussend stryttern. Da bettend ir mengen redlichen
'rytter gsachen. Sy schiedend uß der edlen statt l^aris und
macbtend sich uÖ* die straß den nechsten gegen Agremiint
soo. Nach etlichen tagen kam zuo Gergis von Tannemarck s^ i
in ryttender hott; der fragt, weß die schön gselscimfft were.
16 wirj davor ein *ieh* durchgeflirichen ha, ^ weaß Uh.
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Gergis sagt, aj were keyser Karly». Do sprach er, er weit
mit im reden. Richart von Normandia fuort inn zuo im. Do
der bot den kejaer gsach , sprach er zuo im: >Her fceyser,
zuo üch schickt mich der her von Troya als üwer leheuman,
6 der byt üch umni hilff. Wann der hertzog von Agremunt
und sine zwen bruodern Gerold von Rossillon und Doon von
Nantueil band mit hundert tussend stryttern Troya belegret,
und kämmend ir im nüt zehilf, so muoia er Troya uf gebeu
sampt dem schönen thurnn, den Julius Cesar hat lassen machen.*
10 Do inn Karly verstuond , ward er vast zornig und schwuor
by tSant Denyssius; möcht im der hertzog Beffes werden, so
wefct er im den Ion geben. Er beruofft den hertzog Änses,
Oodfryd uJä Frießland und den hertzog G aller rän und sprach
zuo innen: »Ir heren , länd uns schnell gegen Troya rytten,
16 ee das ay ingenomnien werd.c Sy sagtend: i^Jä, her;* Sy
ryttend sovast , das sy zenechat fiir Troya kämmend mit der
vorhuot Inn dem kam ein specher zuo Gerold von Rossillon^
der seyt im, das Karlj? gegeu innen kemme zehylf dem gräff
Älbrecht mit vast grossem züg. Gerold sprach zuo sinen
aobruodern; »Ich ratt, das wir gegen im ziichend mit all unser
macht und sich mengklicher man lieh ertzöig.« Das gfiell
sinen bruodern. Gerold von Rossillon was der erat inn der
värhuot Und ryttend sovast, das ein farhuot die ander er-
sach. Do Gergis den von Rossillon gsach kommen, do sprach
^t6 er zuo Richart von Normandia: Gsicb, wie Gerold mit uns
vermeint umm zegän! Nun gedenck sich mengklicher redlich
zeweren, also das die eer des keysera und unser aig." Damit
liessend sy die pferfc zuo beden sytteu louffen. Gerold von
Rossillon rantt utiT eiu Tütschen und traf inn mit sin er gleDuen«
80 also das er im die durch den lyb sties ^ und Kel tod zuo der
erden. Do schrey der hertzog: »Rossillon, liossillon!* Do er-
huob sich ein grusaramer strytt. Gergis stieß einem rytter,
Fonson geheyssen, sin sper durch den Hb, das er inn tod vor
im zuo der »^rden t'alt. Düs ersach Gerold und stach Gergissen
aö ryttern einer, also daz er inn tod zuo der erden falt, und
sprach: »Das hastu von Gergis, dines herren, wiegen.« Der
stryt was tr>dtlieh: da bettend ir gsricben schilt durch stiiclien,
sovyl speren zerbrachen und sovyl todter uß' ein andren üggen,
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im es ein groß erbermd was asesächen. Der liertzog Ton
Agretnunt acbltiog den beren von Ferronna und ?oq 8anfc
QuintiD mit sinera schwert, das er inn tod zuo der erden
selUuog^ and sprach: »Nun far hin, gott ?erflüeche dich!«
Dnd aehrey damit Überlot: »Agremunt!« Inn dem kam suo &
im sin bruoder, der hertzog von Nantueil, mit sinein volck,
und rottend all mit ein andren uff Karlys volck. Die kämmend
mann lieben gegen innen. Da beschach ein grussammer strytt,
wann da kämmend vast mechtig rytter umm. Richart von
Normandia ertzeigt sin grosse manheyt; wann er ertodt ein lo
rytter, den Gerold von Roasillou vast lieb liait. Do er daz
ersach, aagt er: »letz bin ich zornig, wann ich hab min liepsten
rytter verloren; aber ich wyll inn rächen oder sterben.* Da-
mit schrey er: »Ro8»illon!< 8in bruoder Doon von Nantueyl
kam und sprach zuo im: »Üruoder, ich rätten, wir züchend i«
wyder ab, wann hie ist Karly mit all sineni volck. Ich sag
dir, wartten wir sinnen, daä der verlurst uS uns kommen
wyrt*« Und als sy mit ein andren rettend, scUioog Galieran
von BuUiou vor innen Gerold von Rossillons vettern einer zuo
tod, des Gerold onnsinig woit werden. Und schickt bald nach m
aioem bruoder, dem hertzog Beifes, der hielt ^ich luutilich.
Der keysser greyff oeb &n mit ainem volck, Do (kettend ir
gnissen adel gsachen, die wyder die dry bruoder n w^rend, und
gnchen mengen schon nen barnisch glitzen von der sunnen,
die was vast heytter. Da wurdend vyl manlicher ryttern er- »6
Itödt und vyl »chönner pferden , das es ein erbermd was ze-
'iacben. Und wissend, das des tags uff beden sytten mer dann
tryssig tussend ummkäraend, das nun ein grosse arbeutseüig-
keyt was. Der hertzog von Agremnnt ward vast [bL 171]
tsomig und stach her Galter von Pierrella inu sin schilt und ««
fdurch den lyb, das er tod zuo der erden fiel, und tschrey dar-
nach: ^Agremunt!« Der stritt was grussamm und tödlich. Da
ertxeigt der hertzog Uichart von Normandia sin manheyt ; waun
ersUcb mit dem hertzog Beffes und stach im durch sin schilt,
ilso das er inu übel verwandt, und sprach zuo im: ^By gott, ä.v
Fda wyrst not enttrönnen, tiöü was dir der tag , an dem du
minn her Lohar ertotst« Darnach zog er sin schwert uJä
und gab dem hertzogen ein streich ufi* sin hälm, das er sich
HynoniktQder. •
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darab uff den sattel ho^ , und der streich fiel uff das pfert
und huw das inn zwey stuck , und das pfert fiel tod iiyder
ander sinem lieren ; des er übe! ersehrack, do er sich um herd
gSRcli. Er üfeuond schnell wjder uf als ein uianlicher könner
b rjtter und hat sin Schwert inn der band und schluog ein
rjtter tod zuo der erden, der hieß her Symon. Darnach
schrey er ^Ägrem^nt!« sin kry. Do kämmend r,uo im sine
»wen bruodern» und uff Karlys sytten kämend Uergis^ Anse«,
Gallerrant, Hug von Nantes, Salomon , Leon uü Frieühind,
10 der bischoff Türpin und Astolffo. Inn der selbigen versani-
lung kam grossen adel uinm* Karly kam och da hin, der
sprach: >Ir heren, enttrttnnend sy uns, so werdend wir ent-
ertt,« Damit leyt er sin sper inn * * und traff (leroldtz
schiU a!so^ das er roli und nnui /.uo erden staclu und da
ift were sin end gsin, wo nüt sine brüedern gsin werind, die inn
vast in an liehen und inn grosser yll entschnttend. Des andren
teyls kam Uergis von Dannemarck uff Brotfart, sinem pfert;
der ertodt Gerohlen von Roasillon einen rytter, der hielä her
t'elcker. Do daz (lerold von Rosüillon ersach, do sprach er:
»ö »Ach, ich haU nif den höttigen tag schönne rytterschafft ver-
loren*^ Der hertzog Beffes batt gott viist er bernik liehen, das
er inn vor dem tod bewartte, und nät inn Karlys hend fiel.
Die sun was im zyt under zegän, wann es was umm coniplett.
l>io strytter wäreud vast niiled und erwärmet uff beden syten,
tfi darumm der siryt ein end nani.
Wie die ilry bruodern mit Karly vereiiitfc windend;
der vergab dem hertzog Betles siiies suus Lohars
tod, den er ertödt hat
Die dry hruodern karttend wyder inn ir zelten v:ist zornig,
«> innsnnderheyt (Serold von Uossillon, der des tags verloren hat
Amanus, sin vetter, und liundert ainer besten rytter. Und
sprach : »Boß was die stund, inn deren Karlys suu ertödt ward.^t
Zuo im kam dor bert/.og von Agremunt gantz bluottig und
Übel wund. I >o inn Lierold ersach, do lüffend im sine ougen über,
«
1$ 9M itelb der stsmcben in der bs. Inerar imumi a. anm.
19
und 9pmch: »Lieber bruoder, du bysfe uflf den tod verwundtc
«Neinn ich,€ sagt er, »ich wird bald g^nessen.« Gerold schwuor,
er weit am morgen ein semlichen strytt mit Karly tin fachen,
dardurch trjiflig tussend das laben verlieren müeiteml, »Ach,
QmtQ gote willen thuo da» nut!< »prach sin bruoder Doon, 6
>8iiiidet9 wend ir mir volgen , so wend wir xxxx der aller
wyasesIeD under unsern ryttern ziio Karly schicken und im
by dennen sagen lassen und demfiettigklichen bytten , das er
erbermd und gnad über ans und über unsern bruoder habe,
imd er welle irom sine» suna tod büeasen nach geheyß siner lo
Anten. Ir wüssend wol , das wir nlne lecheTiIiltt sind nnd
sebekriegen wyr untrtinich handlend. Und dann wenn
■lies daa Tolck verloren heit, so er hie hait, so hett er,
ie diis ein manoit für were, zwey mal soviL Wir mögend
uns inn keinnerlein gstalt wider inn enthalten. Und darumm \t>
bytt ich Och, mine bruodern, ir wellend im also thnon.« Sine
fwen bmodert] wärend wol zefriden, und daa aemlichs mornen-
den bescbech. Sy ordnettend die nacht grosse wacht imtz
momendes; do liessend sy die hotten zuo rüsten. Do sy ge-
ÖÄt wärend, sprach Gerold zuo innen: »Ir lieren, ertzeigend »o
^dem key^r liit^lich, »ins suns tod sige mw vast lf*yd und unfern
bruoder ßbel gemwen, und wenn er erberrad über inn [und]
uns haben well, so wellend wyr im diennen mit zwey tussend
lyttern, wo hin er well Und sagend Änses von Peyern, wir
lätiend inn, daz er nna befolhen hab gegen Karly.« Do die >6
boHen ir betelch verstanden hattend , do sassend sy uff ire
pfertt, önd truog ein yetlicher ein grQennen ascht inn siner
band inn frydes zeychen. Und kärimiend für Karly ir»n sin
lt. Üo redt ein rytter, der hieß her Steffen, und gruotzt
den keysser also: iHer keysser , ich bitt gott, nnsern heren, s»«»
das er ttch durch sin beige j^uad ein längs und guotz laben
geben welk Wösisendt her, das uns der hertzog (Jerold von
ssillon, der hert^og von Agruminit und Doon von Nantutfil
Xuo üch gschickt band, die bält*^nd üi-^h nnira gnad iimm Qwers
suns todt, der ist innen vast leyd. Wytter läßt üch der •»»
hertxog von Agremtmt durch uns sagen, er und sine brüedern
17 L tsorneiides ? 22 inn] 8. anm.
28 »wey] », anm*
20
welletid lieh ghorsam [bl. 172] und iinderthenig sinn, wenn
ir im und innen vertzichen wetid^ und wend uch kommen
diennen mit zechen tussend strjttern » wenn ir sy nmniiend.
Her» band yiimi gottea willen gedeclitnuJi, dm gott Logis sinen
fi tod vergab, der im ein sytten durch stach mit sinein sper;
darum m, her, vertzichend innen öwer ungntid, des bättend sy
uch vaat demüettigklichen,« Do der keyser hört also von
den dry bruodero reden, do besintt er sich vast lang ; darnach
sprach er also ziio den ryttern : '>By mioer [trilw|, her Steffen,
10 der hertzog von Agremunt halt woU sine sinn verloren , daz
er so schau tlicben mio sun ertödt halt, den ich so lieb hatt.
Nun ist er min lechenman, er welle oder welle nüt.« tHer,<
sprach her Steffen, »ich weyß, das er uch alle billigkeyfc wirt
bewissen nach geheyö uwer fürsäten,« Do sprach Karly: >\Vyr
IQ wend des zerätt werdende Er beruofft den hertzog Ansea,
Gergisvon Dannemarck, herSalomon, Hng von Nantes, Oallerran
von Ruiiion, Utbett von Langren, Huon von Manny und Leon
ul2 Frieülaiid und sprach zuo innen: >Ir herreUi hie sind des
hertzog Beffes und siner bruodern hotten, die eribüttend mir,
> sy begerend gnad und wellend unser lechenlüt sin und all
ire hvnd und herschafften von uns inu haben und ghorsam sin.«
iHer,« sprach der hertzog Ansea, »inn dem iijt nut dann gnotz.
Ich rätt ücb, das ir innen vertzichend, wann sy sind man lieh
fürsten. Darum nj rutt ich uch , das ir innen vertzichend.«
» Also vergab der keysser durch des bertzog Anses rätt den
dryen hruoderu. [Jnd ruofft den botien und s^ytt innen, wie
er den dryen filrsten vertzige iun söl Heber gstalt: der hertzog
von Agremunt müeüte im kommen diennen uff den kilnlftigen
suuimer mit zechen tussend stryttern. lUud sagend intien^
^m das sy sicherlicheu zuo mir kommend den eyd von innen en-
pfachen , das sy mir nun für hin wol und trülicheu diennen
wellend.« Also schiedend die rytter von Karly und kämmend
zuo iren heren und ertzaltend innen, waz sy geschaffen haltend
by Karly ; des die dry briiodern unserem heren demüettig-
tft klichen danckettend. Cierold von Uossillon sprach: »Lieben
bruodern, ea ist billich , das wyr uns abtzilchend und nacket
26 der] wiederholt tia.
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hembdem zuo Karly gangeud idh umm gnarl bitten unim
isLZ wir wider inn thän hand,« Die andren zwen bmodern
aagteiid , es were billieh. Also zagend sich die edlen heren
qdIs uff die hembder ab und schiedend uü irem lüger parfuolä,
und mit innen wol fier ttissend rytter all parfuos und inn &
lienibdern wie sy, und käraend also für Karly. Und do
Early die dry bruodern alsogsach kommen mit vyl iren ryttern,
do lüffend im die engen ufi erberind über. Der h*irtzog von
gremiiut fiel für Karlys füefi nyder und sprach zuo im: »Her,
mm gottes willen rüeff ich üch umui gnad au, Wyr sind »t»
irkommen durch üwer gelipyfi. Hab ich üwern suu ertödt
durch min torheyt und übenuuot, ich als üwer underthän er-
gib mich lieh, und mine bruodern och, und wend ücb gehor-
samra und underthenig Bino und üch dienoen mit all iinserm
Termögen nnd wend ach niemmer mer wydrig sin.^ Do 8y i»
der keysser also demüettig gaach für inn kommen inu heuib-
dern und parfuofi und ir byt ghört hat, do hat er gros erbermd
and vergab innen «ins snns tod und all ir mtsbandlung, Do
bettend ir uff bedeu öytten grota fröud gsiicheu fOeren. Also
wurdend die dry heren mit Karly verreintt durch des frommen 20
bertzog Anaes rätt. Die dry bruodern schwuorend und ver-
biessend Karly truw und dienst und wettend im diennen alle
nnd yetlichs mal, wenn er iren begertte. 8y nämmend frö-
Heh urlob von Karly, Aber Karly befalch dem hertzog Beffeg,
das er imin kemme diennen uff den künfftigen Sant Johannes. 2b
Da0 verhieß im der hertzog. Der keyser reyt wider gen Paris,
und die dry bruodern rytteud frölich yetl icher wyder inn »in
land. Wann der hertzog BeffVs vermeint fryd ze haben ;
aber e« gieng im übel, wann der fryd nutzt inn wenig, wann
ward verretterach erraürdt und under K ar lya gleytt von so
m verretter Gannellon, als ir hören werdend.
f\e der hertzog Beffes von Agrerannt schaiitlichen
ermartt ward von etlicheu verrettern.
Ir 8ond wüasen, das ein wenig vor Sant Johannes des
(nfferd tag der keyser Karly grossen häff hielt zuo Paris. 3&
vergaü der hertzog Beffes nüt siner zuosagung, ao er thän
22
hatt; darumm er sich ziio tust iiod schied von Ägremönt mit
zwey hundert ryttern und macht steh uff die fiträä ^^l^^i^
Paris ZUG, Nnii wussend, das der keyser z/uo Paris was. Da
kämmend ziio im der graf tiaiinellon, Allorrj, Felcker von
& Morillon, Hardres und Beringer und aagtend im, wie der
hertzoj? Beffes kerame mit zwey hundert pferden, und sagtend
zuo im: »Her, wie mögend ir den lieb haben, der nch üwern
öun ertödt hatt? Wers iiwer wyll, so wettend wir üch rächen.«
»Ganellon,« sagt der keyser, »das wer unrecht, wann wyr
10 band im gleyfc geben, Not dester minder thuond [bl, 17^^] im,
wie ir wend, so fer das die schuld not min sig. Und hüettend
üch wol ; wann der hertzog Beffes ist vast mechtig utid von
grossem gschlacht, dardurch üch zeschaffen werden mocht,«
»Her,« spracli (lanelion, »haud kein sorg; wann es ist kein
ifr fürst, der wider uns nejßwaz dörffe filrnemen. Darumm
wend wyr uns morn früe mit fier tusseud stryitern uff die
strälä machen.« »Warlich, < sagt Karly, »wirt es ein grosse
verrettery sin.« t Des band kein acht,« sagt Gannellon, »wana
er ertodt üwern aun dnreb verrettery; dariimm muoß er och
► sterben. € »Wollan^ thnond im nach uwerm guotteu beduiicken,«
Bagt Karly; »al)er ich wyll kein schuld daran haben.* Mor-
nendes rytteod Gannellou und eine gsellen von Paria wol mit
fier tussend pferden und hieltend nie styll , untz das «y inn
Soissonner wald käniuiend; da fundend sy den hertzog Beffes
» uüd sin Folck. Do sy der hertzog gsach kommen , sprach er
zuo einen rytteru ; »Ir heren, ich gloub, hie kommend lütt ab
Karlys häf.« »Ich weyß uüt, wer sy sind,« sagt ein rytter,
»aber der keyser ist tückist sich zeräehen und hatt by im
ein g6*chlächt vast grussamm , das ist Gannellon, Pelcker von
m Morillou und ander irs gschUichtz.« »Für war,« sagt der
hertzog, »hat mir die vergangen nacht troumpt, es kemme
ein gryff an mich, der durch steche mir min hämisch ^ also
das mir die kläwt^n die therm und kntlen ut^ ryssend , und
all unser volck were inu grossem jämmer, und euttrunne nüt
SÄ mer dann ein einiger von uns. Und mich tuocht, es Buge
ein wysse dubeu uß mineni mund.« Do sprach ein rytter, es
were nüt dann alles guotz, und er sötte von dysses troums
wegen nüt erschräcken, »Ich weyß nüt, waz mir gott geben
2S
t sprach der hertzog Beffes; »doch entaitz ich mir da-
rEb«c Er geboU, das sich oiengklicher yUenta; wapneite. Das
^ beechach, Nua werdend ir erl>ermkticii diii^ gehören, ao der
' Terretter Gaonellon an dem hertzogen begieng. Er reytt inn
grosser yll mit siner gselschafft gegen dem hertzogen. Felcker :«
TOn MoriltoD sprach zao im, er hett; übel thän, das er Lohar,
Kurlyd änn , ertöHt hett; »des du thilre beionung entpfachen
muost, ee das es nacht wyrt,< Üo inn der hertzog verstuond,
do verwundert er sich ser und sprach: *Ach gott, wer kan
sich vor verrettern höetten? Ich hat den keyser för ein frommer »»
fürst, aber ich gsich yetz das wyderspilL Aber ee ich sterb,
will ich min tod vast thür verkouffeiK« Damit fieng der stryt
rast hert an, also daz Gannellon ein rytter vor dem hertzogen
tod ZOO der erden falt, und schrey mit lütter stimm: »Schla-
cheod krinn, ir ryttern ! Wann sy hand iün bosser stund Lohar i6
Lertödt» Der hertzog Beffes hatt sich nie mit mir wellen ver-
'süennen, aber das muoü im yetz thür zekouffen geben werden. c
Damit raatt Gannellon und sin volck mit grosser stercky uff
den hertzogen; der wart sich manlichen und schlnog ein
'^lyiter, der hieß Felcker, tod zuo der erden nyder. Dnd tieng »o
I darnach erbermklichen an klagen und sprach: Ȁeh, wo bist
du yet*» min lieber son, und ir, mine bruodern Gerold und
Doon? Warumm sind ir not hie mich entschütten? Ich wey&
wol, wenn ir disse mine nott wößtend, das ir mir bald zehilff
kommen wtirdend. Acfa| ich weyß wol^ das ir mich niemmer an
mer gsächen werdend. Ach, warumm woßtend ir [nut] daz
Terrettersch fürnemnien des keyser Karlys und Gannellons,
die mich mit grosser verrettery utf den hüttigen [tag] er-
toden werdend? Ach, mine Heben vettern Rengnold, Allard,
^Guchart und RyehHrt, wann dörft ich üwer uff den huttigen so
^Blag HO wol! Ach, mine lieben vettern, wett gott dtirch sin
^BpMi, das ir wüssen möchtend die pin und schmertzlich martter,
^Kinn deren ich bin, so weis ich wol, da^t ir mich irmnliehen
H entschutteo wurdend. Nun mag mich all min früntschafft
oÜt entschütten, das ich nüt grussammklichen und under Karlys as
7 nun] sin hs, S2 ir w. möchtend] du w. möchtest j über 'da*
steht *ir^ hs. ; s, aDin,
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gleyt sterben müeli« Der strytt was hertt, doch werefc der
nüt lang; wann der hertzog mocht dem grossen volck nüt
wyder, wann er hait mit mer diinn zwey hinidert rytter by
im^ und der andren wärend mer dann fier tussend. Gannellon
ft sclihiog ein rytter Äebod, der hiet^ Jeasearam von Boys, und
treib des hertzogen volck hinder sich, de« er aer erschrack*
Und erkant do wol, dtis er dem tod ntit entriinnen mocht*
Ach, wax grossen schnden das was, das ay inn also schant-
licben iimnihrächtend! Wann dardtirch wurdend vyl stett und
«0 schlüsser zerstört und verbraut und vyl adels ertödt. Der
yerflüecht verretter brächt sovil ze wägen gegen dem hertzog
Beffes, das von den zwey hiindertten nüt mer dann fünfftzig
nach by im inn laben wärend. >Ir heren,« sagfc der hertzog,
»ir gsächend, das wir va^t zuocben all tod sind. Ich bytt
ifi öch umm gotz willen, das ein y etlicher dryer wertt wetle sin,
diewyl wir inn Eben sind; wann ir gaächend, daz wyr hie
fiterben müessend.« Damit schluog er ein rytter, der hieü
her Hellyas, also das er tod zuo der erden fiel; darnach schrey
er mit Intter stimm: iSchlachend, ir heren, schlacheod!« Grif*
Äo Ion von Ilottenfeill stach den hertKogen mit sin er glenuen
uff sin brüst, das er inn zuo erden stach* Der manlich hertzog
stuond wyder und nam sin sclnvert und vermeint Griffon ze-
schlachen; aber der streich gieng utf das pt'ert, also das er
inn ab ein andren hüw, Do sich der hertzog zuo erden gsach,
ih do bekant er wol, das nmm inn beschechen was; aber er schwuor,
sin tod müeßte innen thür werden, Inn dem kam Gannellon
uff inn nnd stach inn so herttenklieheu , das er im sin sper
durch den lib stach, also das er tod zuo der erden fiel. Und
Griffon, Ganellons vatter, hnob im sin wappenrock nff und
ao stiefa im sin seh wert durch den hindern hin inn und sprach
darnach: >Nun hast die belonnung umm min her Lohar, den
du knrtzlich ertüdt hast« (bL 174] Damit saiä er wider uf
und reytt mit sinem snn des hertzogen volck nach. Die er-
gabend sich bald, wann iren wärend nut mer dann nach zechen*
M Die muogtend den verrettern schweren, das sy irs heren lich-
nani gen Agremunt füeren wettend, als er Lohar gen Paris
I
I
4 tierl wiederholt hs.
25 das = das es.
as
fixeren ließ. Die ryiter verhiessend inoen das zethnoD. Sy
ntimend den licbuam und ieybtend itiQ inn ein boQtn und
Qiacfaiend sich uff die sträs. Und do sy ein wenig von der
valdAfcat komraendf gott weyEt, waa klagend , teydtz und
weinnens sy verbräch tend umm iren heren, und sagtend : »Ach, ft
edler hertzog, inn der warheyt so hat der keyser ilbel thän,
das er üch also nnder sinem gleyt hatt lassen töden ver-
rettersch.« Inn söUicher gstalfc ryttend die armmen ryfcter
klagend und fuortend iren beren uff zwey pferden ; der hört
inn fier mill wegs nie uff blüetten, 8y ryttend sovast, das jo
sy nebeud Agreniunt kämmend. Die mere kämmend der
hertzogin für, man brechte iren heren tod; des sy ser er-
chrack, ond fuort semtich leyd^ sy und ir sun, das kuiulichen
eglouben ist, desglichen die burger inn der statt, Do die
herizogin ireii beren tod gsach , do ward iren drü mal am- i&
mächtig. Die burger truogend inn vergraben vast erlichen
and kittend inn inn ein murwellsteinnen sarch. Sin snn Magis
ngt: >Ach, waz Schadens ist das dyssem land, das man dissen
fDanlichen rytter also mit gruf^sammer ?errettery ertödt hat !
(Gwüülich, laben ich lang» so muoa es Karly und die verretter ao
geniwen, die inu ertödt band.« Darnach gieng er und trost
sin muotter und sprach zuo ir: »Min frow rauotter, band ge-
dolt! Wann roine vettern Gerold von Rossiüon und Doon von
Nantneil sampt minen vettern Rengnold^ Allard, GucbarL und
Richari werdend mir wol hälffen mines vatters tod rächen.« 2»
Nun wend wir wyder von Karly and aineni häf sagen.
IWie ßengnold Barth olome, des keysser Karlys vetter,
mit dem schäch zuo tod schluog. '
' Ir werdend boren und verstau erbermkliche ding. Das
was uff pfingstag, das Karly offnen häf zuo Paris hielt. Und a«
uff das gemelt ?est liämend fünffzechen känig und tryssig
h^rtzogen und wol ßertzig graffen ; oiich was kommen der
berizog Amon von Dordonna mit sinen fier süonen Rengnold,
Allard, Guchart und Richart. Zuo dem sprach Karly also:
»Amon, ich hab uch vast lieb und üwer sön öch. Darum m 3ji
wjll ich , das Rengnold min marachalck sig, und die audren
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möessend mir mine falcken bereytten.« >Her,« sprach Amon,
>ich dttocken ücli der grossen eeren , so ir mir und trinen
sunen bewiäsend. Wüsseiid, das wir üch fcrüwlicheii diennen
weiul. Aber icb sag ücli, das ir übel j^^eÜian band, das ir
b min bruoder uoder üwerem giejtt band lassen erböden , und
gloubend, das es mir mllafallen bat; aber sytniäl und es öeh
mine bruodern vergeben bsmd , so vortzicberi ichs üch öcb.*
• Amoni« sprach Karly, *ir wüsseiid baß, waz scbmäch mir
uwer bruoder bewyssen hat mit minem sun. Nun ist einer
10 nmm den andren tod; darnmm sagend tiüb mer darvon.* »Wir
wend es thuon,« sagt Ainraon, »gott bab die seilen!« Inn
dem kämmend harfür Rengnold nnd snie dry bruodern. Und
Rengnold sagt zno Kiirly : »Her, ir band mir und minen
bruodern vyl guotz getbän ; aber ir sond wüsseu, das wir vast
16 zornig über üch sind umm des hertzog Beffes, unsere vettern,
tod, den ir band scbantlichen lassen umbringen.« Do inn der
keysser verstuond, do wartt er gantz rott von zorn nnd schwartz
wie ein koU nnd sprach zuo imra : »0 du baoren snn und
besser buob , flücli vor mir danneti! Wann ich schweren dir
20 by miner trüw: wenn dtsse gselscbafft were, icb wett dich
inn söUicber gstalt bebalteu , das du dyß manottz dine föeß
nach band nüt gsächen mnefitesi. »Her,« spnich Rengnold,
»das wer nüt recht; aber syt das ir uns nüt hören wend, so
weud wir schwigen.« Also liessend die her süu Amon von
9ft dysser red und gedächtend deren dem keisser für bin nüt mer.
Der tag was schön und öcb die gselschafft mit den fönffzechen
küugen , fiertzig graffen und triasig hertzogen. Der ymbitä
was bereyt» Die fünifzecben künig wurdeud gsebzt und an
den künig Salomon , der diennet des tags zuo tisch mit dem
ao hertzog Uödfrid. Aber dea selbigen ynibili uiochfc l\*engnold
nüt essen, daramm das inn der keyser also beschelckt hat,
>Aeh,< sagt er zuo im selb», >m5cht ich sovyl ze wägen bringen,
das mich an Karly rächen raöcht umm mines vettern tod, den
ich so lieb but, den er so scbantlichen hat läasen ertöden !
8ö Räch icb mich nük, so wird ich gwüßlich unsinnig,« Inu
söUicber gstalt beklagt sich der edel ritter Rengnold, und sine
bruoder tröstend inu. Nach dem ymbiß gieugend die heren
binutä spatzieren, und Berclitold, k'arlys vetter^ ruofft Itenguolden,
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BT mit im imm schäch zuge. ßengDold gieng, Jes er inu
1)1* 175] groß lyden kam; menger guofcter rjtter verlor dar-
lurch das Jäbeii, ala ir hören werdend, Uerchtold und Iteng-
Aold sääsend oyder und sputend im echäch ; die wärend hälflFen-
beiny nnd die schächstein ühera^ult. Sy zngend so lang, das 6
Bjcfa onneiogkeyt z wüschen d innen erbuob, also Aab Berchtold
Kengüolden ein huoren sun schalt, nnd huob die liaod iiff und
scfalnog inn inn sin angsicht, also das das bluot 2iio der erden
num. Do lich Hengnold also gschtagen enpfand, do ward er
TBst zornig und scbwuor by gott, es müeßte gerochen werden, lo
Damit nam er das »chächzabelbrett und achluog Berchtolden
damit so herttenklichen, das er im den kopff zerspielt ^ und
tod zöo der erden fiel. Dardiirch ein grod gschrey sich er-
knob im sal , und sagten d , Hengnold , der sun Ammon, hett
Berchtold, Karlys vetter, xetod gsch Lagen. Do da« der keyser t5
^Ternam, do fält es wenig, das er nüt von sinnen kamai, und
apraoh: >Ir heren, luojj^end, das uch Rengnold not enttrünn ;
wann im muos der Ion werden , hat er inn ertodt,« Damit
, lüffend die rytter uff Rengnolden ; aber sine frilnd hulffend
im erlichen. Es ward ein grosser uff ruor ; wann da wurdend «o
?yl baren stert'zogen und rocken zerryssen , und vyl ryttern
wurden ertödt und verwundt. Magis, Rengnolden vetter, des
bertzog von Agremnntz sun, gab och mengen streich. Und
diewyl sy ein andren also schluogend, schiedend Rengnold und
8106 brüeder und Magia yllentz hinweg. Und känmiend zuo «»
ir^n rossen und sassend daruf und ryttend uü Paris und fluchend
gegen Dordonna. Do Karly verniuu , das Rengnold und sine
.bruodern enttrunnen wärend, Jieü er yllentz ^wey tussend
irytter innen nach yllen. Die fier bruodern und ir vetter
Magis hielteud nüt, mitz das sy zwo oder dry mil geryttend;80
do stallet tend sy ire pfert* Rengnold fieng sich au hek Ingen
und sprach: »0 gott, min schöpffer, ich bitt dich, du wellest
mjcb^ mine bruodern und min vetter Magis vor dem tod be-
waren, und nüt inn Karlis band kouimend,* Die Frantzossen
jltend innen also nach, das ein rytter, der baß berytten was »i
dann die andren, Rengnolden erylt, und sprach zuo im: »Du
5 Sy] «o hs.
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^virst beliben, untruwer rjtter, und will dich Karly öberantp-
wurtten.« Do ion BeDgnold erhört, kart er Bayard iiram und
gab im ein süllicheu streich mit sinein seh wert, das er tod
zuo der erdeo fiel. Darnach scbluog er imch ein andren und
5 scbluog inn och tod zuo der erden. Darnach kam ein andern,
der sagt: Ar filtzen, ir werdend dem keyaer werden, der wirt
üch üU bäncken lassen.« «Du wirst gwülilich liegen,« sagt
Rengnold und scbluog inn damit also mit sinem schwert, das
er tod zuo der erden fiel. Daniaoh ryttend sy fiirbas. Die
10 sunn fieug an undergän und finster werden, darumm innen
Karlya volck mit wytter nach rytten wottend. Die fier bruodem
und ir vetter Magis ryttend sovaat tag und nacht, das sy gen
Dordonna zuo ir muotter kämend; die lüff innen engegen mit
küssen und halsaen und fraget sy , warumm sy ab dem häf
lö gescheiden werend. »Frow,« sprach Rengnold, »ich hab Berch-
told, Karlys vetter, ertodt, darumm das er mich ein huoren
suu schalt und mir sin fast inn min angsieht schluog.c Do
die frow das verstuond, do fiel sy inn ämmacht Und Reng-
nold huob sy ul\ Und do die guot frow ein wenig wyder
80 zerecht kam, sprach sy zuo Rengnold: »Lieber sun, wie htt«tu
das dörffen thuon? As wyrt dich gerüwen. Ich bitt üch, mine
süo, das ir hinweg scheidend; aber nemoiend von unserem
schätz vor hin , das ir gnuog habend ; dann wo üwer vatter
ab dem häf kumpt, so wirt er üch Karly übergeben, fintt er
25 üch.« Rengnold und sine bruoder und Magis wotfcend nüt
länger beliben, sunders nammend von ir muotter schätz sovyl,
als sy wotiend; darnach nammend sy urlob von ir muotter.
Gros erbermd was im hinscheyden ; wann die frow weinet und
gehuob sich übel, darumm das sy ire sün gsach hinweg scheyden
«!► und nüt wulat, ob syB yemmer mer gsächen wurd inn laben.
Also schiedend die jungen rytter hinweg mit irem vetter Magis.
Und ryttend inn den grossen wald der wildinnen Ardannia
und kämmend an das wmsser Messa ; da giengend sy ein stat
ui3, da üesseud sy ein schön ecblotä setzen utf ein vast starcken
M velssen, Do das seh los ußgemacbt was, do ward es von innen
Muntfort genompt: es was kein sterckern platz untz gen
Mumpellgart. Die jungen ritter fürchtend Karly nüt vast
öbel. Der keysser Karly was zuo Paris vast leydig umm sin
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^VtHier Berchtolden , den Reügnold ertodt halt, als ir ghort
band. Er hie& den hertzog Amtnon von Dordonna für inn
kämmen ; der muoit im schweren, das er sinnen kinden not
hilf geben wett und sy im fachen wett, an weüichen enden
er sy betretten inocht, und imm uberantwurtten. Äniou dortfi r.
im nut darwyder gsagen, er sebwuor; des er darnach übel
geschulten ward. Und demnach und er geschworen hat, schied
er van Paris and kam gen Dordonna. Und do inn die herty>ogin
ga&ch, do fieng sj an weinen^ und der hertzog erkant, wa%
Iren brast. >Frow,t sprach er, »war sind unser sün kommen?« i»
! »Her, ich weiß nät^« sprach s j ; »aber warumm band ir ge-
^■lytteii^ daj Rengnold Berchtold, Karlys vetter, ertödt hat?«
>Prow,< sprach er, »ich mag sinn nüt Und wilaiäend, das
Rengnold ^> gehertzt und starek ist, das syt d(^r gepurt unsers
heren kein so gtareken rytter geweßt ist, als er ist; wann ia
alle versamlnng am häf band nüt können darvor sin , das er
^H Berchtolden nüt ertÖdt hab. Darvor begertt unser sun recht
^P Yon Karlj umm mines bruoders tod ; nff das gab im der keyser
schnödy aniwurt, des Rengnold ?aat zornig ward. Und die
oriach « darunim Rengnold Herchtolden ertiidt hat, ist be- «r»
•eliechen, das er sich an Karly rÄchen möcht, wie wol Berch-
told «uo imm imni scbachspyl [bL 176] grosse sehältwort
■agt und inn übermüettigklichen gscblagen hat und bluotruntz
gemacht; daz hat er mit mögen erlyden, Darumm hab ich
Karly niilessen zuosagen , wenn ich inn und sine brüeder er- a«
griffen mög, im die öberantwurtten und innen kein hilf [thnon]
iuu keinerlein gatalt. Des selbigen eydes bin ich so leydig
und zornig, das es niemmand glouben mag.
Wie der keyser Karly die fier süu Ammon inn irem
schlos Moiitfort belegret mit sioeiii züg. ^
Die hystoria sagt, das zno der zyt des grossen Alexanders
nüt sovil manheytten beschäehen sind, als zuo deren zyt, als
ir boren werdend. Es begab sich, das der keysaer Karly
offnen häf zwo Paris hielt. Und als der häf inn fröud und
woHust was, kam ein bott, der knüwet für Karly nyder und S5
jprach zuo im: »Her, ich bring üch niere von dem, darumm
30
ir inich Inoweg gschickt liancl. Wüssend , das ich n& dem
grossen wald Ardannia kumm ; da hab ich die fier süii Ämon
funden, die wänueiid inn einem vast starcken schloß. Daruinm
wenn ir ilch an innen rilchen wend , so findend ir sj da,*
a Do das K&rly verstiiond, beruofft er sine rett und sprach zno
innen: »Lieben heren, diewyl im also ist, das ir hie sind, so
dsrff ich üch nüt botten schicken inn uwere land, Darnram
gebietten und mannen üch als mine lechenlöt, das ir mir
hältfend mich an den fier sün Anion rächen , die mir sovyl
10 übermuotz bewyssen band, als ir wol wüssend,« Do die fursten
Karljs gebott erhortiend, üagteud sy zno im einheilligklichen:
»Her, wir wend üwerem gebot gehorsam sin,* Also nämend
sy nrlob von im, imd reyfct yetlicher inn sin laud sich rüsten»
Sy belibend nüt lang uiä, sy kämmend wyder gen Paris mit
16 irem voick. Der keyser enpfieng sy erlichan. Und on vertzug
reytt er von Parts mit sinein züg und kam iim ein stat, die
was sin, die hieÜ Muntleon. Da lag er über nacht. Und
mornendes , so bald der tag barfür brach , schied Karly von
Montleon und macht sich uif die strä&. Und ordnet sin far-
Äo huot dem gräf (lugen von Muntpallier, der wott Rengnolden
vast ül»el. UH' der sträs bernoffb Karly den frommen gräf
Renger, Hug vou Babefort, den gräf Garnier, Gödfrid von
Longun, üergis^ f{icbnrt von Normandia und den hertzog Anses
und spracli zuo innen; >Ir heren, ir wüssend wol, mit wemin
8* ir zeschaffen band. Darum m byt ich üch , das ir üch inn
huot haltend und guot wachten habend , damit und wir kein
schaden enptächend.« Der iierti^og Anses sprach : »Wir wend
es thuon.« 8y liessend trummetten blässen und samlettend
den ganfczen züg und ryttend sovast, das ay gen MeyUand
3»» kämmend, das man Asp»^s nenipt; do gsächend sy das scblos
Montfort, das Hengnold ujjcj sine brüeder und ir vetter Magis
gebuwen liattend» Ufl* die zyt, als Karly gen Aspes kommen
waa, do kämmend Rengnolden dry bruoder ab dem gejegt
iifi dem wald Ardnntna, Rychart, der jüngst, fuort ein vast
«köstlich hörn, das Hengnold vast lieb hat, und iren wärend
by zwentzig ryttern. Und wie sy gegen Muntfort ryttend,
do luoget Rychart gegen der Messa und gsach Karlys züg;
Do hielt er styll und ruofft Gurcharden, einem bruoder, und
I
31
sprach suo im: »Lieber bruoder, wer mag dis volck stnii, so
d^ da bar knoipt? Ach, icli bort; des voririgeti taga sagen
jfon einem botten, der erizalt Rengnolden, Karly kemuie uns
lelegren.« Als Gucbart disse wort veratuond, do gsach er
inmi sich und gsach die varhuoi, die der gräf Hug fuort. b
Und do inn Rycbart gsach, do stach er sin pfert, und die
sinen yltend imm nach* Und kaoi gegen Hng und sprach zuo
im: »Lieber her, wei ist dia volck?* *Her,« .«sprach Hug, »es
ist des keyser Earlis, und wend die fier sün Atuon belpgren*«
Biehart sprach: »Ich bin Keognolden soldner und sag dir kein lo
danck umiti das, so du sagst ; wann ich bin inn schuldig ze-
schirmmeii mit allem miuem vermögen. < Damit schluog er
den bertzog Renger durch sin schilt, das er lod zuo der erden
fiel. Waz sol ich öch ftagen? Des hertzog Kengers volck
wurdend all ertodt und Terwtint. Es kam ein schiliner zuo i»
Karly und erfczalt im, wie sin varhoot siglos worden were von
IRengnolden soldner, und der hertzog Itengner were tod» »0
|ott,« sprach Karly, »hah ich Rengier verloren, by gott, das
|it scbad.« Er beniofl't Gergis von Dannemarck und sprach
Ino imm: »Tannemarcker , ryttend unserem volck zehylff, ir m
ttnd der hertzog Anses; wann Rychart fiiert all min schätz
hinweg und ertodt all min volck.c Gergis warttet mit länger,
SQiiders macht sich uff die sträa mit dem bertzog Anses mit
^^r^ hundert ryttern. Aber es was umm sust ; wann Richart
^Hmd sin volck wärend schon inn Muntfort mit aller bab , so ^
^Eiy gwnnneo haltend. Do Renguold sine l^rtieder gsach kommet»
^'xnit ftovyl gfangnen, do sprach er vaio Richard: »Lieber bruoder,
I wo band ir disse hab überkommen?« »Bruoder,< sagt der edel
^■Hicbart, lich wyll dir mere [bl. 177] sagen, deren du dich
^^erwundern wjrst. Wüß, das uns Karly kumpt belegren mit *<»
^H|[rosser rytterschaÜ't. Und wie ich und mine brüedern ab dem
^Kejegt kommen sind n& dem grossen wald Ardannia, d4 ist
^Hos sin varhoot begfirnet, die der gräf Hug ftiert. Wir band
P^it innen gstrytten und sy inn die flucht gejagt (got hab
danck l) ttnd band etltcb ertodt nnd band innen iren schätz S5
enommen, so du hie siehst, und ist ummkommen bertzog
12 miDem] smein bs*
32
Rengier und vyl grosser heren. < RengnolJ sprach: »Ich sol
dich iiinenklichen lieb haben, das du unsere fjend überwunden
hast uff ir zuokiinfift.« 1*> beruofft sine bruodern und volck
und sprach zuo innen: »Ir heren , nun ist die zjt kommen,
6 das sich mengklicher kön ertzeigen sol (das bjit ich dch) und
unser manheytten Karly zerkennen gebend, also das er uns
nüfe für niltsöllend luLt achte.« Utf das gäbend im sine rytter
tzantwurt: ^Her, band kein sorg und sind sicher, das wir fieli
nüt feilen wend, diewjl wir inn laben sind.« Do Rengnold
10 siner bruodern und volck guotter wyll verstnond, dancket er
innen vast. Und diewil sy an venstern tagend, kam Gergis
von Danemarck mit tussend ryttern, Do er gsach, das Rychart
inn das seh los was, do kart er vast schnell wyder zuo Karly
und ertzait im, waz er thän und fanden hat, und sprach:
in »Her, wüssend, das das schlos Munifort das aller schönst und
sterckest schlos ist, das ir ye gsächend. Und sagen üch, das
wirs not so bald gwunnen werdend, als wir vermeinend ; wann
semlich rytter verhüettend es, die das manlichen beschirm men
werden d.< Do Karly Gergis verstnond, do ward er so zornig,
so das er unainig werden woit, und schwuor by gott , er wett
nüt wyder inn Franckrich, Rengnold w^er dann gfangeu oder
ertödt.« ^Her,« sprach Gerigis, »ir sond es thuon; wann er
und sine bröeder band uch vyl zeleyd thän.f ^Her,* sprach
Felcker, »band kein sorg; wann wir wend üch inn kurtzem
1^ rächen. Verschaffend nun, das sich üwer züg umm das schloa
legge. ^ »Ir sagend recht,« sagt der keysser und gebott, das
sich mengklicher umm das schloü legerte und ire zelten ufl:
schlüegend. Das beschacb. Nun wyll ich üeh sagen, wie
das schloß gesetzt was. Es w^as gesetzt uff ein hochen velssen ;
»^ uff einer sytten lüff die Messa unden drann , an der andren
sytten waa ein vast gros lostpar holtz, an der dritten sytten
wUrend schöne fälder, und ännerthalb der Messa wärend schön
matten , lustig zesächen. Do Karly sin läger für Muntfort
gschlageo hatt, do saß er uö' sin pfert und reytt inn kleiner
M gselschafft das schlos besächen. Und do erß nach willen be-
Bächen hat, do sagt er zuo im selbe: >Äch gott, wie ist dyß
*
31 an] and hg.
3S
«chlos erbuwen und an siarcken enden l 0 gott, wie wilssend
sy BO wol sich inn kriegyschen Sachen zehalten, wie wol sj
jnag triod! Und ich gsich wol, das wir nüt m bald wyder
heim keren werdend, als ich vermeint.« Kr lieJa ein kar-
I fonckelsiein oben uff sin zeit setzen » der scheinn wie ein 6
^Kbrünender torscb , darzuo ein vaat kostliehen guldinen öpffel,
^■J)o die 7.elt ufgericht was, gieng er darion. (Jnd sprach zuo
^Bdeoi hertzog Anses, er sott gebietten lassen, das inn achtagen
Dieoiiiiacid so frisch were uff die pfert zesitzen, dann spatzieren.
»Wann ich will gebietten lassen, daz man uns spis zuo füere lo
nach nottnrft; wann ich wyll nüt von hiuoen ficheyden, ich
hab dann daz scblos gwunnen« Wann wir wend bj xik hungern,
ee das ein mannt für komme; wann sy mögend nüt spia haben
inn keiner gatalt.« Der hertzog Anses sprach zuo Karly:
»Uer^ ir mögend im baß thuon. Ist es üwer wyll, nemmend i«
botten, den schickend zuo Rengnold im sagen, das er üch
[{icbarden gebe, so wellend ir inn wyder begnaden. Und gibt
ir inn üch, so land im sin kopff abschlaehen. Und thuot er
Ddt , so mdg er sich des sicher halten, das im krieg sin
n lang nüt gebrästen müeß.t Karly sprach: *Ir sagende
wyfilich , doch das ich ein botten hab , dem ich vertrüwen
dörffe.« »Her,« sagt Anses, »liept üch, Gergis und ich wend
die botschafft thuon.« »Es liept mir wol,« sagt Karly, »und
sagen üeb darumm danck; wann ir band mir nie gfelt.« Ako
rastend sich die zwen botten und machtend sich gegen dem ä&
blos. Do Alias, der da wachet, sy gsach , sprach er zuo
neu: »Wer sind ir herenV« Anses sprach; >Wir sind des
eysers botschafft ; der hatt uns här gschickt mit Rengnolden
Alias gieng und sagt das sinen heren, wie zwen
n am thär werind, die wetten mit im reden. Kengnold ao
lies innen uff thuüu. Das beschach. Die zwenn heren wurJend
filr Rengnolden gfüert; der enpfieng sy vast früntlich und
hieß sy zuo im uff den banck sytzen. Do sprach Anses zuo
Bengnold: »Der keyser hat uns befolhen dir abzesagen, und
well dich niemmer röewig lassen , untz das er üch all er- 36
lodt hatt.« Do Rengnold dysse wort verstuond , do ward er
S3 ff. tu aom.
iJ«JijiioD«kittilttr,
34
gar zornig und sprach zuo Anses: »By der triiw, die ich
minen friinden ächuldig bio^ wenn das iiüt beschech, duniDim
das ich Ttch lieb hnh , so ließ ich üch alle glyder zerhowen ;
wann ir bettend es wol verdient, darunim das ir mine nachen
B fründ sind. Und al» raich dunckt und och von rechtz söttend
ir mich beschirmen nnd bewaren wyder alle meotschen, und
ir rättend mir rain uuneen Sagend Karlj, min bruoder Richart
werde im nüt, und das er das böst thüeg, so er mog; wann
wir wend weder umm inn nach unmi sin trowen nüt eines
ift halben baller w^ertz deaterniinder thuon. Wann ee und er
nns gefacht, muos er vyl grösserer bylff notturfftig sinn dann
wir. Und machend üch nun schnell uß unserem schlos!« Do
der hertzog Anses und Gergis dysse red horttend, do belibend
sy nut länger, sunders ryttend hinweg. Und kämmend und
16 ertzaltend das Karly^ so im Kengnold enboit. Do das Karly
verstuond, ward er vast zornig und gebott, das man das schloß
nach necher belegrette. Das hat drü thän Für das recht
tbär wurdend geordnet [bl. 178J der grafl Hug, Felcker von
Morillon, der gräf von Neuers und Gergis von Dannemarck.
*<> Am andren thär was der hertzog von Bnrgundia und der gräf
von Albunos. Und by dem tritten tbär was der alt Ammou,
Rengnolden vatter, der was wyder sine sun. Der keysser
Karly vermeint die fier brüedern also belegret haben, das sy
nüt hinuß kommen möchtend; wann er hat ein vaafc gros voick
«& by im. Aber wüssend, das inn dem schloß Muntfort ein
heimlicher usgang was utf einem velssen, durcli den Rengnold
und sine bruodern hin uß ryttend, wenn es innen liept Und
ryttend uff das gejegt on hindern nß*
I
Wie Rengnold und sine bruoder iiß dem scblos fiellend
so imd Karly vyl volck erscbluogend.
Do Rengnold gsach , das es zyt was sine fyend zeüber-
fallen, do beroofft er Samson von Oordellee, ein manlicher
rytter, der was Rengnolden und sinnen bruodern ze hilf kommen
mit hundert ryttern, und sprach zuo innen: >Ir herren, es ist
86 zyt, das unser fyend vernemmend, wer wir sigend. Wann
lie^send wyrß länger an stän, so möcht der keyser sprächen,
35
wir werend nütsollend lütt.c Demnach sagt er zuo sinem
bnioder Rychart: »Lieber bruoder, umm des keyssers tröwen
will ich dich dennecht nüt verlassen, wann ich hab dich als
lieb als mich selbe, c Damit nam er inn inn sine arm und
nmrofieng inn mit grosser liebe. Demnach sagt er zno im: &
»Bmoder, li& das hom blässen, das sich jedermann rüst, und
land uns hin ufi rytten dem keyser ertzeigen, waz lütten wir
sigend. Wenn gott wett, das wyr den gräffen von Stampes
gfächen mochtend, wurd ich vast fro sin; wann er ist der
gröst fyend, den wyr band und der uns mer geschediget hat. lo
Fillicht enttrünt er uns nüt, wann er ist allwegen inn der
▼arhiiot.€ Do dyfi reden gendet w&rend, do rüstend sich die
fier bruodern und all ir volck und ryttend uß dem schloß
durch das heimlich end on gschrey und ryttend inn Karlys
läger. Da Sengend sy an sovyl volcks ertoden und zelten u
nyder schlachen, das das ein erbermd was. Der Rengnolden
uff Bayard gsachen hett, wie vyl manheytten er begieng, der
hett sich verwundert ; dann der im begegnet, muofit on feilen
sin laben enden ; wann er schluog kein rytter, den er nüt so
lichtlich spielt, als wer er ungewapnet. Do Earlis volck ire so
fyend gs&chend, do wapnettend sy sich yllentz und staltend
sich zuo der gegenwer. Der strytt fieng grussamm an, das
ein erbermd was. Do der alt Ämon das gschrey erhört, do
8a£ er uff sin pfert und kam inn strytt mit sinem Yolck wyder
sine sün. Do Rengnold gsach sin yatter kommen , do ward 35
er vast zornig und sprach zuo sinen bruodern: »Das ist ein
gros wunder; wann hie ist unser vatter, der wyl uns schedigen.
Mit minem rätt wend wir im platz gen ; dann ich wett umm
kein sach, das etwar band an inn leytte. Aber der vatter
kam an sy und thett innen grossen übertrang an. Do Reng- 30
nold gsach, das sy ir vatter so übel schediget, do sprach er
zuo im gantz zornigklich: »0 vatter, waz thuostu? Du thuost
übel und sünd ; wann du söttest uns hälffen , und du thuost
uns mer zeleyd dann die andren. Ich gsich wol, das du uns
wenig lieb hast , wann du hast uns verrüefft und entherpt. S6
Wir band dis schlößly lassen machen uns uffzenthalten , und
*
10 8. anm.
36
du kuinpet das hälffen zerstören. Das sind nüt vätterliche
werck, sunders tüfflysch. Wiltu uns nut hälflen, so byü doch
nüt wydris. Wann by gott, kunipst wytter barför gegen uns,
so wyll ich dir ein söllicheo streich gebeu mit minera achwert,
R das du uns harnach rüewig wirst lässeu,« Do der fromm
hertzog Amon sines suns red erhört, do hatt er so gros leyd
im hertzen, das er schier ab sineni pfert fiel ; wann er erkant
wol, das Rengoold war seyt. Aber er kond im nut anders
thuon uü forcbt des keysers, Docb reytt er bindersich und
10 lieü sine süu für rytten ; die schedigettend Karlis volck übel.
Diewyl kam Karly, der gräf Albrecht, Gergis von Tenne-
marek, Felcker von Morillon. Und do sy Rengnold gsach
kommen, do ordnet er sin volck. Inn dem lieli Karlys ryttern
einner sin pfert louffen , der bieü Türing, gegen Hengnolden
15 volck* Und do inn Allard gsach kommen, do kam er gegen
im, also das Thüring tod zuo der erden fiel. Des Karly vast
zornig ward und schrey überlut: »Ir heren» gedenckerid mich
zerächen an dyssen lurren, die unser volck so übel schedigendlc
Do der alt Amraon den keyser erhört, nü forcht, er ward
io geschulten, stach er inn sin pfert und schluog sinn er sünnen
ryttern eiuer, der hies Amon, so herttenklichen mit sinem
Schwert, das er tod zuo der erden fieL »Vatter,« sprach Reng-
nold, »du thuost übel, das du also min volck ertödst ; aber
by der trüw, die ich gott schuldig bin ^ wenn ich nüt ver-
•B meintte geschulten werden minner eren, so wett ich mich an
dir rächen. Ach rauotfcer,« [bL 179] sagt er, »wie wyrstu so
leydig sin, wenn du den schaden vernemmen wyrst, den uns
unser vatter uS den hüttigen tag thuofc.« Do Felcker von
Morillon gsach, daz sich KengnobJ und sin volck so wol uff-
aa enthieltend wyder sy, do fieng er an schryen: »Her, waz ist
das? Ich gloub, ir wösseiid nüt, waz ir tliegend. Beschickend
nach nier volck, das ir den verrettern den Ion geben mögend. c
Damit reyt er uff Hengnolden volck und die Frantzossen mit
im, also das sy hindersich wichen muol^tend, Do Allard sin
■5 volck gsach wichen , do ward er vast zornig. Und zog sin
seh wer tt uik und tbet sinen fy enden so grossen schaden , des
sy »er erschreckend. Der stritt was vast grussani , das nun
ein gros erbermd was; wann meugklicher tbet das böst. Die
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fier 8Ün Atnon hieltend sich manlich; wann sy schliiogend
ro& und man zuo erden, also das sich keinner dorffl Tor inneti
finden lassen. Aber mit manheyt moclit sich njemmand zuo
IBenguolden verglichen; wann die Frantzossen torfftend im
Hat genaehnen; wann er thet kein streich, er ertodt ein fyend. ä
Da ward keiner fruntschaffb geschonnei , wann sy ertodtend
ein andren wie die thierer. Inn dem kam inn stryt Johans
Ton Sant Omer uff einem guotten pfert. Gegen im kam ein
ryUer, der hies Hugo, Aber Johans schluog Fiugo^ das er
lod Euo der erden fiel. Do das Rengnold ersach, do ward er i<i
rart zornig und sagt zuo sinem volck: »Luogend mir umm
dtfl guot pfert ; dann entirünt das mir, so wyrd ich niemmer
mer frölich sin; wann es muol^ Bayard gselschafft halten.«
Do inn Richart, sin bruoder, verstuond, der was ein edler
rytter, do vertzog er iiüt länger, snnders stach inn sin pfert i*
und stach Johans von Sant Omer so hertenklich , das er im
»in sper durch den lib stach , also das er tod zuo der erden
fiel. Do nam er das pfert by dem zoumm und brächt den
Rengnolden und sagt «no im: »ßruoder, ich bring dir das
^^pfert, so du so vast begerfc hast, das sehänek ich dir« »Lieber so
^Vbruoder,« sprach Rengnold, »ich dancken dir vast umm die
schäncke; du hast mir ein grossen dienst gethün.« Demnach
ersach Rengnold sin vatter, des er vfist zornig ward. Und
sprach zuo im: »By miner trüw, vatter, du machst dich ze-
I schalten. Du mochtest wol röewig sin, das du uns so dick z6
^Kbsichst. Zuo wiennecht und ostern sol man sin guotten fr find
^■koninien besächen und fröud mit im haben; aber du thnost
^f das nüt, sunders du kumpst uns besuchen inn grossem krieg
' und wider uns. Das ist nät Tättertiche Itebe.c Der hertzog
Amon sprach: »Hüerring, ich wyll, das du dich wol ver- so
hüettest; wann mag dich Karly gfächen , so wirt dich all
weit not mögen verhüetten, das er dich nilt erhäncken lä&«
»Vater,« sprach Rengnold, »läö das sin und kiimm uns hällFen,
so wirt Karly überwunden.« »Far hin, du esseJ, gott ver-
flOeche dich!« sagt sin vatter. »Ich bin imm zalt verrettery s6
zetriben.« >Vatter,< sprach Rengnold, »du hast uns nüt vast
lieb, ich gsichs wol Darumm hüet dich vor mir; wann ich
wjU dtr ertzeigen, waz ich kan.« Und stach damit Bayard,
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Bin pfert , und schlaog ein schiitner, der hies Guymar, also
das er tod zuo der erden fiel, Do Karly sin schiitner tod
gsach, stach er inn ein pfert gantz zornig und g^cbied den stritt
mit sineni scbwert; wann er gsach wol, das sin vok"k das
6 bössertejil hattend. Und gebott innen, das sy abUugend, wann
es were der birtten uffzehören atrytten. Und als ay ab zu-
gend, kam dahar Bernbart uß Burgundia, der schluog Synion
Ton Breniß, also daz er tod zuo der erden fiel, Do die fier
bruodern Synjon tod gsächend » wärend sy vast leydig und
10 kämmend an das end und ^eratrowtend die hnffen. 8ymons
tod ward do wol gerochen; wann sy ertodtend hundert der
besten ryttern, so Karly hat inn siner gsellschafft; des Karly
vast leydig was, Allard kam an den gräffen von Stampas und
schluog inn tod zno der erden, f^o liengnold den stich er-
16 sach, do kam er zuo sinem bruoder Allard und iimmtieng inn
und sprach zno im: »Lieber braoder, gesegnet sig die muotter,
die dich getragen hätl Dann du hast uns gerochen an dem
grösten fyend, den wir ghept band.« Und do er dysse wort
geredt bat, ließ er sin tnimmetten blässen, das sich sin volck
10 wider versamlette, Do Karly den grossen schaden gsacli, so
im die fier sun Aoimon tliettend, do schrey er mit liitter stimm :
>Ir beren, land uns wyder inn unser läger zücben ! Wann
unser fyend sind zeguott rytter,< Do Karlys volck sin gebott
erbortend » zugend sy inn ir läger. Und als sy abtzugend,
i yltend innen Rengnold und sine brooder nach und acbluogend
sy inn die flocht gegen irem läger imd fiengend Anthony von
Guottemunt, den gräf von Neuers und Tb ü ring den Normand»
Do Rengnold Karlis volck inn der flucht gsach, do versamlet
er sin volck und ryttend frölich gegen dem schloß mit den
10 gfangnen. Und als sy gegen dem seh los ryttend, kam ir vatter
gegen innen. Und do sy inn ersächend, do tobettend sy von
zorn. Reognold scbluog sines vatters pfert so herttenklieb,
das zuo der erden fiel; wann er wott sin vutter nut unrüereti,
Do sich Ämon am berd gsach, do stuond er schnell uff und
9b zog sin Schwert uß und fieng sych an zeweren. Aber die wer
bett inn wenig genützt, er wer gfangen worden, wo nüt Ger-
gis von Tannenmrck gsin were, der entschut inn. Und sprach
zuo im; *Her, was dunckt uch üwer süniien halb? Sy sind
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▼ast manlich rytter, als ir wol gsachen mögend, c Do Amon
wyder uff sinem pfert was, do ylt er sinen sünnen nach als
ein yerizwyfletter man und sprach zuo sinem volck: »Lind
ans den boaben schnell nach rjtten ! Wann labend sy lang,
so werdend sy uns grossen schaden thuon.c Do Bengnold sin 5
Taiter gsach kommen, do stach er inn Bayard and reyt uff
sines vatters volck und schluog sy mit gwalt inn die flucht mit
hilf siner bruodern. Do Karly die gros manheytten [bl. 180]
ersachy so Rengnold und sine bruoder begiengend, do sägnet
er sich von wunder und sprach zuo im selbs : 0 ewiger gott, lo
wie bastu dyssen ryttern so gnedig gäben geben! Wie wol
sy mine tödliche fyend sind, nüt desterminder sagen ich dir
danck umm die krafiPt, die du innen geben haste Und stach
damit inn sin pfert und reytt gegen Hengnolden und sprach
zuo im : »Rengnold, ich verbütten dir, das du nüt wytter har- i6
für ryttest.c Do Rengnold den keyser gsach, do macht er
im die reverentz und reytt hinder sich und sprach: »Kerend
üch widerummic zuo sinem volck; »wann hie ist der keyser. Ich
wett nüt umm kein sach, das üwer einer band an inn leytte.c
Do sin volck die red erhorttend, do stacktend sie ire Schwerter so
wyder inn und ryttend inn das schloß vast frölich der guotten
sach, so innen des tags begegnet was. und giengend sich gen
entwapnen. Diewyl ward das oaehtessen bereytt. und sas-
send zetisch und liessend die gfangnen mit innen essen. Nach
dem essen dancket Rengnold sinnen bruodern umm ir hylf. a^
Do Karly gsach, das Rengnold wyder inn sin schlos was, do
reytt er och wyder inn sin zält und schwuor, er wett nüt vor
dem schloß abzüchen, er bette dann vor die fier sün Amon
oder das schlos. Waz sol ich üch sagen? Karly lag fierzechen
manott vor Muntfort, das kein wuchen was, das nüt stryt oder so
scharmutz beschechend. Wann Rengnold was nüt so wol be-
legret, das er nüt gen jagen rytt, wenn er wott. Es begab
sich och vyl raäUen, das Rengnold mit den Frantzossen redt
umm fryd. Und sprach: »Lieben heren, ich bytten üch, so-
vast ich mag, das ir mine fürpytter sigend gegen Karly. Und 35
sagend im für war, das er uns nüt mit gwalt gwünnen mög;
»
*20 8chw.] Schwester hs.
^
wann unser schloß ist vast wol gerüsi mit allen dingen. Er
mag daa schlos wol ilberkomoien, de%Hchen mich und mine
brüeder, unsere laben und hab bewartt, und das der krieg end
hab, sust imt« »Rengnold,« sprach Gergis, »du sagst recht,
6 und verheyasen dir das Karly zesagen. Ich gloub och, ich
well inn also bewegen, das erß thuon wyrt; wann ir sind not
lüt, die also yenjüttedt werden sollend,« Als Rengnold mit
Gergis redt, kam Felcker von Moryllon dahar; der sprach zuo
Rengnold: »Rengnold, du byst ein rrnr. Du wyrst uns Munt-
10 fort lassen , wann es ist mit din erblechen , darzuo üwere
höpter.c » Felcker, € sagt Rengnold, »du hast mich vyl ge-
schulten. Ich weyß wol, das alle übel, so mir Karly will,
harkommend darumui, das ich sin vetter Berchtold ertödt hab.
Ich mag sinn nüt warlich und ist mir vsst leyd, das weyfit
u got wol. Und du wejst, Felcker, das ich mich sinnen erweren
muolät Aber ich bytt dich, das du Karly sagen wellest, das
er uns begnade. Thuost du das, so wyrstu gelopt. Nun
magstu als wol umnikonmien als ich.c iBy gott^« sagt Felcker,
tdas alles wyrt dich nüt halffen ; wann du und diue brnodern
lomüesseDd sterben,« 5^Üu tri3wst zevast,« sagt Rengnold; >wann
es zimpt dir nüt, das du ryttern trowest, die besser sind dann
du. Hastu neyßwaz im hertzen, so thuo es und bruch not
sovyl reden. Ich sag dir für war, da^ du dinem tod nach gäst.c
Nach dyssen wortten scbiedend sy hinweg von ein andren,
«Wie Muntfort verratten ward und verbräntt, und
wie Reugtiold dar von kani mit den sinen.
Do Karly gsach, das er das echlos nach die rytter not
errobern mocht, do ward er vast zornig und forschet mer volck
inn allen sinen landen. Und do sy kommen wärend, sprach
aft er zuo innen: >Ir heren, ich klagen üch ab Aen fier süti Am-
nion, die mir all min land verwüest und zerstrjrt band* Da-
rumm sagend mir, waz ich thuon solle; wann ich wyll fiwerm
r&tt Tolgen.« Do die heren Karlys klag er hortend ab den
fier sün Amon, do sagt der hertzog Anses zuo imm: »Her,
36 wend ir guottem rätt volgen, so will ich üch den guot geben.
Land uns wider inn Franckrrch züchen, wann der wintter ist
i
41
bie. Und wenn der SDirinier hie ist, den so mögend ir üwer
ilfiger wider komen für Miintfort seh lachen. Ich sichern üch,
Rengnold nöfc so par verschlossen ist, das er nüt hin uß
wenn er well; darumni er not lychtlich erobert wyrt.
Wjtter so sind Rengnold und sine brüeder senil ich rytter, die &
sich nüt liederlich überwinden länd. Das ist min rätt^ her;
4er ein bessers wilß, der sagß.« Darnach redt Hernian von
Senna und sprach: »Her, ich will üch bessern rätt geben.
Gend mir das schlos und alle hab darinn und alle herschafft
fiinff mill darurooif so wyll ich ach Rengnolden und sitie brüe- ^o
der übergeben, ee das ein aianofct für kumpt.« »Herman,<
sftgt Karlj, 'du hast wol und wyälieh geredt. Magsiu das
Eewägen bringen, so verhejssen ich dir da7. seh tos nnd alles
Sdas, so du begert hast, zegeben,* »Her,« sprach Herrnan,
»ich dancken üch «uo tussend mallen [bL 181] und verhejssen i&
üch Rengnolden und sine brüeder geben vor einem niaoott,
als ich gloub.< Also ward die zuosagnng beschlossen. Der
falt«ch und boßhafft verretter beleyb nüt länger, sunders sagt
suo Karly; »Her, Jänd mir ein guotten hoptmann verordnen
mit tussend wolgerösten guotter ryttern^ so wyll ich sy morn «>
vor tag unden an den berg verhalten on gachrey.« Karly be-
schickt Hug von Burgundia und gebott im, das er tussend
guotter ryttern nemme und alles daz thett, so im Herman
sagen wurd. Do ilerman all sin sacli geordnet hat, do kam
er för des sefalosses thär und sprach zuo dennen, die das thar a^
fverhuottend: >Äch^ iimm gottes willen, ir herren^ hand erbermd
über mich! Thuond mir uf, oder ich bin sust tod ; wann der
keyser lätt mir nach yllen allenthalben, darumra das ich im
vyl gnots von Rengnolden gsagt hab. Und sagen ilcli, das
ich im sagen wyll, des er erfröwt wyrt.« Die thärhüetter *<*
vermeinttend, er sagte war; darum sy im die briigg nyder
lieesend und liessend inn in. Aber der untrilw verretter gab
innen bo*jsen Ion darumm. Diew^l ließ Karly Hug von Bur-
gundia zuo rüsten mit tussend ryttern und schickt sy an den
berg on gschrey, als im Herman befolhen hat. Do Rengnold m
temam, das Karlis ryttern einer kommen was, do gieng er
im engegen und sprach zuo imi *Wer sind ir, lieber her?«
»Uer,« sagt er, »ich hejla Herman von Senna. Ich bin von
42
li wert wegen mit Karly inu unneinigkoyt kommeD. ümm die
selbig aach bin [ich] hnr kommen üch bitten, das ir mich inn
beftilch liabend; wann ich weyi nnk, wo hin ich yetzmäl soL«
liengnold sprach: »Sytniäl und ir sagend, ir sigend unser
ö fründ, so sind ir ons wiikommen. Nun sagend mir, d&s byk
ich üch, wie halt sich Karlis her, ist vyl spya verbanden ?€
»Her,! sprach Herman, »sy band niangeh Und sagen äch
für war, das ey vor fiertzig tagen abznchen werdend; wann
der heren keiner will mer da beliben. Des Karly vant zornig
10 über sy ist.« »Lieber fründ^i; sagt Rengnold, tir band mich
gar getrost, w^enn es also ist, als ir sagend. Dann wenn
Karly ein mal von hinnen kemm, so wurd er kein wyllen mer
haben bar zekommen*« Rengnold fuort inn zuo sinen bruo-
dern, die thettend im gros eer an und fragtend inn von allen
i^ saclien. Do die zyt kam zenacht zessen, do sassend ßengnold
und sine bruoder zuo tisch und ässend frölieh zenacht. Mit
innen aJd der verretter Hermann, dem machtend sy guot gschir.
Nach dem essen giengend die rytter all nyder; wann sy wärend
raäed nach von dem strytten des vordrigen tags. Herman
^^ der ward erlich beherbergt. Do jedermann entschlaffen was,
Herman der echlieff n*it, suuders stuond uf und nam siii har-
nisch und wapnet sich und thet wie der faltsch Judas und
kam an die brugg und zerhöw die seyller, darann die brugg
hanget, nnd ließ die nyder; darnach steig eruÖ^diemur und
Sft fand den tbärhüetter, dem huw er die gurgten ab und nam
im die thärschiüssel und thet das thär uf. Do Uug daz thär
offen gsach, do beleih er nüt länger, sunders kam inn das scblos
mit sineni volck und ertodtend alles das, so innen begegnet.
Horrend das gros glück, wie gott Reni^nolden und sine bruo-
»0 dern behuot! Wüssend, das die stalknecbt truncken wärend
und entscblieffend, das sy der rossen kein acht haltend. Wann
A Hürden pfert, daz was vast hoffertig» Reng an ein wyld wes-
sen füeren mit den andren pferden. Do Ällard die pfert er-
hört, do sprang er uf und gsach das thär oö'en und gsach
SS den hämisch glytzen durch die saltburen von dein mänschin.
Er gieng zuo dem bett, an dem der verretter gelägen was; den
5 wolkoimnaii hi.
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fand er nüt, des er ser erschrack. Und gieng und wackfc
Reognolden und sprach: »Lieber bruoder, wir sind verratten ;
Ldann der verretter Hernian hat Karlis votck ingelässen, die
[eriödtend unser volck mit grosser niartter.« Do das Kengnold
Terstuond, do sfcnond er schnell nfP und wapnet sich und ruofft ^
sinen bruodern und sprach: *Wol uff, lieben frütiden, land
uns uns manlich halten; waun die nott ist hie.c Rengnold
hat nüt uier dann trissig rjtter bjr im im schlos; wann die
andren wärend im undern achloa, das glichet sich einem klein-
nen stetly wol besetzt mit volck. Da was Hugo. Inn dem ^*
kam Herman der verretter da här durcli die gassen und mit
^m wol hundert gewapnetter rittern. Rengnold sprach zuo
limneD braodern : J^lr heren, kommend härfur! Dann wo uns
gott not hylft, so sind wjr all verloren.« Rengnold und sine
tbroodem staltend sich für die thur und warttend sich so wol, vs
[das keiner harfür kommen dorä't. lun dem färhäf fieng das
gscfarey lut an, dararam das sieh die im schlos manlich wart-
tend. Do Karlys volck gsächend, das sich die im schlos so
iredlich hieltend, do stiessend sy das für inn die hüsser im
Ifärhäf und [fiengend] au zerbrächen und verbräunen, waz sy ao
ffuuden, dardurcb die aller besten gehüsset verbrunnend^ also
das das für inn das recht schlos kämm. Des Rengnold gantz
^20mig ward und sprach zuo sinen bruodern: >Waz w^end wir
fhie thuon V Beliben wir ud Itinger hie, so sind wir tod oder
gfangen. Wenn das für nut were, so wettend wir dis volck"*
nach ußhär triben; aber wir könnend nut länger hie beliben,
Darumm so kommend mir nach !« Do sy ir schlos also gsä-
chend brünnen, do giengend sy inn ein graben durch das heim-
Heb thürly ; da fiengend sy den an so manlich beschirmen,
das keiner hin inn kam , er ward er tod t, Do der verretter ao
Hertnan das ersach , do nam er sin volck und kam inn den
graben und greyf die fier sün Amon hertt an. Wann inn
dem iDgang des grabens wurdend vyl manheytten begangen.
Diewyl sy also im graben wärend, do erhör ttend sy ir volck
Bchryen ; darumb Rengnold zuo sinen bruodern sagt: »Lieben nb
beren, land uns gen nnser volck entschiltten! Wann [bL 182J
ver braonfln ha.
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kemmeod sy also umm, wer uns ein groase achand.« »Brao-
der,« sagtend sy, »so latid uns gän im nammen gotz.c Do sy
nß dem j^friibeii warend, do beschacli ein heriter strytt ; wann
die fier briiodem gaben hertt streich. Wann Keognold schluog
ßo grussamm streich mit sinem seh wert Flamberga^ daz im
nienimand genachnen dorft. ; wann er was vast zornig. Und
von des groHseri zorns wegen, den er hatt, wägt er sin lyb und
laben: er warft' sin schilt nff'sin niggen und hatt sin schwertt
inn beden bänden nnd brächt Karlys volck sovyl umm, das der
10 platz gantz bedeckt was. Do er gsach, das sine fyend so gar
erschrocken wärend nnd sinnen mit torfllend beytten, do sagt
erzuo sinnen bruodern: »Ir heren, gedenckend üch redlich ze-
halten; wnun verretter sind guot zeüber winden.« Nach ilyssen
wortten kart er wydernnini zuo dem thär des Schlosses, wann
ift das für was ein wenitt erlöschen, nnd beschloß das wyder aller
ainer tyenden wyllen , desglichen die faübrugg. Demnach
gieng er wyder inn stritt und fand sine bruodern, die hieltend
sich so redlich, das es ein wunder was; wann sy gäbend kein
streich, das sy nüt iren man nyder scblüegend. Der verretter
Hennann was inn dem strytt inischlos; wann Rengnold hat
MO das thär zuo thän nnd die falibrugg uff" zogen; darumm er
im nüt torfft entsitzen vor Karly wytter. Er trang inn sinne
fyend so fräffenlich sampt sitien bruodern , das von Karlys
volck, so im schloa wärend, nüt uier inn laben belibend dann
Herman und xi ander, die wurdend gfaugen. Rengnold Heß
Mein galgen ufrichten uff den höchsten thnrn , daran ließ er
die einlyff erhäncken. Darnach Iie§ er Hermans fier glyder
an fier rossen schwäntz binden und satzt nff" yetliclis roß ein
bnoben nnd hies die inn die pfert stächen mit den sporen,
abo das er von stund an gfiertteylt ward. Darnach lieü er
»0 ein gros für machen und inn darinn werffen. Die mere kämend
Karly bald für, wie die sach ergangen was; des er ser zornig
ward nnd sprach zuo im selbs: >Ach, lieber her gott, wie
wird ich kestiget von den fier ryttern! Ich hab übel thän, do
ich innen die rytterschatft geben hab. Nun bin ich aller-
■fr dingen trostloß; wann ir vetter ertodt min sun Lohar nnd
30 mere] wiederholt hs.
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iengnold min vetter Berchtolden , die ich so lieb halt, und
Ijttz band sy min voiek ertödt mii grosser uiartter. Icfa sol
jinich bitlicli für nütsoUeDd achten, das ich der aller niechttgest
fküuig inn der weit bin und mich nüt mag rächen an tier
rjtiem Ich wjU nüt Yoa hinnen scheyden, untz das ich &
itnich gerochen hab, oder ay müeaaend mich überwinden.«
»Her,« sagt Felcker, >ir band vast recht. Rengnold ist ein
narr, das er uch nüt furcht, das er üwer volck bat also lassen
erhäncken,« Do sprach der hertzog Anses: »üer keyser,
' bettend ir mir gefolgt, so bettend ir üwer volck nüt verloren, lo
Ir volgettend Herman, darumm ist es also ergangen. UÄ^iichend,
twie öwer voiek erhänckt sind !« Do Karly Anses red ver-
'aiuond, erkant er wol, das er war sagt, und wnrd gtintz schamni-
^rott und wuüt nüt, waz er sagen sott. Diewyll giengend
tengnold und sine brüeder uff die ninren und luogtend gering i»
unim das schlos und gsächend, das der ^antz farhäf brann,
da ir zuosatz und ^pys gsin was. Do sprach Rengnold zuo
Minen bruodern: »Lieben l)ruoderu, die sach stat wol, syt wir
jtenttrunnen sind (got hab lob!) u^ einer so sorgklicben sach
and verrettery. Aber das bö»t, das ich gsicli , ist, das wir «o
lunser spys verloren band ; darumm wir nüt mer zassen band.
rund donckte mich, wenn wir langer da belibend, das wyr
thettend wie narren. Dunekt üch guot, so bind uns die zyt
anschlacben , wenn wyr von hinnen scheyden wellend.«
»Bnioder,« sagt Allard, »du redtet wyLilich, und wend im also u
thuon, wie du gsagt hast. Dann diewyl wir das laben band,
wend wyr dich not verlassen.« Do sy eyü wärend hinweg
zetcbeyden, do wapnettend sy sich all und warttettend, untz
da« die nacht kommen was ; do sassend sy uff ire pfert. Reng-
nold sprach zuo innen: »Ir herren, wie vyl ist unser?« »Dnser »o
i*t wol füntf hundert,« sagt AUard. »Das i.^t gnuog,« sagt
Rengnold. »Nnnn band üch by ein audren ou gschrey und
land uns durch das läger rytten! Und ob uns Karljs volck
ingryfft, so länd uns redlicli uff sy schlachen.« Damit wurdend
5j geruai und ryttend u^ dem sehlos on gschrey* Do sy u
hin uü wllrend, gaach liengnald das seh los an allen ortteu
brunuen; des er gros leyd tuort und sprach: »Ach, du guotz
schloe>f wie ist es so scbad , das du also verwuost bystl Von
46
goU sig der verflüecht, der dich so faltschlichen verrotten hat!
Ea ist yetz ßiben jär, do du gemacht worden byst. Ach, wir
band sovyl eeren und rychtum von dir gehept, and yetz milessend
wir dich verlassen* Du wärest all min hoftnung nach minen
c brnodern.« Und als er dysse wort redt, Bellend im die trehen
u§ den ongen. llo Allard Reiignolden so betrüept gsach, do
sprach er zno im: »By miner trüw, brnoder, du hast ann-
recht, das du dich so übel gehast. Darumm byß getrost, byt
ich dich; wann wir wend, ob gott wyll, ee daa zwey jär för
10 kommend, ein ander schloß haben^ das besser sin wyrt, dann
deren fiere. Und land uns rytteii ; wann länger zebliben ist
nö.t unser fuog.« »Bruoder,« sprach Rengnold, »ich bah all-
wegen guotten ratfc by dir funden. Nun stellend üch inn
Ordnung 1 Rüstend die färb not, du und (iuchart, so wend ich
15 und ßichart die nächbuot haben.« »Bruoder,« sprach Allard,
»das sol sin»« Al^o nam Ällard sin bruoder Goehart und
hattend die farlmot mit hundert ryltern und staltend den troß
amitten; Rengnold und Kycharfc kämend innen nach mit dem
übrigen volck. Aber sy kondend nüt so styl l für züchen, das
»fl ire fyend iren nüt innen wurdenil. Do Karly vernam, [bl. 183]
das Rengnold kam, do ward er vast zornig und gebott, das
sich mengk lieber wapnette. Das beschach. Do Allard und
Guchart gsächend, das sy nüt für rytten mochtend an strjtt,
do sportend sy ire pfert gegen Karly, also das sy zwen rytter
ao nyder stachend. Uo Rengnold gsach, daa sich der züg rott,
do nam er zwentzig rytter und gebot innen, das sy den troß
nemmend und sich uft' die sträß maclitend ; ^^o wyll ich gen
minen bruodern hälffeD.c Demnach stach er inn Bajard und
fieng an die rytter vor im nyder scb lachen, also das die bächly
äo von bhiot besprängt wärend und voll todter corpeln und rossen
lagend. Karlys volck erschrack so übel ab dem, so Rengnold
begieng, daz sy wichend ; darumm Rengnold und sine brüeder
für ryttend, Karly was vast zornig umni die guotten rytter,
so er verlor, Do Rengnold für kam , fand er sin troß, des
BB er vast fro was. Und sagt zuo ainen bruodern: >Wol uff,
machend üch uff die sträs!« [Jas beschach. Rengnold und
Riehart belihend da binden. Do Karly vernam, das Rengnold
hinweg fuor, ward er vast fro, darumm das er daz schlos ver-
47
liefi, und gebofct im nach ze yllen mit all sinero züg. Nun
wärend die bruodern yast zornig, darnmm das sj ir guot
schloß verlassen haltend. Karly ylt innen hertt nach; aber
Rengnold forcht im nüt vast übel, sunders ließ all sin volck
vor im rytten und sagt zuo Allard: »Lieber bruoder, hab &
acht uff unser Yolck mit Guchart, und gryfft üch Karly an,
so werend üch redlich Ic »Bruoder,« sprach Allard, »wellicher
uff mich ylt, der mag wol reden, er werd Karly nüt mer
diennen.c Inn dem kämend Karly, Gergis, Anses, Felcker
und ander gegen innen, und Karly schrey: »By gott, ir lurren, lo
ir sind tod! Hut ist der tag, das ich üch all fier wird häncken
lassen. € »Es wirt, ob gott will, nüt also ergän,€ sagt Reng-
nold; »wann l&ßt mir gott gsuntheyt, so wyll ich üch er-
tzeigen, waz stercky ich hab.« Damit kart er Bayarden umm
gegen Karly inn meinung inn umm zebringen. Aber her »
Hugo reyt zwüschend sy bed ; der enpfieng ein söllichen streich
▼on Rengnolden, das er tod zuo der erden fieL Demnach reytt
er wyder zuo sinen bruodern. Do Karly sin rytter tod gsach,
do schrey er: »Wol nachen, lieben heren! Enttrünnend uns
dyß lurren, so wird ich niemmer mer fröud haben.« Reng- 20
nold sprach zuo sinem volck : »Ir gsellen, fürchtend üch nüt,
diewyl ich inn laben bin, und ryttend on unnorduung!« Ir
sond wüssen, das das nachyllen mer dann fiertzechen myll
weret, und was kein mil nüt, inn deren sy nüt stryttend.
Aber Rengnold und sine brüeder hieltend sich so raanlich, 26
das sy nüt verlurend, und kämmend an das wasser und darüber.
Do das Karly ersach, sagt er zuo sinen fürsten: »Wyr wend
uff hören innen nach yllen, wann es ist umm sust; darzuo
sind unser pfertt müed und hellig. Land sy rytten inn hundert
tussend tüflFel ; dann wenn Rengnold die tüffiisch kunst bruchte, so
so könd er nüt mer thuon , dann er thtiofc. Wyr wend an
dyssem lustigen wasser herbergen dysse nacht.« »Her,« sagtend
die fürsten, »das sol sinn.« Damit schluogend sy ir zälten
uff und belibend da über nacht. Do Rengnold und sine
bruoder über das wasser wärend und gsächend, das man innen s5
nüt mer nach ylt, do ryttend sy all gmachest und kämmend
zuo einem schönnen brunnen. Do Rengnold das end so lust-
bär gsach, sagt er zuo sinnen bruodern: »Wyr wend hie über-
48
nacht sin.« Sy sagteiid, es gfiel innen wol. Sy liessend iren
troß abladen und herbergtend sich zum basten» so sy mochten.
Ire pfert hattend guuog zessenj aber die frommen rytter
haltend weder zessen nach zetrincken dann wasser* Sy Jagend
die gantz natht imm liarnisch nnd hattend wachten. Do es
tag was, lie§ Rengnold sin troü uff binden, und niachtend
sich uff die sträs gegen dem vvald Ardaunia und kämend zuo
einem andren brnnnen. Da sassend sy ab, das die rnowtind,
so die nacht ge wachet hattend. Der keyser Karly tag an dem
10 Wasser. Und do es tag ward, saiffc er zuo hertzog ÄQses :
>Waz dunckt üch , dtis wyr thnon sollend?* »Her,« sprach
Anses, »wenn ir mir volgen wend, so sond ir wyder inn Franck-
rich züchen; wann wytter zerytten ist ein torheyt.« Karly
spracli; »leb wyll dyssem rätt ¥olgen.< Und beriiofft damit
» sine forsten und sprach zuo innen ; »Lieben bereu, ich wyll,
das ir wyder mit mir gen Paris kerend.« r)er red wärend
die fürsten all vast Iro. Karly ließ uü rüeffen, das meng-
klicher heim znge inn sinn land. Der keysser reytt gen Paris
und et] ich fürsten den nechsten inn ir land.
10 Wie der hertzog Amoii sine sun fand und mit innen
streytt und sy überwand und innen all ir volck
um m brächt.
Als der hertzog Atnon beim reytt, kam er zuo dem brunnen,
da sine sün wärend* Und do er sy ersach, ward er vast zornig
»und sagt zuo sinnen ryttern: »Ir beren, rättend mir, wie aol
[hh 184] ich mich halten mit minnen sünen ? Gryff" ich sy
an und das sy unmi klimmend oder g fangen werden, so werdend
wyr niemnier nier irüud haben ; laß ich sy dann mit fryden,
so feilsch ich mich gegen Karly.« Da inn sine rytter ver-
»0 stundend, do redt keinner nüt ein wortt Do Aniou gsaeh,
daz imm nieouind kein rätt gab, sprach er zuo innen: »Die-
wyl ir mir kein rätt geben wend, so will ich imm nach niinem
wyüen thuon. Ich bah sy durch minner s und wegen funden;
darumm will ich mit innen strytten» geh wie es ergang,«
s& liier,« spracti Emeffros, »grylfend ir üwer sün an, so thuoud
49
ir Karly kein myßfallen , wann ir handtz Karly verheyssen,
[ueiiend öch, das ir nüt meionejd «jjeachtet werdend!« »Ir
^end recht,« sagt Aroon, »ich wyll thuon, das ich nüt ge-
ßholten werden muoä, als ich gloub.« Und beruotft damit
siner ryttern zwen und sagt »uo innen: »Kyttend zuo minen &
sonnen und sagend innen ab von rainetwegen!« Die rytter
aagtend : Ȇwer geboit soll beschecheo, diewils ilch geliept,
Mriewol das ein hert ding zethnon ist.« Sy ryttend ziio tteng-
nolden, dem sagtend sy ir befelch. Der erschrack übel und
^ward vast zornig und sagt zuo sinem voick: >Ir heren, wap- »o
nend ücb ; wann ich erkenn mines vatters herttigkeyt so wol,
er Düt ISsaen wyrt mit uns zestrytten.« »Bruoder,« sagt
Richart, »du sagst war.« Rengnold sprach zuo sines vatters
^ryttern: »Ir heren, kerend wyder zuo unseriu vatfeer und sa-
jend im, wir battend inn nmro ein anstand und frydeu; wann la
were nüt vätterliche trüw, wenn er uns bekriegte*« »Her^»
^fagt der rytter, »es ist uminsust* Gedenckend üeh zeweren;
wann er wyrt üch an feilen angryffen*« Damit schiedend die
rytter hinweg zuo ireni heren und ertzalteud im Hengnolden
aiitwnrt. Do der hertzog sine rytter verstanden hatt, do ver- 30
ixog er nüt länger, sunders kämm gegen sinnen siinen vor all
«innen ryttern* Do Rengnold sin vatter gsach kommen, do
kam er gegen im und sprach: >0 vatter, waz tbuond ir?
Wyr band kein grassern tyend dann ücb* Ich verwundern
mich, warumm ir uns angriffen wellend, Ir thnoiirl unrecht; 20
wend ir uns nüt guotz thuon, so thnond uns nüt bö& och.«'
iDieb,« sprach Anion, »es wirt dir niemmer iner wol ergän,
djewyl du anfachst bredigen. Ir wänend inn höltzern wie die
wilden thier. tiott well üch ein bössen tag senden ; wann ir
sind nüt einer puschten strow wertt. Gedenckend üch zeweren; so
dann werdend ir gfangen, so kommend ir inn Jammer.^ » Vutter«,
sprach Rengnold, »ich will mich weren, sytmäl und ich nÜt
anders geschaffen mag,« Do Ainon die red erhört, do leytt
^er sin sper inn und kam gegen sinen sünen, als werend sy
fromd gsin. Do Rengnold das ersaeh, sagt er zuo sinem volck: sa
>Kun ist nüt dann sich redlich zehalten. Gedenckend redlich
tO Ir] iren bt.
50
darinn zesch lachen \< Nueh diaaeu wortteii stach er ion sin
pfert lind trang inn die grösten baffen und hielt sich so red-
lich, daa äines vntters volck ersehrrieketid. Der stryt was «o
grußSHmm, das es ein erbermd zesäclien was: da bettend ir
gsachen hert streich geben uff beden sytten und mengen rjtter
jemmerlicb sterben* Der strytt ward off beden sytten vast
wol etitbaiten ; aber zeletst kart die verlurst uff liengnold syt-
ten. Wann sin vatter batt vyl mer volck dann er ; dann von
fiinff hundert ryttern, so er by iinm geliept hatt, hatt er eben
10 nach filnfftzig wund und gsund* Aber sy thettend ireni vatter
so grossen schaden, das sy im wol den halben teyl sines voicks
u mm brach tend. Hoch muoiätend sy zeletst wychen gegen dem
berg, Ir vatter ylt innen stetz nacdi ; wann er vermeint, sy
mQefätend im nüt enttrünnen. Do Ivengnold ntif dem borg was,
16 sagt er zuo ainen brüedern: »Wir wend hie bliben. Wann
hie ist ein end, das wir uns wol und nmnlicheu weren mö-
gend, wenn wir uns echter w^eren wend.* Ks wurdend an
dem end vyl ryttern ertödt und wund* Da ward under Allard
sin pfert erstochen. Do er sich am herd gsach, sprang er
10 schnell uff sine füeü und wartt sich manlich. Da fieng der
stryt grussamm an, wann sin vatter fleyii sich inn zefachcn.
Kr wer gwüü gfangen worden, wenn Rengnold nüt gsin wer.
Der kam gegen sinem vatter, also das er inn zuo der erden
stach ; darnach zog er sin seh wert nü und bracht sovyl ze-
u wegen, das er sin bruoder darvon bräclit, und hiea inn hiuder
inn sitzen. Allard was willig und fro ; wann er was so müed,
das er sich nut mer enthan niocht. Kengnold ertodt iier ryt-
ter, diewyl er sin bruoder hinder im hatt. Nun wärend die
fier briiedern als siglos und müed dann allein Rengnold, der
■0 ward nie siglos; dann als er hinweg reytt, kartt er inn yet-
liebem rytt wyderumm und treib sine fyend hindersich mit
hertten streichen, Do er gsach, das sin volck witt Tür wäreud,
do ylt er innen nach, sin brnoder hinder im. Und als Reng-
nold hinweg reytt, kam Emeffros im nach, der was der man-
B& lichesten ryttern einer, so Karly hat^ der sali uff einem
schwartzen pfert. Der sagt zuo Kengnold: ^Üy gott, du Inr,
du bist tod oder gfangen, ich will dich Karly bringen.« Und
stach damit Liengnoldüu inn sin schilt, des^ Uengnold vast
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rard und scliluo^ iiiir also, dm er inii tod zuo der erden
iQOg. Und nam das )>fert and mi^t zuo Ällard: »Lieber
iioder, sitz iiff d:i8 pfert, da^ schunck ich dir.* Des ward
Uiard frower, dann hett er l'siris gwiinnen. Kr beyttet mit
er, BunderA er snü ab Bayard und saß uff Meffros pfert ft
B«d staeh ion mit den sporen gegen sinee vatters ryttern einen,
ier hieta uch Metfros, und stach ;nn tod zuo erden» Nat^li
^llarden uffsitzen fienj^ der strytt VMst liertt an; wann sy er-
adiend irem vatter doniailen zwentjGig rytter. Uo Amon das
Itrsach, do sprach er: >Ir heren, enttrünend sy uch, so wird lo
■ich nien^nier mer frölich. Wann sy band den fronunen rytter
[tltneöros ertödt, den mir Karly zuo geben haLt« Do inn
line rytter erhört tend, do ryttend sy uff Allard, also das er
tni'n mit gwalt blatz geben niaoüt. Und wo nüfc ein trytt
twe» bachla gsin were, so bettend By gnuog zeschaffen gehept. i^
[Aber Hengnold iiud sine bröeder [bl. 185] ertodend irem vatter
[da wol fijnff und zwentzig rytter, das nun ein erbermd was, und
[hette Kengnold nach fünfftzig rytter gebept, so hett er sineni
Iratier all sin volck ertödt. Aber darnmni daz im volck ge-
I1>rai(t, muoßt er den platz verJän und niocht not mer dann 20
ffierzechen rytter mit inim darvon bringen von iren funffhun-
dertten. Ir vatter hett sy nach mer geschediget, wo daswasser
ntit gsin were. Do Rengnold gsach, das er all sin volck ver-
loren hatt, do watät er nut, waz er tbnon sott; darumm im
[die ongeu voll trehen wurdend. Deßgltchen irem vatter och| 3&
Innd sprach: »Ach, lieben seinen, wie bin ich so leydig, das
lieh öwera Schadens ursächer bin! Yetz w^erdend ir rytten als
[die vertribnen und darff nnd kan ilch nüt gehälffen, das mich
Igroßlich bekränckt Der tüffel hab die sei, der di« onruow
Sfigfangen hatt! Daz wirt er och.« Beninach ließ er die todten »0
vergraben und wundnen verbinden, und ließ Emeffros inn ein
o&bar teggen und gen Üordonna mit im flieren. Da beleyb
er nüt mer dann ein nacht; wann er ließ die roßpar uff zwen
, inn lessei leggen und bricht inn Karly gen Paris* und sagt zuo
im; liier, do ich inn min land gerytten bin, hab ich inn dem sb
rald Ardannia njine sün funden mit fünflThnndert ryttern. Ich
Igreyff sy an und vcrmeinfct sy ik-b g Fangen bringen. Aber
neb hab nut mögen und iiab es thur engulten, wann sy band
52
I
mir grosden schaden gethän. Doch hab ich innen all ir volck
ertödt untz au fiertzächen, die sind mit innen enttrunnen.
Sy hand Emeffros, üwern ritter, ertödt und vyl niiner ryttern.«
Do Kiirly dysae wort verstnond, ward er vast zornig und
B sprach zno Amon: >By gott, Amon, ir entschuldigend üch
ubel; wann nie kein khiyen a(ä ire junge. Kinem andren
werdend irs zegloubeii geben dann mir;« Do der hert/.og
Amon Karlj verstnond, sprach [er] vaat zornigkÜchen zuo im;
»Her, es ist, wie ich üch sag. Wend irs glonben, so glou-
10 bentz; wend irii nütglooben, so landtz nnderwägen.« »Amon,«
sprach Karly, »ich erkenn üwer hertz wol. Ir weitend, das
üwer sün keyser und küiiig inn Franckrich werend-* »Her,«
sagt Ämmon, »ich hab imni nüt änderst können thiion. Aber
hand ir rytter an iiweroi haf, der da erhalten w^ell üwer red,
ifi so will ichs betzögen mit minem lyb, das er mich faltschlichen
anlügt. Ir sind alwegen der gain, der nie kein frommeu
rytter lieb hatt, annders vyl ee zentzler und lugner, dardurch
vyl Übels entsprungen sind und entspringend teglichen.c Da- H
mit gieng er uß dem palla.st und saJä uft' siu pfert und reytt
20 wider gen Dordonna on urloh, und iält wenig, er hett dem
keysser siu dienst iiffgeben. Die hertzogin kam im engegen
und enpfieng inn fröntlich und fragt inn, wie ers gschaffen
hett. Der hertzog sprach: Ȇbel; wann ich hab unser siin
funden im wald Ardannia und hab sy grussammklich an-
sftgryffen inn meinung sy zefachen. Das hab ich nüt vermögen, ■
aber ich hab innen all ir volck erschlagen, Dargegen hand
sy mir och grossen schaden getbän; wann sy hand mir so vyl
volck ertödt, das ich die zall nüt weyü; des ich ser beküniert
bin. Ich sagen dir, das ßenguold so mechtig wyder uns
8ö atreytt, als kein low nie wyder die thierer streytt; wann all
trytt kartt er sich umm. Und inn einem sinem ummkeren er-
tödt er mir Emeffros, Karlis ryttern einer, und gab das pfert
sinem bruoder Allard, der mü hinder im uff Bayard ; wann
sin piert was under im erstochen worden. Der saii daruff,
85 und ryttend hinweg wyder unaern willen. Ich reytt gen Paris
und ertzalt Karly, wie ich gehandlet hatt; der schalt mich
I
10 iißderwagen bs. U tiwerm ha.
53
gröblichen, das ich nun nüt vermeint. Und darumm, wie
wol er min her ist, so will ich inn dennecht trurig machen,
ee daz sechs manott verscbinnend.« »Ir thuond annrecht,«
sprach die frow, »das ir unsem sünen sovil Ijdens an gethän
band. Ir sottend sy beschirmmen, nnd ir thnond innen mer 6
zeleyd dann snst yemmand. Sind sy nüt üwer sdn, von üwerm
geblüet harkommen ? Durch gott, her, ir söttend üch frünt-
licher gegen innen ertzeigen, dann ir thuond; wann es ward
nie kein köstlicher tragen gethän von einer frowen lib. Ge-
segnet sig die stund, inn deren sy empfangen und ertzogen lo
wurdend ! By gott, her, ich wett, das ücb unser sün gfangen
bettend, damit und ir innen alles das wider ersetzen müeßtend,
sosy durch üch verloren band. Ich sagen gottdanck, darumm
das der keyser zornig über ücb ist; wann u6 übel handien
mag nüt guotz entspringen. Ir band üwer sün angriffen wider i6
gott und rächt ; darumm ist üch Übels daruß erwachsen, des
gott gelopt sig.« »Frow,« sprach Amon, »ir band recht und
ich unrecht. Ich sag ücb zuo, das ich nie kein sach getbän
hab, umm die ich übler geschulten ward als umm dysse. Aber
ich yerheyssen ücb , min liebe fi*ow , das ich mich barnach so
wol hüetten wyll, daz ich innen nüt zeleyd tbuon will.« Nun
wend wir von irn fier sünen wyder sagen.
Wie Rengnold und sine bruodern so lang inn dem
wald Ardannia belibend, das sy allerdingen [bl. 186]
schwartz, ungstaltig und gehärreeht wurdend wie die 26
thierer, und wie sy zuo ir muotter ryttend.
Die hystoria sagt, das demnach und Rengnold Enieffros
ertödt und AUarden sin pfert geben batt, das sy durch das
Wasser ryttend inn den wald Ardannia, darumm das sy nüt
wottend gsachen werden. Do sy ein zyt da wärend gsin, 3o
fiengend sy an die Strassen tiß specben und berouptend alle
die, so spis truogend ; des läptend sy, wann sy torfftend nüt
inn die stett kommen spis kouffen. Darumm sy vast übel
♦
7 geblüet] aus *geblüetz* gebessert hs. 29 wässer hs.
i
»
Eptend, wann ny Imttend »nst mit zessen nach r.etriiicken dann
Wasser» Und wenu sy schon tieisch hauend, so ässend sy es
das raererteyl on brott. Wösseod, das ire rytter an tiengend
sterben von weßjen des mangels nnd der grossen kelty des
R Schnees, so da lag, nnd beleib keiner inn laben dann die fier
bniodern ; das lyeschiicb von \vegen der grossen sterckinnen
irer üben» Sy hatfcend fier pfert, y etlicher eins, aber sy haltend
innen nüt zessen zegeben dann wnrtzen. Darumm sy so tnager
wärend, das sy mit traben mochtend^ dann allein Bayard der
Iowas feii^ nnd wol mögend; wann er niocht sich der wurtzen
bau nftenthaiten, dann die andren mit weyssen oder haber
bettend mögen. Dyß laben fnorttend sy lange zitt, darum ra
das bind so gar verwüest was, das es ein wnnder was. Wann
da gieng kein mentech für, der enttrnnne, das er not beroupt
ift WTird oder ertüdt Die rytter wärend so gar übelmögend
worden, das sy keiner, der sy vormals gsächen bat, hett können
erkennen. Wann ire hämisch warend innen verrostet und ir
kleyder, sättel und »löura erfüllen, also das sy uß seyller zöum
gmacht hattend. Sy wärend gantz schwartz worden. Wo
ao hin sy ryttend , entsala man sy so übel , das es ein wunder
was; dann es torfft niemmand an andern enden wannen dann
inn vestinnen. Darzuo wärend sy so gar verkert Ton dem
ruchen laben , das sy geharrecht wärend worden wie berreo
und erhungert wie die löwen nnd so mager, das es ein er-
u bermd was. Uo sich Rengnold also verkert gsach^ do bentofft
er sine bruodern nnd sprach zuo innen: »Ir mine brtledern,
ich verwundern mich gar , das wir nüt etwaz rätz band inn
unsern geschafften. Mich dunckt» wjr sigeud mitsollend rytter
worden, forcht und tragheyt habend sich zuo uns gesellet.
Äo Dann werend wir die, so wir sin sottend, so lyttend wir die
martter nüt, so wyr lydend und erlytten band so lange zyt.
Nun erkenn ich yetz woK ^^'^^ wir nüt vyl wertt sind, das
wir unser fyend so lange zitt band lassen ruowen. Doch so
band wir weder kleyder nach harnysch, <lie noyßwas sollend,
9b nach galt, das wirli kouffeu könnend, nnd sind zuo gerüst,
das wir thieren gliclier sind dann den lütten, narumni bitt
ich lieh früntlichen, das ir mir wagen wellend, wie der such
zethuon sig; wann ich sag ücb für war« das ich vyl lieber
55
sterben wyll wie ein rytter, dann hunger sterben.« Do Allard
Rengnolden verstnond, sprach er zuo im: »Bruoder, hälff mir
gott, es ist lange zyt, das ich des geachtet und ein uffsächen
gehept hab; aber ich entzaß mir das zesagen, darumm das
ich forcht, du wurdest übel zefriden. Aber diewyl du die 5
red entteckt hast, so will ich dir guotten rätt geben. Bruoder,
wir band hie wol grosse armuot erlytten lange zytt uß ur-
^ch , das wir inn keine land rytten törflTend , das wir nüt
gfangen werdind. Dann als du wol weyst, all fürsten inn
Franckrich hassend uns tödlichen , insunderheyt unser vatter 10
und all unser fründ. Aber wilt mir volgen, so wend wir den
nechsten gen Dordonna zuo unser muotter; ich gloub, sy
werd uns nüt Verlan. Da wend wir ein wenig ruowen; dar-
nach wend wir etwaz gselschafft annemmen und etwann einem
fürsten diennen, das wir etwas überkommend.« »Bruoder,« 15
sagt Rengnold, »es gfalt mir wol.« Desglichen sagtend Seh
Guchart und Richart. Rengnold sprach: »Diewyl üch der
rätt guott dunckt, so wend wir uflF sin.« Sy vertzugend untz
uff die nacht; do sässend sy uff ire pfert und machtend sich
uff die sträs also eilend, wie ich üch gsagt hab. Und ryttend 20
sovast tag und nacht, das sy nebend Dordonna kämmend.
Do gedächtend sy an die groß rychtuom, von deren sy ver-
triben und verjagt wärend, und an die gros armuot gedächtend,
die sy so lange zyt erlytten hattend, do fuorttend sy gros
leyd. Rengnold sprach: »Wir hand übel gethän , daz wir 20
[nüt] sicherrung von unserem vatter genommen hand ; wann ir
wüssend wol, das er so grussamm ist, mag er uns ergryffen,
so wirt er uns Karly gfangen bringen.« »Bruoder,« sprach
Rychart, Mch will vil lieber sterben durch unsers vatters boß-
heytt , dann hunger sterben imm wald. Land uns manlich 30
rytten; wann ich weyß, daz uns niemman erkennen wyrt.
VV^ir dörffend zuo Dordonna niemmand fürchten, wann wir sind
da lieb ; wann unser muotter lytte nüt , das man uns etwaz
zeleyd thette.« »Bruoder,« sprach Rengnold, »du hast recht
geredt. Land uns rytten wolluff inn der guotten stund!« Nach 35
dyssen wortten ryttend sy inn Dordonna und kämmend inn
*
35 stand hs.
I
das schloß, Jiis ay von iiieniniand erkeutt wurdeiid, Uud als
ey durch die gasscii ryttend, verwiinderttend sich die burger
ab innen ^ und sagt einer zuo dem audren: »Luogend, waz
lütteQ das sind! Ich gloub, sy sigend nüt unsers gloubens.«
ft Do sj inu dem paUast wärend , sassend sy ab iren pferden
uod gäbend die dryen knechten zeheben, die sy da fundend,
Sy giengend inu pallast hinuf, das innen weder man nach
frowen begegnettend ; dann ir vatter Amon was uff dera ge-
jegt, und ir muotter inn ir kammer; da was sy betrllept, das
10 sy nüt von iren Rünen vernemen koud. Die tier bruodern
kämeud iun eal ; da fnndend sy nienmian , des sy sich ser
verwunderttend. Sy sassend nyder und fassend hing, ee das
efcwar kanim. Do sy lang da wärend gsin, do kam die rauotter
dahar uJ^ ir kammer und luogt inn sali und gsach ir sün
IQ also ungestaltig, das syß nüt erkant, suoders verwundert sich
ser» was lütten sy werind, Do Allard sin muotter gsach
kommen » do sprach er zuo ainen bruodern: »Hie ist unsere
muotter, die wyr so vast begertt band zesachen, Land uii?<
iren [bh 187] engegen gän imd iren unser armoot ertzelleu.«
3o>Bruoder,f sprach Rengnold, »wir wentz thuon; aber länd
uns vertzüchen, untz das sy mit uns geredt, zesächen , ob sy
uns erkennen well oder nüt.« Also vertzugend sy , unt^ das
sy ZUG innen kämm. Und do syü so schwartz und ruch er-
aach, innsunderheit Rengnold, der so lang und gehär was, do
it enpfieng sy sovyl forcht, das sy wyder inn ir kammer fluchen
wott. Aber sy bedächt sich baß und sprach: *Gott grüetz
uch, ir heren! Wer sind ir und ui wellichen landen? Sind
ir krysten oder heyden r* Wend ir das allmossen, thuoch üch
zebekleyden, so will ich üch gern geben umni gottes wyllen,
ao damit und er minnen sünnen gnedig sig und sy beware yor
aller trüepsal. Es ist wol syben jär, das ichä nie gsächen
hab.« Damit fieng sy innenklicb an zeweinnen und sprach :
»Ach, lieber her gott, wenn kunipt der tag, daz ich mine sün
gsächen wird? Es sind soryl tag dahinn , an dennen ich sy
M hegärt hab zesächen. Was je kein frow betrüepter dann ich?«
Do Rengnold sin muotter so betrüept und beküniert gsach,
do lüÜend im die ongen über und wott sich iren zuo erkennen
geben. Aber die hertzogin besach iun so wol, dardurch sich
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S7
M ir geblüei verrenderi ; wann sy erkatii iun by einer wunden,
die er inn sinem antlyt hatt; die ward im, do er ein klein»
ildnd was. Darmiim sy ein lange wyll nüt reden mochL Do
ly wyder reden mocht, sprach sy zno im: »Rengnold, min
an, deeglichen andtr all andren ryttern inn der wält nüt ist, 0
rie gsich ich dich so armküchen verkert? Wo ist din trrosse
FtchooeV Warumni gibstn dich mir nüt zno erkennen, min
nui? Daoo ich dich lieber hab dann mich selbs.^i Darnach
kart sy sich nnim und erkant ir siln und gieng gegen innen
^m\i zerthannen armmen und koütz mit weinenden oügen uß »^
jrüsseiu erbernid, dammm das sy so gar eilend warend, also
1 sy inn ämmacht fiel, Rengnold nam sy an sine arm, da
Sy ein lange wyil. Kengnold und sine brüeder horttend
uye «ff weinnen umm den grossen schmertuen, so sy gsächend,
den ir muotter umm sy hatt. Do die hertzogin wyder zerecht »»
kam, hieß sy ire sün nebend sy nyder [sitzen] und sprach
200 innen: »Ach, ir mine sün, wie gsich ich üch so arm und
ungstaltig! Wie kumpt daz, das irkein rytter by üch hand?
JVo sind ir gsin, das ir so grosse armnot erlytten handV«^
H*'row,» sagt Uengnold, >wyr hand keine rytter mer by uns, -20
inn unser vatter hätt sy nns all ertödt. Und bett uns öcli
It, wenn gott nüt gsin were, der hatt [uns] behüet.« Die
bertzogin ward vast leydig ab Rengnolden red. Und ruofl'fc
eioem «cbiltner und gebott im , das er dysser rittern pfert
wol bald inn stal thett und das innen wol gewartteu word. ^0
>Frow,< sagt der schiitner, >da8 sol sinn.* Und gieng damit
cao den dry knechten, die der pferden acht hattend, und fuort
tOD stall und ließ innen gnuog zessen geben. Diewyl kam
ein schiitner, der sagt zno der bertzogin: >Frow, setzend lich
^£ua tisch, wenn üch liept; wann e« ist alU bereytt.« Die»«
frow fuort ire sün mit ir gen zinibyß essen; da ward innen
not gschir gmacht. Und als ässend, kam der hertzog Amon
ryder ab dem gejegt und hatt tier hirtzen gfangen und zwey
rildy schwinn. Kr kam inn sali und fand sine fier sün essen
und die herty.ogin, ir muotter, mit innen. Ivr erkantz nüt, ^&
dammm er zno ir sprach: »Frow, wer sind dyti lütt, die so
12 ammäebt hs.
58
uugstiilti^^ öiihl V • I *ie tVow erkant die griissamkcytt irs gmadielä
fieiig udi forcht an zeweiunen and sprach zuo im: ^Ks sind
ilwer 1111(1 miDe sün , die ir so übel kestiget Iiand. Die sind
so lang iim Ardatinia gsiii, das sy also worden sind. 8y sind
zuo mir kommen, darnmra das ich sy gern gsich: zuo üch
sind sy nüt kommen, wann sy wiissend wol, das ir innen nüt
hold sind. Ich l>itt öch nmm gotz willen, das ir sy dyß tags
beherbergen wellend ; so müessend sy mornn fröe wyder hinweg
rytten, Acli, ich weyi nüt, ob ich sy mer gsächen wird.t
10 Do der hertzog Animon dysse wortt verstuond, do zyttret er
von zorn und g^ach sine sün tibel an und sprach zoo innen : |
^Ir lurren, gott verflüech öch ! Ir sind nötz wertt und not- j
sollend bnoben , das ir nüt Int und galt band gwnnnen nnd
gfnngen, die itch groß gnott gebend.^ »Vatfcer,^ sprach Keng-
10 nold, tby der trüw, die ich tich schuldig bin: ob üwer land ■
inn fryd geweßt ist, die andern sindtz danniun nüt gsin ; wann
ir möchtend wol achtzig myl rytten, das ir kein riehen nach
armmen mann fundend, der sich yetzmäl nüt inn vestinnen utt-
cntlmlte, Ir band wärlich gröblichen tinnrecbt, das ir uns
ao also wydrig sind. Kurtzlich band ir uns das gnott schlos
Mnnttbrt abgewannen . Darnach gryffend ir uns an inn dem
wald Ardannia, also das mir von fnnff hundert ryttern nüt
nier dann fier zechen inn laben belibend. Die selben sind
öch tod. Nun luogendi vatter, wie ir üch gegen uns haltend !
aa Aber aytmal nnd im also ist, das ir un.^ so übe! wend , das
ir uns mit »iicben mögend , so land uns^ die köpff abhowen ;
so werdend ir IvaHys grosser fründ nnd gehasset von gott
und der wält« Do Amon Rengnolden bort also reden, do
erkantt er wol, das er war seytt. tJnd fieng an weinnen uß fl
8ü viitterlichem hertzen nnd sprach: »Ir nntsöllenden , arbent* ™
selligen, forcht und tragheyt band uch überwnnden. Ir sind
nie niine 8Ün gsin; danu werend ir senilich, als man vermeiot,
ir bettend nut sovyl armnot gelytten , als ir lange zytt ge-
litten band , annders werind uff üwer fyend tzogen gwunnen,
3B das ir öch möchtend erlichen nff enthalten, nnd Karly und sine
land bekriegt. Aber ir sind nritsöllend worden. Darumra mg
15 uch bs
59
ich üch , das ir nüt von mir haben nidessend. Nun bald
machend üch xx& minem pallast!« >Vatter,« sprach Rengnold,
»ir redend wie ein bosser mentsch. Aber wir bittend (ich
nmm gotz willen, das ir uns hälffend unser land wyder er-
robem uflF Karly. Und wend irs uüt thuon, so gend uns des 6
üwem; so wend wir von hinnen scheyden.« Amon sprach,
er wetz nüt thuon. Do sprach Rengnold: »Yetz ersieh ich
uwem bossen willen. By der trüw, die ich miner frow [bl. 188]
muotter schuldig bin, diewyl wyr hie sind, so wend wir nüt
also hinweg scheiden, als ir vermeinnend, es niöeßt üch vor- lo
hinn thür werden. c Do Rengnold gsach , das sin vatter so
ein hert hertz gegen innen hatt, do ward er gantz rott von
zomn und fieng an die farw yerlieren und zog sin schwertt
wol halb uM. Do Allard gsach, das Rengnold so zornig was,
do ummfieng er inn und sprach: »0 lieber bruoder, durch is
gott wird nüt so ertzümt gegen unserm vatter! Wann er ist
unser her, darumm er alles das sagen darff, so im geliept,
and sond sin gebott thuon. Und ob er schon grussamm gegen
uns ist, so sond wir dennecht demflettig gegen im sin. Hüett
dich umm gotz wyllen, daz du nüt band an inn legest; dann 20
das were wyder die gebott gottes.c »Bruoder,« sprach Reng-
nold, »es feit wenig, das ich nüt unsinig wird, das ich den
gsich, der uns sott lieb haben, beschützen und beschirmmen
wyder mengklichen und uns rätt geben; so thuot er das wyder-
spyl. Er hatt fryd mit Karly gmacht wider uns. Ich gsach 25
nie grussammern vatter; wann er vertript und versloüt uns,
als werend wyr unglöubig und frömd. Ich möcht inn keiner
gstalt die übel ertzellen , so er uns bewissen hatt , nach die
gros armuot, die wyr von sinetwegen erlytten band. Aber
mag ich neyßwann von hinnen kommen , so wyll ich im sin 30
land also verwüesten, das sy im wenig nutzes bringen müessend.«
Do Amon Rengnolden verstuond, do ersünflFtzet im sin hertz,
und sagt: »Ach gott, wie bin ich so leydig, das ich nüt mag
inn fröuden laben mit der gab, so mir gott geben hatt! Ks
were kein mentsch inn der wält so glückhafiFtig als ich, wenn 35
raine sün mit Karly eyß werend. Wann ich gloub, der kiinig
Priamus hab nüt so manlich sün ghept als ich. Ach, böiä
hertz, du söttest den eyd nüt ansächen wyder dine sün, sunders
60
sütteät 87 scliütÄeii wyder inengkliclien. Bolä hertz, du iiiaclist
micli hassen das, so ich ah lieb haben sott als mich selbs.«
Er sprach zoo Rengnold : »Lieber siin, d« bist vast wjLi und
manlich ; Hector von Troya hatt sich dir nüb verglichet, und
6 ist kein rytfcer inn der wält, der dinnea wertt sig. Dam mm
ich billich din willen thnon soll.« Er sprach zuo der hertzogin :
»Prow, icli will hinweg rytten , dann ich will nüt nieinneyd
j^egen Karlj werden. Du hast gold, ailber und kleinott gnuog;
da ^end innen, sovyl und innen geliept.« »Her,« sprach
nj Renj^nold, mun soud wyr fleh guntz verjechen* Wir wend
morun früe wyder hinweg rytten, damit und ir mit inn kumber
sigend. Wir wend unser muotter erfröwen, die so inn grossem
truren gsin ist von unsertwegen, darunini das sy uns verloren
hat. Ich sagen üch äuo, vatter, das wyr nach nüt harkonimen
löwerend, wenn sy oüt were.* »Lieber san,* sprach Amon,
iwiliä, do Berchtold tod was, das ich mich nüt vor Karly dorfft
gsachen lassen ülk ursach, das er sagt, er wett lieber den
halben teyl sines küngkrichs verloren haben , und feröwt mir
mich zehäncken und mir all min Und zerstören. Aber ich
»0 brächt aovyl zewägen mit hilff miner früuden , das ich min
IViden macht. Lieber sun , du solt den eyd ermessen, den
mich Karly betzwungen hatt zethuon wyder üch. li*s was
mir och vast leyd, das ich dich inn Ardannia fand und dir
din volck ummbrächt; aber ich muoLit es thnon, das ich min
aß eyd bewarfcte und fryd mit Karly hett Üwer niuotter hatt
üch nüt verschworen , und darnmra mag sy üch wol iinsers
guotz geben. < Nach dissen wortten reytt der liertzog wyder
uff das gejegt Do die hertzogin hört, das iren der hertzog
erlöpt zethuon nach ireni willen mit irem guott, do sprach
w sy zuo iren sünen: > Lieben sünen , sind on sorg, syt üwer
vatter nüt anheimsch istlc Sy ließ innen ein bad zuo rüsten
und badet sy. Inn iren bederu wärend vyl schmeckender
krüttern. Do sy gesübert wärend, lies die frow yetlichem ein
ßcharlotten raanttell geben, mit herndinnen gefüetterdt. Und
AB do sylä wol bereytt hatt, do fuortt syß lon irs heren Schatz-
kammer lind zeigt den iren sünnen, Do Rengnold den grossen
schätz gsach, do lieng er an lachen und nam von dem schätz
nach sinem wyllen.
61
Wie Bengnold und sine bruodern von ir muotter
schiedend, und wie sy und ir vetter Magis zuo dem
kunig inn Oastgunnia kämmend, der namm sy an
inn sinnen dienst.
Rengnold und sine brOeder lägend die selbig nacht im &
8chlo6. Und mornendes früe, ee dos tag ward, schiedend sy
hinweg mit fan£f hundert pferden. Dnd im urlob nemmen
kampt ir vetter Magis dahar; der kam von Paris, da was
er lange zyt gsin. Do sy ein andren gs&chend, fuorttend sy
groß froad. Magis sprach zuo innen: »Ach, lieben vettern, lo
sind mir gott wilkommen!« »Vetter,c sprach Rengnold, »wo
bistn so lange zyt gsin, das wir nie nüt von dir vernommen
hand?€ » Vetter ,€ sprach Magis, »ich kumm von Paris, da
hab ich Early dry soumm gold gestollen. Ich schäncken dir
den [bl. 189] halben teyl.« » Vetter, c sprach Rengnold, »gott i6
geb dir den Ion darumm!« Inn dem kämm ir vatter wyder
heim. Do inn Rengnold gsach, neygt er sich gegen imm.
Und Amon sprach zuo innen : »Nun sind ir wol begäbet. Ich
bitt üch , das ir üch haltend , das man inn Franckrich von
üwern manheytten sage. Und üch tryen sünen gebüt ich, 20
das ir Uengnolden gehorsamra sigend und inn beschützend ob
allen dingen; dann diewyl er läpt, mag üch kein Übels be-
schechen.« »Her,« sagt Allard, »wir wend üwer gebott thuon.
Wir bittend üch durch gott, das ir uns inn befelch habend.«
Also nämend sy urlob von irera vatter und von irer muotter. 26
Aber der guotten frowen ward ämuiächtig , do sy gsach ire
sün hinweg rytten. Damit machtend sy sich utf die straß.
Und die hertzogin sprach: »Ach, armes hertz, warumm zer-
brichstu nüt? Ach, wer ich langest gestorben, so wer min
sei dester frölicher. Ich mag sy nütt beheben nach innen so
hälffen.« Der hertzog nam sy inn sine arm und trost sy
und sprach zuo ir : »Frow, enttröstend üch nütsovast! Wann
das hertz sagt mir, wir werdend sy nach inn grossen eren
*
5 Dach bs. 26 ward hs.
62
\nii\ wirdyniieii gsächen, ob got wyll, iiin kiirUer zyt.« Der
liertzog tro«t die hertzogin sovast, dm ay von irem leyd lieiä,
mni greiigeiid mit ein nndren wider iim pallast. Und Ren^-
imld, sine brüeder nnd ir vetter Magia ryttend von Dordonna
6 und macbtend sich uff die sträß. Und ryttend dnrch Meu.staa,
ilurcl) Gfistinos nnd Orliantz nml über das was.ser Lorra nnd
ryttend gen Pottiers, Und do sy zuo Pottiers würend , do
horitend sy sagen, d^r küuig Johans von Uastgunia were voti ■
den beyden überfallen. Do Magis dysse mere erhört, do sprach
10 or zuo Kengnold : >Vetter, der kunig von Gastgunnia ist ein
verrüempter filrst. Dannnni länd nns zuo im rytteo nnd im
diennen iun sinem krieg. < »Vetter,« sagt Rerignold, *so lät^
nns rytten , diew^l es dich guott dnnckt • Do sy des eyü
warend, do nammend sy irji weg gegen Gastgunnia zno und
IE» ryttend sovast, das sy gen Hnrdyas kämmend; da fiindend sy ■
den kunig Joliaus hm grosser gselschafft nnd Irerbergtend
sich inn ein wirtzlniü. »Lätid nns zoo dem künig gaii!« sagt
Magis. »Wann Borgas hatt vyl siner stett ingenorinnen , als
Talossn, Montpellier, Ciirra, 8ant Oilg, Arrackon nnd Arles,
sro (cb gloob, er werd uns annenimen.* Also uainni lieognold
fnnfftzig rytter und gieng mit siuen dryen bruodern nnd
Magissen an des künigs häfT; da t'uiidend sy den knnig, Uo
inn Rengnold gsach, grnotzt er inn nnd sprach zuo im: i^Her
künig, ich und mine bruodern und min vetter Magis sind lich
afi kommen entsciultten mit fiinffhundert ryttern, ob üch unser
dienst angeuenirn ist nnd ob ir uns verlieyssen wellend ze-
hjütten wyder mengklichen.« »[r heren,« sngt der künig, »ich
dancken üch. Aber ich bytt üch, dos ir njir vor hin sagen
wellend, wer ir sigend*« »Syt das üch geliept das zewüssen,«
öo sprach Renguold, »so wüssend, das ich Rengnold bin, des
hertzog Anions von Uordonua snn, und dyJA dry ritter sind
mine brüeder, nnd dysser ist Magis, unser vetter. Karly hatt
uns uß Franckrich vertiiben, und unser vatter bätt uns uff
geben von sin et wegen* Und darum in suochend wyr ein ge-
afi trüwen heren, der uns häJff nnd beschirmme wider inn ; so wend
wir imm getrülichen diennen.^c Do der künig Johans Reng-
nolden vcrsfcuond, do ward er vaat fro ; wann er erkant wol,
das sy die Ber besten rytter inn der walt warend und das
63
Magis vast lyatig was, und er wü&te wol, wenn der krieg
enden sott, so wurd er durch sy gendet. Kr gsach gegen
biniel und dancket gott ; darnach sagt er zuo innen : Ar heren,
ir sied nüt lüt, die man versagen soll. Ich verheyssen üch
inn eydtz wyla eines künigs, das ich üch beschirmnien wyll mit 6
all rainem vermögen wider mengklichen. Es ist billich, dns
wir by ein andren sigend, diewil ir entherpt sind und ich
och, das einer dem andren hälff mit all sinem vermögen. c
>Her,€ sagt Rengnold, »ich sag üch zuo tussend mallen danck.
Sind dessicher, das wir inn üwerem dienst sterben wend, lo
oder üch muoß üwer land wyder werden.« Der künig beruoft
sin marschalck und gebott im, das Rengnold und sin gsel-
schafft wol beherbergt wurdend. Also wärend die fier sün
Amon zuo dem künig Johans kommen und vermeinttenr] , sy
hettendtz nun wol gschafi'en ; aber es geruow sy. Nun wend i6
wir TOD Borgons, dem heyden, sagen.
Wie Rengnold und sine bruoder und Magis, ir vetter,
Borgons den heyd uß dem kungkrich (Jastgunnia
vertribend mit sinem volck.
Do Borgons Tallossa ingenoinnien hutt , do hielt er ein so
parlement mit sinem volck also: »Ir heran,« sprach er, »ir
wussend , wenn das yssen heyß ist , das es besser zewerchen
ist, dann wenn es kalt ist. Dyss hab ich vor üch geredt und
gemeldet üch zerkenuen geben, waz wir thuon sollend. Und
darurani dunckt mich, wir sollend gegen Bordias rytten yetz- 26
mal, diewyll der sämmen dick ist; dann unsere [bl. 190] roL^
werdend gnuog zessen haben.« »Her,« sagtend die sinnen,
>ir redend wyßlich.« Do es mornendes tag ward, schied
Borgons von Tballossamit zwentzig tussend ryttern und kämmend
für Bordyas und verhielt sich inn ein holtz, das zenechst by so
der statt was. Und verordnet wol fier hundert heyden, die
hast gerüstnen, so er halt, das sy für die stjit ryttend und
alles verwuostind untz für die statt. Do die Wächter die
heyden gt^ächend kommen, do schrey er und sprach : » Wapnet
*
13 das also hfl.
64
uch, waun die lieiden kommetid dabar!« Do die inn der statt
dyß erhortend, erschräckend sy vast öbel. Do Rengnold dysse
mere vernam, do sagt er zuo aineii broodeni : »Land uns utiö gen
wapnen und heysseod anser volck sich oeb wapaeu!« Do sy
5 all gewapnet wärend , saß Kengnold «ff sin goot pfert und
reyt ziio dem tunig Johans und sprach zuo im: »Her, band
kein eracbräcken, sunders sind on sorg! Wann gott wirt uns
haltten. Ich und mine briieder wend mit unserem volck ?or
anhar rytten. Und land iiwer volck von stund an zuo nisten!
lö Wann das berlz sagt mir; die heyden werdend überwunden
uW den hüttigen tag.c »Fr und,« sagt der künig, »ryttend
inn gottes nammen; so will ich das thuon, so ir gsagk band.'-
Damit rejtt Rengnold nß der statt und kam an die heyden ;
die zerhilw er, als werend sy entwapnet, nnd scbluogend ay
i& inn die flucht gegen dem halt. Do Borgons sin volck siglos
gsach, do macht er sich ui\ die straü. Do IlengnoM sovyl
volck gsach, do sagt er zno sinen bruodern : ^ Ir herren, fürchtend
üch not, wann wir wend uff den hilttigen tag er erlangen.
Und bytt üch, das sich mengklicher redlich haltte,« »Bruoder,«
20 sagt Rychart, ^hab kein sorg, wir wentz thuon,« Und als
Rengnold mit sinen brnodern redt, kam Borgens mit nyder
gelaünem sper und [traf] Rengnoiden rittern einen , also das
er im das hertz durch stach. Do das Allard ersach, do stach
er inn sin pfert nnd stach ein heyd tod zuo der erden. Es
fi5 ward nie grossem nyderlag gesechen , als Rengnold und sine
brüeder und Magis begiengend inn kleiner gselsohafft. Do
der künig Johans, der innen zehylf kam, die gros manheytten
der ryttern gsach, do sägnet er sich von wunder und sprach
zuo sinem volck: »Land nns dyfi man lieh rytter entschüttenU
80 Damit stach er sin pfert und reytt inn die grösten hoffen und
hielt sich also, das er den hoffen zertrantt. Und was stetz
nebend Rengnoiden. Inn kurtzem versamlettend sich die huffen
gegen ein andren. Aber do der kiiuig Borgas den grossen
schaden gsach, so im Kengnold thett, do sagt er zuo sinem
x& volck; tWir sind überwunden von dyssen fünff ryttern« Land
uns fluchen! Wann es ist zyt.« Do er dys geredt bat, do
macht er sich in die flucht mit sinem volck. Do Rengnold
gsach, das Borgas floch , do stach er inn Bayard und ylt im
65
nach und sprach zuo im selbs, Borgas müeßte bliben, oder er
weit sterben. Er kam inn kurtzem so wytt, das sine bruoder
nütt woßtend, wo er was. Allard sprach zuo im selbs: ^Äch
gott, wo ist min bruoder Rengnold?« Der künig sprach zuo
Allard und sinen bruodem: >Ir heren, ir wüssend, das nüt 6
guot ist, das man den fyenden vast nach ylle; dann es ent-
springend etwann gros schaden dauß. Land uns wjder hinder
sich züchen, das pitt ich üch.« »Her,<^ sagt Allard, »wir
band Rengnolden, unsern bruoder, verloren und wüssend nüt,
ob er tod oder läbendig istc Do der künig dysse wort ver- lo
stuond, do ward er yast zornig und ließ inn under den totten
suochen. Do Allard gsach, das man inn nüt yand, do fuort
er gros leyd , deßglichen die andren brOeder , Magis und all
sin Yolck och. »Ach,« sprach Allard, »was wend wir an-
fachen ? Wir schiedend u£ unserm land arm und yertriben, 15
das mir wenig zescha£fen gab, dann ich fuor mit dem besten
rytter inn der walt und vermeint, mit siner könheyt wyder
eer und guot zeüberkomen. Nun band wir inn verloren durch
unser schuld. Ach, waz wend wir arm nütsöllend lüt nun
für hin anfachen ? Das ertrich sott uns nüt uffenthalten, so
sunders sötte sich uff thuon und uns verschlucken, c Do der
könig das groß leyd gsach umm Rengnolden fQeren, do sprach
er zuo innen: »Ir rytter, was thuond ir? Diewyl er nüt tod
ist , so sind f rölich ; dann ist er gfangen , so muoß er üch
wider werden, und sott es mich all min hab und guott kosten. 25
Darzuo so band wir irs volcks sovyl gfangen, das im Borgas
umm kein sach nüt thuon wyrt.« »Her,« sprach Allard, »land
ans durch gotz willen nachhar rytten erkunnen, war er kommen
sig!« »Ich wils gern thuon,< sagt der künig. Damit stächend
sy inn ire pfert, und ir volck ylt innen nach, sovast die pfert 30
louffen mochtend. und Rengnold reitt Borgas sovast nach,
das er inn glich erylt hatt ; dann es was kein thier, das Bay-
arden färlouffen möcht. Und sprach zuo im : »Wärlich, Borgas,
din pfert ist müed, ich gsichs wol. Darumni ker dich gegen
mir umm ; dann kenimest du inn der flucht umm , were dir 80
ein schand.« Do Borgas Rengnolden verstuond, do kart er
♦
12 do'] die ha.
Uaimonskinder. ^
66
sich gegen im uiiiui. Und do er RengnoMen gsach, do gsach
er wol, das er der rytter was, der all sin volck überwunden
hatt. Und spnicU ziuj im: >Rytter, rjtt wider hindersich
und verwüest din giiott pfert nüt; dann wenn du inn ver-
f. lurest, so wirst kein söllichen mer uberkomen.« Das redt er fl
uß forcht; dann er torft't nüt mit im strjtten von wegen der ^
grussen manheyt, so er iin im gstichen hatt. Rengnold spracli
zuo im : * Semlich reden soitu nüt triben , aunders solt dich
weren.c Damit stach er inn ain pfert, Do Borgas gsach,
10 das er sich von Rengnolden nüt entledigen macht, do stach
er och inn sin pfert und rantt gegen Rengnolden und traft'
inn so herbtenklichen , das sin sper zuo stucken zerbrach.
Aber Rengnold traf Borgas also , das er roß und mann zun
der erden stach ^ nnd macht im ein grosse wunden inn der
15 brüst, Borgaa stnond schnell wyder uf und zog sin seh wert
uß und tratt gegen Rengnold. Do inn Rengnold zefuoß gsach,
do sali er öch ab Bayard und tratt gegen Borgas^ und Borgas
gegen im* Da beschach ein hertter strjtL Do sich des heyden H
pfert ledig betand, do macht es sich |bl. 191] inn die flucht, ~
30 Do das Bayard gsach , do jlt er im nacli uurl er wüst in by
dem hals mit den zennen und zog inn mit gwalt wyder zuo
sinem herren. Rengnold traff Borgas mit sinem seh wert durch
schilt und hämisch und macht im ein grosse wunden inn lyb,
L>o Borgas Rengnolden stercke entpfand und die wunderbar-
3f* liehen streich, so er gab, do erschrack er vast übel und hatt
grosse sorg sin laben zeverlieren. Und tratt ein wenig hinder-
sich und sprach zuo Rengnold: *0 edler rytter, ich bit dich
durch die liebe i so du zuo dinem gott hast, das du mir ein
anstand gebest; so wyll ich dich zuo her und meyster machen
äü über alles das, so ich inn dysser weit hab.«^ >Warlicli,t sagt
Rengnold , »ich ivils nüt thnon ; wann ich hab dem kunig
Johans verheyssen ira zehiUflfen wyder mengklichen. Aber
wiltu ein guotter Kryst werden» so will ich dir gern ein an-
stand geben,« »Rytter,« sprach Borgas, ^ich ergib mich dir,
8-^ dann ich könde mich keinem manlichern rytter ergeben; doch
das du mir min laben fryachtest '^ > Borgas,* sagt Kengnold,
I
I
20 Üben hs.
67
»dir mnois nüfc beschechen , wann ich will dich bewaren als
min eigne personn.« »So verheyä mirs!« »Jä,c sprach Reng-
nold, >by miner rytterschafFtlc »So niui min schwert,« sagt
Borgas, »ich befilch mich dir inn din huot.c Rengnold namm
sin schwert Und sässend wyder uflF ire pfert und ryttend 6
gegen der waldstat. Do begegnet innen der künig mit sinem
Yoick. Do Rengnold den künig gsach, do gab er im Borgas
und sprach zuo im: »Her, ich bitt üch, das Borgas am laben
nüt beschech ; dann ich hab inn gesichert.« »Lieber frQnd,«
sagt der künig« »im muo£ nüt beschechen dann alle eer von lo
üwertwegen.« Do Allard und sine bruodern und Mugis
gsachend, das Rengnold Borgas gfangen hat, do wärend sy
▼ast fro; dann sy vermeinttend, er were gfangen ; daumm sy
inn grossem truren gewe&t wärend. Allard sagt zuo im: »Du
hast uns inn groß truren gsetzt ; dann wir forchtend , du i6
werest gfangen. Aber du hast Borgas gfangen; darumm der
krieg ein end hatt.« Nach dyssen reden ryttend sy gegen
Bordyas zuo mit ireu gfangneu. Do sy da hin kämmend,
namm der küng Johans Rengnolden by der band und fuort
inn inn pallast. Da sagt er zuo sinen fürsten : »Ir heren, ao
thuond dyssen ryttern eer an, dann ich bin durch ir man-
heyt künig beliben. Gesegnet sig gott, der innen den wyllen
geben hat har zekommen! Dann sy band mir min land ent-
lediget.« Der künig hieß die pütt ußteillen und ließ Reng-
nolden den merteyl; aber Rengnold gab es sinem volck alles. S5
Do der künig Rengnolden grosse geschickligkeyt gsach , do
hatt er inn lieber dann vor. Der künig Johans hatt ein
Schwester, die was ein vast schöne junckfrow. Die beruofft
ein rytter, do sy sovyl guotz von Rengnolden hört sagen, und
sprach zuo imm: »Sagend mir by üwer trüw , wer hatt die 30
gröst er des stritz behalten?« »Junckfrow,« sagt der rytter,
>ir sond wüssen , das Rengnold der selbig ist. Der ist der
best rytter inn aller weit ; wann er hatt Borgas gfangen, dar-
durch der krieg gendet ist. ^ Der red was die junckfrow vast
fro und dancket gott von gantzem hertzen. Der künig Johans 3-.
und sine rytter fuorttend grosse fröud umm den sig, so
innen gott geben hat. Do sich Borgas gfangen gsach , do
enbott er dem künig Johans, er begerttn mit im zereden. Der
5*
kTmig gieng zuo im, Borgas gniohzt ioii und sprach zuo
i^Her, ich bin üwer gfangner und der mertejl mines volcks.
Darumni, weiid ir, so wjll ich lich umni unser erlösaung
zeeheii thoniien gold geben.« *Tch wils gern thuoTi,-'; sagt
der kiinig Johans, ^wenn es Uengnolden gfelifg ist.« Kr he-M
ruoffit Rengnolden und sine frirsten und fragt sy, was er ihnen
sott, ob er Borgus entledigen sötL Also ryettend sj im, er
sott inn raulxonnen; des er wol zefriden waa. Und beruoft
Borgas und ließ inn ledig und all sin volck. Und fuorend
' wyder inn ir laud. Aber Thal lossa ward vorhinn dem kilnig
Johans wyder geben, und gab im zechen thounen göld. Die
wott er Rengnolden geben liabeu , aber er wott not ei»
haller nemen.
Wie das schloß Muiitabaet gebuwen ward, und wie
it der kunig Johans Kenguolden sin seh wester zuo der
ee gab mit grossen eeren.
I
i
Nun begab es sich eines tags, das Rengnold nnd sine
bruodern ntfs gojegt rytiend inn einen wald, der was zenechst
by Bordyas. Da fiengend sy fier thierer» Und als sy wyder
20 heim ryttond, da kämmend sy an das wasser Cieronda, Allard
gsach umnihar und anhan und gsach ännethalb dem wasser
ein hochen berg , daruff was ein schonner starcker fels. Do
Ailard das hupsch end gsach, do sprach er zuo Rengnold :■
ifrLieber brnoder, hie ist ein schon wol gesetzt end; ich gloub,
26 es sig einest ein schlos da gestanden. Mochfceod wir sovyl
zewägen bringen, das wir ein schloß da hin machen möchtend, ■
so möcht uns Karly iu*emmer mer geschedigon. Wiltu mir
volgen, so aolfcu das end von dem künig |hL 192] begeren» ^
Und gipt erß dir, so laß uns da ein vesty machen.« »Vetter,« I
sü sagt Magis, »Allard gipfc dir guotten rätfc. Ich bit dich, das
du im also thüegedt.« »Vetter,« sprach Rengnold, »ich wils
thuou, diewyl irs rättend.« Sy fuorend über Geronda und
kämmend gen Bordyas und presentierttend dem künig die
thierer, so sy gfangen hattend. Der künig enpfiengs und
86 dancket innen vast. Mornendes nach dem ynibiß nam Reng-
noid den kunig an ein ortt und sprach zuo im: ^Her, wii
band üch lange zj^t gediennet trülich ; darumm ich uch umm
ein schäDckebyt.« Der künig sprach : »Ir sagend war; darumm
ich schuldig bin das umm üch zeverdiennen. Nun luogend,
ob inn minem land stett oder Schlösser sigend oder anders,
daz ir begerend; das muo£ üch werden.« »Her,« sagt Reng- &
nold, »grossen danck; aber verstand mine wort, lieptüch. Her,
mine bruodern und ich sind uff dem gejegt gsin, und als wir
wyder heim ryttend, do luoget ich über Geronda; da gsach
ich ein hocher berg. Liepte es üch, so möcht ich wol ein
schlos dahinn buwen nach minem gfallen. Darumm, her, liept ^o
üch, so lässend mich das machen für all mine dienst, die ich
üch ye gethän hab.« Do der künig Rengnolden verstuond,
ward er yast fro und sprach zuo im: »Feh wils üch mit guottem
willen nach lassen und wyll üch all manott zechen tussend
marck silber geben darzuo.c »Her,« sprach Rengnold, »ich i6
dancken üch zuo tussend mallen.« Und knüwet damit uff sine
knüw; aber der künig hat inn uff und sprach zuo im: »Edler
rytter, laben ich lang, so wyll ich üch rieh machen.« Reng-
nold sprach: »Her, gott geh es üch wider!« Momendes do
der künig uff was, do beschickt er Rengnolden und nam 20
zwentzig rytter mit innen, und fuorend inn einem schiff über
Geronda und ryttend uff den berg. Do sy das end so hüpsch
gsachend , do verwunderttend sy sich darab. Rengnold was
vast fro und sprach zuo im selbs, wenn er sovil zewegen
bringen möcht, das er ein schlos an dem end hett, so furchte ^'i
er weder Karly nach ander, diewyl er spyß hett; dann uff
dem felssen entsprang ein schönner brunn für zechen tussend
mentschen. Do des künigs rytter die schöune des endes gsächend,
do erschrackend sy übel. Und der ryttern einer zog den
künig an ein ortt und sprach zuo im: »Her, waz wend ir so
thuon ? Wend ir ein heren über üch haben? Ich sag üch für
war, wenn Rengnold ein schlos hie hat, das er üch nüt fürchten
wirt nach all fürsten inn Gastgunnia. Gebend im etwas
anders , wend ir mir volgen ; dann üch möcht wol schaden
daruß entspringen.« Do der künig Johans den rytter ver- 35
stuond, do erschrack er übel; dann er wüßt wol, das er war
♦
11 all] aaa *alle' gebessert bs. 21 über bs.
70
talt, (lax »cliloü
hi
seytt; diinnuni wmiig fält, dax »cliloü wert* iiiigebuweti
liben. Er bedacht sich ein wenig ; diirnacli spruch er, er liette
es Uengnolden verlieysseti, daramni das schloß müefate gemacht
werden* Er sprach ziio Kengnold: »Lieber frCind , wohinri
b wend ir das schlos setzen?« *Her,<( «agt Rengnold, J^ich will,
das har gsetzt werd, liept es üch. ^WärHGh,^^ sagt der kiinig,
»ee gfält mir woL Nun yllent es zehn wen ; so dortf'end ir
dann niemmand entsitzen, weder mich nach die minnen. Aber
ich gloiib nCit, das ir mich nach min volck bekriegen wellend.«
10 »Her,»» ^sprach Hengoold, >länd von dysscr red, dann es ist
nut nott dar von zesageii. Dann ich wett ee sterben dann
verrettery begän an üch nach an andren. Her, ich bin unt»
har ein frommer rytter geachtet worden und gehalten ; got
geh mir die gnad, das ich turcr och iint für onnerlich gehalten
iftwerd! Gedenckend ir, her, so Karly min fyend ist, ich habe
darumm verrettery gegen im gebruchtV Die fyend tschaft kurapt
von Berchtolden, sinem vetter; den ertodt ich, das ich mich ^
sinnen erweren muoHt. Aber ich verheissen nch by minerfl
tröw, thuot üch neyfäwar etwaz zeleyd , das ich üch rächen
tu wyll mit allem minem vermögen. Aber band ir neyläwas
achüchens ah mir, so verhaltend mirs ntlt.< * Lieber fründ,<
sprach der künig, »ich hab nun mit üch geschimpft. Ich
weylä öwern will wol , ir banden mir wol ertzeigt; darumm
hab ichö üch vergunneu und wyll, das ir her und meyster iun
« minem land sigend.« Des im Rengnold grossen danek seyt.
Demnach wnrdoud all nuirer , zimberlüt und Steinmetzen inu
allem land beschickt , also das iren wol fünÖ'tzig und zwey
hundert wurdend» die horttend nie uff werchen, mitz daz das
schlofi gemacht was. Do das schlos uti gemacht was, do lieü
30 Rengnold das schloß umm niuren and beschliesseu mit hochen,
atarcken ranren mit etlichen starcken thürnuen , also das im
kein stnrm uüt thuon mocht. Darzuo lieü er all werinnen
HO wol und werlichen zuo rüsten, daz sy nüt besser sin niocbtend,
Do das scliloß gentzlich ußgemachfc und verbracht was, do
u was Rengnold und sine bruoder vast fro. Do der künig Johans
vernam, das das schlos gemacht was, do kam er es besuchen.
Rengnold gieng im engegen und fuort inn off den grossen
thurn des Schlosses, damit uud er den tzirckel des Schlosses
71
dester bala gesecheii tnöcht. Deiu künig gfiell das schlos vast
wol, innsunderheyt der schön brunnen, der an mitten inim
schloß was. Cnd sagt zuo Rengnold: »Lieber fründ, wie
muofi djü schlos nanimen haben? Ein edlen söt es haben,
dunckt mich, von siner schöne wegen.« »Her,« sagt Reng- 0
nold, »es hat nach kein nammen. Darumm byt ich üch, das
ir im nammen gebend.^ ^Wärlich,« sprach der künig, »das
schloß und end ist lustig und schön ; darumm wyll ich , das
Muntabant hejsse.« Demnach ließ der kiinig inn sinen landen
▼erkünden, das alle die, so inn die stat Muntabant komen lu
wettend, fry sin müeßtend aller schulden zechen jär lang. Do
die lantzlüt die fryheyt des Schlosses vernämend, do bettend
ir gsachen kommen rytter, edel und unedel, burger, jung und
alt, koufflüt und ackerlüt, also das die stat so voll ward mit
allerlein Yolck, das inn allem land kein stat was, die so wol 16
besetzt were, als Muntabant was. Dann es kämend sechs
hundert rieh burgern dar, und wärend wol fünfftzig wirtz-
büssern und fünffhunderi antwerchslütten da. Inn kurtzem
ward Muntabant so rieh und statlich, das es ein wunder was.
Der künig Johans hat Rengnolden [bl. 193] so lieb, das er 2u
imm die herschafft Valliera gab, die ertruog jerlichen tussend
marck silbers. Do die fürsten gsächend, das inn der künig
so lieb hatt, do wärend sy vast zornig und kämmend zuo im
und sagtend: *Her, luogend, waz ir thüegend! Muntabant ist
vast starck, und Rengnold ist ein söllicher rytter, das sins 2>
glichen inn der weit nüt ist. Wurd er mit üch unneyiä inn
einicherleyn gstalt, so möcbt er üch grossen schaden thuon.«
>Ir sagend war,« sprach der künig; »aber Rengnold hat so
ein edel hertz , das er nüt unnerlichs wyder uns gedencken
wyrt.« »Her,« sagt ein alter rytter, j^wend ir mir volgen, ao
80 wyll ich üch sagen, wie ir Rengnolden her belibend.«
> Lieber fründ,« sagt Johans, »sagend an, ich byt üch.« »Her,«
sagt der rytter, »gebend im üwer Schwester zuo der ee; also
mögend ir sicher vor imm sinn, das er üch nüt wyderwerttig
sin wyrt.« * Lieber fründ, ir gend mir guotten rätt; ich will 35
im thuon , wie ir mir gerätten band. Ich by tt üch , das ir
inn dysser sach handien wellend.« »Her,« sagt der rytter,
idiewil ich üwern willen weyß, so wyll ich flyß an keren.'^
72
Demimch reytt er wyder geu Bordyas iiiitl raUscLlaget iini
dem rytter, wie ay die sach zuo eiid bringen wettend, üff
den ersten tag des uianotz Meyeii reytt Rengnold von Mun-
tabant gen Bordyas den könig Johans besechen, und nam mit
im sin bruoder Allard. Der künig entpfiengs mit grossen
f runden. Nach dem ymbils forschet der k-ünig den schach mit
Rengnolden zespillen. Und wie sy sputend, do kam der alt
rytter, dem was inn befelch geben vom künig, die ee zemachen
zwüschend Rengnolden und siner Schwester, der hieß Gödfryd
ifl von MüUinnoo. Der sprach: 'Ir beren, hörend, waz icb sagen
l will: ich schlieff die vergangen nacht, nnd mich dunckt, Reng-
: nold sease uff einem berg und alles volck inn dyssem kilngkrich
! neygte sieb gegen im, und der künig gebe im eiü bereyttuen
L sperwell. Darzuo dnocht mich, as kemme gegen dem wasaer
SÄ Geronda ein wild schwin, das fnort ein so gros gebrecht, daz
j niemman vor imm beliben mocht. Doch griffend sy dry man
an, aber sy fuor durch sy, und do daz Rengnold ersach, do
\ kam er gegen ir uff Bayard und atreitt mit ir und geschandt
^ sy vaat ilbel. Inn dem erwachet ich.*^ Do der alt rytter diu
Iw geredt hat, do .stuoud ein seh ri her uf, der hieß Bern hart, der
was va8t wyß, und sprach; tlr heren, liept ilch mich zehoren,
so will ich üch die bedöttnulä dis troumü sagen. Wnssend,
das der berg, daruf Rengnold saü, bedüt das schloß, so er
hat lassen machen ^ und daz volck, so sich vor im neygt, be-
tö dut das volck, die darinn kommen sind wannen, und die
schäncke, so imni der künig gab, bedüt, das er im sin Schwester
zuo der ee geben wirdt. Und das wildschwin bedütt etlichen
kristen oder heydischen fürst , der wirt kommen den künig
bekriegen , und Keognold wirt inn mit gwalt entschütten,
•0 Darumm ich iinwirdiger darvon zereden riette, das die ver-
mechelschatft zwüschend Rengnolden und des künigs Schwester
j bescheche ; also wurdend »y bed wol gegen ein andren ver-
wantt.« Do der schriber die bedütnuü des rytter (jiödfridtz
troumm ußgeleytt hat, do sprach der künig, die vermechel-
BB schafft gfielle im wol. Do Rengnold dysse wort verstuond,
do sprach er: »Her, ich sagen üch grossen danck unim die
gab, no ir mir thuond» Aber ich bit Cich, deLS ir ein wenig
gedult habend, untz das ich miner bruodern und vettern rätt
73
gehept hab.« »Bruoder,« sprach Allard , »du thuost übel,
das du erst rätfc haben wiit. Du soit des künigs willen gentz-
lich erfüllen, dann es gfalt mir und minen brüedern vast wol.
Dann wenn dir der künig schon sin Schwester nüt geben wett,
sunders ein schlachte junckfrow, so soltest du im dennecht ^
▼olgen.c »Brnoder,« sagt Rengnold, »ich yerheyssen dir, das
ich dinem rätt volgen wyll.c Damit kart er sich wideruram
gegen dem künig und sprach zuo im: »Her, ich bin bereytt
üwern willen zethuon.« Also nam inn der künig by der
band und gab im sin Schwester , dardurch der heyrätt zuo lo
beden sytten beschlossen ward. Der künig kam zuo siuer
Schwester inn ir kammer und fand sy, da macht sy ein tzüttel
eines spers vast hüpsch. Der künig gruotzt sy, und sy stuond
uff gegen im and [thet] im die reverentz an. »Schönne Schwester,«
sagt er zuo ir, »ich hab dich vermechlet wol und erlich.« i&
Do sy inn yerstuond, do ward sy schamrott und sprach zuo
im: »Her, wemm band ir mich geben?« »Schwester,« sagt
der künig, »ich hab dich geben Rengnolden, dem edlen rytter.«:
Do die magt verstuond, das Rengnold was, do ward sy vast
fro, wann sy was im hold, und sprach: Her, ich will üch ao
gehorsam sin.« Der künig nam sy by der hand und fuort
sy inn sal und sprach zuo Rengnold vor all sinen fui*sten:
>Sänd, manlicher rytter, minn Schwester!« »Her,« sprach
Rengnold, »ich dancken üch zuo tussend mallen.« Damit
wurdend sy tzammen geben (wann der kühig wott nüt länger 20
beitten) vast erlichen vom bischoff von Burdyas. Demnach
fuort sy Rengnold gen Muntabant. Do sine bruoder und Magis
ir zuokunft vernämmend, do wurdend sy vast fro und sässend
uff ire pfert und ryttend innen engegen gegen Bordyas. Da
bekämmend sy innen und ryttend mit ein andren gen Munta- 30
bant. Da fieng die fröud so groß an, als ob gott were dar
kommen. Das vest weret wol ach tag. Nach den ach tagen
reitt der künig wider gen Bordias vast frölich von wegen der
ee; dann er gedächt, Rengnold wurde im behulffen sin. Das
beschach; dann syt der vermechlung was kein rytter in Gast- 35
gunnia, der das kinny getörst ufi heben. Aik wärend iren
*
19 der stQnd hs.
74
öch etlich g^iii, dit* dein kiitii^ uiiL '^eliortäumin «iti wutte nd ;
aber Uei]*^Miold itiuchi sy ghorsatiiin, darum iii imi in engk Itcher
inii Uastguniiia entsaö. Nun weod wir wyder von Karly sagen.
Wie Kiirly vernamra, Kenguold und sine bruodern
^ werend inn Uastgunnia» darumui er detn künig Jt3haus
enbott, er söt imm sine tyend schicken, oder er wette
inn bekriegen, und was der kunigJohaos den botten
zeautwurt gab, und wie Uuolland an häff kam, und
wie inn Karly wider die heyden scbickt. [bl. U14],
10 Vjs hegab sich uff ein zyt, das Karly ino rlas küngkrich
Niiwerra reyt und mit im der hertzog Ansea und Gergis von
Tannemarck und ander fursten. und uff der heimfart reytt
er uinvytt von Bordyas au heu aber da8 wasaer (Jeninda; da
eraach er das schloß Muntabant. Das besacti er ein guot vvyll
lü und sagt zuo im selbs : s>Ach gofet, was hüpscben Schlosses ist
hie! Ich gloub, der künig Johauß habe es nuwlicheu lassen
machen. Nun mag es nüt gainn, so ers an ein söllichs eud
g&elzt hat, das er nüt inn willeo sig etlichen zebeknegeu.c
Damit beruoft er ein lantzrytter und sprach zuo im: >Sageud
»0 mir an» wie heiiät dis schln(3?i .Her^* sagt der rytter^ >es
heyßt Muntabant.'^ Er hatt grossen lust zereden; dann hett
er geschwigen, so werß darby belihen. Kr seyfc das» das im
und andren grossen schaden brächt; dann er aeyt im, die fier
sun Ämon bettend das schloi lassen machen, und wie der
i* künig Rengnolden sin scb wester zuo der ee geben liett, Do
Karly das verstuond, do ward er vast zornig und wüßt nüt,
waz er thuon nach sagen sott Kr sprach zuo sinen fürsteu :
>Ir bereu, ich will uch wunder sngeu : ich hab mine fyend,
die fier sün Amon, inn dyssem land fanden. Nun wol uft', ir
»0 Anses und Uergis, suochend den kiinig Johans und sagend
im, das er mir die fier sün Amnion gebe, mine fyend, die er
uflfenthalt wider micir. Und will erlB nut thuon, so sagend
im ab von minet wegen. Und sagend im , ich well inn dry
13 über h^ 30 den] dem bs*
75
oder fier nianoiten inn Gastguiinia »in , stett , schlosser und
törflfer zerstören, und werde er mir, so well ich inn on gnad
ertöden lässen.c »Her,€ sagt Gergis, »wir wend gern rytten,
aber uüt allein ; dann wir wend mit uns nenimen Senses und
Uostes, die sind wyß und manlieh.« Karly sagt, es gfielle :>
im wol. Also niachtend sj sieb uff die sträs und frägtend
dem künig so lang nach, das er innen tzeigt ward zuo Mun-
tabant; da fundend sy inn unden an dem schloß und wott
wyder gen Bordyas rytten; Rengnold gab im das gleytt. Do
sy Gergis gsacb, do erkant er sy wol und gruotzt den küoig lu
und sprach zuo imm: »Her, gott geb üch ein guotz lang
laben!« Der künig dancket im und hieß sy gott wilkommen
sin. »Uer,« sagt Gergis, »der keyser Karly hat uns zuo üch
geschickt ; der enbüt üch by uns, das ir im sine fyend schickend,
die ir inn üwerm land enthaltend. Und ob irß nüt thuou i&
wend, so sagend wir üch [ab] von sinetwegen. Und sagen üch,
daz er inn dryen mannotten inn Gastgunnia sin wyrt üch inn
Bordyas belegren und üch all üwer land nemmen, und werdend
ir im, so wirt er üch am lyb straffen. Nun band wir üch
unser befelch gesagt. Darumm bittend wir üch umm ein ant- :^o
wurt.« »Gergis,« sprach der künig, »es ist war, ich hab sy
behept, darumm das sy mich entschüt band inn minnen notten;
dann ich was vertriben, wenn sy nüt gsiu werend. Und uraui
die groß j^uothet, so sy mir bewyssen band, hab ich Reng-
nolden min lipliche Schwester zuo der ee geben. Ich were jö
\vol grussamm, wenn ich sy inn irs fyendtz händ gebe, die-
wyl sy mir so wol gediennet band. Ich will ee sterben , ee
das ich sy hingeb, nach liden wett, das innen etwaz Übels be-
scheche. Karly wurd mich selbs für ein verretter halten.
Darumm werdend ir dem keyser sagen, das ich ee min küngk- io
rieh daran binden wyll, dann das ich sy hin gebe. Das ist
min antwurt.« Do der künig geredt hat, do sprach Rengnold:
»Gergis, ich verwundern mich, das uns Karly nüt mit fryden
lassen wyll. Er hatt uns uß Franckrich verjährt arm und
eilend , des ich grosse schand hab. Und als ir wol wüssend, 35
wott ich im eines rächten sin vor sinen Fürsten ; aber es gfiel
im nüt, sunders verjagt uns von Muntfort. Und nach ist er
nüt zefriden, sunders er will uns och uß Gastgunnia vertriben;
76
darum tu ur übtfl tUuot, d\u\n ich bin iiucli bereitb im glior-
sauim zesiD. Und scihlachfc ers ab durch siu hoffart, so will
ich wol^ das er wusae, das er uns nöfc so lycbtlicb fachen
muola^ als er venueiutt. Uud sagen ücb zoo, das ich jdu mer
6 dann zechen mallen ertzurnnen will, ee wir gfangen werdend*
Der kfini<^ hat uns dylä schloü lassen niacheu, das lieyßt Mnn-
tabaut; das ist viist starck ; es sind 5ch nianlicb rytfcer darinn,
die mir nüt feilen werdend ino minen nötten. Und sagend
Karly , sytmal ich nüt mit im verreinbaret werden mag, das
iü icb iiß alles das zeleyd thnon will, so mir niüglich sin wyrLi
»liengnold^-? sagt Gergis, »du retst oärsch. Vermeinstii uns
zerschrecken ? Mit wortten wirato das nnt thuoiu Du weist
wo!, das dich Karly zerytter geschlagen halt, und du im sin
Vetter zetod geschlagen hast. Darum m gedenck nun uut frid
16 mit im ze haben. Vermeinstu sicher zeain, darumm das du
ein vest schloß hast? Der künig Johans wirt nüt lachen; dann
ee zwen manott für kommend, wend wir an mitten inn siueui
land sin und das gentzlich zerstören.« »Für war, Gergia,«
sagt Rengnold , >weyt^ icb, wenn Karly inn Gastgunnia sinn
2ofbl. 195] wirt, das er und sin volck inn kurtzer zyt wettend,
das sy an andren enden werend. Der redt yetz lut; wenn es
au ein ernst wyrt gän, so wirt er lysßer reden.* »liengnold,«
sprach Gergis, >kbuond im, wie ir wend. Aber werdend ir
Karly, so wirt er ücb grussammklichen straffen. Icb bah ücb
3s min befelcb gsftgt; darumm rytt ich wider hinweg.« Sy ryttend
wyder zuo Karly und ertzaltend imm des künig Jobans und
liengnolden antwurt. Darumm Karly zyttret von zornn und
sprach: »Nunn wyrt man soeben, wie wol sy Gastgunnia be-
schirm meu werdend gegen mir,« Damit macht er sieb nff die
austräte über Gerunda und reytt sovast , das er \^en Paris kam*
Mornendes beruoift er sine Fürsten und sprach zuo innen: *lr
heren, icb hab üch berüetft uch zesagen die grolä schmacb,
so mir der küng Johans bewylit; wann er utfantbalt die fier
snn Amnion mir zeverdrnlä. Und ir wüssend, waz sebades sy
•fi rair zuo gef liegt band. Ich verbant sy uß Franckricb ; aber
über das machteud sy divs schlos Muutfort inn niinem land,
Daruß vertreib ich sy öcb. Nun sind sy inn Gastgunnia by
dem künig; der sagt, er welle sy gegen mir bescbirmmen ; darzuo
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i er Rengnolden sin Schwester geben xuo der ee. Darum m
ich ücb all bitten, das ir mir hälfTen wellend. t Do er dis
geredt hat, de gab im iiiemniand kein antwurt; dann der krieg
^^mißfieü innen allun, Do Karly gsucb^ das im niemniand nut
^■lieantwurt gab, do sprach er zuo Anses: »Was lättend ir mir?« r.
^>Her,« sagt Anses« >wend ir mir yolgen, so will ich üch
gooiten ratt geben : rüstend öweni züg inn füntf jären, wann
I Äwer volck ist de« kriegs müed^ damit und sy ein wenig ge-
^ftrnowen mögend. Demnach so mögend ir kriegen nach riwerni
^^ willen ; so wirt dann mengklicher mit giiottem willen kommen c iti
Do Karly dis^en rMi verstuond, do ward er vast zornig. Und
als er Anses antwurt geben wott, so kumpt inn sali ein jüng-
klißg grosser schöne, der brächt mit im triesig schönner schiitnern.
Der juDgling kam für den keyser und gruotzt inn vast rilch-
iigklichen. »Lieber fntnd,« sprach Karly, »sind gott wit- 10
koQiuien! Wer sind ir?« »Her,^ sprach der jiingling, »ich
hei§ Ruolhmd and bin uä Brettannia bürttig , des herizog
Hilions sun,« Do inn Karly verstnond, ward er vaat fro und
nmmfieng inn und sprach «uo im: »Byfi mir gott wilkommen,
ein sau miner Schwester! Ich will dich morn zeritter schlacben; «0
wann da nniost dich gegen Itengnolden versnochen.* »Her,c
Pipracb Kuolland, »ich wfll üwer gebott verbringen nud sagen
dch xno » das Kengnold not gespartt werden mnoLi. Er hatt
min Vetter Berchtolden ertödt, des ich vast zornig bin, und
j will sinen tod rächen, mag ich, oder ich will sterben*« Mar- sir.
^^fiendes schhiog Karly sin vetter zerytter mit grossen eren.
^HUnd als man das vest begieng, da kam ein bott, der sprach
^^Euo Karly: >Iler keyser, die üwern zno Köln grüetzend üch
itod ihuond üch zno wilssen, das die hejden sy angriffen und
fast geschediget band und verbränt; darumm sy üch hittend w
nmm hilf,-* Do Karly dysse wort veratuond, do duckt er sin
hopt und »inet. Do das Rualland ersach , do sprach er zuo
im: »Lieber her, warumm sind fr so trurig? Gebend mir volck,
60 will ich die heyden vor Köln dannen triben.« Do Karly
Rnollanden verstuond, do ward er vast fro und ummfieng inn s&
nnd sagt zno im: »Lieber vetter, gesegnet sig die stund, inn
deren dn geboren worden bist ! Wann ich hoff , du werdest
mir vyl müeg über haben. Darumm will ich, das du dahin
78
zitchesti.* Er ordnet im zwcmtztg tusseiid wol gerüster strittern.
Dosy genist wurend, do aati Riiollaud uff sin pfert und sprach
Kuo eiaem vetter: »Her, ich betilch iich unserem heran,*
»Lieber vetter,« sagt Karly, >ich beßleU dir min valck. Und
5 far dahin inini namnien gottes, der sig dir behulffen !< »Her,«
sprach KuoUand, >hand kein sorg, wir wend uns manlich
halten mit der hilff gottes.« Nach dysser red macht er sich
ntf die sträß mit sinem volck. Und ryttend sovast, das sy
nebend Köhi kämmend ; da staltend sj ireu haU. Do be-
in gegnetteud innen etlich heyden, die ryttend wider gegen dem
läger mit grossem röub, mit ochsen und schaffen und gfangneu,
dennen thettend sy groLn martter an. Do die Krysten ire
fyend gsachend , stächend sy inn ire pfert gegen innen, also
das sy all nnimkamend, und erloütend die gfangnen und den
u roub. Do die heyden vor Köln der Kryateu gschrey erhorttend,
do sftssend sy uff ire pfert und kämmend gegen innen. Do
die Krysten sy gj^ächend kommen, do ryttend sy wider gegen
ireni halt, nnd die beiden yltend innen nacli, Do Hnoiland
gsach, das zyt wa^ darinn Äeschlachen, do reytt er uß sinem
50 halt und schluog so ungenieß iitf die heyden, er und sin volck,
das sy ein grosse zaü zuo der erden stächend. Der stritt
fieng vast grussanim an ; wann ir bettend sovil beiden gsächen
ligen tod, das mau kunim vor innen gan kond, Ruolknd
stach öin pfert gegen der beiden kiinig, der hieij fc^corfal, und
96 stach inn üuo der erden und erwuseht inn by sinem hälm und
nam inn gfangen und fuort inn hinweg, Do die heyden iren
bereu gfangen gsach end, do machtend ay sich inn die flucht
Und do sy liuoUand gsach fluchen, do schrey er sin volck
an: »Ir heren, wol an, innen nach! Dann ich byt ucb, das
u ein einiger nüt enttrünne» Ir werdend sy licbtlicb ertöden,
diewyl ich iren künig inn minen henden bah.« Do die Krysten
Rnollauden erborttend, do wettend sy innen nach yllen ; aber
der heydJsch kunig sprach : »Ir beren, ich bit iich, das ir ein
benii^en habend; wann sy aiud gnuog überwunden, ao ich
186 gfangen bin; sunders gebend innen fryd und bringend mich
Karly. Und wenn ir sovil bewegen bringen mögend, das er
mir die gros myssetbät vert/.icht , so ich wider inn gothän
hab, so will ich imm nun für liin gehorsanun und nndortbenig
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sin mit allen trüwen.« »Ry miner triiw,« sagt Ruolland, »ir
redend rechte »Es ist war,« sprach Anses, »wir wand es
gemn thuon nach sinem begeren.« Alsogäbend sy den heyden
frydf die foorend wyder inn ir land, deßglichen och die
Krysten mit dem heyd EkK)rfaI. Und ryttend sovast, daz sy 6
gen Paris kämmend. Do Karly vemam, das ßuoUand kam
nnd die heyden überwanden und iren kiinig [bl. 196] gefangen
hat, do ward er yast fro nnd reytt im engegen und enpfieng
inn mit grossen eren. RuoUand sprach zuo im: »Her, sänd
da Ecarfol, den band wir gfangen ! Er hat uns gsagt, er well io
ein Kryst werden, wenn ir im vertzichen wend, und öch ghor-
samm und underthenig sin.c »Vetter, er ist nüt fromm,c
sagt Karly, »darumm wyll ich mich vor im hüetten.« Karly
gebot, das man inn gfangen leytte und wol bewart wurde.
Wie RengQold und Magis gen Paris reytten uflF den i6
roßlouff, und wie Rengnold durch ein huorig und
darnach oueh von irem wyrt erkänt ward, und wie
sy darvonn kämmend.
Demnach als Ecarfol inn gfäncknus geleyt was, do be-
ruofft Karly den hertzog Anses und sprach zuo im: >Waz2n
dunckt (ich mines vettern halb?« »Her,« sprach Anses, »von
ßuollanden darflf mann wol zesagen; wann syt Krystus gepurt;
ward nie kein sollicher rytter geboren. Er hatt die beiden
überwunden und iren künig gfangen. Hett er ein guott pfert,
so wurdend ir nut vyl fyenden haben , die nüt gnad begeren 2i
wurden.« »Ich bin vast fro; aber sagend mir, wo man ein
guot pfert finden möcht.« »Her,« sprach Anses, »wend ir
mir volgen, so wyll ich üch guotten rätt geben. Land uß
rüeffen inn all üwern landen, ir wellend utf dem Munt Marder
alle pfert gsächen louflfen, so inn üwern landen sind, und das, so
so am basten louflFt, das werd uwere kronnen gwtinnen und
funffhundert marck silber und hundert syden thüecher. Also
mögend ir das best pfert erkennen inn uwerem küngkrich ;
das mögend ir dann üwerm vetter kouffen. Darnach so gebend
all üwern fürsten urlob nutz uff Sant Johannes tag nechst 35
82
Do Anses gsach^ das sy umm sust da wärend , do sprach er
zuo Gergis: »Her tiergis, der keyser thuot ans wie den naren
und halt una för schlächt und für liederlicb lät, das er uns
hie ]^üi beliben umm sufct.« »Her^t sprach Gergis, >ir sagend
e war. Gott verflüech mich, belib ich länger da!* Und ab «y
ummkeren wottend , do luoget der hertzog Anses der sträß
nach und gsach Kengnolden nnd Magia korannen. Do sprach
er zuo Feicker von Morilloa: »Da kommend zwein zeroi da-
har.c Do er ey eraach, do schrey er mit lutter stimm ; »By
10 miner trüw , hie kurapt Rengnold. Nun mag er yetz inn
keinner gstalt enbtrunnen , das er nüt zuo Muntfalckon er-
hänckt werd.« >By miner trüw,« sprach der hertzog Anses,
>ir sagend war; wann daz pfert, so vor anhar gät , gsicht
Bayarden glich, wenn esder farwb were.t Damit nam Feicker
16 sin sehwert inn sin band und reyt vast nach zuo Rengnolden
und gsach inn an. Und do er gsach, das er nüt Rengnold
was» do erschrack er und reytt wyder bindersichi und Reng-
nold und Magis rittend für. Do Anses gsach, das sy für
rittend, do reitt er gegen innen und sprach zuo innen: »Ir
toheren, wer sind ir und war wend ir?« »Her,€ sagt Magis,
»ich bin von Eperon burttig tind beila Josye,c »Fründ,« sprach
der hertzog Anses, »könnend ir mir nüt von Rengnolden, dem
sun Amon, sagen?* >Ja^« sprach Magis, »by miner trüw, er
ist zwen tag mit nnfi geritten und ist nut ein rayl wyt von
26 hinnen.* Der hertzog Anses sprach: »Wer ist der, der mit
uch ritt und also still schwigt? Ich gloub, er hab etwaz boü
imm sinn,« »Her,« sprach Magis, *er ist min sun nnd kan
nüt frantzösjsisßh reden , wann er ist im nydern Brettannia
ertzogen worden,« Do der hertzog Anses dysse wortt ver-
sostuond, do sprach er zuo Rengnold: »Gsell, weystn nüt von
Rengnolden, dem sun ÄniouV« Rengnold sprach zuo im: »Y
ray »cay point francois en Bretant parier cbual a Paris cou-
ronce roy Yon draps honiis gaigner niist^« und redt also sin
sprach wider sins, damit und inn Ansea nüt erkantte an der
86 red. Do Anses Rengnolden also hört reden , do fieng er an
lachen und sprach zuo im: > Hundert tussend tütfei band dich
guot frantzössisch g eiert reden» Ich w*eyß nüt, was du sagst.
Du verglichest dich bas einem narren, dann einem bischoff»*
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Damit liefi inn Anses mit friden. Also rittend s? für eoyast,
das Bj gen Paris kämmend, und als &j tnn die stat ryttend,
do begegnet innen ein bodser hüerrig^ der bekant Rengnolden;
dammm er überlut schrej : »Hie ist Rengtiold, der siin Ammon!«
Do die lüt das erhorttend, do löffend sy harfün Und do der a
böfi schaick sovyl lütten gsacb kommen , do ward er nacb
fraffner wann vor und erwust Bayard bim zoumra* Aber do
das Bayard befand , do huob er sine vordem füeß tiff und
achloog den hüerrig an die brüst, das er im sin hertz inn
schtnog nnd tod zuo der erden fieL Do die lüt das ersachend^ i^
do fluchend sy wyder inn ire bü^er. Und Bayard gieng für
and. Magis im nach , und wurdend nüt bekänt. Sy rittend
durch die «tat nutz uff den alten merckt, das sy kein herberg
überkommen mocbtend ; wann die wirt^büsser warend alle voll
Tolcks. Des sy ser erschtäckend. Sy wurdend inn eines schuo- i6
machers hus beherbergt, der was eines bössen willens, wann
er sprach zuo Magis; »Nun sagend mir, wer der rytter sig?
Wer er elter, dann er ist, so meintte ich inn zerkennen ; wann
[ er gsicht Rengnolden, dem sun Ammon, glich. c »Wirt,€ sagt
Magis, »er ist min sun.« »Warlith,« sprach der wirt, »üwer ao
'tun ist ein scbönner jungling; aber ich gloub, ir fatzend mich.«
NuDD gsachend , waz Übels Rengnolden und Magis begegnet.
Dann als Magis mit dem wirt redt , nampt er Rengnolden,
»0,t sagt der wirt, »ir band mir gnuog gsagt; er ist Reng-
Dold on feiten, der Bercbtolden, des keysers vetter« ertodt mit 15
einem schach.« Do Rengnold dyis verstuond, do zyttret er
von büene und zog f<in scbwert ulä und sprach: »Wirt, du
hast mißhandlet; wann ich gsach Renguolden nye und weyß
Döt, wer er ist»« »Sehwigend!« sprach der wyrt, »ich kenn
Äch wol ; wann by minem liopt so sind ir Rengnold.« Und so
wott damit uß sinem hui loutfen. Aber Rengnokl erylb inn
oiid schluog inn mit slnem scbwert durch das hupt, das er
inn spielt untz uff die zenn. Do daz Magis ersach^ do ward
er vast leydig und sprach: »Keognold, waz ist das? Hastu
die sinn verloren? Gedenckt got niit unser, so sind wyr ver^ 3^
loren*« »Ich mag sin oüt^« sa^zt Rengnold; »geh wieß gange, <
80 hat dysser sinn Ion.« Magis gieng schnell inn stal und
leiit ßayarden den sattel uff und hieß inn daruf sitzen; dar-
84
nach saß er uff sin rappen , und acUiedend u& der herberg.
Do die wirttin und ire kinder gsächend das, so Rengnold thln
hat, do fiengend sy an schryon; aber Rengnold und [bl. 198]
Magis rottend so schnell hinweg, das niemmund wuiat, war
i Bj kämend^ und verstiesaend sich under die andren nnd wurdend
nie erkänt. Sy ryttend untz «uo Sant Marthis thär, da be-
Ubend sj die nacht an essen und trincken.
Wie Rengnold den pryß gwann uff dem roßlouff' und
Karly sin kronn hinweg fuort,
10 Do es tag ward, do sassend sy uff ire pfert und wartlend
des kejsers und der andren heren. Der saß uff sitf pfert, und
die andern heren ach, und reyt uff Senna inn das rietL Keng-
nold und Magi« yltend innen nach. Ond Bayard hanck vaat,
aber Magis hat inn mit fly& hincket gniacht. Do der keyser
16 dahin kam» do gebot er, das sin kronn gseis&t wurd zend des
louffs und die fönff hundert marck Silber und die hundert
ßiden tüecher. Das beschach. Do es altes gerust was, do
sassend die rytter uff ire pfert; wann niengklicher vermeint
das best pfert zehaben* Der keyser gebot Anses, Gergis und
SD Gedellon von Peyern , das Bj gewapnet rytter netnmend und
das louffen wol verwarttiud , das kein unflatt bescheche und
keiner dem andren unrecht thett. Das beschach. Die ritter,
80 öch rännen wottend, fiengend an Rengnolden besächen, der
nff Bayard saß^ der vast hanck, und Hengend an lachen und
26 einen spotten und einer zuo dem andren sagen: Ȇysser wirt
den pryü gewännen und die kron.c Etlich sagtend : »Hüettend
üch, das er ucb nüt schlache!< Die andren sagtend: »Erwyrt
den tilffel gwilnnen.« Ein ritter sprach zuo Rengnolden : *Ir
band im recht thäu , lieber rytter , das ir ilwer gnot pfert
10 har bracht band ; wann ir werdend den pryß gwilnnen.« Reng-
nold verstuond die ungeschickten reden wol, so man über inn
sagt; darumm er das hertz so groß hatt, das, wenn er nüt
gfürt hett den pryß zeverlieren, so hett er ein unflatt angfangen-
- Darumra er sich still hielt, daz er kein wort sprach. Und
8i do der keyser die reden verstuond, so man zuo Rengnolden
sagt, do ward er yast zornig und sprach zuo innen: »Ich
85
büiten üch by ?erlieriiiig miner hulde^ das ir keinem rytter
kein untsucht bewyssend; wann ich wils nut gehept haben.c
Do der hertzog Anses und Gergis gsächend , das zyt was ze-
louff<^a , do liesaend ey die truniraetteii blässen. Do fieng
mengkl icher an zelouffen. Do Kfagis gsach , das yedernaatio &
läff, do saS er ab sinem pfert und entband Bayarden den Fuoß,
Bo er im hinckei gntacht hafc* Aber ee er im den entband,
wärend diewyl die andren vast wyt, Do Rengnoid gsach, daa
es zjt was den andren nach zelouffen, do stach er inn Bayard
ond sprach 2uo im: »Bayard^ wir sind wytt da hinden. Du lo
mochtest wol da binden beliben ; dann wirstu nüt der forderst
sin, so wyrstu nachred haben.« Do namm Bayard und thett
die naslöcher aflF und huob den kopfF uS und strackt den
haJa and nam sin louf so starck , das es thuocht, das ertrich
tittrette under im. Er erylt sy glich und für lüff sy so wytt, is
idas man inn nüt gsächen raöcht vor dem stonk Do die, so
den louff verhuottend, Bayarden gsächend also looffen, do er-
^schräckend sy all und sprach einer s^uo dem andren: »Luogend
dem wyssen pfert, wie es so starck loofft, und unlang so
hincket gieng! Eis ist warlich daz best pfert.« Do Karly das a«
gsach, do sprach er zuo dem hertzog Richart von Normandia:
[•Gsäcbeud ir ye aovil guotter pferden by ein andren, als hie
'Bij3d?€ Richart Sprach : »Neiun, her. Aber der wyß ist innen
allen vor geloffen. Ach gott, wie glichet er sich Bayarden
so wol! Wenn er not wyß wer, so seytt ich, er werfi. Der ia
inn rytt, ist licht und kön.i Rengnoid bracht sovyl zewägen,
das er alle roJä für rantt* Do er am end des louSs was, do
namm er die krön und thett sy unim sinn armm (das galt und
die »yden ließ er liggen) und reytt für Karly. Der sprach
zno im lachend: > Lieber fründ, ich bit Üch, band still ! Wend so
ir min krön haben , so band sy. Und will üch umm üwer
pfeft 90 grossen schätz geben ^ das ir üwer laben lang nüt
armm werdend,« >By gott,« sprach Rengnoid, >dyß reden
werdend üch nüt hälffen* Nunn hab ich üch wol betrogen;
wann ich wyll genn an andren enden kouffmanachatz triben. 35
Ich halt üch für kindtsch. Ich hab üch sotiI malten ertzürnt
und üwers voicks sovil ertödt Ich bin Rengnoid , der üwer
hinweg füert, Suochend ein ander pfert, das ir RuoUauden
86
gebend; dann Bayard wyrt äch nüt, nach öwer krön och.c
Damit stach er inn Bayard und fuor so schnell hinweg als
die sträl. Do Karly Rengnolden Yerstanden bat» do ward er
vast zornig und achrey uberlufc : tWol nachar, ir heren, wol
B nachar! Wann es ist min fyend , der snn Amon mit dem
stoltzen gmüet« Do die rytter Karly versfenondend, do stächend
sy inn ire pfert, Rengnold nach. Aber ir nachylien was nmm
sust; wann Rengnold was schon so wytt, das sy nut wnßtend,
war er kommen was. Uengtiold kam an die Senna und reytt
10 [bl, 199J all gmachest dardurch schwümmend; wann Bayard
was sinn brüchig, er was einest inn vyl grosser yll dardurch
geschwumnien. Do Rengnold darüber was, do saß er ab*
Diewyl kam Karly an das ander ortt und sprach zuo Reng-
nold: >0 Rengnold, gib mir min kronii wyder! Ich will uch
ta ssechen mal mer gen, dann sy wert ist, und will dir zweyjSr
fryd geben, das ir gen Dordonna mögend rytten üwere muotter
besächen,€ »By gott,« sprach Rengnold, »ich thuon nüt nmm
Äwere red, Uwere kronn wirt üch niemmer mer ; ich will sy
verkonffen und niine rytter damit betzallen. Den karfunckel-
so stein muol^ niT min paJlast gsetzt werden , damit und inn
mengklicher gsächen mog.* Do daz Karly verstuond, do wüßt
er nüt, wa» er sagen sott von zornn. Demnach saß Rengnold
ufF Bayard und macht sich uff die sträfi durch ein heimlichen
strich, durch den er formallen och gerytten was. Do Magie
u vernam , das Rengnold über die Senna was , do reytt er von
Paris znnim sebnellisten, so er moeht, Rengnolden nach. Und
do er zuo im kam, sprach er zuo im: »Vetter, gedeock ze-
rytten; dann hie zebliben ist nüt unser fuog.« Do Ällard
gsach sin hruoder und Magis kommen, do sprach er zuo sinera
aovolck; »Wir mögend nus wol harfür thuon; ich gsich min
brnoder und Magis kommeu.« »Ach,« sprach Richart, »ich
gsich sy inn grosser yll kommen; ich gloub, man yll innen
nach. Nun land uns all uff unsere pfert sitzen , das w^ir sy
entschüttend!* Sy spräcbend all: »Jä,< Inn dem kämmend
86 Rengnold und Magis zuo innen und sprächend: »Gedenckend
zeritten; wann lang da zebliben möcht uns schaden bringen.
I
I
12 gescbwtintieii ha.
16 mögend b«.
87
Ich Vier Karlys krön, die halt mir Bayard gewunoen.« Dei
Allard ¥tist fro was^, Sy machten aych uff die sträß tiud ryttend
soTasi, das sy gen Muntabant kämmend; des die frow vasi
fro was. Bengnold sprach zuo sinnen ryttern : »tisgieng mir
iibel; wann ich ward von unserra wirt erkäntt, der wobt &
mich verrätten haben ; aber ich zerspielt im den kopfF. Und
kirnend uü sinem büß under das ander Tolck. Do man die
tnimmetien bliei, das man louffen sott, do luffend wol zwent^ig
tusaend pfert; ich beleyh da hioden wol eines arm briistscbutz
wyt, aber (gott hab lob!) ich für rantz all ond gwann den i»
priS nod Karlys kronn.t Do Rengnolden rytter die mere
Tcrstuondend, wärend sy ?ast fro*
Wie der keyser inn Gastguunia zog mit einem grossen
zSg und Kengnolden und sine brüeder inn dem schlos
Muntabant belegret.
Hie sagt die hystoria: do Rengnold Karlys kronn ge»
wannen hak, do reyt wyder gen Paris und sprach zuo sinnen
fursten: *lr herren, wie mag ich mich doch ao lleiignohlen
rächen, das er mir min kronn genommen hat? Wann er ist
also gehertzt, das ersy wirt lassen zerbrächen, und wyrt den so J
karfnnckelstein uff sin schloi setzen lassen ^ damit und inn
mengklicber gsachen mog; das mir nun ein grosse nacbred
tin wirt.« >Her,< sprach Rnolland, »wend ir üch ao lieng-
nolden rächen, so belegrend inn und verherend dem künig
Jobiins sin land. Und mag er gfaugen werden, so straffend s&
ion, das es ein byspil sig.c > Vetter,« sprach Karly, ^es muos
also beschechen*« »Her,« sprach Anses, »länd vom zorn ; dann
wend ir mir votgen, so will ich üch ein semlichen rätt geben,
das ay all zerstört werdend. Her, forschend üwer Fürsten, das
mengklicber geru^^t sig zur liechtmel^ uechst kommend nnd ^o
sich mengklicber mit spis yerseche uff sibeu jär; dann ir
wellend so lang Tor Muntabant ligen, untz das Rengnold
g&ogen wyrt. Dann so mögend ir üch an im rächen nach
Üwerm willen.« Do Karly des hertzog Anses rätt verstuond,
do sprach er zno im: »Anses, das ist nüt der erst guott rätt, .v%
den ir mir geben hand* Ich will im also thuon,* Damit
scliickt er hotten inn nll sin keysaerthiiom jjebietten, das alle
die, öo brüchig werind hämisch betragen , wol geriist werend
uff die liechtmeia nechst kdnfftit^ kommend mit spis uff eiben
ß jär vor Muntabaut zebiiben. Do die forsten Karlys will ver-
nämend , do rüstend sy sieh ziio und kämend gen Paris und
ertzöugtetid sich Karlj nnd Ruol landen. Und von wegen der
grossen zall volcks, so dar kämen d, mochtend sy nüt zuo Paris
beherbergen, aunders herbergettend sich iun Seona. Do Karly
w gsach, das all sin forsten kommen wärend, do hies er sy für
inn kommen und sprach zun innen : »Ir heren , ir wüssend
wol, wie ich fiertzig künig errobert hab, die mir ghorsamy
bewissend, an allein der könig inn Gastgnnnia, der uffenthalt
die fier süti Amon. Und ir wüsseud wol die gros unneer, die
iiAsy mir bewyssen band; des ich mich gegen Üch erklag, und
bit üch» das ir mit mir wellend konmien mir hälfFen min scbniäch
und schaden rächen; wann ir sind es schnldig.c Do sprach
Doon von Nantueyl : »Her, wir werdend uff dys [bl. 200] mäU
nüt züchen, dann wir mögend nüt. Ir wüsgend wol, das wyr
j0 kiirtzlich ulä Hyspanuia kommen sind , darmnm wir nach all
müed sind ; darzuo sind inn disser gselschafft vyl füraten und
heren, die nach nüt inn Iren landen gewelat sind by iren
frowen und kinder, Ond ir wend, das wir inn Gastgunnia
zücbend wydor den küoig Johaus und wider die fier siin Ämon,
16 Ich sag üch , das mir die zwo wunden ^ so ich inn Hispannia
entpfangen hab, nach nüt gnessen sind, daruram ich yetzmäl
nüt rytten mag. Und darumm ertzöugend üch, das ir üwer
volck lieb habend: vertzüchend nntz uff Pfingsten und gebend
allen fürsten urlob, das sy heimm ryttend ein wenig ruowen.
«0 Wenn dann zyt wirb zekommen , so wirt mengklicher mit
guottem wyllen kommen und mit üch inn Gastgunnia züchen
oder an andere end.« Do Karly dyßse red verstuond, do ward
er vast zornig und sprach: »Und sott ich enÜierpt werdeu,
so will ich dennecht inn Gastgunnia züeben. üod will all
15 min jung kriegßvolck mit mir nemmen, die wyll ich vast er-
lich ZOO rüsten und innen geben, wes sy bedörffend , sytmäl
I
I
I
18 werdendl wendend hs, ,
30 wesj WZ liB.
verquickung von Verdend* und 'wend*.
80
and ir niQed siüd.« tHer,« sprach Anses, »ir sagend recht;
ivann die jungen werdend all frölich sin eich zeversiiochen.«
lÄlso will ich 6ch,< sagt Karlj, »Der kilnig Johans niuos
von innen verjagt werden; so will ich dann Gastgiiiinia den
jungen rytter geben. € Und als Karly dysse wortt redt, do »
was ein specher da, Aer gehört RengnoMcn zuo; der hört alle
dysse wort. Und do erß als wol verstanden hat, do kam er
Igen Muntubaut zno Rengnoldeii und sprach zuo im: »Her,
^ussend^ da» Karly vasfc zornig über den könig Johans ist und
über ücb, üwere brüeder und Magis. Er hatt all sin keysser- lo
tfauomb gemant und all sin underthanneu, aber es hat niemmen
firellea kommen. Er schwuor, er wett nun die jungen rytter
mit im nemmen, deonen wett er das gantz Land Gastgunnia
geben. c Kengnold gieog iün sal , da faud er sine bruodeni
und Magis by sinen rittern und sprach zuo innen: tich bring i&
öch nuwe mere. Wüssend, das Karly ans kompt belegren,
und bringt mit im all sin macht, Enthertzigcöd öch nüt!
Ich will gsaeben, wie sich Ruolland und Ollyfier wider uns
halten wellend. Nun gedenckend^ das wir sy manlichen eni-
pfichend!« »Bruoder,«: sprach Ällard, >hab kein sorg, sy ao
müessend entpfangen werden.« Üiewyl gedacht Karly an den
rätt^ 80 im Anses geben hat, und beruofft sine forsten und
sprach: >Ir herreu, ich gib uch urlob und sagen uch, das ich
tno Ostern gmeinnen rätt haben will; darumni luogend , das
ir kommend. Dann ich will den künig Johans besächen, und u
^tpi er mir die fier siiu Aman nüt, so will ich im sovil schmach
''«nthuon^ das es ein Jammer sin wyrt.« Nach dysser red
Dämmend die beren urlob und rittend inn ire land. Und im
nrlobnemmen sprach Karly zuo innen: »Ir heren, gedenckend
uff die zytt wider zekommen , als ich ücb gsagt hab! Wann bo
Seh sagen uch zuo, das dennen, die nüt kommend, kumm ich
wider u& Gastgunnia, min zuokunfft iiingedenck sin muoß.«
Ryehart reitt gen Norniandia, Halojuon gen Brettanuia, Göd-
frid gen Avignon und Hug der alt und die andren all yet-
Ucher inn sin land, Do nun die zyt hie was wider zekommen, sä
do rust sich mengkltcher zum basten, so er mocht Zum
322 Aiuw] t.
90
alter ersten kam Richart von Normandia mit schönner rjtter-
ßchaft und preaentiert sicli Karly, Demnach kam Salomon
von Brettannia mit schtjnner gselschaftt. Darnach kam Dessiers
nla Hi&pannia und brächt mit im vy\ wolgerüster rittern und
tt die bast gerüsten inn allem zug. Demnach kam der gr&flF
Gödfrid von Ävignon und brächt mit im all sin vermögen.
Darnach kam Biirthole utä Tütschland mit sehönner gselschafft;
wann er brächt mit im die Xi& Yrläland und wol tussend guotter
schlitzen, welh'che amm den tod nüt geflochen werind , und
10 presentiert die Karlj' ; der entpfieng sy erlichen. Demnach
kämm der bischoff Türpin inn schönuer gselschaft, der pre-
aentiert steh Karly ; der was sin er zuokunft vast fro, wann er
was ein frommer man. AUe die forsten und heren , die ire
land von Karly inhattend, kämmend gen Paris und preaen*
16 tierkend sich Karly; der entpfieng sy mit grossen fröuden. Ii^ fl
flond wüssen , do der züg versamlet was , das es so thÜr zuo
Paris was, das es ein erbermd was; wann ein me& koru galt
fiertzig tertsch und zwentzig haller. Und wer der keysser
länger da beliben, so were das gmeinn volck hunger storben.
20 Aber der keyser fieng an mustern, zevernenimen, wie vil volcks
er hebt» Und do er gemustert hat, do fundend sy, das er wol
tryssig tnsaend gebartten ryttern hat an die jungen ; deren
wärend wol hundert tussend. Demnach beschickt der keyser
Hurdlanden und sprach zuo im: j^ Lieber vetter, ich befilch
16 dir njiu züg und bitt dich, das du inn ordenlichen füerest.c
»Iler.c s]>riich Huolland, »ich wiü min vermögen thuon.t Er
hies im den Loriflann geben uud scliied von Paris. Und
ryttend sovast, das sy gen Bläß kämmend. Karly Hei u&
röeffen , das mengklicher spis zuo fuortte und trüegend inn
so das läger, und waz eines hallers wertt were, daramm müefit
innen zwenn werden, Sy kämen d über Geronda. Und do sy
darülier wärend, do machteud sy ein Ordnung und zugend
gegen Muntabant und leyttend sich darunim. Die Frantzossen
fiengend an einer zuo dem andren sagen: »By minem eyd, das
15 ist ein Test schon schlos! Gwünnend wir nüt anderächwann,
hie werdend wir wenig gvvünnen*'i. Do die huffeo umm Mun
Id zwentig hs.
91
tabani geordoet wärend, do sprach RuoUand zuo Karlj : »Her,
mich duBckt, wir sollend stilrnitneQ.« Karly sprach: ^Nach
DÖt; wann ich will vor wussen, ob sy sich ergeben wellend
I oder nüt. Dann wend sy sich uff geben , so fcarff man nüfc
'▼yl «tryttens.c Er schickt aitier ryttern einer gen Muntabfint, 6
der saß uff einem essel ungewapnet Und kam an das tbär des
|Bchloss6s. Da ward er inn gelassen und ward für [bL 201]
Rengnoldeo [gfüert], Do inn der rytter gsach, gruotzt er inn
und sprach zuo im: »Rengnold, der keysser enbüt uch by
uiirr wenn ir ücb nff sin gnad ergeben wellend und ira uwern »o
bmoder Richard gebend, mit im nach sinem willen zeläben *
und wenn trs nüt thuon wend, so will er üch mit gwait dar
ZOO bringen und üch schantlichen köden lassen,« Do Reng-
nold den rytter Terstiiond , do lacliet er und sprach zuo im :
»Lieber fründ, sagend Karly, ich sig not der mann, der ver- m
rettery begang; wenn ichs thett^ er wurd mich selbs darumm
acbälten. Aber ich bitte inn, das er uns begnade ; so wellend
wir im ghorsatnm sin und inn für unsern rechten heren haben,
darzuo im das schlos übergeben inn sinnen gwalL Aber ver-
rächtet er uns, so vertniw ich gott so wol, das er uns beholffen ao
81U wyrfc.* Do der rytter Reugnolden antwiirt hat, do reytt
er Ton stund an wyder zuo Karly und ertzalt imm Rengnolden
mtinung von wort zuo wort an feilen. Do Karly Rengnolden
antwurt Terstuond, do besiutt er sich lang; wann er bekant,
im er nüt dann gnotz sagt. Er beruoft uff das den hertzog n\
Ao^es und Uergis und sprach zuo innen: >Ir heren, Kenguold
enbüt mir, er wells nüt thuon. Und ulä der selbigen ursach
will ich, das man das schloß stünnnie von stund an,< »Her,«
I sprach Anses, »mich dunckt, als ich yerstanden bab, Rengnold
habe ein erliche antwurt geben. Ich rätt, ir nemmend sy iiffuD
gnud üf; wann sy mögend üch nach erlichen diennen und
werdend dester mer entsässeu. Aber diewils üch nüt liept,
80 könnend wyr nüt darfür. Das schlola zestürmuien rätt ich
nut; dann es ist vest und starck, und wüssend, wer darinn ist
Land irlä stürmmen , so werdend sy hinufa fallen durch die w
heimlichen end und üch grossen schaden thuon, des ir leydig
11 s, mim.
92
werdend. Aber wend ir mir volgen , m belegrend das schloß
so nach, das kein mentscb weder hinuß nach hininn kommen
mög^ er werde jrfangen« Also mögend ir das schloß gwuaen
durch hiinger ; änderst wirt es üch nüt« Karly erkant wol,
B das Anses witilich redt, und sprach zno im; »Ich will, das im
also bescliäch, wie ir ertzelt band.* Also ließ er inn all sinem
her nß rüeflen, das sich mengklicher zennechst an das schloß
legertte. Er ließ im selbs sin stelt och nf achlachen zenechst
au das thär. Do das j^erÜefft ward, do bettend ir in kurtzer
ii> zyt raer dann zechen tussend zelten unim das schloß Mnntabant
gsachen nff scblachen, Do der gantz züg beherbergt was, do
schied Ruolland iiß dem läger mit zwey tussend manlichen
wol ge wapnetten rittern uü dem rechten Kranckrich und reyt
nÖ* die ander sytten an Muntabant im ein end, das hieß Bal-
16 lantzon ; das was ein ander waaser gros und tuff , inn dem
wärend vyl visch. Da ließ er sin zeltt ufF scblachen nnd was
so gar voll hoffart, das er sin traeken ließ uff sin zeit setzen.
Und ließ all sin er gsellen zälten umm sine ufschlachen, Sy
wärend an einem end, da sy das gantz bind gsächen mochtend
so und die zwey wasser, so Mnntabant n mm geben hattend» näm-
lich Dordonna und Gyrunda, Do Ruolland das end so vest
gSHch , do verwundert er sich darab und sprach zuo sinnen
gsellen: »Ir heren, ich verwundern mich nüt, daz die fier sön
Amnion min vettern bekriegend, diewil sy so ein guotten
86 nnderschlouff band. Ich glonb nut, das wirß erroberend.c
»Gsell Ruolland,« sprach Ollyfier, »dn hast unrecht; wann
wir gwunnend doch Lossanna mit gwalt und wnrtfend nyder
den grossen thurn Dennobla. Und darumni sag icb, Muntabant
werde uns woL Und wenn sich Rengnold und sine brüedern
$0 nüt ergebend, so wirt es innen übel ergän.^ »Ich sagen dir
zuo, das sy es nüt thuon werdend,« sprach RuoUund, »sonders
werdend uns semliche forcht machen» das die aller maolicheaten
zuo Paris begerttend zesinn. Rengnold ist manlich und wyfi,
deßglichen sine briledern uch , und band manlich rytter by
sa innen. Darumm ich sag und weyß, das sj nüt erroberet
werdend» diewyl sy spis band.«
31 werdend] aua pWyrV gebesaert hs.
4
4
^
I
Wie Rnolland mit sinnen gsellen uflf die weydnig
reytt, und Rengnold diewyl uß Muntabant fiel und
innen grossen schaden thett.
Do Roollanden zeit nff geschlagen was, do besach er das
Wasser and gsach, das voll vöglen was. Do sagt er zao Türpin : ft
»Her, gsachend, wie wir so an einem gnotten end h'gend;
länd uns gen weydnyen mit unsern falckenlc »Her,€ sprach
Türpin« »so gänd im nammen gottes.c Also saä Ruolland uff
sin pfert und namm mit imm trissig der fürnnemisten heren,
und n&mmend ire faicken und ryttend der mererteyl unge- lo
wapnet, allein ire schwertter, an das wasser. Da fiengend sy
sovil TÖglen, das sy ein sonmm latiend. Tärpin und Gergis
rittend nüt, snnders belibend das läger verhüetten. Und warend
Tor iren zelten; da ertzalt innen ein alter rytter, wie Troya
die gros gwunnen und zerstört ward. Diewyl schickt Reng- i6
nold ein specher inn RuoUanden läger, zevernemmen sin thuon.
Do der specher di£ [bl. 202] alles gsächen hat, do karom er
wyder zno Rengnold und ertzalt imm, wie Ruolland und Ollyfier
ufiP die weidnyg an das wasser gerytten wärend mit tryssig
ryttern. Der nieren was Rengnold vast fro und beruofft sine 20
bruodern und seyt innen, wie Ruolland und Ollyfier und trissig
der besten ryttern uff d weydnig gerytten wärend uff die wytte
Ballantzon an das wasser. »Vetter,« sprach Magis, »wir mögend
sy wol ummbringen, wenn wir wend ; dann sy sind vast hoch-
ferttig. Ist es dir ingedenck, das dir ein bott seytt by einem as
mänott, das Karly die alten ritter da heiraman gelassen hett
und hett nun die jungen genommen, dennen hett er das gantz
Gastgunnia uä teylt. Durch disse ußteyllung sind Ruolland
und Ollyfier inn so grosse hoffart gestigen , das sy vermeinend,
inn aller weit sig kein mentsch, der sy torff angriffen nach 30
ansächen. Aber wend ir mir volgen, so wend wyr sy zornig
machen.« Rengnold ließ sin hörn blässen. Das bließ man
niemer on ursach; dann wenn man es bließ, so wapnet sich
mengklicher yllentz. Do yederman gewapnet was, do saß
*
5 Wässer hs. 83 niemer] aus »nttf gebessert bs.
94
Rengnold uff BayarJ, der thett ein sprung wol trissig schuoch
wyfc; daruach sprach er zuo sinem volck; »Ich byt üdi, dag
ir öch 80 man lieh haltend , das wir nüb zweymäl imimhar
jiiüessend.« Nach dysser red ritteiid sy hinuß durch den
& heimlichen gang. Und iren was wol fier tuasend. Sy kämmend
den neclisten gen Ballantzon. Do Rengnold Ruollanden zelten
ersach, do sprach er äuo sinem ?olck: >lr heren, waz schönnen
gwünß ist hie! Wenn wir inn torffend angriffen, so glonb ich
nüt, das wir s^o nütsöllend werend, das wir inn dähinden
10 lassend; dann unsere fyend wurden unser spotten,« »Her,«
sagtend die sinnen, »länd uns maolich rytten ! Dann wir torfflend
den tüffel angriffen, wenn ir by uns sind. c Ich will üch von
dem ertzbischoff Turpin sagen, der beliben was das läger be-
waren. Der forcht im übel, dann er wti§t wol, mit wemni er
16 zeschaffen hat; darnmni er inn grossen sorgen wa.^, das
Ruolland nach Olliffier nüt inim läger wärend. Er gsach die
kräyen und tnllen ob der vesty fingen , die fuortend ein groß
gschrey ; dardnrch er im übel entsaß und vermeint, es werend
ire fyend. Er luogt ängferd durch das hoUz und ersach sine
Äo fyend, des er ser erschraek. Er ruofft Gergis und sprach zuo
im: »Her, unim gotz willen wapnet üeh , dann unsere fyend
sind hie!« Do üergia Türpin verstuond, do ward er vast zornig
und gieng inn sin zeit und lielä sich von stund an wapnen
und ließ uff blässen» Do die Frantzossen die trnmmetten
»6 hortend blässen, do staltend sy sich redlich inn Ordnung.
Diewil ward Gergis gewapnet und sali uff siu pfert Broffnrt.
Do fand er schon ein teyl des lägers gewapnet Gergis sprach
zuo innen: »Ir heren*, gedenckend üch manlichen zeweren,
dann unsere fyend sind biet« Kengnold erschraek übel, do
10 er hört, das sich daz läger rodet. Er sprach zuo sinem volck:
Ar bereu , man ist unser innen worden. Nüb dester minder
wend wirß angryffen.« Das gfiell innen wol* Rengnold sprach
zna MttgisT »Min vetier, nim tussend ritter und belib inn
dissem boltz, und wenn du gsichst, das wir hilff noiturfftig
w sind , so kumm uns entschütten. t »Gern,« sprach M^is.
Demnach stach er inn Bayard und reytt über Ballantzon,
Und der erst, der im begegnet, das wavS Amery, der gräf zuo
Mickol; den stach er mit sinem sper durch den üb, das er
I
96
lod «HO der erden fiel, und Rengiiold sprach: »Unglück hat
öch inn Gasigunnia gföert.c Uemnach zoch er sin schwert
u6 und scfalnog sovyl ryttern nyder , drts es ein wunder was.
Do Rengnold die fyend so erschrocken gaach, do sprach er;
»Wo lat Ruolland? Wenn er sich edel uampfce vor mir, ich 6
wett im ertzeigen, das er nüt war seytte.t Do sprach Türpin
sao im: »Du sagst weder war nach recht.« Und sporet durnit
sin pfert gegen Rengnold, und er gegen imni , also dav; ire
sper zerbrechend. Rengnold namm sin schwert und gab im
ein 80 hertten streich , daz sich roJI und mann bog. Und lo
Rengnold sprach zuo im: »Vatter, sind ir der Törpin , den
mao M> wol rüempt? tiy miner trüw, üch were baiä inn üwern
pamlinen , dann das ir harkonimen sind mich zeschedigen !<
Do Türpin Rengnolden verstuond» do wott er unsinnig werden
Qud nam sin schwert nnd rantt uff Rengnolden. Inn dem i&
grjffend bed huffen ein andren an. Da wurdend sovyl rittern
gfelt, Terwont und ertödt, das es ein groß erbermd was ze-
aaehen« Inn dem kam Gergis von Theunemarck uff Broffurt,
[da»] achweri inn der band, und scbluog Kicbard, Rengnolden
bruoder, also das sin pfert zuo der erden fiel, und imin fiel ao
8tn hälm ab. Richart stuond schnell uf und zog sin schwert
ofi. Und Gergis rejtt für und schrey : »Mnntjoya, Sant
Deojssinsic Do Rengnold sin bruoder Richart ze fnoß gsach^
do ließ er Bayard gegen Gergis louöen und gab im ein sem-
I liehen streich, das er zuo der erden fiel. Do er inn am herd ^
igsach, do nam er Broffurt by dem 2u<^el und sprach zuo im:
»Gergis, du hast übel getbän, das mir min bruoder gfelt hast.
Do wejst, das du min nacher fründ bist und uns beschirmen
fotteat wider mengklichen , und du tbuost uns mer zeleyd
dann ander, das du nun not thuon söttest. Nüt desterminder so
nim din pfert; dann nach verdiennen bab ich dir gelonnet.
Ich gib es dir wider, also das du mir diennest ein ander mal,
wenn ich sinn bedarff.* »Vetter,« sprach Gergis, »ich ?er-
heyssen es dir.« Rengnold gab im sin pfert wider und huob
im den stägreiff^ do er uff sai. Gergis gab Rengnolden dar- ss
inach den Ion im felssen Muntbrant, als ir hören werdend.
Do Gergis wider zeroß was, do zog er sin schwert ula und
kam under die Gastgunner, also das sy all vor imm fluchend.
Do Magia gsach, das es zyt was, do fuor er uü sinem hi
über Ballantzon und rantt also under die Frantzossen, daa
die flucht namniend, und die Gatst^iiimer jagtend innen nac
Demnach ryttend sj wider iiio daa läger und namraeud all
5 das, so sy darinn fnudend* Magis kam inn RuoUanden zt
und nnrani [bl. 203] den tracken^ der uff der zeit stuond. Ui
rytteod wider gen Mnntabaut mit grossen fröuden. Mag
satzt Ruollanden traeken uif den grossen thurnn zuo Muntabat
Do Karly den traeken gsach , do meintt er, [iuollaiid hc
10 MiHitabant mit gwalt gwunnen; aber es was änderst ergange
Nun wend wir von Ruoilaud und Ollifier sagen. Die kararoei
von der weydnig ab den wassern mit iren gsellen und kämniei
fröli{»-h däbar, dann sy hattend vyl vöglen gfangen. und e
sy ab der weidnig kämmend, begegnet innen Uambolt, d
lö fry ritter; der sprach mo innen mit grossem zorn: »Ir hai
gnuog vöglen gfangen , her IluoUand und ir, Üllyfier. G
denckend, daz ir giiot kouflüt aigend^ das ir üwern fang w
verkoiiÖVnd ! Dann ich gloab nut, das ir uwern fang so th
verkoutiVn werdend, als er iich kostet» Hand ir vögel g fange
30 so hat uch Kengnold und sine brnodern rytter und pfert €
tödt nnd gfangen ; dann uwer triick ist uff dem thurn z
Muntabant. Des ir vast fro sin sond und den fler sun Am<
guotz darumm sagen.* Do RuoUand dysse wort verstuor
do fält es wenig , er were von sinnen kommen. Er saß
3b sinem pfert nff einen stein und fieng der sach an nach sinne
desgltchen ODifier Och. Do im RnoUand ein will nach g
sinet hat, do beruoft er den bischoff Türpin, Ciergis von Tenn
marck und liicbart von Normandia und sprach zuo innen: »
herreu, umm gotz willen rättend mir ufF disse thät ! Ich da
aa not mer für Karly kommen ; ich furcht, man Rage im andei
dann die warheyt. Und syt das mir d isser nnfal zehand
gangen ist, will ich nüt mer mit den Krysten kriegen.« »Hei
sprach Türpin, »enttriehtend üch nüt! Wann das ist krie
gwonheit: einest gätfe es eim übel ^ änderst woL« iHei
»sprach Ruoüund» »ir gebend mir guotten rätt nnd mnot, u
will mich nff üwer meinnung stillen.« Türpin und Ger(
brächten d aovil ze wägen, das er wider uff sin pfert saß , n
ryttend mit ein andren inü läger. Es yltend Kuollanden u
97
dann haodert edelman nach zefuofi, die haitend ire pferfc ver-
loren. Sj riiteod ion des hertzog Anses zeU; da belibend sy
Ewen tag, das »y nüt xehäf torfi'tend kommen, Diewil Riaol-
hnd und Üllifier Ion des hertzog Anses zeit wärend, rejit
Törpin ZUG Karly inn sin zeit Er gruotzt inn vast erlichen. &
Der kejser dancket im und sprach zuo itn: »Her Törpin,
atiid gott wilkominen!« »Her,« sprach Türpin, »gott sig üwere
hoott ßch battend, das üch geliebe mir zevertzichen, wenn ich
etwas sag, das üch mysfalt.« »Sagend, waz ir wend,« sprach
Rarly. >Her,€ sprach Türpin, »wüssend, das uns die fier sün »o
AmoD überwunden band und genommen all unser hali und
band Tyl gfangnen hinweg gfüert und der mererteyl unsers
Toleks ertodfc. t Do Karly den bischoff Turpin verstuond, do
was er ein guot wi), als ob er toub were, und sprach zuo Tiirpin
mit grossem zom: *Nun band ir das funden, so ir gsuocbt **
band, das ht hoffart ; die band ir eben recht funden.« Karly
bemofft von stund an sinne fürsten und sprach zuo innen :
»Ir heren , ich bab üch gfordert üch zesagen den unfal, der
ans begegnet ist, Wüssend , das die fier sün Amraon unsere
rytter überwunden band. Des ich betrüept bin ; dann ich «o
wett groß guot darfür geben, das nüt beachechen were. Aber
man sol des vergessen , das nüt mag gewänt werden , zunim
bftsten , so man mag. Doch bit ich uch all fruiitlichen und
by dem eyd, so ir mir geth^n band, das ir mir rattend, wie
ich mich inn dysser such halten solle, und wie mir das schloß >*
Mnniabant werden mög,« Do Karly geredt hat, do sprach
der hertzog Anses: »Her, ir begerend ratt, wie ir das schloß
gwütinen mögend. Kein mentsch , der Vernunft inn im hatt,
könd es Üch nüt gerätten wie. Aber ich will üch guoiten
rätt geben: enbüttend dem künig Johans, das er üch üwere s«
fyend übergebe, üwern willen mit innen zeverbringen, und will
erfi nüt thuon , so wallend ir im sin land verwUesten und
kein erbermd Ober inn haben.« »Anses,« sprach Karly,
»nun band ir mir guotien rätt geben, und will inn %uo end
bringen.« ••
E«laiOStkllldar.
Wie lieognold und sine brnodeni verratteo und ver-
kouft wurdead durch deo kimig Johans von Gast-
gunnia und sinen fursten*
Karlj beruoft eiu herold, zuo dem sagten »Wolluf bald
6 und rytt gen Thallossa und sag dem künig Johans, icb sig
inn Gastgunnia kommen mit den zwölf fCiräten und mit hundert
tuesend stryttern. Und sag im , wenn er mir miue [fVend]
nüt übergebe, so well ich im all sin land verwüesten und
verbrennen, und werd er mir, so well ich im sin kronn ab
10 dem höpt nemmen; so wirt er dann ein abgesetzter künig ge-
nempt.« »Her,* sprach der herold, »üwer gebot soll be-
öchechen.« Damit macht er sieh uff die sträß gen Tballossa;
da fand er den künig Johana inn schön ner gselscbafft. Der
herold j^ruotzt inn von Karly ; darnach sagt er sin befelch,
16 als im befolhen was, Do der künig den berold [bK 204] ver-
fiiuond, do duckt er sin hopt gegen der erden und wüßt nüt,
was er sagen sott. Do er ein will gsiunet hatt, da sprach
er zuo imm: »Vertzüch achtag, so will ich dir dann min
meinung sagen,« »Gernn, her,« sprach der herold. Der künig
ao Johans gieng inu sin kannner mit acht gräffen und beschlusseud
die thür wol zuo. Darnach sässend sy all uff ein neu banck,
und der kilnig sprach also zuo innen; i^Ir heren, ich bit ücb
by der trüw , die ir mir schuldig sind, daz ir mir guotten
rätt gebend, der zuo eeren dietiiie, und not nach rainem willen,
25 sunders waz recht ist. Nun wüssend, das der keyser Karly
inn min land zogen ist mit hundert tussend mannen, und en-
büt mir, wenn ich im die fier sün Aman nüt übergeb, so well
er mir weder stett nach Schlösser lassen uffrecht, und werd
icli gfangen, so well er mir die krann ab dem bopt nemmen
Bü und mich ein abgesetzter künig schälten. Min vatter bat nie
nüt von im ingehept, da» will ich ouch nüt thuon. Vyl lieber
will ich mit eren sterben, dann inn schänden zeläben.« Do
der küng usgeredt hat, do stuond ein gräf ufl', der hieÜ God-
fryd, der was des künigs vetter, und sprach zuo im: »Her,
I
I
34 kaBigfl bs.
99
ich Terwundern mich üwer^ daz ir rätt begerend ein Tßrretter
zewerden und semlich rytter zeverätteu, als die fier siin Amon
wod. Ir wüssend, das Rengnold üwer schwä^er ist; wann ir
band im üwere Schwester vor all üwern forsten und früfiden
geben. Ir wjissend, waz guothet er ücb bewyssen hat; wann &
unlang batt er den meehtigen könig Martzallus [öberwiinden]
Qod jagt inn wol fier niil wji und hüw im den kopff ab, den
gab er uch. Do verhiessend ir im, ir wettend inn beachirmmen
wyder mengklichen* Min her und vetter , band ir willen im
DÜt zehalten das, so ir im verheyssen band, so lieissend inn 10
UDd sine bruodern inn andere land züchen ; da mögend sy
etlichem fü raten diennen , der innen mer gootz thuon wyrt
dann ir innen thuon wend. Und bitten öch , min her und
Tetter, das ir innen nüt thüegend, das öch zuo schaden und,
usoeren dienne und üch uflFgehept werde.* Demnach redt der u
gr&f von Ainou und sprach zuo im: »Her, wend ir, das wir
ücb rätt gebend, so werdend wir uns volgen.c *Nim sagend
frischlicb,c sprach der künig, »das üch guot düuckt.« »Her,<
sprach der gräf, >ir band wol gehört sagen und ist war, daB
der hertzQg BeflFes von Agreraunt Lohar ertodt, darnmm er *o^^
mit dem keyser überkam. Darnach ward er och ertodt mn
dem äuoBsonischen wald von Gannellon. Zuo deren zyt wärend
itengnold und sine brQeder nach vast jung, und was nach nut
vo© innen zewüssen. Aber do sy groß wärend , do wott es
innen Karty büessen; aber sy wottend kein buoä darumm ^&
etiipfJachen. Und ire fyendtscbaft weret so lang, dasdardurch
grosse übel entspröngend; wann Kengnold ertodt Berchtold,
Karlys vetter, mit einem schach. Her, ir wüssend, das Karly
80 mecbtig ist, das er nie kein krieg understuond, den er nüt
zuo end brecht. Darumm ich öch rätt, ir übergebend im «0
Rengnold und sine brüeder und Magis ; so werdend ir erlöüi
q6 grossen aorgen.c Darnach redt der graf von Muntbandäf,
der sprach: »Her fcönig, wenn ir das tbnond, so der gräf von
Arno sagt, so werind ir und wir verreiter. Dann do er zuo
äch kam^ do sagt er üch vor uns allen, ee das er die Sporen 3»
ab tbet, er hett krieg mit Karly; nüt desterniinder behuobend
'r inn. Und er bat üch och darumm gelonnet, wann er hat
ücb von üwern fy enden ertöüt. Und darumm sagen ich üch,
100
her, das ir nüt wirdig sind ein krön zetragen , wenn ir von
todes forcht wegen aemliche ritter verriettind, als Rengnold
und sine brüeder sind. Ir Imnd nach weder stett nach Schlösser
verloren. Thuond ir im änderst, so wyrt es uch geruwen.c
ft Darnach redt der alt gräf Anthony und sprach: »Her, volgend
dissem rätt nut, dann es wurd üch zelet^t gerüwen. Ich weyß
Rengnotden meinung bala dann keiner, der hie ist. Uch ist
wol zewüssen, das Kengnold eines heren sun ist, der nun ein
stat hat. Und Kengnold ist al wegen so hoiFertig gsin , das
10 er nie hat wellen sineni heren , dem keyser Karly, ghorsamm
sin ; wann er ertodt Berchtolden durch sin grossen überm uot,
darumm inn Karly uß Franckrich vertriben hat. Nun ist er
inii Oastgunnia kommen , und ir, her könig, band im ilwere
Schwester geben, darKUO grosse gült; dardurch er so hoffertig
IQ worden ist, das niemmand vor ioim hinkommen mag, und
achtet weder üch nach üvvern liäf nut für ein haller. Darum m
ich üch by minem höpt schweren , wenn er mag, das er üch
das laben neomien wyrt, das im öwer küngkrich werde. Darumm
ich üch rätt, das ir inn und sine brüeder Kurly übergebend ;
soso thuond ir als ein wysser, sogestillend ir Karly sin zorn.c
Demnach redt der hertzog Guymard von Bayonna und sprach:
»Her, ich sagen üch, das der giäf Anthony faltschlich lögt
und uch bössen rätt gipt. Wann Kengnold ist des hertzog
Äoions siin von Uordonna, das ist ein vast groü gesch lacht.
«Karly ließ iren vetter, den hertzog Beffee, unrechtlich er-
toden; Re.ngnold thet die räch an Berchtolden mit grossem
recht, und das nach mer ist, wann er muoßt sieh sinen er-
weren. Darumm ich sag, das kein künig wirdig ist ein krön
zetragen, der verrettery begän wylL< Darnach redt Gumars,
»0 ein alter gräf, und sprach: »By gott, her Guumrd, ich gloub,
ir habend die siun verloren, das ir dem küüig rättend, das er
Rengnolden ufienthalt vryder Karly, dardurch Gastgunnia zer-
stört werden möcht, daz üch wenig bekürnern wnrd* Gumard,
ir lügend fultschlich , und werind wir an andren enden dann
9»hie^ so wett ich Üch ertzeigen, wer du werind. Dann ich
wett dem könig als wenig sin unner fördern als ir,< Darnach
I
I
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2 aemlkhi he.
^Mt der alt gräf Hector and sprach: >Her känig, ir beerend
rätt von dem, der im selbe nut rätten kan. Dann als GutHard
aagi, ist im nüi ako; wann Rengnold hat durch sin boQWt
Karly bekriegt, wann er ertodt Berchtolden dorch sin iiber-
mnot. Nun ist er zuo ilch inu Gastgunnia kommen , und ir &
band [bL 205] im üwer schwesfcer geben , des ir ein grosse
torheyt begrengend, und buwteiid im das schloß Muniabant
an das aller sterckesfc end inn allem tiwerm kunigkrich. Nun
ist Karly kommen, der hatz beleg ret. Darumm rätt ich uch,
das ir dcb mit Karly ?erreinbarend und im Rengnold gebend lo
zumm beltisten , so ir mögend ; dann es isfc vyl weger fier
rytter verloren dann üwer küngkrich. Nemiuetid im üwere
ch wester wyder und gebend sy einem mechtigern heren, dann
»ngoold ist. Wo findend ir ein andren rytt-er, der ein aem-
Jchen fyend hab als er? Darumm rätt ich, daz ir zumm aller i5
^Itisten, so ir mögend, etwaz Ursachen findend, durch die ir
engoold and sine brnoder und Magia Karly übergeben mögend ;
^Waon ir mögend das wol an nachred thuon.« »Lieber Tründ,«
sprach der känig, »ich bin bereyt zefchuon , waz ir mir ge-
ritten band. Wann ich gflicb heitter, daz ir mir den besten >o
rätt geben hand, und u§ dem mir mer guotz entspringen mag.«
Do der kdnig Johans ersach, das der mererteyl der heren
eins einhelligen rätz wärend» er sötk Rengnolden und sine
brüeder Karly übergeben, do ti*-ngend im die ougen an über-
louffen, imd sprach zuo im selbs: »By gott, Rengnold, ich ^a
bin dinnen wunderbartichen beladen. Nun wyrt sich unsere
liebe scheiden. Wann du wirst umra das laben kommen, und
ich wird gottes huld verlieren und min eer; dann üch ze-
verätien, mag ich kumlich gnad by im finden. Aber es gylfc
mir glich, wann es rauos sin.« Nun wüssend, das gott ein »o
schön wunderzeichen ertzeigt; dann die kammer, inn deren
der rätt beschach, was wyü, verrendert sich und ward :*chwartz
wie koUen. »Ir heren,« sagt Johans, »diewill sich der merer*
tejfl under uch verreint hatt, daz ich die fier sün Ammon hin
geben soll, so wyl ichs thuon ; aber ich weyiä wol , das min ss
seil niemmer mer gnad finden wirt, und wird all min laben
II daonj das hs.
17 ubergebendt d durchatrichen hs.
lan^'^fin verretter geschulten wie Jodas.« Damit giengend
diB>Bereii uß dem rätt, jetlicher inn ain herljerg, Do der
^ifÄü/ig uß der kamer was, do Srttzt er sich off einen banck und
fieng an der sach nach ainuen, und fi eilend im die trehen uß
6>den ougen uß erbermd umm Retignolden und sine bröedern,
' die so frümm und nmnlich wärend. Do er gnnog gsinet und
gweinet hat, do beruofft er sin schriber und sprach ziio im:
»Kommend» her Fetter, sehribend mir Karly, ich enbutte im
lieyll und frün tschaft, und well er mir mine land inu fryd
10 lassen , so verheysse ich im die fier sün Amon zegeben vor
zechen tagen. Und nittesse sy finden inn der ebny zuo Va-
collers, bekleyt mitscbarlotkmäntlen, mit hermlinuen gefüedert,
und uff efilen, und müessend inn iren henden rossenestly
tragen, das man sy erkenn, nod will sy lassen beleytten mit
ib acht gräffen. Und enttrünind sy ira also, so well ich kein
schuld daran n habende Der schriber schreib den brieflF. Und
do er gschriben was und besiglet, do beruoft er sin raarschalck
und sprach kuo im: »Nun wolluf» sitzend uff nwer pfert und
rittend zno Karly inn das läger för Mnntabant und grHetzend
ao mir inn und gebend im dyssen brief und sagend zuo ira: well
er mir min land quittieren, so well ich tbuon , waz er well,
sust nüt.« Der marschaick saß uflf sin pfert und reyt Ton
Thalossa mit dem herold^ und rottend für Muntabant für Karlys
zeit. Da saß der raarschalck ab und gieng iiin inn und gruotzfc
26 Karly vast früntlich von dem künig Johans und gab im den
brief und sprach zuo im; »Her keyser, der künig Johans en-
büt üch by mir, wenn ir im sin küngkrich sichern wellend,
80 well er thuon allen inlialt dyß briefs, sost nüt.c Do Karly
disse wort verstuond, ward er vast fro und beruoft sine fürsten
«und sprach zuo innen: »Tr heren, gänd wider uß miner zeit,
wann ich will mit dissem hotten handien. « Do sy hinuß
wären d, do schloß er den brief nff und laß inn von wort zuo
wort. Und er fand darin das, so er am liepsten begert, das
was die verrettery ; des er von grossen fröiiden an fieng lachen,
Bft »Her,« sprach der marschaick, »her, ich byt üch, findend ir
üd im brief, das üch mißfall, so schaltend mich uüt.f Karly
sprach zuo im: »üwer her schript früntlichen, Thuot er daz,
so er mir enbüt, so wyrt er min guotter fr und sin, und will
103
mn wyder inengkHchen beschirmraen.« »Her,« sprach der
marschalck, »80 gebend mir börBfen darumm.c >lch wills öch
gern geben: Am ist der son Maria,« ^fr liand gDuog geredt^c
spnu^h der tnarschalck, »und b<»ger keins andren. <t Karly
beruofb sin «chriher und sprach zuo imm: »Schribend mir dem »
kiloig Johan« ein brief^ ich enbiltie im heill und früntschaft,
und wenn er das thöeg, so er mir enbotteu hatt, ao well ich
^m sin herschafft meren mit ficrtzechen gnotten schiöa&ern,
lind geh im gott xuo bürgen. Und ich schick inim fier schar-
lottmäntell, mit hermlinnen gefüedert, den verrettern, wenn m
»T inn den wald Vacollers rittend. Wann sy müessend da
erhänckt werden.« tHer,« sprach der schribör, »üwer will
muo§ beschechen.« Der brieff ward gemacht und besiglet
I»on Karly und dem marschalck geben ; zno dem sagt Karly :
^Send dyssen brief, den gebend dem kiinig Johans und griietzend i6
mir
tad
lir ionU Karly üeä im zechen tussend marck gold göben
ad gab im den ring ab sinnem finger, des im der marschalck
"großlich dancket. ür»d sa^ von stund an wider uff sin pfert
und reytt gen Thalossa und gruotzt den kunig ?on Karly
und gab im den brieff und die mäntfcel Do des kunig Johans to
bott hinweg was, do beruoft Karly Felcker von Morilbn und
Gergis von Tenneraarck und sprach zuo innen: »Ir heren, ich
hab öch beschickt, wann ich will, das ir ein wenig von miner
heimligkeyt wüssend. Aber ich sag es üeh nff üwere triiw,
irs niemman sagend, iintz das die sach verbrächt wirL« sa
^HeTi« sprach Gergis, *8ond sy verschwigen bliben, so sagentz
[bh 20ö] uns nüt« »Wärlicben »c sprach Karly zuo Gergis,
.»ir sind sinn wol wyrdig alles zewüssen , wann ich bekenn
Ich für fromm gerecht rytter.c *Her,<t sprach Gergis, »danck
habend ; aber ich sag üch , das ich nüt wdssen wylLc Do ^
sprach Karly: >Ir mtiessend es wüssen. Ir müessend tun die
ebny Vaucoulers mit drü hundert wol gewapnetter ryttern,
da werdend ir die fier sün Ammon finden, Darumm gebüt ich
fich, das ir mir sy tod oder läbendig bringend.« »Her,« sagt
Gergis, »wir gsächend sy nie dann gewapnet, Wie wend wir ^6
•y erkennen?« Karly sprach: »Ir werdend sy wol erkennen;
6 kanig hs.
12 sehriben hs.
104
wann yet! icher wirt ein scharlottniantel an haben, mit herm-
linnen ^efüedert, ond werdend rosgenest inn iren bänden tragende
»Her,« sprach Gergis, »dyü sind guatte zeichen. Wir wend
üwer gebot verhringen,€ Sj belibend nüt länger, saiaders
ft achiedend uß dem läger zumm aller heimlichesten, so sy kondend,
und ryttend inn die ebny Vacolers und verhieltend sich inn
einem tbrholtz. Ach gott, warumm wiilateud die fier süu
Ämon dysae tödliche verrettery niit! Wann sy werind nüt
kommen wie kuttler uff eßlen, sunders sy wereud uff guotten
10 pferden kommen wol gewapnefc wie manlich rjtter. Hebt gofct
nnt ein uffjsäehen uflF sy gehaben , so werend sy dem tod nüt
enttrunnen. Do «ich Gergis und Felcker verhalten haltend,
do sprach Felcker zuo sinem voick: »Ir heren, ich sol Reng-
nolden billich fyend sin, wann er ertodt min vetter Bercbtolden
16 mit grossem unnrecht. Nun bin ich recht kommen, nanu
ich wird mich au im rächen. Ich will üch sagen wie. Wixssend,
das sy der kuuig Johaus verrätten hat, und sond barkommen
ungewapuet, dann allein ire schwertter. Und darumm, wann
sy kommend, bit ich üch, das sy üch nüfc enttrlnend.c
äo Wie der kuoig Johans Reognolden uberredt, das er
sich begab inn die ebny Vacolers zerytten uflF eßlen,
er und sine bniodern.
Der könig Johans was zuo Thalossa; der bernofft sin
fichriber Godard, do er Karlys briefiF enp fangen hat, und sprach
16 zuo imm: »Besächend, waz dysser brief sage.t Der ßchriber
brach das sigel uf und besach den innhalt des briefs und fand,
wie Rengnold und eine briieder söttend verrätten und hin
geben werden ; darumm der schriber an fieng weinnen. Und
wer es nüt beschächen u§ forcht des künigs, so hett erß gern
30 goffnet. Do der künig den schriber gsach weinnen, do sprach
er zno imm: »Hiiettend üch by üwerm laben, das irs niemand
ofluend dann mir, und mir nüt verhaltend, waz mir Karly
schript!« »By miner trüw,c sagt Godard, »es sind groß Sachen
zesagen.« »Nun sagend mir den innhalt,* sprach der künig,
»6 »Jä,c sprach Godard, »her, ich wils üch sagen. Damit fieng
er an ertzellen , wie im Karly enbot, wenn er das thett, so
<
1
I
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105
er im enbotten het, so wptt er im sinn herachaft meren mit
fiertxecben schlossern, »und gipt uch ziio bürden unsern heren.
und schickt üch fier uiänttel» gefüedert mit hermlionen, den
verrettern , damit und sy bekaiit werdend ; wann Karl y wyll
DÜt, das ander schaden habend, dnnn allein sy fier. Und en- 6
bot öch, das sin volck inn der ebny VacoUera sigend mit
grosser macht, nämlichen Felcker von Morillon und Gergis
Yon Tennemarck mit drö hnndert wol ge wapnetter ryttern ;
da warttind sy die fier siln Ämon ^ die sollend ir innen inn
ire bind geben.« Do der künig Job ans den inn halt des brieffs lo
Terstuond ^ do saß er von stimd an uff sin pfert und namm
bondert rytter mit im and kämm gen Muutabant, die ver-
rettery seuo end zebringen. Do sin Schwester, Rengnolden
giBacbelf des kunigs, irs bnioders, zuokanft vernamm» do kam
ly im engegen und nara inn by der band und wott inn utnm- is
facJien, wie sy des gewonnheyt hat. Aber der künig, der voll
verrettery stäcket, kart sich nebend sich tind sagt, die zenn
tbeitind im wee, und man rötte im ein bett bereytten, wann
er wett ein wenig rnowen. Das sagt er, daz er sin verrette ry
deeter bau bedecken möcht. Das b esc h ach. Do es bereytt >o
was , do leyt er sich darann und fieng an hin und har ge-
dencken vyl ding und sprach zao im selbs: >Ach, lieber her
gott, wie hab ich gehandlet gegen den frümsten inn der weit!
Die hab ich untnllichen verrätten, und werdend an feilen morn
erhänckt. Ich bitten got, das er erbermd über ^y habe dorch äs
mu barmhertzigkeyt. Nun mag ich wol sagen, das ich Judas
nun furhin glich sin wird, und wird die liebe gottes verlieren
und min eer. Aber ich muoß im also thuon ^ syt ichs ver-
beyseen hab und miner fürsten will ist ; wann sy hand es
mir gerätten. Des ich inn grossem kumtner bin,« Inn dem so
ab der verrettersch künig der grossen [bK 207] verrettery
nach gedacht, so er ann den fier sün Amou begän woit, kämm
Reognold ab dem gejegt mit sinnen bruodern sampt hundert
ryttern, und faattend fier wildy schwin gefangen, Do Reng-
nold vermmim, das der künig Johans kommen wtis, do ward so
er vast fro und sprach zuo sinem kämerling: »Uring mir min
hörn Bondar ; wann ich will fröud blässen von wegen mines
heren zuokunft.« Das ward im gebeJL Kengnold sprach zuo
106
sinen hrooderii: »Nun tiemme ein yetlicher das sin, nnd land
uns fröud blä^^en von wegen unsere heren zuoknnft!« Damit
namm yetlicher sin honi, und bliessend so liit, das das seh los
darab ertondt, also das man vermeint, das schloß sott nyder
& fallen. Do der kanig Johans das getfaön erhört, do siuond
er iif vom bed und kam au das venster um der kammer und
sagt zuo imm selbs: »Ach, wtiz Übels begän ich an dyssen
ryitern! Ach, wie füerend ir fröud inu so grossen ängsten,
die ich gegen öch fiirnimm; wann ich hab üch faltschlichen ver-
10 rätten wie ein faltscher verretier, der ich bin. Wann der
meiitsch, der sin frönd verratt, sol kein eer niemraer iner iiin
dysser weit haben nach iiin der andren, snuders sol verloren
werden mit lyb und mit sei; wann er hat gott verlän und
sich dem tüft'el anhängig gemacht.« Nach dysser red leytt
iK er sich wyder, so gar bekümmert inn sinem hertzen, iner dann
kein mentsch sinn möcht. Rengnold und sine brnodern giengend
hinuf inn die kammer zuuim künig. Do er sy gsach, stuond
er uf und bott innen die band und sprach zuo innen : »Ver-
wundernd öch nüt, daz ich nüt frölich bin; wann ich bin
1*« übel beladen mit wee, und ist wol füufzechen tag, das ich
uüt hüb mögen essen nach trincken,* »Her,« sprach fteng-
nold, »ir sind an einem guotten end gsnnd ze werden; wann
wir wend öch diennen mit all unserm vermögen.« »Got danck
üch ,«f sprach der käuig» Und beruoft j>in luarscbalck und
■a sprach zuo im; »Bringend die fier scharlottmänttel , die ich
minen guotten fründen hab lassen machen.« Der niarschalck
thet des künigs gebot. Und so bald er mit kam^ sprach der
küuig zuo innen : »Ich bitt üch , das ir dis mUnttel tragend
von minetwegen.« tHer,« sprach Ällard, >dyß sind schon
30 schäuckinnen ; wir wentz von öwertwegen tragen,« Ach gott,
bettend sy gwüfit, wie die sach stuond, sy hettentz nüt treytt!
Ach gott, waz Schadens sy entpfiengend, das sy also bekleyt
wärend ! Es wärend die zeichen, dardurch sy inu todes nott
kämmend, Uo sy die mäntel an hatten d , do gsach sy der
w küoig an mitt gros^sem erbermd und tieng an weiuüeu. l)ie-
wyl ward das essen bereyt, und ässend. Do «y gessen hattend,
do nam der künig Rengnolden by der hand nnd sprach: »Min
lieber schwäger und trüud, ich will dir sagen miner heim-
I
t
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107
[liehen «achen einy, die du nüt weist, Wöß , daz ich zuo
iMnntbaDdel gsio bin und hab mit Karly geredt. Der zeich
mich etlicher verettery, darumm das ich üch inn minem
küngkrich ufTenthalt; damram ich min pfand dar botten hab
vor aü sinnen forsten, aber es was kein mentsch so frisch,
der mir darwyder törft sagen» Darnach hattend wir vyl reden
mit ein andren und rettend von guottem fryden und verrein-
bamng. Zelettt ward Karly willig fryd zenmchen mit dch
von mioet wegen, als ich öch sagen will, das ist^ das ir morn
früe inn die ebny Vacollers ritten d migewaptiet uff üwern «»
efilen, bekleytt mit den mäntlen, so ich iich geben hab , und
sond rossenest inn üwern bänden trafen. Und ich will acht
gräffen beschicken, die müessend mit ach rytten , die sind
all mines geschläcbtz. Da werdend ir den keyser finden und
all sine forsten ; da wirt er iich vertzichen, wenn ir inn unim i*
gnad bittend, und üch all uwer land allentklichen wider geben.«
Do das Rengnold verstuond, do sprach er: »Her, niiim gotz
willen nüt! Ich entsitz mir vor Karly, wann er hasset uns
iddlicheii, als ir wüssend, und sagen üch, wenn er uns er-
gryffit das er uns entlichen töden wirt.« »Lieben fr und,« 20
sprach der verretterach künig, »band kein sorg! Wann er hatt
mir uflF sin trüw geschworen vor all siner herschafft, das, so
ich üch gsagt hab, zehalten.« >Herf< sprach Reognold, »wir
wend üch gehorsamm sin.« >0 gott, waz ist das, so du sagst!«
sprach Allard. >Du weyst wol, daz Karly zum dickern mall s6
geschworen hat, mög er uns betratten, 00 well er uns schant-
lichen töden lassen. Ich verwundern mich dienen, das du
dich begist ungewapnet inn sine händ zeritten. Gott sig mir
Düt gnedig, wenn ich an min hämisch rytt*« iBruoder,«
sagt Rengnold, >du redtst übel* Uott welle nüt, das ich minem 10
heren nüt gloube.« Damit kart er sich wyder gegen dem
künig und sprach; »Her, wir wend an feilen rytten, geb wuz
ans daruß entspring. Gott hatt uns wol gehulffen, das wyr
mit Karly verrein t sind, wider den wir so lange zyt tödlichen
krieg gfflert band. Aber ayt das ir den fryden gmacbt band, »&
bin ich urbüttig, im alle geUorsamme zebewyssen, so mir müg-
lich ist,« Nach dissen wortten gieng er von dem könig und
gieug inn siner frowen kamaier, da fand er sine bruoderu.
108
Do die frow iren gmachel gsach kommen , do katnii) sy im
eügegen und unimfieng inn mit grosser liebe. »Frow,« sprach
RengnoM, »ich soll dich billich Hob haben, wann din bruoder
der künig hat sich gmtälich gearbejtfcedt und ist von Karly i
ft geschulten worden von niinetwegen. Aber er hat 80?yl ze- fl
wägen brächt (got hab lob ! j das er den fryden gmacht hat "
zwüschend im und uns, dtts weder Ruolland nach Ollyfier nie
hand mögen zewegen [bl. 208] bringen nach all sine fürsten«
Er will uns öcIj all unsere land wider gebeu, dardurch ivir
10 wider zuo gnotteu ruoweu kommen werdend»« Die frow sprach :
fleh danckeü unserm heren mit guottem hertzen. Aber sagend
mir, wo wirt der fryd beschlossen?! »Frow,c sprach Reng- B
ijold , »ich wils dir sagen: wir müesseod Diorn früe all fier
rytt<*n inn die ebny Vacollers (da wirt der frideo gmacht)
10 ungewapnet , dann aüeinn unsere schwertter, uff eJalenn und
niü essend rosenest inn unsern bänden tragen inn fryd es zeichen ;
da sond wir Karty finden mitt sinnen fursten unsere eyd zent-
pfächen.« Do die frow dysse wort verstuond, do ward sy als fl
zornig, das sy schier von sinnen kaumi, und sprach zuo Reng-
«onold: »Min her, wend ir mir votgen, so ryttend nüt. Wann
die ebny Vacollers ist sorgklich ; wann es ist ein hocher berg
da und groß wätd darninm, da nun der kleinst wald mer dann
zechen mil werefc. Wend ir guottem i^ätt volgen, so setzend
ein tag an ein ander end zuo im zekomnien äff Bayard , da
16 werd dann der fryd gmacht oder der krieg. Und Und Magis,
üweni Vetter, zwey oder drii tussend ge wapnetter ryttern
nemmen, die verhaltend sich iou der neche, damit, ob ir iren
notturfftig werdind, das sy üch entschütten mögend. Wann
ich besorg, verrettery sig vorhanden. Darumm ich üch bitten,
so 80 vast ich mag , das ir üch wol bevvarrind. Wann mir hat
die verschinnen nacht vast erschroekenlicheu getroumpt, ä^z
was: mich duocht, ich were an den venstern imm paDast und
gsäche uß einem holtz wol fier tusseud schwinn lonffen dahär,
die ertodtend, w^az innen begegnet, und gsech den thurn nyder
«ft fallen, und gsach inn dem ein pfiJ ongeferd da har kommen, ■
der traf üwern bruoder Allard so herttenklichen , das er im
ein arm durch stach. Darnach kämmend zwen engel Ton
himel, die hancktind uwern bruoder Richard an ein opffel-
109
boamm. Do schrey Richart mit liitter stimm : >0 min bruoder
Reng:Dold, kumm mich entschötten Ic Und ir ryttend jllentz
ZQO im uffBajard, Abi^rerfiet underüch nyder, uml mochtend
inn nüt eniscbütteti ; des ir groß leyd fiiortteod. und danirara
rätt ich üch , ir ryttend nüt.t »Frow,* aprach Rengriold, &
»acbwigi Wann ich achten den für närsch , der troummen
gloupi.« Ällurd sprach: »By der truw, die ich gott sclmldig
^^bio, will ich nüt rytten.« »Nach ich och ,< sagt Itichart,
^^Acb, darch gott,€ sagt Guchart^ »wend wir doch rytten, so
^Mii]d aos DÜt rytten wie nütsöllend li1t, stinders wie rytter to
^■Wol gewapnet uff unserD pferden.« >By gofct,« sprach Reng-
Dold, >ir mögend sagen, waz ir wend ; aber ich wyll rytten,
geb waz mir begegne.c Damit gieng er u& der kamnier und
kam EPO dem kiinig und sprach zno im: »Ich verwundern micli
fDiner bruoderu , die weod nüt mit mir rytten , darumm das 16
Lsy ire pfert nüt nemmen sond. Darumm bit icli öch, das
yetlicber sin pfert nemmen mög; so behebend ir üwpr aclib
gri^en.« »leb wils nut thtioni« sagt der kiinig. »Karlyent-
aiizt üch so übel, das ich im bürgen geben hab, ir müessend
kein hämisch tragen und uß keinnen pferden sitzen. Ryttend so
IT inn anderer gstalt, so wyrt Karly vermeinnen, ich well inn
verrätten ; so wyrt er mir all min küngkrich zerstören , und
das Wirt der Ion sin, den ich von üch haben wird. Ich hab
mich gemneget üch mit Karly zeverreinbären , und darumm
^^80 ryttend also, wend ir* Wend ir dann nüt, so landtz under- 20
^Mregen U »Her,« sagt Rengnold, »syt und im also ist, so wend
^^wir rytten.« Damit gieng er wyder zuo sinen bruodern und
suo siner frowen und sprach zuo innen: »By got, ich mag
d«9 urlob nüt gebaben. Ich bit üch, mine bruodern, das ir
Ich nüt fürchtend , wann der künig Johans ist ein frommer bo
it; verriett er uns, es wurd im zuo unstutten kommen. Kr
ans beleytten lassen mit acht gräffen , die mechtigesten
ine« landes. Ich hab nie kein untrüw an im gespürt,«
Bnioder,« sagteud sine bruodern, »wir wend gern mit dir
tten, die wils dir geliept.« Do sy sich verreint hattend, do »&
^engend sy gen schlaffen. Do Rengnold den tag gsach, do
ttuond er uf und sprach zuo sinnen bruodern : »Stand uff,
bruodern, und rüstend üch, wann es ist zyt ! Dann ist
110
Karly ee da, so wyrt er übel zefriden sin.« »Wir wend bald
bereyt sinn,« sagtend sy. Do sy geröat wärend, do sässend
ay uff ire essel. Mit innen ryttend die acht gräffen , die
wuMeud die verrettery wol. Sy m achtend sich uif die aträß.
R Aber die fier bruodern wärend güofczeerkennen by den rnJintlen*
Do sy der küaig gsach hinweg rytten, do ward im mer dann
fier mallen äramiichtig; wann wie wol er sy verrätten hat,
m hat er erbermd über sy; wann das» so er gethän hat, waa
durch bössen rätt beschechen. Kr sprach: >Ach, lieber her
logott, waz hab ich gethän? Hat ye kein tnentsch so grosse
verrettery begangen als ich ? Nein, wärlicheu ; wann ich bab
die fruinmesten rytter verrätten inu aller wält,« »Her,«
sagtend sine dienner, »ir band unrecht, daz ir so groß leyd
föerend ; wann üengnold ist wyÜ, darnmm erla bald niercketi
lÄ wyrt« »Ach got^« sprach der künig, »heachech es also, wie
ir sagend, so wurd ich frölicher sinn, dann het ich die zechen
besten stett inn Franckrich gwunnen. Ach, Magis, wie wirstu
so betrüept und leydig sinn, wenn du di§ jämnier verneramen
wyrst ! Rengnold hat ein grosse torheyt gethän , daz er dich
Äo nüt rat'Ä gefragt liüt inn dißser sacb ; wann du bettest nüt
gelytten, das er also geritten were. Ach, war will ich armmer,
wenn sy unimkoniniend? iMagis wirt mich on gnad [bb 209]
ertoden. Ks wyrt Öcb recht sinn; wann der verrettery tript,
insunderheyt gegen sinem guotten friind , der sol nüt laben,
»ft nach nieromer mer eer haben,« Damit fiel er inn ämacht
nyder. Sine dienner hattend inn wyder uf und tröstend inn
zumm basten, so ay kondend.
Wie Kengnold der acht grafiFen eioer ertodt, do er
sine fyeiid gsach gegen im konimen, J
so Nunn facht an die erbermklich hyst^rya von den 6er
HÜn Ammon, die ryttend inn iren tod durch des faltschen ver-
retterscben künigs Job ans rätt* Und oß ursach deren ver-
rettery, so er an innen begieng, verlor er das küngkrich Gast-
guunia und den nanien, das nietimier mer kein künig da sin
8 10^ sy bi, 25 amächt hfl.
tu
it; dann syi der selbigen zyt bar ist kein bekrontfcer küni^
er iun Gas^^unya worden. Rengnold und sine bruodern
ttend gegen Vacollers. Und als sy rytteiid , fieng Allnrd
ze«ingen vast wol ein nüwes liedly; Guclmrt und llicbart
hnlffend imm. Aber ich sag üch, das nie kein lyrren nüch &
psalroen so güettygklichen thontteucl , aU die dry brooderö
suogend. Ach, was erbermd es umm dis edel rytter w»s, die
ryttend and sungend inn iren tod ! Sy thettend als die äffen,
ie da singend dtue jär, so sy sterben sond. Rengnold reyt,
in höpt gegen der erden geneigt, und gsach sine bruodern lo
, die so grosse iröud fuorttend, undspmch: »Ach gott, mit
gebepteu bänden gegen himei durch din orenltricher und
Iger namm bit ich dieli ^ das dn mich und mine bruodern
wärest vor dem tod und gfangenschuft ! Wann ich weyü
nüt^ wo hin wir riitend ; aber mich dunckt, wir ryttend inn ^^
;ro^e geiärligkeyt.c Do er sin gebett verbrächt hatt, do
nrdend imm sine ougen naß ui forcht, sinneu bruodern be-
;heehe etwas Übels yon sinetwegen; wann es gfiel innen nät,
an das end zeritten ungewapnet. Do Allard siu bruoder ^e-
h weinnen, do sprach er zuo im: »Ach, min bruoder, waz «o
itt dir? leb bab dich inn grossen sorgen gsachen, aber
gsach dich nie so bösae gstalt füeren als yetz; wauu ich
ab dich gsächen weinnen erst. Des ich mich verwundern;
u ^wnnn ich weyß wol , diis du nüt on grosse ursacb weinest.«
^^Kengnold sprach: »Lieber bruoder, mir brist nut« Allard ^&
^Sprach: >By der trdw, die ich dir schuldig bin, du weinest
^nüi on ursacb. liüt ist der tag, daz wir mit Karly soud ver-
reint werden ; darumm bit ich dich , das du von dissem leyd
Uaieal, und lää uns frölich rytten und sing mit uns!« »Gernn^c
sprach Rengnold; damit heng er an zeningen so wol, das es ^
ein lust was inn zehoren. 8y ryttend so vast uff ircn e&len
ingeud und schwätzend, das sy inn den wald Vacollers kämend»
un will ich üch von der gstalt des tobeis sagen, Ks was
j|n fel§ VBst böß daruff zekommen , der was ummgeben mit
r grossen wälden, dH der miust mer dann ein grosse tagreyß aa
lg was. Und wärend fier grosse wasser darumm; das gröst
22 aigeod he,
112
hieß Geronda, das ander Dordouna, daz dryt Lora, das fierd
Ballantzonn. Und wärend weder stett nach Schlosser nach
wanuungen inn zechen raillen niennert darby* Darutnm was
die verretterj dahinn gesetzt, wann das tobet was wyt von
ß lütten* und was och da ein sträJa mit fier wegen , der ein
gieug ion Franc k rieh, der ander inn Ili.spannia, der dryt inn
Gallitzia, der fierd inn Gaatgnnnia, nnd an y etlichem der fier
wegen watend wol fönfl' hundert mann yerhalten, Kenj^nolden
und sine briieder zefachen lebendig oder tod. Also kämmend
10 sy inn ge.selschaft der acht gräffen, so innen der künigJuhans
zno geben hat, die wnfitend wol von der verrettery. Do ay
Gergis von Thennemarck ersach, do erschrack er und sprach
zuo sinem volck: >Ir heren^ ir sind mine iinderthännen und
frnnd, ir wüssend, das Reiignold min fründ ist; darnmin ich
u sinn tod nüt begeren sol, und bit öch all, das ir im nach
sinen brüedern nut th [legend.« Sy sagtend all, sy wettend sin
gebot thuon. Diewyl ryttend Rengnold und sine bruodern
für ungehindert und ryttend inn die tieffe des tals. Und dofl
sy darin n kämmend , futidend sy nieraraeri ; des sy ser er-
»0 schräckend, Do das Ällard ersaeh, do sprach er zuo Richard :
*Waz ist das? Ich gsich wol, das wir verrätten sind. Waz
dunckt dich? Ich entsitz mir ab Rengnolden,« >Hab keinfl
sorg!« sprach Rychart, »uns wirt nüt dann alles guotz be- "
gegnen, ob got will.« »By miner truw, min bruoder, das hertz
25 zyttret mir; ich hab all min laben lang nie so grosse forcfat
gehept, wann alle harer giind mir obsieh , dar u mm ich mir
vor verrettery besorgen» Und das das b5st ist: ich entseß
mir nütf wer Rengnold gewapnet uff Bayard [bl, 210] und wirS
öch.« Er sprach zoo Rengnold: »Bruoder, weß warttend wir
ao hie, diewyl wir niemmen findend? Werind zwentzig ge wap-
netter ryttern hie^ sy wurdeud uns hinweg flieren wie thierer
wyder unsern wylien. Du wottest uns nach diner frowen nüt
vnlgen, darumm ich furcht, du werdest nüt der wyll haben,
das es dich verrüwe. Wer unser frommer vetter bie, und du
w utf Bayard sessest, so fürchtend wir Karly nach all sin macht
gar nüt. Ich bit dich^ laß uns wider hinweg rytten. Es istj
24 t. aam*
113
wärlicb ein thorheyt länger hie zebeliben ; wann ich erkenn,
das uns Karly bar bat heyssen kommen als tbierer, mit sebar-
lott bekleyt, und kan nüt ändert gedencken, dann der künig
Jobans bab uns verrätten.c »Wärlicb, bruoder, du sagst wär,€
sprach Rengnold , »icb bab sinn war genommen. Nun land 5
uns wider bindersieb ryttenic Und als sy wyder bindersieb
ryiten wettend, gsacb Rengnold nebend sieb und gsacb wol
tussend gewapnetter ryttern gegen innen kommen inn grosser
yll und Felcker von Morrillon zeforderst mit nyder geheptem
sper gegen Rengnolden. Do inn Rengnold gsacb kommen, 10
do bekant er inn woU by sinem schilt. Do ward er als zornig,
daz er nüt wu£t, waz er thuon sott, und spracb: »Ach gott,
waz wend wir armm sünder anfachen ? Ich gsich wol, das wir
hüt sterben müessend.c »Bruoder,€ sprach Allard, »waz
sagstupc »By miner trüw,< sagt Rengnold, »icb gsich hie iß
grofi jämmer: hie kumpt Felcker, der will uns ummbringen.«
Do sy Allard gsacb, do fält es wenig, das er nüt unsinig ward
und nüt zuo erden fiel von grossem leyd. Do Riebart und
Gncbart das ersächend, do fuorttend sy gros leyd; wann sy
zerkratztend ire antlyt und zogend ir bar u&. Allard spracb: so
»Ach, lieben brnodern Guchart und Richart, hüt ist der tag,
das wir sterben mtiessend durch bösse verrettery. Ich bekenn
wol, das uns Rengnold verrätten hat. Ich hett nieramer mer
vermeint, daz verrettery inn ein so edels hertz kommen were,
als das sin ist. Er hat uns har gfüert wider unsern willen, a6
darumm das er die verrettery wol gewußt hat. Ach, Reng-
nold, Araons von Dordonna sun, wer sei yeramer mer einem
mentschen vertrüwen, diewyl du unser bruoder bist, und band
dich für unsern heren, und du hast uns wider unsern willen
inn tod j^füert und hast uns schantlichen verrätten. 0 Richart,« 30
sprach Allard, »züch diu schwert uia! Wann der verretter muoli
gwüßlich sterben mit uns.«: Damit zAigend sy all dry ire
schwertter uß und kämmend gegen Rengnolden inn nieinung
inn zetöden, zornig wie löwen ; wann sy vermeinttend fürwär,
er bette sy verrätten. Do sy Rengnold gsach kommen , do 35
thet er nüt der glichen sich zeweren. »Ach,« sagt Rychart,
»was ist das, so ich vermeint zethuon ? Ich wett inn nüt unim
aller weit gold ertöden.« Allard und Guchart sagtend och
Haimonakinder. °
114
also, vast lejdig umra daz, so sy gethän haben wottend. Ällard
sprach: »Ach, lieber bruoder, warumm hasbu uns verratten?
Wir sind weder EngelUinder nach »Schotten, simders sind all
bniodern von einem vatter und von eioer muotter und band
6 dich für unsern heren. Durch gott sag uns, wannen diase
verrettery kiimni ! Wir sind von erlicbem stammen von Gerold
von Rossillons, von Doon von Nantueyl, von des hertzog Beftes
und von Gödtfrjdtz von Thennemarcks, die nun ein einige ver-
rettery nie erdächt haud ; wie hastu sy türffen ino sinn nemmen ?
10 E« ist warlich an dich übel gehandlet»« »Brnoder,« sprach
Rengnold, >ich hab umm üch grösser leyd dann urani mich:
ich hab üch liar gfüert wyder üwern willen. Aber ist es gotz
will, so will ich üch wider ummbar bringen» Befelchend uns
mit gnottenj bertzen unser m beren ynd gedenckeud uns red-
16 lieh zeweren umm üwer eer und entsitzend den tod nüt; w^ann
zesterben mag nieniraen feilen , aber er mag wol eer über-
kommen»« »liruoder,« sprach Kichart, >wiltu uns hälflfen?«
>J&,« sprach Rengnold» »des sorgend üch Düt!t Do er dyß
geredt hat, do kurt er sich umm gegen den gräfen und sprach
io zuo innen : >Ir beren , der künig Johans hat üch mit uns ge-
schickt uns zebeleytten, uud sind harkommen inn üwer Sicherung
unsere laben verlieren» Und darumm bit ich ucb, das ir uns
hiilffen wellend,« »Rengnold^« sprach der gräf von Anio,
»wir hand uns hie nüt zesnmmen, sunders werdend fluchen
Iß zum beltisten und schneilisten , so wir mögend, unsere laben
zefristen»* Do sprach Rengnold: ^Hy mineni höpt, ir sind
all verretter ! Dariimm will ich üch allen die köpff ab schlachen.«
>Bruoder,€ sprach Allard, twas warttestu so lang? Sy sond
bilHch sterben, diewyl sy verretter »sind.« Do Hengnold disse
so wort verstuond, do zog er sin schwert uß und achluog den
gräffen von Anio damit utF den kopff, das er im den zerepielt
untz uflF die zenn. Das was och billich ; wann er was der
gsinn, der dem künig Johans die verrettery geritten hat; im
ward och zumni ersten gelonnet* Do er tod was, do fluchend
S6 die andren sibeii. liengnold ylt innen nach, aber sin esel
fiel under imm nyder» Inn der warheyt zuo sagen, was Reng-
nold so lang und grolä, das inn kein roü tragen mocht dann
alleinn Bayard; wann er was mer dann acht schuocb lang»
I
115
Er stuond schnell wider uff und sprach: »0 Bayard, min guot
pfert, waramm bin ich nüt uff dir, wol gewapnet! So wett
ich min tod thür verkoaffen. Ach, es soll min tod niemmen
klagen, diewil ich inn mir selbs zuo gefüegt hab.< »Bruoder,€
sprach Gochart, >waz wend wir thuon ? unsere fyend kommend 6
da har. Dnochie es dich guot, so laß uns durch das wasser
uff dyssen yelssen rytien , so mögend [bl. 211] wyr uns wol
fristen. € Rengnold sprach: »Waz wurd uns das fluchen hälffen,
wenn wir uns nüt möchtend gefristen? Ich will gewüßlich
nüt fluchen , ich will vyl lieber mit eeren sterben , dann inn lo
schänden laben. c »Bruoder,< sprach Allard zuo Brcngnold,
»laß ans abstän und nider knüwen und got unsern schöpffer
umm hilf und gnad an rüeffen, damit und er uns gnedig sig
an nnserm leisten end.« Rengnold sprach: »Du retst recht
und wyßlich.c Damit stuondend sy ab und ruofftend gott i6
umm hilff und gnad an. Und do sy mit grossem begird gott
an gerfieft hattend, do ummfiengend sy ein andren; darnach
sässend sy wider uff ire essel, und Rengnold sprach zuo sinnen
bmodem : »Lieben bruodem, haltend üch manlich, diewil im
also ist , das wir nüt enttrünnen mögend. c Und do Allard 20
Rengnolden also hört reden, do ummfieng er inn mit weinnenden
ougen und sprach zuo im: »Bruoder, unser ist par und par,
und ich bit üch, das wir ein andren nüt verlässend, diewil
wir das laben band.« »Bruoder,« sagtend sy zuo im, »wir
wend ein andren hälffen mit all unserm vermögen.« Darnach 25
zoch yetlicher sin manttel ab und wicklettentz umm ire armm
und nämend ire schwertter inn ire händ und fiengend an ire
kry schryen. Rengnold schrey »Muntabant,« Allard »Jhesus,«
Guchart »AUantzon« und Richart »Dordonna.«
Wie die tier sün Amon von den Frantzossen angrytfeu 30
wurdend , und wie Rengnold Felcker von Morillon
ertodt, und wie Richart uff den tod verwundt ward.
Do Felcker von Morillon die fier sün Ammon gsach kommen
ungewapnet on einichen hämisch und uff iren eslen so man-
lich, do erschrack er darab und schrey llengnolden zuo: >Ir 36
sind inn üwern tod kommen. Ich sagen üch, das üch der
8*
116
varratfcen hat, der uch am liepsten hat: das ist der küni^
Johans. Aber band gediilt: ich wyl üch ein strick an hals
legen. Nunn hast du jeiz diu pfert Bayard nut, den du sovil
gerytten hast. Wiltu dich ergeben oder wereii ? Din %ver wirt
5 dich wenig nutzen,« »Ft^lcker,« sprach liengnold , »du retst
wie ein tfaier, Vermeinstu, das ich mich Karlj ergeh nach fl
dir? Ich will dir vorhin din kopff zerhowen ; du muost innen
werden, wie min schwert schnitt. By got, Felcker, dn bist
zeschälten, das du uns also raördersch ummbringen wyt; wann
lö es ist das schantlichest werch, so ein ryfcter thnon mag, ver-
retterj zebegän. Aber thuond , als guot frumm edeOüt und ^
ritter thuon sollend! Wiltu uns lassen gän, so wend wir be- H
reytt sinn Karlj ghorsamni zesin , so will ich dir Bayard
schäncken, den ieli nüt umm aller weit gold geben wett, des-
i& glichen min achlos Muntabant. Und füerfe keiser Karly krieg
wider dich vonn unsertwegen, so wend wir dir mit fier hundert fl
ryttern hilft! ich sinn» Und wiltu das nüt thuon, so thuo ein
anders, als ich dir sagen will j so kunipstu ufs allen nachreden,
dardurch du nüt ein verretter geschulten wyrst : er well zwentzig
10 rytter der besten, so du hast, und stell die uff ein plan wol
gewapnet, so wend wir fier mit innen strytten also unge-
wapnei, wie wir sind, uff unsern eßlen. Und mögend uns
diiie rytter überwinden, so wend wir innen unsern tod Ter- fl
tziehen. Und ob gott wette, das wyr sy überwundind, ßo ^
SB soltu uns all fier wider inn unser schloß ritten lassen. Das
ist das, so ich an dich beger inn almässen und dir zuo eeren, fl
und not mer. Und ihuostu es nüt , so wyrstu all din laben
lang ein verretter und untrüwer rytter geachtet und gehalten.«
>By gott,€ sprach Felcker, >din bredigen wirk dich nüt nützen. H
so Ich wett wärlich nüt tussend marck gold nemmen für das,
das ich dich inn semlicher gstalt fuuden hab. Nun ist din
Vetter, der lystig Magis, zewyfc von dir, das er dir nüt ratt
geben kau; darzuo histu zewyt von dinem volck, dariimm du
nüt magst von innen entschüt werden,« »By niiner trüw,«
■6 sprach Hengnuld, »syt das du nüt andere erhermd Über uns
haben wilt, so werend wir uütsöllend lüt, wenn wir uns nüt
warttind.« Do Allard gsach^ day sy sich weren mnoßtend, do
sprach er zuo Keognold: »Bruoder, wie wend wir uns schicken
117
zewer gegen dyssen yerrettern?« »Allard,c sprach Rengnold,
>du and Gucbartt mfiessend die nachhuot haben, und ich und
Richart wend die farhuot haben. Land uns mit ein andren
inn sy ritten und manlich inn sy schlichen ! L&nd uns hüt
thuon, das es ein gedechtnuß sig! Ir gsächend wol, das wir ft
änderst nüt enttrünnen mögend. c »Lieber bruoder,c sagt Alard
zao Guchart, »wir wärend wol betrogen, das wir vermeinttend,
unser bruoder hett uns yerrätten. Er thette es nüt umm
aller weit gold.c »By miner trüw,c sprach Guchart, »nun
bin [bl. 212] ich vast fro , das unser bruoder Rengnold inn lo
unser hylff ist; dann diewyl er inn laben ist, wend wir uns
redlich weren. Aber wenn er tod ist, so beger ich nüt mer
ze laben.« Nach dyssen reden mischlettend sy sich under ire
fyend. Deren wärend wol drü hundert ritter ; nüt dester minder
wurdend sy nüt sigloß, sunders wie manlich und trüw bruodern i6
ertzeigtend sy iren fyenden angsicht der ryttem. Do Felcker
Rengnolden gsach kommen, do kam er gegen imm mit nyder
geheptem sper und stach Rengnolden durch sin scharlott-
manttel, so er umm sin arnim gewicklet hat, also das er im
durch den schänckel stach, uud fiel zuo der erden, er und sin 20
essel. Do Allard den stich ersach, do sprach er zuo sinnen
bruodern: »Ach, wir band unsern bruoder Rengnolden ver-
loren, der all unser hoffnung was. Nun mögend wir nüt ent-
trünnen , das wir nüt gfangen oder ertödt werdend. Es ist
vyl weger , wir ergebend uns uflF dis mal , dann das wir uns 25
werind ; dann syt im also ist, so mag uns unser wer nüt ge-
bälffen.c Do Rengnold Alard verstuond, do sagt er: »0 du
büsser schalck, waz sagstu? Mir brist nach nüt, got hab lob !
Ich will mich thür rächen, e ich sterb.c Und stuond damit
wyder uf und namm das sper inn bed band und zog sy uß so
sinem schänckel mit grossen schmertzen. Und zog sin schwert
ui3 und sprach zuo Felcker : »Wiltu thuon wie ein frommer
ritter, so stand ab zeluoß! So wyrstu gsächen, waz ich kan.«
Do inn Felcker verstuond , do kart er sich gegen imm umm
und vermeint inn mit sinem schwert uflf das höpt zeschlachen ; ss
aber Rengnold kart sich ein wenig nebend sich, und traf inn
nüt. Inn dem erylt Rengnold Felckern und gab im ein sem-
lichen streich uff sin helmm, das inn nüt verhüetten mocht.
zenn zernpiel
lo er imi gsach fallen, sag^t er zuo
verretter, diu nel liabe inemmer mer verzichung,
fare iiin abgrundt der hell!« Und iiamoi damit siu
6 pfert, das was vast guot, und sali daruf und uiiram sin ^cbilt
lind sinn sper, das er itum inn sin schänckel ^esto^isen hat,
und sprach zuo sinnen hruodern : »8ind on sorg! Dann diewyl
ich inn Eben bin , muoß Qch iiöfc beschechen. Unsere fjend
mögend wol sagen, sj habend ein bosaen uachpuren.« Keng-
10 nold saö imfc nach sinoni wjllen uff dem pfert, wann die steg-
reifF wärend im zekurfcz ; aber er hat anders zeschaffen, dann
sy zelängern. Und do er gerüst was, do h'efa er daz pfert
louffen und hat sin aper nyder gegen dem gräf Agfedon, also
das er im daa yssen durch den lib <stach , und tod zuo der
ift erden fiel. Darnach zog er sin seh wert u\k und schlaog ein
rytter, daz er inn nutz uff die zenn zerspielt. VVaz sol ich
üch sagen? Wussend, das Rengnold inn der selbigen stund
fier gräffen, dry hertzogen nnnd eynliflf ritter ertodt. Und
schrey »Muntabantlc so vast er mocht, und schluog damit
20 Ruoprecbt, den heren von Dyasion , der was des hertzog von
Burgundias sun, so herttenklichen , duz hälm und höpt zuo
der erden fiellend. Demnach ertodt er nach einer nebend imm
mit grossem sehmertzen. Do er die grossen gethätten be-
gangen hat, do gsach er iimm eich und gsach aine bruodern
26 nüt mer; des er aer erschrack. »Ach got,< sagt er, »war sind
mine bruodern hinkommen? Ich furcht» wir werdend ein andren
nüt mer gsächen.« Inn dem gsach er Alard gegen im komen,
der hat ouch ein pfert gwunnen, ein schilt und ein sper, und
Gnchart mit im. Und sprach zuo Rengnold: »Bruoder, biß
so gautz sicher, das wir dich nüt verlüssen wend untz inn tod!«
Do die fier bruodern wider tzsammen kommen wärend, do be-
giengend sy ein groß bluotvergiessen ob den Frantzossen, das
innen keiner torfft genachnen ; wann alle die» so sy eryltend,
muoßtend sterben. Darab die fyend ser erschräckend, und
SB sprach einer zuo dem andren: »Warlich übertrift diß alle
wunder. Ich mein , sy sigend tüffel und nüt rjtter. Nunn
länd uns innen ein sturmm geben zuo allen ortten ! Dann labend
sy lang, so werdend sy uns grossen schaden tbuon,< Damit
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1
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119
rittend ej so herttenkliehen uß sy, das syfi von ein andren
zertranttend. Aber Rengnold fuor durch sy all, und Allard
im nach. Riebart flocb gegen dem felssen Muntbrant. Und
Guchart beleib zefnofi, wann sy haltend im sin essel under
im erstochen und inn Übel verwundt, und ward gfangen. Und 6
bundend im band nnd füefi und leittend inn uff ein roßly inn
gstalt eines sacks mit kern. Ir send wüssen, das man im wol
nach kommen were von wegen der bluotztropffen, so uß sinnen
wnnden fiellend. Und fuortend inn also scbantlichen wie ein
dieb scblachend und sagtend zuo im , sy wettend inn Early lo
bringen, der wurde inn häncken lassen Berchtolden tod ze-
rächen, den Elengnold ertödt bet. Do Rengnold gsach, das
man sin bruoder so scbantlichen hinweg fuort, do ward er
schier toub nnd sprach: »Ach got, waz wird ich thuon? Läßt
Karly min bruoder häncken, so wird ich niemmer mer fröud i&
inn minem bertzen haben und wirden niemmer mer an kein
häf kommen, wenn ich inn nüt entschut, das man mir es nüt
mit dem finger zeige, und werdend sagen : »Gsächend da Reng-
nolden, den sun Ammon, der sin bruoder häncken ließ und
torft inn nüt entschütten ic Warlich, c sprach er zuo Allard, ao
»bruoder, ich will ee sterben, dann daz ich min bruoder nüt
entschüt.c »Bruoder,€ sprach Alard, »nunn ryt vor dannen,
8o wil ich dir nach rytten.« Do er das verstuond, do warff
er sin schilt hindersich und begab sin lib also manlich dar
wie ein low; wann eß galt imm glich umm sin laben. Wann 36
ir gsächend nie kein zimberlütt [bl. 213] so lutt streich inn
holtz geben, als Rengnold uff sine fyend gab; wann er zer-
hüw kopff und schänckel, also das es ungloublich zesagen ist.
Und muo&tend im sträs geben, sy wettend oder wettend nüt.
Es gäbend im vyl weg Gergis zelieb; wann sy wußtend wol, so
das er der fier sün Amon fründ was. Do Rengnold durch sy
kam , sagt er zuo dennen , die sinn bruoder Guchart hinweg
fuortend: »Land den rytter gän, ir yerretter! Wann ir sind
nüt wyrdig inn an zerüeren.« Do sy Rengnolden gsächend,
do erschräckend sy so übel , daz sy die flucht nämend und ss
»agtend: »Hie kumpt alle weit!« Do das Rengnold ersach, do
«
12 zerachen hs.
120
sprach er zuo AUard : »Gang, bruoder, entbind iinserii bruoder
und heyß inii uff* ein pfert sitzen , und kommend mir nach !
Wann die verretter sind sigloü; Karly wirt irer zuokunfft nüt
fro ain.« »Brooder^c sprach Allard, »ich wils thnon,« Sy
ryttend zuo Guchart und entLmndend inu. Und saß uflP ein
pfert, ein schilt um hals und ein sper inn sin hand.
Wie llicliart uff «leo tod verwundt ward, imtl wie
er sich an dem räch , der ino verwundt hat , und
wie sine bruodern groß nott erlyttend.
» Also ryttend die dry broodern mit ein andren , und der
fierd etreyt allein, das was llicliart, der man lieb est nach Iteng-
nokh Aber sy hattend im sin essel under im erstochen, und
was übel wund; aber er hat iüntf gr äffen und fiertzechen rytter
ertödt. Und was so ifbel wund, daz er sich kiimni mer werren
u mocht, Sünders verbarg sich omm den felssen nmmhar. Inn
dem kam Gerold von Falckoffet, Felckers vetter; den hat er
tod funden, des er gro& leyd fuort und sagt: »O edler
rytter, wann ist es ein grosser schad umm din tod! Der ist
nüt min fründ , der dich ertödt hat; aber ich will din tod
jo rächen.« Damit kam er an den felssen und hat sin sper nyder
gegen Richart und stach im durch den manttel, den er umm
den armm hat, und sties im daz sper inn Hb, also das er zuo
der erden fiel und im die kutlen haruß fiellend. Und Gerold
sprach: »Nun sind die Her silri Amraon zerteylt , wann ich
BB hab innen ertödt den manlichen Richart; die andren werdend
öch ertödt oder gfangen, gipt mir got gsuntheyt, und will sy
Karly bringen, der wyrt sy lassen häncken, so bald er sy hat«
Do tiichart ein wenig wider zeräcbt karam , do stuond er uf
und namm sin kutlen inn sine händ und stieia sy wider inn i
30 sinn lib und zog sin seh wert nfi und sprach zuo Gerold: >Üu
verretter, dir muoß din Ion werden. Es miioß minen bruodern
nüt ufgehept werden, du habest irnn bruoder ertödt, das dir
der Ion nüt darumm worden sig.« Damit schluog er Gerolden
uff sin hälm; aber der streich schlipfft ab so herttenklichen,
aß daz er im die achÜlen und den armm ab hüw. Er namm
ein andren streich , also das er inn tod zuo der erden falt
121
Und sprach zuo im: »Gerold, es were dir weger gsin, du
werest nie harkomroen. Du hast dich vast gerüenipt; aber
da magst dich nun fürhinn nüt mer berüemmen, du habest
der fier sün Amon einer ertodt.« Do er djß geredt hat, do
fiel er inn ämmacht nyder. Und do er ein wenig wider ze- &
rächt kam, do fieng er an sin bruoder beklagen und sprach:
»Ach Rengnold, uff den hüttigen tag wirt sich unsere guotte
gselschaft scheyden! Ach du schloß Muntabant, ich befilch
dich unserm heren; dem geliebe durch sin götliche erbermd,
daz din her, min bruoder Rengnold, wider dahin kommen mög lo
inn laben! 0 du nütsöllender künig inn Gastgunnia, warumm
hastu uns verrätten und yerkoufft? Du soltest es nüt gethän
haben.« Darnach sprach er mit weinenden ougen: »0 vatter
der eeren, ich bit dich, entschüt mine brüeder ! Wann von mir
mögend sy kein hylf mer haben, wann ich bin am end mines 15
läbens. Ach yatter Amon, wie yyl jämers band wir von dir,
da du wol darvor werest gsin! Ach, waz leydes wyrt unsere
muotter haben , wenn sy vernemmen wirt irer sünen tod U
Yetz will ich üch von den andren dry bruodern sagen. Die
siryttend vast manlich wider ire fyend ; aber ire wer hett innen 20
wenig gehulffen, das sy ni1t all ertodt oder gfangen werend
worden , wo nüt ein ängen weg gsin were by einem velssen,
dahinn man nüt zuo innen kommen rooeht, dann fornnen zuo-
har. Rengnold sprach zuo Allard : »Bruoder, war ist Richart
hinkommen?« »Warlich,« sprach Alard, »ich hab inn sidhar 25
nüt mer gsächen, syt das wir nebend der thannen stryttend.
Ich bitten gott , ist er tod, das er die sei habe.« »Ich will
wüssen, wo er sig,« sprach Rengnold. »Bruoder,« sagt Alard,
»wiltu mir volgen, so luogst nüt. Wir mögend im nüt ge-
hälffen , [bl. 214] wann die nott ist zegroß , und gloiib, wir 30
werdend och umrakommen vor nacht.« »Ach got,« sagt Reng-
nold, »wend wir unsem bruoder verlänV« Alard sprach: »Ich
weyli im nüt zethuon.« vDaz ist niirsch geredt. Wann ich
will von des todes wegen nüt lassen , daz ich nüt luoge , wo
er sig, und sott ich alleinn rytten; wann ich wyll inn tod 1 35
oder läbendig finden, geb wo er sig.« Damit stach er inn
♦
6 zerftcht zao recht hs.
122
t und reyt an den felssen, Do inn die gsächend , so
Richarden dahino gejagt batteiid, nnd sine »wenn bruodern,
do niachtend »y sich inn die flöcht. lieiijiTiiold reyt ein wenig
ob sieb und ersach Ifichart, der lag am herd niid hat sine
& thermm an sinnen armmen, und umni inn Jagend vyl todter
lütten, die er ertüdt hat. Do inn Ueng nold ersach, do nach et
er sich zao im und saL^ ab und ku&t inn mit weinenden ougen,
do er gsach, daz er aldo wund waa, und sprach 7Aiö im: »Ach,
lieber brnoder, nun ist unsere gseischaft und Jugend verloren
10 durch verrettery! Wer hett vermeint, daz inn einem so edlen
hertz verrettery gsin were, als inn des künig Johans? Ach,
minn bruoder, diu lyden ist mir vast leyd: ich bin sinn ur-fl
flach. Nun well gott nüt, daz ich enttrüue, syt daz du tod
byst; doch byt ich inn, daz ich diu tod rächen niög an den
u verrettern, ee ich sterbe,« Als Uengnold sin bruoder Kichart
beklagt, do gsach er bindersich und gsach mne zweu bruodern
sigloß zuo im kommen, die schruwend: »Bruoder, waz thuostu?
Sitz uff din pfert und knm uns entschütten, oder wir sind
tod.* Do liichart Allarden verstuond , do thet er die ougen
to uf und sprach zuo Rengnold : >Waz thuostu hie, bruoder?
Besieh dyssen velssen , der ist vest und ist voll steinoen ;
möchtend wir daruf kommen, so gloub ich, wir möehtend uns fl
wol enthalten vor unser n fyenden* Wann es mag nüt gsin,
das unser vetter Magia unsern handel nüt vernem ; darum tu
« hoffen ich, er werd uns kommen entschütten. Wett got, daz
er bie were!« >Nun sag mir au, lieber bruoder, wie ist dir?
Dunckt dich, daz du nach genässen sollest?^ »Ja,* sprach
Richart, »wenn du euttrünat, aust nut ; wann mit allem wee,
so ich bab, hab ich so grosse forcht, dir bescbech etwaz, daz
SD ich wol sterben möcht.« Do Uengnold Richarden verstuond,
do ruoft er Älard und sprach: »Allard, nimm Richarden und
trag inn inn den felssen! So wend ich und Guchart weg macheu.« fl
»Ich wils tbuon,« sprach Alard. Damit saß er ab und nanim
Richarden inn sine armm, und Rengnoid und Guchart machtend
36 im weg, und brach tend sovil ze wagen, daz sy inn den velssen
kämmend. Aber Uengnold begieng da wunder harliche rytter- M
schafft, das all sine fyend erscbräckeud ; wann er ertodt an "
dem end wol tryssig rytter. Kein wild sehwinn, tyger, low
128
Dach begiengend uie sovyl mit iren lyben als Rengnold ; wann
es galt im glich umm sin laben; wann er was, als were er
ansinnig. Do sy inn dem velssen wärend, do fiengend sj sich
an schnell weren ; aber ich weiß nüt, wie syß erharcn mochtend,
wann sy hattend kein schirmm dann den feksen. Und als 6
sich die dry bmodern mit grosser nottwarttend, do kämm Gergis
ron Thennemarck sampt sinem volck inn geselschaft Mungon
von Ficka und des gräf Guymardtz, die schruwend Rengnolden
zuo: »Rengnold, du muost ufif den hüttigen tag sterben. Du
wert thorrechtig , do du dem künig Johans glouptest ; wann lo
er hat üch verrätten.c Do Allard ein so grosse zal volcks
gsach kommen, do ward er vast zornig und sprach zuo Guchart:
»Gsich, wie uns grossen schmertzen zuo gerüst ist! Werind
unser fänffhundert wol gewapnetter, so wurd unser nüt einer
enttrünnen.c >Sicherlichen,€ sprach Richart, »gedenckt gott i»
unser nüt, so sind wir tod.c Demnach sprach Alard zuo
Renguold: >Ach, lieber bruoder, verlieh uns ein gab umm
gotz willen !c »Lieber bruoder,« sagt Rengnold, »waz begerend
ir? Ir ge»chend wol, daz ich üch niennertmit gehälffen mag,
und muoß üch hütt gsächen sterben vor minnen ougen. lo
Sagentz frölichlc >Bruoder,€ sagt Alard, »man spricht inn
einem gmeinnen sprüchwort, es sig weger ein schaden ent-
pfangen dann zwenn; das sag ich darumm: kunipstu umm,
so wirt der schaden und verlurst niemmer mer widerummhar
brächt, wann es wirt dich niemmen mögen gerächen; aber m
umm uns wirt es nüt ein grosser schad sinn, wann du wirst
uns wol rächen. Und darumm bittend wir dich, lieber bruoder,
amm alle die dienst, so du uns zethuon begerttest, daz du
hinweg ryttest, und wir hie belibend. Und wenn der tod
kumpt, wend wir inn willigklich ufif nemmen. Und bittend so
dich, das du gen Muntabant ryttest, und läfs dich wapnen und
sytz uflf Bayard und bring unsern vetter Magis mit dir; also
magstu uns entschütten.« »Bruoder,« sprach Rengnold, »da
retst torlichen. Ich wetz nüt thuon umm aller weit gold.
Ich were wol schantlich und böß, wenn ich dir volgette. Sott w
ich üch inn so grosser nott lassen V Ich will ee in tussend stuck
*
15 enttrunnen bs. 19 uch hs. 20 oügen hs.
124
zerhowen werden. Wir wend enttrünneii oder sterben mit
und by ein aodreu. Nun well uns unser her Jhesuchrist iiß
disser nott entledigen , der tod und lUiirbfcer für uns geljtten
hat!« Inn dem kämm der gräf Guymard dabar, der sprach
ft zuo Rengnold: »Rengnold, du bist gfaugen, oder ir müeasend
sterben, darumm das ir dem künig Johans glÖpt band Daz
was ein torbeyt an ücb , wann er hsit üch Karly zekouffen
geben, der öch so gar basseL Ir band inn lieber gehept dann
üwern vetter Magis. Er hat öch die groü liebe wol vergylten,
jo die ir imm ertzeigt band. Sag an, Rengnold, wiltu dicb er-
geben oderweren?« Rengnold sagt: [bl. 215] * Du reist nmm
suat, Icii wylJ mich nüt ergeben, icb will vyl lieber sterben
wie ein rytter dann erhänckt werden*« »Rengnold,« sprach
Gergis, »wie soll ich thuon ? Ich darf dir iiut ghälffen- Er-
16 gib dich!« »Gorgis,« sprach Rengnold, >by dem gott, der
mich gescbaflfen hat, ich will mich niemmer ergeben.« >lr
heren,« sprach der gräf Guymard, »land syß angriffen! Waz
wend sy thuon? Sy mögend uns nut lang wyder stän,« »Ir
mögend sy wol angriffen, wenn ir wend; wann ich will sy
20 nüt angryffen, dann sy sind miue fründ. Doch will ich innen
Scb nüt hälffen, wann ich %vill min eyd nüt feltschen,« Damit
reyt er wol eins armmbrustz schütz wyt bindersich und fieng
an ein so gros leyd füeren, als ob er ggecbe alle weit enden
vor im, und sprach: >Ach, lieber vetter Rengnold, wann ist
Äft es ein so grosser schad unim dich! Und ich arbentselüger
muofi dicb gsäcben sterben und darf dir tiöt glmlfferi; des ich
bekümmert bin.«
I
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I
Wie sich die fier gebniodern inn dem velssen uffent-
bieltend, iintz innen hiljff kämm.
Das buoch sagt, das sich Gergis redlich hielt des tags,
wann die fier sün Amon enttrunnend durch sin willen; dann
hetfc er ghulffen , so werend sy inn keiner gstalt enttrunnen.
Aber (als man spricht gmeinlicben) gnot bluot mag nüt
lieggen. Vor dem felssen wärend fier gräffen, die griffend
♦
18 IrJ B. anm.
125
die fier sün Äraroon an mit grosser gselschaft an iier enden,
deren Rengnold die zwey verhnot; wann Kichart mocht im
nüt gehälffen. Guchart yerhuot die andren zwey end ; wann
Ällard was übel wand durch den einen schänckel worden mit
einem pfil und hat sovast blüett, das er zuo der erden fiel. 6
Und do er gsach, daz er sich nüt mer weren mocht, do sprach
er : »O lieber bruoder Rengnold, ergebend uns! Wann Richart
und ich mögend üch nüt mer gehälffen.c »Bruoder,€ sprach
Rengnold, >waz sagstu? Nunn ertzeigstu yetz, daz du nütz
wert bist. Hett ich nüt vermeint zenttrünnen , so hett ich lo
mich hüt am morgen gfangen geben. Du weyst wol, wenn
wir inn Karlys hend kommend, das uns alle weit nüt wjder
kooffen mocht, das er uns nüt häncken ließ. Darumm will
ich mich inn keiner gstalt nüt ergeben. Älard, hilf uns im
nammen Jhesus! Wann wir torffend sinn wol.< »Du sagst i6
wär,€ sagt Alard, »aber du magst nüt giouben , daz ich so
schwach binn und mQed; wann ich binn uff den tod verwundt.c
>Daz ist mir wärlich leyd,€ sprach Rengnold. Der Reng-
nolden hett gsachen die grossen steinn nemmen und uff sine
fyend werffen, der hett gsagt, er were nüt wund nach müed so
gsinn. Do Richart daz groß gschrey verstuond, so die fuorttend,
so den felssen sturmptend, do huob er das höpt uf und sprach
zuo Rengnold: »Bruoder, ich will dir hälffen. Aber ho w mir
Ton minem hembd und verbind rair rain sytten, daz mir mine
therm nüt uß minem buch fallend , so will ich mich zewer 26
stellen.« Do inn Allard verstuond , do schampt er sich übel
und namm wyder stercke inn sich und kam an die were und
sprach zuo Gergis: »Vetter, wie haltstu dich mit dineni ge-
schlächt? Ich sag dir wärlich, daz es dir übel vergulten wyrt,
entschütstu uns nüt , und wirt dir an allen enden uf gehept, 30
du habest dine fründ lassen ertöden.« Do inn Gergis ver-
stuond, do ward er vast bekümmert und hett groß guot geben,
daz er sy hett dörffen entschütten. Er kam an den felssen,
ein Stacken inn siner band, und sprach zuo dennen , die den
felssen sturmptend: »Ryttend hindersich , untz daz ich mit »6
innen ein wenig gereden , zeerkunnen , ob sy sich ergeben
wellend oder nüt. Dann es ist vyl weger, wir habend sy
läbendig dann tod.« »Her,« sagtend sy, »wir länd sy üch in
126
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huot von Karlys wetzen, t Er reyt zenecfast an den felssen
uud ruofft sinnen vettern und spracli ; »Lieben vettern, rnowend
und verschnnffimd ein wenig; sind ir wund, so verbindend
Üwer wunden, und vermachend ilch wot mit steinnen und werend
b üch mit all äwerm vermögen ! Dann mag öch Karly beträtten,
so wirt er üeh on erbermd töden lassen. Ich weyß, wennß
Magia vernimpfe» daz er uch kommen wyrt entscliütten.« _
»Vetter,« sagt Ällard, »dir mnoü wo! gfdonnet werden, mögend f
wir neyßwann enttrünuen,« »Du sagst war,« «prach Reng-
lonold; »dann mag ich enttrünnen, by dem got, der tod und
martfcer für uns leyd, aller weit gold mag inn nut verhüetten,
daz ich inn nüt mit minen henden ertöde. Ich hassen inn
wyrfi dann die frömden ; wann er ist der, so uns sott hiilffen
wider luengklichen , und er ist der , der uns am mengesten
16 zeleyd Üiuot.« »Vetter,« sprach Gergis , »ich kau im nüt
Ihuon; wann ich muoüt Karly schweren vor aller herschaft,
daz ich üch nüt bälffen [bl. 216j wett inn keiner gstaU, Und
umm das, so icb tlmon , bin ich sicher, das mir Karly nät
darumm dancken wyrt.« Es was öch war, dann er ward ein M
ao verretter geschulten, It^ngnold verband sinen brnodern ir ■
wunden xumm basten , so er mocbt» Aber ßiciiartz wunden
was so grussamm 'zesächen, daz es ein erbermd was; wann all ■
sine therm m giengend im über die wunden uü, und do er
sy verbunden hat, do verband im AUard sine, so er im schänckel
3& hat. Do sy ein wenig geruowt hattend, gieng Rengnold im
velasen nmmhar und saralet steinn, duz sy sich weren köndend,
und versorget all wer innen, da sine brüeder sinn sottend. Do
die Frantzossen gsaehend, das Gergis zelang da wott sinn, do
fiengend sy an sagen : »Her Gergis, ir bredigend zelang. Sagend
so uns, ob sy sich ergeben wellend oder nut« »Nein,« sagt
Gergis, »diewyl sy daz Hiben band « *Hy unser trüw, wir
wend sy angriffen,« sagten d die Frantzossen, Gergis sprach :
»Ich sagen üch zuo, daz ich innen hälffen wilh« Do der gräf
Gaymard Gergis verstuond, do sprach er zuo im: »Wir ge-
sfr biettend uch nß geheyß des keyssers, daz ir inn stritt kommend
mit uns, als ir verheyssen band* Eis sind och vyl rytter, die
von üwertwegen nüt stritten wend>« »Ir heren,« sprach
Gergtü, »ich bit üch timm gnad. Ir isüssund woi, daz sy mine
127
Tettem sind. Ich bit üch, das ir sy mit friden lassend, so
will ich üch groß gäben geben.« »Gergis,« sagtend die
Prantzossen, »wir wentz nüt thuon ; wann wir wendtz Karly
bringen und im sagen daz, so ir tban band; so wirt er üch
Übels darumm verjechen sin laben lang.« Do Gergis dysse 5
wort yerstuond, do ward er vast zornig und sprach : » By der
irüw, die ich minnen fründen schuldig bin, ist etwar under
ficb, der so frisch sig sy zefachen, daz er sy KatIj über gebe,
dem will ich den kopff ab howen, geb wie es darnach gang.«
>6ergis,€ sprach der gräf Guymard, >wir wentz darumm nüt 10
underwegen län, daz wir sy nüt fachend, und wenn wir sy
hand , so wend wir gsachen , werfi uns nemmen well. Wir
wentz Early wol können sagen.« Damit griffend sy den velssen
an. Rengnold und sine brüeder warttend sich manlich. Do
Rengnold sovil volck gsach, do sagt er: »Ach iVlagis, lieber 15
Tetter, wo bistu, daz du nüt unser jämmer weyst, du kemmest
ans snst entschütten. Aber du weist es nüt, des ich gantz
zornig bin. Ach, wie bin ich so närsch gsinn, daz ich dich
nüt rätz gfräget hab ! 0 Bayard, seß ich ufif dir, ich wett inn
dissem velssen nüt beliben, sunders Karly niUe&te sin der besten 20
ryttem verlieren.« Und gehuob sich damit übel umm sine
brnodern , die er so übel wund gsach. Damit griffend die
Frantzossen sy vester an dann vor. Und wo Rengnold nüt
j^sin [were], so werind sy uff daz selbig mal gfangen worden.
Uo der stürm ein end hat, do saß Rengnold ulf die were vast 25
mQed, also das er sich kumm uffentbalten niocht. Es was ein
wunder, wie er sovyl stürmmen erlydeu möcht. Do Gergis
sine vettern gsach so übel zuo gerüst, do fieng er ann iunen-
klichen zeweinnen. Und als er weinet, do bedächt er sich
eines sins. Er ruoft einem rytter, Gerold geheissen, und sprach 30
zuo im : »Gerold , sind mir umm gotz willen gnedig ! Dann
thuond ir daz nüt, so ich üch sagen will, so kumm ich zuo
Schanden. < »Her,« sprach Gerold, »sagend, waz ir wend, es
Dmo£ beschächen, und söit ich daz laben verlieren.« »Got
dauck üch !« seyt Gergis. »Nun will ich üch sagen , waz ir 35
thuon sond, und zumm beltisten, so es sin mag. Nemmend
*
2 grosß hs. 29 badächt hs.
128
fiertzig der besten rittern inii in inner gselschaft und rittend
schnell off den berg, so ir da gstichend, und haltend da styll
und luogend gegen dem schloß Muntabant, ob nejßwfir däbar
komme. Dann verninipfc Magis sin er vettern jänimer, so wirt
ft er sy kommen entschritten und uns grossen schaden thuon.
Wann er hat ein wunderbarlich knnst inn im; wann durch
sinn Vernunft gwan Rengnold den pris uff dem louffen zuo
Muntmarder,-* Also nara Gerold viertzig der besten ryttern
und rittend nff den berg. Da breitend sy ire wacht, nüt vast
16 wol Karlys voick zuo nutz; aber Uergis erdacht den lyst
niennerunim, dann allein damit siue vettern nüt mit sovii volck
zeschaffen haben müeßtend, und gedächt nie an daz, so sich begab.
Wie Magis demnach , als im Oodard die verrettery
ertzelt hat, so der küiiig Johans an sinnen vettern
ift begangen liat, brächt er innen semHche hilf, daz er
sy darvon bracht.
Die hystoria sagt: doGodard Renguo!den und sine brüeder
inn iren tod gsach ryfeten, do hat er groß erbermd und leyd.
Und das umm zwo Ursachen ; insunderheyt die ein unnu sinn
«oberen, den kilnig Johans, der die verrettery begangen hat,
die ander was nmm den [bl. 217J grossen schaden» so es was,
das mann so nianlich ryfcter töden sott, als die fier sön Amou
wärend; darumni er innenklicben anfieng weinnen. Und also
wie er weinnet, kouipi Magis duhar; der wott inn die kuehy
(das essen zeyllen, wann der künig Johans wott essen, Do der
ßhriber Magia gsach^ do sprach er zuo im: »Ach Magis, wie
gäfc es üch so übel ! Dann wo uch got nüt dar vor ist, so band
ir daz liepst guot inn dysser weit verloren, daz ist Rengnold
und sine brüeder, die hat der kiinig Johana schantlielien ver-
30 rätten.« Und ertznlt im damit alle verrettery, Do Magis das
verstuond, do kam er aller dingen von sinnen und sprach zuo
Godard, dem schriber : - Durch gotz willen gand vor mir dannen ;
dann all mine glyder zytfereud mir, und mag nüt ufF minnen
fiieasen gstän. Das hertz sagt mir, sy sigend tod oder gfangen.^t
u Do er disse wort geredt hat, do enpfieng er so groß leyd,
daz er inn änmKicht fiel zuo der erden. Do er wider zuo im
129
kämm, do ward er so zornig, das er nut wiißt, was er
irhüon sott* Er erwust ein messer und wott sich damit inn
die bmst stächen ; aber er mocht mit, wann Uodard erwust
inn bj den henden und sprach: >Äch, edler rytter, haöd er-
bertnd über üch, thuond üch seiba nüt den tod an, wann öwere »
sei wurde Terdampt. Sunders sitzend uff üwer pfert und
nemmend alles volck mit uch, so ir band, und sytzend uff
Bajard, der so schnell louft, und rittend zumni schnellisteu,
80 ir mögend^ inn das tobel Vacollers! Und wenn ir dahion
kommend , so gsachend ir wol , ob ir sj entschütten mögend lo
oder nüt; sind ay nach inn läben^ so schatfend ir nach gnuog.«
»Godard,« sprach Magis^ nlwer rätt ist guot« Und fieng
damit an weinnen und sprach : *Ach Rengnold, wie ist es so
ein grosser seh ad umni dich ! Ich loben got, wenn ir tod sind,
das ich uüt zwenn tag nach tich laben will.« Er gebot, daz i6
ch mengklieher wapnette, das er dem könig Johans nach
linner scbwe^ter, Rengnolden frowen , nüt darvon sagt, und
^reamlet sy im uodern haf ; da ertzalt er innen die verrettery.
Jnd do die rytter dysse mere faorttend, do fiengend sy an so
08 leyd frieren, daz es ein erbermd zehören was. Und klag- ao
end die frommen heren, die inn iren tod geritten wäreud^
da« es wenig falt, daz sy nüt vertzwyflettend ; dann einer klagt
Rengnolden, der ander Allard, die andren Guchart und etlich
Richard, und sagtend: »Lieben heren, wann ist es so ein
grosser schad umm üch ! Ach , wer wirt uns die erlich und 25
schönnen hämisch geben und die guotten pfert, die ir uns
geben band?* Diewil kam Magis zuo dem marckstaller, der
Bftjarden rätt thet, und sprach zitoim: »Lieber fründ^ sattel
BayardI Ich will inn mtneni vetter Rengnold bringen.« >Her,«
sagt er, »ich tarfs nüt thuon; wann min her gebot mir, daz so
niemman daruf sesse, untz daz er wider kenime.c Do Magis
den marekstaller verstaond, do ward er übel zefriden und gab
im mit der fast ein so hertten streich , dRS er zuo der erden
fiel, und gieug zuo Bayard inn staL Aber do inn Bayard
ermeh, do tieng er an die orren schmucken und schinog binden w
äff BOTftst, da£ er im nüt dorft gnachen. Do Magis Bayarden
•0 DnrÜewig gsach, do namm er ein stäcken und schluog inn
uff den kopff, also daz er uff die knüw fiel. Du er sich gsach
Aaliuoaikiadttr. 9
130
so übel züo rüsten^ do entsaü er imm nach mer zeüberkoraen
und hat aich still. Und Magts satlet inn und zoumpt inn ;
darnach wapnet er sich nnd satä iiSF inn. \kj Magis uff Bayard
salä, do glirhet er sich wol einem nianlichen rytter ; wann er
6 waa der schönsten und künstricliesten rjttern einer, so man
do zemäl finden mocht. Do Magis und sin volck gerüst wärend,
do m achtend sy sich uff die straß. Iren wärend wol fünff-
tuasend wol gerüster mannen nnd by siht^n hindert schützen.
Und ryttend den nechsten durch daz fory holtz inn grosseüA
10 yll. Magis klagt stetz sine vettero, wann er wuüt nüt, ob ay
tod oder läbendig warend , und sprach zuo im selbs: »Ach
Rengnold, gott sig uwer huot und behllette üch vor dem tod
und gtancknuß !« Nun wend wir wider von llengnohl nnd
sinnen b modern »agen. Die waren d inn dem felssea Mnntbrant
16 vast betrllept^ waun ay gsächend sich in grosser nott» Und
also wie der fromm rytter Rengoold ruowet uff der were dei»fl
velsses und da sin et, waz er thuon sott, do kart er die gsicht^
gegen dem forinnen holtz und gsacb Magis dabar kommen
mit siuem volek^ dass schwert inn siner band, uff Bayard; derfl
MO gieng nüt den trüb, sunders luff wie ein birtz eines yetlicben
Sprungs tryssig seh noch wyt. Do er AJagis gsach kommen
und sio Yolck, do sprang er uff von frouden und vergab des
grossen wees^ so er den gantzen tag erlytten hat, und sprach
zuo sinnen bruodern : »Mine bruodern, nun sind frülich; wann
Äö hie ist Magis, der kumpt uns entschütten! Nun ertzeigt er
wol , daz er unser fründ ist Von got werde der gesegnet,
der im unser nott ertzelt but!<c ^Bruoder,« sagt AUard, »kumpt
er filr war?« »Jä,€ sagt liengnold, »by miner truw.« •War-'
lieh,« sagt ALard, »nun klag ich mich nüt mer.« Do Kicbart
u dysse wort verstuond, do duocht inn, im troumpte das, so aine
bruodern sagtend ; wann er waa schon ertÖbet von dem
schmertzen, po er leyd, lind hat sich ein wenig uf, aber daz
bescbach mit grosser müe, und sprach zuo sinen bruodern:
*Micb dunckt, ich habe Magis gbört nemmen, oder es hat
s& mir troumpt.c »Bruoder,€ sagt Rengnold , »wir band hilf;
wann Magis kumpt, der bringt uns Muntabantz vermögen.«^
Do Uy Chart die mere erhört, do ward im animächtig von
fröuden. Do er wyder ul^ der [bl, 218J am macht kämm, sagt
191
»Nunn bin ich genessen und entpfiiid weder wee nach
sßhniertzen. « »Bruoder,« sprach Rengnold, »wie wend wir
ihtion ? ErbHchend die Frantzossen Maj^is, bo werdend sy fluchen,
das ich Dunn nieDoerumm wett^ daz wir aät an innen gerochen
^wurdend, Laöd uns über den Telsaen ab gän und den stryt «
^Bpfaclirfh ; diewyl wyrt er komtnen. Also mögend bj uns nüt
^HpttrQDnen.« »Bruoder,« sagt Älard , >du retst recht; wir
^Brend im alao thiion.« Damit ^ietigend sy über den velaeen
ab; aber Richart beleih darinn, wann er mocht »ich nüt ge-
roden. Do die Frantzogseu sy gsächend kommen, do sagt einer lo
EUG dem andren : »Sy kommend sich gen ergeben. Landtz
uns oüt iöden, sunders gfangen nemmen und sy Karly bringen Ic
■Bamit sagtend sy zuo Hengnold : »WiJtu nüt sterben, so er-
^^pb dich ! SSo wend wir all Karty hatten, daz er erbermd (Iber
Qch hab.€ Da ay Gergis gsueh hinab kommen, do vermeint i&
sy wettend »ich ergeben; des er vast leydig ward. Und
raeh -^uo innen: »Ich halten uch fär narren, daz ir üwern
ilaaen verländ, der üwers läbens ein nlf enthalt ist,« »Gergis,«
sagt Rengnold, »wyr sind nüt so närsch , als du Termetnst,
ioaders wyll, ^^ <^^i fluchest. Dann by der trüw , die ich m
alten Amon, minem vatter, schuldig bin, helibst länger
:, aa Wirt es dich gerüwen; dann mag ich dich beträtten,
iU ich dir tzeigen^ waz ich kan.« Inu dem gsaeh Gergis
[egen dem Törinnen holtz und gsach Magis kommen mit Reng-
noldeo volck inn grosser yll; des er vast fro ward. Und sprach '^t,
loo aittem volck: »Lieben heren , wie wend wir thuon? Der
tüffel hat Magissen ertzelt, das wir hie sind; da kumpt er
uÖ Bajard mit schonner gselsehatit. Darumm sich der schad
uff mia wenden wirt.< Diewil kam Magis mit sinner gsel*
lehaft und sprach zuo Gergis: »Ich halten dich für unnwyJa, to
das du harkommen bist verrettery begän. Ich bin kommen
Reogiiolden und sine bruodern verbürgen* By gott , Gergis,
vxioipt dir nüt, daz da sy verrätten söttest, und irs geschlächtz
biat* Din vatter, der hertzog Gödfryd von Thenneaiarck, hat
ttie kein verrettery begangen. Ich vtrunnderu mich, wie du 3&
aemlichfl verwilget habest, Din vatter iieü dich zuo 8ant
Ommer zepfand Karly, des bis tu eigen omm fier guldin pfenning
leo. Gergis, Gergis, du bist Geroldtz von liossillons,
132
Doons von Nantueil und Beffes von Agreinuntz fründ , die
wärend all fromm lüt; Ämmon von Dordonna ist ir bnioder,
der ist Rengoolden vatter. Und du wjt änderst sin daim din
geschlächt. Üarumra ich dir uff den tod ab sagen. t Damit ^
^ stach er Gergis so herttenkliclien^ das er im daz sper an derfl
brüst ZOO stucken zerstieß; des Gergis schier unsinnig ward.
Und wott uff Magis rytten ; aber er mocht uüt, wann Bayard
ersach Rengnolden und luff gegen im, Magis wett oder wett
nüt Und do er vor im was, do knüwet er nyder. Und Magis
10 saß ab im und ummfieng Rengnolden^ Alarden und Gucharden
och und sagt : »Wo ist der klein UychartVc »Wtter,« sprach
Rengnold, ^er ist da obnen beliben so gar wund, das es ein
erbermd ist. Es ist yetz nüt inn der zyt vyl zereden, sonders
läud uns gedenckend redlich zewerchen! Gib mir rainn pfert
iRimd hämisch!« »Gern,« sagt Magis. Also ward Rengnold
gewapnet und saü uff Hayard und sprach zuo sinen bniodern :
»Lieben bruodern , wapnend üch schnell!« Und stach damit
Bayard mit den sporen von fröuden (wann er vermeint niemmer
mer daruf zekommen) und thet ein so hertten ritt uff' Gergis,
tö das er inn zuo der erden stach. Und sprach zuo irn: > Vetter,
nun hastu den Ion umm die guothet^ so du uns bewyssen hast.
Aber daz, so du thän hast, daz hastu gethan wie ein ver«
retter und bösser friind. Darumui hüet dich vor mir, wann
ich sag dir ab, By dem gott, der die weit geschaffen hat,
16 will ich dich niit sparende »Vetter Rengnold,« sprach Gergis,
»wir wend uns vor üch Inletten.« Wer do Rengnolden hett
gsächen so tapffeflichen under die Frantzossen rytten, der het
sich verwundert Magis kam dahar uff einem pfert, daz er
gewunnen hat, gegen dem gräf Guyniard und stach inn tod
so zuo der erden. Darnach zog er sin seh wert ula und sehluog
ein andren rytter och tod zuo der erden. Do er die zwenn
streich gethan hat, do schrey er »Muntabant und Agremuntl^fl
und sprach: >Ir fryen rittern , schluchend maulich uff die
Frantzossen, die die besten rytter inn aller weit ertiiden wend!
8Ä Ir band üwer manbeyt wol ertzöigt, ir nütsöllenden lütten, ■
daz ir kommen sind fier ungewapnet rytter angrytfen. Ir
27 sieb 80 t» bs. $. aaiu.
ISS
mfiessend sin thür engälten.
redlich dariDnlc
Wol an, ir mine früiid, schlachend
He Rengnold Gergis uberredt, das er wyder über
das wasser schwampt und mit im streyt,
[bL 219] Damit fieng der strjtt vast liert an , also daz s
fyl FrantÄOsaen ummkainnjend. Und do sy gsächen , daz sy
den schaden nüi mer erlyden mochtend, do machiend sy sich
inn die flucht, und Gergis mit innen, gegen dem wasser Der-
donna. Und Gergis schwampt Broftbrt dardurch. Und do
er dardurch kam, safi er ab. Und Rengnold sagt zno im inn lo
ipotz wyß: f Gergis, du bist ein vischer worden. Hast angel
zeverkonffeu? Ich will ein sach mit dir annemen , daz ist:
weder wiltn wider hie über kommen, oder sol ich zuo dir
kommen? Kumpstu har dbern , so sichern ich dich Tor all
minem volck, ännecht von mir, Oder du seit mich vor Karlys i6
volck sichern , so will ich zuo dir kommen mit dir stritten.
Du huoren kiud, hösser buob, du hast Karly din trüw gfelfest,
daz da uns nüt hast lassen fachen nnd ertoden. Du bist unser
veüer; wie hastz du mögen im hertzen haben, daz du ims
hast wellen lassen also mürden vor dioem angsicht und nns to
nüt hast wellen beschirm men, sunders du hast uns selbs wellen
mit verrettery ertöden , das dir nun übel an stät. Aber got
ab lob, du hast uns guotten sold gelassen; wann Felcker
n Morillon und der gräf üuymard belibend da, die werdend
ans niemmer mer bekriegen, und mer dann fier hundert ander s&
rjtter. Du wirst Karly bösae mere bringen. Du und Ruol-
land werdend im bosse rächnung geben ; got geb im ein un-
I gliSckbaffiigs jär, läit er üch nüt all häncken.c Die Frantzossen
k^rschrlckend übel, do sy semlich verwissungen von Rengnolden
^Barttend, und wärend vast fro und sagtend : >Got sig gelopt ^^
^Hiaser worttanic Und sprechend zuo Gergis: »Nun findend
ir den Ion yetz umm üwer guothet; dann bettend ir üwern
ij& wellen an keren, so werend sy gfangen worden. c Do sich
Gergis also gsach geschulten werden von beden teillen , do
ward er vast zornig. Sy rittend von im, und belibend nut 30
mer dann zechen rytter by im. Do Gergis gsach, daz sy inn
134
verliessend, do erkant er wol, dassy es im zuo Verdruß thettend,
und sprach zuo im selbs: »Ach, lieber her got, wie hab ich
so grossen datick erreicht! Es ist wol war, das man gewon-
lieh böü umm gootz gipt.« Er sprach ziio Reugnolil : >Dnn-
(Änigs thier, du schiltst mich unbillich; dann wer ich nüt
'gsinn, so werend ir schon erhänckt, nacb Magis wer niemmer
zur zyt kommen. Du hast mich ein verretber geschulten; aber
du lügst, dann ich hab nie kein verrettery begangen, nach
will keine begän , ist es gotz will* Du linst mich och ein
tu Viecher geschulten, des ich wol unsinig werden mnoß; aber
by der tröw, die ich got schuldig bin, furchte ich sust niemmen
dann dich, so wett ich hin ubcrn kommen dir ein semlichen
streich geben, daz du sagen müelatest, es were ein meyster-
sireich.« *Gergis, du w^rst not alles thuon, so du sagst, uß
15 forcht diner glydern.t »Ich will by minem bartt,« sagt Gergis
und reyt datnit wider durch daz wasser. Und do er uff das
land kam, rust er sich zuo stryt also naß. Do inn Rengnold
gsach, do hat er erbermd und sprach zuo im: »Vetter, ich
hab zuo dysser stund nut willen zestrytten ; dar umm rytt
20 wider hiudersich! Ich erkenn wol, daz du mir gehulften hast,«
»Ik^ngnold, spott minen nüt!« sagt Gergis, »du hast mich
ein verretter geschulten vor vyl ryttern ; rytte ich wider hin-
weg, so möcht man Karly sagen, ich het inn valtsch liehen
verrätten. Min sper ist nach gantz ; daz were mir ein grosse
aft schand, wenn ichß not uff dir zerbreche oder uff diner bruoderu
einer Wann der hertzog Felcker und der gräf Gmuard
bettend ursach sich ab mir zeklngen iun der hell ; deläglichen
möcht ich gegen Karly kein entschuldigung nüt finden, wenn
ich also hinweg rytt. Es ist war, ir band uns fier hundert
30 namhaffter ryttern ertodt. Darumm ich dir kurtzumm sagen,
daz ich nüt hinweg will rytten an stritt; wann du vreisfc wol,
wenn ich also hinweg ritte, daz mir Karly unneer bewyssen
wurd. Er hett och rächt* l>arumm ich vyl lieber sterben
will dann also hinweg rytten. Und ob gott geordnet bat,
sft daz du mir das laben nemmen wirst, so vergib ich dir min
tod; dann mag ich dich errobern , so will ich dich Karly
3 man ba« 11 die] wiederholt hs. ichüldig ha.
135
briDgeQ , geh wie es gang.« Do Rengoold Gergia rerattjond,
do ward er unrinnig ron zorn und sprach isuo imm: »Gergia,
ich sag dir ab uff den tod. Und hüet dich vor mir!« >Und
du vor mir,« sagt Gergis. Do sy ein andren ab^rseyt hattend,
i do stächend sy inn ire pfert und ranttend uff ein andren, also 6
daz das erttrich under innen zyttreL Und iraffend ein andren
i mit den aperen , daz sy zerbrächend , und begegnettend ein
\ andren mit den schilten^ daz sy bed über ire pferb ab Seilend,
^^■and wurdend bed wund. Uo sich die zwen man lieh rytter
^Bmn berd gesächend, do siuondend sy schnell wyder uf und ni
^Fiogend ire achwerfcter u& und liengend ein ?ast hertten stryt
an, daz es ein erbermd was zeeächen. Aber hörend von den
«wey pferden. Do sy sich ledig gsächend , do kämmend sy
an eiD andren und bissend und schluogend ein andren vast
äbeL Do das Gergis eraach , do ward er vast zornig; wann n
er wu&t wol, daz ßayard das stereker was* Darumm er gegen
innen lüf und wott, sy von ein andren triben; wann er forcht,
Bayard todie im sins. Do daz Eengnold eraach , da sprach
er zuo im: >Waz ist das, so du thuon wyt? Das zimpt einem
rytter not, daz er ein thier schlache. Mich diinckt, du habest w
gnuog mit mir zeschaffen , das du min pfert nüt dörffest
i^blachen.c Damit schluog er uff Gergia ein so hertten streich,
das er inn zno der erden achluog, und zerschneid im wol
i^[bL 220] hundert ring vonn sinem pantzer und verwandt inn
^bbel. Und hett sich daz schwert nüt ummkert inn Eengnolden 25
^Baad, ao wer Gergis niemmer mer läbendig enttrunnen. Und
^^lengnold sprach zuo im: »Gergia, laß Bayard sinn! Wann
da wyrst mit mir gnuog beschaffen haben»« Do aich Gergia
also verwandt entpfand, do ward er vast zornig und kart sich
gegen Renguold und nam sin schwert und sprach : »0 Cour- ao
^^ann, ich hab dich so gar lieb gehept,. wann du hast menig
^Bofferitig gedemüettiget Do wir gen Ach ryttend ^ do ver*
Buocbtend RuoUand und ni enger iner ire schwertter uff einem
grabatein. Und ich huw innen nach dich zeversuochen, und
du giengest ein halben achaoch darinn. Da zerbrach ich dich, 3»
des iclt vast leydig ward* Aber umni die tagend, die ich inn
186
dir wüßt, ließ ich dich wyder ersetzen; darumm hastu den
naromen Courfcan. Rychst du mich not an dissem valtscheii,
untriiwen buoben , so wil ich dir nieiiiiDer mer vertruweiLi
Und acbluog damit Reiignolden uff sin hälm so ein hertten
streich» das er sich darab duckt. Do das Gergis ersach, do
sprach er zuo im: >By gott, Rengnoldj nun hab ich dir wyder
geben daz, so du mir geliehen hattest; yetz sind wir wett.
Witt du es wyder anfachen Vt »By miner triiw, ja,< sprach
Rengnold; »wann ich begeren sust anders nüt.* Damit luflfend
Ko sy gegen ein andren und fiengend ein andren stryt an. Aber
Älard, Magis und Gtichart kämmend mit all irem voick. und
do sy Gergia gsacb kommen^ do ward er vast leydig. Und kam
2U0 Broifart und saß daruf und reytt wider durch Dordonna
&Q Sattel; wann die gürt wärend zerbrochen^ do sy gestochen
iB hattend. Do Gergis uff der andern sytten was, do sprach er
zuo im: tGergis, lieber fruud , kumm wider har übern din
Sattel reichen; daz were ein sehaud , wenn du also hinweg
ryttest. Lob gott^ das du also ufi minnen henden enttrunnen
bist; dann werest du länger beliben , so bett ich dich inn
' tö Sem liehe end gfQert, da du nie gsin bist, oder ich wett das
laben verloren haben, < »Rengnold,« sagt Gergia, »du tröwpst 1
wytnus. Es zimpt einem guotten rifcter nüt also zetröwen.
Wenn din Tolck nüt gsin w^ere, so het ich dich Karly brächt
vor nachte »Gergis, Gergis,« sprach Rengnold, idu hast
S5 wol ertzöugt, daz du ein guotter ritter bist, das du über das
Wasser kommen bist mit mir strytten, Wettestu minen wartten,
wenn ich über das wasser kemme den stritt widerumra an-
fachen?« »Ja, by miner sei!« sagt Gergis, >und thuost du es, i
so will ich sagen , du sigest der best rytter inn aller weit.«
sc» Do Rengnold disse wort verstuond, do stach er Bayard mit
den Sporen und wott biuübern rytten. Aber Akrd, Magis
uüd Guchart wottend inn nut ritten lassen, und Ällard sprach
zuo im: >Waz wottest thuon? Du bist zeübermüettig. Der
dir guotz thuot, der verldrt sin arbeyt. Du weyst wol, wo |
SÄ Gergis nüt^gsinn were, so werend wir tod, und das uns Magis
hylff nüt genützt hett. Laß inn rytten, das bit ich dich.«
15 er] fl. anm. 31 binubern hs.
137
»Lieber vetter, rytt hinweg iim gotz nammen !« sagt Allard.
und sprach zuo Rengnold : j^Lieber bmoder, mich dunckt, e«
were gtiot^ daz wir wider hinderaich zuo dem felssen ryttend,
luogen^ waz unser armmer bruoder Ftichart thüeg* Land unsere
fyend ryiten, wann wir hand sj gnnog gsehedigen,« »Reng- 6
Dold«€ sprach Gergis, >ir hand uns sigloi^ grnacht; aber by
niioes vatters sei ! wir wend wider kommen uff üch mit sovyl
folck, das ir uns nut enttrüntien werdend.« lÜu tröwst
tcboii|€ sagt Rengnold. »Wir hand ein schloß, da wir üwer
iirot gewartten wend. und geh wie es gang, so ist der ver- lo
brat al wegen uff üwer sytten gsin untz har Ir werdend
Karly guotte mere bringen.«
L
er !
fie RuoUand uad Gerges an ein andren kämmend,
Iso das im Gergia sin geschltlcht ertzalt, und ein
andren wottend geschlagen haben vor Karly.
Do Gergis gnuog mit Rengnolden geredt hat, do reytt
er siDem volck nach. Und reytt sovast, daz er für Muntabant
inn da« läger kam, und saß vor Karlys zeit ab. Oo Ruolland,
^jL)llyfier, der hertzog Anses, 8alonionn voü Brettann ia, Kichart
^BoQ Normandia und der gräf Gedelon Gergis gsächend kommen, 90
^M> sprach einer zuo dem andren : »Ach, wie wend wir thuon?
^^Vir werdend uff den hüttigen tag die fier sön Amou gsächen
' biuicken, die sind unsere nache fr und ; dar durch wir enttheredt
erdend.« Do Karly gsach , daz Gergis wider kommen was,
lo sprach er zuo im; »Gergis, wo sind die fier sün ÄmonV^s
und ir sy gfangen oder ertödt?« >Her,« sprach Gergis,
»wüssend^ daz sy nüt gfangen sind und nüt kind sind also
fachen ; wann sy sind nach inn laben. Ich sag üch , her,
laz wir sy fundend inn der ebne Vacollers all fier bekleyt
mit scharlottmäntlen , mit hermlinnen gefüedert^ uff eßlen, 30
und truogend inu iren [bl. 221] henden rosBeneat, Der künig
Jobans hat tich sin zuosagung wol ghalten ; wann er hat sy
also dahinn geschickt, wie er tIch verheyssen hat. Aber ir
kooheyt ist also gsinn, daz Rengnold Felcker zum ersten er-
stach, und saß uff sin pfert. Darnach tribend wir ey hinder- 3&
tieh wol ein armbrustschutz wyt; aber sy fundend zuoletst
138
ein velssen inn gestalfc eines källers, da warttead sy sich lange
zjt. Da ward Richart, ir bruoder, ertödt Die andren werend
och ertüdt oder g fangen worden, wo ir vetter Miigis mit giin
were, der kam ej entschötten wol mit föufftussend ryttern;
5 do hand [sy] uns überwunden.« »lat es war,« sagt Karly,
»daz sy also entirunnen sind?* »Her»« sprach Gergis^ »jä.<
Do er dysse wort verstuond, do ward er vast leydig und sprach:
»ThUegend das böst, so sy mögend, dennecht müessend sy mir
werden,« »Her,« sprach (lergis, »wenn Magis nnt gsin were,
10 so werend sy not enttrunnen.« »Gott geh ira ein böß jär,«
sprach Kar ly, »dann er hat innen znrain dickern mallen wider
mich gehnlöen. Ich weyß wol, wenn ich sy gfangen het, das
er sj erlassen wurd. Darnmm ich inn tödlichen hassen. By
niineni harU» sy müessend mir werden, geb wie lang ich wartten
lömüefi!« »Her,« sagt Gergis, »Ilengnold hielt sich also, das er
des andren Streichs ein ritter spielt untz uff den satteL Cnd
sagen üch, daz ich vast fro bin, das ich von sinen henden
enttrunnen bin ; dann von drü tussend ryttern sind nüt raer
dann drü hundert enttrunnen,« Do Ruolland dysse wort ver-
so stuond , do ward er übel zefriden und sprach inn grossem
zorn: »By gott, her Gergis, ir sind vast hantlich gsin; dann
ir hand kein gsellen gehept, die es also wol geschaffen habend
als ir. Aber, by gott, ich gsach nie ein so grossen lurren,
als ir sind. Es kam och nie kein guotter rytter uß Thenne-
u niarck. Wie, band ir keine ougen, die ein man dorffend an-
sehen ? Aber es ist anders vorhanden; wann ir hand sy ge»
spart, darnmm daz sy üwere vetter sind. Nun werd der keysser
vertlüecht, läßt er üch nüt alle glyder zerhöwen; dann sy
werind gfimgen worden, wenn ir nüt gsin werend.« Do sich
ao Ger^is also hört schälten , do ward er unsinig und sprach
manlichen zuo Ruolland: »Her Ruolland, ir liegend faltsch-
lichen ; dann ich bin der nüt, so ir sagend. Ich wett nüt umra
Rller weit gold verrettery began. und darnmm ist min pfand
hie mich zeweren, lib an lib, das ich nach minn gschlächt
u nie wyder Karly mifighandlet hand. Und will, daz ir wüssend,
da« ich von besserm gschlächfc hin dann ir. Gerold von Ilos-
sillon ist minn vetter» der hat mich jung ertzogen; Doon
von Nantueil, der hertzog Beffes von Agremunt, dyß dry
139
wärend bniodern und mine vettern. Gödfrid von Thennemarck
was min Vfttter, Ich bin och von Richartz von Normnndiu
ßescbläeht und von der fier sün Araon. Der ertzbischoff TiJrpin
ist och rain vetter. Nun ertzellend mir üwer gschlächt och,
öwer hachthuoni zevernemmen! Dann ich will mich bj got &
gegen üch weren mit der schniden mines schwertz nnd will
ftch zeigen, ob ich fmmm sip oder nüt, oder ich miVeßt änderst
foo leyd sterben.« Ruolland ward wunder barlichen zornig,
do er Gergis also hört reden ; darum m er gegen irn tratt und
Termeint iun zeschlachen. Aber do inn Gergis gsacb kommen, lo
do Hain er «in schwert inn die band als ein manlicher ryUer
und sprach zno Ruolland: ^»Sind nüt so frisch, daz ir band
an mich legend! Dann by der tröw, die ich dem scbnldig bin,
der mich geschaffen hat, ich will Tich den kopff ab schniden.«
Do Knrly dyfi zwenn berren also inn nneinigkeyt gßach, ward u
er vBSt zornig, Al§o stuond uff der hertzog Anaes und der
graf xAmmon und sagtend zuo Ruolland: >Her Kuolland, waz
ist daz, 90 ir tbnon wend? By unsern böptern, die saeh wirt
nüt also gän , wie ir vermeinend ; wann Gergis ist nüt der,
als ir inn achtend. Ir sond inn mit seh lachen nach schälten* 30
und wenn es nüt dem keyser zuo dienst bescheche, die sach
wurd änderst zuo gän , dann ir gedenckend. Gergis ist ein
semlicber rytter, als dann alle weit wey&t. Es ward nie kein
mentsch inn einem gescblächt geboren, der verrettery begieng,
snnders sind die besten rytter inn Franckrich, Wir verwnnderend u
uns, wie Karly von üch lyt semliche grosse hoffart zehaben.
Will ers lyden, so werdend \vir& nüt lyden, geh waz danmcb
komme.« Do Karly dysae unneinigkeyt gsach under sinnen
fürsien, do ward er vast leydig und sprach: >0 Ruolland^
Heber vetter, hab gedult! Land die sach ruowen nutz mornn, »0
so will ich die sach erfaren. Und hat Gergis ueyßwaz miß-
handlet gegen mir, so muoß es im thür werden; dann alle
weit wirt inn nut mögen bewaren, daz ich im nüt den kopff
laß ab schlachen.« »Her,« sagt Gergis, »es gtalt mir woL
Es ist kein man inn Pranckrich so starck nüt, wenn er sagen a*i
wett, ich habe verrettery an üch begangen oder an andren,
*
12 96] wiederboH b«.
140
das ich inn nilt beatritte und im nüt ertzeige, das er falfcsch-
lichen lügt. Aber liept äch mich zehören, so will ich üch
die warheyt sagen. Wilsaend, do ich zuo dem velssen Munt-
brant reyt, da die fier aön Anioo wärend , do gsach ich, das
ft unser ein so grosse zal was wider fier rytter, Do halff ich
innen nüt; ich was och nüt wider sy , simders reyt wider
hindersich und lie§ die andren machen und luoget dem
grossen schmertÄen zuo; wann ich gsach niine fründ sterben
und mocht iuuen nüt gehiUflfen. Nun hah ich üch die war-
10 heit gsagt und alles daz, so ich gethän hab. Und findend ir
die sach änderst, so will ich gestrafft werden. Aber by der
triiw, die ich got schuldig binn, find ich sy neyßwann mer
[bL 222] an ortten und enden, da ich innen gehälffen mög,
so will ich innen hälffen , nnd sott ich den köpf verlieren.
ifr All weit sott mich hassen, darumm daz ich innen gefeit hab
inn iren nötten ; wann sy sind niine vettern. Und ir, her
keyser, band innen sovil lydens angethän , das üch bentiegen
sott. Aber ich will innen niemraer mer feilen, diewyl ich
laben. Ruolland hat zehäftig gylt, daz er mich vermeint ze-
»0 schlacheu. Aber ich will, das er wüü , wenn er Eengnolden
gsech utf Bayard aytzen, so wurd er inn not für ein bnoben
achten und wurd einen nüt dörffen beytten umm aller weit
gold.« Do Ruolland Gergis verstuond, do sagt er zuo im:
»By got, ir lobend inn vast und machend inn manlich. Ich
tb bitten got, daz er mir begegne uff [Bayard] gewapnet, zuo er-
kunnen, ober ein so mechtiger rytteraig, wie ir inn machend. c
Wüssend, daz got Ruollanden bit erhört; wann er fand Eeng-
nolden uff Bayard. Und sag üch, das inn Ruolland nüt für
ein kitid hielt» sunders für den besten rytter inn aller weit.
80 Nun weud wir widfr von Magis und sinen vettern sagen.
Wiv Magis sine vettern wider gsimd macht , und
wie Ruolland und ÜUytier den kunig Johans Hengend
inn einem kloster.
Die hystoria sagt: do Rengnold die Frantzosseu iiber-
w wunden hat, do ryttend sy wider inn den felssen Munt braut,
da sin bruoder Kicbart [was]. Und sprach: i^Ach, wie sol
I
I
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141
Ich thuon , so ich min brüoder Richart verloren hab, den
liebeten fründ^ den ich hat!« DiewiU er so groß leyd fuort,
kam Magis dabar ufF Brotkarra, sinnem ptert, das best, so
man Dach Bajard finden mocht, und hat ein triimel von einem
sper inn siner band* Do er Rengnolden gsach so groß leyd
[füeren und Richarden so wund gsach, do ward er vast leydig.
und besach die wunden , die was yast grussamm. Er sprach
Sfiao Rengnold : »Lieber vetter, verstand raich und laß von
idissem leyd! Chi weyst, das wir vettern sind, darumm wir ein
l andren schützen und beschirmnien &ond. Ich hab üch menig lo '
mal entschut und geholfifen ; wann alles übel , so mir Karly
wylJ, ist von üch bar. Er lieS mir min vatter ertöden , des
ich in roinem hertzen groß leyd hab. und wiltu mir ver-
|lieys9en^ mit mir zekommen Karly überfallen niines vatters •
jA rächen, so verheyssen ich dir Richarden von stund an gsund is
zemachen.« Do Rengnold dysse wort veratnond, do nnimfieng
er Magis und sagt zno im: >Minn lieber vetter, mach mir min
braoder Kichart gsund, bit ich dich, und vi^iltu anders, das
ich ihnon soll, daz will ich mit guottem willen thuon; dann
Lieh bin dir sinn schuldig zethnon.« Do Magis Keiignolden so ao
trurrig gsach, do hat er gros erbermd und sprach zno im:
»Nun hab kein truren, lieber vetter! Wann Richart umoü dir
gsund werden von stund an.« Damit sab er ab sinem pfert
und naniro ein fläschly mit wyssem winn und wuosch Richarden
^wtmden damit vast wol und thet alles bluot thannen^ so dar- a6
imm was. Ir sond uch not verwundern, wo er die ding nemme,
^to er bedorfft; wann er was der auptillist mentsch, so utF
ertrich waü. Darnach namm er im sine kutlen und thet im
sy inn lib und veruäytt im die wunden gar meysterlichen.
Damach nara er einn salb, damit salbet er im die wunden, so
t [Jod so bald sy gesät bet was, do was sy als wol geheillet, als
lob nie kein wunden da were gsin* Darnach nanira er ein
[tranck und gab es Richarden zetrincken. Und do er ge-
[truncken hat, do sprang er gesund uff und ssigt zuo sinen
bruodem : »War sind unsere fyend hinkommen, sind sy uns)
enitrunnen?€ »Bruoder,« sprach Rengnold, »wir band sy über-
3 da«J da be.
142
wonrlen (got hab dancki) mit Magis hilf, der bat uns unsere
laben gefriet. Wir sond inn billich liebhaben.« »Bnioder,«
sagt Richart, »du sagst wür^c Darnach sprach Allaril zuo
Magia: »Lieber vetter, hejl mich ocb, bit ich dich; wann ich
5 bin übet wund inn rainnem scbänckeL« »Ich bin och wund,<
sagt Rengnold. »Und ich Öch*€ sprach Guchart. »Gib uns
allen gesundtbejt durch goii willen!« Magis sprach zuo innen :
> Liehen vettern, sind frölich ! Wann ir müessend inn dysser
stund gsund werden.« Er nani des wissen wins, damit er
id Richarden sin wunden gewaschen hat, und wuosch innen ir
wunden ; darnach salbet er innen die vaat wol , und wärend
genessen. Do sy all genesseu wärend, sässend sy uff ire pfert
und wottend wider gen Muntabant rytten. und als sy mit
grossen IVÖuden beinn ryttend, do schied ein specher vou innen,
16 der kam gen [bl. 223] Muntabant zuo dem künig Johans und
sprach zuo im: ^Her, wussend, daz Kengnold und sine bniodern
enttrunnen sind, und band Karlys volck überwunden und band
Feicker von -Morillonn und den gräf Gumard umbracht und
vjl ander rytter, deren zal ich nüt weyß.* Do der künig
SU Johans dysse niere erhört, do verwundert er sich und erschrack
übel und sagt: »Üaz sind boase mere. Wie mag es gsinn,
fundend sy Karlys halt nüt?* »Her,* sprach der specher, »ja.
Es were innen übel gangen, wenn Magis nüt gsinn were ; der
hat sy entschüt, dardnrch KarJys volck überwunden worden
«ist, und sind wenig enttrunnen.« »Ach arbentselliger,« sprach
der künig Johans, >wie soll ich tbuon? Wartten ich Reng*
nolden und siner bruodern, so bin ich tod< loh bab den tod
wol verschulten; dann Judas nach der keyser vonn Romm be-
giengend nie so grosse verrettery, als ich begangen hab, daz
sn ich die besten rytter uff den tod geben hab, so inn aller weit
sind. Ach, inino liebe sclnvester, uff den hüttigen tag wirt
sich unsere liebe scheyden. Land uns hinweg rytten, mine
lieben fründ, und bringend uns die be:äten ptert, so ir band !
Danu niüchtend wir sovil zewägen bringen, daz wir inu daz
» farry holtz kommen möchtend, so werend wir enttrunnen ; da
wettend wir uns enthalten inn Sant Lazerua kloster.t Nun
was ein specher da, der hieß Pinard, der was zwölff scbuoch
lang und mocht louffen wie einn pfert* Dysser Pinard hört
143
alles daz ^ so der kunig Johana zuo sinnem volck geredt hat.
Ucid do ers altes ghört hat^ do schreib erü iitf eio permment.
['Uod lüff von Muntabani durch daz forry boltz und kanmi
ino Karlys läger inn RuoUanden zelt^ zuo dem sprach er:
»Her, ich will üch mere sagen, da ir wol gewünoen mögend *
QDd dereD vast fro werdend sin.c »Lieber f rändle sagt Huol-
laiid^ »waz meren sind das? Sag es uns, daz bit ich dieh.c
»Her,€ sprach Pinard, »wusaend, daz der künig Johnns unge-
vrapoet hinweg tjiichi^ er und sinn voick , und tüerend weder
k^oumrn nach easel mit innen , dann alleinn ire guatte pfert. w
fUnd rytt in eien kloster, daz heylat zuo Saut Lazerus, da
will er den orden arineraen.« »By niiner irüw,« sprach
RuollaDd, »ich will inn gen fachen mit fier tussend ryttern
und will Rengnold und sine bruodern rächen und will sy all
häncken lassen.« >Her,< sprach Pinard, »es ist nach men i5
Wann ich hab Kengnolden und sine bruodern funden amm
ftirtt Ballaotzon, und füerend unsers volcks ?yl gfangen mit
innen.« »Frund,« sprach Kuolland, »du hast ein grosse gab
|Terdient.< Ruolland sprach zuo Ollyfier: »Ollyfier, sitz schnell
uflP din pfert und laß uns mit uns nemnien Ydelon von Beyern, *o
Kichart ?om Normandia. Und ir, Gergis, werdend mit uns
kommen, so glaubend ir Rengnolden mmiheyt. Und weud nut
mer dann fier tussend ritter mit uns nemmen ; wann liengnold
bat fänff tussend, also mögend wir mit innen strytten on tor-
iteyLt »Gewu&lichft sprach (iergis, »will ich rytten, daz ich S6
gaache, wie ir inn fachend.« Do sy alle ding geordnet hattend,
aaasend ny uff ire pfert und machtend sich uÖ* die strafe.
?r gros buob fuort sy den nechsten an furtt ßallantzon*
llJer künig Johans und sin volck ryttend durch daz forry holtz
und kamend inn Sant Lazerus kloster; da haltend sy deu apt r^o
nHim den orden. Diewil kämmend fiuolland und Ollyfier inn
daz kloster. Do sy der apt gsach kommen, du kam er innen
leugegen und sprach zuo RuoMand : »Her, sind uns wilkommen!
[Liept üch nüt, das wir vermögend?« ^Her apt,« sprach Ruol-
[laud, »wir danckend üch. Wüssend, das wir ein verretter 3ft
•nochend, den man nempt kunig Johans, der ist hierinn ; wann
wir wend inn fachen.« >Ir enwerdend,« sprach der apt, >her,
liept es üch; wann er ist inn der frybeyt. Darum werdend
144
wir inn gegen meiigklichen beschirmnien.« Do Ruoüand den
apt verstuoad, do erwust er inn by der kutten und Ollyfier
den pryor^ und stiessend sy bed so adellichen an ein sull, daz
Bj innen die oiigen nü den hüpfcern stiessend, Ruoüand sprach
t zuo dem apt: >Nunn wollufif^, gend mir den tuffelschen künig,
der Judas bruoder ist, oder ich will üch ertöden; wann er
mno§ kein verrettery mer begän.« Do der apt Roollanden
verstuond, do macht er sich inn die flucht. Und RuoUand
zog sin Bchwert uß und lüfl^ inn die kilchen; da fand er den
19 kdnig Johana in der kutteii, Do er inn gsach, Jo erkant er
inn wol; wann er hat inn vormallen by Karly^ sinnem vetter,
gsächen. Er erwust inn und sprach zuo imm ; »Her rnünch,
könnend ir Üwere lätzgen wol ins tiiffels namnien ? Kommend
mit mir inn der bössen stund, so werdend ir Karly gesächen ;
lö wann er wirt Öch lassen häncken wie ein bewertter verretier.
Wo sind die fier sün Ämmon, die ir im sottend geben haben?
Ir niüessend betzalk werden der verrettery, so ir begangen
hand. Ich will aelbs Kengnolden und sine bruodern rächen. c
Damit satzt er inn uGf ein pfert und ließ im die ougen ver-
n binden und satztend inn hiudersich ufl' ein pfert. Der kilnig
Johans thet nüt dann Rengnolden und sine bruodern klagen
und sprach: »Ach, wie übel thet ich, do ich inn ein »o töd-
liche verrettery verwilget! Ich sott billich zechen mallen
sterben, wann ich hab den tod wol verschulten.« Er sprach
«& zuo Biner rytiern einem: »Lieber frtind, rittend gen Muntabant
und sagend Rengnolden, daz er mich komme entscbütten ; wann
er sig minn schwäger. Und daz er min boüheyt nufe ansäche,
sunders die fryheit; dann lä&t er mich töden, so wirt er sinn
ewigklichen geschulten, und sine kind werdend sinn geschmecht.
10 Und mag er mich erretten, so will ich, [bl. 224] daz er mir
die Zungen laß uß ryssen ; wann ich hab es wol gegen im ver-
Bchulten.c »Her,« sagt der rytter, »ich will not rytten; wann
ich weyß wol, daz er nüt kommen wyrt.« »Er wyrt,« sprach
der künig; *ich weyß sovil umm inn, daz er nüt darwider
w reden wyrt.c >So will ich rytten,« sagt der rytter, Diewill
sprach Ollyfier zuo Ruoüand: »Osell, waz wend wir mit dissem
2 derj den ha. 34 kunig ha.
145
künig thaon?c »Gsell,« sprach RaoUand, »wir wend inn Early
bringen. Ich weit aber gern vor h inn die fier sün Ammon
finden.c »0 gott,€ sprach Gergis, »verlieh KaoUanden sin
willen, damit sinn hoffart ander getruckt werde! Wann ich
weyfi wol, daz sinn hoffart nüt under getruckt mag werden, &
dann durch Rengnold.« Nunn wend wir von Rengnolden und
sinnen bruodern sagen.
Wie Rengnold und sine bruodern sampt irem vetter
Magis wider gen Muntabant kämmend und darnach
den kunig Johans erloßt und Ruollanden und Olly- »o
fieren überwand.
Hie sagt die hystoria, das Rengnold und sine bruodern,
do sy Magis irer wunden geheilt hat, wider gen Muntabant
rittend. Und frow Klara, Rengnolden frow, kam innen engegen
mit ir zweyen sünnen Johans und Ammon. Die hattend so i6
vast geweinet, daz sy nüt mer gs&chen ; sy was och selbs ent-
figurt von weinnen ; wann sy wüßt wol, wie der künig Johans
imn heren und sine bruodern verrätten hat, und vermeint, sy
werend tod. Do die Jüngling sy gsächen kommen, do lüffend
sy irem vatter an die schänckel und ummfiengend im die ; so
aber er sties sy mit den ftiessen , daz es wenig falt, er hetz
ummbrächt. Und sprach zuo siner frowen: »Frow, fluch von
mir hinweg, gang zuo dim verretterschen bruoder , du muost
min liebe niemmer mer haben; wann es ist nüt an im er-
wunden , daz wir nüt tod siud. Nun gang im zefuoä nach 2&
und an gselschafft ; wann du muost mir des minnen nüt hin-
weg tragen. Wann du bist des grösten verretters Schwester
uff ertrich. Und dine kind will ich erhäncken ; wann ich
furcht, sy wurdend verretter wie ir vetter.« »Her, umm gotz
willen gnad!« sprach die frow; »wann ir wüssend, daz ich 30
üwers rytz sorg hat und hab es üch zumm dickern mal wider
rätten und seyt üch , ir söttend minem bruoder nüt volgen ;
wann ich hat des sorg, so beschechen ist.« Damit fiel sy
inn ammacht. Do sy der edel Guchart j^sach fallen, do hat
*
16 gsäcben ha. 19 do] du h».
Haimonskinder. 10
146
er sy uff und sprach zuo ir: *Frow, band kein unmuofc! Daoii
feit öch Rengöold schon, daz wetid wir nüt thoon , sunders
wend Gell behiilfl'eo und lierätten siii.« Hicliart spracli zuo
Guchart: »Laß una gen uoseru brooder bätten, das er unser
& Schwester vertziche; wann sy hat kein schuld daran. Hettend
wir Iren gfolget, so wereod wir nüt gerytten. Wir sond yetz
an die achdnnen schünckinnen gedencken, die sy uns zumtu
dickem mal geben hat. Nunn land uns iren yetz den loo
geben, wann ay bedarf sinn yetzmäl wol. Man spricht gmeiii-
10 liehen, inn der nott gsäch man, wer tVund «ig,« »By niiner
triiw,< sprach Allard, »du sagst wär,c Damit giengend sy
zuo Rengnold» und Ällard sprach zuo im: »Lieber bruoder,
biß nut so zornig J Du weyst, daz din frow keinn schuld an
der verrettery hat, so ir bruoder uns bewyssen hat, und bettest
iB iren gefolget, so werend wir nüt gerytten. Darunim bittend
wir dich, daz dn irtsn vertzicheat« Rengnold sprach: »Ich
vertzichen ir von uwertwegen,« Do daz sine bruodern er-
horttend, wurdend sy vast fro und kämmend zuo ir Schwester
und sagtend zuo ir: »Frow, band kein unmuot! Wann wir band
n üwern fryden gmacbtc Und fyorttend sy damit filr Reng-
nold. Und do er sy gaach , do ummfieng er sy und küßt sy
nait grosser liebe. Damit fieng die froud an züo Muntabant.
Daz essen ward bereytt , und sasaend zuo tisch. Lind als sy
ob tisch wärend^ do kämm des künig Johans rytter für Keng-
iü nold und gruotzb inn und sprach zuo im: »Her, der känig
Johans enbüt üch by mir , daz ir inn kommend entschütten,
oder er ist sust tod ; dann Ruolland und OUyfier fuerend inn
gen Muntfackon erbäncken. Thuond es, her, nmm gotz willen
und gsäcbend syn boßbeyt nüt an, sunders üwere frumnikeyt!
80 Wann unser her vergab Maria Magdalenna und Logys ire
sund. Er weyßt wol, daz er den tod an üch verschulten hat.«
»Got verflüeche den,€ sagt Alard, »der den fuoß dar strecke
und der inn mit eimm einigen här erkouffe! Verflüecht werd
Ruolland, wenn er inn nüt häncken läßt!« Do Rengnold den
86 rytter verstanden bat, do neygt er sin höpt gegen der erden
und sinet eine lange wyL Und do er gnuog gsinet hat , do
I
I
I
«
7 tchäckinneii ba. 17 uwertw. ha.
147
gsach er sine braodern an (wann ein guot hertz mag nüt
liegen, wenn die nott kampt) und sagt also zuo sinen [bl. 225]
braodem und sinem volck: >lr heren, ir wüssend, wie ich zuo
Paris enttherpt ward mit grosser schuld uff einem pfingsten-
yest, als Early offnen h&f hielt. Da was ein schönne gsel- &
schafft von mechtigen fürsten und heren ; wann es wärend drü
hundert nammhaffter ryttern d& und hundert künig, hertzogen
und griffen und raer dann fünfftzig bischoff und yil ander
heren. Do ward der hertzog Beffes von Agremunt erstochen,
der so ein frommer rytter was , als mengklicher weyßt. Ich lo
forschet ablegung von Karly vor all sinnen fürsten, des er
mich gröblichen beschalckt, des ich vast zornig ward. Und
es beleih nüt darby, daz ich von Karly beschelckt ward ; wann
es beschalckt mich 5ch sin vetter Berchtold, als er und ich
im Schach zugend ; darumm ich daz schachbrätt namm und 15
im ein semlichen streich damit durch sin kopff gab, daz ich
inn ertodt. Und Karlys vettern nach einnem gab ich ein
streich mit der fust, daz er tod zuo der erden fiel; der wott
min bruoder Richart erstochen haben. Und do daz Karly
vemam, do gebot er mich zefächen ; aber min geschlächt wott so
das nüt lyden. Wann es ward ein grosse uffruor daruß, wann
es ward mengen streich geben. Do die unruow ein end hatt,
do safi ich uff Bayard und satzt miner bruodern einnen für
mich und die zwenn hinder mich und kämm gen Ardannia;
da ließ ich ein schloß machen. Dahinn kam mich Karly be- 26
legren. Und min vatter muoßt im schweren, daz er mir nüt
behulffen sin wett, deßglichen och all mine fründ, also daz ir
keiner so frisch was, der mich ein tag dörfte beherbergen.
Lieben bruodern, ir wüssend wol von der grossen armuot, die
wir lange zyt erlytten band. Und do ich gsacb, daz ich niennert- 30
hin kommen mocht, do kämm ich inn dyiä land zuo dem künig
und sagt im, wie ich krieg mit Karly het; aber er ertzeigt
mir grosse liebe und eer , also daz er mir sin Schwester gab
und ein hertzogthumm und ließ mir Muntabant buwen. Üar-
zuo hab ich inn nie ungerecht fanden. Aber Karly ist so 35
ein mechtiger künig, und wüssend wol, daz er mengen man
überwunden und enttheret hat. Der künig Johans hat uns
darumm verrätten, das er inn so übel entsessen hatt, darumm
10*
148
er nüt zeschälten ist; daun er het Karly nüt mögen wyder-
stän* Darumm daz er uns über gab, daz beschach durch bössen ■
rätt, 80 im etlii'h siner heren geben hand. Got schuoff nie
kein so frommen mentschen^ dem nüt durch bösen rätt etwann ^
K mißluDge. Wie mÖcbt ich inn Terlän, diewil ich im nüt ab H
gesejt hab? Mich dunckt , ich sig im guotz schuldig gegen
böJi. Darumm bit ich üch, das ir üch rüat^n wellend; wann
ich will inn entschütten. Es were niinen kindeu ein grosse
schand, daz ir vetter gehänckt wurde wie ein dieb , und wer |
10 uns ein grosse unneer , wann er ist unser her. Hat er un-
recht gethäuj so sond wir recht thuon und sond der guothet
nüt vergeaaen^ so er uns gethäu hat* >By miner trüw,<
sprach Alard, »so wyrst an mich ritten, dann ich kumm da-
hinn nüt. Kein verretter sol entschüt werden.« »Und ich
lö och nüt,« sprach Guchart, »duz ist gwüJa.-« liichart sprach:
»Ir werdend, syt es Rengnolden gfalt, wann er ist unser her,
EJarum bit ich üch, daz ir im ghorsamm sigend.c Do sieb
KengQold bewilget hat den küoig Johana zentschütten wider
Atard und (lucharden willen » do fiengend all Oastgunner an
»oschryen: ^Gesegnet sig die stund, inn deren der edel Reng-
noltl geboren ward! Wann es verglichet sich imm kein inentach
inn frummkeyt und raanheyt. Her, wir übergebend üch daz
land üastgunnia, diewil ir inn laben sind. ^So ver, gnediger
her, lydend nüt, das der könig erhänckt werde ; dann daz were
95 dem küngkrich Gasfcgunnia ein grosse schand, das mann iinsern
künig erhanckte.« ^fciy miner truw,« s-prach Kengnold , »ir
sagend wär.4 Damit Idielä er sin hornn dru raäl , und alle
die, so daz hornn horttend blässen, wap nettem! sich von stund
an. Und do sy all gerüst wärend, saß Rengnold uff Bayard.
»0 Und warend iren zerofa wnl sechs tussend und tussend zefuoü.
Do sy für Muntabant nlä kämmend, do sprach Kengnofd zuo
innen : ilr heren, ir wüssend, daz üwer her inn todes nötten
ist; darumm bit ich üch all, das ir inn manlich entschüttend.«
Darnach sprach er zuo sinnen brnodeni: »Lieben bruodern,
M ir wüssend, daz mich Ruoliand tödlichen hasset und nüt durch
min schuld, snnders durch nyd. Darumm bit ich üch, daz ir
7 rösten ha.
h
140
iDinnen acht habend; wann ich sagen üch, daz uflF den hüttigen
tag Ruollanden hoffart oder mine under getriickt wjrt,* Do
llard Rengoolden verstuond, do sprach er zuo im: »Byß on
rg, diewyl wir daz laben band, daz wir dich nüt verlassen
Dd.€ Damit machtend ay sich uff die sträs und ryttend &
8iy?aJ9t, isA sj RnoUanden volck ersächend. Do Ren^nold
»ine fyend ersaeh ^ do stalt er sin voick inn Ordnung^ als er
wol kond. Do RuoIUnd soyyl volck gsacli kommen» do ruoft
er dem bischof TQrpin und Gedelon von Peyern und sprach
mo innen: >Ir heren, ich gsich da vyl kriegßvolck kommen, i«
l-_ Mocht es Rengnold und sine bruodern sinn, deren ruomm so
^MToa ist, und ir vetter Magis, der lystig rytter?« »Gsell,^!
^bt»ch Türpin, >sy sindtz on feilen, und sagen üch, daz wir
^^os nüt bewaren mögend on stryt,« f)o Gergis Rengnolden
güeh^ do hat er sine hend gegen himel «ff und sprach : »0 i^
i, gelopt sigest du, daz du verhängt hast, daz Ruolland
Rengnolden und sine bruodern und Magis, ir vetter, funden
lat I Ich bin warlicii als fro, als hette man mir tussend marck
«Iber geben; wann Ruolland hat all sin begeren funden. Nunn
ill ich gsachen, wie er sich manlich halten well gegen innen.* «o
lamach kert er sich gegen Ruolland umm und sprach zuo
»Gsell Ruolland, nun band ir alles daz, so uwer hertz
igert. Ich bin warlich vast fro, daz wir sy [bl, 22o] funden
laod. Wir weud gsächen, wie ir sy fachen werdend; dann
Jn5g^d ir sy labend ig und nftt tod gfächen und sy Karly 25
bringend, so wirt er öch grossen danck sagen, so wirt üch
Bajard, den ir so lang begert band, «0 wyrt der krieg öch
geendet.« »Gergis, Gergis,€ sprach Ruolland, ^ahm sind ver-
rachtUDgen« Aber, by got, ir werden«! gslichen, ee daz nacht
wirt, wer den andren fachen werd.« »Nun wyrt mann gsächen,« ao
•prach Gergis, »waz ir thuon werdend.« Do liuolland gsach,
dax er »trytten rauotat, do ordnet er sin volck, als er wol kond.
Do K/CDgnold gsach, daz Ruolland sin volck ordnet, do sprach
er zuo sinen bruodern: > Lieben heren, idi will vor dannen
rytteu Ruollanden hoffart nyder trucken , die ist vast gros, »&
aU mengkticher weyßt Und bitt uch all, daz ir üch redlich
haltend.« Do sine bruodern verstiiondend , das er mit Ruol-
Urulpti stritten wott, do wurdend ay vast leydig und sagtend ;
150
*Ach bruoder, wilty, Hazwirall verloren werdend? Du raagsi
niit ee ummkonimen , dorm wenn du mit Ruollanden stritat ;
wanu er ist zekoo und mag nüt durch jssen verwundfc werden.
Wir bittend dich, daz du rüewig sigest.f » Liebeu bruodern,€
h sprach Renguold, »ir band VAfit recht gsagt. Ich weyß wol,
das Ruoiland manlieh ist und daz sins glichen nüt ist Aber
ich hab rechte und er bat nnnrecht, daz mag im nuchteyl
und schaden bringen. Und darurani will ich niennerumm er-
lassen, daz ich nut tnit im stritt. Doch will er fryd, so muoQ
10 er inn haben, desglichen och krieg; dann ich will vyl lieber
mit eren sterben dann länger also zeläben. Darumm gedenckend,
daz ir unsere fyend redlich angriffend, und mengklicher sin
bestes thüegj wann wir hand zeschaflFen mit vyl manlichen
ryttern.t »Vetter,« sprach Alagis , >dn machst ein zelange
wbredig: gedenck redlich anzegriö'en, ir müessend redlich ent-
schüt werden, istz gotz will« Damit macht sich Reugnold
harfür uff Bayard, Do Ruoiland Reugnolden gsach komen
und siu volck so wol geordnet, do zeygt er sy Olliffier und
sprach zuo im: »Gsell, was tlunckfc dich mit dissem volck V
«j Ach got, wie sind sy so wol geordnet! Renguold w^eißt mer
umm kriegen dann kein rytter inn aller weit. Und ist ao
güettig, daz kein rytter so armm nut ist, wenn er zuo im
kumpt, daz er not wilkommen sig, und kuuipt er zefuoß, daz
er inn nut ufiF ein pfeit setz und macht inn rych,« >löt daz
16 nüt ein grosse guothet?« sprach Ollyfier» ]► VVärlich jä,< sprach
Ruoiland, >er thuot im recht, wann er möcht sust minem
Vetter nut wyderstäii. Er ist ein edler rytter. Und mich
dnnckt, er habe vyl mer volcks dann wir; darumm er uns
wol gwiinnen mag, luogend wir mit für uns; danner und sine
'•obruodern sind lystig.« j^Ruolland,« sprach Olliffier, »du sagst
w&r; aber du weyst wol, daz die Gflstgunner als ein zaghafft
volck ist, als uff ertrich ist.* »Ee ist w&r,t sagt der bischoff
Türpin; »sy haud aber ein so guotten gleytzman, daz bessern
inn aller wält nüt ist. Der manlich man enthalt sin volck
»6 nebend im und ist ein Spiegel und byspil der andren sich red-
lich zebalten.« Do Ruoiland bort, daz man Rengnolden uod
14 machet] magst hs.
151
sin Tolck floyast lopt, do ward er schier unsiimig und stach
damit inn sin pfert and reyt gegen Rengnolden. Und do inn
Rengnold gsach kommen, do kam er gegen imm. Und do er
inn stachens wytte zno im kam , do saß er ab und lejt sin
sper an herd und band Bayard an ein boumm und gurt sin 6
Schwert Flamberga 5ch ab und gieng zuo Ruollanden und
knüwet für in nyder und kufit im sine füefi und sprach zuo
im: »Her Ruolland, ich byt üch umm gnad durch die erbermd,
die unser her hat am stammen des krützes umm sin liebe
muotter, do er sy Sant Johansen enpfalch. Ir wüssend wol, lo
daz ich Qwer fründ bin. Und darumm bit ich üch, daz ir
unsern fryden yerschaffend gegen üwerm vetter, so will ich
fich Bayardf min guot pfert, geben und min schloß Muntabant,
so wend wir Franckrich ewigklichen verschweren und wend
über mer sampt unserm vetter Magis die unglöubigen bekriegen. i6
Lieber yetter, thuond daz best! Dann mögend irs zewägen
bringen, so wurdend ir ein guotten gsellen an mir haben. c
Ruolland hat groß erbermd, do er Rengnolden verstuond, und
sprach zuo imm: >By got, Rengnold, »ich darf im nüt darvon
sagen, wenn ir im nüt Magis übergebend, c »Ach,€ sagt Reng- 20
noid, »ich thuons umm kein sach nüt; Magis ist nüt ein
mann umm frid hinnzegeben.« Und namm damit sin seh wert
und kämm zuo Bayard und saß wider daruf und namm sin
sper inn sinn band und reyt wider zuo Ruolland und sprach
zuo im: »Ruolland, du solt wüssen , daz ich dich niemmer 26
von forcht wegen umm gnad hätten wett, sunHers ist be-
schechen dir zuo eren, das du minn fründ bist. Aber syt daz
ich gsich, daz du so hofferttig bist, daz du nüt umm min bit
thuon wilt, so will ich ein sach mit dir träfFen, damit das du
nüt sagen könnest, Rengnold habe dich umm gnad hätten uß so
forcht. Du hast vyl volck hie und ich och (got hab danck!)
und wenn sich unser volck zuo stryt stelt, so mag es nüt
gsinn, daz sy nüt geschediget werdend uff beden sytten. Aber
gfalt es dir, so wend wir zwenn alleinn strytten mit ein andren,
und wird ich überwunden , so bring mich Karly ; und mag 35
ich dich überwinden, so wyrstu mit mir gen Muntabant kommen
mit dem geding, daz dir kein schmach beschechen muoß.«
»Wiltu das thuon ?c sagt Ruolland. »Ja,« sagt Rengnold.
>By minem höpt,« sagt Riiolland , »du wirst« mir globeii.c
ipjä,€ sagt Rengnold, >by dem tf^yl, des ich wartten im hiuiel
zehaben^c er weit es im halten. *Ivengnold,« sagt Uuolland,
»ich will gen urlob nemmen von minen gsellen.« »Gang,c
seyt Bengnold, »und [bL 227] belib not lang.« Damit reyt
er zuo sinnen gselien, die IVägtend inii, waz Rengnold seytte,
ob er mit im geredt hett »Ja,« sagt KuoUand. »Und wa«
dunckt üch sinethalb?« sagtend ay. > Wärlich,* sagt RuoUatidt
»er ist ein manlicher rytter; wann er hat rair uß hotten ze-
it» stritten lib an lib,< »Ruolland,« sprach Ollyfier, »du magst
im thuon nach diuem willen ; aber ich rätten dir, du ihüegesiz
nüt Dann diewil ich laben, will ich Rengnolden fyend nüt
sin alleinn umra sin frommkeyt; wann er ist ein güettiger
rytter.« Do der ertzbischof TQrpin , Hector, der sun Eodoo,
lö und die gräffen dys erhorttend, do sagtend sy zuo Ruoiland;
»Wast ist daz , so ir thuon wend? Thnond es nüt umm gotz
willen, wann Rengnold ist öwer und unser frönd ; tödend ir
inn, so werdend wir üch niemnier mer hold sinn, Land Reng-
nolden ni bietten sinn und land uns sin volck angriffen ; dann
20 es ist weger, üwer volck werd ertodt, dann da/* üwer einer
ertödt werde.« »VVend ir, daz im also beschech?« sprach
Ruoiland. >Jä, vetter.« »Es gfalt mir wol,« sprach Ruoiland
und sagt zuo sinem volck: »Lieben heren, gedenckend üch
redlich zeweren!« »Her,« sagtend sy, »hand kein sorg!« Da-
to mit schrey Ruoiland vMantjoya Sant Denysseus!« und greyff
Rengnolden volck an. Do Rengnold gsach, daz die Frantzossen
sin volck angriffend, do stach er inn Bayard und reytt inn
die grosteu huffen der Frantzossen und stach ein ritter, das M
er tod zuo der erden fieL Darnach stach er nach einnen, daz "
80 er im sin sper durch den Hb stach, und fiel tod zuo der erden.
Darnach zog er sinn schwert ui und sehrey >Mnntabant !«
und Bchluog sovil Frantzossen nyder, daz im keiner dorft ge-
uuchnen, sunders fluchend vor im wie dieschäf vor den wölffen,
Rengnold brächt sovil zewägen mit sinner brnodern hilf, daz
s.'i sy der Frantzossen ersten huffen zertrau ttend. Do der klein
Richart gsach, daz die Frantzossen zerträut wärend, do sehrey
er überlut tDordonna!« und reyt inn die grösten huffen und
ertodi iren vyL Und sprach zuo Renguold: »Bruoder, schlach
I
I
153
redlich drinD, waun sj sind siglofi. Verschaff, daz die hoffer-
tigen Frantzossen dinen nüt spotten könnend !c Do Rengnold
Richarden yerstnond, do fieng er an lachen und stach inn
Bajard und schluog uff die Frantzossen vester dann vor; dann
er thet kein streich, das er nüt ein Frantzossen ertodt oder 6
rerwnndt. Do die Frantzossen gs&chend, daz der schad uff
SJ gieng, do ruofftend sy RuoUanden und sagtend zuo im:
»Her Ruolland, waz thuond ir? Warunim kommend ir uns
Düt entschütten? Wir sind all tod, entschüttend ir uns nüt.«
Do Raolland sin volck inn semlicher martter gsach, do stach lo
er inn sin pfert und thet sich inn stryt und reyt ummhär
schryend: »Rengnold, wo bistu? Ich bin hie den stryt zethuon,
den du mir versprochen hast.« Do sich Rengnold hört nemmen,
do stackt er sin schwert inn und namm ein starck sper und
kämm zuo Ruolland und sagt zuo im : > Wo bist , Ruolland ? 15
Furchst micb, daz du so lang hinweg bist? Ich sag dir ab uff
den tod. HQet dich vor mir!« »Und du dich vor mir!« sprach
Ruolland. Damit stächend sy ire pfert und gäbend ein andren
hertt stich. Do die Frantzossen und Gastgunner daz ersächend,
do ryttend sy hindersich, der zwey ryttem stritt zesächen. 20
Do Salomonn von Brettannia und Heetor, der sun Eodon, den
gsächend, do wurdend sy ser betrüept und kamraend zuom
bertzog Anses, zum bischof TQrpin und zuo Ollyfier und sagtend
zuo innen: »Ir heren, sind ir blind? Wie lydend ir, daz vor
üwern ougen der best rytter ertödt werd , der inn aller wält 25
ist? Ach Karly, waz schmertzens wirst du haben, wenn diu
Vetter von Rengnolden ertödt wirt ! Daz wirt wärlich grossen
schmertzen zesächen sinn.« Und sprach damit zuo Ollyfier:
>Ich bitt dich, gsell, so lieb als dir Karly ist, daz du zuo
RuoUanden rittest, und sag im von unsertwegen, er soll nüt so
mit Rengnolden stritten mit dem schwert, sunders nemme ein
sper und zerstäche sy uff im , damit und er der verheissiing
gnuog thüege, so er Rengnolden gethän hat. Dann wenn
er inn mit dem schwert umbrechte, so wurdend wir inn
niemmer mer lieb haben.« »Lieben gsellen, band Reng- 35
nolden kein sorg !< sagt Gergis, »dann ir erkennend inn nüt
wol. Er ist nüt ein kind, daz er so lichtlich zersch recken
sig, als ir vermeinend. Ijand inn machen ; dann by der trüw,
154
die ich öch schuldig bin , Riiolland wirt vast müed werden,
ee er widerkumpt, und wirt wol als ein groaaeu willen haben
vomm strytt zelässen als Rengtiold, also daz lüiollaiid wett,
er were nie da gsinn umtn die best stat, so Karly hat.* »Gergis,«
5 sagt Heckor, »du retst ula nyd. Strytteat du mit Kuoüand,
du wurdest änderst reden, dann da retsL« und sprach damit
zuo OUyfier: »Gsell, stell den stritt ab!« Also reyt Olljfier
zuo liuoUand und sagt ioi der heren befelch. iGsell ,« sagt
Ruoiland, »gott zerstöre sy ! Wann sy neniraend mines vetter
n> Karlys begereu.« Rengnold sprach zuoRuolland: »Kuolland,
underiäst daz schwerb, so sagen ich dir weder danck nach lob:
ich fiirclit dich nüt. Lälä uns unsern strytt enden U RuoUand
wotz nüt thuon, sunders thet daz, so im sine gseüen enboUen
hatten d. Wann er namrn ein sper nnd rautt nfl' Rengnolden,
ift 80 yast er mocht , und Rengnold gegen imm. Und traifend
ein andren, also daz ire sper zuo stucken giengeud , und he-
gegnettend ein andren mit iren schilten so starck, daz Ruol-
land zuo huöen fiel mit ainem pfert Und Rengnold fuor
für und schrey »Muntabant!« Ich sag ilch für war, das Ruol-
ao land ab keinem stich nie g fallen was dann uff daz mal. Do
er eich am herd gsach» do was er übel zefriden. Und stuood
schnell wider ulf und zog ain schwert uß und kämm an sinn
pfert Gallantin und sprach: »Bosses thier, es feit wenig, daz
ich dich nüt ertöde, daz du falst von eines buoben stichs.«
S6 >Hälif mir got,< sprach Rengnold, [bL 228] >du hast unn-
recht: wann din pfert hat lang nie gnuog gessen, darumm
mag es nüt arbeytten.« Damit saä er ab, darumm daz Ruol-
land zefuoia was, Do Bayard sin heren ab imm entpfand,
do iüff er an Galantin und schlung inn mit den hindern füessen,
so daz er im schier den scliänckel zerschluog. Des Ruolland vast
zornig ward und luff uff Bayard inn nieinung im den kopff
abzeschlachen. Do Rengnold daz eraach, do sprach er zuo im:
^Waz ist daz? Es zirapt dir nüt ein thier zesch lachen. Kumm
an mich, ich will dir gnuog zeschaffen geben, daz du mUed
f.jD wirafc sin, wenn du Ton mir kumpst Ker din schilt gegen
mir, so wyrsiu sächen, wie Flamberga schnitt.« > Rengnold, c
♦
6 ward erst ha.
I
155
sprach Ruolland, *tr5w mir nüt sovasfc; dann ee es nacht wirt,
wirat du sächen , daz dir nüt gfallen wiit.c Der wortten
zittret Rengnold von hUene und luff uff Ruollanden und schluog
inu uff äin hälni , also daz er im den zerschneyd , und der
streich Bei uff den schilt und zerhüw ein grossen tejl darvon, ^
aber er verwundt inn nüt. Und Rengnold sprach xuo im:
»Waz dunckt dich mines schwertz halben? Höwt es wol oder
nät? Ich hab nüt gar gfelt Nun hüet dich wol; wann ich
bin nüt so kitidtsch, wie du mich mach st. 4 Do H Holland den
hertten streich entpfand, so im Rengnold geben bat, do ward 10
er vast zornig und namm Durandal, sin guot seh wert, inn sin
band and lüff uff Rengnold. Rengnold hat den schilt harfür,
and Ruofland gab im ein so hertten streich daruf, daz er inn
an mitten von ein andren zerspielt. Und sagt zuo Rengnold:
^Kun hab ich dir daz wider geben, so du mir geliehen hast; ib
wir «ind yetz wett. Nun will ich gsächen , wer wider au-
fächen werd.c »By miner trüw,« sagt Rengnold, ^verMüecht
w«rd ick, wenn ich yetz schone! Wann ich hab vorhinn nun
geschimpffet. Din fryheyt wirt dich nüt nützen gegen mir,
da?, ich din hoffart nüt nyder trucke.« i^Thuost du daz, so »0
thnost wunder,« sagt RuoUand. Und also wie sy den stryt
wider anfachen wottend, do sprach Magis zuo Rengnold:
»Vetter, sytz wider uff Bayard und laß RuoUand och wider
uff daz sin sitzen.« Ir sond wüssen , daz Gergis nüt so fro
gsijiD were, der im ein stat geben het , als er was umm daz 25
Rengnold Ruollanden gfelt hat, Do die zwen rytter wider uff
ireo pferdeu warend, do fieng ein vast grussanimer stryt an,
daz 68 ein erbermd zesächen was ; wann einer ertodt den andren
on gnad, RuoUand hat daz hertz so grolä« darumm daz inn
Rengnold gfelt hat, daz er mit lutter stimm schrey : »Wo bist so
du, Rengnold, hinkommen? Kumm wider, laß uns unsern stryt
enden! Wann man kan nach nüt sagen, wellicher der best
rytter ander uns zweyen sig.« Reugnold sprach: »Du hast
war. Aber strittend wir hie, so lidtz unser volck nüt. Aber
Vk& uns über daz wasser inn daz forry holtz, daz ist ein vast »
lufitpar end, da mögend wir strytten, daz wir nüt gscheyden
werdend. Und dem gott das glück geb, der hab die eer.«
»Daz gfalt mir wol.< Damit stächeod sy inn ire pfert and
156
wottend inn daz forj holtz ; aber OUyfier hat acht daruf und
erwTist Ryoltariden by deoi zoum, und Rengnald reyt für. In
dem luo^et er fürsich und ersach den kunig Johana und wol
achtzig rytter, die verhoobtend itin und fiiortend inn schant-
ö liehen hinweg. Üo Rengnold den fcünig Johans gsach , do
ward er vast fro und sprach: *Ach, her gott, gelopt sigest
du, daz du mir ein so schönne sach verguiKien hast!« Damit
zog er sin schwert uß und sprach zuo dennen, so den kiinig
fuorttend: »Land den künig Johans gän , ir bössen lütten!
xü Wann ir sind nüt wirdig inn anzerüeren,* Und rantt damit
inn sy und schluog ein rytter uff den bälmni, daz er tod zuo
der erden fieL Do daz die andren ersächend, do macht end sy
sich inn die flucht, und sagt einer zuo dem andren: > Wetten
tütfel, wannen kumpt dysser grussammer manu? Fluchend,
Jö fluchend, verflliecht werde der von got, der sinnen warttet!«
l*amit fluchend sy inn alle tieffe des fory holtz und liessend
den künig Johans da, Rengnold kämm zuo im und loßt und
entbant inn uflf und sprach zuo im: »0 bösser künig, wie
hand ir daz gmüed gehept, mich und mine bruodern so schant
ao liehen zeverrätten ? Es hat nüt an üch erwunden, daz wir nüt
tod sind. Waz habend wir üch zeleyd gethrtüV Aber ich will
üch den kopfiF ah scli lachen und üch den Ion geben,« Do der
könig Johans Rengnolden gsach, do knöwet er für inn nyder
und sprach: »Es ist wol billieh, das mann mich ertöd; wann
36 ich hab die grussam mest verrettery an üch begangen, so nie
begangen ward. Aber ich bitt dich uinm gotz willen , syt
daz sinn muolä, daz ich sterbe, daz du mir selbs den kopff ab
schlachest. Darnach laß min zungen uli ryssen » mit deren
ich die verrettery begangen hab, und läfi sy die hund essen;
»0 wann ich hab es wol verschuUen und grossere niartter, Zuo
dem allem hand mich gebrächt der gräf von Äniou und der
gräf Anthony. Nun mach ein schnell end mit mir, ich bit
dich; dann ein so bösser verretfcer, als ich bin, sol nüt laben.
Mir ist vyl lieber, du tödtest mich, dann der grnssamm Karly.c
3ft Rengnold sprach zuo im: »WoUuff, sitzend schnell uf, üwer
Jon muoß üch werden.« Nun wend wir wider von den Fran-
tzossen sagen, wie sy überwunden wurdend.
*
25 verretter ha, — an ha.
I
157
^Wie Uuolland und Gergis inn uniieimgkeyt kämmend,
imd wie Richart gfaageu ward.
unn sagt die hystoria, ab Rengoold ui^ dem stryt und
über dax wasser gerytten was inn daz forry holtz inn willen
mit Ruollanden zestritten , daz diewyl RuoUand und Olljfier a
d Gergis mit Alard, Guchart, Kicbart und Magissen sirittend
i ireni volck, und der stritt was so hertt uff beden sytten,
daz da grossen schaden beschach. Aber zuo letst kam [bh 229]
die siglosae uff Knolland. Und kam darzuo^ daz Ruolland und
OUyfier ab züchen moolatend, und die dry bruodern und Magis lo
behieltend den pryß. Und also wie RuoUand ab zog, do hänckt
er sin hÖpt von schamui, und Gergis sprach zqo im: »Her
Holland, wer hat üch üwern schilt al§o verkert? Ich gaich
er pfert wund im schänckel und uff dem arg; es ist uff
r gerechten sytten gfallen, und ir och, es beschintt sich wol u
üwer siten. Mich dunckt, ir haben Rengnolden, den sun
lOti, funden.c Do RuoUand Gergis verstuond, do zog er
schwertt uß und reyt uff Gergis. Aber OUyfier behuob
in, und der gräf Gedelon ntimm Gergis: also wurdend sy ge-
det. Inn dem kam llichart, der schrey KuoUanden nach : ao
ytter» ker din schilt umm, so wend wir ein stächen thuon.c
itter,* sprach RuoUand^ »ich wils.« I>aniit kämmend sy
en ein andren, al»o daz liuollaud Uichaidon ab stach* Al)er
Btuond schnell wider uf und kämm an sinn pfert und wyder
of» und zog sin Schwert nJä und wartt sich adellichen aa
;en all sinen fy enden. Do liuolland er kaut, das er der sün
inmon einer was, do entpfieng er so grosse fröud , daz inn
loeht, er were im Paradis. Und sprach: »Ir mine fründ,
ttrtintt er üch , so will ichs dem keyser sagen.« Do die
'rantzossen gsächend , daz Kuoliand Richarden fachen wott, lo
do yltend sy all uff inn und wurffend raer dann tiertzig schwertter
ufiF inn. Und wurffend im sin pfert under im zetod , des
Richart »er erschrack, önd stuond schnell uff und schluog
den gräf Anthony von Boyanna, also daz er inn übel verwundt.
Hu mal der Brettanyar gsach den streich und schhiog Ificharden, vj
uud Richart gab im ein semlichen streich, daz er und sin
158
pfert uff den tod verwandt werdend. Do RnoUand daz er-
sach, sprach er »uo im: »Nun ergib dich, ritter, und 1yd nüt,
das man dich ertödte; wann daz were ein grosser schjid.c
»Rytter,« sagt Richart, lich ergib nrich dir und siist keim
K andren.« Damit gab er im sinn schwert. Und Ruolland namS
gernn und hieü inn uff ein essel sitzen , und fuorttend inn
also hinweg. Ach, waz Schadens wer daz gsinn, wenn er er-
hänckt were worden! Er kanira ini vaat nach; dann wenn got
und Magis im not gehnlffen bettend , so wer er er hänckt
10 worden. Dysser unfal gaach Richarden knecht; der stach inn
sinn pfert und reyt über das Wiisser zuo Kenguolden und sprach
zuo im: »Her, ich bring uch bösse raere, Wussend, daz Ruol-
land Richarden gfangen hat und füert inn hinweg.« Do
Rengitold dysae wort erhört, do gwann er so groß leyd, daz
iuer schier die sinn verlor. Und sprach zuo dem knecht: »Sag
mir, minn fründ, sind sy wyt vono hinnen?« >Her,< sagt der
knecht, »ja, ir mögend sy nüt mer eryllen.« Do daz ßeng-
üold verstuond, do ward er betrüepter dann vor. Inn dem
gaach er Allard und sin volck kommen, Do Alard Rengnolden
aft so gros leyd gsach füeren, do sprach er zuo imm: »Bruoder,
waz ist dir?« »Alard,« sprach Rengnold, »wir band Richarden
verloren. Wann Ruoltand füert inn gfangen hinweg und ist
so witt, daz wir inn nüt entschütten mögend.« Do Allard
und üuchart dyase niere horttend, do fuortend sy ein gros
jifi leyd, daz es ein wunder was zesächen. >Ach,« sprach Reng-
nold, »wer ist der, der also unsere gselschafft zerstört hat?
Ach, Heber bryoder Richart, wie ist es so ein grosser achad
umm dich! Hetteat du din zyt erlept, so bettest du uns all
über troffen inn manheyt; wann du bist von diner niauheyt
50 wegen gfangen.« »Bruoder,* sprach Allard zuo Rengnold,
»du bist an dem allem schuldig, daz du uns wider unsern
willen har fuortteat den verretter entschütten. Wir werdend
inn niemmer mer läbendig gsachen.« Und sprach zuo Guchart:
»Lieber bruoder, zücb din seh wert ulä und how dyssem ver-
9» retter und bössen künig daz hopt ab, von des sinn wegen wir
unsern bruoder verloren band.« »Bruoder,« sprach Rengnold,
>ich bit dich by der bnld, so du zuo mir hast, duz du dem
künig Johans kein untzucht bewyssest, wann er hat sich mir
159
ergeben, snDden fQerend inn gen Muntabant und land inn
wol TerhQetten! So will ich da beliben uff Bajard mit minem
gaotten schwert Flamberga aileinn und will inn Karlys zeit
rytten minn bruoder Richarden erlössen , oder ein andren
gfangnen fachen, oder ich will mit im sterben. c Und stach s
damit Bayarden mit den sporen. Aber Allard und Guchart
erwQstend inn und behuobend inn, und Allard sprach zuo im:
iBy gott, du wirst nüt rytten; dann es ist vyl weger, Richart
sterbe dann du, wenn es beschechen sott.« Und als die dry
bruodem ir leyd fuorttend, kämm ir vetter Magis zuo innen, lo
und do er sy gsach so gros leyd föeren, do erschrack er übel
und sprach zuo innen: iWaz brist üch, mine vettern, daz ir
80 groß [bl. 230] leyd füerend?« »Vetter,« sprach Allard,
»wü6, das Ruolland Richarden gfangen hinweg fQert. Und
Rengnold will nunn inn Karlys zeit rytten , und du weyst, iß
wenn er d&hinn rytt, daz wir inn verlieren werdend.« »Reng-
nold,€ sprach Magis, »daz wer nüt wyßlich gmacht, daz du
dahinn ryttest; wann din rytten wurd nüt nützen. Sunders
1&& uns wyder gen Muntabant rytten ; so will ich ritten, und
ist Rychart nüt tod, so will ich inn wider bringen, und wer 20
er inn zechen gfancknus beschlossen.« »Vetter,« sprach Reng-
nold, »ich will din underthän werden, thuost du es.« »Ich
wils thuon on feilen,« sprach Magis. »Land nunn von üwerm
leyd; wann ich will inn üch wider überanttwurten, istz gotz
will.« Damit machtend sy sich uff die sträß gegen Muntabant 25
zuo. »Ach,« sprach Rengnold, »bruoder Richart, wie ist es
80 ein grosser schad umm dich , bistu tod ! Es übertraf dich
nie kein rytter mit raanheyt, und aber nach so jung bist.
Und hälff' mir got, ich klagen din grosse frummkeyt vester,
dann ich thüege, das du min bruoder bist.« Mit dysser klag so
kämend sy gen Muntabant. Und frow Klarra kam irem
gmachel engegen mit ir zweyen sünnen, und yetlicher hatt
ein Stacken inn sinner band. Und do sy den künig gsächend,
do sagtend sy zuo im: »Vetter, werend ir nüt gfangen, so
müeMend ir sterben. Warumm band ir unsern vatter und 35
sine bruodem verrätten, die üch so erlich gedienet handV Ir
sind warlich wyrdig schantlichen zesterben.« Do Allard sine
vettern also bort reden, do küßt er sy und sprach: »Ach gott,
160
wie sind wir so gar jserstortli Do die frow Allarden red er-
bort, do sprach sy zuo im: »Lieber brooder, sagend mir amm
gotz willen die ursach üwers leydtz!« >Frow,c sprach Allard ^
iwir band unsern bruoder Richarden verloren: RuoUand bringt
ft inn Karly gfangen* Gedenckt got sinnen ndt^ so gsachend
wir inn niemmer mer.« »Ach, wie weud wir ihnen,« sagt
die frow, »so Richart verloren ist?« Sy fieng an so gros lejd
föeren, das alle die, so sy gsachend, erbermd haltend, Nonn
wend wir von Magis sagen. ^1
" Wie Magis ino pilgrys veyß inn Karlys zält kämm
luogen, ob Richart nach läpte oder nut.
1
Die hystoria sagt, do Magis gen Muntabaiit kommen was
so zornig, daz er vester nüt mocht, von Richartz wägen, dann
so bald er ab gsaß , gi^^ig ^^ itin sin kammer und zog sich
15 nackett ab nnd nani ein krutt, das a^ er, das macht inn ge-
Schwallen. Darnach namm er nach ein krnit, daz behielt er H
nnder der zungen , und ward schwartz darvonn wie ein koU
und verkart die ougen im kopff umni, als ob er sterben wett.
und beklejrt sich inn söllicher gstalt, das mann in nüt er-
so kennen mocht, und leyt zwenn groß schoocb an. Und do er fl
also zuo gerüst was, do namm er ein pilgrystab inn sin band '
und gieng so schnell hinweg, daz inn kein pfert hett mögen
eryllen. Und kämm gen Muntbandell für Karlys zeit, ee daz
Ruolland kanui), und hielt sich da still, daz er nie kein wortt
^t> rett. Und gsach den keyser an, der was inn siner zeit. Und
haiiek an dem einen fuoü und leinet sich uff sinn stab. Do
Karly iiß siner zeit gieng, do sagt er zuo im: »Der künig der
eren, Aar tod und martter leyd, erlöfi üch vor schantlicheni
tod und verrettery!« »Fründ,«^ seyt Karly, »gott zerstöre dich !
*» Wann ich wird niemmer mer keinem vertruwen von des dieb
Miigissen wägen , wann er hätt mich raentg mal betrogen ;
dann wenn er will, so ist er ein bruoder» ein gryf oder rytter,
also daz ich mich vor im nüt hOetben kan. Liept es got, so
will ich mich ein mal au im rächen, geh wie lang ich beytten
3fc uiuolä.« Do Magis den keyser aUo bort rt»den, do sprach er
»Her, ob Magis ein dieb ist, die andren arnimen sind
zuo im :
161
darumm Düt. Ich bab vy] grosser iiotturft zuo gsunfchejt,
dD Xüo T^rrettery. Es beschint sich wol nnt niinem Hb»
ich nät vy\ boU handien kau. Her, ich kumui von Jheru-
Uem nnd hab den tempell Salomorm besuchen und will gen
ooim , istz gotz will. Ich gieng ^e&tertt über Ballanizonn r.
fid kam geu Gerunda, Und karam inn ein holtz selb zechend
ad kämmend über Muntabant iif; da fnndend wir inürder,
|]e ertodtend mir nsiun volck und iiaiiiDiend mir alles daz, so
ich hat* Und ich kanmi kam darvon. Und do ich von innen
kämm, do fragt ich das landtvolck, wa^ lütten sy werend, die lo
^niir üiiri volck ertödt bettend. Und sy sagtend , es werind
^Hie fier sün Äinmon und ein grosser dieb, der hieß Magis. Und
^Bck fraget sy, warumm sy so scfaantlich läptend, diewil sy so
pK^el werend. Und sy sagtend mir , es bescbeche von der
grossen armuot wegen, so sy littend zuo Mnntabant. Ich gsach ii
nie grosfiammern menkschen, als der Magis ist: er band mir
mine band nff den rügen und sehlnog mich so übel , duz ich
vermeint zesterben. Er hat mich also zuo gerüat, wie ir niieb
g^achend. Her, ir sind der frümmest künig inn der walt
ood sind her inn dissem laud; [hl. 231] ich bitt üch, das ir 20
lir recht haltend über die Her sün Amnioo und über Mugts,
en boflsen diebeu.* Do Karly dysae wort verstnond, do sprach
zuo im; »PiJgry, ist daz war, so du sagst V* »Ja, her,«
firach Magis. ^Wie heist duP^ sagt Karly. »Her, ich heyü
[todon,< sagt Magis, »und bin uß Brettannia bürttig und hin s&
mechtiger D)ann inn minera land. Darum m bit ich ilch
>n des helgen grahs wägen, das ir mir zumm rächten hällFend.«
^ilgry,€ sprach Karly, * warlich, ich mag mir selbs uüt ge-
Wann het ich sy, so sagen ich dir, daz sy kein recht
ynQeßt, daz ich sy nui ertöden ließ,« *Her,« sprach rio
»diewill ir mir nüt zumm rechten hälffen mijgend, so
^ell mir der gotb hälffen, der im himel ist.« »Her,« sagtend
ie fürsten, »dysser pilgry dunckt uns einn fruminer luan
Jon; es besehint sich an sinner gstalt. Gebend imm üwer
Imosseu , liept es üch.« Also gebot Karly, das mann im as
sig phind Pfenning geb. Und Magie nammß und leytz
1 groue be.
HaJjBOOtkiodftr.
3 handlan h«. 5 got ha.
162
ino mnn ermell und sprach zuo imm selbe : > Du hast mir de
dinnen geben; da hast aber gethän wie ein iiar. Ich wils
dir vasfc thör wider geben, ee ich von hinnen scheyd,* Dar-
nach forschet er zessen amm unsers liejllantz Jhesus willen ;
wann er het syt geatert nüt gessen. *Bj nainer trüw,€ sagt
Karly, »dir niuolä gnnoj^ werden»« Damit ließ er im zessen
gnnog bringen. Und Magis saü nyder und aß gnuog, und ^
Karly sprach zuo im: »Nun yU, lieber pilgry, dir niuo& gnuog ■
werden,« Daz thet Magis. Und redt nut , sunders gsach ~
^10 Karly atetz inn daz angsicht, Do daz Karly ersach , sprach
er zuo im: »Sag mir, pilgry, waranim du mich also besechest.c
»Heri« sprach Magie, »ich wils üch sagen. Wüssend, daz ich
vast wyt gewandlet binn ; aber ich hab nie kein kryst nach
heyd gsächen , der so ein hüpscher fürst nacli so früntlich
ifiwere, als ir sind. Darumm ich üch teylhaiftig machen inn
all minnen gebiitten.« «VVarlich, pilgry, daz gfalt mir wol,
und sagen dir grossen danck,< sagt Kiirly, Die Fürsten sagtend:
»Her, der pilgry hat üch ein schönoe schäncke geben; nun
vergältend es im.^ >Her,« sprach Magis, »ich beger keiner
10 andren belonung; wann ich bin kräncker, dann mir giiot ist,«
Inn dem als Karly mit Magis redt, kämm Riiolland und Olly-
fier mit Richarden* Do üergis, Hector und der hertzog Ansea
gsächend, daz Roolland inn Karlys zeit wott mit Richarden,
do sagtend sy zuo im: j>G8ell, hassest du Richarden, daz du
afi inn Karly übergeben wilt?« »Ir heren,« sagt Ruolland, *wie
sol ich irathuon?« »Lais inn gän,« sagtend sy, iund sagend,
es Big ein andren gsin.« »Ich wils thuon, mag ich,« sagt
RuoUand, Dysse wortt bort ein knecht; der kam zuo Karlj
und sagt zuo im: »Her, ich bring öch frembde mere. Wir
10 band mit Rengnolden gestritten am furtt Ballantzon, Der
hatt sich wol gegen uns enthalten, aber er hat mer verloren
dann gwunnen; wann Ruolland hatt Richarden gfangen,« Do
Karly dysse mere verstuond, do sprang er uf von fröuden und
gieng u& siner zält. Und gsach Ruollanden mit Richart kommen
sß und sprach; »By gott, vetter, es beschintt sich wol, daz du
da gsin bist, er were sust nut gfangen worden.« Er sprach
zuo Richart: »Du huoren kind, by der trüw, die ich gott
schuldig biu, du muost ertiänckt werden! Aber du muost
168
Yorhinn wol gepinget werden.« »Her,« sprach Riehart, »ich
hab kein sorg, daz ich erhanckt werd, diewil min frommer
brnoder Bengnold und die andren mine bruodern und min
yeiter Magis inn laben sind. Thuond ir mir etwaz zeleyd, ir
band kein stat, scblofi nach yesty, die üch beschirmen mochtend, &
daz sj üch nüt eriodtind.« Do Early Richarden bort so
fraffenlichen reden, do ward er vasfc zornig und namm ein
Stacken inn bed band und schluog Riebart damit uff den kopff.
Und do er sich geschlagen entpfand, do erwust er Karly by
dem Hb, und rungend so lang mit ein andren, daz sy bed zuo lo
erden Seilend. Do das Gergis und Salomon gsächend, do
namniend syfi yon ein andren und sagtend zuo Karly: »Uer,
ir band übel gehandlet, daz ir ein gfangnen schlachend.«
»Wärlich,« sprach Richart, »er hat mich geschlagen. Ea be-
schintt sich wol, daz er die gwonheyt hat untrülich zeband- i6
len. Daz ist nüt das erst mal nach das hinderst.« Do Magis
gsach, das Karly Richarden gschlagen hat, do ward er so
zornig, daz es wenig fält, er het Karly mit sinem stab ge-
schlagen. Do Karly gsach, daz er so freffen was, do spracb
er zuo imm: »Richart, gott zerstöre mich, wenn du mir ent- ao
trünst! und muost inn kurtzem erhanckt werden.« »Her,f
sprach Richart, »ich will üch vorhinn gsächen schinden, ee
ir mich gsächend erhäncken. Ir werdend nüt so frisch sinn,
daz irs thüegend.< »Nüt desterminder wyrstu mir nüt ent-
trünnen,« sprach Karly, »daz du es nüt werdest, ee morn für 25
komme. Wett gott, daz ich als wol Magis und dine brüedern
hett; wann sy müeßtend dir gselschaft halten. ^ Als Rychart
mit Karly redt, luoget er hinder sich und ersach Magis, des
er vast fro was. Darumm er zuo Karly sprach: »Wo inuoß
ich erhanckt werden? Sagend es mir!« Karly sprach: »Zuo so
Mnntfackon, so gsächend dich dine bruodern.« »Her,« sprach
Richart, »es ist nüt billich , daz ein semlicher man erhanckt
werd, als ich bin. Aber machend fryd mit uns, so thuond ir
recht; es wyrt üch sust nach leyd werden, als ich gloub.«
Do Magis dysse mere verstuond , do beleih er nüt länger, ^r,
sunders macht sich u& der zeit und gieng so schnell, daz er
gen Muntabant kämm. Do inn Rengnold gsach kommen on
Richart, do enpfieng er so groü leyd, daz er nyder fiel.
U*
164
Ällard und Giichart sagten d zuo im: »Wie wend wir thuon?*
•8chwigpiid,« sprach er, »|(ott zerstöre öch ! Wann durch üchfl
ist Richarb verloren, Hettend ir im nach yjeylt, so were er™
Düt gfangnen worden; aber ir [bl, 232] dorftend nüt nacher
5 rytten^ und ir band nüt wellen, daz ich inn rytt eut$cbiitten^|
ich were zytÜch gnuog kommen. Nuun band wir inn ver-
loren und werdend inn nienimer nier gsächen, wann ich gsich
Magis alleion kommen. Wer er nach inn laben , so het erfl
inn mit im brächt.« Die drj brnodern fuorttend so gros
10 leyd, das es duocht zesächen, die gantz wält sott enden. Die-
wyl karam Magis, und do er daz groß leyd gsach , so sine
vettern fuorttend, do ward er ser betrüept und sprach zuo
innen: • Lieben vettern , waz brist üch ^ daz ir so groß leyd
fÜierendVc »Acb vetteret sprach Rengnold , >wo ist unser
m bruoder hinkommen?« >Vetter,« sagt Magis, »er ist nach innfl
laben. Karly hat gsagt, er w^ell inn zuo Muntfackon häucken
lassen, und hat gsagt , er furchte micb so übel, das er inn
nüt lang behalten well, üä sind tryssig pfund pfenning, die
hat mir Karly geben , und hat mir lassen zessen geben und
tozuo trincken. Nun will ich gsachen, ob du Richarden lieb
habest und ob du ein g notier ritter sigest ; dann man muoß
inn mit gewalt entschütten*« Rengnold ward vast fro wider,
do er Magis erhört, und sprach: »Diewyl er nach inn laben
ist, so bin ich wider erfröwt,< Damit ihet Magis sin kappen
Bö ab und aß ein krutt, darvoon er wyder entsohwal, und wapnefcÄ
sich. Und do er gwapnet was^ do presenttiert er sich Reng-
nolden ; desglichen och sine bruodern und all sin volck. und ^
ryttend gegen Muntfackon. Und do sy eines armbrustschutzf
nach darzuo kämmend, do sagt Rengnold zuo sinnem volck:
80 »Ir heren, band ir mich ye lieb gehept, so gedenckend, daz
min bruoder erlölät werd vor dem schantlichen tod.« »Her,«
sagtend sy, >wir wend all unsern fiyf* ankeren,« »Bruoder,«
sprach ÄUard, >land uns absitzen und uns verhalten; dann
wurdend wir ersäcben, so mnchtend inn die Frantzossen er-
w fcöden*« »Bruoder,« sprach Rengnold, »du retet wyßlich.«
Damit sässend sy ab und verhieltend sich inn ein thanwald,
Ir band wol ghört, wie sy inn die ebny Vacollers gschickt
wurdend, und waz sy da erlyttend, und wie sy darnach den.
I
A
165
küoig Jofaans entschuttend, nnd wie Rengnold mit Rnollanden
gstrytten hat, dardurch er vast müed was. Und wärend dnr
tag on schiäffen gsinn; darumm man sich nüt verwundern
darft, das sy entschlieffend. Wann sjr kondend so bald nüt
ab gestän , sy entschlieffend ; daz nun Richarden schier zao ^
nustatten kam, als ir horren werdend.
Wie Karly sine fursten einen nach dem andren batt,
daz sy Richarden hancktind, und wieß keiner thuon
wott dann Kippus von Rippaniunt, und wie inn Reng-
nold erloßt und Rippus an sin statt hanckt sampt lo
etlichen siner hälffern.
Der keyser Early was inn sinner zeit, der beruoft den
hertzog Anses and Richart von Normmandia und sprach zuo
innen : >lr heren, ich bitt üch, das ir mir rättend. Ir wussend,
daz Richart, der sun Ammon, grosses Vermögens ist; ich be- i6
sorg, Rengnold werd inn kommen erlossen, wenn ich inn er-
häncken schick. Darumm muoß ich ein mann haben, der
Rengnolden, sine bruodern, nach Magis ndt entsitz.« Inn dem
luoget er nebend sich und ersach Beringer von Vallos, dem
ruoft er und sprach zuo im : »Beringer, du bist minn lechen- ao
mann und hast von mir inn daz halb Schotland und Gallos;
du bist mir dienst schuldig mit all dinem vermögen. Ich will
dich und dine nachkommen fry sagen aller diensten, sover daz
du Richard hänckest. Und kumpt Rengnold inn entschütten,
bit ich dich, daz du uff mir sytten sigest.« Beringer sagtias
»Nun gsich ich wol, daz ir mich nienerthinn achtend, daz ir
mich forschend semlichs zethuon. Es befrömdet mich, daz ir
mir semlichs zuo muottend : wenn ichß thuon weit, so söttend
irß mir weren. Dann ich wils nüt thuon.« Do der keyser
gsach , daz Berringer nüt thuou wott , do ruoft er dem gräf so
Ydellon und sprach zuo im, er wett im die stat Mackon geben,
weit er Richarden richten. Ydelon sprach zuo imm, er wetz
nüt thuon, sunders wett Richarden beschirmmen mit all sinem
vermögen. Karly sprach zuo Richarden: »Gsell , du rauost
dennecht sterben.« Darnach sprach er zuo Gergis von Thenne- 35
25 mir = miner.
166
iiiarck : »Gerges, manii hat mir gsagt, du habest verreitenich
gegeu mir ghandlet itio der ebny Vacollera. Naon will ich
gsächeü, ob du Rieliarden häncken wellest; so wyll ich dir
die «tat Leon gebeu und dich und diue erben quittieren allerg
6 ilieusten, so du mir schuldig bist c >By miner truw,c sprachfl
Gergis, »ich wiLs nut thuon , wann Richart ist minn vetter.
Und sagen üch , welHcher Richarden hänekt^ daz ich im ab
sag uff den tod, und will inn beschirnmien wider mengklicheiK«
»Gang hinn,* sprach Karly, *das du [bl. 233] von gofct vor-
10 fliiecbt werdest! Dennecht niuoß er erhiinckt werden.« Dar-^
nach beruoft er den ertzbischof Turpin und sprach zuo im r^
»Her, ich will öch zuo babst machen, wend ir Richarden
häncken,« ^Her^Jt sagt Tiirpin, »ir wilssend wol, daz ich ein
predicant bin uud mir nüt zrmpfc; dann wenn icbß thette, so
i& wurd ich min wyrdigkeyt verlieren* Darzuo ist Richart min
vetter; vermeinnend ir, das ich mine frürid hänckeu s5U *?*
>Also hälff üch gott,« sagt Karly; >wauii ir länd es mer
underwägen, darnoim daz er uwer frund ist, dann umm gotas
nach durch üwer wyrde vvillen.c Darnach sprach er zuo Salo-
to monn von ßrettannia : s^Salonionn, du weyst, das du Brettann ia
vonu mir zuo lecben inu hast. Ich will dir die gräfschaffc i
Annio geben, wiltu Richarden häncken.« *Her,« sprach'fl
Balonimon, pUept üch mir anders zegebietten , so thuondtz;
wann daz will ich mit thuon , und sagen uch, daz Richarden
»ft kein Übels beschechen muoß, mag ich,« »Salomon,c sagt
Karly, >so bist du ein verretter, syt daz du nüt minn willen
thuon wyt.« Und sprach: >R,ichart, ich will, daz du wüssest,
daz du erhänckt werden muost zeleyd all dioer früuden.« *Ich
enwirden iillicht,« sagt Richart, Karly kart sich u mm gegen Ä
8ü Kuolland und sprach zuo irani: »Lieber vetter, ich bit dich,
daz du inn hsinckest; wann es [ist] billich, daz du es thüegest, ,
diewil es niemmen thuon wilL Du hast inn gfangen, darumniB
du inn billich hänckeu sottj so will ich dir Köln uff dem
Rinn geben.« »ller,« sprach Ruolland, »»wenn ichü thette, ^
iftBO wer ich ein verretter; wann ich hab inn gesichert, ee ichfl
inn fieng, im möeßte nÜt beschechen. Und länd ir inn töden, ~
I
17 mer] mir hs.
167
,00 Wirt mir kein meniscb niemmer mer vertrüwen; daruuim
ah mengklichen byt, daz idd keiner erbancke, dann ich wtird
^Terscbmecbt. Und sagen üch , läud ir inn häncken, daz ich
zno Rengnolden rytten will micb imm ergeben , und will er
mir vertzichen, so will ich im verheyssen zehalffen wydcr &
mengklichen mit drü tussend wol geruster mannen.« > Vetter,«
sprach Karly, »verfliiecbt werdest dn von gotU Und do er
gsacht daz er sin willen nüt verbringen mocbt, do ward er
ao zornig, daz er nüt wnßt, waz er thuon sott Er sttiond
yßt und sprach: >Ir heren, ir wussend wol, das ich des künig 10
Peppinus snn bin und der kdnig[in] Bertha. Min vatter ward
tun Franckrieh ertzogen. Nach sinem tod floch ich inn Hia-
pmniB zno Gatlaffra nff daz mer; d^ begieng ich so yyl rjtter-
chaft, daz ich rytter w^ard und gwann Gallaranna, die ver-
leg fünffachen bekrontter kilnig von minetwegen ; die nam la
ch zno der ee. Und kam inn Franckrieh und vermeint min
^Itilngkrich mit gnottera friden zehaben. Aber uff den tag
miner zuoknnft wurdend die zwölf fürsten eyü mich zetöden.
Aber gott der almecfatig schickt mir ein engel, der sagt mir,
ich sott mich verbergen. Und wüßt; aber nut wo hinn ; aber to
?ott fuort mich zuo Baasinn, ein grosser dieb, der fuort mich
i0 ein holl. Diewil rMtschluog mann minuen ; aber Bassiun
es mir als, und fieng all niine fjend mit sinner hilf und
eng die strSf. Daz will ich üch uch thuon, ist neyßwan
emner, der wyder min willen thuon wilL Und bin inn willen m
üch zebatten einn yetlichen by sinem nammen , zesticben,
wellicbe mine fründ und gerecht an mir sigend.« Damit kart
er sich umm gegen Astolf, dem sunn Eodoon, und sprach zuo
im: »Ästolf» kumm harfur! Ich hab dich geeredt und ertzogen,
und hast von mir Lungrann inn. Nach will ich dir die gräf- io
liftft Clerarount und Muntferrant geben, daz du den huoren
an häückest.€ >Her,< sprach Astolf, >ir wüsseod, das minn
ier die land alle inn hat» von dennen ir sagend. Ich binn
luollanden strytgselL Und wenn ich die land inn het, so
luinn vatter inn hat, so will ich uwer gebot verbringen.« ^Hy «»
»t^« eagt Karly, >du muostz thuon. <^ »Her,« sprach Astolf,
daz ernst, ao ir sagend?* »Jä,< sagt Karly, >by minem
ptjl« »Her,< sprach Astolfo, *wenn ir mir hälffen wend,
168
so will ichß tlmon, suat not* Do inn Karly also hört reden,
do namm er ein aüicken und warf inn im nach. Und Astolt
weich , und der stäcken traf RnoUanden , daz der stück zer-
bracli. Do die forsten daz ersächend, do giengend ßy uß der
6 zält. und do daz Karlj ersach , sprach er zuo dem herfczog
Anses: »War wend niine fursfcen?« »Her,« sprach Aases, »sy
sind hin nß gangen, und mit on nrsach ; wann es zimpt einem
semlichen künig nüt, als ir sind, sine forsten zescblachen. Ir
werdend sinn geschulten.« Karly rnoft Richarden von Munt-
10 ruolland und sprach zuo im: ^^Kumni harfür, Ilichart von
Muntruolland ! Du weyst, rUiz du miner lüclienniannen einer
bist, den ich am liepsten bab. Darumni muost du mir Richarden
erhäncken.« Richart von Muntruolland sprach: »Ich wils gern
thuon, wann ich bin üwer dienner nnd sol tiwer gebot nüt
ir. versagen. Aber wend ir, daz ich Richarden häncke, so niüessend
ir mit mir kommen mit tusaend wol gewapnetter mannen; so
will ich inn bäncken, an well ich es end ilch geliept» Und ob
Rengnold und sine bruodern kommend, daz ir mich beschirmend.
Bedenckeud üch, minn her, ob irla thuon wellend*« »Gang
ao hin, du lurr, got verflüeche dicli !« sa^^t l\arly. Darnach rnoft
er dem hertzog Anses und sprach zuo im: *WaB rätz gebend
ir mir?« »Her,« sprach Anses, »ich will inn üch guot geben,
wenn ir mir volgen wend. Her, ir witssend wol, daz Reng-
nold und sine bruodern und Magis, ir vetter, die besten rytter
iB inn aller wält sind, als mengklicher wol weyßt. Dysser krieg
hat lang gwertt, wol sechs jär, und siiid vyl gnotter ryttern
ummkommen, Darumm schickend nach Allard, Guchart und
Magie, daz sy üwer dienner werdend, so wellend ir innen im
bruoder Richarden wider geben ; und daz ir u§ Rengnolden
und Alarden uwere rett machend. Und wenn sy gsäehen
werdend die [bl. 234] grolä eer, so ir innen bewyssend, werdend
sy üch mit guottem willen diennen, daz ir innen dancksagen
werdend. Und sichern üch, daz man üch dester würsser ent-
aitzen wyrt; dann wenn ir die fier bruodern und Magis inn
35 üwerm dienst band, so ist keinn fürst inn alter walt, der öch
döi-ffe angriffen. Und ye länger ir den krieg wyder sy füerend,
ye mer ir verlierend. Oarzuo so sind sy unser fründ , daz
wüssend ir wol; darumm wir sy nüt hassen könnend.^ »Anses,*
I
I
i
4
169
;t Kariy, »ich wils mit thuon , wann ny Imnrl übel an mir
handlet: darumni will ich Uichardea erlmnekeu.« »Her,''
[sprach An$es, »ir en werdend, isizgoUwill; wann wir werdend
es weder dulden nach lyden* Ich will üch ein guotten räfct
geben^ wenn ir mir volgen wend. Sytojal und ir doch wend, &
&x Richart sterbe^ so läud inn inn ein gfänekntis leggen under
dAZ ertrich und gend im nüt zessen , so stirpt er hungers.
So werdend ir nut geschulten. c »Anses,« sagt Karly , »ir
ifpoiteod minen, ich niercks wol. Ir wüssend wol, das Magis
00 ein grosser zouberer ist, daz ich nüt darvor sin macht, das 10
er Richarden nüt von stund an erlöüte. Darumm will ichs
Dut thuon.« Inn dem kam Gergis, der sagt: »Anses, ir
tniicbeDd ein zelange bredig. Land Karly machen ; wann ye
mer mann inn hit, ye brjsser er ist. Nunn will ich gsüchen,
wer Richarden lieb hab, ulf den hüttigen tag, und ist neyß- 15
I war, der im etwaz zeleyd thuon well, dem sag ich ab uff den
tod.« und gieng «iamit uü der zält, mit im Astolf, Richart
van Norniandia, der biftchof Türpin, Ydelon von IVyern, und
liessend ir volck wapnen» Und do sy gewapnet wärend, wäreud
iren zwölf tussend. Do sagt Gergis zuo Karly: >Nunn wirt 20
inn gMichen, wer so frisch sin werd, der Richarden häocke.
wirt inn einen füeren , der niemmer mer wider kommen
wjft.« Dnd gieng damit inn die zält, inn deren Riehart was;
der bat hend und füeß gebunden und die ougen verbunden.
Und do er inn also zuo gerüst gsach, do hat er gros erbermd %t>
I und wott inn erlöasen. Aber er besintt sich und sprach zuo
im selbs, er wetz nüt thuon, aunders wette dem end wartten.
Richart sprach zuo im inn binsin Ruollanden: »Lieben heren,
'ich erkenn wol, wenn es inn üwerm vermögen were, daz ir
inir darvonn hulffend ; des ich üch dancksagen. Aber syt es so
lAliorsiiin muo&, daz ich an galgen gefQert werd, ist es weger,
riell armer unglückhalTtiger sterbe alleinn, dann daz üch etwaz
übeU beschechen sott von minetwegen. Üammm sind üch
darvor, daz ir nüt inn Karlys Ungnaden kommend. Gänd
igend im, daz er mit mir handle nach sinem willen.« Üo sb
I Uergia Richarden verstuond, do sprach er zuo im inn grossem
icom: >Waz ist daz, so du sagst, du nar? Wilt du erhänckt
werden? Sagend wirß Karly, alles goM utF erttrich wurd dich
170
I
nüt mögen erkouffen.* *Eb gilt mir glicsh,« gagt Richart, ,
»bescheche, waz inöge.« Und kart sich riatuit gegen Euol-
kud und sagt zuo ioi : >RuolIand, ich sag dicli ledig und ver-
gib dir hie uod vor got der sicherheyt halb, so du mir geben
* hast, do du mich gfangen hast* Do itm Gergis verstuond,
do sprach er zuo Ruolland: »Gloub im nüt, wann er redt
wie ein betrüepter mann, und och nut on ursach ; sunders
haltend im die ZAiosagung, so ir im gethäu haiid.< »Gergis,«
sagt Ruolland, ^hab kein sorg; wann ich will im alles daz
Inhalten, so ich im verheyssen hab,« »Gergis,c sagt Richart,
»bjß on sorg umni gotx willen! Wann ich hab Magis bie
gsächen; ich gloub nüb^ daz er minnen vergessen werd. Es
wyrt mich der an galgen füeren, der den kopff verHeren wirt.c
> Vetter,« sagt (Tergis , »ist es war, daz du Magis gsächeti
ib habest?« »Ja,« sagt Richart »Gesegnet sig gott^c sagt GergiS|fl
»iimm dyssemere!« Damit giengend die fiirsten all wider zuo
Karly und sagtend auo im: »Her, wir bittend öch umm gnad;
wann alles daz, so wir gethän band, hand wir gethän darumm,
ob wir unsern vetter Richart bettend mugen erlösten. Aber
so syt daz es ilch nüt geliept und wend, daz er erhiinckt werde,
so wend wir sion üch nub mer gedencken.* Do sprach Karly;
>Yetz redend ir recht, und vergib üch allen wjder.« Und
bei'uoft damit Rippus vonn Rippamunt und sprach zuo im;
»rtyppufl, wilt du mir sovil zelieb thuon , daz du lüchart
S6 häncken wellest, so will ich dir gros guot geben, und muost
min kammerling sin din laben lang.« »Her,« sagt Rippus,
»ich binn bereit üwern willen zethuon ; wann Rengnold ertodi
min vetter amm fnrt Ballantzon.« »Nunn wyrst nütz wertt sinn,
wenn dn dich nüt rächst uff dh mal,« sagt Gergis. Do Rippus
>o dys erhört, do ward er vyl sicherer dann vor. Und knüwet
für Karly nyder und kuüt im sine [fuelä] und sprach zuo im :
»Her, ich binn bereyt üwern willen zethuon. Aber ir werdend
mir zuosagen und verheyssen , wenn ich Richarden gehänckt
hab, daz ir mich wyder mengklicben beschirmmen wellend.«
85 »Ich wils vast gernn thuon,« sagt Karly. Und sprach damit
zuo all sinnen forsten: »By miner trüw, ich will, daz ir inn
sicherend, daz ir im kein Übels zuo füegen wellend nach lassen
zuo fliegen von Rtchartz wegen.« Daz thettend die fürsten
171
gernn. Do Ripus den eyd von den fürsten hat, do gieng er
inn sin zalt und ließ sich wapnen nnd m& uff sin pfert und
reytt für Karly. Der sprach zuo im: »Ripus, nimm tussend
ryiter mit dir, daz sy dich beschirmmend. Und ob Magis
oder Rengnold kumpt, so hänck sy öch.« »Her,€ sagt Rippus, 5
>üwer gebot sol beschechen.c Also übergab imm Karly den
frommen Richarden. Und do er inn hat, satzt er inn uff ein
kleins esselly, ein strick an hals, und fnort inn also u& Earlys
zali. Und sprach zuo im: »Her, wett gott, daz die andren
sün Ammon inn der maß werind wie Richart; wann ich wett 10
ach wol rachen.c Do die Frantzossen Richarden gsächend so
scfaantlichen fäeren , do [bl. 235] fuorttend sy so gros leyd,
das es ein wunder was zesachen. Ripus reyt sovast, daz er
genn Muutfackon kämm. Und do er den galgen ersach, do
sagt er zuo Richart: »By minner trüw, Richart, da ist din is
herberg, da du enden muost durch mine hend mit grosser
schand. Hut muoß mines vettern Felckers von Morillons tod
gerochen werden. Nun istMagis wyt von dir; wann er mag
dich nüt bewaren, daz ich dich nüt erhäncke, im und dinnen
bruodern zeleyd.« Do inn Richart so hochmüettigklichen hört ao
reden und gsach, daz er so nach bimm galgen was on ent-
schüttung, do forcht er imm übel. Und bedacht sich, er wett
Ripus inn reden halten, und sprach zuo im: »Rippus, umm
gotz willen byß mir gnedig und laß mich ledig, so will ich
dir zwey hundert raarck silber geben und dich zuo einem 26
grossen heren machen. c »Wärlich, Richart,« sagt Ripus, »du
redtst umm sust; wann ich wetz nüt tbuon umm die zechen
besten stet inn Franckrich.« »Rippus,« sagt Richart, »sjt
daz du minn lib nüt inn befelch haben wyt, so hab doch min
sei inn befelch, und bit dich, sovast ich mag, daz du mir ein so
briester lassest bringen, daz ich bichte.« »Wärlich,« seyt
Rippus, »daz gfalt mir wol.« Also hieß er im ein priester
kommen, daz sol ein bischof geweßt sinn ; dem bichtet er und
seyt zechen mallen mer sünden, dann er gethän hat sinn laben
lang. Er thetz darumm , zesachen , ob er kein entschüttung 35
haben wurd. Do er gsach, daz sin entschüttung nüt kam, do
vertzwiflet er und sprach zuo sinem bichtvatter: »Gend mir
minn buoß !« Damit gab er im buoß nach der zyt sines läbens.
172
Darnach gab er ira den sagen und gieng von im tiiit weinenden
Ollgen, Do Rippos gsach , da« Richart biclitet hat, do leyt
er ini den strick an tiab und beschloß den letsch und stalt
inn uÖ' die lejttern, Do sich Richarb ufif der leittern gsaeh
ft nnd im Rengnold nüt a^ehilf kam, do yerschatsst er sich ze-
sterben nnd sprach zno Rippns: »Min fründ, ich bit dich
umm gotz willen, daz dn mich laben lüsseat, nntz daz ich ein
gebett thuon, daz ich inn miner kindtheyt gelernet hab , da-
mit gofc töiner sei gnedig sig.« »Ich wils nüt thuon,« sagt
10 Kipus, »da ninost tauig länger frist haben,* ^Her,< sagtend
die sinnen, >ir sondtz thuon, wir bittend üch, damit daz sinn
sei sälltg werd, Ir werdend sinn gegen got geniessen.« Also
gab er Richarden vertzng, des er thorlich thet Do Richart
vertziig hat, do kart er sich gegen Orient und thet sin gebet
lö mit guottem hertzen (dann er meint, er müeüte sterben) und
sprach also: i» Ewiger gott, der durch sinn güette geschnof die
sunn, den njäii, den himel, daz ertrich und alle ellament, und
Bchuoöest den mentscheu in diner gstalt und gäbest im ein
wib, die im behulflen were; darnach thet dn inn inu daz
so irdisch paradis und über gäbest innen zuo essen von all den
fruchten, so darin wärend , dann alleinn von einnem öpffel-
bonm ; aber darumm Jaz sy dinem gebot ungehorsamm wärend,
wurdend sy von dem engel verjagt nnd off diu arbentselligs
erttrich gestossen, da sy lange zyt wärend, ir spyla und narrung
»ft arbentselligklichen gewünnend mit grosser müeg und arbeyt:
got, der du durch diu unneotliche tagend erbermd hattest
über die raentsch liehen creatturen , wotte«t Noe erlössen von
dem grossen sündHula und hießt in die arch machen und
darinn gän mit sinem hußgsind und hießt inn och darinn
80 thuon ein par voiin yetlichem thier nnd gefogel , und durch
din grosse güette Jonas erloßtesfc nß dem buch des wallvischs,
darnach erbermd hattest über unser ersten vätter und irer
nachkommen, welche verdampt wärend durch Adatns süud ; sy
zuo erlössen uß der tüfflen gwalt, kämmest du harab mentsch-
8& lichs fleisch au dich nemmen inn der jnnckfrow Maria, hunger
und turst lydend; darnach daz du uns din liebe ertzeigtest
und uns zeunderwyssen, daz wir ein andren vertzichen sollend,
vertzeichst du Maria Magdulenna ir süud, do sy dir dine füeß
i
173
eil mit Iren trehen und dich salbet mit irem edlen salb;
ier verretter Judas so grossen nyd entpfieng, daz er dich
tn raltschen Juden zekouffen gab, die ertodtend diuh unner-
erlichen : ^^arer got^ als war , als du für uns geiytteo hast
avjl Übels, daz es kein raentsch liehe zung ermessen kond, und &
als warlich ich dyß alles gloub, und vertzicht dem frommea
Schacher all sine sünd, als du am krütz hangetiest, und nach
ititer martter dine kreft erUeigtest dem riiter Logus^ der da
Utnd was, der da veraaeiut recht thuoii , dich iun diu edly
bitten stach mit einem sper, dardiirch bluot und wasser baruß iq
an, und fiel im von dinem edlen hluot uff sine ougeu, und
gsächend, bit ich dicb, daz do mich erlassen wellest u&
der nott, inn deren ich bin. Ach ir, miue briiodern, und du,
min Vetter Magis, warumm entschüttend ir mich nüt? Ir band
minnen vergessen; darumm ich mich got beiilcb.« Und fieng i&
ifimit an weinnen rast innenklichen und sprach zuo Rippus:
iRippus, thuo mit mir nach dinem willen.« Wir weud von
Jityard, Kengnolden pfert, sagen. Es ist war, das Bayard da*
fesch rey erhört der lütten, so Rippus by im hat. Er gaach,
laz Rengnold schlief; darnmin er inn stieß so liert mit siiiem ao
[iO& inu schilt, daz er inn erwackt. Und Rengnold sprang
prschrockenlichen uf uud luoget, waz were. Und g.sach gegeu
Muntfackon und gsach, daz liichart schon uff der leyttern was.
Do vertzog er nüt länger , suuders saß uff iiayard und rantt
sinem bruoder zuo. Ällard, Guchart und Alagis ervvaehtend »
och, und Magis sagt zuo sinem pfert: »VerSüecht sigest du,
büß thierl Warumm hastu mich so lang lassen schlaffen ?€
Ind saß damit uf, Do Rippus, der Richarden erwürgen wott,
sine bruodern gsach kommen, da erschrack er so übel, daz
er nüt wüßt, waz er thuou sott. Und sprach [bl 230] zuo so
Richart: *Richart, du bist erlößt; wann ReugnoM und all
sinn macht kummend dich eutschütten. Üarumm bit ich dich,
daz du mich inn befelch h^ibest ; dann dariimm daz ich dich
^^ab wellen häncken, ist besehechen, das der unn willen d au neu
^Bhäu wurde, so Karly gegen sinen fürsten hat, leb wüßtes
^Krol, daz du entschüt wurdest,« * Rippus,« sagt Richart, »spotfc
^^tninnen nüt, wann es ist mir ein zethürer spott« >By miner
trüw,« sagt Rippus, »ich sag die warheyt, Gsich , hie sind
174
Ich begeren dir out zethuon , g^ni^ wider htnab. Und
biß mir gnedig, daz bik ich dich.« Richart erschrack vast
übel, do er Rtppiis verstuoiid, und kart sin hopt utum und
ersaeh Rengnolden. Und do er inti ersach, sagt er ziio Rippus:
h »Ich will Rengnolden niemmer mer für minn bruoder haben,
wenn er dich out an dysseii galgen hHiickt« Diewil was
Rengnold da» der sprach: »Half mir got, Rippus, du bist tod ;
du muoat an disseti galgen erhänckt werden an niines brooders
stat. Darvor raag dich nienimen bewareo.^ Diewil kam Magis,
to der sprach zuo Rippus : jO Rippuij, du verretter, du bist al-
wegen bereyt gsinn uns zeschedigen,« Damit leyt er sin aper
gegen iminn; aber Rengnold sprach; »Vetter, riier inn not
an! Ich wett nüt uium grosses, das inn ein andren ertodte
dann ich.« Und nau^m damit sin sper und stach es durch
1» Rippus, daz er tod für die leyttern njder fiel. Und sprach
zuo sinnen bruodern ; *Hüettend wol, daz sinea volcks keinner
enttrune, daz sj not ertödt oder gfangen werdend!« Reng-
nold saß ah und entband Richarden sine hend und sprach zuo
im : vlinioder, wie stät es umm dich '?* ^ Rruoder,« sagt Riebart,
20 *mir brist nüt, wenn ich Dun barnisch hebt.« .>Du muost
überkommen,« sagt R>engoohl und lieü Rippus entwapnen und
gab den Richarden. Und satzt iun uff sin guot pfert und
gab im sinn echilt und panner. Und Rengnold nara den strick,
so Riebart am bals gehept hat, und leyt inn Rippus an hals
2ß und steig die leyttern uff und zog inn uf also tod und hanckt
inn an Riehartz stat und wol fünffzecben der förnemniisten
siner faiselscbalt Do er sy gehänckt bat, sprach er zuo Richard;
»Bruoder, dys raüeasend die wacht halben an diner statt.« Do'
daz beschechen was, sprach Magis zuo Rengnold: »Vetter, wie
30 bistu so recht erwachen?« »V©bter,i sagt Rengnohl, iBayard
hat mich geweckt.« Do sprach Magis: »Daz ist nüt die erst
guothet, so er uns bewysaen hat, Got sig gelopb, daz er uns
ein semlich pfert gschaffen hatt!<
I
I
176
Wie sich Richart sinen früoden ertzeigt, daz sy
echend, daz er nach läpte, iiud wie einu hertter
iritt beschach, und wie Magis gfangen ward von
Ollyfier.
>Ir herren,« sagt Rengnold, »was wend wir wytter thuon? &
Wir bandtz wol geschaffen , das wir Iticharden eriöit band.
Ich rütien , ^wir rjtienrl wider gen Muntabant gen ruoweii ;
wann wir bedorffend sinn vast wol, daz wössend ir wol. So
wend wir die straf an dem veretterachen künig Joliaiis begän^
Ider uns so faltßch liehen verrätten hat. Darnach wend wir lo
nrätt werden^ wie wir Karly überfallen wellend.«^ Do aprach
Itiebart: >Bruoder, neinn, liept es dir. Wann dn weyst das
groß lejd nüt, so unsere fründ gfüert band von minefc wegen
im läger; wann sy kaEnmeod von minetwegen mit Karly inn
grosse Uneinigkeit, darunun daz er mich wott erhäncken lassen* i&
Daramm bit ich dich , das du mir urlob gebest mich innen
mo «rtseigeo; wann ay wurden d grosse fröud haben, wenn sy
mich erlogt gsäcfaend«« »Bruoder,€ sagt Hen^nold, »die snnn
ist schon wyt nyder, darunim ich dinnen fiircht. Aber wiltu
doch rytten, so nimm tier hundert wol gerüster ryfctern mit ao
dir, die verhalt unwyt von dir. So will ich hie sinn mit
Pinera volck. Und nimm minn guot bornn Bondy mit dir,
id darfstu hilf, so bläu; so will ich dich entschütten.«
>Briioder,< sprach Richart, >daz gfalt mir wol.« Also gab
im Rengnold sinn hörn und fier hundert ritter, und macht sich a*
^^tf die sträta mit RippU8 panner und kam inn Karlys läger.
^^)er stuond gewapnet vor sinner zält, er und sin volck, und
taogtend ufiF den weg gegen Muntfackon, Und ersach Kippus
L^^oner. Do Gergis Richardeu gsach kommen, do vermeint
^B>^t ^P were Kippus, und sprach: »Ach, Richart, es beschint so
«ich wol, dax du liitzel frunden gehept hast! Dine bruodern
ond Magis hand dich verrotten. *^ Und stach damit inn Broffort,
n pfert, und kämm gegen Richart, Do Karly gsach, daz
ergis gegen Rippus reyfc, do sagt er zuo sinem volck: »fr
icreu, ryttend nacher! Nun wirt mann gsUchen, wer mir hold 30
ig. Kippus kumpt dahar, und Üergis will inn verrettersch
176
ummbringen. Aber tlmot er ini etwaz, so will ich ein sem-
liche straf begän, (bis er weU« er heiz unH er wegen gellisden.« U
Danait Biächeiid die Frautzossen inn ire pfert Gergis nach, und ™
Karly och. Aber Gergila sprach zuo Richart: »Half mir got,
6 Rippus, du bist tod; wann du luiiost [bh 237] den loun haben,
döz du min vettern erhänckt hast. Der keyser wirt dir ein
bösaer beschirmnier sinn.* Üo Richart Gergis also bort reden,
sprach er zuo im: »• Vetter, ich bin« Ricliart und nüt Rippus
und sagen dir, das mich Ketignold , mino bruoder, wol ge-
10 rochen hat; wann er hat inn erliänekt Darnmni bin ich
kommen mich dir und niinen fründen ertzeigen; wann ich
weyß wol, daz du vast fro wirst sinn.^ »Du lügst, ver- fl
retter,< sagt Gergis, »du enttrünst mir nüt also. < Do Richart"
Gergis also zornig gsacb, sagt er zuo im; »Vetter, kiinat aiich
iti nüt?« »Neinu, wärlich,« sagt Gergis, »wann du füerst liippus
panner. Ich will dich bloß gsüchen , wann ich gloubs aust
nüt*< >Du muost mich gsiicheo,« sagt Richart und schloß
damit sinn hälm uf, Do inn Gergis gsach , do ward er vast
fro und sprach zuo im: ?» Vetter, wie band ir Rippus gethän?«
ao »By miner trüw,'« sprach Ricliart, >er ist ertzbischof im leid
worden; wann min bruoder Rengoold hat inn erhänckt.^ »By
miner triSw,^ sprach Gergis, »er hat im recht gethän, Vetter,
hüet dich, wann Karly ist da. Ich l)efilcb dich got.* Also
reyfc Gergis wider hindersich gegen Karly, der sprach zuo im:
85 »Warum m bistu Rippis vor mir engegen geritten ?>£ *Her,€
sagt Gergis, »werend ir mir nüt so nach, ich wett im den kopff
ab howen* Niuin so darf ichs mit thuon; im mnoß nüt von
mir beschechen.« Karly sprach: »Ich will inu beschirmmen
wyder raeugklichen.« Und reyt damit zuo Richart (wann er
«0 vermeint, er were Rippus) und sprach zuo im; »KippLis, mion
fründ, hab keinn sorg ! Wann ich will dich wider mengklicben
beschirramen.« Richart sprach zao im : »Ich bin nüt der ver-
retter Rippus, aunders bin Richart, der sun Ammon, Magis
Vetter, den ir so lieb band. Ir schluogend mich büt am
&9 morgen mit einem stäcken ; darumm hat üch min bruoder
Rengnold Rippus an minn stat gehänckt und by fünffzechen
zuo im, im gselscbafft zuo halten. Ich sagen üch ab. Nuiiu
bewarend üch vor mir!« Do Karly diese wortt verstuond, do
I
i
I
r vast zornig und stach sinn pfert mit den Sporen gegen
rtiehart iind er gegen im, also daz ire spar zuo stucken
sprungend, und begegnettend ein andren mit den schilten, daz
Richart zuo der erden fiel. Er stuond schnell wider nf vast
zornig und zog sin scbwert uö und achliiog Karly uff sin &
hälm. üud der streich fiel uff Karlys pfertz arü und huw
inn entzwey , also daz Karl j zuo der erden fiel , des er vast
zornig ward. Er stuond schnell wider uff und zog sin schwert
n& and achlaog Richarden uff sin hälui , das er sich darak
bog. Also erhuob sich ein heriter stryt zwuschend innen lo
beden. Und Karly schrey »Muntjoya Sani DenisstusU Do
daz Rtchart erhört, nanim er sinn hornn und bließ so lutt,
das ßengnold erhört. Do stächen d sy inn ire pfert und kämen d
tnn entachütten« Do sy zuo im kämmend, do schrey Rengnold
sin kry »Muutabant!« Allard >PaverannaU Guchart >Bal- »*
^ntzonlc Qnd Kichart »Ardannia!« Magis kam an ein rytter,
|er hie& Mang, änderst Samson, her zuo Perrafritta geheyssen,
Iso daz er inn tod zuo der erden schluog. Und Kengnold
ch einen, Allard och einen, und Guchart schluog ein uff sinn
tälm, daz er inn für des pfertz fuoß schluog. Und rantt da- ao
mit off ein andren rytter, und gabend ein andren so hertt
siicbf daz sy bed zuo der erden Bellend. Und brach tend sovil
rwegen, daz der ritter gfangen ward, der hiei Hug uü TüUch-
nd, und fuorttend inn genn MunUbant Do Rengnold gsach,
dfiz die sunn so wyt undern was , do hat er sorg umm sine u
bruodern und sprach: >0 göettiger got, durch din urstend bit
ich dich , bebQet mich und niine bruodern vor dem tod und
giancknus!« Inn dem kämm Karly dahar so schnell, »ils sinn
L^fert louffen mocht, gegen Rengnold, uud Rengnold gegen
I^Biit darum m daz er inn nüt erkant. Und trauend ein andren so
al«Q inn ire schilt, daz ire sper zuo stucken spratztend, und
' siiessend ein andren mit Atn liben, daz sy bed zuo der erden
fiellend. Sy stundend schnell wider uf und zugend ire Schwerter
nfi. Early fieng an »Montjoya Sant Denisseuslt scbryen;
darnach sagt er: iWird ich von einem rytter überwunden, so aa
sol ich nut ein küuig heyssen nach ein kronn tragen.* Do
inn Rengnold verstuond, do erkant er inn wol und tratt hinder-
sich uüd sprach: lO ich hab übel getbäri: as ist Karly, mit
L
: sii<
178
1
dem ich gestrjtten hab. Ach gott, as ist wol fönffisechen
jär, das ich nie mit im geredt hab! Aber ich will yetz mit
im reden , und sott ich sterben ; ich will im yetz abtragung
thoon.« Und sprach damit zuo Karlj und knöwet für inn
5 nyder: »Her, umm gotz willen gend mir ein anstand, untz
das ich mit uch gereden !« »Gern,« sagt Karly, :iaber ich weyfi
nüt, wer ir sind.* »Ich dancken üch vaat,< sprach Kengnold«
»Her, ich bin Rengnold und bit üeh nmm gnad durch die er-
bermd, die got hat am krütz onim sin liebe muotter, do er
lö sy Sant Johannaen, sinem junger, befalch, daz ir erbermd über
mich und mine bruoder habend. Ir wü-'isend, das ich üwer
lecheoman bin, und ir band mich verjagt uß öwerni land undf
von dem minuen, es ist funtfzechen jär; dardurch so vyl man- ^
lieber ryttern ummkommen sind, Darumm bit ich üch, her,
16 daz ir erbermd über uns habend, diewil wir üch gernn gehör* ■
samm sin wend und üwer liebe begerend zehaben ; so wend
wir üch trüw und glouben verheissen. Geliept uch semlich s
nüt zethnon, so vertzichend nun minen bruodern ; so will ich
Franckrich verschweren niinn laben lang nnd will zunim helgen
80 grab parfuofi mit minem vetter Magis wider die ungläubigen
kriegen.« Do Karly Kengnolden verstuond, do sprach er zuo
im: »Rengnold, du retst umra sust. Du begiengt ein zegrosse
torheyt, do du so fraffel wertt, daz du min vetter Berchtolden
ertöttest, denn ich so lieb hat. Und yetz kunipst mir von
S6 frjd sagen und umm gnad hätten. Ich sag dir für war, daz
du nieramer mer mit mir fryd haben wirst, wenn da daz nüt
thuost, so ich dir sagen will. Und wiltu es thuon, so wirst
du und dine bruodern mit mir fryd haben [bl. 238] und wiü
üch üwere land wider geben und mer darzuo, sust nütt. Das
80 ist, daz du mir Magis gebest minn willen mit im zeverbringen ;
wann ich hassen inn vester dann kein ment«ch uff ertrich.c
»Her,« sagt Rengnold, »wenn ich inn üch gebe, waz wettend
ir im thuon?« Karly sprach; »Ich sag dir für war, daz ich
inn wett lassen züchen an eines roß schwantz und im dar-
3ö nach die glyder zerbowen und verbrännen lassen.« Do sagt
Rengnold zuo Karly: »Her, wettend ir kein erbermd über inn
haben?« »Neinn,« sagt Karly. »Gwüß, lier,« sprach Rengnold,
»so werdend wir niemmer mer eyß; wann ich sag üch für
179
^zTXTvItfid ir all miue bruodern inu gfancknus und sj töden
wettend , so wett ich üch Magis nüt geben ay zentledigen.«
schwigiff sprach Karly, »hüet dich vor mir; wann du
irst sust nüt fryd mit mir haben.« »Her,* sagt Rengnold,
daz ist mir leyd \ aber syt das ir mir absagend, so will ich s
mich weren inn hoffhung, gott verlasse mich nüt« Do Karly
Rengnolden verstuond , ward er vast zornig und kam gegen
im. und do inn Rengnold gsach kommen, do sprach er zuo
im: »Gnad umm gotz willen! Lydend nut, daz ich band an
üch l^ge; dann wenn ich mich töden ließ, so wer ich ein i^
oütäoUender.c Karly sprach: »Daz weren wirt dich wenig
nützen. < und schluog inn damit mit Joyossa, sinem schwert,
uff sin schilt y also daz er im ein stuck darvon achneyd; des
r&eognold rast zornig ward. Und reyt barfür und nmmfieng
Karly by der weiche and luod inn für inn nff Bayardtz hals is
und wott inn hinweg füeren. Aber do er sich gfangen be-
fand, do fichrey er überlut »Montjoya!« und sagt: »Ach, lieber
Vetter RnoUand, wo bist du? Und ir, mine forsten, wend ir
mich also hinweg lassen fUeren? Das wirt üch schmechlich
ain.c Rengnold schrey och sin kry und sprach: »Ach ir, so
mine bruodern, und Magis, kommend mich entschütten! Wann
ich hab ein fang gethän ; möchtend wir inn hinweg bringen,
80 wnrdend wir fryd haben.« Inn dem kämmend die ffirsten
Karlyentschütten; desglichen kämmend Rengnolden brnodern
und Magis och wol mit fier hundert rittern. Do die man- s5
liehen rytter uff beden sytten versamlek wärend, besefaach ein
rtter stryt; wann sy ertodtend ein andren on erbermd.
Qolland kam uft Rengnolden und gab im ein söUichen streich
sin hälm, daz er darab erstunet, und sprach zuo im: »Du
t ein grosse torheyt underatanden, daz du den keyser ver- s<»
leiQst also hinweg zefüeren. Do weyst, das er ein zeschwere
burdy ist. Du wirst inn hie lassen.« Do Rengnold dysse
irt yerstuond und den hertten streich entpfand, so im Ruol*
d geben hat, do zyttret er von zorn und namm sin schwert,
le wol er Karly vor im hat, und kam gegen RuoUand und as
räch zuo im: »RuoHand, kumm harfur, so wyrst innen, wie
17 uberlat bs.
12*
180
min Schwert schnitt« Aber er rauoßt Karly wider gän lassen,
la dem kämend sine bruodern , die ranttend uff RuoUanden
und gäbend im sovil zeschaffen , daz er die flacht nemmen
muoßt, Do Rengnold gsach, daz im Karly und RuoUand ent-
B tninnen wärend, do ward er vast zornig und sagt zuo sinen
bruodern: »Lieben bruodern, ir band übel gethän» Werend
ir by mir gsin, m wer uns Karly nufc enttrunnen,« »Bruoder^^i —
sagtend sine bruodern, >daz ist uns leyd ; wann wir haud so U
guuog zeschaffen gehept, daz uns wol ergangen ist, daz wir
10 enttrunnen sind. Bläi diu horn^ daz sich iinser volck wider
samle; wann die nacht nachet» Laß uns wider gen Muntabant
rytten, wann wir band mer gewnnnen dann yerloren«« Reng-
nold thet daz, so im sine brnodern riettend, Do Karly gsacb,
daz Rengnold ab zog, do ward er vast f ro ; wann er gsach,
ifr das sin volck daz bösser teyl hatten d. Und zog ab und kämm
inn sinn läger. Do er ab gsaß , sagt er zuo sinen forsten :
»Es gät uns übel, daz uns Rengnold ui dem Feld gschlagen
hat.« »Her,* jagt Buollaod^ »es hat an üch nüt erwunden,
daz wir nüt entheret sigend, daz ir mit Rengnolden gestritten
w band, Het er iich ertodt oder gfangen, so bet der krieg ein
end gehept, der so lange zyt gewert hat, daz es mir leyd
ist*« Do Rengnold ^sach , daz Karly ab zog, do aamlet er
sin volck wider. Do er über den buche! Muntfaickon was,
do sprach er zuo sinem volck: >Ir heren, machend üch uff die
» sträß g6gen Muntabant! So wend mine bruodern, Magis und
ich zehinderst ritten ; wann die Frantzossen sind zornig, das
wir sy überwunden band. Ruolland und Ollifier werdend unser
nüt spotten. t >Bj miner trüw.« sagt Allard, »du retst recht.«
Damit macht sich ir volck uff die sträß, und sy belibend da-
to binden , untz daz ir volck über Ballantzon kam. Do der
mererteyl darüber was, do nani Rengnold drü tussend mann
von sinem volck und sagt zuo den andren: »Ryttend gen Mun-Ä
tabnnt! Wann ich will gen Karly überfallen, geb waz mir
daruß entspring, und will im ertzeigen, daz ich der man, der
■sinn tarf suochen.c Damit reyt er mit sinem volck sovast,
daz er inn Karlis läger kam. Do er sin zält gsach, sagt er
2 Im bs. 18 an hs.
I
181
sineiD volck: »Ich bit üch, daz ir ücli wyßlicli haltend,«
»Bmoder,« sagt Richari, »wer nach pryß stellen well, der
8ol DJlt lang YertzächeD.c Und stach damit sin pfert mit den
Sporen and rantt inn Karljs läger imd zerhow die seiller und
falt die zält nyder mit dem adler, der was ?on finem gold &
gmacht, und schrey »Muntabaut!« Do Karlys volck djü gschrey
»erhört, do erschreckend sy übel. Rengiiold sprach zuoMagis:
HvYetter^ hilf mir disse pütt hinweg ftleren, so wir gwimnen
^pbAnd-c >6em. Yetier,« sagt Magis. Und saß damit ab sinem
~ pfert und nam den adler und sprach zuo sinem volck: *Nunn i»
jachlacheod redlich drinn !< In dem kämmend Karlie volck uff
die fier sünn Amnion so starck, das es ein erbermd was ze-
aachen. Do Magis den adler versorget bat, do kam er wider
Eoo Karlys zält und sprach zno im: »By minem hopt, her
keyaer , ir band ttns übel geschediget. Aber üch mnoß inn la
dysser stund gelonet werden , daz ir weder uns nach ander
nteramer mer bekriegen müessend.« Cnd warf damit sinn
sper gegen im. Aber Karty kart sich nebend sich , und daas
sper gieng [bL 239] inn daz bett, wol drytbalben schuocb
dardurch« Do Early daz ersacb, do forcbt er im übel und ao
schrey sinn kry. Do daz Magis erhört, do gsach er umm sich
and gsach sinner vettern keinner; wann sy wärend schon
hinweg. Magis was zelang inn Karlys läger belibeu ^ wann
Rengnold was schon über Ballantzon. und Kuolland was uff
Karlys gschrey kommen gantz erschrocken. Aber do inn sb
Magis gsach j do beleih er nüt länger, sunders stach sin pfert
mit den sporen einen vettern nach. Und do er über Ballantzon
kam^ do begegnet im ein gsekebaft ryttern, die kämmend an
ion. Aber Magis stach ein durch sinn schilt, daz roß uud
man zuo der erden Seilend; darnach kam er an Millou von»
^^Pallia und gab im ein söltichen streich, daz er zuo der erden
^■el, verwundt uif den tod. Und schrey >Mimtabant!< und
^Higi: tAcb, Rengnold, wo bist, daz du mich nüt entschütst?
^MTerlürst mich, so wirst du grossen verlurst haben* < Diewil
|Bcam OUyfier, der griett an Magis ; der begieng grosse man- b&
beit und gab im so ein bertten stich mit dem sper, daz er
inn zuo der erden stach, verwandt inn die bruet. Do sich
Magis wund und abgestochen befand, do ward er vast zornig.
182
Und diiiond scbnell wider n( und zog sin seh wert uß. Aber
die nacht waa so vinster, daz eiimer den andren out gaächen
mocbL Do Olifier j^sach , daz sich Magis so redlich wartt,
sprach er zao im: »Rytter, ich weyß iiüt» wer du bist; aber
ergibst dicb not, so will ich dir den kopff abhowen*« »Wer
sind ir?« sagt Magis, »Rytter, ich heyß Ollyfier von Oennow.c
Do daz Mftgis erhört, sprach er: »Ach, edler rytter, ich ergih
mich üch mit deui geding, daz ir mich Karly niit über gebend;
dann über gebend ir mich im, so hin ich tod und verloren.«
10 »By miner trüw,« sagt Ollyfier, »das wird ich nüt ihiioii ; wano
ich törft lieh Karly niit verhalten. Aher ergend üch mir, so
verheyssen ich üch zehälffen mit all minem vermögen, üwern
fryden zemachen mit Karly.« *Ritter,« sprach Magis, »ich
ergib mich üch nff vertrüwen,^ Und gab im sin seh wert*
u Ollyfier namß nnd satzt inn uff ein kleiiiß rößly und fuort
inn inn Karlys zält; da fundend sy inn nüt uü iirsach , daz
er 80 zornig was» Do Ollyfier Karly uüt fand, do forcht er
übel» Magis enttrunne im durch sin zouberryen; darnmm er
zuo im sprach: »Magis, ir wüssend, daz ich üch kriegßrächt-
20 lieh gfaijgeo hab und minn gfaiigner sind* Darumm will ich,
daz ir mir lobend , daz ir nüt von hinnen welleud on min
erlöptnnß.« »Gernn,^: sprach Magis und verhieß datnitOllyfieren
alles, daz er wott. Do Olli her sichernng von Magis hat , do
ließ er inn entwapnen und sin wunden verbinden , und gab
3&im ein manttel nmm nnd ließ [in] ann sin bed liggen. Nun
wend wir von Rengnolden sagen. Der sprach zuo sinnen
bruoderu: »Ir heren, gedenckend zeritten; wann daz beliben
moeht uns schaden bringen.« Und macht sich damit uff die
sträß. Richart sprach zuo Rengnold: »Bruoder, wir band ein
80 guotte püt gwunnen, got hab lob! Wann Karly wirt mengen
tag darumm trurrig sinn.« * Wärlieh,* sagt Rengnold, *du
sagst war.« »Ach got,* sprach Alard, *wo ist Magis ?€
>Bruoder,« sagt Richart, ^hab sinnen kein sorg; ich gloub,
er sjg schon zuo Muntabant.« »Gott beleytte inn!* sagt Reng-
» nold. Nun wend wir nff hören von den fier sün Amon ze-
sagen, die ryttend gen Muntabant, und wend von Karly sagen.
«
1
I
12 ttwern hs.
183
Karly sin kronn uö* gab, und wie Magis eöttrann
und Karlys kronn, sinn schwert und Och der zwölf
fursten schwertter mit im genn Muntabant tniog.
H Do Karly entwapnet was , äo ward im ammächtig von
Terd, daruiiim daz er überwunden was worden. Do er wider 5
Q^ der ammacbt was, do forschet er sine fursten. Und do
Bf all by im wärend, do tbet er sin klag also: »Ir heren, iob
bab üch lange zyt ander mir uffenthajten, daz ücb kein mentsch
des üweni nie genommen bat, nach ney&waz dörffen tbuon.
Nunn dunckt mich wol , darumm daz ich alt und uunn ein 10
halber mentsch bin und nut mer 00 starck bin, als ich gernn
Iflin weit, und on üch nut künig mag beliben, so wend ir mich
f erlassen vonn der sün Ämon wegen ; des ich ser betrüept
hiuUy und och billich. Wann Rengnold hat mich gfangeu
;hept und ufi dem feld [gejagt]. Warlich, ich bstän übler dann i&
ein unsinniger , das ir mir den ruggen kertt band von iret-
wegen. Und sjt im also ist, so heger ich nüt mer zeläben
und gib üch die kronn wider Und gebend sy Rengnoldeu
und machend iun zao künig in Franckricb.« Do die forsten
Karlj borttend so jemmerlicben reden, do erschräckend sy so so
ibel, daz keiner so frisch was, der ein wortt dörft reden, und
gaaeh einner den andren an mit grosser schamm. Dann alleinn
der hertzog Anses der sprach zuo im: *Her keyser, das well
niemmer mer, daz ir daz thüegend ! Dann daz were üch
id ons ein grosse schand. Ich weyß wol, daz wir gegen 26
ich mißhandlet band, daz wir Renguolden recht geben band.
Ir »ond aber och ansechen, das daz, so wir gethän band, nüt
u& bosheyt [bL 240] kumpt; wann wir verraeiofctend fryd ze-
machen. Aber syt daz wir gsächend, das ir nüt fryd mit den
8un Ammon haben wend, so neniineod üwere krön wider und so
sind nüt so zornig über uns ; so verheissend wir üch Munta-
bant inn zenemmen vor einem mänott, oder wir wend all
sterben.« Karly sagt; »Land mich mit fryden! Wann ich
sag öch , daz ich üwer künig niemmer mer sinn will , wenn
30 habend hn.
184
ir nnr nüt Rengnolden oder Magis gebend, « Ollyfier erscbrack
übel ab disser red und spracb zuo Karly: »Her, nemrneud
üwere krön wider und sind her! Und wer not üwer gebot
Ihuot» den straffend ion sollicher gstalfe, das ein andren bispil
& darab nemme.^ »Otlifier,c sagt Karlj, »dn reist umm sust;fl
wann ich wils nüt thuon , wenn ich not Rengnolden oder
Magis tod oder läbendig hab.< »Her,« sprach Ol lyfier, >ver-
tzichend uns, so will ich ach Magia geben.« »Her OUyfier,« ■
sagt Karlj, »ich bin nüt ein kind.* »Her,« f^prach Ollifier,
10 »verheyssend ir mir, daz ir üwere kronn wider wellend neininen,
so will ich inn üch von stund an bringen,« »By miner trüw,«
sprach Karly , tso will ichs thuon. Üanu wenn Magis nüt A
were, die siln Anioti möchtend mir nüt widerstan; dann het
ich ay inn gtancknus und geschworen sy lassen töden, so ward
n er mir sy verstälten vor niifcternacht.« »Her,« sprach Ollyfier,
»ich will inn on feilen bringen.« Damit gieng er inn sinn
zält zuo Magis und sprach zuo im: »Magis, du muoät zumm
keyser kommen.« »Ollyfier,« sprach Magis, »du hast mich
verratten. Aber land uns nüt desterminder gan im nammen
logotz!« Do Ollyfier inn die zält kanom, do sprach er zxko
Karly; »Her, ir band mir verheyssen, wenn ich üch Magis
gebe, 80 wellend ir üwere kronn wider nemmen und uns ver-
tzichen** »Warlich,« sagt Karly, »es ist war. Und haltst
du mir din zuosagen, so will ich dir die minn och halten.«
IS »Nunn send inn, her!« sagt Ollifier, »ich über gib inn üch,
üwern willen mit im zeversch äffen.« Do Karly Magis ersach,
sagt er zuo im: »By miner [trüw], nunn hab ich ein teyl miner
begirden. Du faltscher dieb, nunn hab ich dichl Die hoüart,
so du an mir begangen hast, mnoli dir surr werden. Das du
ao mir den guldinnen ad 1er entfüertt hast und alle die diebstal,
so du begangen hast an mir, müessend dir vergulten werden.«
»Her,« sprach Magis, »ir mögend mit mir handien nach Üwerm
willen. Aber ich rätt üch, ir lassend mich ledig und machend
fryd mit uns; wann ir gwünnend nüt an mineni tod: ich
M wurd wol gerochen. Machend ir fryd mit uns, so werdend
ir by üch haben den kernn aller rytterschaft.« »0 du dieb,c
26 uwerQ hs.
185
aagt Karly, »wie ffirchst dn dir so übel! Daz wirt dich n&t
halfen-c »Her,€ sagt Magis, »ich bin kein dieb. Nunn weyß
ich wol, wenn ir mich ertödt hand, daz ir mir dann n&t mer
thnon mögend, und ir werdend minnen zornig vor fier und
swentzig standen.« »Magis,« sprach Karly, »nunn schwig so 6
fraffenlich reden ! Dann du muost ein bösse nacht haben. Dine
fettern mögend dich vor dem tod n&t bewaren, all dinen
souberryen zele7d.€ Nunn wend wir wider ein wenig von den
sün Amon sagen. Do Rengnold u£ Earlys läger was, do reyt
er und sinn volck sovast, daz sy gen Muntabant kämmend, lo
Da kam inen frow Klarra engegen und sprach zuo irem heren :
»Her, sind mir gott wilkommen! Hand ir Richart erlöst?«
>J&,€ sagt Rengnold, »got hab danck!« »Got sig gelopt!«
sagt die frow und umfieng Richarden. Rengnold fraget Magis
nach. Die frow sagt, sy wüfite nüt von im, »min her.« Do i6
Rengnold daz erhört, kart er sich gegen sinnen bruodern umm
und sprach: »Lieben bruodern, erkunnend, ob unser vetter
konunen sig.« Von stund an giengend in Allard und Richart
suochen an siner herberg und frägtend im nach by zwey
siner diennem. Die sagtend, sy bettend inn nach nüt gsächen ; m
des sy ser betrüept wurdend. Und seyfctend es Rengnolden,
der erschrack übel. Wer do die fier bruodern gsächen hett!
Wann sy ryssend ir har uß und zerkratztend ire antlyt. Do
die guot frow das gros leyd gsaeh , so ir gmaehel und sine
bruodern fuortend, do fiel sy inn ämmacht. Rengnold sagt : 26
»Ach, lieber vetter Magis, wie hastu dich von uns verstoUen ?
Gott beware dich!« Und sprach damit zuo sinem volck: »Ich
bit üch, lieben fründen, daz ir frölich sigend ; wann daz leyd
füeren ist umm sust. Ich will zuo Sanfc Lazerus rytten den
apt fragen, ob er nüt von im wüsse; wann daz hertz sagt so
mir, ich werde gwüsse mere von iui vernenimen vor fier und
zwenizig stunden.« »Du retst wyßlich,« sprach Aliard, »aber
wir wend mit dir rytten.« »Gwüß,« sprach Rengnold, »werdend
ir nüt rytten.« Damit saß er uflf Bayard und reitt von Mun-
tabant. Und reyt über daz wasser Ballantzon ; da fand er sa
zwenn buoben, die hattend ire pfert uß Earlys läger gerytten
trancken. Do sy Rengnolden gsächend , do sagtend sy zuo
im : »Wer sind ir, daz ir also alleinn sind ?« »Lieben sünnen,«
186
sagt Rengnold, »ich bin von Rippua Tolck und bin enttninnen,
do inn die fier sün Ammon zuo Monifakon erhänckt band. H
Waz tbüot mann im läger?« »Rytter^« sagtenrl die buoben,
>Kttrly macht goot gscliir und hat all sinn leyd vergessen,
80 er umm üwereii heren hat; v«rann man hat im Magis gebende
»Nun sagend mir an,« sagt Rengnold, >isfc Magis tod ?« *Her,*
sagtend die bnoben , »er ist nach inn laben. ^ Do Rengnold
die mere vernam, do sprang er uif von fröuden und gnadet
den buoben. Und sprach zno im selbs: *Diewil er nüt tod
10 ist , so hab ich kein sorg, daz er nach hüt sterben miieß.« ^
Also ryttend die buoben hinweg, und Hengnold beleib alleiiin (
da. Und sioet hin und bar und sprach: »Lieber her got,
nnnn weyß ich nüt, waz ich thuon soL Dann ob ich Karly
überfal inn sinem nachtessen, so ist die nacht finster, und wirt
u vermeinoen, ich hab ein gros volck by mir, und wirt fürchten,
er verliere Magis; darunim er inn ertöden wirt» Aber syt
daz ich so lang gewarttet hab, so will ich nach länger wartten,* ^
Nuun wend wir von Karly sagen. Do Karly gsach , daz er ^
Magis hat, do beruoft er sine forsten und sprach zuo innen:
i^ pir, mine hereu, [bl 241] ich bit öch , sovast ich mag , daz
ir mir ein galgeu uf richten lässend; wann der dieb Magis
muoß vor dem nachtessen erhänckt werden. Wann ich will
inn nüt über nacht bebalteu.« »Her,< sprach Anses, »syt
daz ir inn wend töden lassen , so sond ir inn änderst töden.
u Wend ir mir volgen?« »Und wie?« sprach Karly. »Warlich,
her, ich ratten üch , daz ir Magis uram kein sach nachtz
hänckend; wann die fier sün Araon Avurdend üwer spotten
und wurdend sagen, ir habend inn nüt dörfen tags töden lassen
von forcht irer. Darumm, her, so beittend untz mornn, so
34) habend ir kein nachred. Und wenn ir inn wend hänckeu
lassen, so schickend sovil volcks mit im, ob die sün Amon
kemmend inn entscbütten, daz sy öch gfangeu and mit im
erhänckt werdind.t ^Anses,* sagt Karly, »ir spottend rainnen,
Enfctrünt mir dysser dieb, so bin ich entherdt.« »Her,« sprach
Ä6 Magis, »fürchtend ir, daz ich hinweg well, so will ich üch
bürgen geben, daz ich nüt hinweg will on üwer urlob»« »Wer
21 dar ba.
187
will dich verbürgen ?c sagt Karly; »ist neyfiwar, der das dorffe
undersUln?« »Her,« sprach Magis, »ich will gnuog finden.«
Und luoget damit umm sich nnd raoft Ollyfier und sprach
ZQO im: »Her Ollyfier, ir verhiessend mir, do ich mich (ich
ergab, ir wettend mir hälffen gegen Karly. Nnnn bit ich 6
üch, daz ir mich verbiirgend.« »Gern,« sprach Ollifier, »ich
verbilrg inn uff minn laben.« »Und ir, Ruolland, wend ir
mich Seh verbürgen umm gotz willen? Und ir, her Anses,
Gergis , Astolf , her Türpinn , ich bit üch all , daz ir mine
bürgen sigend von Rengnolden wegen. ^ »Magis,« sagt Anses, lo
»wilt du uns verheyssen by diner trüw, das du nüt hinweg
wellest on urlob?« »Ja, by miner trüw!« sagt Magis. Also
sprach Anses zuo Karly: »Her, wir verbürgend Magis uff
unsere laben, daz er nüt hinweg muoß on üwer urlob, und
inn üch mornn wider geben.« Do sprach Karly: »Luogend, »
daz üch der verretter nüt verr&tte. Yertruwend im nüt ze-
vyl, wann er ist der gröst schelmm uff ertrich.« »Her,«
sprach Ollifier, »des band kein sorg !< »Ir heren,« sagt Karly,
»diewil ir inn verbürgend, so gib ich inn üch inn üwere huot
mit söllichem geding: wenn ich [in] mornn nüt hab, so sond ir so
all üwere land verloren haben.« »Her,« sprach Ollifier, »wir
verheissendtz üch, wie ir gsagt band.« »Ir heren,« sprach
Anses, »diewil wir inn verbürget band, so land uns inn er-
fröwen und trösten; wann er ist vast betrüept« »Ir heren,«
sprach Magis, »syt üch geliept hat mir so grosse eer zethuon, 20
so bit ich üch, daz ir mir lassend zessen und zetrincken geben ;
wann mich hungert und türst zetod.« Do Karly Magis ver-
stuond, do sprach er zuo im lachend: >ünd wilt du essen?«
»Ja," sagt Magis, »wenn ich zessen hab.« »Nun hörend dyssen
tüffel,« sagt Karly, »der zessen forschet, und so ein kurtze 30
zyt zeläben hat.« »Her,« sprach Ollifier, »wenn ein mentsch
gnuog gessen und truncken hat, so ist er dester frölichcr;
darumm wir üch frtintlichen bittend, daz ir im gäbend.« Da-
mit saß Karly zuo tisch und hieß Magis nebend inn sitzen
und leyt im für ; wann er dorfft daz gantz nachtessen weder 35
essen nach trincken von forcht, daz inn Magis nüt vertzou-
bertte. Aber Magis aß und tranck redlich, wann inn hungert.
188
Do OlUfier das ersach, do lachet er nnd ettipflPt Eiioilanden
und sprach zuo im: »Hastu den keyser gsächen, wie er nüt
hat dorffen essen von forcht, Magis vertzoubertte inii ?it »Sicher-
lich,« sprach Ruolland , »es ist war.« Nach dem nachtessen ,
!» sprach Early zuo siuem marschatck: »Ordnend mir trissig fl
tortschen, daz sy die gautz nacht brünnend, >Jä, her,« sagt
der niarschalck. Do Karly daz geordnet bat, sprach er zuo
sinen färsten: »Ich bit üch, daz ir all mit mir wachend dem
dieb MagiB, und länd hundert rytter wapnen , die mit uns
10 wachend. Und spülend im schäcb und im briitt, damit mann
nüt entschlaf. Und bestellend die wacht mit tusaend der
besten ryttern, damit, ob uns Magis enttrtlun, daz in die uf fl
haltind.' Demnach saß er uff sin bet und hieß Magis nebend ™
iun sitzen, desglichen die andren fürsten och. »Her,« sprach
16 Magis, »wo sol ich ruowen?f *Wie,« sprach Karly, »wiltii
rnowen?t »Ja,« sagt er, »liept es üch,« »By miner trüw,€
sagt Karly, »du wirst ein böla ruowen thuon; wann du muost
luornn am tag erhänckt werden, < >Her,« sprach Magis, »ir
band unnrecht. Warumm bab ich öch bürgen geben , dann
to alleinn darumm, daz ich so unlang zeläben bab, dardnrch ir
mich seh 1 äffen und ruowen lassend.« »Wärlich ,« sprach
Karly, »ich will gernn, daz dine borgen ledig aigend. Aber
du bist darumm nut uß minnen henden.« Kr ließ im ein
schiincfcelyssen bringen , daz ließ er im an sin fließ leggen,
u und ein lange kettennen umm sin ruggeu , und an ein stud
hindt^n. Und lieJi im ein groß halsyssen an hals legen; den
schklssel behielt er selbs. Do Magis also zuo gerüst was,
sprach Karly zuo imm: »By minner truw, Magis, du wyrst
nüt enttrünnen « »Her,« sagt Magis, »ir spottend minnen
80 woL Aber ich sag üch^ das ich daz schloß Muntabant gsächeu
will, ee daz mornn tag werd.« Do Karly daz erhört, do wott i
er unsinnig werden. Und stuond nf und namm sin seh wert fl
und wott im den kopff abschlachen. Aber Ruolland tratt
harfür und sprach; *ller, irsond ucb siner red nüt annemmen, ^
»fr dann er redt wie ein vertzwiffletter mentsch. Wie möchts fl
gsin , daz er enttrunne!« »Lieber vetter , ich weyß es nut. ~
1 ollg^er hs.
189
leb will inn mit fryden l&ssen nntz moron ; so muofi er er«
hanckt werden. c »Her,€ sagt Ruolland, »ir redend recht.«
Damit fiengend alle die an zespillen and kurtzwillen , so da
w&rend. und als sy lang kurtzwillet battend, do kam innen
der scbläf. Do daz Magis ersaeb, do fieng er an sin kunst 5
bmcben, also das jedermann entscblief. Und Karly entscblief
selbe so bert, das er bindersieb äff sin bett fiel. Do Magis
gsacb, daz jedermann entscbliffen was, do brucbt er ein andre
kirnst, die was so von grossen krefften, daz die yssen, so er
an fäessen bat und nmm sieb and am bals bat, an berd 10
fiellend. Und er stuond nf und gieng zao Karly and gurtt
im sinn sebwert Joyossa ab und namß [bl. 242] an sinn armm.
Damacb kämm er zuo Ruolland und gurtt im Daran del ab
und Ollyfier Hocbenklerra und Gergis Gurtann und allen
fürsien yetlicbem daz sinn. Damacb kämm er über die guffer, 15
darinn Karlys kronn und all sinn scbatz lag, und namß als
darufi. Darnacb namm er ein krut und reib Karly sin mund
damit und nassen und entzoubert inn ; darnacb stieß er inn
mit dem finger und spracb zuo im: »Her keysser, stand uf!
Ich seyt ücb gestert zuo, icb wett nüt binweg on urlob.« so
Und fuor damit ufi der zeit und macbt sieb uff die sträß den
nechsten gegen Muntabant zuo. Do Karly Magis verstuond,
do stuond er uf Sb zornig, daz erß vester nüt sin raoeht. Und
kam zuo den fürsten, die moebt er nüt erwecken. Do er daz
ersacb, do besintt er sich eines krutz , so er einest über mer 25
brächt bat , und reyb innen allen damit mund , nassen und
ougen , daz sy von stund an uf stuondend , gantz erstaunet,
und gsacb einer den andren an. Und der erst, der da redt,
daz was der bertzog Anses; der sagt zuo Karly: »Her, wo
ist Magis?« >By miner trüw,« sprach Karly, »ir werdend inn so
mir wider geben; wann ir band inn mit flyis hinweg gelassen.«
»Gergis,« sprach Ruolland, »hast du im hinweg gehulffen ?«
»Neinn, by got!« sagt Gergis. »Ich gsach inn wol hinweg
gän,« sagt Karly. »Her,« sprach Ruolland, »darunim sottend
irs uns gseit haben; wann er müeßte nüt hinweg sin kommen.« 35
Und luoget damit an sinn sytten und hat sin seh wert nüt;
darumm er ein grossen sünftzen ließ und sprach: »By minem
höpt, icb bekenn , daz uns Magis vertzoubert hat ; wann es
190
hat unser keiner sin seh wert,
tzalt und umm geiriben««
Nunn hat er uns all wol be-
Wie Karly sin botschafft gen Mimtabant schickt zuo
Rengnold im sagen, daz er im sinn kronnen wider
schickte, nnd wie Rengnold gfaogen ward, als er den
hotten daz gleyt gab.
I
Do die zwölf fursteo gsächend, daz sy all ire schwertter
verloren hattend, do wurdend sy leydiger, dann mann gsagen
könde. Huollaud sprach: »By miner trüw, Magis hat ein
lö schöne büt gwünen,« Do Karly gaach, daz sine guffer offen
wären d, do luoget er darin n und ward vast zornig, do er sinn
kronn nüt vand nach der mererteyl sines Schatzes, Und sprach:
>0 du dieb Magia , wie hab ich so wenig an dinem föchen
gwunnenli: Wer der fürsten lejd gsächen het , der het nüt
Iß mögen lachen, Magis gieng so schnell, daz er ober daz wasser
kam ; da fand er Rengnold vast betrüept umm inn. Do er fl
inn ersach, erkant er inn wol und sprach zno im; »Rytter, ™
wer bist du, der zuo dysser stund da rytt?c Rengnold sprach
zuo im: »Du weyst wol, daz ich Kengnold» din vetter, bin«« fl
ao Und sa& damit ab Bayard nnd umrafieng Magis und sprach :
»Min Vetter, got sig gelopt, das du erlößt bist u§ Karlys
hend!* »Vetter,« sprach Magis, »grossen danck! Nunn sytz
uff din pfert, so wend wir gen Muntabant,« Rengnold saß
uf und sprach zuo Magis: »Vetter, waz treyst du?« »Vetter,«
»^sprach Magis, »as ist Karlys kronn, sin schwert und der
zwölf forsten schwertter. i »Du hastz wol geschaffen, vetter,«
sprach Rengnold. >Jä,< sprach Magis und ertzalt im damit
alles daz, so Karly mit im gbandlet bat. Damit machtend
sy sich uff die sträß gegen Muntabant zuo. Da hegegnettend
80 innen Rengnolden dry bruodern ; die wurdend vast fro, do sy
Magis, im vetter, gsächend, und loptend got. Allard sprach
zuo im: »Lieber vetter, wo bist dugsinnPc *Allard,t sprach
Magis, »Ollifier hat mich gefangen gehept und Karly fiber-
antwnrtt. Der wott mich erhanckt haben; aber (got hab danck!)
w ich bin enttrunnen.« »Vetter, es ist dir wol ergangeni« sagt
191
Allard. Sy kSmend gen Müntabant, da fuorttend sy grosse
frönd. Mornendea beruoft Magis sine vettern und sprach zno
innen: Ar heren, ich schänck üch den gnldineen adler und
edel gesteinn, so wir vor gestert gwunnen band,« Des sy im
grossen danck seyttend. Rengnold sprach : »Vetter, ich rät, &
wir setzend den adler uff den spita des grossen thurns, damit
daz inn Karly und all sin voick gsächen mögend»* »By
niianer trüw,€ sagt Magis, >du retst recht,« Also ward der
gnldinn adler off den grossen thnrn zuo Müntabant gsetzt.
und wenn die sunn darann scheinn, so gab er so heytter, lo
das mann inn inn fünf millen gsach. Do inn Karly und sin
Tolck gsSchend, do wurdend sy vast zornig. Do Karly gsach,
das die sau Amon sinnen spottettend , do beruoft er sine
fürsten und sprach zuo innen: >Ir herren , es ist uns vast
übel ergangen inn Gastgunnia; wann ich hab mion kronn, ie»
adler und schwert verloren und ir all och üwere schwertter,
and sind uß dem feld gejagt worden, dardnrch wir grö&tichen
^edchraecht sind. Darumm, ir mine heren, bit ich üch, daz
mir hälffen wellend uns rächen; wann sy bewissend üch
Js wol sehand als mir und me. Die fürsten sprächend : ^Her, ao
wir sind berayt üwer gebot ze thoon.c >Ich will,* sprach
Karly, ^daz ir, Gergis, Anses, her Türpinn und Ästolf gen
Montäbant ryttend [bl. 243] Kengnolden , sinnen bruodern
ood Magis sagen, daz sy mir min kroonen, rainn adler und
re schwertter wider gebend; so well ich innen zwey järas
rid geben.« »Her,« sprach Gergis, »ich will üwer gebot
ioob; aber ich sorg, Rengnold beheb uns gfangen,« »0
iergis,< sprach Karly, >ir fürchtend inn vast übel.« E)o die
Herren Karlys will horttend, do belibend sy nüt länger, sunders
machtend sich uif die sträfa gegen Müntabant zuo. Do sy an so
daz thär kamend, do sprach der portner zuo innen: >Ir heren,
wer sind ir?« »Lieber fründ,« sprach Gergis, »wir sind Karlys
botten. Gang sag Kengnolden, Anses, der bischof Tnrpinn,
Ästolf und Gergis von Thennraarck wellend mit im reden.«
Also gieng der portner zoo Kengnolden und sprach zuo im: »
>Her^ es sind fier rytter vor ussen, die wend mit üch reden.«
36 ucb hfl.
192
»Wer sind sy?t sagt Rengnold. »Her,* sprach der portner,
»der ein hejßt Atises, der ander Tflrpin, der dryfc Astolf und
der fierd Gergis von Thennemarck.« »Wie kommend naanlicU
rytter,« sagt Rengnold zoo sioen bruodern. »fcli bit üch,
« daz wir innen ertzeigend, das wir not kinder sigend.c »Vetfcer,f
sagt Magis, *du retst recht. € Damit giengeod sy innen en-
gegen an daz tfaar und thettentz uff und liessend sy harinn
und entpfiongentz mit grossen eeren. Rengnold sprach zuo
innen: J^Ir heren, sind yns got wilkomnien!« »Vetter,* sagtend
10 die botten, »grossen danck!* Damit fuortend sy die heren inn
pallftst; da wurdend sy vast erlichen entpfangen von Reng-
nolden frow. Rengnold satzt ay uff einnen banck und sprach
zuo innen: »Ir beren, ich bit üch, daz ir mir sagend, warutnm
ir kommen sind.< t^Uii weyst wol, vetter,« sagt Gergis, »daz
ifl wir dich alwegen lieb gehept band; dann wenn es inn nnserm
vermögen gsin were, so bettest du guotten fryd mit Karly,
Wann er bat uns zumm dickern mal uff gehept, wir sigend _
wie du, Rengnold, du sott wtissen, daz uns Magis gar enth* f
erdt hat; wann wir hattend inn all verbürget gegen Karly
«0 uff unser tröw, und er ist hinweg gangen on unser urlob
über sin zuosagung» Und daz nach böeser ist: er bat des
keysers kronn, sinn scbwert und och unser der zwölf" forsten
achwertter verstollen* Darumm öch Karly by uns enbüt, daz
ir im sinn kronn , den guldinnen adler und unsere guotte
»6 achwertter wyder gebend; so will er üch zwey jar fryd geben. c
Nach Gergis red stuond Magis uf und sagt nü Rengnolden
befelcb zuo innen: »Ir beren , ir sind uns wilkommen. Und
liept es üch, so sagend yetz mll nüt mer von d isser matteryen ;
ir werdend disse nacht hie bliben, und morn so wirt raan uch
30 antwurt geben.« Rengnold sprach zno Gergis: i^Glalt üch
Magis red?« »-Ja,* sprach (lergis, >8yt daz es dir gfalt«« Do
Magis daz erhört, do kämm er zumm marschalck und zeigt
im an die spis, damit mann die botten eren sott, und sprach
ZUG im, geh wie im were, daz sy so gnuog bettend, daz d&
»6 nüt gebreste, und daz der gros koptf für Änses gstelt wurde,
*den ich zuo Reins gwann.^ »Her,« sprach der marschalck^
»band keinn sorg, ir müessend gnuog haben.« Demnach gieng
Magis wider zuo den bereu. Do sprach Itongnold zuo im :
193
»Vetter^ ich bit dich, daz du darzuo thüegest, daz wir gouog
habend.« Vetter,« sprach Magia, *ich hab versecheu, waz
besehächeu soL« Des ward Rengnold vast fro, und fieng an
it sinnen vettern schwätzen von ?il dingen. Do daz es8en
reyt was, do nammend sy die fier rytter nnd fuorttend sy &
n ESA gen easen. Do sy darinu kamend, ließ innen Magis
T geben, und namm Anses und satzt inn , nnd frow
Klaira nebend inn; darnach satzt er den bischof Türpinn und
' Reognolden, darnach Gergis, Alard, Guchart, Astolf und Richart.
Do sy all süssend , do Sengend die trachten an kommen eine lo
nach der andren inn guotter Ordnung. Do sy gessen hattend,
I sprach Anse^ zuoKengnold: »Lieber vetter, ich bit dich, daz
^■In dich verfassest uns antwurt zegebee.« »Ir heren,« sprach
^HengDold, »ich will sovil thuon, daz Karly ursach haben niuoß
^■efnden zesinn. Wann ich will alles daz thoon , so er will, u
^Baz ich fryd haben mög.« Also ließ Rengnold Karly s kronn
^^nd Schwert bringen and der zwölf forsten och.« Do sy Gergis
L psaeh, do fieng er an lachen und sprach: »By minner trdw,
Hbengnold, daz ist ein schönne bütt.« Do Ricbart gsacb, daz
^Btengnold den adler wider hinweg geben wott, do sagt er:äo
^RiBy got, bruoder, es wirt nüt be^chechen^ daz du wider gebest
r das, 80 ich uffrechtlich gw^unnen hab mit kriegsrecht«
^Bruoder,« sprach Rengnold, >ich bit dich, lä& mich machen.«
EmBj miner trüw,« sprach Richart, *ich wils nüt thuon.« >Ir
leren f« sprach Anses, »wir sond des zefriden sinn, so uns ta
Rengnold gipt; wann er thuot gnuog,« Also nammeod sy
K&rlys kronn and all ire schwertter. Do sprach Gergis zuo
ptengnold : > Vetter, ich rätt dir, du kommest mit uns.« » Vetter,«
sprach Rengnold, »ich besorg mir, der keyser ließ mich etwann
übermüettigklichen ertöden.« »Kamm frölichl« sprach Anses, so
twann wir wend dich beleytten. Diewil du by uns bist, solt
An dir nüt fürchten.« >Ich wils thuon,« sagt Rengnold, »uff
üwer Sicherung.« Do frow Klarra gsach, daz Rengnold tuit
den herren rytten wott, do knüwet sy für sy nyder und sprach
2UO innen: »Ir heren, ich dancken üch, soTast ich kan, der »ä
guotbet and eren, so ir Magis tbän band. Darzuo bitten ich
17 Ewolf hs.
13
194
fich, soTast ich kau, daz üch geliebe min heren und gmachel
inn befelch sehaben.c »Krow,« sprach Gergis, >haiid kein
sorg, daz im etwaz beacbeche ; wann ich wetz nüt lyden, und
söfctend mir alle glyder zerhowen werden. c Damit sassend sy
fi uff ire pfert (Rengnold oamm Allard und zechen ritter mit
imm) und machtend sicli uff die sträß. Do ay über Ballantzon
wärend, sprach Gergis: >Ir heren, ir wüssend, wie der keyser
ein böß gmüet hat. Wend ir mir volgen , so wend wir vor
annhar rytteti liengnolden urlob nemraen.« »Gergis,« sagt
10 Anaes, »du retst wyßHch. Wir wend gen mit im reden, und
Rengnold aol hie wartten by üch , her Turpin und Astolf,
untz daz wir wider kommend. c [bl, 244] »Ir heren, c sprach
Hengnold, »ich will thuon, waz ir mir räitend; aber haltend
mir daz, ao ir mir verheyssen band.« » Rengnold, t sprach
lä Änsea , »wir wend vorhinn sterben , ee dir etwaz beschechen
müeß.« Damit machtend er und Gergis sich uff die sträß
gegen Karlys läger, und Rengnold beleih by Turpin und by
Astolf, Nuuo hörend, waz Spinol, Karlya specher, tbet. Ir
sond wüsaen , daz disser Spinol uff dem furtt Hallantzon was
%ü und hat ghört, waz die heren gseit hattend. Und verstal sich
von innen und kam zuo Karly und sprach zno im: iHer, ich
bring üch mere, deren ir fro werdend sinn. Wösaend, daz
ich Rengnolden und Allard uff dem furtt Ballantzon gelassen
hab by herren Tilrpinn und by Astolf» und der hertzog Anses
sft und Gergis kommend zuo üch, uch umra urlob hätten, ob «y
inn uff sicberheyt bringen sollend.« »Ist daz war?« s^t
Karly« »Ja, her,« sprach Spinol* »By minem höpt,« seyt
Karly, »dir muoi gelonet werden. Aber hüet dich wol, daz
du niemmen nüt durvonn sagest by dinem laben; wanii ay
ao müessend gfangen werden.« Und luoget damit umm sich und
eraach Ollyfier und sprach zuo im : »OlJyfier, nimm von stund
an on vertzug zwey hundert rytter und rytt uff den fürt Bal-
lantzon, da wirstu Rengnolden und Allard finden \ die bring
mir. Und thuost du im also, so heger von mir, waz du wilt,
»6 so muoß es dir werden.« rHer,« sprach Ollyfier, »ich will
üwer gebot thuon.« Alao nam er zwey hundert rytter und
macht sich uff die sträß gegen dem furtt Balantzonn, Die-
wil kämmend der hertzog Anses und Gergis für Karly und
19S
^^ruoiztend inn yast erlichen ; aber Earlj sa^i uul ein wort
^Kqo innen. Do Gergis daz ersacb, do sprach er zuo im: »Her,
^Kras früntscbaft ertzeigend ir ums? Ich verwundern mich uwer,
diewil wir da dannen kommend, dahinn ir uns geschickt band,
das ist gen Muntabant gsiuu. Da band wir mit HengDolden &
geredt; der ist gentzlich bereitt zethnon, waz ir wend, und
hat uns uwere kronnen und unsere schwertter und dwern
adler wider geben, c > Gergis,« sagt Karlj, »war band ir lieng-
Dolden getbän? Ich bin bericht, ir habend inn mit üch brächt,«
»ller,< sprach Gergis, »es ist war, wir band inn iiff unser lo
trüw bar gfüert , bürgen umm den anstand zenemmen, so ir
im geben band,« »By got,« sagt Karly, »ich wils nut thuon.
DaDn wyrt er mir, aller weit gold wirt in nüt mögen be-
waren, daz ich inn nüt schantlicheo ertoden lasse.« >Her
keyser,« sprach Anses, 'ein ho boche parson, als ir sind, sötte is
njlt semliche wort reden umm aller weit gold. Gnädiger her,
legend üch nüt so ein grosse schand uf! Thuond ir daz, so
ir sagend, so sagen ich üch für war, daz Gergis, her Türpin,
Astolf und ich ßengnolden beschirmmen wend mit unserm
Termogen , diewil wir in uff unser trüw har gfüert band.* ao
• Man wirt g8achen,f sagt Karly, »wie ir im hälffen werdend.«
>Her,c sagt Gergis, »bewyssend ir uns untzucht, so wend wir
üeh by gott unsere dienst ufgebeu und üch schädigen mit all
tmaerm vermögen,« Do Ollyfier gen Ballantzonn kam, begab
es sich durch unglück, daz er Kengnolden also kurtz begreyf ; S6
wann er was zefuoß, daz er nüt wyl hat uf zesitzen. Des er
so zornig ward, daz er schier nnsinig ward, und kart sich
umm gegen Turpinu und Aatolf und sprach zuo innen: *Ir
band mich fiiltscblicben verrätten. Ich het es üch nüt ver-
trüwen.« • Vetter,« sprach Törpin, »ich schweren dir by 30
P-"*"ir trüw, daz wir von dem nüt gewü&t band. Ich ver-
sen dir, daz wir dich beschirmmen wend, untz daz uns
re glider zerhowen werdend*« Rengnold sprach zuo OUy-
ner: »Ollifier, nunn magst du mir vergälten die guothet, so
ich dir beweyß, do dich minn vetter Magis ab stach zuo Munt- 36
fort. Du weist, daz ein guothet der andren begert. Dann
do du am herd wert, halff ich dir wider uff din pfert«
l_»Vetter,€ sprach Olli6er, »es ist war. Ich sageu dir zuo, daz
13*
id6
ich vast leydig binn , daz ich dich hie funden bab.c Diewil
Rengnold und Ollifier mit ein andren redtend, kam Rnolland
dahar, der sprach ; »By got» Rengnold, da bist yetz gfangen
und erwüsL« In dem kämm Gergis dähar, der hat RuoUanden
» nach gylt, so vast sin pfert looffen mocht. Der sprach zuo
im : >By niinnem höpt, her Rnolland, ir werdend Rengnolden
nut thnon; wann Anses und ich band inn har gfüert ufF unsere
trüw,, die bürgschaft umra den anstand nemmen, den im der
keyaer geben hat, als ir wüssend. und sag uch, her Ruol-
lö land, thuond ir im etwaz, daz irs uns och thuond.* > Gergis, c
sprach RuoUand, »ir werdend im böi beschirmmer sin.« »Rnol-
land,« sprach Olliüer, »ich sag dir, grifsfc du Rengnolden an,
daz wir im all hälifen wend. Ich bit dich , daz du inn mit
fryd lassest; wann er hat mir einest ein grosse früntschaft
lÄgethän, die will ich im yetz vergälten. Wir wend inn für
Karly f deren und inn hätten, daz er inn früntlich halte, und
uns all flyssen sin fryden zemacheii.« »Ir heren,« sagt Gergis,
»Ollyfier redt recht. Wir wend aächen, waz er im thuon
weil* Dann by got, thuot er im etwaz, so wend wirfi nüt
so lyden,« Mit dyssen wortten käoimend sy mit Rt^ngnolden
für Karly, Do Rnolland und Ollifier Rengnolden zuo Karly
fuorttend, sond ir wüsaen, daz der hertzog Änses, her Türpin,
Gergis nach Astolf not von im wottend. Dann do inn Ollifier
Karly geben wott, do tratt Gergis hariiir und sprach; »Her
aß keyser, ir wussend, wie ir uns fier geschickt haud inn bot-
schaffcz wyß gen Muntabant, Rengnolden sagen, wenn er üch
Üwere krön und unsere achwertter wider geben wett und den
guldinnen adler Seh, so wettend ir im zwey jär fryd geben
und wider ab züchen mit liwerm volck. Ir sond wöasen, daz
30 Rengnold alles daz thän hat, waz wir von li wert wegen begert
band. Und band inn har brächt inn üwerm gleyt, und wir
band im verheyssen, im milesse nat bescbechen, als wenig als
uns. Nüt dester minder band ir inn lassen fachen, daz uns
nun bedurret, die wil er üch uwere kronnen und [bL 245]
•5 unsere schwertter und den guldinnen adler wyder geben hat.
Witter verhiessend ir im sicherheyt. Ich sagen üch zuo, thuond
ir im et waz zeleyd, daz ir von aller weit geschulten werdend.
Aber wend ir frummklicb baodlen, so land inn wider ledig.
197
w«tin er wider gen Mnntabant kumpt, so thuond dann
iu bost, so ir mögend.« >Gergis,* sagt Karly, »von dem
ngmd mir nüt; wann ich wils nüt thüon, gab waz ir Ter-
hejSMn hmbend^ und will nät mit im thuon wie mit dem dieb
Migii.« ft
Wie R^ngnold mit Ruollanden streit und inii über-
wand und gen Muotabant gfangen fuort.
Do der keyser dys geredt hat, do kart er sich iimm gegen
Rengnold und sprach zuo im: »Rengnold, Dunn hab ich dich.
Tetz gedenck, das da nüt der wil ha^t mich ^ebetriegen und lo
Terrälten, als der dieb Magis thet; wann ich will dir dine
{lyder zerhowen lässeo.c »Her»« sagt Gergis» *ir enwerdend,
gotz wilLc >Gergis,< sagt Karly, »wilt du min tödlichen
fyend wider mich beschirmmen ?€ »Her,< sagt Gergis, »ich
will üwere fyend not gegen üch beschirmmen ; aber ich sag i6
ach fuxwär, daz ich minn fninimkeyt gegen mengklichem be-
schirmmen will* »Her,« sprach Reognoldi »ir band mich
verretter geschalten. Ir send wüssen, daz ich inn nie
liiin bin nach keiner von minem geschlächt. und weyß kein
DenUch uff ertrich , wenn er seytte , ich were ein verretter lo
ad daz ich verrettery an üch begangen hab, daz ich nüt mit
stritte.« >By minner trüw,< sagt Karly, »ich wils be*
mit etrit.« »Her,! sprach Rengnold, »yetz redend ir
wie ein künig. Und hie ist min pfand, daz gib ich und sag,
dait ich ein frommer mentsch bin , de&gliehen all minn ge- u
Schlacht.« »Rengnold,« sagt Karly, *wenn du mir bürgen
gibst, so will ich din pfand nemmen, suat nüL« »Her,«
sprach Rengnold, »bürgen will ich üch gnuog geben.« Und
rt sich damit umm gegen Gergis und sprach zuo im: »Her
lergia, knmm harfür, und ir, Anses, her Türpin und Ästolf, ao
Verbürgend mich ! Wann ir sondiz all billich thuon ; wann ir
müssend, daz ich nie kein unnfrunimkeyt begangen hab.«
^Beognold,« sprach Anses, »gernn wend wir dich verbürgen.«
Do sprach Rengnold zuo Karly: »Her, hie sind mine bürgen,
Terbnrgend h«.
188
die ji;ib ich lidi. Sagend, ob
;ni]Og hftbefid«^£ *!&,<
Karly, »ich begcr mit mer.« »Her,« sprach Rengnold, »wer
den sfcrit mit mir thuou?« >By luiner tröw,« sagt Karly,
►ich will um st;lbs thuoiu* >Her,A sagt Kuollftod, »ir eii-
5 werdend. Wann ich will inn thuon von üwertwegen*« »Her,*
sprach Rengnold, ^stellend dai% wen ir wend.« Und saß da-
mit uff Bayard und reyt gen Muutabant, und rittend mit im
der hertzog Anses, Gergis, Astolf und Allard» sin bruoder.
Und innen kämmend engegen Magie, Guchart und Hiebart;
10 der fraget sy, wie es innen ergangen were. vWy miner tröw^t
sprach Rengnold, ^wir wärend vast ftbel kommen.« Und er-
tzalt damit Magis und sinnen bruodern» wie es innen ergangen
waa, und alles daz, so er ghandlet hat. Den heren ward groß
eer anbotten zuo Muntabaiit. Mornendes rüst sich Renguold
i5zunim stryt und namm urlob von sinem gmachel und von
sineu bruodern und sprach: ^Ir heren, ich läs.«^en dyü schloß
inn üwer huoi. Nunn weyß ich nüt, wieß mir ergän wirt;
darumm bit ich üch , daz ir dis schloß wol bewarend; dann
ich sag üeh furwar, kum ich umm , daz ir sin wol dörffen
io werdend. Hie Kind Anaes und Gergis, die werdend mit mir
kommen; wann sy sind mine bürgen gegen Karly.« ♦By
miner triiw,« sprach Alard , »du retst umm smt. Dann wir
wend mit dir, den stryt suchen, und hast du hilf mangel, so
wirst du guot häiffer an uns finden.^ »By Sant Pal,« sprach
»Gergis, »Alard redt recht.« Do Rengnold daz ersacb, do
sprach er zuo Magis: Min vetter , ich bit dich, daz du hie
blibest und dir alles lassest befolhen sinn, ayt daz mine bruo-
dern mit mir wend.« »Vetter,« sagt er, »gernn. Und sagen
dir zuo, daz Muntabant wol verhöet werden rauoß.« Do Reng-
>o nold sin sach geordnet bat, do macht er sich uff die sträß
inn geeelschaft siner bruodern und der obgemelteu heren. Do
sy gen Muntfalkon kämmend, dahin der stryt gsetzt was, da
stuond Rengnold ab und warttet RuoUanden. Do Ruolland
den tag ersach, do stuond er uf uml rust sich zuo. Karly
S6 sprach: »Lieber vetter, ich befilch dich got, daz er dich be*
leytte und inn siner huot habe und beware vor dem tod und
gfänckeus. Wann du weysfc, daz Rengnold recht hat und wir
groJ3 unrecht; darumm ich nät umm den halben teyl miues
IM
ich weit, daz dir etwaz bescheche.« »Her,« sprach
BnoUimd, »üwer rüwen ist zespäi; dann syt ir wu&tend, daz
ir uarecht baitend , so sottend ir den strit DÜt versprochen
haben. Aber syi daz die sach so wyt kommen ist , so kann
ich» nüt anderwegen lassen, daz es mir mit zuo grossen a
schänden 'kemme. Nunn bälff mir gott durch sinn gnad!«
Und macht sich damit nW die sträE g^R^Q Mtintfalkoün. Und
do er Hengnolden gsach, do sagt er: >ßj got, Kengnold, ich
sageii dir zno, wenn du u£ dissem scbra[nlcken scheiden wirst,
[bh 246] daz du nienimer mer mit mir nach mit andren stritten lo
,wyrst,< Do Hengnold Ruollanden verstnond, do kämm er im
igegeo und sprach zuo im: »Ruolland, es zimpt einem sem»
liehen rjtter ndt^ als du bist, mich also zeverachten. Ich
sagen dir, daz ich gantz bereyt bin mich zeweren. Aber
wilto fryd , so will ich inn och, und wilt du stryt, so will it
ieb tnn och.« »Bengnold,« sprach Ruolland , »ich bin nilt
harkommen fryd zebaben, sunders hüet dich vor mir, so thnost
du wyiälich,« >Knolland,€ sagt Renguold, »und du dich vor
mir öch ; wann ich bin gwyß , daz ich uff den hüttigeu tag
^^in hoSart undertrucken will , die so grolä ist.« Und stach 30
^Hamit in Bayard und kam gegen RooIIaod, und er gegen im,
Hftlso daz ire sper zerbrechend. Und stiessend ein andren mit
den ßchilten, daz Rengnold zuo der erden fallen muost , der
Sattel zwuschend sinnen schancklen , und Ruolland kämm uB
sinnen stägreyf. Do sich Rengnold am herd gaach , do saß 5i&
er schnell wjder uff Bayard an sattel und gab Ruolland en
feein hertten streich, das er inu übel verwundt* Do sich
olland also verwundt befand, do nara er sinn seh wert und
lüff vast grussammklich uff Rengnolden, und er öch gegen im.
Also fieng do ein grussammer stryt an zwüschend den zweyen «0
ry ttern ; wann ich sag üch , daz sy kein stuck an iren har-
nt scheu und schilten gantz liessend, also daz alle die, so innen
^buo Inogtend, erbermd hattend. Do Anses dissem wunderhar-
^Hichen stryt gnuog zuo gsächen hat, do sprach er überlut:
^^O her keyser, verflüecht sig üwer grussammkeyt! Wann ir 3&
wend die zwenn besten rytter inn aller wält ummbringen.«
Do Rengnold gsach, daz einer den andren nut errobeni mocht,
do sprach er zuo Ruolland: »Ruolland, wilt mir volgen, so
200
wend wir ab stän , damit daz wir unsere roß nüt ertödind.c
»Warlich,« saj^t Ruolland, y>dn retst recht, < Und sässend
damit ab. Und Ruoiland sprach: :>Rengnold, minn wirt man
gsächen» wellicher uoder uns beüben werd,< Damit löffend
ft aj uff ein andren so griissammklich, als werend sy zwenn löwen.
Do Ruolland gsach, daz er Reiignolden nüt überwinden mocht,
do iimfieng er ion by den armmen, und fiengnold itin och;
also tribend sy ein andren lange zyt ummhar und anbär, daz ■
keiner den andren feilen mocht. Ich sag üch für war, das
10 einer wol ein halbe myl gangen wer, ee daz einer den andren
gän lieiä. Do sy gs^chend, das einer den andren nüt feilen
raocht, do Hessend sy ein andren gän und trattend hindersich
den äfcteni wider nemmen ; wann sy wärend vnst möeJ, also
daz sy sich kumlich entheben mocbtend. Und ire heim, schilt
u und hämisch wärend gar zerhowen und zerschlagen. Do fl
Karly gsach , daz keiner den andren öberwinden niocht und
albed übel gescbediget wärend, do forcht er Kuollanden übel
und spracii : »0 ewiger got, der himel und ertrich geschaffen
hat und die junckfrow Sant Margretta erloßteat uß dem Hb
ao des tracken und Jonas uß dem buch des mervisehs , ich bit
dich, daz dir geliebe, min vettern von dyssem stryt zerlössen
und mir ein semlich zeichen schicken , dar durch ich sy mit
beder eeren von einn andren bringen mög.c Do Rengnolden
bruodern inn so müed gsächend, do forcbtend sy ainer person
H und bättend unsern heren , daz er innen irnn lieben bruoder
Rengnolden bebuotte vor dem tod und gfiingknus» üod do
sy ir gebet gethän hattend , do ertzeigt got ein vaat schön
wunder tzeichen ; wann es erhuob sich ein so grosser nebel,
daz einer den andren nüt gsächen niocht. Do sprach Ruol-
10 land zuo Rengnold: »Wo bist, Rengnold? Es ist nacht, ich
gsich nüt« »Wariich,* sagt Rengnold, »»und ich öch.c »Reng-
nold,« sagt Ruolland, »ich bit dich nmm ein früutscbaft, so
will ich dir die ein andern raäl wider vergälten , wenn du
mich bitst,^ Rengnold sprach : :? Ruolland, ich bin bereyt ze-
»jithuoD, warumm du mich bitst, aber daz min eer bebalten
werd.* »Grossen danck,c sagt Ruolland. »Ich bit dich, daz
du mich gen Muntabaut füerest.« > Vetter,* sprach Rengnold,
»wenn du daz thuon wettest, so ward ich vast fro sin.« »By
201
trüw, ich wils tliuon ,<^ sagt RuoIIand* »Vetter^« sagt
_B6iigiiold , »got der vergälte dir die eer, so dir geliept mir
Btbaon; wann ich habß not unim dich verdiennet,« »Vetter,«
[^rach RaollaoJ , »ich wilß thuon ; wann du hnst recht und
eb onrecbt.« Do Ruolland dia geredt bat^ do gsach er wider &
als wol wie Tor. und ersach Galantin , sin pfert , tmd saß
daruf , und Rengnold uff Bayard , und rittend gegen Muuta-
bant Do Karlj daz ersach^ erschmck er übel und scbrey:
>b heren, gsächend ! Ich weyß nüt, waz daz ist: Rengnold
füert Ruollanden hinweg.« Und karam damit zuo sinera pfert lo
^^nd saß darof und sagt; »Nunn wyrd ich gsiicbeo, welliche
^Biine frilnd sin werden. < Do inn sin volck erbort, do stächend
^^m inn ire pfert Rengnold en nach. Do Gergis Ren^fnolden
^^nach, der Ruollanden mit im fuort, do ward er vast fro nnd
HIprach zue im: »Vetter^ du hastz wol gscbaffen, daz sich la
Ruolland guotz willens ergeben hat.« »Gotsig sinn gelopt!«
: sagt der hertzog Anses. »Rengnold^« sagt Gergis , »ryttend
I gen Montabant, so will ich Karly engegen rytten und inn
uffenthalten, daz ir diewil gen Muntabant mögend kommen.«
iGergis,* sprach Ruolland, »du redtst recht.* Damit rytteud 20
j Rengnold und RuoUaud so vast, daz sy gen Muntabant kämmend.
Da ward Ruollanden mer eeren ertzöugt, das nut möglich ist,
das man einem fürsten mer ertzougen möcht. Diewil kämm
Gergis für Karly und brächt sovyl zewägen mit siner schönnen
red und gesprecb, daz er inn uffenthielt. Do er das gethän 25
hat, do stach er inn sin pfert und reyt gen Muntabant den
andren nach. Er mocht wol ryttend on uffhebung, wann er
waa Rengnobien bürgen einer. Do Karly daz ersach, do ylt
er im nach untz für daz thär zuo Muntabant und scbrey über-
^Bptt: »By got, Rengnold, daz alles wyrt dich wenig nützen; so
^^ann diewil ich laben, wirst du nüt fryd mit mir haben.«
Und reyt damit wider gen Muntbandal inn sin lager. Do inn
sin [bL 247] volck gsach kommen, do kämmend sy im engegen
nnd sagtend zuo im: »Her, wo ist Ruolland?^ -^Er ist gen
luntabant,« sagt Karly. >Icb büt ücb, daz ir min läger von &&
and an umm Muntabant schlachend. Und du, OUyfier, sott
oriflan tragen, und Richart von Normandia sol unser her
Eieren.« Do Karly dis gebotten bat, do üeng sin volck an
202
kälten und hiltten njder feilen. Do alias uf j^eladen was, do
reyt Richarfc von Normman^ia für Muntabant mit der filr-
liuot. Und Karly liei sin zält uff seh lachen zenecbst an daz
thär. Dax ei^ach der wikhter zuo Muntabant, der kam zuo
ft Magis und sprach zuo im: »Her, wussend, daz Karly kommen
ist mit all sinem her und hat sin zeit uff geschlagen znechst
an daz tbär.€ »Istz war?« sagt Magis. »Ja,« sprach der
Wächter, *on feilen.« »Nunn wol an,« sagt Magis, »Karly
suocht sin schaden; den wirt er haben vil ee, dann er ver-
10 meint«. Er kam zuo Eengnold und ertzalt im, wie Karly
mit all sinem zug kommen were sich für daz thär legen. iJo
Rengnold daz erhört, do kam er zno Ruolland und sprach:
»Vetter, wilfa, daz Karly sin läger an unser schlos geschlagen
hat Aber ich sag dir zuo, wens niit von dinetwegen be*
ib schech, ich weit im ertzeigen, daz er mit recht gethan bet.c
1 Vetter,« sagt Rtiolland, »grossen danck ! Aber mich dunckt,
ich soll zuo im schicken Anses, (lergis und Türpin im sagen,
du habest mich Ton sinetwegen nut wellen gfangeti legen,
sonders habest mir grosse eer enbotten, als mir zuogehört,
fo und du und all dine bruodern erbiettend üch im gborsara ze-
sin üwer laben lang.« »Du reist recht,« sagt Rengnold, »ich
bin bereyt zethnon , waz ir wend.« »Rnolland,« sagt Anse«!
»ich darf näi rytten.« »Ir dörffend,« sagt Ruolland, i>er ist
üch nüfc fyend. ^^ »Anses,« sagt Gergis, »wir wend rytten.
26 Wend ir mir volgen?« 8y wurdend sinn eyß zerytten. Do
die dry fiirsten inn Karlys zält kämmend, do gniotztend sy
inn, und der hertzog Anses sprach: *Her keyser, Ruolland,
üwer Vetter, grüetzt tlch vast. Den hat Rengnold inu Mun-
tabant mit eererbiettung, als wer er sin bruoder und rechter
30 her, von üwertwegen* Und begert fryd, so will er Ruol landen
gän lassen ou brantschatznng und sich üch ergeben saiupt
sinen bruodern und Magis, doch ire laben vorbehalten, und
wend üch ghorsamra sin ir liiben lang mit all irem vermögen.«
Do Karly Anses red verstuond , do zittret er von zornn und
SÄ sprach zuo im und zuo den andren: »Fluchend von mir! Ich
verwundern mich, wie ir habend törffen zuo mir kommen.
Ich sag ucb, daz er mit fryd mit mir haben muofs, ich hab
dann Magis, mit im zehandlen nach minem willen. < Üo die
208
herren Karly yersiuondend , do giengend sy ufi der zalt und
riitend ¥rider gen Muntabant. Da fragt bj Rengnold und
Kuolland, waz sy geschaffen bettend. >Ir beren,« sagt Anses,
»man darff nüt zefrägen ; wann er wils nüt thuon, wenn mann
im n&t Magis gipt, sin willen an im zebegän.« »Ir beren,< 5
sagt Jlengnold, >daz ist mir leyd, daz Karly so ein hert hertz
hat. Ich sag üch für war, daz im Magis nüt wyrt.c Nach
disser red giengend sy gen essen. Do sy gessen hattend,
giengend sy gen schiäffen. Rengnold sprach zno Magis : »Vetter,
ich bit dich, daz du hinnacht wol wachen lassest ; wann wir 10
dörffend sinn woI.< »Vetter ,€ sagt Magis, »hab kein sorg;
wann daz schlofi muo£ wol bewart werden mit der hilf gottes.«
Wie Magis Karly uff Bayard gen Muntabaut fuort
und inn ßengnolden übergab und darnach hinweg
schied , darumm daz er Bengnolden nüt vor dem u
fryden sin wot, und wie Rengnold Karly und sine
fursten wider ledig hinweg rytten ließ.
Do die heren nyder wärend, do kam Magis inn Keng-
nolden stal und satlet Bayard und saß duruf. Und ruoft dem
portner und sprach zuo im: »Thuo mir daz thär uf, wann 20
ich will ein wenig hinnuß. Und wart minnen, wann ich will
Dut lang belibeu.« Er kämm inn Karly zält und brucht sin
kunst und entschlefft alle die, so inn der zält wärend, und
kam zuo Karlys bet und nam inn und satzt inn uff Bayard
und fuort inn gen Muntabant. Und truog iun inn sin kammer 26
und leyt inn an sin bet. Darnach zunt er ein torschen an
und stalt inn an daz bet zenechst an sin höpt. Darnach gieng
er inn Rengnolden kammer und sprach zuo im: »Vetter, waz
wettestu eimm geben, der dir Karly inn dine hend geb?«
>By miner truw,« seyt Rengnold, »ich hab nüt, daz ich nüt so
gebe, daz ich inn hierinn hette.« »Vetter, wilt du mir ver-
heyssen, daz du im nüt thuon wellest nach lyden, daz im von
ander lütten etwaz bescheche, so will ich inn dir über gebefi.«
»Ich verheisses dir,€ sprach Rengnold. »Nunn, so kumm
mit mir!« sagt Magis. Und fuort inn inn sin kammer und 35
204
«eigt im Karly iun sinem bet Hgend und Bprach : »Vetter,
hie hastu Karly. Nun luog, daz er dir nÖt enttruane.« Do
Magis Karly Rengnolden über geben hat, do gieng er »uo
Bayard und nanim strow und reyb im sin [bU 248] ruggen
ft und kopff damit; darnach knßt er iim und nam urlob von
im mit weinenden ougen» Darnach namm er ein bruodorrock
und ein pilgrystab und kam zumm portner und gab im sine
kleyder, so er vor treyt hat, und gieng also von Muntabant
on urlob. Und gieng sovast, daz er über Dordonna kam inn
10 ein vast dicken wald ; darinn gieng er nutz zuo mitteni tag.
Und gsach ängferd ein felssen , ob dem gsaeh er ein altz
bruoderhä&ly. Er kam dahinn und vand daz end vast liistpar und
im vast gfellig, wann darvor wtia ein schönner bruiinen. Er
gieog darinn und knüwet nyder und bat got, daz er im gnedig
iB were umra all sine sünd. Und als er sin gebet thet, do kämm
inn der an dächt so gros an, daz er lopt, er wett an dem end
beliben und got diennen und nüt anders essen dann wild krut
und wurtzen. Und bat got, daz Rengnold und sine bruodern
fryd mit Karly möchtend überkommen; so wett er nun für
to hio sine sönd bllessen, so er begangen het inn der zyt, do er
eines vatters tod hat welleo rächen , des hertzog Beffes von
Agremuntz, den Ganuellon in dem suossonischen wald mit
verrettery ertödt hat, Nunn wend wir wider von Karly und
Rengnolden sagen. Do Magis Karly Rengnolden über geben
85 hat und hinweg was gangen , als ir gehört band, do beruoft
Rengnold sine bruodern und sprach zuo innen: »Lieben bruo-
dern, sagend mir, wie wir uns mit Karly halten wellend. Ir
wuÄsend, daz er uns nunn ein lange zyt übel gesehediget hat
onn einlebe ursach. Darumm dunckt mich, wir sollend uns
so an im rächen, diewil wir inn inn unsern henden band.«
vBruoder,« sagt Richart, »wiltu mir volgen^ so last du inn
an hals erhäncken; wann nach sinem tod wyrt kein mentsch
sin, den wir fürchten dörffend** Do Rengnold sines bruoders
rätt erhört, do hanckt er sin hopt und fieng an gedencken^
SS w&z er thuon sot. Do daz Richart gsach, sprach er zuo im;
>Waz denckst du, lieber bruoder? Hab kein sorg, wer daz
«
4
10 nÜQ ha«
205
ampt Terbriuge: ich wils thuon and von stund an, wilt du
mir ian übergeben*« Nach dysser red huob Rengnold sin
hopt uf und sprach : > Lieben bruodern, ir wüssend, daz Karly
QBser rechter her ist. Zumm andren gsächend ir, wie Ruol-
limd, Anse^, Türpin nnd Astolf hie sind, unsern fryden ze- 5
maeheo; ej erkennend wal, daz Karly unrecht hat. Und
wenn wir inu ertodtind, es sig rechtlich oder nnrechfclich, m
wxurd uns mengkl icher uberlouffen, und krieg wurd uns niemmer
mer feilen.« Do Rengnold dyß geredt hat, do sprach Ällard ;
»Du redtst recht Aber du gsichst wol, daz wir nüt fryd «
mii im gehaben mögend. Mich dimekt, wir sollend inn nach
ein mal von im forschen, und will er inn uns nüt geben, so
länd uns inn behalten, das er uns ndt mer bekriege.c >BröO-
der,« sagt Guchart, >dii redtst recht; aber daz hertz sagt
mir, er werdyß niit thnon* Doch länd unsern bruoder Reng- «1
noIden machen nach sinem willen, und alles, daz er will, werd
gethän und gehalten. € »By niiner tröw,« sagt Alard, »Guchart
redt recht. c Do sy sich ver rein t hattend zethuon nach Reng-
nolden willen, do liessend sy den keyser schiäffen und giengend
inn RnoUanden kamnier. Und Rengnold sprach zuo im ; m
♦ Vetter Ruolland, stand uf, ich bit dich, und weck die andren
' heren öch uf; wann ich will üch etwaz sagen.« Do Ruolland
R^ngnolden zuo der stund gsach, do verwundert er sich und wackt
sine gsellen uf. Da sy uf wärend, sprach Rengnold zuo innen;
>lr, mine heren, ir sond wössen , daz ich ein gfangnen hab, «»
durch den ich zuo fryden kommen mag: daz ist Karly, din
Vetter,« Do Ruolland daz erhört, do erschrack er vast übel
nnd sprach: »Rengnold, nunn verwundern ich mich, wie daz
xno gangen sig; wann er ward nie so müed, daz mann inn
gfangen hab. Sagß uns , wie daz zuo gangen sig , bit ich ao
dich.-i »Du solt wössen,« sagt Reut^nold, »daz Magis hinnacht
gewerchet hat (nilt weyß ich wie), daz er inn harinn brächt
hat, und hat inn an ein schon bet geleydt inn siner kamnier ;
ää schläft er.« Der meren erschräckend Ruolland und sine
.gsellen übel. »Ir heren,« sagt Anses, »wie mag daz zuo s» '
[gangen sinnt <^^ i^° Magis gfangen hab? Ir wüssend, daz
ler sich tag und nacht verhüetten läßt gar woL« »Ir heren,«
tsagt Gergis, »got thuotz altes von Rengnolden wegen, wann
206
der krieg hat zelang geweret. Der wirfc nun end nemmen,
des got gelopt aig; wann es ist dardurch menger guotter
rjtter umkommen.« Damit fuort sy Rengnold inn die kaniroer,
darinn Karly schlief, so hertt, daz sy itin iiüt erwecken niochtend;
ft des die heren erat erschräckend, Rtiolland sprach: »Reng-
nold , wo ist Magia? Ich bit dich, daz du inn bar heyssest
kommen, daz er minn vettern erwecke; so wend wir all für
inn nyder kuüwen und inn umm gnad bytten. Ich bit dicb^
Rengnold, umm gotz willen, daz du nüt dester stöltzer sigest
i(» mit im mit reden, dammm daz du inn inn dinem gwali hast,c
»By miner trüw , RuoUand^c eagt Rengnold» »ich wett ee
sterben, ee ich ein untzüchtigs wart mit im reden weit,
sunders ich und mine bruodern wend uns im übergeben, unsere
leben vor behalten, damit wir fryd mit im habend. Ich will
»6 gen Magis suochen*« Und gieng damit und suocbt in , aber
er fand inn nät ; des er ser betriiept ward. Do der partner
vernam, daz Rengnold Magis suocht» do sagt er zuo im: ^Her,
ir suochend inn umm aust, wann er ist hin weg. t tWie,c sagt
Rengnold, »weist du es wol?« >Jä, her. Ich h ab im hinacht
so daz tbär möessen uff tbuon, und reyt hin uß uff üwerni pfert
und beleyb unlang, do brächt er mit im ein langen grossen
: mann. Dnlang darnach kam er inn bössen kleydern und hieß
mich im daz thär wider uf thuon und gieng hinweg. Und
hab inn aythert nut nier gsiichen.« Do inn Rengnold erhört,
3A do wüßt er nüt, waz er sagen sott ; wann er erkant wol, daz
er hinweg was, darumm daz er nüt mer inn Karlys Ungnaden
sin wot. Et gieng [bl. 249] wyder zuo den beren und ertzalt
innen, wie Magis hinweg was; darumm es wenig fält, daz er
nüt die atnn verlor, desglichen och sine bruodern. Richart
so sagt: »Ach, lieber vetter Magis, wie wend wir nun fürhin
tbuon, so wir dich verloren hand ? Wir mögend wol sagen,
wir aigend überwunden; wann du bist unser erlösser, ent-
Hchütter, hoffnung, zeflucht, schirmm und unser füerer gsin.
Es ist unlaug, daz ich ein achantUchen tod entpfangen het,
8& wenn du nüt gsin werest. Ach, alle ungnad, so Karly gegen
dir hat, ist von unsertwegen.« Und beyla damit die zenn uff
ein andren von grossem zornn und zog sin Schwert u§ und
wot Karly ertödt haben. Aber Rengnold zog inn hindersich,
207
und Anses sprach zuo im: »Richart, daz wer schantlich, daz
du ein acbläffenden mentschen ertodtesb. Wann istz gotz
will, so wend wir guot frjd machen^ ee wir vou hineu scheydend.c
Anses und Gergis sagtend Richart sovyl, daz er innen ver-
hiefi, er wett Karlj nüt thnon; doch lies er nüfc von sinnem &
lejd, darntnni daz er sin yetier Magis verloren hat* Ilichart
bat nüt nnreeht, daz er greis leyd nmm inn fiiort; wann sy
bettend sinnen vast wol dorffen , als ir hören werdend, Do
der berizog Anses daz groß leyd gsacli, so sine vettern nmm
Alagis fuortendf da sagt er zuo innen: »By got, lieben vettern, so
ir band unrecht, daz ir so groß leyd füerend. Ich gaach nie
DÜI nait leydfüeren gwünnen. Darumm bit ich üeh, daz ir
uch gestillend , und land uns vom friden reden, damit der
krieg abgestelt werde, der so lange zyt gewprt hat,'^ >By
got,« sagt RnoUand, >ir thnond liederlich ; darzao wir niüessend i&
erstlich gnad von im haben, ee wir im von fryd sagend- Wann
ich bab mich darnmni ergeben, damit der fryd gemacht wurd.«
»Vetter,! sagt Anses, »du retst recht» Wie wend wir aber
mit im reden , diewil wir inn nut erwecken mögend ?« Inn
deiD als die herren mit ein andren redtend, stuond er uf und so
gsach nmm sieb und erscbrack übel, do er gsach, daz er zuo
Uantabant was inn Rengnolden gwalt. Do ward er vast
lornig und fuort semiich leyd, daz alle die, so da wärend,
rermeinttend, er wett unsinig werden. Und schwiior, diewyl
er zuo Montabant were, wett er nüt frid mit innen mBchen, ^5
und Qütz daz er Magis liet, mit im zethnon nach sinnem willen,
Do Riebart Karly verstiiond, sprach er zoo im: >Her, wie
dorffend ir semlichs reden, imd gsiichend, daz ir gfangen sind,
aod tröwend uns dennecht. Ich sag ücb zuo, het ich nüt
irerbeyssen ücb nüt zethuon , so wett ich ücb yetz den kopff so
abschlachen.« »Schwig, du thor,* sagt Rengnold, >läi inn
01D willen sagen! Und länd uns inn umm gnad bitten, daz er
uns vertziche. Wann der krieg hat zelang gweret. Verflüecht
»ige der, der inn angfangen hat; wann es sind vyl übel daruiä
entsprungen. € Also geatillet er sinne bruodern und sagt wytter w
£uo innen: >Ir, mine bruodern, ich bit ücb, daz ir mit mir
kommend gnad begeren von unserm natürlichen beren.« *Reng-
Dold,« sagt Ällard, »wir wend thuon, waz du wilt.« »By
208
miner triiw,« sagt Anses, *ir herren, ir thuond wyßlich; uch
Wirt nuk dann guotz daruß entspringen.« Also kämmend
Rengnold und sine bruodero für Karly und knöwtend ßr inn
nyder, desglichen och Rnolknd, Gergis, Türpinn, Anses und
Astolf. und Rengnold sprach: >Gnediger her keyser, sind
UD8 nmm gotz willen gnedig! Wann ich und mine bruodern
ergebend uns üch , unsere laben vor behalten, und wend üch
ghorsamni Hin mit all unserm vermögen. Ach, gnediger her,
band um in gotz willen erbermd über uns durch die erbermd,
10 m got mit Maria Magdalenna hat, do sj im die ftiefi wuosch
im büß Simonis! Und wend ir mir nüt vertzichen, so ver-
tzichend doch m innen bruodern ; so will ich liber mer züchen,
da will ich inn unsers herren terapell dienneiL« Do Karly
Rengnolden verstuond, do zuntt er uf von zomn und sprach :
IG »Ich wils nüt thnon, wenn ich nÜt Magis hab, min willen an
im ze verbringen.« »Ach,* sagt Reugnold, »nunn hab ich ge*
hört, des ich wol vertzwiflen mocht; wann ich wett mich ee
lassen häücken, ee ich inn raines vettern tod verwilgeo wett:
er hat es uiit umm uns verdienet.« »Rengnold,« sagt Karly,
so >gedeuck darnnim nüt, daz ich din gfangner bin, daz ich
thüeg, waz du wellest.« »Her,« sagt Rengoold, ^es ist mir
lieber, ir habend unnrecht dann wir. Wie könd ich uch Magis ■
geben, der ist all unser laben, hoffnung, zeflucht uud trost?
Darnmm, her, bit ich üch, daz ir wellend abstän; wann er
ft& wirt üch nüt. Darzuo weyü ich nüt, wo er ist.« tO,« sagt
Karly, »got verflüech inni Wann er ist hie innen,« »Neino,
her, on feien,« sagt Rengnold und kart sich damit gegen den
andren herreu und sagt: »Ir he reu , ich bit üch umm gotz
willen, daz ir nnsern heren den keyser bättind , daz er uns ■
'10 gnedig sig und vertriebe, « Do der hertzog Anses Rengnolden
verstuond, sprach er zoo Karly: »Her, ir wüssend , daz ich
Rengnolden bürg bin, desglichen öch die andren» Mich dnuckt,
wir sigend unser ptirgachaft ledig. Mich dunckt, her, ir sollend
Rengoolden zuosagung aiinemen , daz nüt nach grössere übel
liö daruß entspringend; wann all tiwer volck ist des kriegs raüed.«
Do die heren Anses red horttend, do sagtend sy all einmundig:
»Her, volgeud An^ses rätt; wann thuond irß nüfc, so wirt e«
üch gerüweu.« Do Karly sine fürsten erhortj do ward er vast ,
sog
xoraig ; wann im was sin hertz so gar erhertiet, daz er kein
räU haben woit. Und «chwuor by got, er wetz nüfc thuoD.
Do Rengoold daz erhört, do ward er gar scbalckhaflig und
räch: ilr all min heren , ich will, daz der keyser minn
llen wü6. Syt daz ich kein gnad by im finden mag , so &
t ich üch, daz ir mich nüt schälten wellend nunn für hinn,
ich min recht fürdere; wann ich wils fürdern inn allen
Iten, wie ein frommer rytter thiion ßolL Und ir, her,
i5geod wol hinweg rytten , wenn ir wend; wann ich will
Ich kein Unzucht bewyssen , darnmm daz ir min rechter her lo
«nd. üud wenß gotz will sig, so werd der frid gmacht.*
i 250] Die forsten verwunderttend sich ab ßengnolden grosse
ütigkejt. »Ach got,€ sagt Anses, i»hastu ßengnolden miltig-
yt gfiäeben ?< Do Richart sin bruoder verstanden hat, sprach
Euo im: »Bruoder, waz wit thuon? Du gsicbst, daz er so i*
iffertig ist, das er nüt thuon will, so im sin rätt seyt, sunders
irowt uns ye länger ye mer. Lä.st inn wider gän, so sieliern
ich dich, daz er uns gröfilichen schedigen wirt. Ich weyß,
wenn er uns hett, wie wir inn hand, daz er uns schau tlichen
öden ließ. Darumm thuost du ein torheyt, daz du iuii ali^o to
inweg wyt lassen. Wenn du wettest, so möchtest du unseru
frideo yetz wol machen; aber mich dunckt, du suochest nut
^nn din tod. Ich bitten got, wenn du inn also hinweg lassest
du eines hössen todes ersterbest.«^ Do Rengnold sin bruoder
bort reden^ do ward er übel ertzürnt und sprach zuo im: ^^
wTg, du bösser buob; wann er muos dir zeleyd hinweg.
ml wenn got will, so werd der fryd gmacht*^ Darnach ruoft
!Dgnold siner edelluten einnem und sprach zuo im: /'Gänd
sehnell zuo mimm stalmeyster und sagend im, daz er mir
I^jtyard bringe on vertzug; wann min her nmoß daruff inn ao
in läger rytteu.* Do Richart daz erhört, do gieng er hiu-
(reg, Eornig wie ein low. Diewil kam der edelmau mit Bayard.
Dad Rengnold namm inn bimm zügel und sprach zuo Karly :
»Her, nunn mögend ir uf sitzen, wenn ir wend.« Do Karly
daz erhört, do saß er ufF Bayard und reyt hinweg on ver- 35
tzug, Rengnold gab im daz gleyt untz an daz thär. Do die
Frantzossen irnn herren gsächend kommen , do wurdend sy
rast fro. Und entpfiengend inn vast erlich und fragtend inn,
Bcimonakliidler. 14
VfCU
Lgöd€
4
wie es im ergangen wer, oh er fryd zuo j^esaj^t het. >Ir
herreDi« sagt er, »es gät mir wol, got hab danck! Ich hab
den fryden nüt gmacbt und will inn mit macheo , diewii ich
laben, wenn ich den verretter Magia nüt hab, min willen an
b im sevcr bringen. c >Her,< sagtend eÜich siner föraten, >wi«fl
sind ir darvon komraen?* »Wärlich,<t sagt Karly, »Keiignold
hat mich hinweg gl äjiseo wider siner bmodern willen.« »Her,c^
sagtend sy, »hand ir Riiollanden nnd die andren Fürsten niltf
gesächen ?< J-Jä, ich hab; sy hand mich all uff geben Ton
10 Rengnolden wegen. Aber mag ich sy beträtten, so will ich
innen den Ion geben.« Und saß damit ab Bayard nnd scluckt
inn Rengnolden wider. Do Rengnold Bayard wider gsach, do
ruoft er RuoUandeu und den andren nnd sprach: >Ir heren,
ich erkenn wol , daz ir Karlys ungnad behollet hand von
15 mtnetwegeo, da^ mir leyd ist; darumm sag ich üch ledig aller
ansprächen, so ich zuo üch haben raöcht: ryttend hinweg, wenn
ir wend!« Do Anses Ueiigoolden verstnood, do daucket er im
tVüntlicheu und sprach: »Her Raolland, Und uns Karly nach
ryiten, diewils Rengnolden gfalt« »Anses,« sagt Ruolland,
20 »wottend wir Ren;jnolden Terlässen, den niinn vetter unrecht-
lich bekriegt?« tRuoUand,« sa«xt Anses, »ich rütteu, wir ryttend
Äunjni keyser inn fragen , wie inn Rengnold hab ledig ge-
lassen. Dann sagend wir im vom fryden, so thuot erü nut;
aber wenn er an Rengnolden grosse frun tschaft gedencken
flft Wirt, so wirt sich sin heriz mildterni und mag nüt gsinn^ das
er im nüt gnad bewysse, and wirt erkennen, das er unn recht
hat undeiuzehert hertz hat.« *\V^riich,* sagt üergis, »Anses
redt vast wißlich.« Damit forschettend sy ire pfert. Und
do sy gerüst wärend uff besitzen, do kämm Rengnolden gmachel,
ao die sprach zuo innen: >ir herren^ ich bit üch durch den
nammen gottes, daz ir niina heren und siner bruodern fryd
milchen wellend gegen Karly. Ir wüssend, daz er sy on ur-
sach bekriegt, Ir hand gsachen die groß frön tschaft, so irn
min her ertzeigt hat; dann wer er nüt gain, so het inn Riebart
aö ertudt« iProw,« sagt Anses, »hand kein sorg; wann istz
gotz will, so muoß der frid gmacht werden vor dry tagen.«
Damit sassend sy uff ire pfert Rengnold und sine bruodern
gäbend innen daz gleyt untz zumm thar; da sprach Rengnold
211
zao innen: »Ir, mine heren, ich befilch üch got und bit üch,
daz ir minen inngedenck sigend.c Sj sagtend all, sj wettend
iren mfiglichen flyß an keren. Und nammend damit urlob
Yon im and befalchend inn got nnd ryttend damit inn Karlys
lager. &
Wie der keyser Karly Muntabant stürmmen ließ,
und wie er den sturmm verlor, und wie er so lang
darvor lag, das der mererteyl volcks darinn himger
starb.
Do der keyser sine Fürsten gsach kommen , do zeigt er lo
dy sinnen fursten. >By got,€ sagt Gedellon, »wir band Ruol-
landen wider nnd sine gsellen.« >Jä,c sagt der keyser, »daz
^ got verflüech U Diewil kämmend sy für Karly und knüwtend
für inn nyder, und der bertzog Anses sprach zuo im: »Her
keyser, wir kommend üch umm gnad hatten und daz ir uns»
▼ertzichen wellend ; dann syt daz wir gsachend , daz üch der
ffyd nftt angenemm ist, band wir die sün Ammon yerlässen,
und müessend yon uns kein hilf mer haben. c »Ir herren,«
sprach Karly, »ich vergib t5ch allen, so fer daz ir mir [bl. 251]
liälffend Muntabant stürniuien tag und nacht so lang, untz 20
daz ingenommen werd.« »Her,« sagt Anses, »gern; aber
^enß uns mißrät wie vormallen, so sagen ich üch, daz es üch
zuo grossem schaden kommen wyrt. By miner trüw, der fryd
were vyl besser dann der krieg, nach minem beduncken.« Do
<lie fursten Anses red verstuondend , do sagtend sy all mit 20
lutter stimm : »Her keyser, umm gotz willen thuond daz, so
"ch Anses rätt; wann er gipt üch guotten rät.« Do Karly
smer forsten geschrey erhört, do kam er zuo Anses, der
knuwet vor im, und huob inn uf, desglichen och die andren,
^ud sprach zuo innen: »Ir, mine heren, ir wüssend, daz ich so
uch vertzigen hab mit guottem willen. Aber ich will , daz
^f wüssend, wenn ir rainen fyenden hälffend, daz ich üch am
üb straffen will. Und sott ich min laben lang hie sinn , so
'uöessend sy von mir verstört werden.« Und sagt nach mallen,
«
1 üch*] ueh hs. 24 beducken hs.
14*
212
tr weil oäi tot Muntabaofc dannen züchen, er bette es daon
gwQBaen und sine fyend gfaugen ; dann so wett er 8j grussato-
Uiohtti siräffen und weit den verretter Magis yerbrännen
Ubioai« »Her,« sagt EuoUand , »ich sag üch für war, daz
Ma^is hinweg ist; wann er furcht üeh so übel, das er sich
YOr üeh nüt darf finden läasen.« -Ach got,<t sagt Karlj,
»wenn wirt er mir, daz ich min willen an im verbringe? Den
90 werdend die sün 4mon frjd haben. <c Und gab damit all
ainneti fürsten urlob untz moroeDdea. Moniendes stalten d sy
^If ir volck inn Ordnung für Karlis zälL Des er vast fro ward,
do er sy gsach, und sprach zuo innen: »Ir heren, ich hab
iVluntabant also belägret, dariimm ich nüt daryor dannen
tAi*hen will, nntz das icbs gwunnen hab, das nun Hchtlicb
Mkhuon ist; wann ich gloub, sj habend wenig spis mer j dar-
1» luo band sy den verretter Magis verloren, der was all ir hofif-
tiun>f. Parnrnm sag ich ücfa, das sy mit lang harren mögend* t
l>o die herron horttend, daz er Rengnolden sovaat tröwt, do
ym» keinner, dem es nut misfiel; wann der nierteil wärend
Kt*nguohlen hold nmm sin frumkeyt. Und der bertzog Änses
Mnpmcb: >Iler keyser, ir sagend, die zuo Muntabant habend
tiAt tteosen, und ir wellend nüt darvor dannen scheyden, untz
dii irs gwiitinen habend, und daz sig lychtlich zethuon: ich
ang lieh Kilo, wend ir so lang hie bliben, untz daz ir sy uß
gehüngernd , duz ir länger hie bliben werdend , dann ir ver-
I iiif»int«nd. [ler, ich bit üeh, volgend minem rätt! Erstlich
g?«»rht»ud au die früatschafb, so üeh Rengnold bewyssen hat;
dann wtT er nüt gsinn, all üwer richtmn hett üeh nüt mögen
«rhWHun uü Richart sines bruoders band. Gedenckend och
an die groli demliettigkeyt, so er üeh alwegen ertzeigt hat,
'lö insundcrhpyt do er üeh sin pfert gab daruff hinweg zeritten!
Her, wenn ir an alles gedenckend, so findend ir, daz üeh kein
mentsch nie so ein grosse früntschaft gethän hat, als üeh
Kengnoid bewyssen hat. Darzuo sind sy so raanlich ritter,
als mengklicber weyldt. Ich sagen ücb zuo, her, daz sy üeh
na s<)llichen schaden zuo füegen werdend, ee ir Muntabant er-
robenid, daz ir lange darnach trnrrig werdend sin. Her,
«
m hft.
213
ichend an, wie wir üwer f^ält ußnutzlich verthuoiirl ! Es were
üch erlicher, ir verthettend daz ob den heyden dann ob den
8iln Amon. Wann die heyden sind yetz inn ruowen und
füerend gros froud von wegen dyß kriegs ; bj band och rächt.
Ach, es sind sovyl manlieher ryttern ummkommen, daz es a
fiefa erbarmmen sött.t Karly erschraok vast übel ab dysser
red, und im rerrändert sich sin geblüeit, und ward bleich
wie ein wyß thuoch. Und sprach zno im ino grosser schaick-
heyt: »Her Anses, by der trüw, die ich got schuldig bino,
ist neyiwar mer so frisch^ der mir sag von fryd machen, den lo
i?ill ich niemmer mer lieb haben and will inu an sinem Hb
str&ffen. Wann ich will sy haben, geb waz mich koste, oder
ich will niemmer mer vonn hinnen scheiden,^ Do die heren
Karly verstuondend, do erschräckend sy vast übel Und Gergis
sprach zuo im: »Her, het Rengnold Richarden machen lassen, 15
ßo wurdend ir innen yetz not tröwen*« Do Karly Gergis ver-
stiiond, sprach er zuo,sinem volck: ^Wolluf, ir heren! Ich
will, daz Muntabani gsttirmpt werde.« Do die Frantzossen
daz erhorttend, do stallend sy sich inn Ordnung und tmogend
leyttern, hämmer und bickel, die muren damit zebnichen, Do 1
ay Karly wol gerust gsach, do gebot er innen, daz schlos ze-
stürmmen. Do Rengnold sine fyend gsach kommen, do ruoft
er Alarden und sprach zuo im: »iMin bruoder, nim Bondy,
min hornn, uod bläß, das sich unser volck wapne; wann die
Frantzoflsen kommend uns augritfen.« Alard namm daz hornn 25
und bließ es drä mal. Do die kriegslüt daz erhortend, do
rastend sy sich von stund an und staltend sich zuo wer uff
die mnren. Not desterminder kämmend die Frantzossen mn
die graben und staltend ir leyttern an die muren. Aber die
im schloß wurffend sovyl steinnen uff die fyend , daz sy die 30
dbel sehedigettend, also daz iren vyl tod im graben belibend.
Rengnold und sine bruodern begiengend so groß nmnbeytten,
daz keinner ir streich ertzugen mocht, also daz sy die uff den
leyttern in graben faltend, all tod oder wund. Do Karly dfiz
ersach, do ward er vast zornig. Und erkant wol, daz er Mun- u
iabant not mit gwalt gwOnnen mocht; darumm er daz ab-
1 wir] 9. aom. 31 übel Im,
214
ziechen blässen ließ , des die Fnintzossen vast fro wareiid»
Aber Karly ließ ein senilicb pfand im graben, des er Ungi
zyt df^rnach leydig was. Und ßchwuor hy gott, er weit Dill
darvor dainien zuchen, imtz daz er liengnoldeu inn Muntabun
hungers todte. Und gebot, duz an yetlicbs thär zuo Munta-
bant zwey tussend rilter g^l^y^ wurdend, daz sy verhuottend,
daz nieüiinand hinnuß kemrne, er wurd gfangen oder ertödt,
Do Rengnold daz ersauh , do knilwet er nyder uft" sine kfluw t
nnd buob die hend gegeo [bl. 252] himel und sprach: >Ach,fl
i
I
>o himelacher got und vatter, ich bit dich, daz du uns hiilffen
wellest umui fryd mit Karly , und bewar uns vor dem tod!*
Do Eichart Uengnolden bit erhorb, do sprach er äuo im:
»Hruoder, bettest mir gevolget, so werind wir yetx iun fryden;
wann Karly wer vast fro gsinn daz zethuon, daz er sinn laben
)ö hett mügen fristen. Du weyst, daz inn uns unser vetter Magia
durch keinner andren meinuniig wegen uberantwurt hat, dann
allein, das wir zuo friden kemmend; aber du hast es näi
wellen thuon. Ich furcht, es werd uns übel erschiessen, « Ir
sond wässen, daz Karly so lang vor Muntabant lag, das die,
10 so darinn wärend, grossen mangel an spis hattend» Und kämm
darzuo, daz sy keinn spis ilberkonimon niochtend weder unim
gold nach umm galt Dardurcli dem voick ämniächtig ward
uft' den gassen zuo Muiitabant; wann der hunger was so groß,
das ein bruoder die spis vor dem andren verbarg, der vatter
9« dem kind nnd der snn der mootter, Daz arm vokk starb
jilnnner liehen uff den gassen, dardurch zuo Muntahant so ein
hüaaer gscliraack was von den todten, so allenthalben lägend,
dax iiitnnmen beliben mocht. Do ßengnold daz ersach, do
fuort er gro(3 leyd. Und liefi ein gruoh machen, dar inn lieü
10 er die todieii leggen. Do Kichart daz gros janimer ersach
und sin bruoder Rengnold in so grosser betrüeptnus gsach,
do niocbt er nüt schwigen, daz er nüt zuo im sagte: »By got,
bruoder, nunn gät es uns Äbler dann ye. Es were yetz guot,
du hattest mir gevolget; dann bettest mich Karly toden lassen,
SA so werend wir nüt inn dysser arbentselligkeyt, din volek wer
och nüt hungers gstorben, Acb^ warumm klag ich ander
lüt? Ich sott mich selbs klagen, diewyl ich och sterben und
inn dyß loch gelegt werden mnoß , als der minst uuder uns.
i
S15
O Magis, lieber vetter, wo bist yetz? Du verlast uns inii
odfcteii. Werest by uns, ao sorgtend wir niit liunger zesterben,
wir enUesseud üch Karly nät, du wurdest ues giiuog spis
geben, Nunn müesseiid wir yetz hiinger sterben. Wann
Karly hasset ans vester dann die heyden ; darumtn wir nüt &
hoffen könnend, daz er erbermd über uns hab. Er ist der
grussamniisch küuig uff ertrich.« Karly veruamm von etlichen
lütten den grossen hunger, so zuo Muntabant was; des er vaat
fro waa. Und beraoft sine fürsten und sprach zuo innen: »Ir
heren, nnnn mögend mir die sQn Amnion not enttrünnen, dax lo
By nüt inn kiirtzem erhänckfc werdend , und der boübaö'tig
iBicbart gescbleickt an einem rofischwantz. Innen wirfc ir
[itercke wenig hälffen; wann (got hab danck!) ich hab Mun-
ibant 60 übel geschediget, daz sy mit nier zessen band, Sy
lerdend mir yetz wyder iren willen, wann der merteyl irsw
^oleks ist hungers gstorben, und sterbend teglichen. Ich ver-
büt och ücb allen, da/, mir keiner darvonn sage, das ich nüt
ttinn willen an innen verbringe.« Do die fürsten Karly also
bortend reden, do wärend sy übel zefriden und hancktend ire
höpter gegen der erden, daz sy nüt ein wort redtend, uß forclit, ao
ij überkemmend des keysers ungnad. Ir sond wüssen, das
der bertzog Amroon sine eigny kind bekrieget inn deren zyt,
lls ly Karly dnrrechiet; wann er hat es imm raüessen ver-
heyssen, als ir ghört band. Und do er die tröwung hört, so
Karly sinnen siinnen thet, do ward er vast zornig, wie wol u
sy ▼erschworen hat; wann er erkant wol, daz sy den tod
* lyden muoßtend. Aber wie wol er krieg wyder sy fuort, den-
Becht wärend sy im lieb; wann die natur mag nüt liegen,
Darumm er so groß leyd ab der tröwung hat, das es wenig
.Mt, er were tod nyder gfallen. Und sagt zuo Karly: »Her »o
keyser, ich bit üch, daz ir mine sün mit recht füerend. Hab
ich sy verschworen, nüt destermioder sind sy von minem ge-
blüet erboren.« »Schwigend,« sagt Karly, »wann ich will,
daz imm also beschech, Rengnold ertodt minn vetter Berch-
U)lden, den ich so lieb hat.« Und kart sich damit umni und 35
gsach die fürsten mit ein andren reden ; darumm er zuo innen
iftgt: »Ir herren, läod von üwerm schwätzen; wann ich will
keins mentschen willen Wanderwegen iä38en, daz ich nüt
216
miim willeu verbrioge« Ir wiissend, da% es drii jar sind, do
wir dis scblos belegret band, und band nie kein aturmni ge-
thän, daz wir nut unsere volcks vil verloren li abend. Darumra
gebüt ich allen, daz yefclicher geschofi machen lasse, damit
6 man daz scblos feilen mög. Und du, niinn vetter Ruolland,
wirst der geschoß siben nmchen lassen , Ollifier secbs, Anses
fier, ber Türpinn och fier , und ir, hertzog Aramon, werdend
och drü machen lassen. «^ »Wie könd ich daz thuon , her?«
sagt Amnion, »ir wüsaend, daz sy mine sün sind, und wenn
la ich sy gsecli sterben, so wurd ich unsinnig.« Der red ward
Karly vast zornig und sprach: >By dem got, der mich ge-
schaifen hat, ist nej&war, der das widerred, so ich gsagt hab,
so will ich im den kopff ab ho wen mit dyssem ach wert.«
^Her^'^ sagt Änses, »ertzürnnend üch nüt! Wann alles daz,
16 80 ir gsagt band, muoß beschechen.« Do die fürsten des
keyeers gebot horttend, do lieasend sy die geachofi zuo rösten.
Und do sy gemacht wärend, do aeyttend sy es dem keyser.
Daz warend gescliot^, damit man ein grosse zall steinnen scboß.
Von stund an wurdend sy grust, und schoß man 80?il inii
ao duz schloß, daz es inn kurtzera ilbel gschediget ward; dar-
durch grotd gschrey darinn was von frowen , die verbürgend
sich under daz ert trieb von forcht der steinnen. Daz jaramer
lyttend sy, untz daz sy gar nüt mer zessen hattend ; dardurch
so grossen hunger imm schlolä was, daz man mit wulät, wo
«6 hinn mann die todtnen hin thuon sot; wann die gruob [bL 253]
was glich voll. Ach, wer die jungen rytter gsäcben bett!
Die giengend an stäcken inn Muutabant u mm bar, so schwach
wärend sy worden vonn hungera wegen. Daz nnun ein groß
erbermd waa; dann ee sy belägret wärend, wärend sy so
so mechtig und fräch, daz sy niemmend überwinden mocht. Aber
sy wärend so gar erschwachet, daz sy uff den gassen giengend
stürchlen und ässend wie die söwen* Do Rengnold daz grofi
jämer an sinem volck ersach, do fuort er vast grolj leyd,
darumm daz er nut darfür kond , und sprach: ^Ach got,
86 waz sol ich thuon? Nun gaich ich wol, daz mich minn atercky
nut nützt; wann ich muoß sterben. Wann ich weyß nüt, wo
ich apyö nemmen soL Acb, minn vetter Magis, warumm weist
du unser jämm er nüt?* Do frow Klarra gaacb, daz sich ir
217
pl so dbel gehuob, do sprach ay zuo im : »Min hör, ir
band unrecht, daz ir üch so übet gehabend , ir machend uns
tmiiiiii30ttig. Ir wfissend wol, daz nach luer dann hundert pfert
hin sind. Ich btt üch , daz ir eins toden liii^send , daz wir
lifisen habend und och üwere kind; wann sy haiid ion zweyen &
Ugeo niit gesseo, nach ich öch,« Und sj fiel damit inn äm-
raaeht nyder für irs gmachels füefi von hungers wegen. Reng-
nold huob sj of. Und do sy wider zerächt kamra, do sprach
gy weinnend: >Ach, ewiger got, wie sol ich betröepte thnon?
Wann daz hertz ist mir allerdingen öud, und feit wenig, daz lo
tch die sei nüt uif gib, so gar schwach binn ich von des
grossen faungers wegen. Ach ir, mine kind, wer het yemmer
I mer vermeint, daz ir hunger sterben söttend!« Do Hengnold
sin frow gsach sieh so übel gehaben, do fuort er grolä leyd.
Und gieng inn stal und ließ ein pfert toden und sieden* Aber ts
es weret nüt lang. Ir sond wüssen , daz alle die roß, so im
schloß wärend, eyß nach dem andren gessen ward nntz an
tiery, daz wärend Bayard und Rengnolden bruodern drü. Do
der manlich Rengnold gsach, daz er gar nut mer zessen hat;,
do sprach er zno sinnen bruodern: »Ir, mine bruodern, wie ao
wend wir thuon? Wir band nüt mer zessen dann unsere fier
pfert* Land ons eins toden, so hat unser volck zessen.« »By
niinem höpt,« sagt Ilichart, >daz muoß das minn nüt sinn,
Wyt essen, so laß dins töden ; wann minß muoß nüt gessen
werden. Und bist du inn jäiner , daz ist billicb; wann wir aa
sind durch din hoffart da hinn kommen, darumm daz du Karly
hinweg ließt rytten. Wann hettestn rair gfolget, dyßjämer
wer uns nüt begegnet.« Da was der klein Ammon, Reng-
nolden SUD, der sprach zno Richart: »Ach, minn vetter, die
ding, 60 man nüt mer gwänden mag, sol man vergessen zumm so
basten, so mann mag. Vast ungeschickt ist es, die vergangnen
ding ze anden. Volgend minera vatter; ir thuond unnrecht,
das ir inn also ertzürnnend. Und hat er an sinnera für-
nemmen gfelt, so hat erß wol büeßt. Und nach : ob üch schon
Karly lang geschediget hat, du?, wirt Ollicht gott ansuchendem
nnd üch inn kurtzer zyt hälffen. Und ich gloub gwüßlich,
4 hin = hie inne.
7 amtuacht bs.
218
er werde es thiion.« Orol.i erbermd hat Kichart utum sin
Vetter, do er tun m wylilich reden hört, und umfieng inn and
Spruch zuoKeiignoJd: 'Brooder, laß min roß toden, wenn du
wytt, so j Säet din völckly alles; wann min vetter Amnion hat
5 da% essen wol verdient umm den gnotten rätt, so er mir geben
hat FiäfHüden, wellichs du witt on Bajard ; wann der schad
were zegros; ich wett ee sterben, dann daz Bayard tödt wurde,«
AIho ward Richartz roü tödt nnd gessen, Do Kengnold gsach,
das£ sy nüt mer ziissen hattend, do wüßt er not, wie er wytter
i' thnon sott, Wan er was leydiger umm sin völckly dann
umm sich selbs nnd sprach: »Ach, wie soll ich thnon? Ich
bin gschlagen on streich. Wer es mir nüt weger, ich het
minem brnoder gfolget; wann ich were nüt inn dissem grossen
jämer. Nonn gsich ich yetz wol , daz mich Karly so lang
lä gejagt hat, nntz daz er mich inn sine garnn brächt hat, und
nüt enttrünnen mag. Ich sol mich ab üwer keinnem klagen;
wann ich hab die ruott selbs gmacht , mit deren ich jetz
gschlagen bin. Min rüweu istzespat.« Do liichart sin brnoder
verstuond , do hat er groß erberrad und sprach zno sinen
«<> bruüdern: >Ir, mine bruodern » waz wend wir tlmon ? Wir
müesseud uns ergeben, wann wir band kein knift mer.« >Waz
wit du thuon?« sagt Rengnold. »Wyt du dicli dem grus-
sauiuiisteu künig ergeben, der utf ertrich ist, der uns schant-
lichen erhäncken wnrd. Were erbermd inn im , so wett ich
S5 mich im gern ergeben; aber es ist kein erbermd" da, Darunmi
bin ich der meinnng, wir ergebend uns nüt, wir wend vor-
hinn mine kiud essen nnd darnach wir ein andren. Wend ir
Bayard essen, so bin ich sin wol zefryden, daz wir stetz fürtter
kommen mögend; wann ein tag orlaugerung ist vil wertt.«
ao Aber geb waz er seytte, so hat er denneeht daz gmtiet nut
Bayardeu zessen.« »Bruoder,-^ sagt Alard, >es gtalt uns woL«
Do ßengnold gsach, daz sy sin guot pfert töden wottend, do
hat er so groß leyd im hertzen, daz es wenig fält, daz er nüt
zno der erden fiel. Und sprach: Lieben brnodern , wend ir
8ö Bayard easen , der uns so vyl mallen verhüet hat vor dem
tod? Ich bit lieh, daz ir mich vor imm tijdind ; dann ich möcht
inn nüt gsaehen tödeu*<< Do inn die hertzoginn verstuond,
do wüßt sy nüt, waz sy thuon sott, und sprach zuo im ; lÄcb,
■
I
i
219
edler her, wie sond üwere kind thaon? Wend ir, daz sy hunger
sterbend von üwers pfertz wegen? Sy band inn dryen tagen
nüt gessen. Inn knrtzem werdend sy sterben, und ich öoh,
wann min hertz ist mir schier tod; darumm ir mich inn
kurtzem werdend gsacben sterben, han ich nüt hilf.« Do die 5
kind ir muotter also horttend reden, do sagtend sy zuo irem
yatter: »Her, gebend uns umm gotz willen Bayard ; wann er
wirt doch öcb hunger sterben. Es ist weger, er sterbe dann
wir.c Do Alard, Guchart und Richart ire vetter erhorttend,
do sprach Richart zuo Rengnold: »Ach, bruoder, 1yd umm 10
gotz willen nüt, daz dine kind, gmachel nach wir hunger
sterbend U Do Rengnold sin bruoder [bl. 254] erhört, do sprach
er zno innen: »Ir, mine bruodern, syt daz ir wend, daz Bayard
tödt werde, so tödtend inn.« Also giengend sy inn stal und
fandend Bayard, der ließ ein grossen sün£ftzen. Do Rengnold lo
daz ersach, do sagt er, er wett sich selbs töden, ee Bayard
tödt vmrde. Do sine sün daz erhortend, do giengend sy zuo
ir muotter weinnend.
Wie Rengnold inn sines vatters zält nachtz reyt
umm spis, der gab im, und wie er innen spis inn ao
daz schloß schoß, darumm im Karly urlob gab.
Do Rengnold gsach, das sine sün hinweg wärend, do gab
er Bayard ein wenig höw ; «darnach gieng er zuo sinnen bruodern.
l'Ud fand Allard , der hat sin sun Johans an der band und
Richart Ammon und Guchart die hertzoginn , und sagt zuo 25
innen: »Ach, ich bit üch, sind niuottig untz inn die nacht;
so verheyssen ich üch, daz ich uns umra spyß luogen will.«
»Bruoder,« sagt Allard, »wir raöessend wol, wir wellend oder
wellend nüt.« Do die nacht hie was, do sagt Rengnold:
> Lieben bruodern, ich will zuo unserra vatter, suchen , ob er 30
uns welle hunger sterben lassen.« »Bruoder,« sagt Alard,
»ich bit dich, thuos.« »Ja,« sagt Rengnold, >und bring ich
üch nützessen, so will ich üch Bayard übergeben.« Und ließ
[sich] damit vast wol wapneu und saß uflF Bayard und reyt heim-
lich hinuß. Und es begab sich, daz er sin vatter Aramon sg
vor siner zält alleinn fand, der spechet, ob er etwaz uü dem
220
schloü vernemmen möcht. Do Rengnold sin vatter gsach, do
sprBch er ziio im: »Wer bisku, daz du in dysser atnod alleinn
unimhar gast?« Do Araon Rengnolden erhört, do kaot er inn
wol und waa vast fro ; aber er thet nüt derglichen , simdera
fi sprach ziio im: /Und wer bistu, daz du inn disser stond uinra-
har rjtst?* Do Rengnold sinn vatter hört reden , do erkant
er inn wol und sprach zuo im: »Her, hand umm gotz willen
erbermd über uns! Wir wend all hunger sterben; wann min
volck ist schon als tod, und hand not raer zessen dann Bayard *,
10 den töd ich mit gern, wann er hat mir und minnen bniodern
zumm dickern mal daz laben bewart. Ach , vatter , wend ir
uns nüt gnedigsin, so sind es minnen kinden und ir muotter, ,
die sovii schniertzes von iretwegen hatt *Äch, lieber sun,c fl
sprach Ammon, »ich kan dir niennertmit gehälffen. Darnnira \
16 rytt hinweg ; wann du weyst, daz ich üch hab m Dessen ver-
Bchweren, darumra ich nüt meineyd kan werden. Ich bin öch
ser betrüept, daz ich ilch nüt hylf darf geben.« *Her,< sagt
Rengnold, *ir redend übel, sond ir nüfc zürnen. Wann ich
sag üch wärlich , gend ir uns nüt hilf, daz wir vor dryen
K» tagen hunger sterben werdend: wann inn dryeo tagen hat fl
unser keiner nüt gessen. Darumm ich nüt weyß , wie ich ™
thuon 8ol. Ach» ir sind unser vatter, darumm ir uns söttend
hilflich sinn. Ich weyß wol^ wenn uns Karly hat, daz er uns fl
wirt schanklich häncken lassen, daz nunn üch nüt erlich sin
16 wyrt, Darumm, min her und vatter, sind uns umm gotz
willen hilf lieh und belibend nüt also uß üwerra förnemen !
Ir wüssend öch wol, daz Karly größlichen unn recht hat, daz
er uns also durrechtet.« Do Amon sinn sun verstuond, do
hat er so groß erbermd, daz es wenig fält, daz er nüt zuo
soder erden fiel. Und sprach: »Minn sün, du hast war, daz fl
Karly groß unnrecht an üch bat. Und darumm so stand ab ™
und gang inn min zalt und nimm alles daz, so du wyt.c Do
Rengnold sin vatter verstuond, do saß er ab und knüwet für
inn nyder und daocket im früotlichen; darnach gieng er in
56 die zält und luod Bayard mit brot und fleisch , also [daz] er
raer truog, dann sust zechen roß. Do er Bayard wol mit
apis geladen hat, do namm er urlob vonn sinnem vatter und
kart wider gen Muntabant. Man darf nüt zefrägen, waz
221
_ loiten wilkommens er hat von sinnen bmodern, frow, kitider
und Tolck ; wanii do sy gsächetid , daz er soTyl spia brächt,
do fiellend sy alle von fröuden inn am macht, Do ay Reng-
Qold gaach, do meint er, sy werind hungers gstorben ; des er
groä leyd fuort. Und diewil er sin leyd fuort, kämmend sy »
alle wyder uß der ämacht^ des er ser erfrowt ward, und
gab innen zessen [ond] all sinnem volck, Do sy gessen hattendi
giengend sy gen ruowen an allein Rengnold, der hielt wacht.
Momendes ädsend sy die rast der spis, so sy nach hattend.
Do es wyder nacht ward, do hieß Amon , der siner sünnen lo
nüi Tergessen raocht , sinn häfmeyater kommen und sprach
zao im: >Ir wüssend, wie ich mine süu hab müessen yer-
scbweren , daz mich nun übel trnckt, das ichß gethän bab.
Zumm andren hab ich gbört sagen, mann erkenn inn nötten
sinnen fränd. Ir wössend, daz mine sün inn grosser armuot i&
sind* Und wie wol ich sy verschworen hab, so sol ich innen
dennecht not feilen. Wir band dru geschoß, die mich Karly
hat beyssen machen^ mine kind damit zeschedigen ; die hatid
wir sovast geschediget , als wir band mögen, Nim wirt es
[1>1. 255] müessen sin, daz wir innen bäiffiod, oder sy sind so
tod. Und ich will ücb sagen wie. Verscliatfend ^ daz ir inn
die geschoi brot legen lässend und wol gesaltzen fleysch und
frisch by der ville an stat der steinnen, und schiessendtz in
daz schloß. Dann ob ich sterben sott, will ich sy deunecht
Dtemtner verlassen , diewil ich etwaz hab* Es ist mir leyd, ^^
Adz ich innen sovyl zeleyd gethän hab; wann all wlilt söt
mich darumm schälten; man bet öcb recht.« >Her,< sagt
der häfmeyster, >ir redend recht; ir band sovil getbän, daz
üch mengklicher darumm verracbtet.« Also ließ der holF-
mdster die geachoß mit spys füllen und gebot dem gescboß- ^^
meyster, daz er sy inn Muntabant schusse. Ir sond wüssen,
das vyl lütten im läger den alten Ammon schultend, darumm
daz er gegen sinen sünnen schoß; wann sy meinttend , es
werind stein. Mornendes früe, do Rengnold uf was, do gieng
er im schloß umrahar ond fand die spis , so innen ir vatter »»
bin ino geschossen bat; des er rast fro ward. Und sprach:
>0 got, gesegnet sigest du! Nunn gsich ich wol, daz alle die,
o inn dich hoffend, nüt verlassen werdend.<' Und ruot't da-
222
mit sinnen bruodern und frowen und sprach äuo innen :
>GsäcIiend» lieben bruodern , wie unser vatter erbermd über
uns gehept bat!« Also liei er die spis satnlen und behalten,
und aasend nach lusfc. Sy dorfftend sinn och wol ; wann sy
& haltend so großen hunger , daz es ein grosse erbermd was. I
Tr vatter ließ sovyi spia inn Muntabant schiessen, daz sy dry
mänott gnuog zessen hattend. Nun vernanini Karly» wie der
alt Amnion sinen slionen spis geben het; des er vast zornig
ward. Und hieß Amon von stund an für inn kommen und
^0 sagt Äuo im : »Amon, wie band ir dörtfen so frisch und fräßen
8in, daz ir tinnnen tödlichen fyenden haud zessen geben? Ich
weyü alle ding wol, ir mögend üch nüt entschuldigen. Aber
by der triiw, die ich got schuldig binn, ich will mich rächen;
wann ir müessend den koptf verlieren vor nacht»« *Her,«
"«i sprach der hertzog Ammon, »ich will nüt loiignen. Aber ich
sag üch, und snttend fr mich töden und inn ein filr werflFen
lassen, daz ich mine sün nut verlassen wyl, diewil ich etwaz
hab. Her, mine siin sind weder dieben, mörder nach ver-
rekter, sunders sind fruuini rytter. Her, gedenckeod mine
2» aiin mit inn semlicher gstalt iimm zebringen; ir band dysse
tborheyt zelang getriben, ilch sott ben[legen.€ Do Karly Amona
red erhört, do ward er so zornig, daz imm sine ougen brunnend
wie brennende li echter, und falt wenig, er het Ammon gschlagen,
iJo daz der hertzog Anses ersach, do tratt er harfür und sagt:
^ »Her, schickend Amon heinim ; wann ir band inn zelang hie
ghept. Ir ujögend wol wiissen, daz er nafc 1yd en möcbt, das
sine siin unimkemmend, und darumm sond ir inn nut schälten
nach scblachen.« Do Karly Anses verstnond , do sprach er'
zuo im: »Anses, ilwer meinung gfatt mir woL« Utnl kart
90 sich damit umm gegen Ammon und sprach zuo im: ^Ryttend
hinweg! Wann ir haud mir mer Schadens zuo gfüegt dann
nutz.« »Her,€ sagt Amon, »ich will üwer gebot gern thuon.« |
Und saß damit uff sinn pfert und sagt zuo den zwölf fiirsten:
»Ir heren, ich bit üch, daz ir mine sün inn befelch habend;
3f' wann sy sind uwers geblüetz. Dnd hüet sich Karly vast wol !
Dann lu^t er mine sün töden, und sott ich ein Sarrassenner
34 uch hs.
223
werden und inn Affricku wannen min laben lang, so will ich
im den kopff ab schlachen.« Und reytt damit hinweg inn sinn
[Jaod, Tast leydig, darumm daz er aine sün inn so grossem
jänier gelassen hat. Do Karly gsach, das Amon hinweg was
und Muntabant ge^pi^t hat, do ward er vast zornig nnd sprach
zno sinnen forsten: *Ir herren, ich bütt öch, daz ir all unsere
gescboß wider brächen lassend; wann [ich hab] Muntabant
durch sy verloren.« Also liessend die fürsten die geacholi von
stund an zerbrächen, als innen der keyser gebotten hatt ; dar-
dorch Rengnold lang inn guottem fryden beleih.
10
Wie Rengnold und sin volck aß dem schloß kämmend
und gen Dordonna fuorend, und wie daz Karly ver-
namm . und wie er Montabant inn iiamm und dar-
1 nach gegen liordonoa zog.
Aber do sy lang inn riiowen wären d gsin, do fieng innen is
die spis mecbtig an zeschwinnen, de^ liengnold ser betrüept
wurd. Dnd thet sinn klag und sprach: »Ach gott, waz sol
ich tbnon? Ich bekenn, daz wir uns nüt iner enthalten mögend,
und Karly wirt unser kein gnad haben , daz er uns nüt all
schuntlichen tödeu lasse. Ach, vetter Ma^ia , wo bist tlu?ao
Were§tu by ans, so entzsessend wir uns nut und werend nüt
inn dyssem grossen Jammer. <t liin dem kaimn Allard dahar
(der was so schwach, daz er sich kumm enthalten mocht uff
sinnen füeaseu) und sagt zuo Rengnold: ^Bruoder, urani gotz
willen läi^ Bayard töden ! Wann wir mögend nut [bl. 256] «&
jner ou essen sinn.« Do Rengnold sin bruoder erhört, do
füori er groß leyd. Und nam sin seh wert t und kämm zuo
Bayard und wott inn töden. Aber do inn Bayard gsach , do
fieng er an gros vest füeren. Do daz Rengnold ersach , do
sprach er zuo im: >ü Bayard, du framfi iiiier, ich wer war- so
lieh wol grussamm, wenn ich daz gemüedt het dich zetoden.«
Do Johans sines vatters red verstuond , do sagt er zuo im :
»Her, westj warttend ir, daz ir Bayard nüt tödend, diewil er
doch sterben mnoü? Wann mich hungert zetod, und sag öch,
hab ich nüt etwaz zessen, daz ir mich inn kurtzera werdend 35
gsachen sterben« desglichen och alle sanipt; wann wir mögend
224
nüt länger laben, so gar sind [wir] erhungert« Do Itengnoldi
sinn sun erhört , do hat er groß erbermd ; wann er mocbt i
Bajard nüt toden , darumm daz er im ao groß veat macht
Und wil&t also nufc, waz er thuon sott, und sinet hin und
& har. und do er lang gsinet hat, do ward er zerätt, Bayard
müeßte nüt sterben. Und forschet ein becky und lieB Bayarden
darinn, der bluot vast Und do daz becky voll waa^ do ver-
bant er im die wunden, und Allard namm daz bluot und truog
es zuo rüsten. Und do es gsotten was, do aß yetlicher ein
10 wenig, Und ässend also inn fier tagen nüt mer, wann sy
hattend nüt. Do es ward am fünften tag, do wottend sy
Bayarden wyder lassen ; do wott er nüt raer blüetten. Do
da/, die hertzogin ersach, do fieng sy an weinnen und sprach :
»Her, land Bayard umni gotz willen töden , syt daz er nufc
ifi mer blOetten wtU, so essend wir inn, oder wir sterbend sust
hungera.R »Frow»« sagt Rengnold, »ich wils nüt thuon.
Bayard hat uns guotte gselschaft ghalten im laben, das muoß
er och inn tod thuon; wann wir wend mit ein andren sterbende
Die sun Amnion wärend untz dahinn kommen, daz sy nüt
m dann des tod warttetend, dem wärend ey vast nach, Inn dem
kam ein ritter im schloß, der sprach zuo Rengnold: »Her,
waz wyrt daz? Ich gsich wol, daz ir und Muntabant zerstört
werdend, diewiJ ir nüt änderst darzuo thuond. Kummend mit
mir, so will ich üch ein weg zeigen, durch den wir wol hin-
16 weg mögend kommen on sorg. Hand ir sinn vergessen, do
ir Muntabant liessend buwen, daz ir ein weg machen liessend
under dem erttrich, der gätt untz inn daz Forry holtz ? Ich
>veyß wol, wo er ist; kommend mit mir, so will ich inn üch
zeigen.« Do Rengnold den ritter verstuond , do ward er «er
so erfröwt und sprach: »Nun hab ich all mines leydtz vergessen.«
Und gieng damit mit dem rytter und fundend den weg, des
Rengnold vast fro ward, und gieng den nechsten inn stal
und satlet Bayard; der was so schwach worden ab dem lassen,
daz er kum ein tryfct niocht gän. Und macht sich uff die
»E» sträß inn daz erttrich mit all sinem volck inn guotter Ord-
nung. Do sy ein guot wyl im holl gangen wärend, do stnond
lleng[nold] styl und sprach ; >Wir hand übel gehandlet, wann
wir band den künig Johans inn der gfäncknus gelassen* War*
225
lieh, ieh will inn gen reichen ; er ward sust hunger sterben,
, uns Dunn ein grosse sund sin wurde.« »By gott ,« sagt
iRichart, >er bäts wol verdien nei. Mann soll über kein ver-
freiier erbermd haben.« »Braoder,* sagt Rengnold, »dn hast
fiiQDrecht*€ und kart damit wideriimm und kam inn die s
Igfancknus und namm den künig Johans daruß* Üo inn die
beri20ginn gsaeh kommen, do sprach sy zno im: »Ober, got
geb üch vil Unglück ! Wann ir sind unsers Unglücks ein ur-
taeb. Es ist mir leyd. das ir nut vor fier jären gstorben nnd
lerffüUet sind.« »Frow,« sagt Rengnold, »lät^ inn beJiben, daz 10
' bit ich dich ! Wann er nmal^ nach nüt sterben , mag ich
achter ; wann ich bin sin gescbwornner, dariimm ich inn sol
uffenthalten und im ghorsamm sinn sol , wie wol er gegen
[uns]] mißhandlet hat,« Sine bruodern sagtend zuo im, er
redte rächt und thette daz, so er schuldig were; er raüeßte *ß
[5ch Ton innen nüt mer geschulten werden. Damit machtend
«y »ich ufi' die sträß. Und tzünttend vyl tortschen an , daz
sy gsachen raöchtend* Und giengend sovast, daz sy uiä dem
hol kämend inn daz Forry holtz, do es tag was ; des sy vast
fro w4rend, und och darumm, daz sy Karly enttrunnen wärend, ao
R^ngnold sagt zuo sinen bruodern: 3> Lieben brnodern , mich
duDCkt. wir sigend nach by Bern hart, min es fründtz, bruoder-
htifily. Ich rätten, wir kerind dahinn und belibend da« untz
dss es nacht wirt ; darnach wend wir gen Dordonna zuo unserm
hejren und vatter und zuo unser lieben frow rauotter, die so m '
groß leyd umm uns hat. Wann ich rätten nüt, das wir tags
dahinn kerind; darzuo mag es nüt sin, daz der bruoder nüt
etwaz zessen bab,« > Bruoder, c sagt Allard, »du retst räclit.<(
Damit m achtend sy sich uff die strälü und kaoiuiend glich zuo
dem brnoderhüßly. Aber als sy durch daz holtz giengend, do ao
tzerthettend sy sich wie die wilden tbier und ässend graß und
wurtzen, als ob es öpfiFel werind oder pirren, so grossen hunger
battend sy. Do sy by dem bruoderhü^ty wärend, do klopifet
Rengnold an. Und do inn Beruhart erhört, do thet er von
stund an uf. Und do er Rengnolden gsach, ward er vast fro n
und umrofieng inu und sprach zuo im: »Her^ sind mir gott
wilkommen ! Wannen kommend ir?« lienguold sprach: »Minn
fründ Bern hart, wüti, daz ich minn schloß verlassen hab spyla-
liftlmotitkloder. 1 ^
226
iirnngels halben, und will gen Dordonna; wann ich weyü sust
nüt zethiion. Ich bit dich« hast etwaz zeäsen, daz du es uns
wellest geben umra gotx willen ; wann wir sind so bungerig,
da» wir hungers sterben wendet Der red hat der bruoder
& gros erberniil^ harwyderuDim fröwd, darunini daz er sy ggach
uiä Karlys bend enttruntien sinn. Und gieng damifc zuo der
hertzoginn und sprach zuo ir: >Frow^ sind mir got wilkommeril
Ich bit ücb, das ir üch niit entzitzend ; wauti ir äind an ein
sicher end kommen zeruowen.« Und gieng damit inn sinn
10 ksmerlj und brächt brot und winn barför, sovyl er liat, und
sprach zuo Kengnold: i^Uer, nemmetid verguofc ! Hie ist die ^
spys, [bL 257] so mir gott geben hat. Ich will üch zessen ^
geben, Karly zeleyd*« »Grossen dancklc sagt Hengnold; ^aber
wenn die nacht kumpt, so wend wir gen Dordoona, den ent-
15 zitz ich Karly wenig.« >Her,« sprach der bruoder, »ich bitten
gott, daz er üch die gnad verliehe.« Dyssen gantzen dag be-* fl
leib Rengnold und sinn volck im bruoderbuß ; der dienet innen "
mit all öinem vermögen. Und gab sins essels haber Bayarden ;
der was so eilend, daz er weder essen nach trincken mochL
10 Do die nacht hie was, do schied Rengnold hinweg und be-
falch den bryoder gott; der gab innen den segen. Und sy
fuoreud sovast darvonn , daz sy gen Dardonna kämend. Da
vernam er, wie sin her und vatker und sin frow muotter von
k^yd gstorben wärend , des er und sine bruodern groß leyd
jw fuorttend. Do die bürg er vernämend , duA ir her komtiieu
was, do wurdend sy vast fro und kämmend im engegen inn
schön ner geelschafft und fuorttend inn inn das schloß. Und
fuorttend so grosse fröud inn der»tatf als ob got hinab kommen
were. Do die lantzheren vernammend , daz Rengnold und
Bo sine bruodern gen Dordonna komen wärend, do käiuend sy
illantz ziio innen und tbettend innen groß eer an. Nunn wend
wir vonn Karly sagen. Der was vast zornig und leyd ig,
darumm daz er die sün Amnion nüt errobern mocht. Nunn
begab es sich eines tags, das er reyt und luogen wott, wie
36 man sich zuo Mnntabant hielte. Und luoget obsich und gsacb,
daz nüt ein mentsch utf^ den muren was, des er ser erschrack.
Und reyt damit wyder inn sin zalt und forschet von stund
an sine fursten und sagt zuo innen: *lr berren, es ist wo'
227
ag, daz ich nie kein mentschen uff den muren ziio Mun-
ialiant gsäcbea bab. Ich gloiib, sy sigend all tod.*^ ^^e^,«
sagt Aßses, »es were goot, daz man die warheyt wülita.
Schickend dahinu laogen,« Also saß Karlj selbs uff sin pfert
innd all eine forsten und ryttend für Muntabant und thettend ^
Verglichen daz schloß zestfirnimen. Aber Hengnold was ze-
wytt es zeschirmmen. Do nun Karly gsach , daz sich uiem-
maiidU ertzeigi daz schloß zeschirmmen, do vermeintt er eigen fc-
lieheti, es were yederman hunger stürben« Er ließ ein lange
leyitern bringen und an die muren leynnen ^ und Ruolland ^^
steig Ton stund an hinuf ^ darnach Gergis , Ollyfier und der
hertzog Anses. Und do sy uÖ der muren wärenJ^ luogteud
sj hin ino und gsachend weder mann nach wiber, Älao
giengend »y inn die stat hinab und thettend daz thar uf und
tiessend Karly inn han Und do er hinn inn kam , do fand ^^
er süt eiu mentscb, im er aich aer verwundert. Er kam
Linn pallast, da fand er och niemmandtz, des er sich vester
fterwundert dann vor- Und sprach: >Wärlich, daz sind wunder-
b«irliche ding. Kengnold ist gwüßlieh hinweg mit all sinem
folck. Das alles bat gethän der dieb Magis , änderst niöcbt«<3b
es nüt gsin.t Nach dysser red gieng Karly zent dem schloß
hinweg und suocht» ob er Flengnolden finden niöcht oder et-
lich siner bruodern. Und gieng so lang ummhar im schloß,
das er den weg fand, durch den Kengnold und sin volck hin-
weg wärend kommen. Und do er das loch gsach , do er- ^
schrack er übel, und ruofb Gergis und sprach zuo ira : »Gergis,
hie ist die sträß, durch die die verretter hinweg sind. Daz
alles hat mir der ?erretter Magis gethan ; wann er hat mir
dyfi loch zeleyd gmacht*« »Her,^ sagt der hertzog Anses,
Air schaltend Magis; aber djik holl ertzeigt, als ob ea vor so
I hundert jären gmacht sig,« Do Karly dysse wort verstuond,
fdo fieng er an lachen oß zorn und verfluocht alle die, so daz
hol gmachet hattend ; wann er gsach wol, das er von des hole
wegen an sinem begeren gfelt hat Und sprach zuo sinnem
volck: iNunn bald ersuochend daz hol, zevernemmen, wo hin w
23 gange ; wann ich wirden niemmer mer frölich , untz daz
|iohs weyß.< Do Ruolland den keyser verstuond , do hieß er
ryl tortschen antzünden und gieng darin n mit vyl Frantzossen.
15*
228
Und giengend so lang, das sy kämmend dem hol fan] ein end,
und RnoUand gieng harfür uß dem hol und luoget, wo er
were* Aber er wufit niit, wo er was ; darumm er zuo sin nein
volck sagt; *Ir heren» mich diinckt , es were ein grosse tor-
fi heyt Rengnolden wytter zesuochen ; wann er weyßt disse gegne
wol und wir nüt,« »Her,* sa^^tend aine gsellen, »ir sagend
w&r. Land uns wider zuo Karly im sagen , was wir fonden
Labend,« Damit kämen d sy wider zuo Karly ; der sprach zuo
RuoUand: »Vetter, waz hast du funden? Hast des hola uß-
10 gang funden?* »Her,« sagt Ruolland, »ja. Ir sond wüssen,
diiÄ lieh liengnold enttrunuen ist.« Do Karly erhört, daz im
die sün Amon enttrunnen wärend, da ward er so zornig, da«
er nüt wüßt, waz er thet. Er schickt sine hotten inn alle
land, ob er et waz von innen vernemmen mocht; demnach ge-
u bot er, daz sin volck gen Miintahant kemmend* Daz heschach,
und lägend sechs tag darinn, Diewyl kam der botten einer
wider und kam für Karly und gruotzfc inn und sprach: tHer, ich
hab die snn Ämraon funden zuo Dordonna, die haltend grossen
häf und gäben d vast kost lieh gaben mengklichem und fuerend fl
to gros vest. Ich verwundern mich , wo sy so grossen schätz
genommen habend. Und da ist och der künig Johans uß
Grastgunnia. Wytter sag ich üeh, daz ßeognold ein gros volck
versamlet und inn willen ist sieh gegen öch zeweren, gryffend
ir inn an,« Der meren ward Karly vast zornig und schwuor,
« er wett niemraer mer inn keinem bett ligen » untz daz er
Dordonna belegret heL Und gebot damit sinnen forsten, daz
mengklicher sine kleinott ion schlüege und sich uiF die sträß
gegen Dordonna machtend. Do die heren des keysera gebot
erhorttend , do niachtend sy sich nff die sträß und ryttend
io so vast, daz sy gen Muntargal kämmend; da beleyb Karly über
oaeht. Aber er ließ die gantz nacht wol wachen uß forcht
Rengnolden» Do der tag hie was, ließ Karly sin volck inn
Ordnung [bl, 258] stellen , nnd zugend gegen Dordonna zuo.
27 B. kh inn achl,] e. aDm.
<
229
Wie lieugnold und siae biuodern mit Ivarlj stryttend,
and wie der hertzog Richart von Noi mandia gfaogeu
ward, und wie Karly Dordonna belegret.
Do Rengnold verDamm, das inn Karly kanim belägreu,
schwuor er hoch, er wett sich nüt belegren lääseo wie zuo &
iotabant, sunders wett mit Karlj Bbritten. Uod wurd er
im ijiü sine band, so weit er imin den Ion geben; wann er
wett nüt die erbernid haben, so er vor naällen gehept hatt,
>[]£ uraaeh, daz er m grusamm und on erbermd ist«c »Briioder,c
ngi Riebart, »nunn gsich ich yetz^ daz du rytterlichen retst 19
By der trüw, die ich dir schuldig bin, ee uns Karly belägre,
will ich mer dann hundert ummbringen. Und verlät uns got
iiut, so wend wir ud8 also halten , dm Karly sin laben lang
leydig and trurrig sin wyrt. Wann er hat eines purren
sytteo: ye mer man inn byt, ye minder er thuot.« >Bryoder,< is
«agt AUard, »du redtst wol, und will dir guotz dam mm ver-
jeehea min laben lang.« Ir sond wamsen , daz Rengnold, do
er gsach, dax inn Karly kamra belegren, gar nüt erschrack,
sunders gebot sinnem volck , daz sy sich wapnettend. Deren
was by fiinflhunderttend. Und reyt mit innen ui der stataol
iDQ sehÖnner orduung. Darnach sprach er zuo sinnen bruodem :
3 Lieben bruodern, hiltt ist der tag, daz wir all öterben werdend,
oder wir müessend sovyl zewiigen bringen, daz der krieg ge-
endet werd und zuo fryden kommend. Darum m byt ich üch,
80 Tast ich mag, daz ir üch manlich ertzeigen wellend, als 26
ich die hotfnung zuo üch hab. Wann es ist uns erlieher, wir
werdend im stryt ertödt, dann daz wir erhänckt werdind wie
dieben. Darumm bit ich üch, daz ir mir nach volgen wellend;
bwann ich will, daz wir die angriffer sigend*« »Bruoder,« sagt
Alard, ^din will soll beschecben, des hab kein sorg.« Keng- so
nold laß hundert der besten ryttern \i& inn siner gselscbaft
und sprach zuo innen : »Ir heren, ich bit üch, daz ir by mir
aigend imro fordersten glyd,< »Her,« sagtend die rytter,
»gern« und wend üch nüt verlassen, diewyl wir daz laben inn
cörplen band.« Do Reognold sin volck geordnet hat, do ver- as
i£Og er nüt länger, sundera thet sich harfür uff Bayard, der
230
fuort ein gros j^ebrecht. Do Karly Rengnolden ersach mit
sineni yolck komnieii inn so sebönner ordnniag, do sprach er
zuo iin selbs: »Wetfc den tüffel, wo band sj yetz sovyl volcks
wider überkoDimen? leb gloiib, es sig ein tüfflerig; w^ann sjr
& sind 50 meehtig, daz sy tntcb nientierthinn achtend. Daz alles
nmoß innen nüt bälffen, daz ich innen mit den Ion gebe, ee
das wenig zytz verscbinnc^^ Also ließ er sin volck ordnen.
Do der hertzog Anses gsach, daz Karly so zornig was, das er
mit Rengnolden strytten wott, do sprach er zuo im; »Her,
10 waz ist das, so ir thuon wend? Ks ist ein grosse torheyt, daz
ir mit im strytten wend. Pryd mit ira machen were daz
besser; wann ich weyß, daz er alles daz tbuon wyrk, so ir
wend. Stryfctend wir mit im, so werdend ir m enges gnotten
rytters tod ein nrsacb sinn,* »Anses,« sagt Karly, ?länd daz
16 ruowen ; wann ich wilsumm [keines] mentseben willen thuon, der
da labe, ich wett mir ee die glyder zerbowen lassen.« Do Anses
sinn red verstnond , do ward er vast zornig und redt nüt
witter mit im darvonn zuo der selbigen stund. Der keyser
rust sich zuo strytten und reyt stetz fiir. Do inn Hengnold
to gaach kommen, do sprach er zuo Richart, sinem bruoder:
»Bruoder^ ich will gen mit dem keyser reden, zeerkunuen, ob
er uns vertzichen well. Dann will erß thuon, so will ich
gentzlich inn sinnem willen laben , und verseyt er mir den
fryden, so verheyssen ich dir, daz ich inn niemmer nier bytten
S6 will.« »Bruoder,€ sagt Richart, *du redtst recht. Ryfct hin
und thuo im nach dinem willen. < Also beyttet Rengnold niit
länger, sunders reyt zuo Karly und sprach zuo im r »Her, wir
bittend dch umm gotz willen umm guad und fryd, damit daz
dysser krieg, der so lang geweret hat, einn end habe; so wend
ao wir üch mit guottem willen diennen und ghorsamm sin.«
>Flilch hie dannen, du filtz,* sagt Karly, »daz dich got ver-
Hüeche! Alle weit mag dich nut bewaren vor dem tod.« »Her,«
sagt Rengnold, *ob got will, nüt; wann ich will mich red-
lich weren. Wann syt im also ist, so mu essend ir von uns
sfi nüt gespart werden.« *Ir herren,« sagt Karly, »ich will üch
niemmer mer redlich achten, wenn mir der verretter enttrüot,«
Do daz Rengnold erhört, sagt er: »Her keyser, ich sag üch
ab.« Und rantt damit uö' ein rytter und stach inn tod zua
«
231
der erden; demnach rejt er wider zuo einen» volck. Do
Richart liengnolden gsacb kommen^ do kämm er im engeren
und fragt ino , ob sy fryd oder krieg bettend. *Bnioder,c
sagt Hengnold, »gedenck, dm wir uns redlich [bl, 259] werend,
wann wir band nüt fryd,« 'Bnioder,-: sagt Richart, »got b
getegiie dich dysser meren 1 Wann ich gedenck uff den hüttigen
tag Karly trurrig zemachen.*^ Do Karly gsach, daz zyt was
an stegryffen, do sprach er zuo Anses: »Anses, iienimend min
pamier and gedenckend redlich darinn zeschlachen , wie ein
guotter rytter thuon soll ^ daz bit ich üch.« »Her,« eagt to
Anses, >efl bedarf nüt vyl bättens, wann ich bin es schuldig
zethaon. Aber es ist mir leyd, das ir im nnt änderst gethao
hand^ das ist, daz ir fryd graacht bettend; wann der krieg
bat zelang geweret.« »Anses,« sagt Karly, >ich verbüt öch,
das ir mir nüt mer yonim frydeo sagend ; wann ich wils nüt i&
thaon.« *Her,< sagt Anses, »daz ist mir leyd.« Do Reng-
nobl Loryflan gsach kommen, do sporet er Bayard und rantt
in« baffen und stach ein rytter , daz er tod für sine füefi
nyder fiel. Demnach reyt er wyder zuo sinem volck und trost
sy. Demnach reyt er wider uff sine fyend und ertodt fier, so
Und do er an fönflften kämm , do zerbrach sin sper. Dem-
nach zog er sin seh wert uü und schluog ein rytter damit uff
sin beim, daz er inn untz uff die zenn zerspielt, demnach ein
andren, also daz er im den kopff uff die erden sprangt. Und
achrey damit iDordonna!* und sprach zuo sinnem volck: »An 26
sy, ir fryen ryttern ! Wann wir wend uff den hüttigen tag
die groß schmach rächen , so uns Karly so lange zyt be-
wyasen hat on ursach,« Do inn sine bruodern verstuondend,
do ranttend sy uff ire fyend , also daz yetlicher siben rytter
falt des selbigen ryttes. Der do zeniäl da were gsin, der het «o
die sün Amnion gros ry tterschaft gsächen begän. Dann die-
wyl sy by ein andren wärend, mocht innen Karlys volck nüt
wyderstan ; wann sy stächend sy nyder wie die tbierer. Do
Karly den grossen verlörst gsach und schaden , so imm die
SUD Ammon thettend, do rant er gegen Rengnolden ryttern aß
ein Dem und gab im ein semlichen streich mit Joyossa, sinnem
achweri, daz er tod nyder zuo der erden fieU Er begieng
, vooden Der tag was erbermklich zuo beden sytten ; dann
«u^
änileii ander Rengnolden volck kanmiend, er--
if tritt vyL Oo die süri Ainiiion deo seharuiuts^
im aoKliletteDd sy sich so man liehen luider Karlf^
a m innen weg geben mnolitend. Der stryt werefc
-.«• .'=^ ^idmmtjt unU zao mittein tag, das man nilk v^^ßt^
r ^i deo sig beheben wurd. Aber do die nonizyt^
du fiiekt Kengnolden volek hindersich ; wann Karly^
mA m» Tolck dann Heugnold. Do daz liengnold er-
^ ^ kMUBi er zuo dem, der sin panner truog^ und sagt^
m: »MiJi ffüod, ryttend gegen Dordonna ; wann wir hanÄ
g^lr^tten.« »Her,« sagt der, ]>üwer gebot soll be—
liiid macht sich damit gegen Dordonna, Reng-
Mili ^^ ftii^ broodern hieliend die nachhuot. Do Karly^
I Keiagnohl abzog, do schrey er üfjerhifc: » Wol nacher,
'! Wann öy sind überwunden.« Durch disse
menger guotter rytter sinn Jäben; wann die sän
«ifiodiend mer dann hundert mit grosser martten Und
I, Rengnolden bruoder, fieng den hertzog Richart voo
imiuidia und fuori inn inn Dordonna. Do Rengnold und
ittl mM Yalek inn der stat warend, do besehlossend sj daz tbär
^mi miWupDeitend sich. Do Knriy gsacb, daz im sine fyend
iaftImftOtti w&reud und Hichari von Naraiandia gfangen battend«
ifo WMrd er va^i zornig im bertzen ; wann er forcht, ßeng-
wJA wturd inn ertöden. Do er gsaeh , das er im nüt thuon
t, do gebot er^ das mann die stat Dordonna umtn und
belegrette. Das ward geihän. Also schwuor Karly, er
w^l d» dannen nut^ untz daz er die stat gwunnen und die
«ta Araon het lassen erhäncken. »Her,* sagt Ruolland , »ir
wissend, daz ich den sün Änion am aller megesten zeleyd
it gfIfaJUi hab und das ich üeb nie von fryden gsagt hab. Aber
nun förbinn gebüt mir recht, ich soll üch darvonn sagen*
Her, it wäsaend, daz ir dm fier ritter luniftzechen jär be-
kriegt band, und hand allwegen den grössern schaden gehept.
Und bettend ir so lang die heyden bekriegt als sy, so bettend
m ir die gantz heydensehaft erobert. Und das nach bösser ist:
ir wüßsend» das Richart von Normandia gfangen ist, der besten
ryttern einer, so ir band. Dag nnn schädlich ist; dann lät
inn Rengnold toden, so werdend ir daz Franckrich gantz un-
233
roewig gaacheu; wann er ist von grossem gsch lacht. VVer
ieh an KeDgnolden stat^ so weit ich inn ertöden^ sjt das ich
Qüt fryd mit üeh haben mochi. Darumm, her, wend ir mir
folgen umni üwer eer und nutzes witleu, ao enbütteod Beng-
uolden: well er üch Richarden wider schicken, so wellend ir 5
fryd mit im machen. Ich weyfi, daz ers gern thuon wyrt
rOfid alles da^, so ücb gfellig ist im und sinnen bruodern ze-
^gebieiten.t »Vetterte sagt Karly, >wyt nüt anders sagende
»Neinn^ her,« sagt Ruolland. »So schweren ich dir by miner
sei, daz sy niemraer fryd mit mir haben müessend. Ich bab *o
keinn sorg für Richart von Normandia; wann Reiignold lieü
im ee die oogen u& stachen, ee er im etwaz thetie,« Ab
Karlys red wurdend die forsten vast zornig; wann sy forchtend^
Richarden bescheche etwaz. Rengnold und sine bruodern
wärend inn Dordonna inn grossen fröuden. Er hiel^ Richart 15
von Normandia für inn bringen und sagt zuo im: * Richart,
ir wüssend den grossen gwalt, so Karly mit uns bracht.
Darumm sag ich üch : machend ir den fryden tmt, so will ich
üch all üwere glyder zerhowen lassen,« Richart sagt: »Ich
bin inn üwerm gwalt; darumra ir mit mir schaffen mögend ao
nach öw^erm willen. Wann ich will Karly nüt verlassen, die-
wil ich laben.« Do inn Rengnold also hört reden, do hiela
er ion inn ein scbönne gHinckniis leggen und im geben alles
daz, so er begertte. Also was der hertzog Richart gfangen,
Do Karly gsach , daz er mit stürm men an Dordonna nüt 25
gw&imeu mocht, do [bL 260] Helä er gescho& machen; aber
geb wie vyl steinnen sy darinn schussend , so was es nram
bubU Und überfieüend Karly alle die mal, so es innen gfellig
waflf und alle die, so sy fiengend, behieltend sy, damit sy zuo
fryden kommen mochtend. Inn deren zyt starb der kunig so
Johans ulä Gastgunia, und Rengnold lietj inn vast erlichen
bestatten, als einem künig zuo gehört, Nuiin wend [wir]
wyder ein wenig von Magis sagen.
234
Wie Magis zweiin koufliTKin IViiid, die sibeu dieben
beroiipt hatteod ; deren todfc Magis füiiff und gab
den küutlutteu das ir wyder, und kämm gen Dor-
donna ziio sinnen vettern.
& Vj& begab sich eiaer nacht, ala Magis entschlief iiin sinnem
bruoderliüläly , do diiocht ioo inn sineDi schlaff er wer zuo
Miintabaiit und gseche Hengnolden und sine bruoderii , die
kemniend im eugegen und beklagtend sich gegen im ab Karly^
der wett innen Bayard nenimen. Aber Rengnold het inn by
10 dem zounini erwust und wott inn nüt gän lassen* Und fuort
so gros lejd inn sinem troumm, daz er darab erwachet. Und
stuond uf und sagt, er wett nüt ruowen , untz das er sine
vettern gsächen het. Also beschloß er sin brnoderhöfily und
nanmi sin stab und macht sieh uff die sträts. Und kam inn
16 ein grosses hoitz nmm nonnzyt; inn dem fand er zwen man,
die fnorttend groß leyd. Er kainm zuo innen und sprach :
>Got «ig mit üch!« Und der ein sagt: vVVärlich, got ist not
mit uns, sunders der tüffel. Wir sind inn einer unglöck-
haftiger stund inn dyß holtz kommen.« »Waz betriSept üch?«
ao sagt Magis, »Vatter,« sagt der ein, >dä forunen sind siben
mörder, die band uns beropt und unser gselien einer ertödt,
darumm daz er sich gegen innen gwertt hat.c Do Magis die
kooflüt erhört, do hat er gros erbermd und sprach zuo innen :
»Kummend mit mir, so wyl ich die niörder hätten, daz sy
aß üch daz üwer wider gebend, und thuond syß nüt , so will
ich so herttenklichen mit innen stryfcten, daz ich vernemmen
will mit minem stab, ob sy hert kopff habend. € Do die kouf-
lüt Magis erhortend, gsächend sy inn an, und der [ein] sagt:
»Wetten tüffel , waz ist das, so du sagst? Iren sind siben,
Bü und du bist allein n und nacket; darzuo magstu din stab kumm
beheben nach gän.« ^Schwig,« sagt der ander, »laß den
narren gäu; wann er weyßt nüt, waz er seyt. Gsich, wie er
den kopff schütlet« Und der ander sagt zuo im: *Bruoder,
gang din sträß und laß uns mit fryden , oder din Ion muoß
h einer nacht] aus ^etnee tags' gebessert bs. 25 uch bs.
i
I
235
r werden.« Magis spriicli : >Du hast unnrecht; ich kan dir
nüt uberwindlingen guotz thuoo.» Also gieng er sovast, daz
er die morder erylt, und sprach zuo innen: »Ich bit äch, dass
ir mir sagend , warumm ir dysse koufflüt beroupt habend.
Ir wussend wol , daz es not üwer ist Ich bit üch , daz irß b
innen wyder gebend; so wirt Üch got gnedig sinn.« Do inn
die mörder verstuondend, do wurdend sj vast zornig, und irer
[oberer sagt ZUG im: »Gang hinweg, du buoren kind, oder ich
gib dir ein senilichen »treich mit dem fuo&, daz ich dir den
bach zerstoß, c Do Magis gsach , das der morder weder got i«
na^rh inn forcht, do hnob er sinn stab nf und gnh im ein
temlichen streich, daz er tod zuo der erden HeL Do die mörder
ireo heren tod gsächend, do griettend rj all an Magis; aber
er hielt sich also, daz er iren iünff ertodt inn kiirtzer zyt,
und die andren zwenn fluchend durch daz holtz hinweg. Und ia
Hagis fichrey innen nach: >0 irmördern, kerrend wyderuram
und gend öwer diebstal wyder!* Do die koufflüt Magis er-
horitend, do kämmend sy zuo im und fundend die dieben, so
sy beniopt hattend, tod» Do sagtend sy zuo ein andren:
»Da* ist ein manlieher bruoder.« Und wärend vast fro und«»
knüwettend für inn nyder und bättend inn iimm gnad, darnmm
daz sy inn geschulten hattend. »Ir heren,« sprach Magis,
»band ir mir übel geredt, daz band die mörder nach mer ge-
tb^o, wann sy schultend mich ein hlierrig und huoren kind ;
aber innen ist der Ion worden. Ich bin vast leydig, das mir S5
die zwenn enttrunnen sind* Stand uff und nemmend üwere
hab und byttend got für mich ! Aber ich bit ilch, sagend mir,
ob ir nut vom keyser wussend , ob er Muntabant gwunnen
I bab und die söti Ammon gfangen,* *Her,< sagtend die kouf-
^ftlnt, »Karly hat Muntahant gwunnen; aber er bat die sün so
^^ Ammon nüt gfangen, wann sy sind hinweg kommen durch
ein hol under dem erttricb gen Dordouna. Da hat sy KarJy
Düwlichen belägret und will nüt fryd mit innen machen*«
*Wärlicb,< sprach Magis, »daz ist mir leyd.« Do Magis bort,
daz Karly Ilengnolden inn Dordonna belägret hat , do eut- as
p£alch er die koufflüt gott und gieng so vast, das er den nechsten
4 dys«ea hs* 28 vom] von ha.
236
inn Karlys läger kainTii. Und leynnet aich uff sin etab wie ein
schwacher mentsch. Do inn die kriegslilt gsächeud aLso gän,
do gaächeiid ay inn an und sagten d: »Dysser bruoder gat
VHst übel, er wyrt [bl. 261] nüt wytt gän.« *By minem eyd,t
6 sagt einer, -i^das mocht wol Magis sino ; der bat sich al^o be-
kleyt iinszebetriegen.« »Kr istz nüt,« sagtend etlich, »Magis
ist nüt mer inn Eben.« Inn dem nachet Magis dem thär
und fand örsach, daz er hinn inn kam. Und gieng inn pal-
last; da fand er ßengnoldeo, der hielt häf. Als nunn Magis fl
10 im pallnst was, do gieng er inn grossen sali, inn dem sine "
vettern ässend und frow Klarra und ire zwenn sün und vast
^yl rytfcern, Do Magis daz ersach ^ do stalt er sich an ein
grosse stud vor Rengnolden und fieng an sine vettern besädien,
die er so lieb hat. Do inn der niarsehalck gsach, do gebot ^
i& er, daz im gnuog zeasen und zetriocken geben wurd. Da:£ ^
beseiiach, Do Magis die spyia gaacb, so man im brächt, do
sprach er: »Lieben frunden , ich bit (ich durch den narameu
gottes, das ir mir seh war tz brot gebend und wasser inn einer
schüilen ; den so wird ich gespiüt, als mir zuo gehört. Wann
ao ich darf keiner andren spyß messen.« Also bracht man im
sin begeren. Also tiamm er daz seh war tz brot und macht
snppen daruß inn einer schüßlen und alä nach lust, Do Reng-
nold gsacb, daz er so schlächtltch läpt, do hat er groß er-
bermd und [nam] ein blatten, so vor im stuoud voll wiltprett,
i und schickt sy im. Und er namß und sagt: »Got geb im
den Ion !c Und stalt sy für sich nyder, aber er aß nie nüt
darvonn. Do Rengriold daz ersach, do verwundert er sich und
sprach zuo im selbs: »Ach got, wer ist dysser frommer mentsch,
daz er so ein schlächt läbeu füert? Wer er nät so mager, ao
8u seytte ich, es were Magis. Aber ich gloub, wer erß, er wurde
sich zeerkennen geben, t Elengnold luoget Magis aovast an, ^
daz er vomm essen ließ* Do die tisch nffgenomen wärend» H
do kam er zuo im und sagt: »Lieber bruoder, ich bit dich
by der eer des gottes, dem dieonest, daz du mir sagest, ob
M du Magis sigest oder nüt; wann du gaicbst im vast glych,* ,
Do Mngis Rengnolden erhört, do mocht er sich nüt mer Ter- fl
halten, sunders sagt zuo im: »Vetter, ich bin Magis und bin
dich und dine bruoder n kommen beeechen und bin üwer gsunt
237
Rengnold hört, daz er Maji^is, sin vetter,
B, der mentscb uff ertricb, den er am liepsten hat, do umni-
fieng er inn and sprach zuo im: »Min vetier, ich bit dich^
j da£ du disfte klejdang abthöegesi , so du an hast ; wann ich
ihab kein fröad, diewyl ich dich inn djssen kleydern gaich.« s
]»Vetier,t sagt Magis, »ich thuons ndt; wann ich hab Ter-
hcjuen, ich well miun laben lang keitin andere beklejdung
tragen nud dch nüt anders essen nach trincken dann brot nnd
wylde krötter und wasser. Ich hab mich gentzlich got er-
geben.« Do inn Rengnold erhört, do gedächt er, a^ were i*>
nüt Magia; wann er kantt inn nüt wol, darumm da» er so
mager was. £r het inn och niemmer nier erkent, wenn nüt
eiD wunden gsiun were, die er hat nebend dem einnen oug.
Und sprach zuo im: »V^etter, ich bit dich, daz du mir sagest,
wannen du kommest und wo du gsinn sigest.« »Vetter,« sagt ia
Magis, >8yt das du von minem laben wüsaen wytt, ao wyll
ichE dir sagen, Wiifa, daz ich ein bruoder bin worden und
hab die wält verlassen got zediennen , daz er mir mine sund
vertziehe^ so ich minn laben lang begangen hab. Wann es
|sind Ton minetwegen Tyl iütteu umtukommen, daz ich nunn m
btlessen muoß.« Ab der red hat Rengnold groß erbermd.
Und ruoft binnen bruodern und sprach: »Kommend, ir, miae
bruodern , so gsächend ir Magis.c Do inn sine bruoder er-
borttend, do sprungend sy uf von fröuden und kamraend und
ummfiengend Magis. Daz thet och die hertzoginn und ire »»
sün. Inn der gantzen stat ward Magis zuokunft vernommen,
darnmm inn vyl käuimend besäehen. Aber er was so gar
rerkert, das ein erbermd was zesächen, Rengnold sagt zuo
Ilichart: tBruod«r, gang und reych unserm vetter ein guotten
[rock und schuoch!« Darnach sagt er zuo siner frowen : »Frow, so
'U£ im ein hemd bringen !^< Do inn Magis verstuond, sagt er
SQO im: »Vetter, ich sag dir iun der warheyt, daz ich ver-
heyaaen hab kein tbuoch, schuoch nach hembder zebruchen.
Aber ich bit dich, gib nur ein lädersack und grossen huot
und ein wol beschlagnen pylgrestab, so hast du mir wol ge- «
diennet, so will ich dann wyder hinweg.« Rengnold ward ab
23 Do inn , . J uraprunglich: do s, ht. dyß e. hs.
238
der red vasi leydig. »Rengnold,« sagt Mogis, >lä& von dinnem
leyd ; wann ich hab mich got ergeben , damit und ich rainn
sei zuo ruoweu bring. Ich will über raer faren got diennen
drö oder fier jär, hilffb mir got dahin n ; darnach will ich üch
6 wider kommen besechen und darnach wyder inn min bruoder-
hößly und da min lüben verschlissen,« Do inn Renguold er-
hört, do ward er nach betrüepter und sprach: »Vetter, oiruDi
ein guot pfert und galt, wann ich hub sinn gnuog; daz byt
ich dich.* i^Neinn,« sagt Magis, »ich will not neramen; dann
10 wann ich brot hab , so ist es gnuog. Wann min hofifiiung
ist ÄUo got; den bit ich, daa er mir verliehe gaund wydenimni
zekonmien. * Er bat Reognolden, dax er im dax machen ließ,
darum m er inn gebätten het. Dax thet Rengnold , do er
gsach« daz er nüt änderst mit im handien kond. Mornendes,
n do Magis all sinn ding hat, do nanim er urlob von yedernmn
mid macht sich ußF die sträß. Rengnold, sine brüeder, frov?
Klarra und ir sun gebend im daz gleyt untz zno der atat
thär, und nammend urlob von ein andren mit weinnen. Also
befalch er sj got und macht sich uff die sträß. Aber er kam
«mit wyt, er ward mit Karlys volck umnigeben. Einer »agt
zuo den andren: »Daz ist der bruoder, den wir geatert gsächend
für gän ; aber er ist ietz baß bekleyt. Warlich, er möcht
wol Magis sinn, der uns so meng mal verspottet hat<^ »War-
lieh,« aagtend etliche »er iatz. Tödtend inn , ao thuoud wir
26 Karly ein gfallen,« »Wir sontz nüt tliuon,« sagtend etlich
dargegen ; »wann Magis was vyl jünger, wann der ist schon
über die hundert jär. Es mtig nüt aiu , er ist ein frommer
man. Der [bL 262] wurde ein grosse sünd begän , der im
etwaz zeleyd thette.« Als sy disse wort redtend, gieng Magis
3<J für und losset innen und gieng stelz für entweryß durch d»i2
läger, daz inn nienimantz uf hielt Damit wend wir yetzm^l
uff boren von Magis sagen, der fuor über mer, und wend von
Karly sagen, der Dordonna belegre t hat.
1
I
•
289
Karly sin botschaft zuo ßengnolden schickt im
a , daz er im den hertzog Richart vvyder ledig
ließ und im Magis uberantwurtte, so wett er fryd
mit im machen. Und wie Reugnold den hertzog
tichart weit erhäncken lassen, und wie er im zwen
dienner ertödt.
Die hystoria sagt, daz Karly irn läger vor Donlonna vaat
mig was unim den hertzog Richart. Darumui er zuo sinnen
raten sa^t: >Ir, miiie hereii und friind, ir gsiichend wo!,
Idas es uns übel gät; wann Rengnold hat itiir Eiehart von
Normandia nüt wyder gschickt , daz er billich thuon sott.«
pUer,« sagt Ruolland, »ich verwundern mich uwer red* Wäri-
iend ir, daz er inu ach wyder schickte, wenn ir im not ver-
tKicheDd ? Er hat sich zu mm dickern gegen ücb gedemüettiget
fiwem willen ^ethaon ; aber ir band im nie wellen vertzichen,
DAmmm ver wandernd üch nut, ob Rengnold zornig ist. Wan
ermessend ir recht eigentlichen die eer und früntschaft, so
^^f ach ertzeigt bat, do er üch inn sinem gwalt hat, und i>eh
^^nie früntsebaft , bo er ücb täglichen bewj^t, so werdend ir
^Kuiderst gegen im thuon. Aber diewyl er gaicbt , das er nüt
^Bjpiad by üch finden mag, so wirt er ueb schaden zuo füegen,
^rte Tast er mag* Und ir mögend den schaden teglicben gsächen ;
wann er bat üch den besten rytter gfangen , so ir band, das
»1 Rychart von Normandia. Den gib ich für tod.« * Vetter,«
sprach Karly, >ich weyü wol, das inn Rengnold nüt tödfc hat,
suoders halt inn vast güetlieh nach sinneni willen.« »Her,€
»pracb der hertzog Änses, »mann nmoi fryd machen. Ich
w^ill daz sagen, so mich recht dunckt. Her, thuot üch Reng-
nold sebaden, ist nüt unbillicb; wann er hat ücb so vyl mallen
gebatten, daz ir im gnedig werind, und ir band inn nie wetlen
boren, sonders band üch ahvegen gros.samm ertzöugt und band
nie weilen r&tt volgen* Hat er Richarden von Normandia
DÜi lassen töden , so ist er wol dorrachtig. Aber ich gloub
27 muß ha.
Sä
der red vtisi
leyd ;
^ViklH«
.\j Karly dea hertzoj^ Ans
tf er w&r sagt, and fieng
^^ jtfoen. Inn dysser red kamend
^-^aiz ^Uer, Anse? sagt üch war;
«tt er zornig über üeb dg.« Do
^ m «fschrack er vast übel und sprach
^Efflft, Gergis und zuo Astolf: >Ir
t fm Dordonna ryttend ßengnolden
^im wyder gebe und mir Magis ähecA
K teil fryd rait im machen uod welP
ire land wider geben, »und will sine
ÜH min laben lang.« i^Her,« sagfc
«B» vergebens ; wann ich weyß wol,
^ j/^tm hinweg ist, und wenn inn Reognold
^jlBt 4t iiAt« wo er were.« »TQrpinn ,« «agt
^p^nA l&Tttlii waz er sagen well, und werdend
^^ ^ ^g^KUg. Rycharfc thuot.« iHer,« sagt Türpin,
_^P^ f^ liairhuchen.c Also machtend sich die dry
g4 ^totf iü4 kimmend gen Dordanna an daz thär ;
^^4 9 ^Aw» vann Rengnold hat sj gsächen kommen.
^ tei mm ^Hi nechsten euoim pallast Do Rengnold
1^ .^ i0 beren kommen wärend, do sat^t er sich uff
^ }figt •ift fuoß uff den andren und schwuor by
oi^^ie ttiwIUrt er wett nüt umm Pryd batteii, wann
w09yl b«igert Diewyl kämmend die botfcen. Und
NU tftajTHrHT^Ti gsach, do gruotzi er inn und sprach:
^ tMAf ^büt dir by uns, daz du im Richard t von
r gebest. Und wytter enbüt er dir, wenn ir
• li^ %i^ik f^iMM wellend, so werdind ir fryd haben, und will
lit htui wider geben und dir dine zwen süo ertzüchen
I qr4l^ Ablachen.« >Ir heren,« sagt Rengnold, »sind
«ttkooitiaen t leb verwundern mich Karlys, daz er mir
niinii yederman weyßfc, daz ich Magis nüt hab;
,/.i von sinetwegen verloren. Wett got , daz ieli
i iiv»l het wie Richart von Normandia! Dann wett er
M^iH tJHjtA ttMUtlitn, so sag ich üch, daz er mir sin kopff zuo
ylinl Muntt mtte&te; dann wurdend wir fryd haben. Ich ver-
Karly were vyl früntlicher, dann er ist; het ich gvvülit,
241
daz er so rnch were über mich, ich weit mich wol an im ge^
rochen haben. Aber minn rüwen ist zespät. Ich bit üch,
rjttend und sagend im, ich habe Magis'nüt, snnders ich habe
inn durch inn yerloren. Und ob ich inn schon het, so mQeßt
er im uüfc werden. Und dammm daz ich Magis von sinet- &
wegen verloren hab , will ich [bl. 263] mornn Rycharden
häncken lassen im zeleyd, nnd mnofi keinn andre fryst nüt
haben, wiewol er mines gschlächtz ist. und verbütten üch,
daz ir niemmer mer har kommend nach keinn mentsch, der
Karlj zuo ghöre ; wann ich sag üch zuo, daz ich allen dennen lo
ire köpff ab howen will, die da kommend. Diewil man doch
inn der iorheyt sin will, so sol mann die uff enthalten.« Do
Gergis daz erhört, sagt er zuo Rengnold: > Vetter, ich byt
dich, daz du uns Richard von Normandia sächen lassest, da-
mit wir Early sagen könnend, daz wir inn gsächen habend.« 15
> Vetterte sagt Rengnold, »ich verstau dich wol. Ir werdend
ion niemmer gsächen , er sig dann erhänckt. Darumm so
^tend schnell hinweg; dann by der trüw, die ich minner
frow muotter schuldig binn , ryttend ir nüt hinweg , so will
ich üch an üwem lyben schedigen.« Do die heren gs&chend, ao
dazKengnold so zornig was, do dorftend sy nüt mer da bliben,
sunders nanimend urlob vonn im und ryttend wyder zuo Karly.
>^6r sprach zuo innen : ^Ir heren, sind got wilkommen! Hand
ir Richarden nüt gsächen?« »Her«, sprach Türpinn, »Rengnold
enbüt üch, diewyl er uff Bayard sytzen mög, müeß uch Magis 25
Düt werden; wann er hat inn durch üch verloren, und sich
brächen, enbüt er üch, müeß Richart mornn erhänckt werden;
"^glichen will er all üwerm volck thuon, die er ankommen
'Dag. Wytter sagt er, het er üch, wie er Rycharden hat,
^Dd ir im nüt fryd geben wettend , so müestend ir im den so
kopff ze pfand lassen.« Do RuoUand Turpins red verstuond,
^0 sprach er zuo sinnem vetter : »Her, mich dunckt, ir wer-
Q^nd Richarden niemmer mer gsächen durch üwere hoffart.
"ir findend inn der helgen gschrift, daz got die frucht ver-
flöecht, die niemmer ryf ist. Also wyrt es üch och ergän ; 35
^ann ir wend nüt ryf werden, nach zuo keinnem fryden ver-
•
31 TarpiDs] darunter *An8es* durchgestrichen.
Uaimonskizider. 16
242
wilgen ^egeji den sün Amnion , die üch so vyl mallen frilnt-
lichen gebetten band, Feh sag üch, wyrt Rychart erhänckt,
das ir üwer eer verlierend.'^- Der red ward Karly vast zornig
und sprach zuo sinen fürsten : »Ir herren» ir vermeinend mich
* zerschrecken ; aber ich iäü mich nät so Ijchtlich erschrecken.
Ich sag üch zuo^ tuet Rengnold Richarden etwaz, so will ich
all sin gscblächt erhänckea lassen.« Do Gergis bort, das
Karly Kengnolden geschliicht wott erhancken lassen, do ward
er vast zornig und sprach zuo Türpin: *Her, wie gfalt üch
»oKarlj, der da sagt, er well uns all häneken lassen? Aber^
got vertlüeche mich, wenn mir neyawaz an sinem zornn liggefS
Dann hat uns Rengnold nüt gelogen , so wyrt er Rychardeu
häncken lassen an söl liehe end, daz inn der keyser wol gBachen
wyrt.« Do Anses den keyser so zornig gsach, sprach er zao
Iß im: »Her, durch gotz willen verstand minn red! Ir sond
wüssen, daz wirseer erschrocken sind und nüt on ursach, darumm
daz ir uns also tröuwcnd* Ich verwundern mich RengnoldeD
nüt ; wann er ist so zornig über üch , das er Magis vonn
üwertwegen verloren hat, das niemman zorniger sin könde.
w Und sagen üch , da,s er den hertzog Richart wyrt häncken
lassen von des grossen leydtz wegen, so er hat Und bäuckt ^
er inn, waz mögend ir sinn, und uns aber sovast tröwend ?B
Darumm rätten ich minnen gsellen^ wir rytfcend hinweg nnd
ücli lässend den krieg ufi machen. *WärIich,c sagtend die
16 heren all, »Anses redt recht <. Do Karly sine fürsten so zornig
gsacb, do wuit er nüt, waz er thuon sott, dann das er innen
urlob gab untz mornendes. Und er gieng nyder , aber er
moeht die gautz nacht nüt schlaffen, dann inn ainneui bet
unimhar keren on ruowen; wann er wufat nüt, waz er thuon
3« äolL Do es niornendes ward, forschet er sine fürsten wyder
und sprach zuo innen: >lr bereu, waz rattend ir mir, wie äoI
ich mich halten ?«i »Her,<x sagt Anses, »der suocht umm sust
rät, der nüt volgen wyll. Warum m fragend ir uns umm rät,
diewjl ir nüt volgen weod? Wend ir minem rätt volgen, so
»& will ich üch den guot geben. Her, machend fryd mit Reuj,?-
nolden, so wyrt üch Rychart wyder, so behalte
tuot] darunter pl&ßt* sichtbar hs, 22 ir] b. anm.
248
inn guotter liebe; wann dysser krieg mjsfalt mengkli-
c »Änses^c sagt Karly , »schwigend! Ich wjls iiüt
thtioQ.« >Her^« sagt Kuolland^ >ir haod uDnrecht; daan land
ir Richarden erbäncken , der üeh so wol gediennet hat, so
wyrt ee üch ein grosse schand sinn. Und ich sagen üch zuo 6
^y S^^i gsich ich inn häncken, das ich inn der selbigen stund
von uch und uß öwernt dienst seheyden wyll , und wyll so
wyt, das ir niemmer mer nüt von mir vernemmen müessend.«
iRuolland,-^ sagt Ollyfier , »gedenck nüt, daz ich nach dir
belyb.« Der red ward Karly vast zornig, also d»z er nüt ein to
wort reden kond. Ir sond wüssen , daz der gantz zug unn-
^^ruewig ward u& ursach, daz sy forchtend, Rengnold liesse den
^■hertzog Kyehart erhäncken; wann im was niengklicher hold.
^■Defi selbigen morgens beruoft Rengnold sine bruodern und
^Esprach: >Minne bruodern, es gät uns vast übel, darumm daz u
1 wir DÜt mit Karly fryd haben mögend. Und die wyll im also
I ist, so wyll ich inn leydig und zornig machen by der trüw,
die ich dem alten Amon, unserm vatter, schuldig binn* Wann
I ich weyiä wol , het er uns , das er kein erbermd über uns
^BkabeD ward. Darumm bin ich inn wyllen^ den bertzog Ri- so
^Bchart von stund an vor im erhäncken zelilssen; wann ich gloub,
^TBr werd sinn unsinig, wenn er inn gsächen wirt.v >ßruoder^<
sagt Alard« »ich wils gernn thuon.ff »Es gfalt mir wol,«
^■pagi Rengnold. »Läis den galgen machen uff den bochen
Bftbarnn, damit inn Karly und sinn volck gsächen mögend. c aft
r Das beschach» und der erst, der in ersach, das was RuoIIand.
^M>er sprach zuo Karly: »Her, gsächend, sy wend Rycharden
^^erhänckeu. Ach, er hat sin zyt übel ungleyt üch zedieunen:
I ir lonnend im übel, Ir ertzöugend [bL 264] den andren bösse
bjspyl, die üch dienDend.« »Acb,< sprach Ollyfier, >nunn so
^MTTrt der fromm hertzog schantlich erimnckt; wann der galgen
^Bat schon uf gericht« ^8chwig!< sprach Karly, ^^sy ttiuond
^Bes^ daz sy mich er^^chreckind und fryd überkommend. Aber
\ sy werdend inn darumm nüt haben. Ich weyfi och wol , das
ay im nüt thuon werdend. «t Inn dem luoget Ollyfier gegen ab
der stat (wann im lag die saefa aer im hertzen) und gsach^
7 üß hs.
16*
244
das man die leyttern uff <!talt, Do spnicli er zuo Ruolland !
»Ach, RuoUand, minu fründ, )?8icli die leytteni, die ist schon
uff gerichtl Ach^ er hatt ain zyt übel anglejt Karly zediennen.c
>Her Ollyfier, ir sagend whr,^ sagt Ruolland ; ^-got sig im
5 beholffen!'« Do die lejtfcern an galgeii gestelt was, do ruoft
Rengnold zechen siner dienner und sprach ziio innen : »Ir
gsellen, gand und reychend den hertzog Rjclmrt! Wunn er
muoi von stund an erhäuckt werden. 'v Sy sagtend: ^Jä, her.«
Und giengend damit inn die kammer, da fundend sy inn im
10 achach spyllend mit Johans, Rengnolden siin. Und erwustend
und sagtend zuo im: »Her, kommend harfiir! Wann ir miies-
send erhänckt werden von stund an.« Do sy Richart verstuoud,
do gsach er sy entwerryla an und wott innen kein antwurt
gen, Sünders sprach zuo Johans: ^Minn frilnd, mach für dich !«
if> Do die knecht das gsächend, do erwnsteud sy inn, einer da,
der ander thert, und sagtend: ^ Stand uf! Wann ir müessend
Kariy zeteyd erhänckt werden.« Do Rjchart gsach , das er
gfangen was, do erwust er ein hälffenbeinyls fröwlj und gab^
der knechten einem ein so hertten strejch damit an siniifl
so sternnen, das er nyder fiel. Nach dem nam er ein rytter und
Bchluog ein andren damit uff den kopff, daz er im den zer-
schluog. Darnach schluog er nach einen mit der tust, das er
im den hala zerschluog, daz er tod nyder ßel. Do die andren
ire gaellen also zuo geröst gsächend, do fluchend sy. Und
»s Rychart schrey innen nach: >(tand hinweg, ir buoben ! Üaz
öch got verfll\ech ! « Demnach sagt er zuo Johaus, der was gar
erschrocken: *Mjn sun, mach für dich! Wann du muost ge-
mattet werden. Ich gloub, das dis buoben truncken stgend,
daz sy mich also füeren wottend. Aber es ist innen übel uß
l*fo gach lagen.« Do inn Johans so zornig gsach, do fcorft er nüt
dar wyder gsagen, sunders naniiu sin ritfeer, das er sich gonmpte
vor matten. Aber er moclit nüt. Do er inn gemattet hat,
do ruoft er einem knecht und sprach zuo im; »Gang, nimm
dyfi tod puren und wyrf sy zumni venster uß!« Der knecht
«& thet es von stund an , wann er getorst es nüt underwegen
lassen ul forcht. Allard was usserthaib dem schloß and
warttet Rycharden; da gsach er, das mann todt löt zumm
Tenster uIb warf im thurnn , des er vtist zornig ward. Und
245
gteiig ZQO liengnold und »prach 2uo im: »Bruoder, ich gloub,
Rycbart well sieh nüt fachen lassen, Gaich , wie er unser
Tolek ertodt und -^umm thurnn u& geworffeu hat.« »Bruoder^c
fp»ch Rengnoldt »läü uns gen unserm volck zehitf kommen, er
wyrfe sy misi all ertödeo.c Inn dem kämmend die Üücbtigen, die »
aagtend atuo Rengnold: »By gott, Rycbart will sich not fachen
lassen; wann erhatdry unser gsellen ertödt« Do Rengnold dyß
erhört, do acbwaor er by got, wenn er out des tags fryd mit
fckarly het, so mOeüte Hychart erhänekt werden, geb waz
damä entsprunge. Nach dysser red gieng er mit sinnen bruo- i«
dem ZTio Hychart inn thurno sanipt fiertzig gewapuetter ryt-
tern inn fachen. Und sprach zuo im: »Warumm band ir mir
mto folck ertödt?« »Vettej,« sagt Richart, »ich wils äch
sagen. Ks ist war, duz zechen buoben kämmend, die leyttend
band an mich und sagtend, ir bettend es innen geholten. Daz i(»
liab ich not wellen j^louhen; darunim hab ich iren dry ertodt,
wann ich mocht mich sinn nüt über haben. Aber duockt
ucbt daz ich unrecht getbän hab, so sträüeud mich. Het ich
Aeh gfangeUf als ir mich band, ich het ücb dysse schand nüt
XQO gf&egt Es ist nüt biüich, daz mich die puren tüdtind;^
darujum band die purren des engulten, des sy sich angenom-
meo band. Es kan mich sinn niemmen gschälten.« »By got,«
sagt Rengnold, »Richart, ir mögend sagen, waz ir wend ; aber
ban ich nüt uff den hüttigen tag fryd , so wyll ich dich an
msmliche eud bäncken lä^iseo, daz dich Karly wol sächen mag as
Qod dir not mag zehylf kommen,« »By miner trüw,< sprach
Kychart, »ich hab kein sorg, daz irs thüegend, diewyl Karly
lapt; wann ir dörffend nüt.« Der red ward Rengnold vast
zornig und sagt zuo im: »By got, du muosfc innen werden,
ob ichs thuon dörf oder nüt.« Damit lieü er inn fachen und ^
bioden und zumm galgen füeren und sprach zuo im: >Rycbarfc,
ttann gedenck under zweyen daz hesser, das ist, das verschaf-
feat, daz ich fryd überkomme oder daz du Karly über gebest
und mir hylflich sigest. Dann wo du deren eytwedterß nüt
thuost, 80 wyll ich dich von stund an erhikicken lassen und >*
wyls nüt ouder wegen lassen, darumm daz du mines gschlächtz
6 will hs.
246
bist. Aber wiltu mir beholffen ein ^ so mnost von stund an
ledig werden.* Do Richart Rengnolden veratuoad, sprs&ch e^H
2U0 im: »By got^ Rengnold, du redtst wie ein kind, Meinstu,
daz ich das thüeg, so du 9a«(3t, von forcht des todea? War-
ft lieh, ueinn; wann der kejser ist min natürlicher her, und ob
er schon untzimlich an mir fart, aol ich inn dennecht nüt
verloognen. Wann handlet er übel an mir, wjrt er wol am^
jüngsten tag finden. Aber wiltu recht thuon, so lych mir eia(
hotten; der rauoß zuo Karlj und sinnen forsten, üeerkiinnen,
10 ob sy mich wellend so schantüchen sterben lassen.« ''BjJ
mijier trüw,^ sagt Rengnold, »daz gfalt mir wol.«
Wie der fryden graacht ward zwuscheud Karly und
den süii Ammon, und wie Reugnold [bh 2(i5] über
roer fuor, und wie Karly Rengnolden brileder ent-
lö ptieng imd ilarnach uff brach und gen [Luttich] kam,
und wie er Bayarden uflf der brug da selbs inn die
Mussei ließ werffeu, eiu grossen mullysteinu am hals,
und wie er euttrann und nut ertranck und Reng-
nolden brüedern wyder ward, j
I
so
Rengnold beruoft siner diennern einer und sprach zno
im: »Gang und thuo das, so dir Rychart sagen wyrt« > Lieber
fr und,« sagt Rychart, »gang zuo Karly und sag im, ich hätte
inn, hab er mich ye lieb gehept, das er Rengnolden vertxicbe,
und will erß nüt thuon, das er har werUich luoge, so wyrfc
26 er mich schantiichen gsächen erbäncken \ Deüglichen sag Rnol-
landen und sinen gsellen, habend sy mich ye lieb gehept, daz
sy Karly bittend, das er mich nüt so schantlich erhänckeo
lasse.« *Her«, sagt der bott , t^ich will üwer hotschaft wot
enden,« Und fuor damit hinnweg und gieng inn Karlys läger;
Bo den fand er inn siner zält vasi unmuottig. Der bot gruotst
iim und sprach zua im: *Her, der hertzog Hychart enipfilcht
sieh inn üwere göettige gnad frünÜichen und bit uch, habend
ir inn ye lieb gehept, das irß im yetz ertzeigend. Wann erj
15 LütttckJ lücke in der bs., ergänzt nach 253, 17.
I
^
^
247
nn wol : dann wann R^^ngtiold dyß tnga uüt fryd aber
knnipt, werdend ir inn gsächen schantlichen erfaancken. Wann
da mögend ir den galgen wol ggiclien.c Darnach sagt er zuo
ßuolland ond zuo den fürsten: >Ir beren, der hertzog Rychart
byt üch all, babent ir inn je lieb ^hept, daz ir den keyser 6
hütend, da2 er fryd mit Bengnoldeo mache, oder er wyrt säst
mtiessen sterben.« Do Kuolland daz erhört, sprach er zuo
Kariy: »Her^ iydend tiinm gotzwillen nüt, daz er erhänckt
werde, dardorch ir geschulten würden d. Ir wussend wol, daz
er der zwölf oberaten forsten einer ist und der , so öch am lo
basten gediennet hat inn üwern gescbäften. Mjichend fryd
mit Rengnotd ; wann es wer uch ein grosse scband^ wenn ir
Bn also sterben liessend.« Do die heren Ruollanden verstuon-
do sagtend sy all zuo Karly: »Her, volgend öwerm
Tetter an<m gotzwillen!' Do Karly sine forsten erhört, do iß
schwnor er inn grossem zornn, Rengnold tnüeüte nüt fryd mit
haben, er gebe im dann Magia. »Hand des hert/og Ky-
rtz kein sorgl Wann Kenguold lies im ee sine ougen uß
en» ee er im etwaz thette,« »Her,«* sprach der bischof
örpinn, >mieh dunckk, ir sigend nüt f»inu dnneu ; wann ir 10
end scbonn, daz er vernirtteillt ist zumni tod.* »Türpin,<
Karly, »ir redend torlich, Wüssend ir mit, daz er Reng-
nolden frund ist? ich weyö wol, daz er im nüt thuot.c »Ir
band recht,« sagt Ollyfier, »daz ir sagend, er werd im nttt
tbnon. Ich weyß, het er üch, er wurd ilch öch erbaückeu*c »
»Her Ollyfier,« sagt der bot, »ich sag üch by roiner tröw,
daz Rengnold gesteri not anders thet dann den hertzog Ri-
cliart hätten, daz er Karly Terschwüere, so wett er inn laben
lassen. Aber er hat es not wellen thuon.« Und sprach damit
«ao Karly: »Her, liept es üch, so sagend mir, waz ich Ry- so
charden sagen solle.« >Fründ,« sprach Karlv, »du solt im
uigen, dttz er im nüt entsitze; watm Rengnold dörf im n&t
Uiuoii.« Do er Earlis red yerstuond, do mocht er nät schwi^
gen, daz er nüt zuo im sagte: ^Her, ir sind zeübermtlettig.
Fürwar, Rengnold achtet äwer hoffart wenig, und sagen ücb, S6
daz AUard nunn miner zuokunft warttet und nüt hunderb
tussend kronnen nemme , daz er inn nüt erhanckte«« Damit
nnacht er sich uff die sträß gegen Dordonna on urlob nemmeo.
248
Do die füraten gsächend, daz der bot hinweg gieng on anfe-
wurfc, do wiirdend sy vast zornig. »Ach got,< sprach Gergitj
twett der tüifel, wie ist der keyser so bert, daz er nüt fry4
machen w*yll ! Ich weyß wol, daz inn Reogiiüld wirt hÜBckeil
a lassen.« >GergiR,« sagt Ruolland, »du sagst war; aber gol
half mir iiieramer mer, wyrt er erhänckt, wenn ich by deiil
keyser belyb. * Und sprach damit »uo sinnen gsellen: »1|
heren, wie weud wir thnon? Wend wir Rycharden also er-
liäncken lassen, nnsern gsellen, der durch sin raanheyt gfangen
10 ist? Ach, yefcz werdend wir inn gsächen scliantlichen sterben^
das nunn ein groß Jammer sinn wyrt*< RuoUand gieng zw
Karly als ein vertxwyfletter mann und sprach zuo im: »Hei
ich gib üch minn dienst uff.« Darnach sagt er zuo Gergis
»Gsell Gergis, waz wilt du thuon? Wilt mit mir kommen
15 Land uns dyasen tüffel da lassen; wann er ist aller dingei
ertoubet, darunim daz wir im so ghorsamm sind und inn sovyl
mallen gebätten band; des er sich hoffertig achtet. <^ »B;
ojinem höpt,< sprach Gergis, »RuoUand, du sagst war. Ich
will nüt mer beliben, sunders will mit dir, syt daz er will,
ifo geschechen lassen, daz ein so maniicher rytter erhtinckt werddj
als Hychart ist, der im so triilich gediennet hat« Do di
(Jllyfier erhört, do sprach er: »Ir [bL 266] heren, ich wil
mit lieh hinweg.« »Und ich och,« sagt Anses, desglichei
Astolf, Hug von Burgundia, Beringer, Doon von Nantoweyl,
25 Salomon von Brettania. Do Türpin daz ersach, do sprach er
»»Her, es ist üch böfi dienneü, by miner trüw! Wann um
wol dien neu lonnend ir übel , als ir daoo Rycharden ertzoi*
gend, der üch so frummklichen gedienet hat.« Do Karly sini
forsten so zornig gsach, sprach er zuo innen: »Ir heren, harn
■0 mnm Richarden kein sorg, wann imm beschichfc nüt.* »Her,<
sprach Anses, »ir band unrecht, das ir semlichs sagend; wir
gsächend docli den galgen, der ist schon uf gericht. Darum
bitten ich got, daz ich eines bössen todes ersterbe, belib icl
mer by üch.« Und gieng damit uü keysers zält , desglichei
iie andren fürsten och, und liessend ire zälten nyder von stund
au. Do daz Kariys volck ersächend, do wurdend sy vast ui
rüewig. Und kam darzuo, daz nüt ein einiger fürst inn Karl
läger beleih, dann allein die armmen edellüt und gmeinn volck
IT
3
«nti das lager ward ^etniDdert mer dann um in fierUig tus-
oil strvltero , die machtend «ich uö' die strati hinweg. Do
Id 80 ein grosse zal Toicks mit ein andren gsnch koni*
SiieDf do sprach er zuo dem hotten, der by Karly gsin was:
»Sag mir, waz dir Karlj gsagt bab!« iHer^c sagt er, »Karly &
will kuriz uinm nut fryd mit üch machen, sunders enbnt öeh,
diz ir nüt so frysch sigend, daz ir Richarden etwax thüegend.*
Rengnold den hotten verstuond , sprach er zuo Richart:
Kanu magsto gsichen , wie dich der keyser lieb hat. Von
inet wegen sind die fürsten so zornig über inn, daz sy hinweg lo
end; ich gloub, es belibe niemmen by im dann der gräf
annellon und sin gschlächk; wan ira zälteu sind nach uf-
iht« Do Rengnold wu&t« daz die fursten zornig über Karly
Irend, do verkart sich sin gemüet und sprach zuo Kychart:
Durch gotz willen, vetter, bit ich dich, daz du mir vertzi- ia
est die groß seh mach, die ich dir bewissen faab,« »Vetter,«
sagt Rtchart, »ich schilt dich nüt; wan ich weyß wol, daz
tiarly daz alles gmacht hat durch sin grussam mkeyt.t Reng-
kotd band inn wyder uf; des sine brnodern vast tro wärend,
lie wol sy forhinn des willens wärend gsin inn zetöden. ao
demnach sprach Rengnold zuo im: »Vetter, wir wend da
Qogen, waz Karly thuon wellet Do Karly gsach, daz sine
fUmten hinweg ryttend, do ward er so zornig, daz er ein halb
Np^T aufieng zegnagen^ so er inn der band hat. Demnach
njMtt er einem rytter, zuo dem sagt er: »Sytzend bald uffaö
üwer pfert und ryttend minnen forsten nach und sagend innen,
By sollend wyder kommen, so well ich alles thuon, so sy wel-
lend, und well Rengnolden ?ertzichen.< »Her,« sprach der
rytter, «gesegnet sig die stund, inn deren üch got dyssen
wiUen geben hat!« Und sa^ damit uff sin pfert und reyt den so
forsten nacL Do Rengnold den rytter gsach so Rchnel rytten,
do sprach er zuo Rychart: »Vetter, ich gsich ein rytter kom-
men vast schnell, der ist uß Karlys zeit geritten ; ich gloub,
er rytt den fürsten nach, daz er sy wyderumm heysae kommen.
Wir werdend ufi den hüttigen tag fryd überkomen , ist ao
es gotz will« »Vetter,« sprach Rychart, »du wyrst fryd haben
wyder aller deren willen, die inn wendend. Ich soll mine gsellen
10 über hs, 07 gselle hs«
warft ^B
•7» vnr schantlichom tod bewart
fi haiid.< Tnn dem errjlt
14* «gt sao tonen: ^Ir heren , der
. •■ir. du ir wjder kommend » er well
i^m nm üwert wegen. Um in gotx willen
MMMtt« wsmi er hat nie uff gehört weinnen
> ^ttt<m sind.« »Änses,^ sprach Ruol-
bar rytten! Ich hab den fryden
«oMii^ieh krieg wyrt nunn ein end haben^
.^ liai.« Der red ward Anses fast fro und
^«a btmel und sprach: /der Jhesuchrisi,
B ikä Karly daz gniLied geben hast!* Nach
ui üe beren wyderumm. Do daz [{engnold
_ mo Rychart: »Vetter, die beren kerrend
^ YMi iir^ ^A jlo«l>, der fryd werd uif den hüttigen tag
\» K%rly sine forsten wyder gsach kommen , do
.^^ ^^ -1111-0 ii^ijteo und sprach: »Ir beren, ir sind yoII
^ii^^fgi. ^iflNrt« te ir mich zuo frjdeti zwingend wider min
^11^^ Ir «taMud« wie ich inn so gar hassen, das ich inn
^A^lMfl IMKU. Dnrnmni, wend ir, daz ich fryd mit im
^,- 1^ myi teh, duz er über mer hinweg fare» übel bekleyt^
^ll^rfL ^^ ^^^ Uayard gebe. Thuot er im also, so hat er
|Mi^ «m4 iiAt Darumm thüeg üwer einer die botscbaft.c
^Ulf^« mfj^ 4tidea, »ich will rytten, ist es dwer will.c >Es
i^fljk WiHit m^X^ ngt Ktirly. Also reyt er gen Dordonna. Do
ilA K^*iW^*l gmoh kommen , do kämm er im engegen und
^i^iwültmt i^'^ * rlarnacli sprach Anses zuo im: ^Rengnold,
K^i'lv ficibdt dir heyl.* >Got danck im,« sagt Rengnold,
'\ hab ich da2, so ich lange zyt begert hab. Wird ich
«« ^t^ tiab^o^ Anses?« >Ja,'X sagt Anses, »inn söllieher gstalt,
Ikia kk dir «igmi wyll: du wyrst zefuota über mer faren, öbel
|«k)l^ii diu spis suochend umm gotz willen, und wirst liarly
Hi^jArdMi UUmh. Wenn du daz thuost, so wirst fryd haben,
wyll din erb dtonen bruodern wider geben. t > Anses,«
Kmignold, »sind mir gott wilkommen! Ich bin gantz
b^r^Yi d«^ keysers gebot zethuoo, und will er anders, so will
i
4
i
251
ichs thoon. Und bio bereyt morn hinweg zegän. * Do Anees
und Richart RreDgnolden veratuondend, do wäreüd sy vast fro,
daramm das er Karly ghorsamm sin wott. Rengnold gieng
CN3 Tertoig inn stal und namm Bayard und gab d^u Anses;
deninaeh nam er die panner nnd atackt sy ziimm grossen thurnn
ofi znmm zeichen de« frydens. Do daz Karly ersach^ do zeigt
erß Kuollanden. »Ach gott,< [bl. 267] sprach (üiolland, »wie
ist Rengnold so von edler naiur, daz er den f'ryden inn 0ÖI-
licber gstali angenommen hat!« »Ruollaod,« sagt Gergis,
>ReDgnold ist ein lämbty vollen miltigkeyt,* Diewil kam 10
Anses, der brächt Bayarden; den gab er Karly und sprach:
>Her, Rengnold ist bereyt üwern willen zeyolstrecken und
will momn hinweg faren.« »Dax gfalt mir wol,« sagt Karly;
»aber sagend mir, waz thnot Rychart?c »rier,<i sagt Anses,
»iff ist frisch* Und ist by Rengnolden beliben ; wann er will i*
im das gleyt geben , wenn er hinnweg gät « Rengnold was
guotter dingen. Kr sprach zuo sintien broodern: »Ir heren,
ich bit ücb, daz ir nüt trurig sigend unim niio hinscbeyden ;
wann ich hab diesen fryden in er durch üvvertwillen angenoni-
roen, dann von minetwegen. Ich bit üch» daz ir üch wol 10
haltend inn minem abwessen.t Nach dysser red gieng er inn
dnn kammer und zoch sich ab und leyt ein bruoderrock an
and ein gros par schiioch. Der hertzog Richart was stetz by
iro; dem befalch er sine bruodern, frow und kind. Demnach
gieng er zuo der hertzogin; deren ward ämüchtig, do sy inn aa
aldo bekleyt gaach. Und Rengnold sprach zuo ir: >Frow,
sind nüt so bekümmerk umui gotzwillen, wuno ich wyll bald
widerkoinmen. Mine bruodern werdend by uch beliben. Dar-
oiDm bitten ich got, daz er üch vor dem tod beware.« Und
küßt und ummfieng sy damit. Do inn die hertzogin gsach lo
hinweg [gän], do fiel sy nach einest inn ämmacht. Do sy
wider zuo ir selbs kam, sprach sy: ^Ach, iniun aller liepster
gtniiohel, got beware üch! Wann ich weyß wo), daz ich üch
niemmer mer gsäcben wyrd.c Demnach als Rengnold urlob
vonn sinem gmachej genommen hat, do macht er sich uff die sä
sträfi. Der hertzog Rychart, sine bruodern und sin volck
16 was] darunter darchgeatrichenes tistc hs. 18 ich] wieder-
holt bs. 31 ammäcbt hs.
252
gähend im daz g^eyt vast wyt mit grossem erbermd, AIho
sagt Rengnold zno innen: »Ir hereo, ich bit üch, das ir wy-
deriimm kerend ; dann diewil ich by Üch biu , mag ich Döt
f ml ich sin, Kerend wider umm im uammeu gottes und trö-
6 stend minn gmachel, die befilch ich üeh sampi minnen süQuen.c H
Ir sond wö^sen, das keiner von im urlob nemen kond, so gar
betrüepi wärend sy, dann allein Allard, der sagt zuo im:
tMin lieber bruoder, ich bit dich fruntücheDi daz du gedea-
ckest bald wider zekommen ; wann din hinscbeyden fchuot mir
10 so wee, daz es wenig feit, da^ ich nut stirb. Ich wird niemmer
mer fröHeh, untz daz du wyder kumpst,« Und nmfieng inn
damit und namm urlob vonn im mit grossem leyd, darnach
der hertzog Richart Zuo dem sagt Ueiignold: 5> Vetter, ich ^
befilch dir mine bruoder, min frow und miiie kind ; wann sy "
1* sind iiwers geblüetz, ir wüsaendtz wol.« i»Vetter,« sagt Ry-
chart, >ich verbeyssen üch, daz ich innen hälffen will mit all
uiinem vermögen an allein wyder den keyser. Darumm hab
iren kein sorg, wann sy müessend kein mangel haben.* Dauiit
schied Eengnold hinweg, nnd Ktcbart von Normmandia und
äo liengnolden bruoder karttend wider gen Dordonna zuo der
bertzoginn. Die fuort so gros leyd, daz es ein erbermd was
ECfiächen; aber der hertzog Rychart nam ay by der band und
trost und seyt iren so vyl schöuner wortten, daz sy ein wenig M
von irem leyd ließ. Darnach sprach er zuo sinen vettern ; "
iÄ >Ir beren, rüstend üeb, so wend wir zuo Karly.« »Ja,« sag*
tend sy, i^vetter.« Und giengend damit und leyttend ir aller
schönsten kleyder an, so sy hattend; demnach sässend sy ufl*
Ire pferfc und ryttend inn Karlys liiger. Üo sy Karly gsacti
kommen, do gebot er all sinnen fiiraten, daz sy innen engegen
80 ryttend, »Ach got,« sagt Ruoliand, »nunn kommend die dry
bruodern, vast betröept. Wärlieh, sy band wol ursach, wann
sy band ir entschüttung verloren,« Diewyl kämend die dry
bruodern für Karly und knüwettend für inn nyder» Und Al-
lard sprach zuo im: »Her, Rengnold, unser bruoder, läßt üch
3ft grüetzeu als sinen natürlichen heren und schickt äch den her-
tzog Rychart, der ist hie. Und bit üch, daz ir uns inn be-
felch haben; wann er ist hinweg ober mer üwer gebot enden,«
»Sind mir got wilkommen!« sagt Karly; »wann syt daz uns
253
got verreiot hat, so wü«»send, daz ich öch för mine frtind halten
II* Und kunipt üwer bruoder wider , so will ich iim als
lieb haben ^ als ich iniun vetter Haolland hab; wann er ist
sin wol wärtt« >HerT« sagt Allard, »gott sende iofi una
wider dnrch sinn ^nad!^ Demnach sagt Karly zuo dein her-
teog Richart: »Richart, ich byt üch, daz ir mir vertzichetid;
wiinii ich bino not wytziger gsin^ daz ich üch hab wellen die
scbmäch lätseo bewygsen.« »Her,« sagt Rychart, »es ist üch
als Tertziget], »over daz ir Kengnoldeu gmachel, sine bruodern
tind sine sün inn befelch habend; wann sy band mir grossei
frflntschaft hew3rBseo,< » Richart, € sagt Karly, »ir sond wiissen,
das ich sy not verlassen wyll, diewil ich laben, Önd wenn
R«ngnolden süii erwachsend, so will ich sy erlichen äuo rytter
8cblachen.< » FT er, grossen danck!« sagt Richart. Nach dysser
red gebot Karly, daz yedernian abznge. Daz beschach. Und u
er tafi och uff sin pfert und macht sieh uff die sträs and kam
gen Ldttich; da lag er iibernacht uS der Musselbrog, Mor-
uendes früe ließ er im Bayard , Rengnoiden pfert, bringen.
l>o er vor im was, sprach er: »0 I^ayard, Bayard , du hast
mich xnmm dickern mal ertzürnt; aber es ist darzuo kommen iq
(got hab danek!), daz ich niich an dir rächen kann umm duz
lejd and lyden, so du mir zuo gefQegt hast, und dir thiir
werden muoi.< und gebot damit, daz mann im ein mully-
atein an hals hänckte und inn ab der brngg hinab inn die
Massel wurffe. Daz beschach. Und Bayard gieog au boden, 2»
des Karly grosse fröud hat, nnd sprach: >Nnnn hab ich daz
verbrächt, so ich begert hab: du bist tod , magst nüt daz
waaecT als uß trincken.« Do die fursten [bl. 268] Kurlys
groaae gru^arakeyt ersächend , das er sich an einnem thier
raeh , do warend sy übel zefryden , und Tfltpin sprach zuo *o
Uergis: »Wie gfalt üch Karly? Kr hat wol ertzoogt uff dis
mSü ein teyl siner thorheyt.< 'Her,^ sagt Gergis, »ir sagend
w&r; er hat ein vast grosse torheyt begangen , daz er ein döl-
lichs thier hat ummbrächt. -^ >Gsel,« sprach OUyrier zuo Ruol-
land^ »warlich, din vetter ist touh.« »Du sagst war,« sagt«
Roolland, »ich erkenns woLt Do Bayard inn daz wasser
S5 an] ober der zeile, darauf 'inn' ha.
±
254
geworflfen was, do kftm er an boden. Der mocht ounn mit
wjder htnuf kommei] vor dem mällystein, so er am hals hat.
Yedoch schbog er sovast uff den stein mit sinnen füessen, fl
daz er zerbrach. Und kam hinuf und sdiwamm zuo land utf ^
» der andern sytten. und do er nfn land kam, schut er daz
Wasser ab im und fien£C an schrjeu; darnach luf er inn den
grossen wald Ardanoia, Da ward er darnach wjder gfan^en
und Kengnoldeu brnodem uberauhvurt Do Karlj gsach, das
im Bayard enttrunnen was, do fuort; er so gros leyd, daz er
itt 8chit*r von sinnen kämm; aber die fürsten wärend all fro.
Also enttrann Bayard uü Karlys band, Nach dem allem gab
Karly all binnen fiir^teo und voick urlob heimm zuotzuchen, ■
des sy vasft fro wärend; wann sy wärend vast beging, ire
laud, wib und kinder zesächen. Nun weud wir von Eeng-
ifi noiden sagen*
Wie Reugnold Magis zuo Coustaunoppel fand, und wie
sy mit ein andren gen Jhernsalem giengend und die
stat belägret fnndend von Krysten, und wie sy wider
gvvunnen und der kunig erlößt wurdend von ßeug-
nolden und Magis.
Die hysioria sagt, das demnach als Rengnold von Dor-
donna gächeyden was, sovast gieng, das er gen Constantinoppei
kämm, und beherberget sich by ein frowen, die was eines
frommen läbens. Die gab im zessen daz, so ir got geben
S5 hat; demnach wuosch sy im sine fließ, wie sy dann zethuoQ
brüchig was den pilgrlnn; demnach namm sy inn by der fl
haud und fuort inn inn ein kammer und sprach zuo im: »Minn
Iroinmer man, ir werdend hie scbläffen; wann inn der andren
kammer ligt ein andren pilgramm, der ist vast kranck.* *Frow,€ fl
«0 sagt Rengnold, »ich bit üch , daz ir mich den piigry sächtso "
lässeud.« ^Gernn,« sagt die frow und fuort inn damit zuo
dem piigry. Uo inn Rengnold gsach, do erkant er inn wol,
daz es sin vetter Magis was, des er vast fro was. Und sprach M
zuo im: »Lieber fründ, wie stät es umm üch?« Do inn Magis ™
Säbort reden, do sprang er uJk dem bet, als ob er nie kranck ,
255
gsin were , und ammfieng Rengnoldeti mer dann zehnndert
mallen und fragt inn, was glucks inn här gfüert het, ob er fryd
mit Early überkommen het. >Jä, vetter, inn der gstalt, als
ich dir sagen will.c Und ertzalt im damit allen vertrag, so
er mit Karly ghept hat; des Magis vast fro was und lopt 6
got. Und sagt witter zuo Rengnold: »Vetter, ich bin genessen
Yon wegen der guotten meren, so du mir gsagt hast; darumra
bin ich der meinung, wir gangend mit ein andren.c Do die
guot frow gsach, daz die pilgry so gros väst haltend, do ge-
dächt sy wol , sy werind erlich lüt ; darunim sy zuo innen lo
sprach: »Ir heren , ich gsich , daz ir ein andren erkennend.
Darumm bit ich üch, daz ir mir sagend, wer ir sigend.c
>Frow,« sagt Magis, »ich wils üch sagen: wir sind zweu armm
rytter, ufi Franckrich vertriben, und sind brüeders sün.» Der
meren was die guot frow vast fro. Die zwenn vetter wärend i6
vast fro, daz sy ein andren funden hattend. Mornendes näm-
uiend sy urlob von der guotten frowen und machtend sich ufip
die strää. Dnd giengend sovast, daz sy zenechst für Jherusalem
kämmend» des sy gott grossen danck sagtend. Und als sy
ein wenig fürhas kämmend , do erstehend sy ein gros her »o
umm die stat liggen mit Krysten; die wottend den amiroll
von Persia zerstören, der hat die stat mit verrettery inge-
nouinien. Do Rengnold daz her vor der stat gsach, sagt er
zuo Magis: »Vetter, ich verwundern mich, ob daz Krysten oder
heyden sigend.« »Und ich och,« sagt Magis. Und als sy mit 25
ein andren rettend , do kämm ein alterman zuo innen , der
kämm uä dem läger. Zuo dem sagt Rengnold: »Got grüetz
üch, frommer man! Sagend mir, waz lütten vor der stat li-
gend.« »Es sind Krysten,« sagt er, ^die band die stat be-
legret, darumm daz sy der amirol von Persia ingeuoinnien hat so
mit verrettery. Wann der amirol hat sich bekleyt inn pil-
gris wy^ und vyl mit im , und ist einer nach dem andren
hin inn kommen. Und do sy all hin inn kämmend, bliessend
sy ein hornn und zugend ire schwertter uß und stryttend so
mechtig, daz sy her inn der stat wurdend, ee sich der künig ss
Thomas gewapnette und sin volck; der ist gfangen mit etlichen
9 väst] vest hfl.
256
siner hereu. Daruiiim die landtz[bL 269]hereii und landt-
volck die Peraer inu der stat belägret band, inn hoffüung, sy
werde bald wjder gwunnen.« Nacb djsser red machtend sj
sich uff die sträß inn daz läger. Do sj darin wärend, gsach
R yederman Rengnolden an , der was so ein schönner pilgry,
Rengnold sprach zuo Magis: »Vetter, wir mQesseiid ein hutly
inaclien aoi egg dysser muren,* Also bort Magis nÖt uf,
untÄ daz er ein hütly gmacht hat. Üiewyl sy ir hötly mach-
tend, fiel der amirol ni der stat mit drü tus8end stryttern,
^^ Do der gräf von Ranias, Galleran von Sayetta und Gödfryd
von Natzeret daz ersächend, do sässend sy uff ire pfert Der
gräf von Jaffet was der erst geröst, ylt uff die Törcken und
schrey »Jaifet!* und schediget die Perser vast übel. Do die
Krysten gewapnet wärend , do fieng ein bertter stryt an uff
16 beden syben. Die fier Krysten, der graf von Jaffet, der gräf
von Ramas, Galleran von Sayetta und Gödfrid von Natzeret,
hieltend sieb vast manlich, insuuderheyt Gödfryd von Natzeret;
wann alle die, so er traf, schickt er inn die hell. Do daz
der amirol ersach, do nam er ein sper und reyt gegen Göd-
so fryd, nnd er gegen im, also daz ire sper zuo stucken sprutztend.
Und begegnetteud ein andren mit iren üben, daz der am i roll
zuo erden fiel; des er vast zornig ward. Und stuond schnell
wider uf und zog sin seh wert ula nnd stalt sieb zuo wer. Und
Gödfryd gab im so ein hertteo streich^ daz er schier zuo erden
26 fieL Inn dem erwust er inn by sinnem hülm und wott inn
mit im füeren; aber er mocht nüt, wann der amirol schrey
sin kry »Per«a, Persia^!« darumm inn sin voick erloüL Do
Kengnold gaach , daz der stryt so grussaaim was, sprach er
zuo Magis; >Acb, vetter, het ich min barnisch, so wett ich
[80 nnserra volck lialffen.« ^Vettere, sagt Magis, »ich mocht wol
lyden , daz wir barnisch betten,« »Ach,« sagt Rengnold,
*warumm hab ich not Bayurd und Flamberga, min schwertlc
Vast übel wärend die zwen vettern zefriden, daz sy not gerüat
wärend zuo strytten. Diewil sy mit ein andren red hieltend,
s& hieltend sich die Krysten so manlich, daz der amiro] abblassen
ließ. Do die Krysten gsächend, daz die heyden siglos wärend,
«
^ ablassen ha.
257
n
do jlt€nd sjr iauen nvkch ond ertodtend ireii sovyl, daz es ein
wunder was. Und begab sich uff dein weg, daz die heydeii
für Rengnolden Imtlj rittend, und falteud es im umra. Do
g8ach Ueognold umm sich und fand nüt anders, daz er stritten
kand^ dnim ein siangen; die nam er zuo beden heuden, und t
wie die hejden för rjttend, schluog er all streich zweu nyder,
also daz er Iren des tags mer dann hundert ertodt Do Magis
gsach, daz sich Kengnold so wol hielt, do namm er sin pilgry-
stah und fieng au also in die hejden zesch lachen, daz er iren
fil ertodt, Inn dem kämmend der gräf von Ramas und <töd- i^
frjd von Natzeret, die jltend den heyden nach; die ersächeud
die grossen manhejtien, so ßengnold und Magis begiengend;
des sy sich verwunderttend. >Ach got,< sagt Godfryd, »wer
mögend sy sin? Ich gloub, got hab sy uns bar gesentt.«
»Her,« sagt der gräf von Hamas, >icb räfcten, wir fragend sy, »ft
wer sy aigend.« Diewyl kämmend die heyden wyder inn die
siat. Deninach kam der gräf von Hamas zuo ßengnold und
Magis und sprach zuo innen: >Ir heren, ich bit üch» daz ir
mir uwere nanimen sagend.« *Her,€ sagt Renguold, >daz
will ich ücb gern sagen: ich heyls ßengnold von Muntabant.« so
Do der gräf von Hammas hört, daz er ßengnold von Mun-
tabant was, do ward er vast fro und sprach zuo im: »0 edler
rytier, sind uns got wilkommen! Ich bit üch, daz ir mit mir
kommend inn min zält mit üwerm gaellen. Wer ist er'?<
»8er,« sagt ßengnold, »er ist nainn vetter und heyfit Magis.« 2»
Do iun der gräf verstuond, do tbet er im groß er an. Also
erizait im ßengnold, uü waz ursach er über mer kommen
were. Darnach ertzalt im der gräf, wie der konig Thomas
gfiangen was worden, und bat inn, daz er ir boptniau were. ^
Diewyl kämmend all heren ufi Surria , die wärend vast fro ao
ab Rengnolden zuokunft und bättend inn all , wie der gräf
von Itammas getbän hat, daz er ir oberster were; daz innen
Bengnold nun verhieß. Demnach fuortend sy inn und Magis
ittn des gräf von Hamas zält. Do sy darin n kämmend, nam-
mend die heren nrlob von im und giengend inn ire zalten, u
8 gnaxih] glich hu. Vielleicht ist auch V^icht' zu lesen. 10 fil]
fiel hs.
258
got dancksagend, darumni daz er innen 80 ein guotten ftSerer
gschickt hat. Do jedermann hinweg was, da ließ er innen
gnot hämisch, schwertter und pfert ?,uo rüsten, damit und »y
gerüsfc werend, wenne die oottiirft erfordertte; aber sy wot-
b tend nüt andere Meyder nemraen. Do sy zenacht gessen hat-
tend, bernoft der graf toü Ranias die heren von Suria und
sprach ziio innen: *Ir heren, nun gedenckend iich redlich ze-
halten, syt daz uns got hilff' geschickt hat Daruinni dunckt .
mich^ wir sollend got grossen danck sagen ^ darumm daz er ^t
10 unser ingedenck gsin ist** Des graifen red gfiel den heren ^
wol. Also danckettend hj got die gantz nacht, durnmm daz
er innen die zwen pilgry gschickt hat, Mornendes kämmend
ay geröst inn Rengnolden zält und fragten«! inn, waz zethuon
were. Diewil die heren zerätt wurdend, wie sy die stat an-
i& griffen wettend, fiel der amirol hiriufi mit zwey tussend stryt-
tern. Also saß Rengnold nff sin pfert, Magi« och sampt allen
Ivrysten, und gryöend die beyden an. Der erst hnffen der
heyden fuort ein küaig, der hiela Margaris, der was her de-s
thums ZOO Tolletta; der fuort ino einem schilt [bL 270] ein
20 tracken einer grussammen gstalt. Der kam gegen Rengnotd*
Und do er inn gsacb körnen , sagt er ziio dem gratfen von
Rammas: >Üysser kumpt sin tod reichen inn grosser ylL«
und rantfc damit gegen im , also daz er im sin sper durch
8inn brusfc stach, nnd fiel tod zuo der erden. Und Rengnold
• sprach: »Got verflüeche dich! Far hinn und halt dinen vor-
faren gsekchaft in der hell I* Darnach zog er sinn schwert
uü nnd schluog ein heyd damit, also daz er tod zuo der erden
fiel, darnach nach einnen, dem hüw er den koptf von achslen.
lUnd schrey damit »Muntabant!« sin kry. Magis hielt sieb
I so man lieh , daz sich die Krysten verwnndertfcend. Do der
gr&f von Ramas der zwey ritteru manheyt gsach, do sprach
er: >0 got, gelopt werdest du! Nnnn hoff ich» die stat Jhe-
rusalemm werde gwunnen und der küoig Thomas erlöl^t^«
Und rantt damit utt* ein heyd, daz er tod zuo der erden fiel,
M und schrey darnach mit luiter stimm: »Schlachend redlich H
darinn, ir heren! Wann die heyden sind über wund en.c Do ~
die heyden gsächend den grossen schaden, so innen die Krysten
thettend, do fluchend sy gegen der stat, Do der amirol Barbas
259
sin voick gsach fluchen, do ward er vast zornig. Und im
begegnet Gallerann von Sayetta, den schlnog er tod zuo der
erden. Demnach reyt er sinem yolck nach inn die stat. Und
die Krysten yltend innen nach, also das sy mit den heyden
in die stat kämmend, nnd ertodtend alle die heyden, so sy .*>
ankamniend. Do der amirol daz ersach, do wot er vonn sinnen
kommen nnd verfluocht Machmet. Und reyt vonn stund an
inn Davidtz thum zuo^em künig Thomas, zuo dem sagt [er]:
»Kinig Thomas, hälffend ir mir nüt, daz ich hinweg gelassen
wird selbs trydt, so will ich üch von stund an ertoden.c Der künig lo
Thomas sprach zuo im: »Land mich mit minem volck reden.«
l>az ließ er im nach. Der kunig Thomas gieng an daz venster
nnd ersach den gräffen von Rammas und die andren herren
kooimen ; dennen mofb er und sprach zuo innen : >Ir heren, der
amirol Barbas enbüt üch , wenn ir in nüt wyder inn sin 15
küngkrich wellend lassen rytten selbs dryt, so will er mich
ertöden. Darumm bit ich üch , ir weliend inn gän lässen.c
Do die heren des künig red verstundend, do sagtend sy all:
»0 her, wir sicherend inn, wie er begert, nun daz ir erlößt
werdend.c Also gieng er und seyt dem arairoll, er were er- so
lo&t: des er ser erfröwt ward. Und giengend mit ein andren
ab dem thurn. Da ward grosse fröud gfüert zwüschend dem
küng, Kengnolden, Magis und den heren von Suria, insun-
derheyt do der künig vernam, daz er durch Kengnolden und
Magis manheytten erlößt was worden; darumm er innen frünt- 26
liehen dancket. Darnach kämmend sy inn pallast; da ward
Kengnolden und Magis erlich eer bewyssen mer dann hundert
tag, und liei sy diewyl daz hellig grab und land besächen.
Diewyl nammend die lantzheren urlob vom künig und von
Rengnold und Magis und ryttend heimm in ire land. so
*
1 flachen hs.
17
260
«
Wie Rengnold und Magis von Jherusalem schiedend
und inn das kuDgkrich Piillia kämmend > da vertri-
beud »y den amirol Barbas , und wie sy demnach
wyder inn Franckrieh kämmend, und wie Uengnold
Ä sine zwen suu Karly schickt, daz er sy zuo rytter
schluog, und wie sy mit Felekers von Morillous sun
stritten d und sy uberwundend,
Do rteiignold and Magis ein zyt hy küni^ Thomas gsin
wärenH, do nämeod ay urlob von im; wann sy wotfcend wyder
10 inn b'ranckrich. Der kunig gab innen gros guot , als silber,
gold nnd gäit^ und Tust innen ein geh i ff zuo. Do daz gerust
was, gab innen der kunig daz gleyt untz zum porfc Jaffet
sampi sinen heren. Do ay zum schif kämmend, oam Reog-
nold urlob von innen ond fiior hinweg, und fuorend also
i& redlich, daz 8y am nüntten tag zuo einer stat kämmend , die
hieß Palerma, das was im kunigkrich Pullia, Der künig was
inn sinnem pal last inn der stat; der gsach daz schiff landen,
darumni er yllenkz hinab reyt zuaim mer inn geselscliaft ainer
ryttern* Do er Rengnolden gsach, do erkant er inn wol, und
so Rengnold inn och, darunim sy ein andren groß er an Uiettend,
»Rengnold,« sprach der kunig, »ich bit üch, daz ir mir hälffen
wellend inn minem krieg ; wann der amirol von Persia ist
ion min land kommen. Ich streyt gestert mit im ^ aber er
schluog mich uß dem feld; er wirt mich morn kommen be-
fiölägren.* *Her,< sagt Rengoold, »ich will uch mit all minem
vermögen hälffen*« Damit fnort inn der künig inn sin pal- fl
last, da thet er im groß eer an, Mornendes ryttend sy mit ~
atler macht gegen dem amirol und stryttend inn soIHcher
gstalt mit im, daz der amiroll sigloß ward [bL 271] nnd
•0 kumm inn sin schiff enttrann; des die Krysten ser betrfSept
wärend. Demnach ließ der köng die todten vergraben und
reyt wyder inn die stat sampt Keuguolden nnd Magis, got
lobend umm den sig, so er innen verliehen hat Do sy 6ertag
7 iiberw. 11 rtist] über der zmie »lie« ba.; a. anm.
4
261
fby dem küuig Symon gsiii wärend, do iiaiiiend sj urlob von
im. Der was vaai trurrig umm ir fainscUejdetL Er gab innen
köstlich sehancktnDen und ließ innen ir schif wyder mit spyg
Tersacben. Üo daz beschach, nämeud sy urlob vom künig und
«inen heren; der gab innen das gleyt nntz zunmi schifF, Dar- &
nach reyt er wider inn die stat. Und Kengnold und Magis
fuorend soTa^st, daz ey inn kurtzeni gen Dordonua kämmend,
Do h'engnolden brüeder sin zuokunfl vernäraend und och Ma-
gi«^ wnrdend sy ser erfröwt und kamend innen engegen und
entptiengeud ay mit grossen fremden. Also fragt Renguold i§
rou stund an , wo sinn lieber gmacbel were and sine kind.
»Bruoder,« sagt Alard mit einem grossen süufftzen, »hab iren
dorg; wann es stat wol umm sy. Sy sind zuo Munta-
t, dasG band wir wider lassen buwen inn dinem ab wessen.«
Der red ward Renguold »er erfröwt und dancket got und «ö
tieng an guotter dingen sin. Aber do er gsach, daz sine bruo-
dem so trurrig wärend, do erschrack er und sprach zuo Alard:
9 Bruoder, ich verstän» daz bösse raere verbanden sind, Darumui
verhaltz mir nute Do inn Allard verstuond, do iuffend im
die ougen über, und sprach : ^Bruoder, diewil du die warheyt 20
wüsaen wytt, so will ich dir die sagen* Üarumm wülä. daz
diu frommer gmacbel tod ist; wann syt dinem hinscbeyden
hork sy nie uf weinneUf geh waz wir iren sagtend, und ver-
brani all ire kleyder und hat ir leyd so lang gfdert, daz sy
de« gstarben ist« [lo Rengnold sin bruoder verstuond, do a«
foort er nnnsaglich gros leyd and sprach : »0 Karly, ich so!
dich bitlich hassen: durch dich hab ich min gmachel ver-
loren,« Magis fuort och gros leyd, wann sy was im vast lieb
gain. Inn dem kämmend sine zwen sün, die knuwtend für
in nyder; darumm im sin hertz zerbrächen wott, und hatz mJ
uff und umfiengs, Kurtzlich demnach macht sieb Rengnold
und Magis uff die sträs und kämmend gen Mnntabant sampt
sinen broodern, Do die burger zuo Mnntabant irs heren zuo-
kunfi vernämend, do kämmend sy im engegen und pntpfien-
gend in mit grossen früuden, desglichen Magis; wann er was w
innen vast lieb alwegen gsin, und als sy zuo Muntabant
8 ond och M.] am rande lia.
262
4
[wärend], bäfetend die fier bruodern iren vetter Magis so lang,
daz er willig was nun für hin by innen zebliben ; des sj ser
erfröwt wurdend. Rengiiohl seliickt inn deren zjt sine xwenn
siin Karly, der scliluoj^ sy vmi erlicli zuo rytter. Darnach
f* stryttend sy mit Feicker von Mirillons sun, der ein hieß Cou-
stantz, der ander Rohart Und die iirsach , dam min ay mit
innen strittend, was dariinjtn, daz Felckers siln sa*rtend, Ueng-
nold het iren vatfeer verretterseh umnibrachb inn der ebne
Vacollers. Danumn Itennjiiold , Magis nnd sine brnodern gen
10 Paris kämmend und vonn Karly erlich entp fangen wurdend*
Nach dem kanipff wurdend die zwenn verretter Constaniz und
Rohart erhänckt* Do daz Gannellon gsach, fuort er groß leyd
und sprach zuo Ilardres, Beringer und zuo den andren sinnen -'
friinden: *Gsächend , waz schmach nns Karly bewyßt Aber
16 wend ir mir volgen, so mnoß die schmach nach wol gerochen
werden.«? Er seyt war, der * Terretter Gannellon; wann er
verriett Rnollaod nnd ander edel rytter am Kontzefal, als ir
ira ersten bnoch wol verstanden hand. Nach dyssen dingen
begert Rengnold und sine Ijrüeder urlob von Karly, Das gab
20 er innen vadt nngernu ; doch bat er sy , daz sy bald wider-
kemmend zuo im. Daz verhies er im und hielt es im, wann
er kam alle jär fier mallen zuo im. Do sy gen Muntabant
kämmend , verstal sich Magis von innen heimlichen , daz sy
niemujer mer vernemmen kondend, wo hinn er kam ; des Reng-
36 nold nnd sine brüedern nnd sün ser betrüept wurdend. Do ea
ward nach der Schlacht am Rontzefal , do ordnet und teylt
Rengnold sinnen bruodern und sünnen ire und sine land nß, i
damit nnd sy nach sinuem tod nüt inn uneinigkeyt mit ein H
andren kenmiend. Demnach ward er übel mögend und kranek,
3ü also daz er inn kurtzer zyt darnach sinnen geyst got dem
almechtigen uff gab; des sine sün nnd brüedern gros leyd
fuorttend. Nach der begreptnus fuorend sine brlleder wyder fl
inn ire land und laptend och inn erlichem wessen , als inn ^
andern bystoria geschribeu stat.
Got dem almechtigen sig lob und dauck gsagt,
amen! Im 1531 jär.
268
ANMERKUNGEN.
1, 9 keysser K.] so in der regel, woför in F ebenso regel-
mäßig Voy Charlemaigne^ 2, 15 alsj d. i. alles 4, 13 *]
quintaine 5, 1 sohultend] menassant (s. z. 9) 9 trouw-
tend] wahrscheinlich als 'trouwtend^ zu lesen. Die Schreibung
oü für oa kommt allerdings sonst nicht vor; vgl. auch tröwt
13, 24 6, 2 1. in tüffels n. ? F: de par le diable 33 1.
das er iun nüt e. ? Vgl. 118, 1; 121,34; 126, 11; 127, 11
118W. P: quil ne le fist pendre 7, 6 zuo im] a luy mesmes;
s. Fußnote zum texte 12 f. Inn . . . sagen] en ce point
parlans dunes choses et daultres chevaucherent tant les mes-
sagiers 27 inn pallast] au donjon du chastel. *Don]on^
scheint D nicht verstanden zu haben zu haben, denn er läßt
es stets unübersetzt 8, 5 manlicher] d. i. manlicherer
11 siner] 1. irer; der fehler mag daher rühren, daü dem Über-
setzer wegen des franz. 'pour le peuple substanter' das wort
'volk' vorschwebte 25 als ein . . .] comme larron faulx
traistre et desloyal a ton seigneur 30 farwb] kompromiß
zwischen historischer und phonetischer Schreibung 9, 9
hüettend d. g.] gardez pour dieu 18 und sagt] touteifoys
par maltalent il luy dist 29 von schalckheitj de maltalent
10, 17 cnwyrt] die negation 'en' findet sich nur noch vor
'werden' im hauptsatze; vgl. 80, 18; 160, 29; 169, 3; 197, 12;
198, 4 23 räche] konj. prät. 34 die zechen] die einen
zehn 11, 4 1. und werdend im sagen? F: et luy direz
12, 25 bestatten] mit auffälligem ä (= ä). lOin Schreibfehler
ist wegen 233, 32 ausgeschlossen; vgl. auch 'stat* im glossar
zu Morgant 13, 14 und wend . . . annemen) et se le roy
luy fait guerre de nostre puissance luy ayderons. Das stimmt
besser zum folgenden 16, 15 sy] nämlich Mie stat' Troya
18, 10 versaiiihing] asseniblee
anni. zu Morgaiit 266, 81 24 erwärmet | e«ctianffez 19, 22
ober inn [und] uns] He uoim. Darnach wäre *iiin* viu streichen
und der zusatz unnötig 25) xwey] dix; Ü las *deux^ (wie
Morgank 258, 15). Vgl. 20, 3 27 ascht] für die ausspräche
bemerkenswert 22, 23 inn S. wald] en la vallee de sois*
Sans; s. z« Morgant 296, 11 28 ist tiickist sich •/, rj est
tnouit vindicatif a soj veoger 23^ 81 t mine L v,] iiion
treschier nepueu regnault se a dieu plaisoit par sa grace que
tu peussefl scavoir . . , Die 2, Bg. (/.. 32) rührt davon her, daß I)
die z. 31 vorgenommene iindernng bereits vergessen hatte: ».
fu¬e zum text 24, 3 L wyder stän? 20 stach den her-
tzogen . , .] frappa de sa laoce la poictrine du cheval au duc
tellement que dessoubK luy le trehuscha 22 h stuond wyder
uf? 24 inn] le (cheval) 25, 4 klagend] d an flexivischee
n angetreten wie 132, 14; 229, 20 usw. 13 das = das es
26, 1 bereytten] porter 20 l gs. nüt were; F: si ne fnst
pour la eonipaignie 28 und] zu tilgen 27, 4 die wärend]
lesquelz (nämh les eschez) estoient 5 die schänbstein ü,]
leschiquier estoit dor niassif, Z. 11 ist 'eschiquier* richtig
übersetzt 28, 3 mit sineni scbwert] de sa lance 7 Du
wirst g. L] eertea tu en mentiras 22 unserem] nion ; vgl.
z. 26 29, 26 [thuon] vielleicht auch 'geben* (s. z, 4)
30, 8 I. mannen ich üch 31, 17 von R. soldner] fehlt V
und der hertzog R- w. t] et qne richard frere de regnault
aToit tue regnier. Der Übersetzer hat sieb gesagt, daü der
schildner Richards namen nicht wissen kann» daher seine an-
derungen. Aber z. 21 folgt er trotzdem wieder F 32, 11
an venstern L] Rengnold hatte nach F befohlen: faictes fermer
la porte et lever le pont et nous en allons appnyer es fene-
stres pour nous recreer a veoir ces gena qui viennent contre
nou8 33, 15 ist es ö* w.] gehört nach F zum vorherge-
henden satze 34 f. in Anses* Worten fehlt, was nach 83, 17
zu erwarten ist und 34, 7 f. voraussetzt: die forderung der
anslieferung Richards. S, einh 34, 2 wenn das . . .] si ee
nestoit (pource) que je vous aivue je vous leisse . . 5 1.
von rechtz wegen 10 desterm.] fehlt F 17 das recht
th.] la maistresse porte 26 ein heimlicher u.] tine faulce
4
I
4
265
m& zyi was] nach F liatfe Reti^iiold mit dem iiberfall
XQwartiii] wollen, bis die feinde sieh ein wenig ausgeruht hatteu
36, 9 f- er ist , . .] cest Ihomme de toas noz ennemyfi qui pis
nons fait et qui pIns noQS a doinmngez 22 das == das es
36, 3 wydris] d, i. 'wider ans^ in uuiiidartlicher laiitform, mit
rednkiion des vokala im enklitischen pronomen {-U aus ün
=s öns) und schwand des sonanten in der unbetonten mittel-
ailbe 32 den verrettern] näoiL den Fran/.osen, die den lenten
Rengnolds nicht stand halten; Tgl. F: niandez phisieiirs de
Toz gen5 et leur mandez qnilz prengneiit tous les traistres qui
maintenant ae faignent contre voz ennemis et sans delay les
faictes pendre et tons vife eiKiorcher. Quant les francoys ouy-
rent ce que foucques disoit au roy ilz ne firent autre demeure
maia y picquerent leurs chevaulx et fraperent sur les gens de
regnault tellenient quilz les Hrent reculer. D bezieht Mie ver-
retter^ auf die feinde 37, 18 den] le (cheva!) 25 Du
moebteat . . .] vous vous pnnrriez Hien tenir de nous venir
veoir 81 soQvent 26 wlenuecht] raundarti 38^ 14 achhiog
mm , , J nach F durchsticht er ihn mit der lanze. S, nachher
'dcD sticb^ 33 das, d. i. das es 41, 21 gschrey) darnach:
et je les mettray dedans le chastel 42, 5 wol kommen {s,
fufinote) ist in den text einzusetzen ; vgl. Schweiz, idiotikon
m 285 18 wann sy wärend . , .] pource quilz navoient
cesse tont le jour de batailler 22 tliet wie d. f. J.] steht
iö F besser nach *Herman* (z. 21) 43, 8 schlos] forteresse
da donjon; s. zu 7, 27 9 im undern schlos] en la baase
oourt^ wofür nachher (z. 16) färhaf 11 durch die g.] parmy
la maistresse rue 17 schlos] donjon, ebenso z. 18. 22 (das
recht schloa) 24 nd] 1, ud, d. i. üd (aus *iuwehtO; vgl
102, 36 und Morgant 149, 37 28 ein graben] une fosae
soubz terre das heimlich th,] la fanke porteile; s. 34, 26
44^ 10 Ijedeckt] couverte de sang 16 desglichen die f.] et
leva le pont levis du chasteau (Fb); s, x. 20 18 iren man]
den mann, auf den sie^s abgesehen hatten 45, 38 byst]
nacbahmung des Iranz. passivs 46 , 3 von dir] en vous
14 Rüstend] prenez 18 amitten] wofür sonst anmitten (z. b.
71, 2), entspricht Schweiz, (d)dmitta aus enmitten, emmitten
mit kürzung des mm vor der tousilbe. a ist bezeichnung des
unbetonten e wie in dem liiiufigen as für es (z. b. 10, 17]
72, 14; 73, 36) 29 also das die bächly , . <] que les ruy«
seaux coulloyent du sang dea homnies et des chevaiilx 47, V
naclien] aua iiach-hiii 48, 3 fromirienj poures 33 durol
nu s. wegen] verquickung von 'durch min «.' und 'von m. I
wegen* 49, 30 einer puachlen stn] ung plain poing de paill
50, 29 als] d, i, alles gätwlich- 31 ryttj pas 51, 6 inn
le (cheval) 7 der hieJa ö, M,] s; einL 14 ein trjtt e. K
ie pas dune petite ri viere qui leur fist grant ayde 17 da
_au passer de ceüe ri viere 21 irenj gen. pl. 52, 3 |
kber sy Iiand? V: maii ilz ont . . 53, 8 es ward . , J
oncques si rielie portee ne fut faiete par le corps dune dam^
l64, 18 sejller] bei pluralen auf-er fehlt die datiTendung nichl
Belteu 27 das wir . . .] que nous ne prenons aulcun boi
conseil de nostre affaire 55, 1 bunger st.] aus 'Hungers st
(gesprochen hungersterben) durch falsche auflösung der verbin^
düng. Die a-lose form wird dann aiicli auf andre verbindiingei
übertragen, z. b. hunger zesterben 215, 2 6 die red enttecki
li,] avez ouvertes les parolies 10 insnnderh,] et mesmemem
23 und an , . .] anakolnth 35 w« inn der g, st.] en la bonni
heure 56, 21 geredt] geredet haben wird; über das pmfii
ge- 8. Schweiz, idiotikon II 49 22 erk* well] congnoistri
57, 11 uß grossem erbermdj so noch lf>6, 35; 251, 1; sonstl
(soweit das geschlecht erkennbar ist) fem., z, b, 116, 35; 121, 9|
178, 8j 208, 9; 222, 5 ; 229, 8 32 als, d. i. als sy 58, 13
das ir nüt , , J\ qui ne pouez avoir monnoye ne gens ou qneli
qiies priaonniera qui vous donne(ut) grant avoir 24 haU
tend] portastes 29 weinnen] souspirer 34 tzogen gw.'
(fussiez) allez gaigner 59, 30 sin land] plural 32 er-
Bünfftzet] attendrit 60, 36 den] schätz, aus 'Schatzkammer^
zu entnehmen 61, 6 das, d. i» das es 7 pferden] homraea,
die Rengnold (nach einer von D Übersprungenen angäbe in P)
aua den väterlichen schätzen angeworben hatte 14 dry s. g/
troys somniters (chargez)dor 62, 5 ryttend d. M,] passe-
ren t meuae 63, 5 inn eydtz w. e. k.] en sernient de roj
15 geruow] für gerouw^; vgl. 'beruopt' 235, 19 für 'beroiipt*
'bouben* für 'buoben* u, a, 26 diewyll der 8, d. ist] pen*
dant que bledz sont espiez 34 er] il, näml. la gaette, doi
267
aber D darch 'die wSchter^ wiedergegeben hat 64, 14 und
schloogendj R. und seine brüder (s. z. 8) 25 nyderlagj ra.;
Tgl. Schweiz, idiotikou III 1165 66, 4 inn] le (cheval);
z. 5 kein aollichen] nng si bon (cheval) 6 u& forcht] pour
esbahir regnault 21 hals] crains 36 fryschfcest] s. zu
19, 27 67, 14 truren] soucy; ebenso z. 15 18 iren] in
F ist nur von einem gefangenen, dem heidnischen könig, die
rede, daher vielleicht 'irem^ zu lesen 26 geschickligkeyt]
largesse 68, 4 zechen thonnen g.] dix sonimiers chargez
dor; 8. zu 61, 14 70, 21 schüchensj suspition 22 nun
^ Dinwan 23 banden] = band in, mit Schwächung des
enklitischen pronomens 32 all werinnen] les branches et
le» barbacanes 71, 8 das, d. i. das es 72, 16 if. sy, irj
'die 8ü^? 73, 19 das, d. i. das es 36 das kinny| mund-
a^! 75, 8 schloß] röche 23 was] estois; s. anm. zu
Morgant 124, 34 77, 20 ein sunj vgl. Braune, Beiträge XI
527 33 trurigj pensif 78, 11 röub] 1. roub (wie z. 15);
denn ön ist wohl nichts anderes als eine vermengung von o
(ans 0), das auch allein den diphthong ou bezeichnen kann,
nnd on 19 das, d. i. das es 79, 15 reytten] doch wohl
Schreibfehler für 'rytten% da in der i-reihe ausgleichung des
plnr. prafc. nach dem sing, bei unserm autor sonst nicht vor-
kommt. Ueberhaupt kenne ich dafür nur ein einziges beispiel,
das allerdings gerade das verb 'reiten' betrifft; s. Hans Sachs
XX 451, 17 (Bibl. des litter. ver. 193) 22 darff . . zesagen]
s- zu Morgant 146, 10; 224, 7 35 nechst k. k.J prochaine-
went venant 80, 3 den platz] les lices 6 oben am u.]
*u bout des lices 11 RuoUanden] pour donner a r. 18
^Q enwirst] s. zu 10, 17 36 nebend] aupres de 81, 1
^ald] val; s. zu 22, 23 12 1. Mögend sy nüt? V: poiir-
^Oöt ilz pas 36 der punkt ist hinter 'strälä' zu setzen
^2, 14 wenn es d. f. w.J sil feust de la couleur 28 im n.
^^'] der ländername nach deutscher art n. , trotz des franz.
en la basse br.' 33 redt also . . .] contrefaisoit son langaige
"3, 15 eines b. w.] de malle part 27 hüene] mit auffal-
ligem üe neben 'hoen' 2, 24 84, 12 uff S. inn das r.] sur
saine an la praerie 14 hincket] d. i. hinkend, mit schwund
des n in der scbwachtonigen silbe 15 zend des 1.] au bout
80B
des lices; s. zu 80, 6 82 groß] enfle 33 gfört] wie
Morgaot 52, 3 = gYörchfc; vgJ. Schweiz, idiotikou 1 993 f,J
85, 2 wann . . haben] si vous le faicies, je me courrouceray. '
Betr. die deutsche wenduiig vgL Schweiz, idiotikou II 875
3 das, d. i, das es 6 entband B. den f.] vgl,, was F an
früherer, von D unterdrückter stelle (zu 83, 16) erzählte:
(Maugis) print ung fil de soye et le cira Wen et sen vint a
bayard et luy lia la pasture du fil 86, 23 durch ein h, str.jj
par ung sentier 88, 4 nechat k, k,] s. zu 79, 35 9 inti |
S.] dehors sur seine. I) scheint hier 'seine^ für einen Orts-
namen zu halten , trotzdem er (z. b. nach 86, 9) das richtige
wissen mnla 89, 7 als = alles 12 nun ^ niuwan 22
Anses] irrtümlich mit Fd (nayniee) statt 'Doon von Nantueil'
(vgl. 88, 18 ff.), wie denn auch Fb hier hat S, einl. 90, 8
Yrßland] irlande 19 hynger storbenj das fehlen des ge- vor
dem part. ist vielleicht dadurch zu erklären^ daß das ganze
als Zusammensetzung mit betontem verb (schweiz, 'hünger-
st^rben*, s. idiotikou II 1448) empfunden wurde. S. noch zu
55, 1 22 tr. tussend gebartten r. . .] trente mille cheraliers
de prinie barbe sans les che valiers auciens qui estoient bieu
cenb mille 26 ich will uk v. th.] jen feray mon pouvoir
91, 11*] ergänzet il aura mercy de vous 30 erliche «.]
bei ofire 35 die heimliehen e.] les faulces posternes
92, 12 raanlichen] tous homnies de prinie barbe; s, zu 90, 22
93, 5 das, d, 1. das es 11 allein i. schw.] sinon leurs
espees 14 Tr. die gros] s. zu 16, 15 22 uff dweydnig]
mundart! 27 nun = niuwan das gantz g.] s. zu 82, 28
94, 9 werend] serons 95, 12 inn üwern ps.] en une
eglise a dire voz psaultiers 34 hnob] tint; s.glossati
96, 36 will . . . stillen] vous prometz qne a vostre pm-
dence me attendray 97, 21 das, d. i. das es 98, 3 sinen] '
statt ^sine\ als ob die präpositton Von^ vorherglenge 24 L
mir zuo eeren d.? F: a Ihonneur de moy. Vgl, 99, 14
99, 6 [überwunden] desconfit 17 wir] K 'ir' 21 über-
kam] apointa 100, 8 nun = niuwan 33 Gumard] lorafl
dist guymard. G. de Bayonne (s. z. 21) spricht also wieder,
was der Übersetzer nicht beachtet hat 35 wer du werind]
hier erscheint der häufige Wechsel zwischen 2. sing, und plurJ
W874
wo'
sie
9CDI
anrede auf die spitze getrieben. F: que tu es ung
vieillarfc radsote 101, 16 eiwaz Ursachen] aulciine occasion
ich bin . . .J je suis merveiüeusement charge de vous
2, 7 schriher] chappellHin 13 rossenestly] fleiirs de rose
immer) 21 quittieren] acquiter B4 lachet! ] soubrir
i03, 6 schriber] chamberlan 10 den verrettern] pour veatir
iraistres. Den selben dat. s, 80, 11 11 wald] val; s,
zu 81, 1 26 sond ayj als ob es vorher 'heimligkeyten* hieße
29 danck habend] über bliese formel 8, Schweiz, idiotikon II
.874 104, 9 kuttler] poultroos. Die ünderung ist offenbar
bsichtigt, da dem Übersetzer die bedeutung von 'p^^'^^^^^'
wohlbekannt war (s. zu 109, 10). Das kuttlerge werbe scheint
sich darnach keines sonderlichen ansehens erfreut zu haben
U gehaben] über diese (noch heute in Schweiz, niundarten
f kommende) participiultorm s. Schweiz, idiotikon II 871
15 recht kommen , wann] venu a point que je me vengeray
de luy 18 dann allein] vgl, 93, 11 es sind gr. s. ze-
sagen] cest moulte forte cbose a dire 105, 9 da warttind
sy die i. s.] sonst gilt der gen,, auch dativ 17 die zenn
th. im wee] nach F wollte ihn nämlich die Schwester küssen,
er aber *tourna la bouche' (kart «ich liebend sich) und ent-
schuldigte sich mit Zahnschmerzen, D hat absichtlich geäu-
t; s. einl. 106, 20 lünfzechen tag] quinze jours; deutseh
are Vierzehn f. 35 mit grossem ej s. zu 57, 11 107,
24 waz iat das, so . .] quest ce que . . 109, 10 nütsöllend
h] poultrons; s. zu 104, 9 17 behebend] retiendrez . . avec
vöüs 29 das urlob] bezieht sich auf die in F vorhergehende,
von D unterdrückte frage der brüder an R, 'comme il avoit
iploicte et Sil meneroit bayard son cheval* 110, 26 hattendj
her die in unsrem text so ziemlich durchgehende Vermischung
*haben (han)* und 'heben^ s. Schweiz, idiotikon II 889 f.
den Damen . . .] le nom de la dignite de non jamais y avoir
roy 111, 5 kein lyrren nach ps. so g* th.] vieilles (vielles b)
ne(p)salterionB ne dirent si melodieüsement 8 die ryttend und
inn !• t.] vont chantant a leur mort die äffen] le signe,
was der Übersetzer mit le singe' verwechselt hat. Was er sich
wohl dabei gedacht haben mag? 32 wald] s. zu 103, 11
112» 5 fiträß] carreiourt 18 tals] hier ist nun Val' richtig
ivon
270
übertragen 24 Bj miner tröw] nach ausweis yon F wortel
Gucharte; hinter liruader' isb 'sprach G-* (dist guichard) ein-
zuschalten 113, 37 was ist da.«, so . ,] s. zu 107, 24 114, 10
an dich übel g.] trop graude me»pnson a voue 115, 16 mit
groaaem begirdj mit auffälligem geschlecht (m, oder n.?) Vgl,
Schweiz, idiotikon II 416, wo das wort einmal als nn belegtM
wird, S, aoeh zu 57, 11 29 Allantzon] 1, Ba-; F; balancon"
117, 16 ertzeigtend , . . ryttern] monstrerent a ieurs enneraya
visaige de Chevaliers 29 rächen] vendray; D las wahrschein-
lich Vengeray^ 30 sy] ta (lance) 33 stand ab ze fuoliJJ
descendez a pied 118, W nüt nach s. w.J pa« bien a son aisfi
119, 36 Hie kumpt a. w,] vecy finer le monde! 120, 22
die kutlen] = 'die thernini* z. h. 122, 5 121, 22 einängen'
weg . , by einem v,] nrig destroit de roehe 122, 9 gsel-
schaft und j*] beaiilte et nostre jeimesse 26 die gänsefüß-
chen sollten vor 'VVett got' stehn , da dort nach ausweia von
F die rede Rede Rengnolds beginnt, Uebrigens sagt dieser
nach F: pleust a dien que Doua y fnssions (näniL auf dem
feigen; s. z, 21), wovon D mit absieht oder aus unachtsatnkeii
abgewichen ist 123, 1 hinter 'nach^ ergiinze nach F (ne
onrs) das wort 'ber* 10 w^ert] 2. sing, prät ind.; vgl hießt
172, 28. 29; verzieht 173, 6; begiengi 178, 22 asw. Ueber
die bild imgsweise s. Weinhold, Mhd, grammatik § 357 (s. 349)
124, 17 land syßj = 'L sy nns^; vgK zn 36, 3, Dagegen
'Landtz uns* 131» 11 18 Ir mögend . . .J spricht Gergia
125* 2 die zwey] die einen zwei ; s. zu 10, 34 36 gereden]
s. zu 56, 21 126, 23 giengend , . uß] luy passoyent par
la playe 127, 13 wentz , . können s.] le scaurons dire
20 sin der b, r.] beachte die Stellung des possess. geneijivs!
29 do bedächt er s. e. s.] il se pensa düng bon sens 128, 7
vernnnft] scieuce 12 und gedächt . , ,] et ne pensoit pas a
ce quil advint 15 brächt er . .] anakoluth 19 der Strich-
punkt ist nach 'insunderheyt' zu setzen 25 das e. zeyllen]
pour haster le menger 129, 16 das er . . nüt d, s.] ohne
, . etwas davon zu sagen 130, 1 zeüberkomen] beweis für
untrennbare Zusammensetzung; s* Schweiz, idiotikon III 271
20 gieng nüt den trab] nalloit raie le pas 132, 8 ersach]
sentit 14 gedenckend] s. zu 25, 4 27 das überÜüsaige
271
*fiieh^ dw hs- (s, faßnoie ztim text) rührt daher, daß der über;
sttoer, dem franz. 'se meila* entsprechend, zuerst Vieh so t.
d. F. niisehlen^ aehreibeu wollte 133, 14 übern] wohl
OS *iiberen , uberhin*, aber mit verblaßter berleiittmg, indem
es keine bestimmte richtung mehr ausdrückt, diese vielmehr
durch vorgesetztes 'har* (s. noch 136» 16) oder 'hin* (134, 12;
136, 31) bezeichnet werden muß, S. zu 177» 25 15 ännecht]
vgl, die ofiFenbar ganz nahestehende form 'anet, onet* Schweiz.
Idiotikon I 262 135, 19 waz ist das, so . .] s, zu 107, 24
!3 nfl einem gr.] a« perron 136, 5 das er . , .] quil le
i chaiiceter 15 er] näml. Kengnold; der vorangehende
uiporabatz lautet in F: quant regnault vit hroifort sans seile
7, 8 Du tröwst schon] or nienassez tont beau 11 Ir wer-
od . . bringen] vous ne porterez pas. Doch ist einschal tung
n *uöt* nicht notwendig, da die ironische ausdnicksweiae
cbtigt sein kann 34 erstach] stimmt nicht zu 118, 1;
"eccist 138, 1 inn gestalt e. k.] a mode de caverne 5 do
band [sj] 1. 'die hand^; F: lesqueiz nous ont 16 andren]
ier. Der sinn ist wohl der selbe ; mit jedem streich 25 das
a nach 'Wie^ ist zu tilgen 139, 14 mich g. hat]
endra 17 waz ist daz, so] s. zu 107, 24 26 von
üch . . . haben] vons souflre prendre si graut orgueil 141, 8
verstand] kann 2. sing, oder plnr. imp. sein; F: entendez
a raois 27 der suptillist m,] le phis subtil iiigromancien
143, 36 kloster] darnach: et en prendrons^ Ihabit et ainsi ponr^
rons nous estre sauvez. Je congnois tant de regnault quil ne
Dous fera nul mal quant il nous trouvera moines. VgL 143,
12, 31 143, 3 das f, h<] le bois de la serpente ou il ren-
contra regnault et «es freres et maugia qui sen retournoyent
a montatiban et emmenojent avec eulx grant raultitnde de
prisooniers. S, z. IG 28 gross buobj näml. Pinard 34
not] riens; wir erwarten 'etwas* 37 fachen] pendre ; D las
preodre, S. zu Morgant 162, 31 144, 2 kutten] chaperon
£* Wehen] cloistre 27 er sig rainn schw,J il est nion horame;
^ 148, 10 28 die fryheit] bezieht sich wohl auf 143, 38;
▼gl aber F (quil ue prengne pas garde a ma maulvaistie mais
Ä la franchise) und 14G, 29 145, 16 statt das hslicbe *gsü*
cheü* in ^gsachen* zu ändern , wäre es wohl besser gewesen,
272
'mochteud' dahioter einzuachaUen 147^ 17 Karl ja vettern
n, e.] löujsefc ung autre nepueu de ch. Von dieser tat ist in
oiisreiu texte nirgends sonst die rede 24 die zwenn] die
andern zwei; s* 7m 125, 2 148, 2 Uaninim dazj se 23
So ver . . ,] »i que pour (dieu b) tres doulx sire ne sonffrez . «■
149, 7 als er w, kj iilte formelhafte wendung. Z. 32 kehrt
sie wieder 28 ver räch tungen] reproches 29 daz, d. i. ^
daz es 150, 2 eej mieolx: 21 kriegen] akkus, plun 25 f
gnothet] bonte 162, 4 von minen gs,] de oltvier. Darnach
wäre 'minem* zu les^en ; vgl. aber z. 6 16 Waz ist daz, so]
8, zu 107, 24 153, 19 hertt stich] mit dem Schwerte; s.
35, 30 flF. 27 Daz wirt , . ,] nach F spricht von hier an
Anses (nayme«). Daher z. 28 der sing, 'sprach* gegenüber
'sagtend' z. 23 32 sy] ia (lance) 38 inn] les 154, 9
nemmend] tollent 10 R. sprach] s. einl, 11 weder d. ■
nach lob] ne gre ne grace 13 wotz nut th.] näml. mit dem
Schwerte gegen Rengnold kämpfen enbotten hattend] s. 153,
30 ff. 155, 15 vgl 136, 6 f. 18 schone] tue fains 19
fryheyt] Franchise 24 uff daz ein] sur son eheval 25 der]
qui "wenn einer* 29 groß] enfle 156, 7 sach] adventnre
11 uff] parrny 15 warttetj darnach: car qui se fera tuer
a son ea^cient son ame naura jamais pardon 17 loM . . * ■
uff] le deslya et luy deshenda ses yeulx 158, 28 din zyt
erlept] vescu vostre age 35 von des sinn wegen] par qui*
Ist 'sinu^ aubst., oder liegt eine verquickung von Von des we-
gen' und 'von sinen wegen* vor? 159, 19 lata uns . , rytten]
vous en allez ; die Übersetzung ist im hinblick auf das folgende
sinnlos 34 vetter] vassal 1(>Ü, 12 ö. der schlecht gebaute
satz ist dem original nachgebildet 16 geschwullen] gros
eomme ung crapault 161, 6 selb zechend] moy et dix hora-
mes; D also nicht genau 7 über M. uf] par dessouhz in, ,
162, 1 inn sinn e.] en son cbaperon 10 inn all m. g«] defl
tous les pardons et voyages que jay gargnez 17 Karly]
darnach: et maugis len revestit de son bourdoo. Das ist die
*scbiincke*, von der z. 18 die rede ist. S. einl. 164, 4 gfangnen]
wie Morgant 213, 18 10 es duocht zes,] il sembloit a veoir
32 wir . . . ankeren] nous ferons nostre devoir. Die gleiche
Übersetzung 71, 38; 133, 33 165, 24 daz du • . .] que
273
nez Qia querelle. *mir' (aus miner) iniindartiich 166^ 4
cinittiereo] quitter 21 die gräfschaft] la duche; der über-
tzer erinnert sich wohl des 'gräten von Ariiou* (z. b. 156, 31)
i^ ich enwirden] s. zu 10, 17 33 uff dem Rio] sur le rin
lö7, 13 ztjo If. uff daz mer] a laffre (Ahifre b) sur la rner;
«. einl 38 [böpt] chief 168, 8 Ruollanden] (au b) ru-
il! 11 lächenmannen] die schrei buntf mit ä (neben der
%ern mit e) weiöt auf ein altes *lehen (neben leben)* 8.
.^cbweiit. Idiotikon III 1237 22 ich will . . ,] je le voua
^Bdouray bon 30 uwere rett] des douze per« de france 169» 3
^■r eiiwerdendj s. zu 10, 17 30 Aber s. es aber] das eine
^kber* ist ^u streichen 170» 7 l)etrGepter] trouble 171, 10
inn der uiäßj en ce point 31 brie^ter, bichtej s. einL 38
Imofi^] absolution 172, 8 thuon] vielleicht aus 'gthuon, ge-
thuon' (wie das part. 'thän* aus 'gethän^) ; vgl 125, 36 10
tallig] 8. Morgant 55, 19 19 thet] nihd, taete. Man beachte,
wie in diesem gebet ältere und jüngere formen der 2, sing,
prtt, iüd. starker verben gemischt sind. S. zu 123, 10 inn^j
les 21 dannaileinn] vgl. 104, 18 26 tugend] bonte (so
unmer) 173, 22 whz = waz es 37 thurer] dure! 174,
W Uöettend w.] s. 9, 9 20 nuo = niuwau 22 den]
baraiBch, aus Vntwapnen' zu entoehraen; 8, auch z. 20 30
«0 reeht] si a point 176, 22 Vetter . . .] nach F worte
Richards 177, 6 arla] eschine 9 das er g» d. b.] quil le
fi«t chanceler 13 daz = daz es 22 Und bräcbtendj nach
P kommt Rengnold Guchart zu hilfe 25 undern] vgl. 'öbern*
(2tt 133, 14) 35 Wird ich . , .] si je suis poiir ung Cheva-
lier Oultrage 178, 6 gereden] s. 125, 36 18 nun = niuwan
22 bfgiengt] e. zu 123, 10 179, 29 daz er d. e.] quil le-
»^noa tout 180, 1 Aber er , .] s. einl. 16 ab gsafi]
pluffquaniperf. 30 ir voick] la pluspart; s. das folg, 34
'• Jerman bin 181, 19 dryth. seh.] deux pieds 28 ryt-
^fß] des gens de charleraaigne 35 der begieng gr. m.] ge-
hörUach V zu ^Magis' 182, 6 von G.] s* einl 17 zornig]
deficoDforte; s. 183, 4 183, 15 [gejagt] chasse 184, 27
[tröwj foy 186, 1 Daz] ce que tu dis 36 buoben] pagea
38 sünnen] enfana 186, 25 Wend ir m. v.] gehört nach F
BilMouldAder. IB
274
als bedinguiigssatz faim vorhergehen den ; die Satzzeichen
demgemäß zu ändern 187, 16 verrätte] enchante 188,
19 ff. dann ftlleinn , , ,] sinon pour m peu que jay a vi vre
que jaye mes vouleiiten ponr me laisi^er reposer et dorniir
ou acqnittez nies ostaif^es; s, das folg. 25 unim s. r.]
entonr les raina 31 daz* = daz es 189, 12 und nnm&
an s, a.] et la sai^nifc sur ses rains 190, 12 der merert.]M
le raeilleur 192, 11 inn pallast] au donjon ; s. safl
7, 27 26 uß R. befelchj par conge de r. 193, 7 wasser
geben] zum waschen der liände* Sonst hat H diese handlung
in der regel mit atillschweigen übergangen. 8, einl. 22 so
ich ...]«. 181, 5 194, 9 urlob u.] i. z. 25 f. 195, 3 -
waz fr] quel seuiblant 25 durch nJj par fortune 35 zuoi
M,] es plains de vaucouleurs. Die rettende tat , auf die
Hengnold hier anspielt, ist in unserm texte sonst nirgends^
erwähnt 37 wert] s. zu 123, 10 196, 17 Gergis] le duc ^
naviries- Dieser ist aber gar nicht zugegen, daher die ände-
rung 29 und wider . . . volck] die betrefiende stelle in F
hat D oben (192,25) weggelassen 36 ir] L Vir*; 8. 193,
81 ff, Fd: proniismei^ 197, 2 von dem s. m. n.] nie parier
pour neant 12 ir enw.] s, zu 10, 17. Ebenso 198, 4 198t .^
14 unbntten] s. zu 46, 18 199, 13 mich also zev,] de mojf
nit'nasser ainsi 201, 27 ryttend] s, zu 25, 4 36 sott]
ibin'b assiniilation aus Vdt*, wie Vit* aus Vilt* usw, 202,
14f, wen» nüt , . .] vgl, 34, 2f, 20 uch] F gibt Kolands
auftrag in direkter rede, D in indirekter, fallt aber hier aus fl
dt*r rolle. Freilich kann 'ilch' auch reflexivprononien sein
21 iIvvtT b 1. 1 ««aijlves leurs vies; s. z. 32 25 Wend ir m.
v,| ist nach F bedingungssatz zum vorhergehenden 203, 4
dartV , . zefrägenl s. zu 79, 22 204, 6 bruoderrock] escharpe
22 wnld] valee; s. zu 103, 11 205, 15 werdyßj mundarti
20Ü, 21 ^rohKen] gros 207, 2 Wann] et dautre part 15
darjf.uii| ist «um vorhergehenden sat/e zu ziehn; vgl. F (vous
y penuez Inschemeut) und das glossar unter 'tuon' 208, 4
F nennt hier irrtümlicherweise auch Olivier 209, 13
niiltigkejt] 'franchise 'humilite 210, 20 wottend wir]
voulez voijs 211, 21 da?- = daz es 213, 1 wie wir , . ,]
eon»me nous gastons les champs et despendez vosire arj
275
Darnach ist 'ii^ staU Vii^ za lesen 12 waz = waz es 33
ertzügen] endnrer 214, 5 hnngers todte] wohl nach *hun-
gers sterben^ gebildet 6 tnssend] cens 16 durch . . we-
gen] s. za 48, 33 22 galt] argent; die Obersetzung der
allitterierenden formel zu liebe 215, 7 grussanimisch] das
fehlen des t erklart sich aus assimilation desselben an das fol-
gende k* W^en des seh s. zu 19, 27 216, 4 geschoü]
engins 217, 4 hin] ceans 10 oud] diphthong? 218, 6
Lä& toden . . .] nach F spricht von hier an Allard 18 bin]
sais; s. zu 45, 38 220, 9 als, d. i. alles 18 sond ir
n. 7.] ne vous desplaise 38 darf . . zefrägen] s. zu 203, 4
221, 7 [und] et 9 die rast] 1. rast; F: le demourant. S.
[)wb. 8, 819 19 wirt es m. s.] convient 23 by der ville]
a grant plante 24 st. sott] näml. de faim 222, 23 brün-
Dende 1.] chandelles 223, 5 und] s. glossar 7 [ich hab]
jaj 224, 2 wann] et dautre part. S. zu 207, 2 10 Und
ässend . . . nüt mer] regnault et toute sa conipaignie furent
quatre jours entiers quilz ne mengerent aultrechose 21
ein ritter im schL] nng vieil homme qui estoit de leans 25 ff.
Hand ir . .] s. einl. 225, 12 ich bin sin gschw.] je luy ay
fait hommage. Da *geschw/ am schlug einer zeile steht, liegt
der verdacht nahe, es sei darnach ein wort (etwa 'underthän')
ausgefallen 14 [uns] nous 31 graß und w.] les herbes
226, 17 der] das bezieh ungs wort ist aus 'bruoderhuß' zu ent-
nehmen 18 haber] de lavoyne 22 ff. Da vernam er . . .]
8. einl. 227, 17 pallast] donjon; s. zu 7, 27 30 ertzeigt,
als ob . .] demonstre estre faicte 34 an sinem b. g. h.j
avoit failly a (par)venir a son attente 228, 1 dem hol [an]
e. e.] au bout de la cave 27 sine kl. inn sohl.] troussast
ses bagues 229, 20 fünffh.] s. zu 25, 4 230, 10 waz
ist das, so] s. zu 107, 24 18 zuo der s. st.] gehört nach
Fzum folgenden satze 231, 7 daz = daz es 232, 5 zuo
Drittem t.] a heure de nonne. S. z. 6 24 im nüt th. k.]
nichts dagegen tun konnte 29 am a. megesten] 1. mengesten,
^ie 126, 14. Der n-strich über der zeile fehlt dann und wann,
zb. 146, 7; 199, 9; s. noch zu Morgant 140, 1 31 recht]
rÄJson 233, 17 gwalt] tort 26 geschoßj engins 32
bestatten] s. zu 12, 25 235, 1 ich kau dir . . .] je ne te
18»
276
puis bien faire par force 236, 8 hiuD iDti k,J uänil. eK3^
demandant pain pour dieu 14 gebot er] cuydant que c^^
fust utig hermite 24 [nam] priot 34 dem diennestTh
= dem d[u] d. Der konsooaDt dea proDomens ißt mit deitr^W
falgenden d verschmolzen , ohne daß die dadurch entstandene^
fortis durch die schrift bezeichnet würde; vgl dächt (^ ge
dicht) u, ä. 237, 23 Do inn . .] qiiant ses freres ouyreu^M
ees parolles; s. die fuiäuot*? zum texte 28 das =^ das e^^
34 ein lädersack und gr; h.] une chape et ung large chaperor^^
238, S zuo riiowen] a salut 27 er ist] quil ne soit 239-e—
14 zumm dickem] 'mal* wird sonst nicht weggelassen 2t>dF
güetlich tu 8. w.] bien aise tout a son plaisir 241. 31 Tur— ^
pinsj i^ber das durchgestrichene 'Anaea* (s. Fußnote zum texte)i^B
?gl. die einK -42, 22 wir] qiien pouons nous. Das hsliche=sÄ
'ir' (s. fuiänote xum text) gibt keinen sinn 35 so will ich . . *]^|
wia 168, 22 244, 7 grellen] gallans 18 fröwlj^] dame'^
de quoy il vouloit matter yoiinet 20 sternnen] Lstirnnen; ^
F: front rytterj roc (türm); dem Vytter* mlS&te 'cavalier, —
entaip rechen. Das selbe z. 31 32 er*] Hiebard 246, 7
Wann tiandlet er . , .] car le tort quil aura de moy il le trou-
vera au jour du jugement 24 har wertzich] scheint als
Uiarw^rts-sich' zu lesen und den häufigen 'hindersieb, nebend-
*ioh* usw. nachgebildet 32 güettige gn, fr. . .] bonne grace
tri vom* «uplie trea humblement; 'fr.' (die regelmäßige über-
•etiung von *hnniblement*) ist also an die falsche stelle ge-
mten 247, 33 do mocht er . . ,] il ne se peut tenir quil
n« luy dist 36 nunn — niuwan 37 krounen] escus
*J4N, 1 on antwurt] stimmt nicht zu 247, 31 f.; vgl. F: et
emporioit mauvaiae responce 34 uß] = aß*s, u& des 249,
87 dio inn w.] qui la (paix) destournent 250, 19 ian]
RiMvguoUl 261, 5 die panner] la hanniere zumm gr. tb,
uß] mr la grant tour 10 vollen] s. Schweiz, idiotikoo I
780 23 ein gros p, seh.] ung gros souliera sans cbauases
252, 1 mit grossem e,] s. zu 57, 11 253, 7 wytzigerj flek-
tiertes prädikatives adjektiv 22 das leyd und lyden] la fe-
lonnie et le courroux 254, 7 Da ward er , .] s. einl. 16
Constannoppel] nach z, 22 zu schließen, Schreibfehler. Doch
konnte immer bin eine volkstümliche Verstümmelung des na-
277
mens darin YoriiegeD 255, 2 was glucks] quel adventure
256,7 egg] coing 257, 5 Stangen] fourche qui sou-
steDoit leur löge 258, 15 zwey] dix; D las deux. S.
za 19, 23 260, 11 rust . . .] fist aprester une nef ; D
wollte dementsprechend zuerst schreiben: ließ innen ein seh.
zno rasten (s. fu¬e zum texte) 261, 86 ff. Und als
87 . . .] s. einl.
278
NAMEN- UND WÖRTERVERZEICHNIS.
Vorbemerkung* Bei wörtem , die in der gleichen bedeu tiiH|
Morgant vorkommen , fehlt in der regel die bedeutnngBangabe,
deuitcben nainenafornien sind soweit mögtich die entsprechenden
KÖsischen (aus Fd) in klammem beigefügt W5rter mit sjnkopie
präfix aind, wenn die sjnkope nicht allgemein nhd. ist, mit vollem p
angesetzt, & == e; y ^= i.
A [^ 8. e).
ab präp. a) ab ein and reu houwen
24. 24, b) fro ain ab 257» 31;
leidig, zomig werden ab 57, 23 ;
233, 12 : 237, 36 ; erbermd haben
ab 237, 21; klagen, sich (he)-
klagen ab 2, 9; 40, 30; 134/27;
218, 16; 234, 8; aich biegen ab
18, l ; 177, 9 ; fallen ab einem
Btreieh l5^, 20; erwachen ab
234, 11 Q. 8 w.
ab adv., trennbar zusammengesetzt
mit verben: »bhiaen *zum ab-,
rückzug blaaen" 2&6, 35. -gürten:
dm flchwert 151, 5; 189, IL 13.
-laden : den troß 48, 2. -stechen :
einen *zuo der erden stechen (im
Zweikampf)' 181,38. 'stellen: den
fltrit 154, 7; den krieg 207. 14.
-thuon: die kleiduog 237. 4.
•aüchen : abaoL 38, 5* 6 u, ö. ;
reÜ 'sicli auskleiden' 20,36 ; 21 , 3 ;
160, 14; 251, 22 n. e. w,
ablegung f. 'amendement* 147, II,
abtragung f : einem iL. thuon 'faire
amende a qn* 178, 3.
abweaen n ' abwesenheit* 251, 21 ;
261, 14.
Äch (Ais en AltemaigDe) 13&, 32,
achtag pl 'acht tage, woche'j
73, 32; 98, 18; 227, L
Adam, der erste mensch 173,
adel liehen adv. 'stark, krö-ftig* i
stiessend bed so a. an ei.
144, 3; er wart sich a, 151
Aifricka 223, 1.
Agfedon (Auguedon) , graf,
Kengnold getötet 11^, 13*
Agremuüt (Aigreraont), s. Bo
Albrecht (AuWrt), graf (her
Troya 16, 4) IG, 19; 36, M
Albunos (Albunois) i der gt&ü
A 34, 21.
Alexander der große 3, 29 ; S
all : ay fluchend inn alle tieff
holtz 156, 16,
Allantzon, verschrieben für Bi
tzön 11 5^ 29 (b- anm ),
Aüard (Alard), Rengnolds b
1, 3, 22 u. 8. w.
Alias (Alays), wach ter auf Moi
33, 26. 29.
allentk liehen adv. 'entierei
107, 16,
allerdingen adv. 'gänzlich , f
44, 34: 12^, 31; 217, 10 u,
allgemach adv. : irup, allgxni
47, 36; 86, 10.
279
^iliorry (Alanry), ans Ganelonige-
schlecht 22, 4.
aliDOMenn 161,35; almisa^n 116,26.
th adv {mhd. allea) *gaxiK and gar*
aJbo adv. : er küßt sin tun a. bluot-
tigl3,2;s noch 116, 21; 134,17;
171. 25 i 195, 25.
«tzii adv. 3. 16.
Amanns ( Amanoia), vetter Gerolde
?an RoBsillon \S, 31.
Amerj (Aimerj), gräf suo Nickol
^, 37.
der Amtrol von Persia «rAdmiral
de Pcrae) 255> 21; 260, 22 u. ö.;
s. BarbaB.
yim(m)acht f. 11, 32; 128, Bßn. ö.;
aß der L üa 183, 6.
Am(m>on von Dordonna» der alt A.
^^ lAimon de Dordonne), herzog,
^P ßengnold« rater 1,2 6, 21 ; 2, 34
1i 0, 8. w. Die sfin Ammon, ate-
hende be^eichnung der Haimons-
kinder.
Ammon (Aj^monnet) i Bengnolds
lohn 145, 15; 217, 28; 218, 4;
21». 25 u. 5.
Ammon (Ajmerj), graf, am hofe
Karb 139, 17.
Ammon (Amunoy) , ritter im ge-
folge der HaimooBkinder 36, 21.
Iftfi pi^p. a) einen an siner herberg
naoohen 185. 19; einen aD halti
erh&ucken204.32; » noch 42, }6 ;
67, 12 (neben 61, 31); 122, 5;
203, 25 (neben 204, 1) b) untz
an fiertzächen 52, 2. c) am tag
(aa point da joar) 188, 18; hüt
am morgen 125, 11. d) es ist an
dich übel gehandlet 114. IQ (s
änm.); da« wa^ ein torhejt an
Qrh 124, 7 ; das beger ich an
dich 116, 26.
am mdj. , trennbar mit verben xu-
lammengeaet^t: -gm: to gki dich
gluck an 13,27. -legen: er hat
ain zyt fibel anglejrt 243 , 28*
-lügen : einen 52, 16. -nemen :
gaelflchafft a. 55, 14 ; red. iiem-
mend üch der «ach mit an (mischt
euch nicht darein) l 13, 36 ; ir iond
uch siner red nßt a. (nicht da-
rauf achten) 188, 34. S noch
iack -rüeren : einen nüt a. *ihm
nichts zu leide tun* 38,33; I74J2,
-BchJaehen ; die zyt 45.24. -BÄchen
59,38; 144.27; 146,29; 212,26;
217,35. 'RtanrlieGend wjrß länger
a. 34, 36. -thuon : sich selbs den
tod a. 129, 5. •fachen: es a,
136,8. -zeigen; die spis 'angeben*
192, 32.
andacht m. *devotion* 204, 16.
anden swv. : vast ungeschickt ist
es , die vergangnen ding ze a.
(reprendre) 217, 32.
ander: zum andren 205,4; 221,14.
anderöchwann adv. 'anderswo*
90, 35.
aoder&fc ad v. 'ändert* 5,3; 14,4.8;
96, 30; 154, 6 n. ö.j *ein ander
mal*: einest gat es eim übel, a,
wo] 96, 34 ; *80nat* 139, 7 u. ö.
ännecht 'außer' 133, 15 (s. anm.).
ängferd ad?, 'von ungefähr' 94,19;
204, 11.
angriffer m. 229, 29.
anhan adr : A. gsach ummhar und
a, 68, 21; unwytt von Bordyae
anhen 74, 13.
anhar adv, : ej tribend ein andren
um m bar und a 200, H. S. noch
Voranhar*,
anheimsch adj. 60, 31 ^
anhängig adj. i er hat sich dem
tüffet a. gemacht 106, 14,
Anio, grafschaft (duche d'Anjon)
166, 22 (8. anm.); der grÄf von
A. (le comte d'Anjou)» im dienate
des königs von üastgutmia 99, 16
^^^^^^^^^H ^^
^^^^^^^^^^^^iB -rt. 9
167,28; 168^2; l«K,fl
192, 2; 19B, 9; 124S.9I.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^K^
J^iignon 8. Gddfrid. ^
B. i. auch P ^
^^^^^^^^^^^^L
^^^^^^^^^^^^^^^
^^I^^^^^^^B
Babefort (ßaabefori), t Hi
^^^^^^^^^^^1
Bajard (Baj&rt), BemgaM
^^^^^^^L
3, 27: 4, 5; 28, 2 »^ •. 1
^^^K ^Mmom imms&^m.
Bajonna (Bajoiuie). i. Qvy
^^^.-^m^.^kmlkmn^}.
bald : zam (aller) beltut»
^^ ymttm.9L
16; 114. 25; 127, 36 IL 1
Hl i^ifrfini'l'iiiittr
Baldowin von Mellent (Bim
^ ilMlBffMii 100^.
Mdlant), 'im lampartJsdM
umgekommen 8, 2U
. ». US. «0
Ballantzon (BalaDOon), fsfl
%u»|««ricBteitie*
93, 23; 94. 6: 96, 2;
,_
143. 17 u. ö.
..m^ jai0,>BAmutaengftü
Barba« (Barba«), 'amirol ▼<
0i,tQimam$ i« «iMide eu
sia* 258, 38; 259, 15; 26
_^^« 0*kC
Bartbole aß TuUcbland (E
^ *^^ ^ »• T; 58, SO;
d'Allemaignei, TaaaU Kar
H^ScIt».»
Bartholome ^ßarthelotUKarl
25, 27 ; a. Berchtold.
Baasinn {Baain), 'ein grom
167, 21. 22.
cS^Ö; »«^34; 31,32;
beckj D. 224, 6.
^ >|,»;5S;!M;5S.^.29;
beduncken n 22, 20; 211,
Äi^«;Ä»a47,24;n7.l6:
beduren bwv. : daz uns b
«4. r a »Mk Tttriag.
dnrret 196, 34.
Mte (4>ll«k ü»ilt €^ 19.
bedfitnuß f. 72, 22. 33.
Befff es von Agremunt {
Mil$r,9; m. W: 164, 28;
d'Aigremont), beriog 2,
4ib» «rnlmM tdmtt wyt 124,
3. 31; 4, I8;7, 31j 8, S
tt.
U. 8. W.
' m^llirliif- adv. 'mof kULgUche
begaü 8tv. : nyderla^ 64, 26 1
wtte^n.e.
vergiesaen 118, 31; sin n
49Mki ^u MUuidm (Arnoul de
an einem 203, 5,
8M«lfti»fo\ tu ZmtU beer 1, 17*
begeben etv.: refl, mit gm
iimcko« (TmwOTX fladt 62. 19.
abb. tat« 'sich zu etw, v<
«» ^ #• K\ IT: 7* 14; 73, 36;
entBchließen* 2, 33; 107,
m. Ä*: IT$,1; 190. 2Ä; 287,10.
begeren n. *daa begehrte' i
4i|«t(AH'>«i>: M^YÜand, da« man
begird, a, anm. zu 115, 16.
ji Mwpi aoi ao^ 33.
begnaden swv.: dnen *bega
A«*M«K <ii>r mm Bodonn (£>tou
40, 17.
1<iil»MkMi) U, $l{ 18, 10:
begreptnu8 f. 262. 32.
881
behalten ttr. ^aufheben, yenrahren*
26.21; 222, 3.
beheben stv. *bebalten; fest-, sa-
rflckhalten' 61, 30; 99, 36; 109,
17; 157, 18; 159, 7; 234, 81 ;
einen gfangen b. 191, 27; den
aig b. 232, 6.
behelfen sty. : einem behulffen (und
beritten) sin 9,2; 73,34; 78,5;
91, 20; 146, 3; 147,27; 172,19.
^Herbergen ewv.: abaol. 88, 9;
refl. 254. 23.
^^ern, s. Ydelon.
^«Meydung f. 237, 7.
*^^teegen «wv.: einen 1, 5; 5, 32;
6, 29; 181, 17; 215,22; 232,32.
*^^laden stv. : ich bin dinnen wnn-
derbarlichen beladen (merveil-
leoaement Charge pour vons)
101, 26.
^eliben Btv. 'auf dem platze bleiben*
05, l; 133, 24; 200, 4.
^ellanda (Beanlande), 8. Arnold.
Vielonnng f. 23, 7; 24, 31 n. ö.
V>enflegen n. : ein b. haben 78, 34.
V)eraten etv., 8. behelfen.
fierchtold ( Barthelot}, Karls vetter
26, 38; 27, 3; 28, 15; 29, 1;
40,13; 45,1 u. ö. S. Bartholome.
TDereiten swv. : falken 26, 1 ; ein
bereyttnen sperwell 72, 13.
V>erichten swv. : bericht sin 195, 9.
Beiyer (Berruyer) 80, 33. S noch
Berrinn.
Beringer (Berenger), genösse Gane-
lons 22, 5; 262, 13.
Ber(r)inger von Yallos (Berengier
de Valois), vasall Karls 165, 19.
20. 25. 30; 248, 24.
Bemhart uß Burgundia (Berrard le
Boargruignon) , im beere Karls
38, 7.
Bemhart (Benard), Schreiber im
dienste des königs von Qastgun-
nia 72, 20.
Bemhart (Bernard), ein einsiedler
225, 22. 34. 3a
Berrinn, b. Lamprecht.
Bertha(Berthe),Karl8 matter 167,1 1.
beschechen stv.: er bekant wol,
das [es] umm inn beschechen
was 24, 25.
beechelken swv. 'schelten, beschim-
pfen* 26, 31; 147, 12. 13. 14.
beschinen stv.: es beschint sich
157, 15; 161, 2. 34; 162, 35;
163, 15.
beschiß m 'betrag" 80, 16.
beschließen stv. : wo wirt der fryd
beschlossen? 108, 12; s. noch
41, 17; 73, 11.
besechen stv. 'besachen* 37, 26. 28.
besinnen swv.: refl. mit gen. 'sich
erinnern* 189, 25.
best sap. : am, zum basten 4, 4;
48, 2; 89, 36; 97, 23; 126, 21;
217, 31; 247, 11; das best, sin
bests thnon (im kämpfe) 150, 12;
151, 16.
bestan stv.: ich bstan übler (bin
übler dran) dann ein unsinniger
183, 15.
bestatten swv., s. anm. zu 12, 25.
hätten (part. perf. gebätten) : in
bedeutung und konstruktion eins
mit 'bitten* 19, 34; 20, 6; 146, 4;
151, 26; 178,25; 196, 14 u. s. w.
befelch m. 'auftrag* 19, 26 ; 49, 9
u. ö. ; einem etwas in b. geben
'auftragen' 72, 8; einen, etwas
in b haben 42, 3 : 61, 24; 171, 29 ;
173, 83; 194, 2 u. ö.
befelhen stv. : einen befolhen haben
19, 25; einem befolhen sin 81,19.
befinden stv. 'merken , empfinden*
83, 8; 179, 16; sich verwundt b.
199, 28.
befrömden swv. : es befrömdetmich,
daz ir mir semlichs zuo muot-
tend 165, 27.
^^^p ^H
^^^^ bewaeren awv. : ein bewertter ? er-
73. 29; 74, 13; 75, 9;B
^^m retter IH, 15.
02, 15; 73, 26.
^^^■^ bewilgen awv. : refl. 'einwilligen"
Borgas (Bourgons) , heidi
H^ 148, 18.
könig 62.18: 64.33; 65,1
^B by präp, vor zahlen *an, ungefähr*
67, 4 ; 68. 1 ; Borgens 63,
^^t 7, 22; 10. 4; 30, 36; 130* 8;
20. 29; 64, 15. 21,
^^M 176, 36; temporal Vor^ 93. 25;
bös adj ; in bösaen kleydQi
^^^H instrumental : do umfieng er inn
22; das böstthuon 34.8;
^^^H bjT (mit) den armen 200, 7; sa-
138. 8; 197.2; ein fei B vi
^^^H gen la«ien by 19, 8 ; enbieien by
daruflf gekommen 111, 84
^^H 75, 14; 192, 23; erkennen by
bosbaftig adj. 215, 11.
^^H 57. l; 110, 5; einen bütten by
Bouillon (Bouillon) 2, 13; 1
^^^^r einem nmraen 167, 26. S. noch
15. 30; 17. 19; 20, 17; 1
^V yile.
(Bilton) 1, 18; s. Gallerai
^B bieten (büten) atv, = gebieten 85,1 ;
boum m. *8arg^ 11, 7; 12, 32;
H 201, 35; 223, 6 u. ö.
Bo(ii)rdella ^es (Bourdelle). i
^B Billy on, s. Bouillon.
frid, Saraaon.
^m bißen stv, : und beyß die zenn uflt
brantschatzung f 'rancon* 2
^H ein andren von groOem som 206,
Bremö, s. Symon.
■
biet n : im seh ach und im
^1 bysin (binsin) n. 169, 26.
spilen 188, 10.
^H byspi! u.: der manlicb man ist ein
Brett annia (Bretaigne), land
^H Spiegel und b. der andren sich
161. 25; im nydem Br. 1
^B redlich zebalten 150, 35 ; (einen
S, noch Salamon.
^B strafen) dkis es ein b, sig87,2G;
Brettanyar a, HnmaL
H bOBJse b. ertzDugen 243, 30.
brinnen (brünnen) stv. : sine
■ bUeen stv. : fr5ud bt. 105, 37 : 106,2 ;
brunnend wie brQnnende li
H dM abziecbeu bl. 214, 1.
222, 22.
B blatte f 236, 24.
Briäco (Briacan), insel, auf d
■ Bläß (Bhiiä), Stadt 90, 28.
jard au f^fe zogen wurde B,
^B bloß adj. i ich will dich bl (mit
Broffort (Broifort), das pfei
^B aufgeschlagenem visier) gsücheu
Gergis 133, 9; 175, 82; B
■ 176, 16.
18, 17; 136, 13; BroÖurt 9
^m blüeten swv. 'bluten' 25, 10; 125, 5 ;
f»5, 18. 26.
■ 224, 12.
Brotkarra (Brotquerre) , das
^B bluotruntz adj : einen bl. mncheii
des Mftgia 141, 3.
H 29, 23.
brachen awv. : ein kunst br.
^B bluotvergieasen n. 118, 32.
189,6.8; 203,22; verrefcte
^B Boyanna, s. Anthony.
70, 16; reden br. 40, 22;
^B Boys (Boy^)f ^< Jeatätiaiii.
br. 233, 17.
^B Bondar (Bondter), Hengnolds horu
bruchig adj : br. sin (eine« d
■ 1 05, 37 ; Bondy (Bondie ) 1 75, 22 ;
wohnt sein* 80. 1 1 ; 88> 3 ; 2.
■ 213, 23.
bruüderhüaly n. 204, 12; 225, S
^B Bordias -yas (Bourdeaulx). atadt
bruoderrock m, 'kutte* 20
■ ^ 63. 25; 67. 18; 68, 19; 72, 1;
251, 22.
283
el m. liügel* 180, 3a
Pl»aei>en iirr. : do woit et innen K.
b. (CH. loor voulot faire mnende)
99, 25.
Saltion, 1. Bouillon.
^uob m. *page' 18S, 36; *garcon*
HO, 21 ; 209, 26; 'ribault* 58, 13;
14S, 28 : 244, 25 : 245,14 i glonton'
89, 4.
iDordy f l)Örde' 179, 32,
Surdy^. 8. Bordiu.
Kurgu&din (Bourgogne), n, B€m-
h«rt. Hag, Ruoprecht, Samson.
<:, », K,
D, r »nch T.
<1» conj.: wie vil jamers band wir
Ton dir, da du wol darvor werest
gfiint 321, 17.
^^dadannen adv, 'von da her, weg*
M 195, 4; 232, 27.
^Hdabeiman adv. *dabeim* 93, 26.
^B^äbinden adr. : d. beliben 46, 37 ;
^ 85, 11 ; 87, 9; 180, 29; etwas d.
Viaaen 94, 9.
dank m.: d. babendl 103, 29 is
luiin«)*
daaktagen bwy. : durchweg als ein
wort geschrieben, s. b. 168, 32;
169, 30; 258, L
dann conj, : wend ir d. niit, ao landtz
onderwegen ! 109, 25 j ir verne-
mend d. (es sei denn, daß . «)
81. 29 («. noch 202, 38); wir
gsäcbend sy nie d« gewapnet
193, 35; UDgewapnet, d. allein
(lie Bchwertter 101, 18; 108, 15;
s noch 143,10: 172,21; 1K3,!2.
Diimeniark (Dannemarche) 18, 17;
20. 16; 31, 19; '^2, 12; .Sl. 19;
T- 3, 23; 15, 35; 38,37; 74, 12;
Th- 15, 29; Tenuemarck 36, II;
96,27; 103,22; 123,7; Tb- 95,18;
114,8; 131,34; 139.1; 8. Gergi».
Dannemarker T- m. 31, 20*
dannen adv. : d. tbuon *be8eitigen,
entfernen' 141, 25; 173. 34.
dar ad?., vor verben; -begeben:
ain Hb (habandonner) 119, 24.
-stellen: stellend dar (zum Zwei-
kampf), wen ir wend 198, 6.
-strecken: den fuoÜ 146, 32.
daran (Iran 12, 5) adv. : unden
d(a)ran 6, 22; 32. 30; (ich will)
ee min küogkrich d. binden,
dann das ich sy hin gebe 75, 3h
darin (trinn 23, 15) adv.: d gän
135. 35; d. schlachen 23, 15;
50, l; 78, 19; 133, 2; 153, 1;
181, 11; 231,9; 258, 35 tt. b. w.
darob ^trob 12, 5) adv.: ich wyll
trob lind trän sin (mir alle mühe
geben), das er gesiriifft werd 12,5.
darron adv. ; einem d. helfen 169,30 ;
einen d. bringen 50, 25; 51, 21;
126, 16.
darvor adv. Vorher* 20, 17.
darfür adv. : darumm da'£ er nijt d,
kond (nichts dagegen tun konnte)
216, 34.
darzuo adv.; es kumpt d., das . .
157,9; 214,21; 248,37; 253,20;
d. thuon 193, 1 ; 207, 15 (s. anm.))
224, 7
das (daas) conj, *so daß* 81, 8;
8l\ IG n. Ö.; 'weil* 32, 2; 45, 3.
8; 58, 13; 70, 17; 151, 27;
158, 31; 180. 19 u. Ö. ; Mamit'
60,24; 86, 16; 100, 18; 167,31;
193, 16 n. ö. ; Venn* 203, 31
(vgL noch 148, 9, 25; 207. 1);
ir sagend wyßlich, doch das ich
ein hotten hab 33, 2L (ähnliih
200, 35; vgl auch 40, 3); hiit
ist der tag, das ich üch wird
hätjcken lassen 47, II; im aus-
rufaatz: das du von gott vpr*
flüocfat werdest I 166, 9,
dauß adv. 65,7 ; vgl. daumm 67, 16.
^^^P^ 284 ^1
^M dlfomnen ady. ^4, 20,
Bächen, die gants wftlt aött
^M Saut DenyasiuB (Saint * Denia),
164. 10.
^^^H Schutzheiliger FrankreichB 16/11 ;
Durandal (Burandal) , Rc
^^H 95, 2S; 177« IL 34; Denjaseua
Schwert 155, 11; Durandel 1
^^^ 152» 25.
durreohten swv. *per»ectiter* 2
H dennecht mU, 59, 19 ; TS. 5 ; 165,35 ;
220, 28.
^M 207^ 29 u, B. w. (bo immer).
dürfen , t- (dörffen ; part
^H Dßtinobla (Denoble) : der gro ß tham
clörffen 9, 27; 202, 36; 2
H D. 92, 2d.
V. au. Vagen» 8, 87 ; 9, 2'
^m derglichen adv. : d, thuon 113.36;
22, 15; 37, 4; 93, 30; 9-
■ 220, 4; 227. 5 u. 5.
97,3; 147, 28; 180,35; 20
H dert adv.: tliert 244, U>.
36; darnach ein inf. mi
^H DeeBiers uE HispanniR (Desiera d'Es-
244, 30; mit ze- 79, 22; Ä
^m paigneX yaeall Karle 90, 3*
220, 38. m
^m dick adv.r znm dickem 239, U
M
^H (0. anm.)
£ (&). m
■ diebatal f. ? 'das j^eBtohlene' 235, 17.
eben adv. *nur*: von 500 r
^^^^ dienea bwy, i (ein rat) der auo eeren
hatt er e. nach fünfftzig 1
^^H dienne 98, 24 ; (etwa«) das üch
e. recht 97, 16,
^^^B zua achaden und unnereii dienne
echter, in bedingungaaätzeti
^^P
mögend uns wol und man]
^^^ ding n. : gaotter dingen »in 251» 17 j
weren , wenn wir una e. '
■ 261, 16.
wend 50, 17 ; er muoß nao
^B Dyaaion (Dyjon), s. Rnoprechi
sterben, mag ich ächter 2S
^m dorn allen adv. 51» 9.
ee adv. comp,: du magst i
^M Boon von Nantueil (Doon de Nan-
(mienlx) umkommen, dann
^H tueil), bmder des berzoga BefFea
du mit R. stritflt 150, 2.
^M von Agremuiit2, 8; 5,22; 16,6;
ee f.: die ee machen ÄwiiBchi
■ 17, 14; 19, 5; 2S, 23; 25, 23;
72, 8,
■ 88, 18; 114, 7; 132, l; 248, 24.
eegmachel m. 5, 5; n.? 8, 1
^B Dooo, graf zua Mane (Doon comte
egg n- 'coing' 256, 7.
H du ManB) 1, 17.
eigentlichen adv. *propremen1
^H Dordonna (Dordonne), stadt 1, 2.
8; ^bien* 239, 17.
^^K 21; 2, 34; B, 3; 13, 14; 51,32;
ein pron. 77, 20 (s. anm.).
^H 55, 21; 223, 12 ü. s. w.; 8. Am-
einest adv, 'einmal* 96,34; 2
^^H mon. Schlachtruf Eicbarda 115,
'einst* 68, 25; 86, 11; 181
^^V 29; 152. 37.
196, 14 u, Ö,
V Dordonna, fluO 92, 21; 112, 1;
einich zahlpron. 'irgend ein
■ 133, 8; 1S6, 13; 204, 9.
34 u. Ö.
H do2emäl adv. 130, 6; 231, 30.
einmündig adv, 'aus einem m\
H ducken swv. : dag höpt 77 , 31 ;
do sagtend ay all e. 208,
■ 98. 16; refl, 136. 5.
eins leyß): e. sin 45, 27; 5'
^m dünken (prat. duocht, thuocht) swv. :
62, 18 tt. ö,j ©. werden i
^^^ es thuocht, dag ertrich zittrette
167, 18 n. ö.
^^^K^ ander im 85, 14; es duocht ze-
eitweder pron. 'einer von be
285
ro du deren ejrtwedterß mit
tbaost^ 90 . . 246, 34 ; «keiner von
beiden*: (wirl wend UDaettweder^i
teyls anBeinen (neutriil bleiben)
IS, 14.
Ecorfal lEscortault), heidnischer
könig 78, 24: 79, 5^ Ecarfol
79, 10. 19; Ecorfol 80, 10.
cllwn^nt n.? *element* 172, 17.
Emeffros (Ksmetfroy), ritter Karld,
von R^gnold getötet 48. 35;
50, 34; M. 12. 31; 52, 3. 32;
&S. 27; MeffroB 51, 5.
ead n. »ort' 47, 37; 50, 16. 18;
«8, 24, 28 ; 76, 21 u. ö, ; *6nde^ :
ein «ehnell e. machen 156, 32;
damit gott uns gnedig aig an
on^erm letaten e. 115, 14; etwa»
Eoo <*. bringen 'mettre en efFect*
72. 2; Ö7,34; 105, 13, einen krieg
negreich durchfahren* 99, 80;
lend des louffs 84, 15.
enden iiwv ; ein gebot e. (anaföhren)
252, 37.
Engelländer {Anglois) m. 114, 3.
Iaiie(r)tha]b pr&p. mit dai 'jen-
leiti*: ftnuerthalb der Messa
32, 32; ännetbalb dem wo^aer
68, 21.
npfachen stv,: foreht e. 56, 25;
leyd e 163. 38.
^«athalten atv. : den atrytt e. (raain-
Lenir) 50, 7; der manlich man
enthalt (fait arrester) ain vokk
Hebend im 150, 34.
itheben atv.: refl, 'ßich aufrecht
Halten* 200, 14.
«miierxigen «wv. : refl. 'mntloB wer-
^^ €len* 89. 17.
^B^lHch adv. 'expreesement' 8, 16;
^^ entliehen *Kicherlich' 107, 20.
eötiichten swv. : refl. 'erachrecken,
außer faaaang geraten' 96. 33.
_eiittrÖ5ien «mr, : refl. 'ae deacon-
fortei- 61, 32,
entschiefen swv.* einachläfem' 203,
23.
entschfittter m. 206, 82.
entachottung f. 'hilfe, rettung* 171,
21. 35, 36; 252, 32,
entschwellen atv. ,desenfler' 164,25.
entfigurt adj, Mefigure*: sy waa e.
von weinnen 145, ItJ.
entwer(r)yü adv. : fer gieng) e. durch
daz länger (a travera de lost)
238, 30; er gsach ay e. [de tra-
vers) an 244, 13.
entzoubern swv. : einen 189, 18,
Eodoii(n] (Oedon) 15, 31; 152, 14;
153, 21; 167, 28; a. Aalolfo,
Hector.
Eperon (Eaperon) 82. 2L
erbermd m, oder n.? 57, 11; 106,
35; 252, 1; a. anm. zu 57. 11.
erberen stvr. : von minem geblüet
erboren 215, 33,
erblechen n. 40, 10.
erentrich adj, ; din erenttricher und
beiger nam 111, 12,
ererbietnng f. 202. 29.
erhalten stv.: eine red 'aufrecht
halten* 52, 14.
erharren awv.: ea e. 'auahalten'
123, 4,
erherten &wv. : ^in hertz was lo gar
erherttet (endnrcy) 209, 1,
erhungert part. adj. 54,24; 224,1.
erklagen awv. : refl, mit gen. 'eich
beklagen über' 88, 15.
orkoufen awv. 'loskaufen* 8, 13;
170, 1.
erknnnen swv. 140, 25; 185, 17;
230, 21; 246. 9 n. ö.
erlägaen stv. 'unterlassen* J50, 8.
erleben awv : bettest du din zyt
erlept (vescu Tostre age) 158,
28.
erlilngerung f. 'aufschub* 218, 29.
erlöptnuB f. 182. 22,
ermürdeu swv. 21« 30.
286
ernst m« : wenn ei nn ein e. wrrt
gän 76, 22.
er<r)obeni §wt. : einen * Überwinden*
40. 20; 41, 4: 199, a?; 226, 33
erschießen sty. *eoteprtngen* : (ee)
mag uch niit dann nbeU damß
e. 947 ; ^aasschlag-en* : ich fürcbt,
es werd uns übt*l e* 214, 18.
erschmcken n.: band kein e,! 64,7,
erBcbrockenlicben adv. *0cbreck1icb*
108, 31.
erscb wachen «wv. 'ach wach werden*
216. 31.
ersetzen »wv. ; ein isserbrocbenea)
Schwert Murcb ansetzen wieder
ganz machen* 136, L
erst zahlw. : znm ersten *zuerst*
114, tJ4; adv. 'vor kur7,em, eben
noch* 111, 23.
ersinnen swv. 'betäubt werden*:
ein aöllichen atreicb tiff nin bülm.
daz er darab eratanet <quil les-
tonna toot) 179, 29 j part perf
erstunnet 'esbahi* 189, 27,
ertonbet parb. adj. 'betäubt' 130^31 ;
er ist aller dingen e. (tout aasote)
248. 16.
ertOnenswT.: (blasen) das das scblos
darab ertondt (en retentissoit)
106. 4.
ertragen st?, 'ertrag bringen'; (die
herrHchaft) ertruog j er liehen tus-
send marck silbersi 71^ 21.
erfulen : part. perf erfüllen ^A, 18
(vgl. 225, 10).
erwärmet part adj. 'erhitzt' 18, 24.
erwinden stv. : ea ist nnt an im (es
hat nüt an ficb 156,20; 180,18)
er wunden, daz wir nnt , . 145, 24.
trwiirgen swr. 'estrangler' 173,23.
erteigen swv. : dyß hell ertzeigt,
aU ob . , 227. 30.
en^ugen (auch-öi*) swv.: refl. mit
dat. 'se presenter» 88, 7j erisöu-
gend üch, da« ir fiwer voick lieb
habend 88. 27.
erzögen swv. : (die Haimonskinder)
begiengend so groß manheytten,
daz keinner ir streich e. (endo-
rer) mocht 213, J3.
erzürnen swr. ! refl. *zomig werden*
2, 21; 216. 14.
etwann adv, 148, 4.
etwar pron 35,29; 56, 13; 127,5.
Galantin« Rolands pferd 154 1 89
(Melentis),29; 201,«^; (Vaillantee).
üftlUranna (Galienne), gemahlin
Karls 167, 14.
Gallaffra (f Ga]lafre), könig in Spi^
nien 167, 13.
Gal!er(r1an {-im) ?on Bouillon (Gal-
lerant de B.), vasaü Karls (her-
zog 16, 13) 1, 18; 2, 13; 15.30;
16, 13; 17, 18; 20, 16; Galler-
rant IH, 9.
GalliM-an von Sayetta (Galerand de
Sageltes), christlicher ritter, vom
amirol ßarbas getötet 256, 10.
16; 259, 2.
Gallitzia (Galice). land 112, 7.
Galtos iGallesl, land 165, 21.
Galt er von Pierrella (Ganltier de
Pierrlee). ritter in Karls beere,
dur«b Beflfes von Agremunt gc-
tötet 17. 30.
Gannellon (Ganelon, Gaenelon,
meist Guen es), der verr&ter21,31 ;
22. 4. 9 ; 23. 4. 13 : 99, 22 ; 204, 22;
249, 12; 262, 12. 16.
g;irn t>- • Inldl. 218, 15.
Garnier (Garnier), graf, im beere
Karls 30, 22.
Gaflfgunnia(GaBCoigiie). königreich
Gl, 3; 62, 8. 10. 14; 63, 18 u. ö. ;
-gunya Ul, 2.
287
6a«t^niier m. 95, 38 ; %, 3 ; 148. 19 ;
150, 81 ; 153, 19.
Gtetinos (G&stitiois), land 62, 6.
ÖÄudentz (Gaul Her), ritte r im ge-
folgt des herzog« ßeffea 9, 7.
geb, in Verbindung mit folgeudem
fragepronomen '— auch immer':
geb iraz 21Ö.30; geh wie 48,34;
83. 36; 138, 14 ; 163. 34; 233,27.
gebart part, adj. 'brirtig* 90, 22.
geben stv. : einem blatz, weg, strA»
g deichen' 35, 28; 51, 14; 119,
25. 30; 232, 4 u. ö.; »treicb inn
holtz g 119, 27; nun Und uns
innen ein sturmm g. ! 1 18, 37 ;
einem hilf g. 29, 4; 220, 17;
(der goldne adler) gab so heyttt?r.
di^5 , , 191, 10; den gib ich fur
tod 239, 24
gedechtnaß n, : band g, , da« . ,
20, 4; Lind uns hnt thuon, da^
eo ein g. sigi 117. 5.
G^ellon von Pejero (Guidebn,
Ydelon de Bavierea, ein mal (zu
84, 20) de Bourgongnei, graf,
tasail Karls 84, 20; 137, 20;
149, 9; 157, 10; 211, 11; Gu-
dellon von R 15, 30; Ydulon
143, 20; 165, 31. 32; 169, 18.
i gedenken swv. : aj gednchtend deren
(der rede! dem keisser frirhin mU
mer (kamen ihm gegenüber nicht
pbr darauf zurück) 26, 25 ; wir
rend ainn üch mit mer g. 170, 21,
gegem pr&p. 'im vergleich äu' 10,8.
gegüawerf.: uch Kuoderg stielten
35s n,
gekirrecht adj. 'behaart' 53, 25;
54, 23
g^herst pari adj. 'beherzt' 87,20;
g- ino «trytt 7, 34,
gehören bwt. = hdren 23, 3.
gehonamy (gb-) l 5, 12; 12, 11
a. d.
gebnaet a: 'gebäude* 43,21. Ygl
Schweiz. Idiotikon II 1746 (gt-
hüs).
geleitsman (gleytz-) m. 'guide' 150,
33.
gelten »tv. ; e» gylt mirgl^^ch 101,29;
8, noch 123, 2,
gemÜet(gmQed 156, I9)n/eoiirjige'
15rt, 19; 218, 30; 223, 31 u. ö,
gen, vor infinitiveu Xuni) zu*: a)
gan gen 39.22; 109, 30; 203,8.
9; 221, 8; kommen gen 131,11;
rjtten gen 39,32; 175. 7; einen
fQeren gen 67, 31; 193, 6; b)
wollen gen 7, 18; 46,27; 85,35;
113,13; 152, 4; 180,33; 194.10;
206, 15; 225. 1; 230, 21; land
una uns gen wapneni 64, 3; vgl.
noch 43, 36; 93, 7; 146, 4 ; 245. i,
genacbnen «wv. *ßich nähern* 37,5;
44, 6; 118. 33; 152, 32 u. Ö.
genesen fgw-) stv,; die zwo wun-
den Bind nach mit gn essen 88,26,
Gennow (Vienne), e. Olifier.
genuog(gn-) einer verheiaäung g,
thuon 153, 33.
geriten stv. : an einen g. *ibn an-
greifen' 11, 5; 181. 35; 235, M
gerecht adj. : \kW der gerechten
sjtten 157, 15.
Gergia von Dannemarck (Ogier le
Üannoia. de Dannemarche) , am
hofe Karl« .3,23; 15, 29; 16.24
ij, 8, w, ; Gerigi« 32,22; Gergea
137, 13; 166, L
Sant Germanua (Sainct Germain),
bei Paria 15. 26.
Gerold von Eosaillon (Girard de
Rouaaillon), herzog . bruder des
her<£og« Beffe4S von A. 2,7 ; 5,22;
15, 15; 16, 6; 17, U; 18, 13;
19, 2; 114. 6; 131, 38.
Gerold von Falckoffet i Girard de
Valcouvent), vetter Febker« von
Morillon , von Richard getötet
120, 16, 23, 30. 33; 121. 1,
288
Gerold (Girard), ein ritter in Karlß
beere 127, 30. 31. 33; 128, 8.
Geronda (Gironae), fluß G8, 20;
69, 8; 72, 15; 90, 31; 112. 1;
Geninda 74^ 13; 76,30; 161,6;
Gyrunda 9J, 2L
geschenden swv. 'verwonden' 72,18.
geschickligkeyt f. largesse' 67,26.
geschii' (gsch-) : (einem) guot gschir
machen 42» 17; 57, 31: iB6, 4.
geachofAineyster m, 'maiatre de^s eti-
gina (geschoß 216. 4; 233. 26)*
221. 30.
geiKjhrej (gsch-) n. 10, 3 ; 15, 8.
gesoliworen : icli bin sin (dea kö-
nigs) geBchworner (je luy aj fait
hommaige) 225, 12; &. anm.
gesechen igß-) stv. = sechen (all-
gemein).
gestalt l^t-) f. : ich gsach dich nie
80 bÖBße g. t'üeren (bo übel ge-
berden) als yetz 111/22; iu söl-
licher g. 15, 16; 26, 21. 36; in
keiner g. 38. 14 ; 59, 28 ; in aHen
gstalten 209, 8.
gestan stv. ^anstehen, dauern' 15.21.
geBtert ad v. 161, 5 ; 189. 20; 260, 23
(«0 immer),
gestillen swv. : tr. ^beruhigen* 100,
20; refl. 207, 13.
getnrren an. v. Vagen* 78, 36;
244, 35 ; aonst meiflt durch 'dür-
fen' abgelöst.
gefangenschaft (gf-) f. 111, 14.
gefarligkeyt f. 'periF 111. 16.
gefögel n.i ein par von yetlicbem
thier und g. 172, 30.
gewarten swv.: eines 137, 10.
gewiinnen (gw-) atv. 'überwinden'
150, 20.
Sant Gilg (Sainct Gitlei . gtadt
62, 19,
Gyrunda, s. Geronda.
glich: einem gl. gaeohen 82» 14;
83, 19; 236, 35; 'aleobald. so-
fort* 65, 32; 85, 15; 216.
225, 29,
glichen nwv : refl, mit dat. 43, 9;
85, 24 n. ö.
glyd n.: im forderatengL 229,33^
glitten swv. 17, 24; 42, 35,
gnaden swv. Manken* 1?6, 8,
gnagen atv.?: tr, 241*, 24.
Godard (Godard) , ach reiber dei
königg Johans von üastgunnia^^
104. 24; 128, 13; 129, 3.
Godon (Godon) , pseudonym für|
Miigiä 161. 2^.
Götlfrid (Geoffroy), herzog, am hofe
Karl« 26, 30.
GÖdfrid von Avignou (Geoffroy
d'Ä.l, graf, vasall Karls 89, 33; _
90, 6. ■
Gödfrid von Bo(a)rdella (Geoffroy
de Büiirdelle), vasall Karls 2,12;
8, 2L
Gödlrid von Lungun (Geoffroy Lon— ^
gnn), yasall Karls 30, 22.
Gödfryd von Mfillinen (Godeffroy
de Möulins), ritter . im dienst
dea kOnigs von Gastgunma 72, 9,
?13; graf, vetter aesköujgs 98,33.
Gödfryd von Nataieret (Geoffroy de^
Nazareth), christlicher ritter 256,.
10. IG. 24 ; 257, 10. 13.
Gödtfrydt von Thennemarck 114,8,
Gödfryd nB FrieWand (Godeban
de Frißo), vasall Karla 16, 13.
gottwillkommen adj. : sind mir g.l
61,ll;8.noch77, 15. 19; 185.12;
192, 9 ; 225, 86 ; 226, 7 ; 240. 32;
241,28; 250,35; 252,88; 257,28.
Vgl. Schweiz, idiotikon lü 285,
gonmen swv. : refl, 'sich in acht
nehmen^ 244. 31. M
Griff on von Hottenfeill (Griffon de ■
Haultefueille) , Ganelona vater
24. 19. 22. 29.
groß adj, ! ich wett mit nnun
grosses 174. 13; R hat du
st^^
289
hertx 80 gr. (eDfle) 84, 32 ; 155,
29.
^(rrüetsen swy., so immer, z. b. 8,9;
252, a5; 255, 27.
S^-nssamkliob adv. 199, 29.
Gncbart (Onichard) , Rengnolds
brader 1,3; 25,34; 31,4a.B.w;
Gnrcbarden 30, 38.
S^adeilon, s. Gedellon.
S* Ca eitigklichen ad?. : g. (melodiense-
ment) ihönen 111, 6.
Q-"«aymar (Gnjmer), ein scbiltner
JLbxIb, von Bengnold getötet 88,1.
Cv m3ymardvonBayonna(Gaymardde
Bajonne), vasall des königs von
Gastgünnia 100, 21; Gumard
100, 30. 33; 101, 2.
Ci-^ymard (Gnjmard), graf, im beere
^arls, von Magia getötet 123, 8
124, 4. 17; 126, 34; 127, 10
ld2,29; 133,24; Gnmard 134,26
142, 18.
^^ «imara (Hnmard), graf, im dienste
dei königs von Gastgonnia 100,29.
^^«ottemont (Gatemanlt), s. An-
thony.
Sxftothet f. 'gate tat, wohltat' 99,5;
132,21; 150,25; 174,32; 195,36
u ö.
^^"uttellin von Senna (Guitelin le
Sesne), heidnischer anfübrer 1,14 ;
2,8.
irttffer m. (?) 'coflfre* 189, 15 ; 190,10.
^aben an. v. : ich wils nüt gehept
haben 85, 2 (s. anm.).
^Ällerwert n. : -wir wend weder nmm
inn nach nmm sin tröwen mit
eines halben hallerwertz dester-
minder thuon 34, 10.
^t m. : den h. stellen 78, 9.
halten stv. : sich b. mit Verbalten
gegen* 48, 36.
luud f.: syt das mir disser nnfal
Haimonskinder.
sebanden gangen (zugestoßen)
ist 96, 31.
bandlen swv. : ich will mit dissem
botten h. (parier secret) 102, 31.
bantlich adj. 'hardy* 138, 21; adv. :
b. strytten 15, 18.
bar (pl. bärer 112, 26) n.: (gott
verflüeche den) der inn mit eim
einigen b. erkonffe! 146, 33.
Hardres iHardres), genösse Gane-
Ions 22, 5; 262, 13.
harren swv. 'stand halten* 212, 16.
barübem adv. 133, 14 (s. anm.);
136, 16.
harfur adv., mit verben zusammen-
gesetzt : -brechen, vom tage 30, 18.
-ban 'vorhalten' 155, 12. -kom-
men 36, 3; 167, 29; 179, 36;
-loufen 83^5. -machen : refl. 150,17.
-rytten 179, 14. -thuon: refl.
86, 30. -treten 188, 34 u. s. w.
barwertzich adv. *par deca* 246,24
(s. anm.).
barwyderum adv. 'anderseits wie-
der* 226, 5.
heben stv. 'halten* 56, 6; 95, 34
u. ö.
bein adv. = heim 142, 14.
beyrät m. 73, 10.
heiter adv.: ich gsich h. (klar,
deutlich) 101, 20.
Hector von Troya 60, 4.
Hector (Hector), graf, im dienste
des königs von Gastgünnia 101, l.
Hector, der sun Eodon ^Hector le
fils Oedon), vasall Karls 152, 14;
153, 21; 154, 5; 162, 22.
Hellyas (Helle), ritter, vom herzo«^
Beffes getötet 24, 18.
hellig adj. : müed und h. 47, 29.
henken swv : das hopt 204, 34.
herbergen swv. : refl. 48, 2 ; 62, 16 ;
88, 9 u. ö.
herd m. 'boden* 18,3; 50,19; 95,25;
151,5; 154, 21; 189, 10; 195,37.
19
290
BoMA ftoaSflmift (Hemier de 1a
düiiM), TtaTätemcher ritt«r 41 » 7 ;
tt 7: 4S, 3; 44, 19; 45, IL
tet mIt. 10, 24; 48, 32; 47. S;
183* 5; 178, 20; 189. 7; 206, 4.
bert &.: im bertzen haben 40,22;
1^ 19; im bertzen Hgen 242,86.
kilüf ftdT. 140, 19.
^Mumeo adv. Von hier weg'
kMber «dv. *hier herQher' 133, 13.
hilf f. : ich bin vasi fro, das R. inn
unser h. ist 117, IL
kilflieh adj. einem h, ein 116,17;
820, 23. 26; 245, 34.
bin ftdr.» jEH8ammengesetzt mit Ver-
ben: -kommen: (Hengnold) ist
so hoft'eriig worden» daa niem-
mand vor im L mag 100, 13*
hinder adj.: das ist nüt das erst
mU nach das binderst iletzte)
163, 16* Subst, : G. stieß im sin
•chwert durcb den hindern hin-
inn 24. 30.
hindersich adv. 'zurück* i rytt, rot-
tend bj 125, 35; 134, 20; daz
wir wider h. ryttend 137, 3 (».
noch 36, 9; 39, 17; 124, 22;
140. 7; 153, 20); h. gsÄchen
122, 16; h. rucken 232, 7; k
treten m, 20; 177, 37; 200, 12;
k triben 24, 6 ; h. wichen 36,34;
h. suchen 65, 7; einen h. (ver-
kehrt) uff ein pfert setzen 144,20.
hinübern adv. 134, 12; 136, 31.
hinuß adv.: h. fallen 'einen aus-
fall machen* 91, 35; 258, 15.
birte f>; es were der hirtten (an
der seit) uSsehdren stritten 38, 6.
Hispan(n1a (Espagne) 81,21 ; 88,20;
112. 6; 167. 12.
hoch ad?* : do schwnor er h. , er
wett . . 229, 5.
Hoobenklerra (Eaulteclere) , Oli-
fiers Schwert 189, 14.
hochmQet^klieheii
bocbthnom n. 'grmiidesBe
hQn (hoen) adj. : ir sOtten
also ertzunmen nach l
2. 24.
Hostes (Hosies), ün beere 1
Hottenfein (Haaltefneilk
fon.
büene f. *zom^: nttrex
83, 27; 155. 3.
hQerrig m. VibauU* 83, 3.
büerring 37, 30; buori
hüeten swv. 'sich hüten;
9, 9; 174, 16. J
Hng der alt (Hngnefl), m
89, 84.
Hug von Babefort (Goyc
fort), vasall Karls 30,
Hug von Burgundia (C
Bourgon^e) , im hei
4L 22. 33; 42,26; 24^
43. 10. "
Hug von Muntpallier (Gt
de Montpellier), graf,
Karls 30, 20; 81, 5» *:
34, 18.
Hug von Nanttea (Guy d<
vasall Karls 15.23; 18,
Hug uO Tütschi and (Hug«
maigne), ritter im he
177, 23.
Hugo (Gtijon), ein ritter
derHaimonskinder. vor
getötet 37, 9.
Hugo (Hugues), im hee
von Rengnold getötet
buld f.: h. ban zuo einei
Hu mal der Brettanyar (.
Breton), im beere Karl
Huon von Manny (Huon c
graf, vasall Karls IS, 2
huorenkind n. 'filz de puta:
162, 37; 235, 8. 24.
buorensun m. dasselbe
27, 7j 167, 3L
291
bnot f.: sich in h. halten und gnot
/ wachten haben 30, 26.
1^ hoffe m.: zuo huffen fallen 154, 18.
^delon, 8. Gedellon.
jemand pron. 53, 6 n. 0.
jetzmäl adY. 42, 3; 58, 18; 146, 9;
192, 28; 238, 31 u. ö.
jien 8W7. : das essen y. (haster le
nenger) 128, 25.
Jilentz adv. 11, 7; 23, 2; 93, 84;
260, 18 u. ö.; fllantz 226, 31.
im (dat von *e8*): bei thnon5,26;
9, 15 ; 15,2; 33, 15; 36,8; 150.26
Q. 8. w. (sehr häufig); ich will,
da^ im also beschech 215, 34;
syi'ziial und), diewyl im also
ist 80, 6; 58, 25; 115, 19 ; 230,34;
243. 16 ; ich binn imm zalt yer-
rettexy zetriben 37, 35.
imbiG m.: zimbiß essen 57, 31.
in pr&p. : inn fier mill wegs (vier m.
weit) 25, 10; (man sah den adler)
inn fünf millen 191, 11; und
wärend weder stettnach Schlösser
inn zechen millen 112, 3; inn
stehen millen 112, 3; innsinem
naclitessen 186, 14; es ist yetz
nüt inn der zyt vil zereden 132,13 ;
die sunn was im zyt under zegän
18» 23; etwas begeren inn al-
mÄasen 116, 26; inn frydes zey-
cben 19, 28 ; 108, 16.
in CiÄ) adv., vor verben : -legen :
dftZBper 49,33. -schlachen: einem
das hertz i. 83, 9 ; die kleinott
i. 228, 27. -stecken 39, 20
153, U.
indem adv. 9, 7; 72, 19; 118,27
165, 17; 243, 35; 261, 29 u. ö.
ingedenk adj. : i. sin eines d. 211, 2
258, 10; etwas ist mir i. *ich er
innere mich daran' 89, 32 ; 93, 25
inhar adv. : L lassen 227, 15.
insnnderheit adv. ^insbesondere'
1,23; 8,7; 18, 30; 71,2; 128, 19;
212, 30 n. ö.
Yrßland (Irlande) 90, 8.
Tsacher von Nemours, vasall Karls
15, 30.
Jaffet (Jaffes): der graf von J.
256, 12. 15 ; 260, 12.
Jhenisalem 161, 3; 254, 17 ; 255, 18 ;
258,32; 260, 1.
Jesseamm von Boys (Jesseaulme
de B.), ritter im gefolge des
herzogs Beffes, von Oanelon ge-
tötet 24, 5.
Jhesns 115, 28; 125, 15; 162, 4;
Jhesuchrist 124, 2; 250, 11.
Sant Johannes (Sainct Jehan),
jünger Jesu: dat. S. Johansen
151, 10; 178. 10.
Sant Johannes (Sainct Jean) , der
täufer 21, 34; 79, 35; 80, 14;
nfif den künfftigen S. J. 21, 25 ;
an S. J. abend 81, 1.
Johans von Sant Omer (Ton de
Sainct Omer) , im beere Karls,
von Richard getötet 37, 7. 9. 16.
Johans (Yon), könig von Gastgun-
nia, Rengnolds schwager, der
Verräter 62, 8; 63, 14; 64, 6;
233, 31 n. s. w.
Johans (Tonnet, Ton), Rengnolds
söhn 145, 15; 219, 24; 223, 32;
244, 10.
Joyossa (Joyeuse), Karls schwert
179, 12; 189, 12; 231, 36.
Jonas, der prophet 172, 31 ; 200,20.
Josue (Josuayre), pseudonym für
Magis 82, 21.
Judas, der Verräter 42, 22 ; 102, 1 ;
105, 26; 142, 28; 144, G; 173,2.
Julius Cesar IG, 9.
K (c).
Karly (Charleraaigne), kaiaer 1, 4.
19*
292
5. 6. 9. 23 u. s. w. S. anm. zu
1, 9.
CaiTa (le Caire)i ^adt 62, 19.
kammerJmg m. 'kämmerer* 170, 26;
känierliiig (varlet) 105, 36.
Cedree (Cedre), beidniscber könig
3, 18.
keyaerthuomb n, 'kai8err€ich*88,2;
er hatt all sin k. gemant und
all ftin underthannen 89, 10,
keren swv, 'sich begeben* 225, 23,
27 u. ö.j zeletot kart die verlurst
uff Rengnold sytten 50, 7.
Ceaar, a. Julias,
kindtscb adj. ^kindiBcb* 85, 36;
155, 9,
kiuiiy n, 73, 36.
Klar(r)a (Clere). des königB Jobans
Schwester, Rengnolds gemablin
145, 14 j 159,31; 185,11; 193,8;
216, 38; 236, 11; 238, 17.
Cleramunt | Clere mont), grafachaft
167, 31.
Köln CCoulongne], atadt 77, 28. 34 ;
78, 9. 15: K. uff dem Ein 166,33.
kommen ßtv. : do kam innen (Qber-
kam sie) der schlaf 189, 4; dar-
nach kämm er über (öffnete er}
die guffer 189, 15.
Constantinoppel (Constantinoble),
fltadt 254, 22; Constaunoppel
254, 16.
Constantz (ConstanB), söhn Felckers
Ton Moriüon 262, 5, 11.
köpf m. : wenn es imm inn köpf
kumpt (Sil luj montoit en la
teilte), ao wurd er kommen 81, 3L
koufcn 8WV. : (seine Widersetzlich-
keit) niuoß im yetz thnr zek.
geben werden 23, 17»
koufmiinscbatz ra, : k, triben 85, 35.
Courtann iCourtiwu>, des Gergie
ichwert 135, 30; 136, 2; Cur-
tanii 189, 14.
lotyen (nom. ag.) f. 52,6; yl. 94,17.
kriegiach adj. ; inn kriegyRcl
Bachen 5, 30 ; 33, 2.
kriegsrecht n. : etw. gw (innen
kr. ipar force darmes) 193, 22.
knegsrechtlichadv.: einen kr.fa
182, 19,
Krystua 79, 22.
knmliehen adv. 25, 13.
kfmstrich adj. 'subtil* 130, 5.
kurz : in (binnen) kurzem 82»
80, 27; 219, 4; 228, 35; 261,
ea begab aich, daz er Rengnolc
also k. (ohne weiteres) begr©3
195, 25.
kurzlich adv* Vor kurzem' 24,
58, 20; k. demnach 'kurze
nachher* 261, 31.
kurzum adv. 6, 3 ; 249, 6,
kutlen pl. 'eingeweide eines m4
scheu' 22, 33; 120, 23.29; 141, ^
kutler m. 104, 9 (s, anm.)
Laden atv. (doch s. 93, Ü
'autladen* 179, 15; 'beladen*; «
vil vöglen , das sy ein sounrm
lattend 93, 12; (Rengnold) la*
Bayard mit brot und Sei»^
220, 35,
1 am partisch adj, 8, 19,
Lamprecht von Berrinn (Lamb
Berruyer), vasall Karla % 12,1
landaber m. 'baron du pays' 226, 0
lau dal öt pl 'les geos du pa|
71, 12.
landarytter m. 'che valier da pa
74, 19.
land Volk n. 'lea gens du pays* 161,!
hingest adv, 61, 29.
Langrann (Langrea), Und 167, 30
Langren 20, 17; a. Othet. m
Laon (Laou), stadt 13, 16. 17. ^
hissen ßtv. : ein snnftzen 1. 189, 37
219, 15; einem l 'zu ader lassen
224, 6. 12. 33.
298
US (Sainct Ladre) 142,36 ;
30; 185, 29.
m. 237, 34.
allerlein 71, 15 ; einicher-
27; keinerlein 29, 27.
rießland (Leon de Frise),
arls 18, 9; 20, 17.
n), Stadt 166, 4.
•schlinge* 172. 3.
Sektion, 144, 13.
wir sind da 1. (bien
5, 33.
m. 10, 1.
EU^. : Schlacht und 1. lüt
dv. 41, 6 ; 207, 15.
r. 'lügen* 124, 34.
: (die Haimonskinder)
lie selbig nacht im schlos
i venstern 1. 32, 11 ; gott
le mich, wenn mir neys-
nem zomn ligge ! 242,1 1 .
gis), der Jesu die seite
ch 20, 4 ; 146, 30 ; Logus
lier) , Karls söhn , vom
efifes getötet 4, 12; 6,19
8; 9, 4; 10, 9; 11, 1
4, 6; 17, 37; 19, 18
4, 31 ; 44, 35 ; 99, 20
, 28.
(Lombardie), land 1, 12.
ongun), 8. Gödfrid.
(loriflan) m., die heilige
•, 27; 201, 37; 231, 17.
ire; 1. Loire?), fluß
re). fluß 62, 6 ; 80, 32.
Lozenne) 92, 27.
ettlauf 80, 4; 85, 17;
n* 84, 16; 85, 27.
wettlauf' 84, 21 ; 128,7;
rönnen *gaigner le pris'
. : Inogend dem wyssen
18; luogend mir umm
dis guot pfert ! 87, 1 1 ; vgl. noch
219,27; er mag uns wol gwünnen,
luogend wir nttt für uns 150, 29.
lur m. : häufiges Schimpfwort,
gewöhnlich = couart, glouton
36, 18; 47, 10.20; 50,36; 58,12;
138, 23 ; 168, 20 u. ö.
lustbar, -par adj. 32, 31 ; 47, 37 ;
155, 36.
Lüttich (le Liege), stadt (246, 15);
253, 17.
Machen swv. : der brieff ward ge-
macht (geschrieben) 103,13; den
platz m. (herrichten) 80,4 ; (einem)
weg m. 122, 32. 34 ;ir lobend inn
▼ast und machend inn manlich
(stellt ihn als m. dar) 140, 24
(s. auch 26) ; ich bin nüt so
kindtsch, wie du mich machst
155, 9 ; das wer nüt wyßlioh ge-
macht (getan) 159, 17 (s. noch
249, 18) ,' mach fdr dich (hastez
Yous)! 244, 14. 27; du machst
dich zeschälten 37,24 (vgl. 60, 1) ;
sich in die flucht, uf die straß m.
(allgemein) ; sich gegen dem
schlos, uß dem pallast m. 33, 25 ;
59, 2.
Machmet (Mahom), der heideugott
259, 7.
Mackon (Mascon), stadt 165, 31.
Magis (Maugis), söhn des herzogs
Befl'es von Agremunt, 'ein meyster
der Bchwartzen künsten* 1,4;
3, 31 ; 8, 2. 6 u. s. w.
mal n. : ein andern m. 200, 33 ;
meng m. 238 , 23 ; fier , zechen
mallen 76, 5; 110, 7; 171, 34;
262,22; (so) vyl mallen 39, 33;
85, 36 ; 218, 35 ; 239, 29 ; ze (zuo)
hundert , tussent luiillen 4,8;
63, 9 ; 73, 24 ; 255, 2 u. ö. ; zumm
dickern m.il 107, 25; 220, 11;
253, 20, midien 138, 10; 146,8;
294
uff dar» difi mal 88,18; 117,25;
154, 20 ; 170» 29 ; 253, 32 u, ö.;
off ein mal ^einmal, einst' 1, 10.
Mang, ^änderst Samson » her zuo
Ferra fritta* ( Mango n, aaltrement
Sanaon, seignear de Pierref ritte),
ritter im beere Karle 177, 17.
Ma&Qj (Maine), 8. Huon.
Maus (Maos), s. Doon.
mardwtaller m. *pa)efrenier' 129»27.
Morgaris ( M argaria ) , heidnischer
könig, *her dea thums ztto Toi-
letta* 258, 18.
SantMargretta(Saincte Marguerit^)
2O0, 19.
Maria (Marie), die mutter Jesu
103, 3; 172, S5.
Maria Magdalenna» die aünderin
146, 30 ; 172, 38 ; 208, 10,
Sani Marihi (Sainct Martin): euo
S. Marthis thär 84, 6.
ttiarwelateinnen adj. 'marmorn*
25. 17.
Martseallus (Marcelle), mächtiger
könig 99, 6.
mliü f : wett gott, daz die andren
8un Ammon in der m, (en ce point)
werend wie Richart 171, 10,
matten bwv. *matt machen (im
Schachspiel)* 244, 28 ; sich goumen
vor m. 32,
matteryef. *matiere* 6,8; 192,28.
meclitig adv, ^aehr stark' : m.
schwinnen 223, 16,
Meylland (Milan), Ma« man Aspe»
nempf 30, 29.
meiaterstreich m. 'coup de maiatre'
134, 13.
Mellent (Melant), a. ßaldowin,
Melun (Melun), stadt 80, 86.
menigadj. 185,31 u. ö»; meag(er,'en)
27,2.23; 50,5; 135,33; 147,36;
am mengesten 126, 14; 232, 29
(s. anm>).
merertejl m. 93, 10; 97, 12; 101.
22 33; 180, 31 a. ö. ; adv.;
m. *meist* 54, 3.
merkt m. 'marktplatz' 83, 13.
mertejl m. 67.25; 68, 2; 212, X 8;
215. 15.
meß n. : ein meß kom (somme de
bled) 90, 17*
Me88a(Meiise), Bnö 28,33; 30, ^7;
32, 30. 32 ; Meussa 62,5. S. n«==»cli
Muasel. ^M
Mefiros (Effroja), ritter im ger<^ '^^l
des herzoga Amon 51, 7, S, n^=3clt
Emefiros.
Millon (Milien) . herzog, Rolii^ ^^
Tater 77, 18.
Millon von Pul lia (Milien dePoniK-^
im heere Karls 181, 30.
miUltem swv. : sin hertz wirt t
ra. 210, 25.
Mirillon, s. Morillon,
mischlen awv. : tr. 81, 6; sich '^^»Jn-
der die fyend m, 117, 13; 2Z^ ^3.
miühandlen swt.: ab«ol. 'unreÄi^^t
haben, sich irren' 83. 28.
mishandlung t Vergehen' 21,
mit präp. : sterben mit und by ^ ^n*
andren 124, 1 ; ein gros her c^^ife
Krysten 255, 21 ; mit allem v^
(zu a. w. hin), so ich Inib, Im
ich 30 grosse forcht 122, 28; a*^^
'damit* 106, 27.
mögen an, v. ; ich mag sin m
(kann nichts dafür) 29.13; 40, 1 -*
83, 86; was mögend wir air^
342, 22.
Mont- 8. Munt-
mörder m. Uarron' 234, 21.
235, 3. 7, S, noch mürder.
mördersch adv. : einen m. umc
bringen 116, 9.
raordpiell n, 10, 18,
Morillon (Morillon), a, Felcker; M
rillon 262, 5.
raornendea adv (ao immer),
mulesel ra. 51, 34.
295
Mouline), s. Gödfryd.
>rt (Montpellier), stadt
S. noch Muntpallier.
iron Ficka (Mongon de
im beere Karls 123, 7.
t (Montaaban) , scbloß
71, 9; 72, 3; 78, 27
l (Montargueil) , stadt
äl (Monbandel), ort in der
m Muntabant, wo Karl
^r anfgescblagen hat
; Mnntbandel(l) 107, 2;
; der gräf von M. 99,32.
iMon joye): M. Sant Denys-
düachtmf der Franzosen
152,25; 177, 11; Mont-
; 179, 17.
t (Montbron) , felsen in
le der ebene von Yacollers
119,3; 130, U; 140,3.35.
(MonÜyon), stadt 30,17;
10, 19.
ler (Montmartre), bei Pa-
29; 128, 8.
er (Montpellier) , stadt
(8. Hag) ; Montpellier
and (Roland), s. Richart.
:on (Montfaulcon , -fau-
3htBtätte82, 11; 180,23;
J; 199, 7; Muntfackon
; 163, 31; 164, 16; 171,14;
; 175, 28 ; 186, 2.
,nt (Montferrant) , graf-
167, 31.
(Montfort), schloß 28,36;
31, 25; 32, 15; 34, 25;
40, 9 ; 58. 21 ; 75, 37 ;
; Montfort 29, 30.
WT. 133, 20.
i. 'brigand* 161, 7.
Meose), fluß 246, 17;
Mnsselbmg f. 253, 17.
mustren swy. : absol. 90, 20.
Nach adj. und adv. : (Karl) gebott,
das man das schloß nach necher
belegrette 34, 17 (vgl. 92, 2);
den (aller)nech8ten [weg] 4,33;
48, 19 ; 55, 12 a. s. w. — nach-
gän: dem tod 40, 23. -sinnen
(SWY.) 96, 25. 26.
nachen swy. : sich n. zao 122, 6.
nachen adv. (aus nachhin) 47, 19.
nachhar adv. 65,28 ; nachar 86, 4. 5 ;
nahar 232, 15 ; nacher 164, 4 ;
175, 85 ; 282, 14.
nachtessen n. 89, 23 ; 186, 14. 22.
nacket adj. ^unbewaffnet' 234, 30.
Nantes, s. Hug.
Nantueil, s. Doon. Nantoweyl
248, 24.
nasloch n. 85, 13.
Nawerra (Navarre) , königreich
74, 11.
Natzeret, s. Gödfryd.
nebend präp. mit dat. : n. Paris
4, 2; n. Agremunt 25, 11; mit
acc. : n. Dordonna, Köln, Melun
55, 21; 78, 9; 80, 36.
nebendsich adv. : n. gsächen, luogen
113, 7; 165, 18; sich n. koren
105, 17; 117, 36; 181, 18.
nechstkünftig adv. : uff Sant Jo-
hannes tag , die licchtmeß n.
kommend 80, 1; 88, 4; vgl.
87, 30.
neyßwan adv. 'irgendwo* 167, 24.
neyßwann adv. 59 , 30 ; 126, 9 ;
140, 12.
neyßwar pron. 70, 19; 128, 3;
169, 15 ; 187, 1 ; 216, 2.
nemen stv. : (Allard) namm wyder
stercke inn sich 125,27 ; do namm
Bayard und thett die naslöcher
uff 85, 12; sin louf n. 85, 14;
ein andren streich n. 120, 35;
296
die flucht n. 96, 3; 180, 3j den
Ttttem widör n. 200, 13; grossen
Wollust ab etwa** ii. 8, 4.
nemmen (aus nemnen) awv. 'nen-
neo* 153, 13.
Nemours, b. Yeacher,
närscba<3j. 109,6; 127,18; 131, 19 j
adv. 76, 11; 1*21, 33.
Nevers (Nevers): der grnf von N.,
im beere Karls 34, 19 ; 38, 27.
Nickol (Nicol), s. Amery,
nider adv., mit verben zusammen-
geaefczt: -gan 42, 18; 242, 27.
-kan: daz sper 113, 9; 117, 17;
12ü, 20. 'lan : die zälten 248, 3&.
-sin 175, 29; 203,18. -trucken:
eines hoffart 149, 35; 155, 20.
nid erlag m. 64, 25 (a, anm).
nie adv. : zur Verstärkung der ne-
gation 236, 26.
nieman pron. 55, 81 ; 72, 16 u ö, ;
niemen 1 12, 19 ; 123, 25 ; 194, 29 ;
245, 22; niemand 29, 28; 33,9;
44. 6: 48, 31 ; 54, 21; 55, 32;
84» 4 n, ö. ; niemend 216, 30;
niemantz (gen, 14, 3) 227, 7. 17;
238. 31.
nienert adv. 'nirgend' 112, 3.
menertbin adv. : do ich gsach, daz
icb n. (zu nichts, auf keinen
grünen zweig) kommen mocbt
147, 30 ; ich schätzt^! mich n.,
wenn . . 10, 22 ; einen n. achten
165, 25; 230, 5.
nienertmit adv.: ich miig üch n.
geh&lffen 123,19; ähnlich 220, 14.
nienerum adv. r Gcrgia erdficht den
l^-Bt n (in keiner andern ab-
sieht), dann . . 128, U ; das ich
nun n. (um nichts , um kernen
preis) wett 131, 4; vgl. noch
150, 8.
nochmällen (nach-) adv, 'nocbmala'
211, 34.
Noe 172, 27.
Norm and, g. Thüring.
Normandia. b. Richart.
nun adv. a) nun — yetz ; n.
kenn ich yets wol 54, 32;
mag er yetz inn ke inner g^t
entrannen 82, 10 ; b. noch 1334
146, 8, b) nun ist er min leclji
man , er welle oder welle 4
20, 12; n. magfstu als woT i^
kommen als ich 40, 17 ; n, w#
ich nüt , wieß mir organ nj
198, 17; a. noch 122, 13; 18^
c) in relativeatzen 17, 28 ; 36,
51, 17; 53, 1; 87. 22; 95,
131,4; 133. 22; 165,5; 212,
22U 13; 232, 37; 248, U u,
da nun 1, 12; 108, 22.
nun adv. *nnr* 89, 12; 93,
100,8; 155, 18; 174.20; 178J
183, 10 ; 247, 36; nun daz 259,)
nüUöllend adj. 9, 23 ; 35. 1 ; 54, 8
58, 30. 36; 65, 19; 116, $
132, 35. i
niiwlichen adv. 'de nouveau' 235, i
nützen bwv. : die wer hett inn ^
nig genützt 38, 36; ich satf
dir, daz tsy kein reeht n moi
(que raison ne lenr aaroit mestöl
161, 29. i
Ob präp. : ob tiacb «in 146, i
8j begienj^end ein groß blmi
vcrgiesaen ob den Frantzoai
118, 32; ea were iich erlichl
ir vcrtbettend daz (guot) ob 4
heyden dann ob den sun hm
213, 2 ; einen beschützen ob ull
dingen 61, 21. ]
ober: irer oberer {anffthrer, hd
sagt zuo im 235, 8 ; die nngli
bigen , deren oberster hieß |
1, 13; (sie baten liengnold) 4
er ir oberster were 257, 32. I
obnen adv. 'oben* 132, 12.
obsich adv. ; all harer gänd mi^
297
112, 26; o. luogen 226, 85 ; o.
rytien 122, 4.
Ollyfier von Oennow (Olivier de
Vienne) , Rolands streitgesell
89, 18; 92, 26; 98, 18; 182, 6
n. 6.
SantOinineT(SaiiictOmer) 131,87;
H. noch Johans.
ongeferd adv. = ängferd 108, 85.
^fel m. 88, 6 ; 225, 82 ; öpfelboam
108, 88; 172. 21.
ordnen swr. : (Karl) ordnet sin far-
hoot dem gräf H. 80, 19 ; s. noch
78. 1 ; 188, 5.
Orient, himmelsgegend 172, 14.
Orlianti (Orleans), siadt 62. 6;
80, 81 ; n£F den Orliantser weg
81, 28 (86).
crt n. : sno allen ortten (von allen
teiten) 118, 87; Wer« 86, 13;
einen an ein o. nemen. siechen
(prendre apart) 68, 36 ; 69, 30.
Otbett von Langen (Odet de Lan-
gres), vasall Karls 20, 17.
^nd adj. : das hertz ist mir aller-
dingen 6. 217, 10.
offen adj. : offner haf (coart pla-
niere) 25, 80 ; 147, 5.
P (s. auch B).
Sant Pal (Sainct Pol) 198, 24.
Palerma (Palernie),8ta(lt 'im kiingk-
rich Pullia* 260, 16.
Pampellunnia. stadt 3, 19.
par n. 172, 30 ; unser ist p. und
p. 115, 22.
Paradis 157, 28; 172, 20.
Paris (Paris), stadt 1. 11; 4. 2 ;
6, 82 u. 8. w.
parlement n. 'parlement* : de hielt
er ein p. mit sinem voick 63. 21.
Pateranna (Baveraine): Schlacht-
ruf Allards 177, 15.
Peyem (Bavieres). s. Anses, Ge-
dellon.
Peppinus (Pepin) . Karls vatei
167. 11.
pennent n. *parchemin* 148, 2.
Perrafritta, s. Mang.
Perronna (Peronne): der her von
P. und von Sant Quintin (En-
gnerran seigneur de P. et de
Sainct Qnentin). von Beifes ge-
tötet 17, 2.
Perser m 256. 2. 13.
Persia (Perse), s. Amiroll ; Persa
256, 27.
persönlich adv. 5. 9 ; 7, 24.
Petter (Pierre), schreiber des königs
von Oastgunnia 102, 8.
Pierrella, s. Oalter.
pilgry (dat. pl. pilgrinn 254 . 26)
m. 161,23; 162,8; 254,30n.ö.;
pilgramm 254, 29.
pilgrystab m. 160 , 21 ; 204 , 7 :
pylgre- 237, 35.
Pinard (Pignaud), spfther 142, 37 ;
143, 8. 15.
pir f.: pl. pirren 225, 32
Ponson (Ponson), ritter im gefolge
des herzogs Beffes und seiner
brüder, von Gergis getötet 16,33.
Pottiers (Poitiers), stadt 62. 7.
predicant m. : ein pr. (prestre) nennt
sich Tilrpin 166, 14.
presentieren swv. : einem etwas
68, 33 ; refl. 90, 2. 10 ; 164, 26.
Priamus (Priant), könig von Troja
59, 37.
PuUia (Pouille), land 260, 2. 16 ; s.
noch Millon.
pur m. 'villain* 244, U; 245, 20. 21.
puschel f. : ir sind nttt einer pusch-
len strow (ung piain poing de
paille) wertt 49, 80.
piingätenvest n. 147, 4.
Quintin, s. Perronna.
quittieren swv. 'acquiter* lü2, 21;
'quitter* 16G, 4.
298
Eamas (Eamea): der grdf von R.,
ohriatlicher ritter 256» 10. 16;
257, 10; 258, 6; 259, 13.
RamboU {Renibault). 'der fry ritter*,
im gefolge Eolandfi 96, 14.
rantzonnen swv. 'gegen lOsegeM
frei laeaen* 68» 8.
rappe m, *moreii.u* (von dem pferd
des Magia) 81. 17; 84t 1>
riit m.: ich verwundero mich, daa
wir ntit etwaz ratz band inn
unBern geachüfften 64 , 27 (b,
aiim.) ; r. hau 72 , 38 ; 73. 2 ;
209, 2 ; sin (Karh) r. 'die ge-
gftmtheit Heiner ratgeber* 209, 16
fö, noch 168, 30): (einem pferde)
r. tbuon 129, 28.
rÜtscblagea awv. (mit st. prät.
167, 22) : r mit einem 72, 1 ;
diewil r?ltt€chlaog man minnen
(on conspiroit ma mort) 167, 22,
rätvolgen swv. *eineii rat befolgen*
5p 31; 239, 32.
recbnung f. : einem r. geben Vechen-
schaft ablegen* 8, 18; 133. 27.
recbt adj. i das r. thar ( la mai-
afcreRse porte} 34, 17. — Daa
rechte: einem zum rächten hälfen
(zu Beinern rechte verhelfen)
161, 27 i als ir wol wüasend, wott
ich im einea rächten mn (zu
recht stehn) vor ainen fursten
75, 36.
recht n. : ich bitfc ücb, daa ir mir
r. haltend dber die (me faciez
raison des) 6er aün A. 161, 21.
einen mit r, füeren (mener adroit)
215, 3L
recht adTr/ätur rechten zeit" 104,15;
174, 30.
red f.: r. halten i reden) 256, 34;
einen in reden halten 171, 23.
reden swv. : einem libel r. 2S5, 23.
reichen awv. 'holen' 136, 16; 225,1;
den tod r, (querirj 253, 22.
Rein» (Rains), stadt 192, 36.
Renger (Regnier) , herzog (Mer
fromm grM 30, 21), vasali Karls
30.22; 31. 13. 14; Rengner31,17;
Rengier 31, 18; 32, L
Rengnoldvon Muntabant(RegnaiiR
de Montanban) , ältester söhn
Amona von Dordona 1, 3; 3, 14;
4, 4 u. 8. w»
rannen swv. : abaoL 'um die wette
rennen* 84, 23.
rast f. 221, 9 (e, anm.),
reverentz f. ; einem die r. miicben
39, 17.
Ric hart (Richard), der jüngste hra»
der Rengnolds ('der klein R.*) 1,3;
23, 80; 31. 10 n, s. w.
Eichart von Mantmolland (Richard
de Roland), vaaall Karls 168,9.18«
Richart von Normandia (Richard
de Normandie), herzog, vasall
Karls 15, 22; 16,2; 17,9; 30,23;
85, 21 i 89, 83 ; 90, 1 u. s. w.
richten awv. 'hinrichten* 165, 82.
rychtuom f. 55, 22.
riet n. 'prairie' 84, 12,
Ein rEin), flnö 166, 34,
Rippua von Uippamunt (Rippug de
Eippemont), vasall Karla 165,9;
170, 23; 171,1; 172,2; 173, 16;
174, 3; 175, 26; 176, 5; 186, 1;
Rippis 176, 25.
rytt m. 145, 31 ; 231, 80.
roden awv. : refl* 42, 25; 94, 30;
13L la
Rom 15, 9 ; 161, 5 ; der kejser von
R 142, 28.
Rohart (Eohara), aohn Pelckera von
Morillon , bruder von Conatantz
262, 6. 12.
Rontzefal (Eoncevauix) : am R,
262, 17, 26.
roßbär, -par f. Uictiere* 51, 32 ; er
ließ die r* uff zwen mulessel
leggen 33.
299
KossiUoD, 8. Gerold.
roGlouf m. Vettrennen mit pf erden*
79, 16; 80, 13; 84, &
r08<8>na8t (plnr. -est, dim. -esily)
m. 'rosenzweig* 102, 13; 104, 2;
107, 12; 108, 16; 187, 31.
rucli adj. *hideiix' 56, 28 ; ein mches
laben 54,28; r. (aigre) nn Aber
einen 241, 1.
rüewig adj. 88, 85 ; 86, 5 ; 87, 25 ;
150, 4; 283, 1 n. G.
nigge m. : einem den r. keren *ihn
verlassen* 188, 16.
Ruoll and (Roland), söhn des herzogs
Millon und der Schwester Karls
1, 4 ; 74, 8 ; 77, 17 u. s. w.
Kaoprecht (Bobert), *der her von
Dyssion', söhn des herzogs von
Borgondia, von Rengnold getötet
118, 20.
niowe f. : zno gnotten mowen kom-
men 108, 10.
Sach f. *adYentare* 156, 7; ein s.
annemen, treffen mit einem (faire
ung party) 133, 12 ; 151, 29.
Sayetta (Sagettes), s. Galleran.
salb n. 81, 9; 141, 30; 173, 1.
Salomon von Brettannia (Salomon
de Bretaigne), vasall Karls (kö-
nig 26, 29) 2, 10; 15, 24; 18,9
20. 16; 89. 33; 90. 2; 137, 19
153.21; 163,11; Salamon 1,17
der schön S. 14, 23.
Salomon: der tempel S. 161, 4.
salthür f. 42, 35.
samen m. 'saat* 63, 26.
Samson von Bordelles (Samson de
Boardeloys), im gef olgeRengnolds
34, 32.
Samson von Borgnndia (Saoson de
Boorgongne), vasall Karls 13. 6.
Samson, s. Mang.
Sarrassener (Sarrazin) 222, 36 ; sonst
mit *heyd* Übersetzt.
Savary (Savary), ritter im gefolgo
Lohars 6, 24 ; 7. 6.
Schach n. *schachbrett' 25, 28; im
schach spilen, züchen 27, 1. 4;
147, 15; 244, 10.
schachbratt m. 147, 15; dafür:
schächzabelbrett 27, II.
schachspyl n. 29, 22.
schächstein m. 27, 5.
schalkhaftig adj. 'zornig* 209, 3.
schalkheyt f. *felonnie* 213, 8.
Schampannia 14, 11; s. Troya.
scharlott n.? 'scharlach* 113, 2.
scharlotten adj. 'von Scharlach* :
ein seh. mantel 60, 34.
scharlottmantel m. 102,12; 108,9;
104, 1 ; 106, 25.
schamintz m. ? : stryt oder seh. 39, 81.
schaffen stv. 'ausrichten' 20, 33;
129. 11 ; 203, 3 n. ö. ; es wol seh.
63, 15; 138, 22; 175,6; 201,15;
mit einem zesch. han 30, 25 u. ö. ;
einem (im kämpfe) zesch. geben
154, 34 ; wir schiedend uß unserm
land arm und vertriben, das mir
wenig zesch. gab (dont peu me
challoit) 65,16 ; ich bin inn fiwerni
gwalt, darumm ir mit mir seh.
mögend nach nwerm willen 233,
20.
schetm m. 'betrüger* 187, 17.
schänkelysen n. : ein seh., daz ließ
er im an sine füeß Icggen 188,24.
schicken swv.: sich zewer ach. 1 16,38;
Bch. nach einem 17, 20; 108,27.
schier adv. 'beinahe' 119, 14.
schiitner m. 'achildknappe' 5 , 80 ;
31, 15; 38, 1, 2 n. ö.
Schlacht adj. : ein schiächte (ßimplo)
junckfrow 73, 5; ein Bchlächt
(estroicte) laben füeren 236 , 29.
S. noch liederlich,
schlächtlich adv.: schl. (pourement)
laben 236, 23.
schleiken swv. 'schleppen* 215, 12.
300
schmecken swv. : ichmeckende krAt-
ter (herbes odorantes) 60, 32.
schmücken awv. ; (Bayard) lieng an
die onren sclim . (eBtramdre)l29,35.
aehnarchlen bwv : (den herzog
BeffeBi hettend ir ^suchen ain
farwb endern und achn. oIb ein
untrüwer, grusaammer» achalck-
hafftiger mentsch 8, 3L
[schon adv. : ir hörend schon (doch,
ja)» daz ei- verrarteillt ist zu mm
tod 247, 21 ; in konzeseivsätzeD
^ 78, 4; 146, 2,
schön adv« : du tröwat »chön (or
meniissez tout heau) 137, 8.
achoneuBwv.: absoL viTÜüecht werd
ich , wenn ich yctz schone (me
faina)! 155, 18.
Schotte fEecosaoia) m. 114, 3.
Schotland (Escosse) ; daz halb Seh.
165, 21.
' ach w igen atv. ? : nunn ach w ig so
fräifenlich reden l 185, 5.
segnen flwv. : o got, gesegnet dgeat
du! 221. 37; rel 39, 9; 64, 28.
selbig pro 11. ; der a. 67, 32,
selb: 8, zechend 161,6; aelbs dryt
259, 10. 16.
' Beligadj :minem SUD L ael Ligen 12,30.
aend (sknd)! 73,23; 79, Ö; 103,15;
184, 25-
|Seniift(8eitie), fluß84, 12; 86,9.25:
88, 9, 8. noch Guttellin, Her man,
Sen86s(SenBez), im beere Karls 75,4.
setzen swv. : einen in leyd, truren
8, 12» 20 ; 67. 15 ; ich will (ich
sagen, wie das schloÜ gesetzt was
32, 29 ; ein wol geaetzt end 68,24 ;
ein tag s. 108, 23.
sichern swv. : er moos mit g^esichert
werden des todtz (vor dem t,)9,30
sidhar adv. 121, 25.
sigloäe f. 157, 9.
%mon (Symon), ritter im gefolge
des herzöge Beftea 5, 16, 35.
Symon (Symon), ritter im beere
Karla, von BdIfes getötet 18,
Symon von Bremß < Symon le Bre-
moys), im gefolge der Haimons-
kinder 38, 7» 9, 10.
Simon: im hua Simonis 208, U.
Symon (Simon), könig von PuHia
261, 1.
am an, v. fpart. perf. 'geweßt' and
^gesin') : nun ist nut dann eich
redlieh zehalt^n 49, 36; etwas
a. lan *aiif sich beruhen lassen*
152, 19; tÜß Bayard ainn (in ruhe)!
135, 27 ; der farwb ain 82, 14*
sinn m. r etwas ins. nemen 114,9;
'liflt*: do bed^icht er sich eines
ains 127, 30.
ainsglichen : ich glonb, das inn der
krystenheyt nut s. sig 6, 23; &
noch 71, 25 ; 150, 6.
ayt präp. ' s» der aelbigen zyt har
111, L
eythert adv. ^ tidhar 206, 24.
so adv. , hinter andern ailvv^ zur
Verstärkung: darzuo so 77, 1;
dann , denn so 41 , l ; 87, 33 ;
212, 2. 8; morn so 192, 29; ein
relativpron. vertretend 78 , 37 ;
111, 9 n. B, w. ; conj. Ma* 70,15;
74, 17 ; 78, 34.
Boiaaonner: inn S. wald (en la
vallee de Soiaaons) 22 , 24. 8.
noch auosaoniach.
sollen an v. ^taugen* 54 , 34 ; es
zimpt dir nut, da% du sy ver-
rotten aötteat 131, 33.
soum m. : dry s. gold 61, 14.
spat adj 218, 18; 241, 2.
Spinol (Piniible), ein apäher Karla
194, IB. 19. 27.
spysmangcl m. 225, 38.
spits m. : uff den sp. den grossen
thurns 191, 6.
aprengen swv.; den kopff uff die
erden spr. 231, 24.
II
6. n
301
sprütsen swy.: xuo stacken spr.,
▼om Speer 177, 81 ('springen* 3).
stallen smr. : ein pfert *in den stall
ton« 27, 81.
stalknecht m. 42, 30.
stalmeyster m. 209, 29.
ätampes (Estampes): dergräf von
St, im beere Karls, von Allard
getötet 35, 8; Stampas 88, 13.
stechen stv.: in ein pfert st. (mit
den sporen 44, 28) 36, 20; 37,15 ;
152, 27; 176, 8; 201, 12 o. 6.
stellen swy. : nach pryß st. 181, 2.
Steffen (Estienne), ritter aus dem
gefolge des herzogs Beffes 19,29 ;
20, 9. 13.
stigen stT. : in grosse hoffart st
93, 29.
stillen swT.: refl. *sich beruhigen*
96, 86.
sto^n stv. : das für inn die hüser
st 43, 19.
stxM f. 86, 8.
strich m. : (Bengnold) macht sich
uff die sträß durch ein heim-
lichen Star, (par ung sentier) 86,24.
strjtgsell m. 'kampfgenosse' 167,34.
stuck n. : zwey stuck 18, 2.
stud f. 236, 13.
stund f. : länd uns rytten wolluff
inn der guotten st. ! 55 , 35 (s.
anm.).
Stupfen swy.: einen 'heimlich an-
stoßen* 188, 1.
stürchlen swv. 'straucheln* 216, 32.
stürmen swt. : das schloß 91, 33. 35.
sun m. : in der allgemeinem be-
deutung von 'enfant* 185 , 38 ;
244, 27 (beidemal in der anrede).
sunders adv. 'besonders* 2, 16.
sündfluß m. 'sQndflat* 172, 28.
sünftze m. 189,37 ; 219, 15; 261, 12.
suochen swv. : die spis s. umm
gotz willen (von einem pilger)
250, 32.
suossonisch adj. : in dem s-en wald
(au val de Soissons) 99,22 ; 204,22.
suppe f. : er nam daz schwartz brot
und macht suppen daruß inn
einer schüßlen (en faisoit des
soupes dedans un hanap de boys)
236, 22.
suptil adj. : (Magis) was der sup-
tillist roentsch (le plus subtil
nigromancien) 141, 27.
Sur(r)ia (Surie), Syrien 257, 30;
258, 6; 259. 23.
sust adv. 'sonst* (so immer).
T (s. auch D).
tallig adv.: du muost t länger
frist haben 172, 10 (s. anm.)
TaloRsa (Toulouse) . stadt 62, 19 ;
63, 20; Th- 63, 29 ; 68, 10 ; 98, 5.
12; 102, 23; 103, 19; 104, 23.
Tanne-, Thennemark, s. D-.
thanwald m. 164, 36.
tapferlichen adv. 132, 27.
tharm m. : pl. therm 'eingeweide*
22, 33; 125, 25; 126, 23.
teil n. : mins teyls 'was mich be-
triflPt* 6,31; des andren teyls 18,17;
das bösser t han 'den kurzem
ziehn (im kämpfe)* 10, 10; 38,5;
180, 15.
tertsch m. ? : ein meß kom galt
40 t (soulz) und 20 haller (de-
niers) 90, 18.
tobel n. 'Schlucht* 111, 38; 112, 4;
129, 9.
tod m. : einen zetodschlachen 27,15,
werfen 157 , 32 ; mich hungert
und turst zetod 187, 27.
Tolletta (Totelle), s. Margaris.
Thomas (Thomas), könig von Je-
rusalem 255, 36 ; 257, 28; 258,38;
259, 8 ; 260. 8.
thorhüetter (thar-) m. 41,30 ; 42,25.
torrechtig adj. 5, 11 ; th- 128, 10;
dorrachtig 239, 38.
ao2
thorschluseel (thär') m. 42, 26.
torUch m. 188, 6; 225» 17; 227.3ÖJ
torsch 33, 6; 203, 26.
torwartter m. 7, 18.
toub adj, 97, U j 119, 4 ; 'aMoty
253, 35.
trab m. : (Bayard) gieng nut den
tr. (nalloit mie le pas], dUDder^
lüff wie ein hirU 130, 20*
traben swr. 54, 9,
tr&mel ra. ? 'ironcon': ein tr. von
einem sper 141, 4.
treffen atv., b. sacb,
triben stv. : Bemlich reden boUü
nüt tr. 66, 8.
trjtt mr. ein tr. (le pae) eines
bachB 51, 14.
Troya in St^barapannia (Troje),
Stadt 14, 11; 15, 17; 16, 4,
Trovii (Troye) die ^os 93, 14;
Hect-or von Tr. 60, 4,
troß m, *le chariage, les sommiers*
4Ö, 17. 26. 34; den tr. abladen,
uffbinden 48, 2. 6.
trösten awv. : byß getrost (getrost) 1
46, 8; refl. mit gen. 5, 34.
tröwnng f, 215, 24. 29.
trucken awv. : icb hab mine atin
inüeaBen verscbweren, das naich
nun übel t ruckt 221« 13.
trurig adj^ 'pensif 77, 36,
tückisch (-ißths.) adj. 22,28 (».anm.),
tulle f. *doble' 94, 17.
thuon an. v. : mit einem Bub^t. zur
umaclireibung eines verbs : wer
tb 10, 32; ein Btäcben th. 157,21 ;
die räch th. 100,26; ein \MS ruo
wen th. 188, 17; eine gab th.
72, 37 ; einem gehoraammy th.
5| 12; einem eine trDwang th.
215, 25; einem flcbaden th. 36,36;
38, 21 u. ö. ; (sagt mir) wie der
sach zeth. sig \que nous devons
faire) 54. 38 ; refl. sich inn stryt
th. 153, n.
thür adj,; m WM m th. zuo Pariti,
daa es ein erbermd was 90, IG«
Tfiring von Ardannia (Thierry TAr-
dcnois), herzog, vasall Karls 13,5.
Töring (Thierry), ritter im beere
KarlB, von Allard getötet 36,14.
16 (Th-).
Thuring der Norm and (Thierry le
Norm and), vaaall Karls 38, 27.
Tiircken (Tiircz) 256, 12.
Tttrpin (Turpin), (ersi)biflcbof, va-
sall Karls 18, 10: 90, 11; 93, 5
tt. 8. W-
tarsteiiklich adv. 9, 33.
TCitscbe m 16, 29.
Tütachland, a. Barthole. Hug.
tuffel m. : (er sprach) uy aött [inj
trtffel^ nammen schwigen 6, 2;
er wyrt (beim rennen) den t.
gwiinnen 84, 28; wir törffbend
den t. angrifieu. wenn ir by uns
sind 94, 12; laud sy rytten in
hundert tussend fc. I 47, 30; hun-
dert tussend t. band dich ^ot
frantzössisch gelert reden 82, 36 ;
wett den (wetten, wett der) t.1
flucbformel 156, 13; 230, 3;
234, 29; 248, 3.
tüffterig f. 'dy abier ie* 230, 4.
Übel adv. 'sebr^ 28, 38; 46, 31 ;
64,2; lO^MU; 125,26; 17i,22u.ö.
übelmögend adj. 54, 15 ; 262, 29-
fiber prüp. : ü. das 'trotzdem* 76, 36 ;
(Magis) ist hinweg gangen ü.
(oultre) sin suosagung 192, 21.
fiberantwurten ew?. 28, 1 ; 29, 5 ;
159, 24 ; 190, 33 ; 214, 6 j 239, 3 ;
240, 9; 254, 8.
libergeben stv. 'im stiche lassen'
245, 33; 'geben* 172, 20.
übergülden awv. 27, 5»
überhaben stv. ; einem etwas ü.
77, 38; refl. mit gen, 245, 17.
überkoniiuen stv. i mit einem *sicb
303
vereinbaren* ^, 21 : etwaa ^ge-
winnen , erhalten , bekommen*
31, 28 ; 55, Ib ; 65, 18 ; 83, 14 ;
ISO. 1 n. Ö.
iTberloufen str. : einen 'überfallen*
20S, % ; do fi engend im die ougen
An ü. 101, 24,
übertrang m. : einem ü. aothuon
nberwindlingen adv. 235,2 (b. anni).
überwindnng f, 1, 15.
übenüchen stv. : einen 14, L 27.
üd pron. *irgend etwas' 102* 36;
mdr. 43, 24 (nd).
iiiDm prftp. : ich wejß sovil u inn,
di2 , , 144, 34 ; daz dn uns bällFen
welJeft u. fryd mit K. 214, U ;
ich bin vaat zornig a. min siin
I«. 11, 23; nun ist einer u, den
&ndren tod 26, 10; nut tbuon u.
einen (nicbt« auf ihn geben) 11,5;
86, 17; 15t, 28.
nmm adr.t -geben: (Ollifier) gab
im ein manttel u. 182, 25. -triben :
mum hat er una all wol betzalt
und nmm getriben (moo<|ae2)
190, 2, -feilen 257, 3* -verkeren:
(Magii) verkart die ougen im
kopff nmm 160, 18.
niomhar adv. : nmm den f eisen u.
120,15; bei verben der bewegung:
-gan 221, 35; -keren 242, 29;
I -ijtten 153, 11. S. noch wider-
^ ummhar.
nnd conj. : a)damit und 30, 26; 53,12;
56. 30; 60, 11; 70, 38; 77. 8;
Ö6. 20; 105.4: 115, 13; 153,32;
238, 2; 258, 2; 262, 28 u. a. ;
demnach and 29, 7 ; 53, 27 ; ee
und 34, 10; Bjt nnd 109, 26;
ajimal nnd 26,6; 42,4; 49,32;
169, 5 u. ö. ; Rolang nnd 6, 11;
sovil und 60, 9. b) konzessiv äätze
einleitend 85, 19 ; 131, 33 ; 159,28;
187. 30 i 207,28 ; 242, 22, c) kon-
ditionala&tKe einleitend 121, 35:
222, 16, 36 u. ö. , d) vor direktem
fragesatz 187, 28.
nnd er adv. : -trocken 145 , 4. 5 ;
149, 2; 199, 20.
underlaßen stv, : daz schwert 154|1 1 .
undern adv, : do R. g»ach, daz die
sunn 80 wyt u, was 177, 25.
nneinigkejt f. 42, 1; 139, 15;175, 15;
uneingkeyt 27, 6.
uneins : mit einem nnnejß werden
71, 26,
unerberlichen adv. 173, 3.
ungemeti adv. 'rudement* 78, 20.
ungeschickt adj. 84, 31 ; 217, 31.
an gestaltig adj. Vernnstaltet^ 53,25 ;
56, 15; 57, 18; 58, L
ungluckhaftig adj. 9, 6; 133, 28.
unlang adv. Vor kurzem* 2, 2.
unmuot m 'schrecken, betrübnis'
146, L 19.
unmuottiga^j. *matlos': ir machend
uns u. (TOns uous descouragez)
217, 3.
unnutzlich adv. : galt u, vertbuon
218, h
unrOewig adj, 129, 37; 232, 38;
243, 1 1 ; 248, 36 u. ö.
anmow f. 'meslee' 147, 22.
untrulich adv. : n, handien Taire
cbetivete' 163, 15.
undatt m. 'meslee' 84. 21. 33.
unfrummkeyt f. 197, 32.
nrbüttig adj 'erbfltig* 107, 36,
urlob n. 'erlaubnis* 109, 29; 186,36;
194, 25; einem u« nemen 'ihm
eine erlaubnis auBwirken' 194, 9,
ureachf. 'occaaion* 101, 16; *maniere*
236, 8,
ursächer m. 51, 27,
uß präp : uß schuld 2, 5 ; aß ge-
heyü des keyssers 126 , 35; uli
Rengnolden befelch (im auf trag
Rb) 192, 26. — adv., bei verben:
-beliben 'ausbleiben* 30, 14.
^
304
-bieten : einem 'hemuBfordern'
!S2, 9. 19, 'g;m : dü j^iengend
By ein stat uB (esleoreBt une
place) 28,3^. -hungern 33, 12;
212» 23. -macben : das »ch los
28, :j5 ; den krieg 242» 24. -reden
'zu ende reden* Ö8t 33. -rfitten *
einen 'vertilgen, vernichten* I l,SO.
•schlachen r es ist innen ilbel
uligschlagen 244, 29. - sin 'aua-
hleiben* 11, 25. -spechen: die
Btraesen 53>3L 4eilen : dennen
hett er (Karl) daa gantz Gast-
gunnia uBteylt 93, ^ ; 8. noch
262, 26.
nssert präp. 12, 31-
uCihär aciv,, bei verben : wir wettend
die vokk noch n. Iriben 43, 26,
nßlonfin 'ende der rennbahn*80,6
(= end des louffa 85, 27).
ußteilung f 93, 28,
uf prS.p. a) mit dat : Köln uff dem
Rinn 166, 33 ; uff dem aelbigen
niBt 1. 25. b) mit acc. : (Karl)
reyt nff Senna inn das riett &4J2;
er bervöft uff das (darauf hin)
den herlzog A. 91, 25; rattend
mir uff disse that! 66, 29; ich
will mich uff uwer meinnung
stillen 9G, 36 ; ich ergib mich üch
uff vertrtiwen 182, 14 » ich ver-
bürg inn uff min laben 187, 7 ;
wir band inn uff unser truw har
gfüert 195, 10.20; ob sy inn utt"
aicherheyt bringen sollend 194,26 ;
daz icb die besten rytteruffden
tod geben hab 142, 30; da« ir
uns hälffend unser land wyder
errobern uff Karly 59, 5 n. ». w.
— adv. , bei verben : -binden :
einen Meslier' 24*J, 19. -blaBsen
'zum aufbruch blasen* 94,24. -ent-
binden : einen Meslier' 156, 18.
-enthalten : einen 'auf- , inrück*
halten* 2Ü), 19; 'ilim aufenthalt
I
I
geben' 74, 32 u. 5. ; diewil tziati
doch inn der torheyt «in will,
80 sol mann die n, (aufrecht hal-
ten) 241, 12 ; refl. *gich aufhalten*
58, 18; das ir fich möchte nd er-
liehen u. (entretenir) 58 , 35 ; i
(Bayard) mocbt sich der wurt^en
baß u*, dann die andren (pferde)
mit weyssen oder babcr bettend
mögen 54, 11. -geben: reff. 91 »4
(^ sich ergeben 3), -ban {z, b.
146, 1; 261, 30), -haben, -heben
(alle drei durcheinander ge-
braucht): eyt der vormechlimg
was kein rytter in G., der d&a
kinny getörat u. 73, 36; einem
et^^^aa u. 'vorwerfen" (mehrfach) ; |
aich uf ban 'sich au frichten* 130,32.
* legen ; legend uch nüt so eia
grosse seh and ufl 195.17. -nemen :
die tisch 'lever \es tables' 236, 32. ^
-seh lachen : ( Bayard) schluog hin- (
den nff sovast« daz er (Magis) im
not dorft gnacben 129, 35. -sin
'estre leve' 205 , 24 ; 221 , 34.
'sich aufmachen* 4, 26; 55. 18.
•wecken 205 , 21. 23. -ztindefi :
do zunt er uff (il rougist) von
schalckbeit, zornn 9,29; 208,14.
ufenthalt m ; (der leisen) der üwers
läbens ein u ist 131, 18.
ufhebung f. 201, 27.
ufnen bwv. : gott uffne dich inn
frummkeytt, eeren und inn mau-
beyt! 3, 26; gott uffne imm er,
manhey^tt tngend und priÜl 3,36.
ufrechttich adv. : das , so ich u.
{lojaulment) gwunnen bab mit
kriegsrecht 193. 22.
ufrnor f. 6, 36; m 27, 20.
ufsächen n» : ein u. ban uf einen,
etwas 5, 21; 55, 3; 104, 11.
P. V,
Falckoffet, a. Gerold,
«
305
ftUbragg f. 44, 16.
fang m. 96, 17. 18 ; einen f. thuon
179, 22.
faren str. 86, 2; 96, 1; 189, 21;
ob er schon nntsimlich an mir
fart (mit mir yerfährt) 246, 6.
fatsen bwt.: einen *gaber* 88, 21.
feiß adj. : Bayard was f. and wol-
mOgend 54, 10.
feien smr. (pr&t falt): zesterben
mag niemmen f. 114, 16 ; (Karl)
gsach wol, das er an sinem be-
goren gfelt bat 227, 34.
Felcker von Morillon (Fouqnes de
Morillon), Karls vasall, Spießge-
selle Qanelons 22, 4. 29; 82,24;
34, 18; 86, 12; 81, 26 u. s. w.
Felcker (Fouqnet), ritter im ge-
folge Oerolds von Bossillon, von
Gergis getötet 18, 19.
Felcker (Faulcon), ritter im gefolge
des berxogs Beffes, von Ganelon
getötet 23, 20.
feilschen swy. : einen eydf. 124,21;
die traw f. 133, 17; laß ich sy
mit fryden, so feltsch ich mich
gegen Early 48, 29.
▼er : conj. so ver daz ^sofern, wenn*
22, 11; 165, 22; 253,9; s. noch
148, 23.
verachten swv.: es zimpt einem
semlichen rytter nüt, mich also
zev. (de moy menasser ainsi)
199, 13.
verachtoDg f.: das sind verrach-
tungen (reproches) 149, 28.
verbalsamen swv. 13, 7.
verbürgen swv.: einen 131, 32;
187. 1. 6 ; 197, 31.
vereinbaren swv.: sytmal ich nüt
mit im verreinbaret werden mag
76, 9.
vereinbarnng f. : reden von guottetn
fryden und v. 107, 7.
vereinen swv. : so muoß er niem-
Haimoiukindor.
mer mer mit mir verreint wer-
den 12, 2.
verendem swv.: dardurch sich all
ir geblüet verrendert (luy tonma
le sang) 57, 1.
vergeben stv. : icb sag dich ledig
und vergib dir hie und vor got
der sicherheyt halb , so du mir
geben hast 170, 4.
verglichen swv.: sich einem v.
60,4; 82,38; 148,21 u. ö.; sich
zuo einem v. 37, 4.
verg^ot : nemmend v. (vorlieb) !
226, 11.
verhalten stv. : refl. 'sembuscher*
164, 33. 36 u. 6.; *sich zurück-
halten* 236, 36.
verbanden adv. 42, 6; 261, 18;
vor- 138, 26.
verhüeten swv. : refl. 37, 30.
verkeren swv. : einen v. 'ihm durch
Zauberei eine andre gestalt ver-
leihen* 81,11 (= verendem 12);
einem den schilt v. (verunstalten)
157, 13; verkert Meffigure* 54, 22;
237, 28 u. ö.; refl. do verkart
sich sin gemüet (änderte sich sein
sinn) 249, 14.
verkoufen swv.: den tod thür v.
23, 12; 115, 3.
verlieren stv. : der dir guotz thuot
der verlttrt sin arbeyt 136. 34 ;
verloren werden (zugrunde gehn)
150, 1.
verlierung f. : by v. miner hulde85,l.
verlur«t m. 7, 1 ; 17, 17; 137, 10;
181, 34; 231, 34 (so immer); f.
50, 7.
vermachen swv. : sich mit steinnen
V. 126, 4.
vermechelschaft f. 'heirat' 72,31. 34.
vermechlung f. daas. 73, 35
vermögen an. v. : vyl volck v. (auf-
bringen können) 6, 28; liept \wh
nüt, dan wir vermögend ? 143,34.
2i)
308
friech adj. 'en bon point* 251, 15.
fro adj,: comp fröwer 51, 4.
fröwly n, *dame ira achacbspiel*
244, 18.
Mnd m. 'parent* 151, 11; 166,10 u.fl
Mntechaft f, 'courtoiaie* 19t>, 14 ;
2O0, 32; 210, 24, 34; 212, 26;
239, 17; 'huniilite* 239, 19,
füeren 8WV.: einen 'behandeln ♦ mit
ihm umtrehn* 215, 31; 244, 29;
fremd f. 106, 8; leyd f, 171,12;
Allardßa pfert fieng an ein wyld
weeaen f. mit den andren pferden
42, 32. S, noch gestalt.
fEletern awv. : ein raantel, mit herm-
linnen geföetterdt 60, 34, gefüe-
dert 104, 2; 105, 3; 137, :iO.
ftiog m.: (länger) zebliben ist nni
UDBer f. 46, 12; 86, 28,
für prap. t für Rengnolden hütly
(an — vorbei) 257, 3 ; für Mun-
tabant uß 148, 31; vor verben:
-gan Vorbeigehn* 54, 14; 238,
22, 29. -kommen 163. 25, -legen:
einem Vervir qn a la table* 187,35.
-nemen : inn so grossen Ängaten,
die ieii gegen iich tTirnimm (pour-
chaeae) 106, 9. -rytten 46, 23;
156, 2; 230. 19, .famn 154, 18,
-zu eben 46, 19.
fürderaswv-: dem kfmigRin uaner
f. lüO, 36 ; ob ich min recht för-
dere (qnierB mon droit) 209, 7.
fiirer adv. 70, 14,
farbin adv. 'fortan* 26, 25; aonat:
nun f, 4,6; 10,11; 65,20; 78,38;
102,27; 105,27; 121, 3 1 204,19;
206, 30 ; 209, 6.
furloufen etv, : einen laufend Über-
holen* 85, 15.
füniemen a* 2a, 27 j 217, 33; 220,
26 u, ö.
fürpytter m. 39, 35.
fiirrennen awv. : einen Vennend
überholen' 85, 27 ; 87, 10,
fOrBich adv, : f. luogen 156, 3.
fiirtter adv. = fürder 218, 28.
Wachen sw?,: einem 'bei ihm wache
halten' 188, 8.
Vacollera (Vaucotilenrs) : die ebny
V- 102, 11; 103,11; 104,6; 105,6;
107, 10: 108, 14; 111, 3; 129, 9;
137, 29; 164, 37; 166, 2; 262, 9;
Vaucoulors 103, ?12.
waldstat f. 25, 4 ; 67. 6.
Viilliera (Valiere); die herschafft
V. (in Gaatgnnnia) 71, 21.
ValloH (Valois), b. Beringer.
wann: ausnifs&tze einleitend 23,30;
120, 18; 124, 24; 129, 24; nach
comp, 'als' 83, 7.
v\ arbey t f. : in der w, 'in Wahrheit'
l. 9; 2, 29; 6, 27. 35; 25, 6 n, Ö.
warten bwv. r einen *auf einen w,*
105, 9 ; dem end w- (attendre a
la fin) 169, 27.
Wasser n. Vi viere' 47, 26. 32; 68,21;
11 1,36 uö,; ab den wassern 96,1 2,
weiche f. ; (Rengnold) umm fieng
Karly by der w, (raina) 179, 15.
weidnyen awv, 'jagen' : l.'Lnd uns
gen w. mit unaem falcken ! 93,7.
weidnyg f. 'jagd anf vögel* 93,1.19;
96, 12.
wellen au, v. : zur Umschreibung
dea fut. 56, 22; 127, 3; 144, 6;
240, 16; 'im begriffe sein': wir
wend all hunger sterben 220, B;
ebenso 326, 4.
wellich pron, relat 29 , 4 ; 47 , 7 ;
90, 9; 155, 32; 166, 7; 167, 27;
168, 17; 200, 4; 201, U; 218, 6;
232, 6.
weit f/. hie kumpt alle w. {die ganze
feindliche streitmacht?) 119,86.
wenn: vor direkten fragen 56, 33,
212,7; vor bedingnngsaätsen 57,22;
151, 20 u. ö.
809
werch n. 116, 10 (werck 86, 2).
werchen swv. : absol. 70, 28; 132, U ;
205, 32; tr. das yssen w. 63,22.
were (pl. werinneii) f. 70, 32; 125,27;
126, 27.
werlichen adv. : all werinnen wol
and w. soo rasten 70, 33.
wert adj.: nütz w. *coiiart* 58, 12;
125, 10; 170, 28.
weit adj.: yets sind wir w. 136, 7 ;
155, 16.
Sant Victor (Sainct Victor) nebend
Paris 4, 2.
wider adv.: der hertiog mocht dem
grossen volck nüt w. 24,3 (s. anm.).
widemmm adv. : w. keren 50, 31 ;
w. kommen 238, 11 ; 249, 34 a.6.
widemmmhar ady. : w. bringen
*siirOckbringen'114, 13; der scha-
den nnd Yorlurst wird niemmer
mer w. bracht (recouvree) 123, 24 ;
w. rytten 250, 8.
widersins ady.: (Rengnold) redt also
sin sprach w. (contrefaisoit son
langaige) 82, 34.
widrig adj. 21, 15 ; 58, 20.
wie conj.: = daz 33, 29; 147, 32;
tempor. = als 31, 31; 257, 6;
also wie 'eben als' 128, 24; 155,21.
wiennecht f. 37, 26.
wiewol conj. 225, 13.
wyl f.: der w. haben 112,33; 197. 10
(w. haben 195, 26).
wille m.: eich guotz willens (gut-
willig) ergeben 201 , 16 ; eins
bOssen willens sin 88, 16; nach
einem willen (tont a son aise,
plaisir) 118, 10; 239, 26; in willen
sin 74, 18; 167, 25; 243,20; willen
han 99, 9.
willkommen n.: waz gaotten wil-
kommens er hat von . . 221, 1.
wirtzhns n. 83, 14.
wyß (wlse) f.: inn botschaftz w.
4, 12; 196, 26; inn eydtz w. 63, 5;
inn pilgrys w. 160, 10; 255, 31 ;
inn spotz w. 13B, 11.
wissen an. ▼.: er weyßt disse gegne
wol 228, 5.
wyte f.: do er inn st&chens w. zuo
im kam 151, 4.
wyter adv. comp.: w. läßt üch der
hertsog von A. sagen 19, 35.
wytains adv. : du tröwpst w. (de
loing) 136, 22.
wo conj. Venn, sofern* 2, 10; 5, 23;
18, 15; 51, 14. 22; 127, 23; 128, 27
n. 6. ; tempor. 28, 23.
woldienen n.: umm w. lonnend ir
übel 248, 27.
wolkommen adj. = willkommen
42, 5 (s. anm.).
wolmögend adj. 'sejoume' 54, 10.
wort n. : (einen brief) von w. zuo
w. lesen 102, 32.
wunderbarlich adj.122,.36; 227,18u.ö.
würsser adv. comp. 168, 33.
Zelt f. 33, 7; 96, 6; 160, 25; 203, 23;
219, 36.
zent präp. : zent dem schloß hin-
weg (parray le chasteau) 227,21.
zenzler m. 'flateur* 52, 17.
zerecht: z. kommen 'wieder zu sich
kommen , sich erholen* 28 , 2ü ;
57, 15; 120, 28; 217, 8.
zering adv : (sie) luogtend z. umm
das schlos 45, 15.
zerschlachen stv.: einem den hals
z. (mit der faust) 244, 23.
zerthuon an. v.: refl 'sich zerstreuen'
225, 31.
zerzücben stv. : (in dftin liandgo-
menge) wurdend vyl hären zer-
tzogen und rocken zerrys3en27,'2 1 .
zesammen (zammen) adv : z bringen
15,12; z. geben (trauen, vermählen)
73, 25.
zeflucht f. 'Zuflucht- 206, :}3; 208, 23.
310
Zirkel m.: derz. (oircuit) deBBohlosses
70, 38.
zji n. und f., 8. erleben, in.
zytlichadv.: z. gnuog kommen 164,6.
züchen stv. *in8 feld ziehn* 13, 13.
züg m. 14, 9; 77, 7; 90, 16; 202, 11;
243, 11 a. G.
zuo präp. neben *ze': ansprachen
zuo einem han 210» 16; (eine
Stange) zuo beden henden nemen
257, 5. — ad?., vor yerben: -be-
schließen: und beschluBsend die
thür wol ZOO 98, 20. -geben 51,12.
-luogen (häufig), -muoten 165,27.
-rüsten 54, 35 u. ö. -sagen: einem
189, 20. -sechen 199, 34. -ihnon:
das thar 44. 20.
zuochen ad?, (aus zaohin): das wir
▼ast z. (beinah) all iod sind 24,14.
zuohar ady.: fomnen z. Von TOm*
121, 23.
zuoletst ad7. 137, 36 n. ö.
zuosag f. 184, 24.
zuosagung f. 21, 86; 41, 17; 137,82;
170, 8; 192, 21; 208, 84.
zuosatz m. "gamison* 45, 17.
zürnen swv. : es z. 6, 25.
züttel m.: z. (penoncel) eines spers
73, 12.
BIBLIOTHEK
DES
LITTERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
CCVII.
TÜBINGEN.
GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITTEBARISCnKN VEREINS.
1895.
PROTECTOR
DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
VERWALTUNG:
Präsident:
Dr. H. Fischer, professor an der Universität Tübingen.
Kassier:
Kansleirath Roller, universitäts-actnar in Tübingen.
GESELLSCHAFTSAÜSSCHÜSS :
Dr. Baechtold, jsrofessor an der Universität Zflrich.
Gebeimer regierungsratb Dr. Barack, oberbibliothekar in Straßbnrg.
Professor Dr. BGhmer in Lichtenthai bei Baden.
Dr. Hertz, professor au der technischen hochschule Mflnchen.
Direktor Dr. v. Heyd, oberbibliothekar in Stuttgart.
Dr. Martin, professor an der Universität Straßbnrg.
Dr. K. V. Maurer, professor an der Universität München.
Dr. Sievers, professor an der Universität Leipzig.
Dr. Stein mey er, professor an der Universität Erlangen.
Dr. Strauch, professor an der Universität Halle.
Dr. Tobler, professor an der Universität Berlin.
Geheimer regierungsratb Dr. Wattenbach, professor ander Univer-
sität Berlin.
HANS SACHS
HERAUSGEGEBEN
VON
A. V. KELLER und E. GOETZE.
DREIUNDZWANZIGSTER BAND
HERAUSGEGEBEN VON E. GOETZE.
GEDRUCKT FÜR DEN LITTERAHISCHKN VEREIN IN STUTTGART
TOBINGEN 1895.
ALLE RECHTE VORBEHALTEN.
DRUCK VON H. LAUPP JB. IN TÜBINGKN.
Dieser band enthält
1 . alle diejehigen werke des Hans Sachs , die zu seinen leb-
zeiten zwar gedruckt, aber nicht in die Nürnberger folioaus-
gäbe, die vorläge fOr band 1 bis 21 unserer Sammlung, auf-
genommen wurden,
2. alle diejenigen werke des dichters, welche, obwohl in seiner
bandschrift erhalten, bisher überhaupt noch nicht gedruckt
oder nur vereinzelt veröffentlicht sind.
Zweite abteilang.
Die meistergesänge bleiben auch hier noch ausgeschlossen.
Hans Sachs. XXI II.
[BL U] Den erberti und achtpam Hans nnd Stefan Braunen,
j^epruedem* pede pnrger zw Nürnberg, wünsch ich hail und
glueck mit erpiettung meiner willigen dienst.
FranciBCus Petrarcha spricht in seinem puech von paider-
ft lay glueck^ das alle werck der menschen aint mit der zeit
vergencklich, aber dcM:;h vil nier die-jenigen, so nit zwsamen-
f^halten oder gepessert werden, plöczlich nntergen und ver-
fallen. Auch schreibt Seneca, der weis haid, es sey kein
schentlicherer schad, den der aus hinleasikait verwarloßet werde»
lö Aas der arsach bab ich euch gneter mainung angeret von
wegen der holtseligen and höfflichen gedieht ewers lieben
prueder^ Niclaa Praunen, welche ich west hinter im verlassen,
^^ noch in den ersten dicht-zetteln , hin und wider zerplettert
^Hnnd zerstrewt, doch in seiner hantgeschrift, welche er doch
^Hin seiner pittern langwirigen kranckheit sam zw ainer ergecz-
^" likait mit hochera fleia pesch rieben het: solche seine gedieht
aiis den dichtzeteln örnlich widerumb abschreiben 1 issen und,
wie man spricht, aus den hadern zw schüetteui auf das seine
^m lange arbeit, müe und fleis nit also durch hinlessikeit ver-
^K toren wuerd und verginge, weyl er selber mit aigner haut
den podagrischen träum angefangen hat ornlich und fleiEig
abxwschreiben. Weil aber die kranckheit des zipperleins im
auch in die öbern gelieder stieg, ist er pezwungen, seine ge-
dieht, wol gemacht und peschlossen, aber doch unabgesch rieben
16 hinter im zw verlassen in den verirtten und verwirtten dicht-
Eetteln. Nach dem ich aber von euch durch flei&ige pit an^
1 Hahi SAeha«ai handiobrift In d«ui der künigL bibUotbAk tu Berlin go*
[ bOrigen b&nde, b«t. Ms. Üorm. foL 644* Zuorfll vorOffentlkht von Victor Miobale
tn<I«r NUnib«rg«r foiUobrift: Um» SjMba- Forschungen, NUrnb«rg 1804. 8. a, l t
nbM
gesprochen wurde, solche seine gedieht selbert anter die hant
zw nemen und [bl. II'] zwsaineo abschreiben und ordenlich
verfertigeD,' weil ich diese seine gedieht oft siüeckweis (wen
ich in in seiner krunckheit pesuchet het) pey im gesehen und
r» gelessen het, derhalb ich vil leichter daraus mich richten künde,
den ein ander; weil er auch mich als seiner gueten freun
ainen in aeineni podagrischen träum fiir aiii person eingeföer
het, doch mit verkertem namen , nemlich Xasius. Ob dei
aber pedacht ich mich kurcz, seiteinmal mir von im als von
10 meinem lieben herr gfatem und freunt vil woliat widerfaren
was : im zw ringer widergelfc als verpflieht, nam ich die pürden
auf mich, im zw ainer löblichen gedechtnus seine gedieht ab-
zwschreiben nud in ain werck zw pringen, in dis gegen wertig ■
puechleiü. Wiewol wen im got sein gesund und leben lenger er- ™
Iß streeket het, so het er seine gedieht vil edler, pesser und
artlicher an tag pracbt* Derhalben hab ich sein angefangen
abschreiben in dem podagrischen träum also pleiben lassen
und, wo ers gelassen , angefangen zw sehreiben von wort zw
wort, wie ers den in den ledigen plettern zw-sain und auf-
20 einander verzaichnet het, an alles ab- und zwthun, das ich
auch etliche namen der hister, mir uupekant, seiner scbrift
nach nur abgemalet hab, wie mir des alles seiner hantgeschrifl
exeniplar zeugnus geben, und solichs alles mit grosser müe
und ungespartera fleis ?erp rächt* Verbofl' nun, so es pey ein-
S6 ander im werck sey, kost, müe und arbeit nit üebel angeieget
sein. Wan in seinem podagrischen träum seczet er höffiich
gegen einander das reich dc^r heilligen armuet mit iren holt-
seligen anhangenden duegenten, als ireni hoffgesind, dargegen
das regiment der jdiuten reichtuni mit iren selbgewachsen
ao schiiüden lästern , darin er fein poetischer art mit schönen
[bL 111] sentenczen vast alle hendet , gaistlich und weltlich,
mit irer natürlichen varb abmalet, darin sein hoher verstaut ]
und vernünftiger gaist als eins van natur geschickten nians I
(doch ungelerten layen) gespüeret wii't, wie-wol er das etwas i
36 mit lang- und uberflüessigen Worten, auch etwan ain ding zumb ]
öftern mal ereifert: denck, das derhalb von im geschehen sein, ]
ts 8
ein ding wol in die herczen ein-zw-pilden, oder aber, das in
die kranckheit oft ein monat oder zway neberfallen und ge-
worffen hat, das er stil halten und sein gedieht nit strax zw
ent hat (in frischer gedechtnos) fueren mttegen. Das er aber
A an TÜ ortten rawch und scharpff schreibet, denck ich, die
schmerczlichen kranckheit ursach sein, die im sein gemüet oft
rerpittert hat, wie er den selbert klagt, oder aber vil mar,
das er also disputirlicher weis die lauter warheit an alle hewch-
lerey an tag zw pringen gesehen werde, welche warheit doch
!• neid gepiret, wie den sein unterthiiel dis puechleins lautet ; hat
also geschrieben als ein eyffriger liebhaber der warheit, wie
man den auch spQeret in dem dialogo vom kopff und pieret,
der-gleich auch in dem deutschen paSquillo vom römischen reich,
welche zway gedieht ich auch binden angehangen hab.
15 Derhalben ist euch solichs puechlein der gedieht euers
pmeder Niclas Praun seligen, darin ir sein hercz und gemüet
so augenscheinlich abconterfet findet, als sam er noch leb,
wol in eren als ein tewer clainot aufzwpehalten, im zw ainer
loblichen gedechtnus der nachkumen all ewers geschlechts.
10 Darmit got pefolchen !
Anno salutis Hanns Sachs, ewr
1549 guetwilliger.
30 Marci
10 Der antertitel lautet: Teritüs odium parit. 17 6 augenscboiD- am
eode der seile, ohne daß auf der nächsten Hob folgt.
Eitt gesprech eyner biileriii und eines ligenden
oarren iBter ihren rossen.
Sie Bpriolit;
Ich bin eia schöne bulerin,
Der list ein ßcharpffe schmlerin.
Bai dt ich auff-steh, ist ei ineyn sit,
Das ich hin ftir den Spiegel trit,
Meyn har nnd angesicht zu pntzn,
Bestreychen und gar höflich raiitzn,
10 Meyn hals mit schnära und ketten ziern,
Mit wolrichenden wasser schmiem,
Meyn hend müssen geschraucket seyn
Mit korall en und finge Heyn,
Dann ist meyn herdt gerichtet zu,
in Darauff ich narren fahen thn.
Ich lach nnd wayn auch, wenn lob wU,
Darmit lock ich der narren vil.
Mit meyn lieblichen augenblicken
Kann ich der narren viel verstricken;
Mit süß- und schmaichelhaftiug wortn
Fell ich die narren an viel ortn,
Trenck aie mit gifft ans meiner schaln,
So müssen sie das gloch bezaln,
Unter meyn füssen ich sie hab,
2ft Wer nicht anß-geyt» der ist schabab;
Wann ich hin her von Brnck ans Flandern
Und gib ein narren nmb den andern.
*
1 Ivmil Weiler, II&ub ßftobs-bibUograph^o ^ nr. 46 [E]. Der 94 »ebwAok,
mit de tu laiauitaen der obige ipraeh snerBt TerDffentUoht wurde , iit am 32
September ]ü47 gedichtet. Kid anderer eiDfeldmok det geipräobo« ttAiniiil au«
dem jabro 1554.
Der Barr fprieht:
Ich armer narr, was hab ich than,
Das ich mich lieb laß über-gahn :
Der metzen lieb nnd bnlerey,
6 Durch ihr gespenst und fantasey?
Wer mich ye dammb straffen wolt,
Dem wardt ich tot-feyndt and abholdt ;
Wann ich war blindt, blindt, aberblindt,
Bis ich yetz an der letzt empfindt,
10 Das sie helt weder lieb noch trew.
Deß hab ich yetzt grosse nachrew,
So ich erkenn ihr falsche art,
Die nye ehrlich noch löblich wardt.
Nn wil den stal ich machen zn,
16 So mir ist hin kalb nnd die kn
Und alles nnglück inn dem hanß
und dem schimpff gar der boden anß.
Deß leyd ich spot zn meinem schadn
Und muß in meiner kappen badn
so Mit dncken, schmnckn hinten nnd forn,
Die schellen klingen mir nmb dohrn.
Des lig ich da trawrig elend
Und weyß meyns nnglücks gar kein end.
Weyl da siehst also liegen mich,
26 Stoß dich an mich nnd hüte dich!
7 £ feyndt. 1 7 ? gar] fehlt E.
Der 118 psalm
in (leui thon: Herr Cristi der aiuJg goteB-sun.
Ir Cristen, lat uns singeD
Mit herczen und mit mand.
Des herren lob verbringen,
Den pgaliii von herzen- gnind,
Dem großes lob bat geben
All-lLie in seinem leben
Doctor Martin Lnter.
[bl 123]
1»
Und in Bern paalmen neunet^
Der in liab in truebsal
Ser oft tröst, er pekeiniet.
Und er ist in der zal
Der hundert-achzeliende
Also von wort zw wort.
Dem herren thnet dancksagen;
Wan er ist gancz freu ntl ich,
Sein guete in den dagen
Die weret ewiclicli.
Israel sag der-gleiche:
Sein gnet wert ewicleiche
Im himmel und auf erd.
Ewiclich wert sein giiete»
Sag das haus Aaroe,
*
1 Im fleobt^hnten in«iBtergO0»(ighuobo» hU \t2* bis 134'.
4&2 bl« U6. ^fAob 15 fehU m 8 di« reimMÜ«.
Vorgl. bftDii 18,
Jjl
9
Es sagen im gemüete
All, die in flierchten thon:
Des herren güete reiche
Die weret ewicleiche;
Wan der herr ist freuntlich.
In angst meff ich zum herren,
Und der herr hört mich schir
Und dröstet mich fon ferren,
10 Der herre ist mit mir;
Wan sein hant fäer mich flehte.
Dammb furcht ich mich nichte,
Was kan der mensch mir thon?
6
16 Der herr ist in der nehen
Mir mit der hilfife sein,
Ich wil mein laest noch sehen
An allen feinden mein.
Es ist gar gnet zw pawen
[bl. 123'] Auf den herren vertrawen
Und auf die menschen nicht.
Aaf got ist gnet vertrawen
Und anf die fnersten nicht.
25 Ich aber wil zerhawen
Auf gottes Zuversicht
Die schar der haiden eben,
Die mich ringweis umbgeben,
Die wil ich pringen umb.
30 8
Wie binn sie mich umb-geben,
Und dempfen wie das feur,
Ich wils zerhawen eben
In gottes namen dewr.
35 Man sties mich, ich solt fallen,
26 S saersioht.
Der lierre ißt mein machte,
Mein psaliti nnd liaO im krieg,
Man BLUget dag und nackte
Mit frenden ven dem sieg
In der gerechten lande:
Des lierren reclite hande
Peweieset sterck und kraft.
10
Des herren rechte hande
Ißt erhöhet im krieg.
Er pehelt in dem lande
16 An mein feinden den sieg.
Ich wird nit ßterhen eben,
Sander dem herren iebeHi
Verkünden seine werck.
11
20 Mich zaechtigt wol der herre,
Dem dot micli doch nit geit^
[bl 124] Thuet mir auf die thor ferre
Seiner gerechtikeit,
Das ich hinein-gen mage
u Und dem herren dancksage
Und seiner grosen gnet.
12
Das ist dea herren pforte,
Die ghrechten werden schier
a« Hineiu'gen nach aeira worte.
0 herr, ich dancke dir.
Das dw mich machst demüetig
Und hilfst mir also güetig
Durch dein parmherzikeit.
$6 13
Der stain, den die pawlewte
Verworffen all-gemein,
u
Der ist doch worden hewte
Ein köstlicher eckstein.
Das ist vom herren gschehen
Und ¥nmderlich zu sehen
6 Vor nnserm angesicht.
14
Das ist des herren tage,
Den der herr machet fein.
Last frewen nns an clage
10 Und frölich dinen sein!
0 herr, hilff in den dingen !
0 herr, las wol gelingen!
Gelobt sey ewiclich,
15
16 Der kampt ins herren namen.
Der segen euch pefewcht
Ins herren hans alsamen.
Der herr got uns erlewcht.
Das last nns alle frayen.
20 Schmücket das fest mit mayen
Pis aben am altar!
16
Dw thest mir gnad peweisen,
[bl. 124*] Mein got, des danck ich dir.
35 Mein got, ich wil dich preisen.
Danckt all dem herren schir;
Wan der herr ist freuntliche,
Sein gnet wert ewicliche.
Im sey lob, er! amen.
Anno salatis 1552.
Wer bat ye i^rösser clag erhört?:
Der tyrann mich er scIi rock lieh Sport,
Dringt, zwingt, schet^t, raupt» brent, darzn iiiordtj
Der wochrer dreugt, schiiidt anf alle orth;
Idoch tröstet mich gottes vvort»
Gott wer mich rechen hie und dort.
Ach, wie hat sich mein glück verkertl
Mich hat verwundet und versert
Das wort gottes, das scharpffe echwert.
Ich lig gantz trostlos auf der erd.
Dem esel bin ich gantz nnwert,
Der vor mein stym gar geren hört
Und alles thet, was ich in lert,
Der mich sanft drug und lieblich nert
Und mir mein schetz gantz reichlich mert»
Das ich mein zeit in ru verzert.
ItÄund der esel mich ausschert
Und sein futter vor mir zu-spert,
Mensohliöhd Tarnnnft.
Esel, schau nmb, es leyt im schwanck
Gleissnerey, die dir thet gros dranck.
Noch leydest du gar bitter zwanck
ft& Von gwält und wucher anne wanck;
Die haben dich an irem stranck
I Im drtUoD (Terlarüiitjn) epniohbuobe, bt. 7b, tt&nd der «pruoh mU obig«m
tilol aufgcBcbnebeo. Der elDioldmok [K] (tiont hior als vorige; VfirgL Wullerf
Dans Saolii-btbliogrftpbli) nr. 203 e. 86 uü<] 136. 14 £ ror tot.
18
und reyden dich machtloß nnd kranck,
Und verdienst doch nmb sie kein danck.
Was hil£ft des wort gottes gesanck?
Dn bleybst beschwert wie im anfanck.
6 Dammb schlag anff! Mach eß nit lanck,
Ob dn sie stürtzest mit eim ranck,
Dann würd gering dein schwerer ganck.
Tirannisolier gewalt.
Esel, dn byst darza'gebom,
10 Da da solt bawen weytz nnd körn,
Und dn doch essen distel-dorn!
Dammb gehe hyn on alles morn!
Wilt nicht mit lieb, so mnst mit zorn;
Wann ich sitz gwaltig auff dir fom
16 Und schlag dich dapffer nmb die om,
Stnpff dich darzn mit scharpffen sporn.
Dn bist mein eygen nnd geschworn,
Dn mnßt tantzen nach meinem hörn;
Der vemnnfft rath ist gar verlorn.
20 Vinantsiseher wnoher.
0 esel, schon selb deiner heyd,
Das ich dich in das fleysch nit schneyt.
Ich schyndt und scliab zu beyder seyt,
Dammb würd ich von Rhom verjeyt.
26 letz hastu mich dragen lang zeyt
Gedultigklich an widerstreyt.
Sag, was dein gumppen yetz bedeyt.
Du wirst dardurch gar nit gefreyt,
Wie starck dir die vemnnfft eyn-sclirey t ;
30 Gewalt mich über rucken dreyt
Und nymbt mit mir gleyche beyt.
Deshalb ich sicher auff dir reyt.
Der arm gemein esel«
Keyn ärmer thier auff erd man find:
35 Ich muß arbeytten in regen, wind
Und gewinen, was all weit verschlint,
24 An der seito steht: Titut Livias 1. 35 ? in] fehlt B.
^^p^^^^HH^H
^^H
1
^^^^^H Des haberstros inaB mir kaum gynt.
^1
^^^^^B Es sitzen auti' mir zwey böse kind:
^^1
^^^^^B Das fo^er schlecht mich muh den gnnt.
^^1
^^^^^m Seyn schar pffe sparen ich entpfint;
^^1
^^^^H 5 Der hinder mich Lebendig schint,
^^1
^^^^^1 Das bket täglich von mir rint.
^^1
^^^^^H Ach, Gereclitigkeyt', hüff mir geschwint,
^^1
^^^^^H Ehe ich in dem jamer erplind,
^^M
^^^^^1 Schlag nmb mich und werd nnbesint.
^M
^^^^^H Hat^Uclie gereohtigkeyt.
^M
^^^^^H Acli^ esel, ich erbarm mich dein,
^H
^^^^^1 Ich merck, dein not die ist nit kleyn;
^^M
^^^^^B Ich thet dir meiner hilfe schein,
^^1
^^^^^H So Bchneyd nymer das Schwerte mein,
^^1
^^^^H 15 Dannt ich Tarquinnm bracht peyn.
^^1
^^^^^B letz muß ich selb gefangen sein
^^1
^^^^^1 Von Wncher, Tyranney imreyn.
^^1
^^^^^1 Ir hertz ist verhert wie ein stein,
^^H
^^^^^1 In dartif gar nyniand reden eyn,
^H
^^^^^H 20 Dein nnd mein eilend ich beweyn.
^^1
^^^^^H Darumb so klag es gott allein;
^^^1
^^^^^H Der kan aaß not dir helfen fein.
^^1
^^^^^H Bai wort gottes.
^1
^^^^^1 Esel, dich hat Vernunft verplent,
^H
^^^^^H 35 Das du dem Gwalt wilt widerstent,
^^1
^^^^^H Den got zu straff deiner stind hat gesent.
^H
^^^^^B Darumb so sey nit wider-spent,
^^1
^^^^^H Drag dein selb crentz in dem eilend
^^1
^^^^^H Und bleyb geduldig biB ins end:
^^1
^^^^^H .10 Wer aber wind, der wirt gekrönt.
^^1
^^^^B Halt dn gott still, biB ehr dir wend
^^M
^^^^H Wucher, tyranisch regiment;
^H
^^^^^H Laß im die räch in seiner hend;
^^^1
^^^^^B Die räch ist sein, die schritt bekent.
^^1
^^^^f 86 Die gweltig ehr mit kraft zutrent:
^1
^^^P 4 £ sporn. 15 An dar leite itehi in£: Valoriu« MftXiiMui t.
24 Kb«ii>0
V HoiQ. 13. 25 Ebenso: Büro. 2. 26 Eaaift ^, 27 M»tth. 5.
28 Laoe t
^^^ 30 Mikt. 24. 3Ü Apoca. 2. 31 P«ii!. 37. 33 Horo. 12.
34 DouL 3t
^^B 35
15
Pharao stürtzt ehr in meeres-gmnd,
E5nig Eglon würd tödtlichen wund,
König Achas blnet leckten die hund,
Da larahel ir yeder schund.
Also noch heüt zu diser stand
Erreth gott sein volck anß dem Schlund
Der tyrannen, wie grausams thunt,
Auch von des wuchere schwinden fund
Macht gott sein armes volck gesundt,
Als auch der Gleyssnerey geschwnnd,
Bald sie gott rüret durch sein mund;
Gott helt getreulich seinen bund.
1526.
1 Ezodi. 14. 2 Jadionm 3. 3 3 Reg. 22. 7 Psal. 37. 8 Job. 24.
11 Efaie. 40. 12 Deal. 7. Das generalreg uter giebt an, daß der sprach
96 Ten enthalte. Dabei sind die ersten sechs verse nicht mitgesäblt; sie
bilden die Oberschrift
16
Beimen zw der abcontrafactur des ktlnstreicheii
maiers zw SQroberg Albrecht Diierers.
Schaw au, ob dw erkennen wild
Das oben abconterfeit pild.
ft Ist Albrecht Döerer, der pernembt
Maler zw Nürnberg, hoch gepliiembt.
Des hant hal ubertrotfen weit
All ander maister seiner zeit,
Auch nit allain in dieser knnst,
lü Sonder in der- gleich künsteu sonst.
Des war er pey füersten ond herren
Erlich gelmlten, nacli und ferren,
Und pey all kanatlichen wercklewten,
[bK 200] Die noch sein knnst loben und drewten
IG Und der geprawchen als ain grund.
Wie seine werck gehen nrkund,
Die man noch hat in groser acht.
Auch hat er von der knnst gemacht
Etlich pliecher in seinem leben,
20 Die «einer knnst gros zeugnus geben,
_ Dar durch ain namen hat erworben,
Dieser knnstreich man ist gestorben
Gleich secliß-und- fünfzig jare alt,
Alö man nach Criati gepurt zalt
26 Füntzehnndert-acht-nnd-zwainzig jar,
Am sechsten des Mayen vnrwar.
Änno aalutifl 1528, am 14 tag Maj.
1 Im ncbitehntfin apniclibache » bL 308' bis 30y [$]. Ein«e1druok aieb
im lobtuübande dievor eummlung, dem nftcbaten [E], Charliss 8ctiweiU«r, Etüde
aur In Vie et \&x (KaxT^a do Hans j^achs. Nanej 1887. ». Abi, 2 8 Albrech.
3 ob] E to. der] fehU E. 8 E ku sdoer. 11 E ward. 13 E meroklewteci,
14 B dewteo. 81 h»t] E gro0. S ui»Ur dem datum 24 [v9Tt],
17
Ein gesprech mit den 9 mnese, wer doch nrsprflnck-
lieher arsacher sej der anfraer im Tewtschlandt
Als man zeit füenfzebündert jar ^
Und drey-ünd-fnenffzig jar vürwar
6 Nach des herren gepaert, ich sag,
Eben gleich an meim gepnrtztag,
Das war der 5 tag Novembris,
Den ich hab aof-gemerckt gewis,
Dranff ich het pschloßn nnd zw-gericht
10 Das zwainczigst paech meiner gedieht,
Wort ich gleich des dichtens vertrossen,
Und wnert entlich pey mir peschlossen,
Cfar abzwlassen von meim dichten,
Zw rue farpas mein leben richten,
15 Weil ich dardarch erlanget mer
Neides, weder nuez oder er.
Nun in solchen gedancken dieff
Ich die-selbigen nacht entscblieff.
Im traam mich warhaftig pedewcbt,
20 Wie das mein kamer wüert erlewcht
Sam mit eim himelischen Hecht.
Mich dawcht, ich wuerff auf mein gesiecht
Und erplicket neun frewlein mild,
Gancz zart und engelisch gepild.
*
1 Im neaDt«ii ipmebbaoh, bl. 1 bis 5 [S]. ilans Saohs hatte im achten
(TerloreneD) spruobbaohe, bl. 54 »ge.ipreoh der gotter von aufnir Deatschlands«
geiehrieben. 10 Das dreiiehnte meistergesangbach hatte Haii.<) Sachs am
19 Angast 1553 abgesoblossen , das achte pprachbach in den ersten tagen des
KoTember 1553. Er nennt es das swansigste, weil das erste meistergesangbuch
mit dem ersten spniehbaohe nicht nar lasammenftebanden war, sondern weil beide
snaammen der fortlaufenden blattsahl wegen wirklich nur einen band ausmachten.
Hans Sachs XXIIT. 2
18
Zirckel-rtind sten umb mein petstat,
All in fliegender seiden-wat.
Hoch erschliiechzt and trawricliclien,
Ire angesiclit sam gar erpliclien.
G Ir wirdikeit icl» mich entseczt.
Als ich ir recht war-nam zw-leczt,
Da warn es die neun knnst-güttinen,
Die mir aine-mals waren erschinen,
Als ich in pluender jngent noch
10 Ains tags von Wels gen Sakzparg zog«
[bl. 1'] Alda ich mich ia het ergeben
Zw dienat, die-weil ich het mein leben,
Zw solcher tewtscher poetrej,
Cllo f die erat g5Uin.
16 Clio, die erste göttiri frey,
Fing an and gnetlich zw* mir sprach:
sFreuntj warum b wiltw lassen nach
Von dem tewtsch loblichen geticht,
Die-weil dw uns doch pist verpflicht
ao In dinst, wie dw uns hast versprochen»
Dein lebenlaiig gaticz unzwprochen,
Was ursach hebt dich icz der-massen,
Von dem suessen gedieht zw lassen,
Weil dw doch in gancz deutschem lant
sb Dardarch in eren pist pekant?^
Der dichter.
Da durch-prach ich gar mit schäm röttin,
Sprach: „Ir erwirdigen kunst-göttin,
Das grewiich alter reittet mich ;
30 Wan hewt des tages pin gleich ich
Gerad alt neun-nnd-fiinffzig jar.
Schwach ist mein vei'^tant woren gar,
Aach gancz knrcz worden mein gedechtnns,
Gancz treg nnd stamlet mein gesprechtnns,
36 Stnmpff ist worden mein sinreich Lim,
Darin der Schwindel thaet regirn.
Die guelden quell ist gar verl offen,
8 Sieh
32 8 wore.
bjiTid 7, B. 202 bi« 210. 20 S »«rpiprochtn. 24 S WUM
19
Die in der jngent mir stand offisn,
Aach eint mein sagen danckel wom,
Zitrent die hent and daab mein om.
Weil alle kreft nan sint so schwach,
6 So mas ich pillich lassen nach;
Wan ich hab each nan eben zwar
Gtedienet ganczer virzig jar.
Darin hab ich gedieht mit glaeck
Etwas pis in 4000 stüeck,
10 Als meister-gsang und comedi,
[bl. 2] Gaistlich and weltliche tragedi,
Kampff-gesprech and vil fastnacht-spil,
Lob-spr&ech and der histori viel,
Allerley art zw ernst und schimpflf,
16 Aach gaete schwenk zw frewd and glimpf.
Derhalb mich pillich ledig zeltl''
iBterpe, 2 gOttin.
Ewterpe sprach: „Dw pist erweit
In nnsrem dinst dein lebenlang;
so Wan var des alters ubertrang
Hab wir dir künstlich regel geben,
Hilff, sterck and drost durch all dein leben.
Drumb geb wir dir kain Urlaub nicht,
Dw magst noch guet artlich gedieht
26 Machen, ob dw geleich pist alf
Der dichter spricht.
Ich sprach: «Es ist gancz lab und kalt
Worden all lieb, will und pegier
Zw dem gedieht iczünd in roler,
30 Nicht allain von des alters wegen.
Nach dem det ich so hart nit fregen.
Sunder das als so üebel stet
Und so gar untrewlich zw-get
In meim geliebten vaterlant
86 Mit krieg, gfencknus, mort, raub und prant
Von dem teutschen adel und füersten,
Die nicht wie for nach er ist dtiersten;
Dreiben so unfüerstliche stüeck.
Das mich solclier untre wer düeck
2*
E
l 20 ^^^^1
^^^^^^^H Nicbt allein vertrewBt mer zw dichten, ^^M
^^^^^^^^m Sünder pey den datten und gschicliten ^^H
^^^^^^^^1 Vertrewst niieh schier lenzer zw leben." ^^B
^^^^^^^V Melpomene^ gdttin. ^^M
^^^^^^H 6 Melpomene die drit sprach eben: ^^M
^^^^^^H «HaBt erst ein recht nrsach zw dichten, ^^M
^^^^^^ Solch pöse sttieck gar zv vernichten. ^^M
^^^K [bl. 2'] Das sich solch detter müeBten Schemen, ^^|
^^H Darfon lassen und sich anemen ^^M
^^^^^ 10 Der fiierstling redlikeit und dtiefcent. ^^M
^^^^H Derlialb Boltw wie in der juegt^nt ^^M
^^^^H Gar nit ablassen vom gedieht/ ^^M
^^^^H Ber ^H
^^^^^H Ich Bpracb: ,»0, man leit es icK nicht; ^^H
^^^^H 16 Auch ist zw dichten gar geferlich, ^^M
^^^^^H Die-weil man leit die warheit sehweriieh. ^^H
^^^^^H Vorauß in diesen lezten t^gen, ^^H
^^^^^B Weder zu gehreiben, Bingen, noch sagen ^^^
^^^^H Von solchen pösen pneben-stüecken : ^^M
^^^^H so Man niues stihchweigent das vertrüecken ^^M
^^^^H Oder reden mit hewchlerey ^^M
^^^^^H Und schmaichlent fuechschwenczen darpey. ^^M
^^^^^H Ich het warlicli sunst wol ein luest, ^^M
^^^^^H Nach der leng auszYstreichen sneat ^^M
^^^^^H w Von solchen stuecken nnferschembt, ^^M
^^^^H So tiranisch nnd nngezembt ^H
^^^^H Iczund im Tewtschiant haben gang, ^H
^^^^^H Hat vast gewert acht jare lang, ^^M
^^^^^H 0, ir kunst-gottin, hoch vernünftig, ^^H
^^^^^H 30 Die ir erkent vi! ding zw-künftig, ^^M
^^^^^H Sagt^ wer ist doch der principalf ^^M
^^^^^H Von dem dis an gl neck als zw* mal ^^M
^^^^H Über das gancz Tewtschiant thiiet kumen? 1
^^^^H Ich hab den grünt doch nie vernumen; 1
^^^^H sft Ainer sagt das, der ander dis, 1
^^^^H Doch pleib ich im zweiffei ungwis, 1
^^^^H Weil die kugel walezt also wnnderlicli 1
^^^^^ 8 T iloli. 8 >n. Vargl. band 11, i. 371 f. 33 8 gtoew. ^^ä
21
Icz hin, den her. Dramb pit ich sonderlich,
Mir an-zw-zaigen waren grond.'
Thalia, 4 gdttin.
Thalia thet auf iren mand,
5 Sprach, die posen stüeck knmen detten
Von einflns des hochen pianetten
Jovis, der gweltig thuet regiren.
[bl. 3] ^Siehst nit, wie das sieben-gestim
So dnnckel ist and gar verpliechen?
10 All seine kreft sint im entwichen.
Des regiert icz Jovis allein/
Der dichter spricht.
Ich sprach: „Wie mag das-selbig sein,
Die-weil doch Jovis ist senftmüetig,
16 Vor all ander planeten güetig.
Ein freant gancz menschlichem geschlecht?
Wie kunt er solch mort und onrecht
Verhengen über dewtsche lant?"
Polimnia, die 5 maese.
20 Polimnia antwort zw-hant:
„Dw mnest es selb mit angen schawen!*'
Mit dem die nenn götlichen frawen
Füersten mich anf gar fogel-schnell
Im pett hin darch die wolcken hell
96 Vnr Jovis sal. Also dawcht mich.
Wie das ich sech gancz sicbticlich
Jovem siezen anf seinem tron.
Ein nralt, eysgrabe person,
Düer, holaagent aller gestalt,
80 Wie man den got Satnrnam malt,
Bach auch pey im die kraecken lainen.
Dmmb det ich änderst nit vermainen,
Den das der got Satnrnns wer.
Der dichter spricht.
36 Ich sprach: „Ist das herr Jupiter,
Der hochest got in seinem reich?
Sicht er doch gancz Satnrno gleich,
22
Der seine kiiader fressen tlmet,
Weil »dch aeiii tron mit meiiädien-pluet
Pesudelt i&t hindeu und foren;
Sein angslcht scheint vol neid und zoren
5 Über das gancz menschlich geschleclit*
Er ist Saturnüs, ist mir recht,
Der an im hat solch aigenscbaff*
[bl 3'J Irato, e e^dttiür spriclit.
Erato sprach: ^Es ist warbaft
10 Der got Javi^sj siehst w nit ston
Gotter und gottin vor seim tron,
Warten auf seinen dinste dar?"
Bar dicliter.
Erst plickt ich auf und sach die schar
lt. Gotter und göttiii aEe sambt,
Da ain ides vertrat sein ambt:
Ein göttin sach ich nnder dem,
Die war Jove gar angenem,
Die war vür ander gar gewaltig,
n Rieht aus sein anschleg manigfaltig,
In allen hendelu gar gescheftig,
Sielt sich t'reuntlich und war doch heftig.
Ich fragt, wer diese göttin wer,
Terpii&ore^ 7 mneae.
36 Terpstcore die sagt mir her:
»Die g5tin, sam gaiatlich pedait,
Ist die arg und schnöd fraw Schalkeit,
Die ist in diesem regiment
Gewaltig ser an allem ent,
30 Die ser vU ungelüecks anrieht,
Was iczund im Tewtschiant geschieht,
Doch als vermentelt and verdecket.*^
0er dichter.
Ob dieser red wart ich erschrecket,
S6 Fragt: „Wer sint die zwo gÖttin schon,
Die zv-necbst stent pey Jovis tron,
Die ain plidch, holaaget und mager,
28
Die ander gelb, dünpacket, hager,
Die im stet liegen in den oren?'
Urania I die 8 gdttin.
Urania antwort in zoren:
6 .Das ist fraw Untrew and fraw Neid.
Diese g5ttin haben alpeid
Dem Jovi sein angen verplend,
[bl. 4] Das er sich schier selb nit mer kent,
Noch sein gaettig, götlich natnr,
10 Sander achtet and trachtet nnr
Aaf falsch pratic and arge list,
Was im deglich einplassen ist
Das anzi£fer, welches zw-mal
Dort amb in schwainet onezal,
15 Dem kämet er ser haimlich nach.*'
Der dichter spricht.
Entsezet ich hinwider sprach:
«Wo pleibt den die Oerechtikeit,
Bedlikeit, Trew, Fried and Warheit,
90 Weisheit and ander g5ttin mer,
Das sie nit retten Jovis er,
Austreiben dieses schnöd geschwüerm,
Das schedlich and heiisch gewüerm,
Und nemen selb anter die hent
25 Das hoch himelisch regiment
Und helflfen das Jovi verwalten,
Aaf das das Tewtschlant werd erhalten
Und pracht wider zv fried nnd rw?"
Caliope, die 9 kanstgOttin.
30 Caliope antwort darzw:
„Dw redest recht and wol darfon.
Sicbstw nit hinter Jovis tron
Zwischen den wolcken sam ein klueft?
Da siehst siczn sam in ainer graeft
35 In ainem stock in herter gfencknas.
Mit ketten angeschmit in zwencknns,
Die gaeten göttin, als: Ghrechtikeit,
33 8 wolekn.
24
Redlikak, Trew, Fried nnd Warheit,
Die Weisheit nnd Parraherzikait,
Die Liebe, Senftmut uad Frnnckhelt,
Künn regen weder foea noch hent
5 Und pewaineo Tentaclilanda ellent
Und sind alles herzlaidea vol.*
[bL 4'} Der diohter Bpriolit.
Ich sprach zw in ; ^Ich sich sie wol.
Wer ist die schar, die ir thnn hüeten,
iD Mit raesen, dobeii nnd mit wüeten,
Sie peinigen an nnterlas?''
Callope, 9 gOttin.
Caliope mir antwurt: ^Das
Ist Hochmut, Geicz nnd Tiraney,
ib Rachsal, Petriig und Heüchlerey,
Aigner nnez, Gewalt nnd unrecht/
Der dioliter.
Da saget ich hin-wider schlecht :
„Heischt Jovis, der höchst gott geert,
ao In seinem reich so gar verkert?
Helt die gueten götter gefangen
Und thnet sich so verwegen hangen
An die schentling hellischen götter,
Der alle weisse waren epbter,
as Fey den kain er ist zv erwerhen,
Sint nur gmainem nücz zv verderben?
Weil die halten in irer hent
Jovis das hohe regiment,
Ist ZV pesorgen wol anf ert,
30 Das wenig frid im Deütschlant wert,
Weil Jupiter regirt, der got.
Da wünschet ich und wolt anch got,
Das Satnrnns, sein vater, körn
Und iro das reich wieder einöm
36 Und seczet sich anf seinen tron.
Wie er im vor atich hat geton,
Anf da« Teütschlant erledigt wüert
4 S rofo.
17 S aiO«ft.
2b 8 arbarbflD.
JT 8 Wiel.
25
Von seiner herschoD^ schweren püert.*'
Solch mein wnnsch wnrt im angezaiget
Zw-hant sein doner-axt er naiget
Und schos herab ans seinem sal
6 Anf mich ein fewring wasserstral,
Dancht mich, das gleich die erd erkracht.
Im angenplick ich auf-erwacht
[bl. 5] Und lag da in eiskaltem schwais,
Vor grosen angsten war mir hais.
10 Der pesehliieB.
Und ich gedacht mir: Ist das war,
Weil dieser schnöden gotter-schar
Sint in dem hohen regiment.
So nembt das nnglüeck lang kein ent
16 Hin nnd wider in deutscher grencz,
Das doch als gschicht mit di£ferencz,
Verdeckt mit ainem gneten schein,
Sam sol es als ghrechtikait sein.
Doch wer den handel dar ermes
so Und leget den anter ein pres,
Der presset heraus dieser zeit
Nichs den lawter löttig schalckheit,
Falsch pratic. läeg, list, renck und düeck
Und unferschembte schelmen-stüeck.
26 Derhalbn hab ich ie dis gesiebt
Aach pracht in dis reimen-gedicht,
Der nenn maese lieblich gesprech,
Das man die gheimnüs drinen secb,
Wer nrsach sei anglüecks aaf ert.
30 Weil sie das von mir habn pegert,
Fach ich gleich an mit diesem spruech
Das ain-and-zwainzigiste paecb.
Got wöll, das Ichs zv ende pring;
In seiner bant stend alle ding,
36 Der wöll aach selber sehen drein
Und dewtsches landes scbaeczer sein
Und wöll solch poses regiment
28 S ghemoOfl.
26
Mit der zeit selb machen ein ent
Dnrch weg, allsdn im wolpekant,
Auf das wider in deutschem lant
Gemainer nncz zw-nem und wachs.
Das wünschet zv Nürnberg Hans Sachs.
Anno salutis 1558, am 5 tag Novembris.
804 Yen.
27
Dreyerley klagred dreyer weibsbild: Lucrecie,
Thisbes and Virginie.
[bl. 1'] Lacretia bin ich genant,
Ein BSmerin, gar weit erkant.
ft Colatinns, mein lieber herr,
Der war von mir gereiset fern.
Dieweil kam Sextns anß dem beer,
Mir stellet nach weiblicher ehr,
Dann er an einem abent spat
10 Kam in mein hanß und herberg bat.
Die sagt ich im (nnd billich) zu.
Als ich zu nacht lag in der rhw,
Macht er ein packt mit meiner meidt,
Nam gelt, sagt im allen bescbeldt
15 Und schloß im anff die kammer mein.
Diebisch schlich er zn mir herein,
Mit senfften werten mich sehr bat.
Zu geben seinem willen stat.
Als ich nicht wolt, zog er sein schwtTt,
2ü Mich zu ermorden mit gefert
Oder sein willen zu verbringen :
Den todt erkiest ich in den dingen.
Er schwur, mein knecht auch zu erstechen,
I Im iw«iten (verlorenen) sprnchbuche , bl. 273 hatte Hans Sachs die
hutoriA anfgeschrieben: »Ein clagred laorecie ß9 vers«. Im rogister des fünften
epmehbaches steht das Eeioben bei diesem titel, wonach der spruoh damals
pchon gedruckt war. In die folioaasgabe ist diese fassun^ des Stoffes nicht auf-
genommen worden, wohl aber ist ein einxeldruck erhalten. Er dient hier als
Torlage. Ludwig Fränkel, Zur frage nach Hans Sachs quellen und Stoffen:
Mitteilangen aus dem German. nationalmuseum 189 2. s. 99 f. bespricht ihn.
Vergl. band 22, s. 448 bis 449.
In zu mir legen, wolt den sprechen,
Idi bet mein ehe mit im gebrochen,
Darumb er uns beid het erstochen.
Da ich hört, das ich sterben solt,
6 Mich auch der elir berauben wolt
[bL2o.bez.] Nach meinem todt dnrch falschen schein,
Da verbraclit ich den willen sein,
An(f das mein nnschnid kern zn liecht
Wann nach der echentlichen geschieht
10 Mein frenndtschafft ich eillendt besandt
Und dise ding vor in bekant
Mit wainent k leg lieh er geper»
Wie ich beg weltig worden wer
Von Sexto, des königes snn,
i& Das wolt ich an mir rechen than
Und het die räch bis-her gespart,
Das mein Unschuld wurdt offenbart.
Mein freunde mir der w*<>rt gelaiibten,
Mit WüFten alle an mir staubten,
so Das ich mir selb nichts argea thet.
Dis aber ich als wider-redt
Und sprach: Seit ich nun ruchtbar bin
Hey allen edeln Römerin,
Äuflf das mir keine folge nach,
36 Wil ich an mir begehn die rachl
Und erstach mich mit einem messer,
flacht: ehrlich sterben ist mir besser
Den schentlich leben hie auff erdt
Im ehbrnch, öffentlich vermerdt.
3ö Und wart darnach ehrlich begraben.
Dag mein geschieht beschrieben haben
[bh 2'] Herr Valerius Maxi rann,
Dergleich auch Thitus Livins
In einem spiegel reinen frawen,
36 Darinn sie mögen wo! anschaweu,
Zu hüten sich vor frerabden gestio
In iren hensern, ist am besten.
Dann frembder mender beywonnng
üeit reinen frawen bOii belohnung,
40 Das sie fallen in tödtlich lieb.
14 7 ktlDiget. E kdoig.
29
Man spricht: die stat macht offt den dieb.
Ist eine gleich in eiiren fest
Und sich wol zu verwaren west,
Ist besser doch allein nnd frey;
G Dann es stet groß gefar darbey,
Bringt etwann ein böß wert darvon,
Ob sie gleich ist onschnldig on,
Des ir doch ein böö grücht erwachs
Dorch frembde gest. So spricht Hans Sachs.
10 Sin klagred ThisbeB ob irer nnbesannen nnzeytigen Hob.
[bl.3o.bez.] Thisbes wart mir mein nam erkom,
Zn Babylonia gebom.
Da ich ein Jüngling mir erweit,
Die lieb mein hertz mir teglich qnelt.
ift In gleicher lieb der Jüngling was,
Nechst an meins vaters hause saß,
Das nar ein wand war zwischen nns.
Darinn erspehet ich ein klans,
Dardurch wir heimlich möchten reden.
10 Da ward beschlossen von nns beden,
Die eh einander wir verhiessen,
Die eitern wir nicht wissen Hessen,
Trugen die Heb heimlich verborgen,
Die wuchs ie mehr abent und morp:en.
25 Ein anlaß ward von nns gemacht,
Wie das wir auflf die andren nacht
Wolten gehn für den wald hinab
Zu Nini, des königes, grab
Zu einem weisen maulberbaum.
80 Zu dem ich kam und beitet kaum,
Wenn mein liebhaber zu mir kern.
Der mond gieng auff, und bald nach dem
Eine wilde löwin kam geloffen
10 Im sweiteD (verlorenen) spmohbaohe, bl. 274 hatte Hans Sachs die historiu:
»Ein clagred thisbes 72 vers« aufgeschrieben. Tn die foIioau»gabc iut dieser
sprach nicht aofgonommen worden. Aber ein einzeldruck, der nuch deiu rcpristt r
des fünften spmcbbuobes vorhanden war, derselbe wie beim vorigen stUckc, ist
erhalten. Er dient hier als vorläge. Vergl. band 22, ?. 312 bis 313. Ciesta
BomADonim 231.
M
Mit blnting manl am actgel offeD,
Die etwann het ein tbier zerrissen,
Vor zoren ire augeu glissen,
[bl. 3'1 Ich flocli in ein hole spelnncken.
6 Als nnn die lewin het getrancken,
Fandt sie mein mantel auff der strasaen.
Den ich het hiudter mir gelassen,
Zerrii den und loff ein gen wald.
Piramas aber kam gar bald
10 Und kennet der lewin fniJpfadt,
Fand anch mein raantel an der Btal
Zü-riasen und von blut gerött.
Da meinet er, ich wer gedött
Von der lewin, das er erschrack,
16 Gab «einem hertzen irianchen schlack,
Sprach: Urob dein leben pracht ich dichl
Darmit sties er sein schwert durch sich,
Sein blut sprUtzt und den banmb benetzt.
Alö mir die fnrcht vergieng zo-letzt,
aa Mein lieb zu suchen bey dem prunnen,
Dm fand ich gar mit blut beruunen
Halb todt ligen mit bleichen muud.
Wainent ich im zu-sehreieu kund:
0 Pirame, o Piramel
36 Antwort I ich bin dein lieb Thisbe.
Sein tödlich äugen er auff«warlf
Und sach mich an sehnlich und scharpff,
Stil schweigent, er also vei-schied.
Den grimmen totit durch Heb er lied.
[bL4o.bez.] Todt druckt ich in an meinen arm
Und sein seh arpff seh wert, von plutnoch warm,
Stach ich durch mich in leides que)
Und jagt auti mein trawrii^e seeL
Die fürt hin meins lebens verLrus,
a. Wie das schreibet Ovidius
Zu Warnung jungen leuten wol,
Das sich ir iedes hüten sol
Bey zeit vor heimlich lieb und gnnst;
Das ist die aller-peste kunst.
40 Wie man deoii spricht: Die beste hut
Ist, die im der mensch selber thnt;
31
Dann bald man ist der lieb nach-hengen,
Mit wort and weis sich ein that mengen,
Als-denn sie überhand gewindt,
Denn geht man an, als sey man blindt.
6 Damach hilfft weder hat noch wehr.
In dschantz schlecht man ofiFt gat and ehr,
Daraas denn aller anrät wachs.
Lieb ist laids anfang, spricht Hans Sachs.
SiB kla^red Virginie, der jonekfrawen.
[bl. 4'] Virginia heis ich mit nam,
War eins bargers tochter za Rom,
Züechtig, erber, doch schöner gstalt.
Appins Claadinns, der alt,
Hein za anzüchtiger lieb begert.
16 Als er von mir blieb angewert
Und im sein lieb gentzlich abschlng.
Da rieht er an das mit betrag:
Ein alter bößwicht kartz hernach
Mich für sein leibeigen ansprach
20 Und mit mir für gericht hin-kam.
Dem mich Appins an all schäm
Zn-sprach, mit im za füren heim.
Welcher schalck mich hernach in kheim
Dem Appio wolt uber-geben,
26 Mit mir nach seim willen za leben.
Als mich mit gwalt der füret hin.
Von meim eigen vater ich bin
Erstochen worden mit eim messer;
Dann er vermalut, es wer mir pesser,
30 Ich nem mit todt ein keusches endt.
Denn das ich lebent wart geschendt.
Also ich za der erden sanck
Abkrefftig, in anmacht, todt-kranck.
So gab ich aaff mein keuschen geist,
36 Wie Thitas Livias beweist.
1554.
S E dsehats. 9 Emil Weller, Hang Saebs-bibliogr. nr. 102. Siob s, 27
und 29 nsd band 22, s. 294 bis 296. 23 R kbem.
Die ander schlachte so margraff All>reclit verloren
hat mm 1553, den ü September.
Nach dem und margTaflf Albrecbt hat
Zw Geutteti pey Pratinscbweig, der stat.
Gehabt mit rowtern sieben fannen,
Hat mit gehalten nit weit von dannen
Auf eiin perg den vortei! ein^nmnen
Und hat entpotn, zu im sol kiimen
Herzog Hainrich von Prauuschweig fein,
Da halt er und wiill warten sein,
Und sol sich mit im im feld schlagen.
Da hat er gfnnden kamen zagen;
Wan herzog Hainricli hat gennnien
Sain raiesig zewg, ist zw im kamen,
AI da hat sich zv paider seit
Erhaben gar ein harter streit,
Von scliiessn und stechn ein lawt gedi)s.
Von rossen ain gschray und gestös,
Pia entlich auf der lincken Seiten
Des margraffen haiiffen in dem streiten
Wart zaghaft nnd die flnecht© gab.
i>er ander dail der zueg anch ab.
Erst beugten die Braunschweicker nach,
In die fluechtigen schos und stach ,
Pis in die praunschweickiscb lantweer.
Und sint der Margref fischen mer
In der flneclit und der walstat nnden
1 Iva Doiint«ii «pruobbuobe f h\, 7 bia 7'. Bvl Stuf^u ITiiiaor or«ebieD der
ipruäh auf eiosm follobUtta mit haliiobDiU. VorgJ* Scbu^rrs «robiv 1878, 7,
38
In die Becfashiuidert dot gefdnden.
Unter den anch dot fünden wart
Klas Bemer nnd Johann Pickhart,
Und andere ritmaister mer
5 Ans dem margref^chen heer
Sint in der sehlacht zn poden gangen,
Anch vil g^eter lewt worden gfangen
[bl. 7'] Anf des margraffen Seiten, nnd
Anch vil rewter hart worden wnnd.
10 Doch hat ans den gotlichen gnaden
Herzog Hainrichs volck wenig schaden
In obgemelter Schlacht gennmen,
Ist sighaft frölich haimhin knmen.
Doch roargraff Albrecht, wie wir lesen,
16 Ist nicht in dieser schlacht gewesen,
Snnder anf dm perg in der neben
Gehalten nnd hat zw-gesehen.
Pald sein rewter flohen anß dem feld.
Da gab er anch das versen-geld
so Und anf eim leichten ros pehent
Hinein in die stat Prannschwelg rent.
Also die schlacht in dieser fHst
Warhafticlich ergangen ist.
Got geh, das g^eter fried erwachs
S6 Ans der schlacht, so wünschet Hans Sachs.
Anno salnÜB 1553, am 25 tag NovembriB.
*
20 S leiohen.
Hm« Saahi. XXni.
34
Ein gesprech der götter wider den aiifrüerischen
fueröteu margraff Albreclit und ander fuerstea und stet
Deutschlands.
Als man zeit funfzehundert jar
6 Und vier-and-firnffztg, gleich als war
Wider all pillikeit und reciit
Abgsagter feint margraff Albrecht
Des pischoff Wtirzperg und Bamberg
Und auch der reichstat Nurenberg,
10 Und ser pluetürstig mit in krieget.
Doch 80 oft man im ob gesieget,
Erlegt und aus den fdd im sclilueg,
Doch almal an langen verztteg
Gernestet er pald wider kam
16 Und pracht ein groses volck zusam
Zw ro8 und fues ueber die mas,
Weil er doch rings venuiiegens was.
Das wundert micli, und anf ein nacht
Lag ich, der sach lang nach-gedacht.
20 Wie so] ich s nur het ainen sin.
In den gedancken schlteflf ich hin.
Mich da weht, wie ich secli ain gesiebt
Im schlaff, wie ich mit küercz pericht.
Fraw Eacio*
m Fraw Raeio die kom zu mir,
Stgt: „Wol auf! ich wil zaigen dir
Als, was zu wissen dw pegerst,
Das dw vürpas zu- frieden werstl*
I Im nennt«»?! yprtiohbiieho. bh 1S2 bi« t38.
7, •. 284 bis 295.
Vergl, Sflfanorra ftrahir 1878.
35
Uod pnBd mir die zwen flüegel an,
Die Dedalus, der kanstreich man,
Seim sun Icaro bei gemacht.
Danuit flüe^ ich pey flngter nacht.
i Doch flog fmw Racio mir for,
Der ich nachfolget ant' dem gspor
Gancz yogel-schnell an alles irn
[bl. 132'] Hinanff znmh lewclUenden gestiro
Pia vür den höchsten sal Jovis.
10 Darin sach ich dar and gewig
Jovem siezen auf seim tron
Kaiserlicher gestalt mit zepter, krön,
Als ob er halten wolt gericht.
Nach dem daucht mich in dem gesiebt,
li Wie das vür den got Jovem drat
Minerva in schneweiser wat,
Die göttin der Weisheit alda,
Aach kam mit ir Jasticia,
Die ti-neg ein wag und ein plos schwert.
»» Pneckten sich vor im zu der ert,
Jnpiter in sein zepter naiget^
Sich ganz freontllchen in erzaiget
und hies sie anfsten alle ped.
Minerva y die gdttin der Weisheit*
n Da fing Minerva an ir red:
„0 Jupiter, herczlieber vater,
Mensch lichs geschlechtz höchster woldater,
Wen wiJtw dein herczlich erparmen
Doch mitailerj den deutschen armen,
w Die doch zq dir anfrneffen stet
Kit irem opfer und gepet
Ümb hilff in irer krieges-not
Wider den plnetürstigen got
Martern, der in thnet grosen zwang
16 und hat anch tinn geweret lang
Icz da, den dort, nnden und oben
Hat er nngloecks-kagel gescholicn
Mit grosem verderben TeiUschlande.
Derhalb pit ich, thw im peystandt,
<» Weil es dir vertrau l alles gner^
3*
SM
Und ist tmVtr deiin schirm und schacz
Dir miterUioti, grl^oream ood will%.*
JottieiA^ die g^reekükeit.
Jnstjcia spracb recht ond pilHg:
[bl. 1^] 9 Höchster gepiet^r, tbnestw das,
Pist aach schneidig an aoterias
Zw scfatieczeQ dein anterthan frey
Vor moetwilliger tiraoney*
Li arm tt des reicha ein merer aeist,
10 Wie deia berlicher nam answeist*
Wo gar ZQ lang verzüegeatw,
Harti, dem platltoDt, sehest zw,
Der aas mntwil zw dieser zeit
Wider all recht und pillikeit
16 Teutschlant mit anfrner verhern.
So ward es dein gütlichen em
Zw nachtail raichen und darfon
Den menschen kamen ain argwon,
Sam k5me aus deiner verhencknns
•0 Solieh mort, ranb, prant nnd gefenckous.
Das wer deinr mayestat ewig schant
D erhalb streck dein g wältige bant
Ans ond hilft! es ist hohe zeit.*^
Jnpiter sagt*
sft Japiter sprach: «Zw paider seit
Hab ich ghört eur oracion.
Wißt, ich hab lengist hilff geton
Tentschlandes pit and riieffent stim,
Pin anch willig zw helffen im.
10 Hab ab-gfordert Martern, den got.
Er aber veracht mein gepot.
Der-halb weit mit dein schwert in zwingen
Und in palt zw geharsara pringen^
Wo Neptnnufl nit irret mich,
u Der wider mich hart seczet sich.
Mit dem ich icz zn scliaffen hab.
Idocli hab ich gefertigt ab
Den künen beiden Herculem,
Das er sol sein peystendig dem
37
Peknmerten hocli-dentschen lant,
[bL 133'] Weil er vor mit heldreicher hant
Die weit und auch das mer thet sawbem
Von mancherley mördern and raabem.
6 Er würgt den wnetrich Anthenm,
Emathionem nnd Cacnm,
Den grewling küng Bosiridem,
Den grawsamen Gerionem;
Die Gentaaros, halb roe nnd mon,
10 Hat er auch aas der weit gethon,
Den wilden eher, lehn and trachen,
Aach anders gewürms ent det machen,
Und von der gleich schedlichen pösen
Thieren det er die weit erlösen.
16 Secht znl der sol mit seiner hant
Erlösen aach das deutsche lant
Von dem platürstigen Harte.
Secht, darch den ich im icz peyste,
Ich hoff, er sol im schaffen rw.**
20 Minerva spraeh.
Minerva sprach: „Wie gecz den zw,
Das sie noch stez nach hilff dir schreyeu,
Das dw sie solt von Harte freyen,
Sam ste es geferlich amb sie?"
26 Japiter sprach.
Japiter sprach: ,Wen, wo und wie
Es amb sie ste, wol wir in-werden.
Mercari, schwing dich pald auf erden
Und pring mir herauf Herculem!
30 Erfaren wöl wir wol von dem,
Wie es unden umb Teutschlant ste,
Die weil es umb hilff schreit als e."
Mercorios.
Mercurius sein gffuegelt fäesklaid
36 Legt an und macht kurz sein abschaid,
Durch die sphera der claren lueft
3 S sawben. 12 8 gwOrms. 30 ? tod. 8 an. 36 S spera.
w
^1
^^V Hinunter zw der erden klneft V
^^H [bl. 134] Da er aa^richtet sein gescbiek ^^|
^^^^E und pracht in eiuüiu aagenplick ^^|
^^^^^H ^^M
^^^^^B & Herculem in seinr leben-hawt, ^^H
^^^^^B Deti ich vm lierczen geren scliawt ^^|
^^^^^H In ^rabem part. Der naiget sich ^^M
^^^^^H Vor Jove gar demüeticlich ^^^H
^^^^^H Und sagt: „0 höchster Jupiter, ^^H
^^^^^H 10 Warutiib luist mich perüeffeti iier ^^H
^^^^^H Aus schwerem gescheft von der erden V'^ ^^H
^^^H ^H
^^^^^B Jods Bpracb: Jch wil inen-werden, ^^|
^^^^^H Ob dw pis-ber zu diesen stnudeti ^^|
^^^^^H 15 Martern noch nit hast überwunden, ^^H
^^^^^H DcB gwalt doch gegen dir ist klain?^ ^^^ä
^^^^^m ^^H
^^^^^H HercnleB aotwort im: ^0 na3^n, ^^H
^^^^^H Dw hocbster gepieter grosmeelitig, ^^H
^^^^^H flo Mars hell sieb rumretig und precbttg, ^^H
^^^^^H Hab in zum virden mal geschlagen,
^^^^^H In Bampt seinem her tbnn verjagen,
^^^^^1 Er ist fraidig zw krieges-scherz,
^^^^^B Kat vor steh selb ein verzagt herz,
^^^^^1 26 Hat almal zalt mit verseii-geJt,
^^^^^H Mit üueebt geraumet mir das feit,
^^^^^1 Verlasen geschuez und mundicion
^^^^^H Hinter im und getrumpft darfon.
^^^^^H Hab also Marti, dem tirannen,
^^^^^H sü Abgwnnn in sibenzig fanneti.
^^^^^H Sa oft ich an im gwtn den sieg,
^^^^^H Hoff ich, es hab aiu ent der krieg,
^^^^^H Und hab in überwunden gar,
^^^^^m Zw stund pringt er ain andre schar.
^^^^^H M Mit den mas ich mich wider schlagen.
^^^^^B Und wen ich sol die warheit sagen,
^^^^^B So ermant mich gleich sein darmit,
^^^^^H Als da ich mit der schlangen strit,
[bl. 134'] Welche wol hundert häapter het:
Wen ich ir ains abhanen thet,
So waechsen ir zway an der stat.
Der-halb ich durch ein weisen rat
6 Die selbig schlangen an dem ent
Ins fewer warff und sie verprent.
Dardurch ich erst gewan den sieg.
Ich glaub, ich mues in diesem krieg
Marti, dem got, auch also thon.^
10 Jupiter.
Jupiter antwort im : «Sag on,
Hat sich Mars durch sein gros verlnest
Almal so pal d wider gerüest,
Sam sey er des ungluecks ein spöter?
16 Im helffen leicht die hellsehen götter?
Mit volck und gelt im stewren da
Plutus und auch Proserpina
Und ander arg heiische gaist,
Die wider mein reich sint verpaist,
20 Voller mordes und rauberey,
Vol arglistiger zawberey,
Welche mit hagel und ungwiter
Stez machen menschlich leben piter
Durch falsch pratic und hiotertüeck,
26 Den posen almal halten rüeck;
Doch on all redlich ursach das
Aus lauter piter neid und has,
Ungunst, feintschaft und untrew,
Die sie tragen au alle schew
30 Dem glueckhaften menschlichen gschlecht.'
Hercules.
Hercules sprach: „Ja, dw sagst recht;
Nit die heiischen göttr allain,
Sunder die himlischen, ich main,
36 Welche peschüeczen soln dein reicli,
Und auch die göttin der-geleich
Thuet als unter dem korb zu-stechen."
[bl. 135] Jupiter sprach«
Jupiter sagt: ^Ich mus versprechen,
^^^
^^^^BHH
w
40
1
^^^^^m Die himligchen götter tbant sein nicht;
^B
^^^^^1 Es wer wider ir gt^tlich pflicht.
^H
^^^^^H Soll solch pös g&dhr&j nber sie gen,
^^B
^^^^^H Wie würden sie vor mir pesten ?
^^B
^^^^^H fr Darnmb schweig nur, sie thuBt sein nicht.
^^^^1
^^^^^H Heronles.
^1
^^^^^B Hercules sprach: ^Nem dar pericht!
^H
^^^^^H Ich hab zerstört Marti vil tempel;
^^M
^^^^^H Da hab ich fttnden zumb exempel
^^M
^^^^^H 10 Vil misteria und haimlikeit
^^fl
^^^^^H Der götter, so mit im lang zeit
'^^1
^^^^^H Gelaichet habn. Doch als auf laugen!
^^H
^^^^^H Siut mir gnet gewest unter äugen,
^^1
^^^^^H Den wolff nur zaiget auf dem rüeck,
^^fl
^^^^^H 16 Im helfen treibn vil p^iser stüeck.
^^B
^^^^^H Of Mars het sunst lengst aus-gepachen/
^1
^^^H
^1
^^^^^H Jupiter sprach; „Von diesen Sachen
^H
^^^^^H Retstw den gittern zu genaw;
^^1
^^^^^H 20 Den ich in vil ein pessere traw,
^^B
^^^^^B Das wer irr gottüng er zu dieff.''
^H
^^^^^B Heronlei legt prieff auf, spriolit.
J
^^^^^B Hercules legt auf etlicli prieff.
^1
^^^^^B Sprach: ^Schaw^ da lies! Hie tindst den
gruDd." ■
^^^^H
J
^^^^^B Jupiter nam die prieff zu stund
^^
^^^^^B Und sie gar haimlicb überlas.
^^M
^^^^^H Darob er sich anroten was
^^M
^^^^^H Und sie darnach Minerva gab«
^M
^^^^H
H
^^^^^B Minerva las, erschluchzt darab,
^1
^^^^^B Und darnach sprach sie überlaut:
V
^^^^^B „Wer het dieser untre w getrawt,
1
^^^^^B Das die g5tter und die göttin
1
^^^^^B 3^ Wem so gar verwegenes sin,
j
41
Das sie nnferwart irer eer
Mars und sehn aufrüerischen beer
[bl. 135'] Haimlich thnn so grosen vürschaeb!?
Herewles.
6 .Ein pueb ist wie der ander pneb/
Sprach Hercoles, „darff weng pewem ;
Gleich nnd gleich gselt sich zamen gem.
Dw waist, atem- und scblangen-gschmais
Findt sich gern zam in einem krais.
10 So ist Mars nnd sein helffer flnechs
Anch sieben hosen aines dnechs.
Wer redlich ist, sein müesig get.«
Mtnerra«
Minerva im antworten det:
ift ,So sag mir doch, ans was arsach
Ueben sie am yaterlant räch,
Weliches in doch ist pefoln.
Das sie das selb peschüezen soln
Vor ander frembder nacion?''
20 Hereules.
«Waistw nit, glaeck ist neid hon P'^
Sprach Hercnles, „der neid sie plant.
Das sie dem yaterlant feint sent,
Weil es icz stet in hohem glüeck,
2& Peweisen sie im solche düeck.
Wais snnst kein arsach diser zeit.**
Minerra.
Minerva sprach: »Wie gros dorheit
Die himlischen götter pegan,
30 Das sie dem Marti hangen an
In seiner verwegen aniVaer!
Er kriegt ie znm verderben nur
Aus mordischen neidigen trnecz,
On allen rumb, er oder nucz,
36 Wie sein zaichen, der scorpion.
26 ? Wais. 8 Wu.
w^
^H
^^^^^H Gleich des natur ist er aacb lion ■
^^^^^H Sanipt alle den, m irü anbangen, ^^M
^^^^^m Ancli weiig nuecz, er, üocli rtimb eriaii^en. ^^H
^^^^^1 In Wirt Mars entlich h}iien schlecht, ^^M
^^^^^^ (• Gleich wie der dewffel seinem Icnecht, ^^|
^^^^^ [bl. 136] Wirt sie noch selb verderben imd fressen. ^^M
^^^^^■k Die poeten habn im a:w- ^messen ^^H
^^^^^H Den wolff, der auch frist üeeh nud lewt ^^H
^^^^^H Zw warten kainer andern pewt, ^^1
^^^^^H 10 Das sie atii dail schoTi habn ein-^nnmou^ ^^H
^^^^^H Die unib leib, er und giiet siiit knineu. ^^|
^^^^^H Dem andren solcbs ancb noch vor-stet." ^^1
^^^H ^H
^^^^^H Jasticia ersew^zen det, ^^^1
^^^^^H ib Sprach: „Jnpiter, wie magstw docli ^^H
^^^^^H Solicbe untrew noch^ ^^H
^^^^^H So guet ueber menschlich geschlecht ^^H
^^^^H Wider all piltikeU nud recht ^^H
^^^^^1 Von Marte and ilen gittern der-gleich, ^^H
^^^^^H 30 So doch gehiSren in dein reich? ^^H
^^^^^H Des wirst aampt den götern auf erd V
^^^^^H Pey meuscblichem gschlecht gar unwcj'd ^^fl
^^^^^H Als die zumb tail Itelffen die zeit ^^H
^^^^^H Zw ^oklier iingereehtikeit ^^H
^^^^^H 3ifi Und anfrüerischer tiraney ^^H
^^^^^H Durch falsch pratic, heimlich mewtrey ^^|
^^^^^H Oder aufii wengst si^n mit rw ^^M
^^^^^m Und sehen durch die huger zv, ^^|
^^^^^H Und habeu des ein wolgeiallen. ^^|
^^^^^B so Das dw sampt uns kuust wol tn allen ^^H
^^^^^B Wenden wie im grünt ist war. ^^H
^^^^^H Derhalb so hilft menschlicher schar! V
^^^^^H Vertam Martern, den krieges-got, S
^^^^^B Sampt seiner plueiürstigen rot, ^^M
^^^^^m M Die im dueckischer weis anhangen» ^^H
^^^^H Auf das Tearschlant müeg frid erlangen. ^^M
^^^^^m Wo dw die hiltt^ lenger verzewchst« ^^H
^^^^^B Das ansehen der götter schewchst, ^^H
^^^^^H So werden die meuBchen sein spöter B
^^^^^1 10 Hellseher und hiiulischer göter, ■
43
Uns nicht opfern noch dinen mer.
[bl. 136'J Dardnrch komb wir umb götlich er
Pey dem ganczen mensdilichen gschlechf
Jmpiter«
6 Jnpiter sprach: ,Dw sagest recht,
Das üebel solt ich straffen pillig,
Und ich pin darzn anch gnetwillig.
Doch mos ich noch Martis verschonen
Sambt den götem, so im pey-wonen,
10 Voraus icznnd zw dieser zeit
Neptnnns mir am wege leit;
Der got des mers der ist anch mechtig/
Horeolee«
Hercales sprach: „Pis in-gedechtig
16 Der nntrew, so Mars an dir thet,
Dich vor schier gar vertrieben het,
Mit Neptnno dir det gros schaden;
Den dw wider anambst zu gnaden,
Der über die versünung allen
so Wider von dir ist abgefallen
Zw Nepthuno. Der halb ist zeit
Zu prauchn die streng gerech tikeit
Am Marti, dem argen plnthund,
Sambt allen götem, so helffen dund.
26 Der verschon weiter nit auf erdt!*
Josticia sprach.
Jasticia pot im das seh wert.
Sprach: .Ist Mars wider von dir gfallen,
So straff in sampt den göttern allen,
30 Die im haimlich anghangen sein
Sambt Neptuno. Wir all gemein
Seczen zu dir leib, guet und pliiet/
Minerva.
Minerva die sprach wolgemaet:
86 „Das thw, Jove, dw liöchster got,
Straff Martem und sein arge rot!
Den Wirt erkennen menschlich gschlecht.
^^^^^^^^^^^^^^^His
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^H
^M
w
44
1
^^r^
Das dw piat gneti^, trew tmd ghrecht,
^1
^^^ [W. 1371
Ein lielfFer der anraeffenden armen,
Straffer der pösen un erparmeo.
Darmil; wirt faln der ^ain argwoo,
■
^^^^^H
Den man den hat auf dein person
Geschöpft au8 deim langen verzaeg.
Den Wirt man ueberÖöessig gnneg
■
^H'
Dir zwfor und uns götern mer
Tliün opfer and götliche er
H
^^^^^H
Zw dankparkeit geschehner sacii/
Jupiter.
Jnpiter darauf ernstlich sprach:
„Ana enrra vürsichtig weisen rat
So darf ich nnn gemelte tat
1
^^^^^H
Nit lenger anf-ziken dismal
Ich wil ein feuring doner stral
Auf erden schicken und erschrecken
Martern und die götter anfwecken,
Sie forchtsam und verzaget machen,
1
^^^^^^H
Das hercz nemen zu kriegea-sacben.
Wern die kopff zihen aus der schlingen,
Auf das in nit t!me miselingen.
Sie kennen mich wo! zu dem dail.
Dir, Hercnle, sey glueck und haill
1
^^^^^H
Martern noch schlach und neberwind!
Fach und mit starcken ketten pind
Sein lielffers-helffer gwalticlich !
Ir tempel und hewser zerprichl
Darzw wil ichs entsezen mer
1
^^^^^^H
Von gütlichem gewalt und er
und von meinem reich gar austreibn»
Auf das forthin miig stellen bleibn
Vor in Deutschlant in fried und rw,*
Hercules spraeli.
^^^^^P
Hercules antwort im: „0 dw
HocliBter got, gieb mir zu erkennen
■ [bl- ^^7']
Him lisch und heiisch götter nennen,
Die Marti Iiaimlich hangen on;
^^^1 2ft 6 iUrokn kettn.
J
45
Ich mOcht sonst etling gwalt anthon.
Das selbig thet ich ie nit gern.*'
jHpiter.
Jupiter thet in pald gewern
» Und gab dem got Mercnrio
Ain lang geschrieben zetel do,
Daran götter nnd göttin standen,
Die mit Marti waren verpnnden.
Als man anfing, die echter las,
1« Der pesehlaes.
Als ich wolt neher dreten pas,
Die namen zn hören aigentlich,
Da sties ich an ain petpret mich
So hart, darfon ich anferwacht,
16 Erschrack nnd mir haimlich gedacht:
Das ist ein wnnderlich gesiebt.
Was das pedent, das wais ich nicht.
Alm iden ich sein nrtail las.
Doch haimlich gedacht ich mir das:
so Got wirt ein mal gnet mitel senden,
Solich mutwillig anfrner zn enden^
Das der gotlos hanf wert gestraft,
Der so vil nbels hat geschaft
Ein Zeitlang her im teatschen lant
S6 Mit gefencknüs, mort, raub nnd prant,
Das der arm hauff erledigt wert.
Der nur frid nnd rechtes pegert,
Anf das rw nnd fiid wider wachs
Im Dentschlant. Das wünschet Hans Sachs.
so Die person im spmch:
1. Jupiter, der höchst got
2. Mercarins, der göter pot
3. Hercules, der unüberwintlich held
4. Minerva, göttin der Weisheit
[bl. 138] 5. Jnsticia, die gerechtikeit
6. Bacio, die vemonft
Anno ealntis 1554, am 27 tag Junii.
400 vers.
46
Ein pasciiiilks von dem schlos zw Blassenburg.
Nach dem sich (ias schlos Blassenburg margraff Albrecht des
Jüngern naeh langer pelegernng ergeben hat, nnd das gerüech seiner
pefestigUBg und sierk im ganczen lant mechtpar wart, trieb mich
B der fuerwicz, wie aoder lewt mer, gemeltes schloB zw schawen, kam
also auf den 14 tag Jalil anno 1554 gar spat, wie der mon mit
vollem schein aufgangen war, dahin und ging den necbsten pe gier-
lich hinaiiif pis zw dein graben und pesciiawet die starck werhaft
pefestignng der gepew mit Verwunderung, Und wie ich also stund,
10 sach ich ainen langen man den perg aufgen, gleich gektaidet einem
römischen cortisan, der ging den nechsten anch pis an den ewser-
sten graben ; er aber sach mich nit, ich entseczet mich aber gleich-
wol ob im. Als ich in aber recht pesach , da w^ar es [bl. 144] der
römisch pasquillus. Der reaspert sich nnd fing mit starcker stim
16 also on zw schreyen :
Fasquillns.
Plassenburg, Plassenburgy stestw den noch?
PlasBenbnrg.
Nach dem liürt ich ans den k eiern nnd g weihen des schlos
30 ein dieffien sewfzen ausgen , doch an alle andre stim nnd antw»ort>
Pasqnillns aber rneft znmb andren mal
PasqaiUns.
Plassenburg, Plaesenhurg, stestw nach?
«
Flwsenbarg.
Nach dem hört icli ein clegliche stim aus dem schlos also
igen: ,0 pasqnille, knmbstw anch mit deinen honworten, mich
1 Tm neunten »pmchlbtiebe ^ Hl. H.^' h\9 \4(i*.
187&. 7, i. 395 bis 800.
VftrgL Scknorra ftrehtv
47
zw qnelen in meinetn grosen anfal ? Ich piii von meineta g-nedigeu
hera verlassen, der mich doch füer und tuer mit grosem verheissnen
drost (.zw retten.) aufgehalten hat; doch alle» fei Pin nun hart
gedrenget in frembde hant des newen bondes knmen, wais nun
ft nit, wie der mit mir handien wirt.
Pasquillns«
Was solt man pillicher mit dir handeln, den dich mit fewer
gen himel aaf-schicken ?
PlaAsenburg:.
10 Ana wad Ursachen? was uebels hab ich getlion, das ich, wie
dw sagest^ mit fewer gen himel auf- geschicket werden solt?
Fasquillus. m
Was fragstw doch? was pistw dein lebenlang nuecz gewest?
Plaasenbiirg.
li Ich pin meins gnedig:en hern und all der seinigen ein weit
^membt, wolerpawt fiii*stlich haus gewest vor all seinen feinden
pegwaltgang ein sichrer schnecz.
Pftsquilins«
Ja| ein nest der rauher, märder und aller feint-seligen vogel
19 ftinige fest und zwfersicht, vor allen redlichen und aufrichtign ein
■6Uiief»fwinGkel.
[bl. 1441 Plasfl&nburg,
Auch pin ich gewest die prandenburgiäch
aUer notarft.
reiche fandgnieb
^ Pas quill ÜB.
Dw sagst recht ain fantgraeb; wan in dir hat man gefunden
allerlay kanifmatina-vvar iind-güeter, so lange zeit hin und wider
im lant verloren sint worden.
Flasseiihurg.
Dw verstest alle ding hintersich. Ich verniain also mit den
w<>rten: ich sey die prandenburgisch speiskamtner mit uberflüesöigem
aufbeben, die ainem füersten wol anstet.
*
%4 T aolarft, i? notouft
48
PaBqnilliiB.
Dw retst recht ein speiskammer; wan dw gar nberflüeÄsii
aufe:ehaben Last auf allen Strassen kapffer, zin, pley, dticli, samat
und seiden in-nnd außerhalb dem gelaid» uiit ranberey und plackerey,
das einem füersten üebet austet. Derhalb pist nie guet, sunder
nur schedüch gewest und des fewers wol wert, auf das forthin
die ötras deinthalben sichrer werd.
Plasaenbarir-
0 pasquille» ich maiu, der dewffel r^d aus dir. Wie pitter
*" und we thuet die warbeit! Ich kau ie nit laugen, pin mit warer
dat uberzewget. Ich aber wil mich peäsern und nun fortliin dem
pund nnterthon sein, mich erlicli nnd wol verhalten, auf das iclt
lenger pey leben plt^iben mueg; wan nimerthwn ist die peste paes.
PaB^olllaB.
15 O Pias, dw lest deiner poek^prung nit deiner natiir und langher
gepraehten gewonheit nach. Dvnöm&t deinem pesiczer den zaumb,
und gingest wider deinen grasigen weg^ wie dein art ist. Und ich i
secz im fall, ob gleich dein pesiczer redlich frumb und aufrichtig plieb.
BO bet doch dein herr margralf Älbrecbt sambt den seinen kein
*" [bL 145] rue, sunder wuert durch sovil list, pralicund mewtrey (ob,
er gleich mit gwalt nit knnt.) anrichten, pis er dich widerumb peim I
ssaum ergrieff. Als den wuerden die leczten tag erger wan die ersten
und raichet zw merck lieber verderbnus deiner uachtpaurn und zw
grosem spot dem pund und verclaineruug pey idermon. Der halben
^ nur hinunter mit dirl
PlaBBeuburg.
Ach nain, ich verhoff, der pund werd nur mein pefestigung ains
dails prechen und mich aln ein fürstlich haus aufriebt pleiben lassen
als gar nnschedlich, dem ganzen lant zw ainer zier und dem 15b-
80 liehen pünd zw sunderm nuecz und eren.
PasiiuilluB,
Das wer meins pedünkens von den pundes-herren unfurftichtig |
gebandelt. Wen man allain dein pefestigung prech und dicb steu i
lies, wie pald wüerd mit der zeit (die alle ding verändert.) dein pe- j
8» feBtiguog widerumb erpaut? Den würstw no€h erger, den vor. Der-
I
7 S dvintfaabsn.
33 S Tflrderb am «Dcla d«r MÜe, obua d#ß nm
49
halb Dur hinweck mit hawt und har mit dir ! wie man spricbt ; ein
doter man peist nimant. So darffman sich nitmer vor dir pesorgen.
PlaiMnbnrg.
leb hoff ie nocb , man werd mein verschonen alg aines woler-
ft pawtea faei^tlichen bans nnd mich nit so jemerlich precben« »ander
parmbenig sein and gefauten zaren gnetlich ersiczea iassen*
FaiqaUlaa.
Schweig and gedenck dir solicbg nicht 1 Ursach, lies dich der
pond stenf so wnerden noch alle margraffen anf dich pochen nnd
I« tmesen und wüerst mit der zeit ein nrsach sein zw einem newn krieg,
wie Cartago der stat Rom. Derhalb nnr mit dir hin ! weil anch dein
berr, nnferschonet so vil erllcber wolerpanter heusser on alle redliche
nrsach proeben nnd ansgepreot hati Und dein, dw mnbschlod, solt
verschonet werden ? Das wer [bl 145'] ie ain kindische parmherzikait
t& von den pondes^herren I
fPlasseabnrg.
Ich hoff aber, der new pnnd werd so filier raargraflfen nngunst
von meinent- wegen nit gern anf sich laden, sonder diesach in pesäcrn
padftoht nemen.
^ft PasqoiUns.
O mein Plassenbnrg, der margreffischen gnnst zw erlangen hat
man sich lengiat verwegen, der man pis~her wenig entpfnnden hat,
weil dein herre aambt seinen heifTers-helfern ntchs unterlassen hat
zw verderbnng irer lant und leut. Und man solt dein gansticlich
\ verschonen ? Dag wtird dem erliehen ptind zn ein zagheit, forcht und
verklainerang zw-gemesen werden, nicht allain füraten nnd stet, snnder
auch pey dem gemainen man, der hiczig über dich das urteil feit.
Wie dw gemessn hast, aol dir wider gemessen werden.
Plassenbnrg.
||Q Mainstw aber nit» ander fnersten nnd herren werden ain klain
^fallen daran haben, ain fueraten also gar zw vertreiben von lant
u&d leaten, anch seine stet und schlÖsser ein-zw-nemen und mich
^ Min hanptschlos auch nit zw verschonen? Ich sag dir, es wirt
dem loblichen pund vil neid und has ainstrecheii. Der-halb wir
i4iÄ (.als mein leczte hoffnung.), hoff ich, zw mein wolfart raichen.
tl 8 «rloh«n.
so
PaBq[iiillciB*
Ach, mein PlassenUing » ain trmuer fiierst aines redlichen aof-
riditigeo gemaetz kan solic!i deins herren lant-fridproecbigen , aof-
rnerißcheD krieg nit piJlig^eii , weil in kaiserlicli majestat eelb in
6 die echt gethon und im ganzen Hämischen reicli als ain echter erkJeret
hat. Znmb andern kan er anch nach weneger deins herren vertreibn,
auch seiner stet nnd Schlosser ememnng, sonderlich dein als eines
raubsdilüs austilgnng nn pilligen, Derhalb ist ea an gfar und sorg;
ligßtw, so ligstw; weil du aber stest, raus man [bL 146] sieb der
10 oberzelten posen stueck und dneck noch imer vor dir pesorgea. Der-
halb non schwebel, pulver nnd pech in dich und mit Sodoma and
Goniorra und deiner Schwester Holien-lantsperg und Rawen-kolc
gen hiroel geschicket I nnd ie e ie pesserl
Plassenburg.
j6 0 pasqnille, schweig! mir Stent alle meine bar gen perg ob dem,
darfon dw sagst. Ich hab mich des lengtet verwegen, pald ich
höret meiner paider Schwester verderben» Idoch aoecb ich noch fri-
stnng in mancherley weg dnrch meine guete alte goeiier, «euch auch
icznnd die allerpestn saitn auf, das ich vor nie gethon hab. Wo
eo aber ie nichs hiiffet und mnes ie zum dot gericht werden, so schrej
ich räch über den newen pund und neber all meine verderber, die
mich unschuldigen ^sambt meinem frumen fuersten also in grünt ver-
derben.
I PasqtdHuB*
95 Es ist gleich das fiech wie der stal, sagt der dewffel, jaget "er
seiner mueter websen in hintern. Ir seit paid, dw und dein herr,
80 frum nnd nnschueldig wie Judas Yscariot, Berhalb entfacht wol-
verdinte straff! Dein herr hat vil dawsent armer lent gemacht und
an zai volcks verfnerl und pluecz vergossen hat, nnd dw hast dein
so lantßchaft umb dich bernmb geplündert, verprent, die lewt gefangen,
gescheczt, erstochen, gehencket, den loblichen pnnd veracht, verspot,
hongesprochen , und sein kriegsfolck hart peschedigt. Und so dw
nun nit weiter kanst, so schreystw zeter nnd waffen ueber gewalt,
sam geschech dir gros gwalt nnd unrecht. Nun ich versieh mich,
s5 die pußdes-herren werden dir nicht unrecht thon , snnder fuersich-
ticlich handeln, dich schlaffen, dar-mit deinem herren und all den
seinen das hercz nenien nnd dannit den krig abschneidn und den
[hl 146'] krieg darmit gluecklich enden. Amen.
51
PliiMBlnurg.
Nach dem enewifeet das schlos Plassenburg mit einem dieffen
senfEer, das es gleich im pnecholz ein widerhal gab, und gab weiter
kainn antwort. Nach dem schnetet paaqnillas den kopff lachet and
ft ginge sein stras.
Also hab ich solich gesprech ir paider auf das aller-knerzest
versaiehnet, doch nit gar nach der scherpff, wie sie es ansprachen,
sonder etwas milter, darmit ich mich nit in ongnaden versandet.
Solichs hab ich meinen g^eten herren nnd freunden im pesten mitailen
it wollen anno salntis 1564, am 14 tag Joli.
Anno salntis 1554, am 16 tag Juli.
kB
Die üiiDüessig fraw schalckheit.
Eins tags vergangen in dem aiimer,
Äl3 in dem Teutschlant angst und kumer
Fast auf acht jar het than refierti,
fi Ging ich in nniniiet ans apaciern,
[bl 172] Die-weil es aicli zw fried und rw
Doch gar nirgent wolt schicken äw;
Was man dar-zwischen handeln tbet,
Doch neb er all kain vvnerkung het,
10 Solch nngeliieck zw untersten:
Sani wolt es als zw trüemern gen,
Stell es sich im lant nberal.
In den gedancken ich zwmal
Ging im wald zw der pne eben -kl in gen
ifi Und höret zw der fögel singen,
Und also lancksam fiies vür fnes
Kam von dem weg in ain wiltnus,
Fer hin-hinter an weg nnd atras
In ain dal, das verwachsen was
SU Mit paumen, hoch-dickem gestrews,
Darin das wild het sein gehews.
Als ich hin-ging in dem gedrecht,
In ein gesteüdig ich anspecht
Ein weibspild sizen anf aim stam
86 Sam mat und nuied ainig allain
Und mit schwaia nberal perunen;
Ir autllz lencbtet wie die snnen
Hoitselig, sams fraw Venös wer.
Als ich di*at aber neher der,
so Sas sie in ainem gülden stueck
*
1 Im Döunteti ■prnohbttobe, bl. 171' bi« 176.
58
und hei zwen flnegel in dem rüeck
Aller ding wie ein fledermauB;
Unden het de ein schwänz hinaos
Eben gleich ainem lintworm.
s Den verpargs mit hoffiichem fnerm.
Ich enchrack in dem herzen mein,
Dacht doch, das weih ist die merfein
Fraw Heinsina, die greffln zart,
Welche also yerflüechet wart,
10 Das sie ir lebenlang allein
[bl. 172'] Mnes also in der wiltnns sein.
Der diokter.
Ich vast ein hercz nnd drat hinzw
Und sprach: .Ich peschwer dich, das dw
ift Mir hie anzaigest, wer dw seist,
Ein warer mensch oder ain geist,
Aach was dein thnn nnd lassen sey.**
Iraw Bckalekkeit.
Fraw schalckheit antwort wider frey:
20 ,Ich wil mich hie dir gar nit nennen.
Dw solt mich pillich selb wol kennen,
Die-weil mich künig, faerstn nnd hem
Mich als ein göttin thnn verem,
Der-gleich in stetten dentscher lant
25 Pin allen stenden wol pekant,
Pey den ich teglich hab mein wandel,
Mein gescheft nnd emsigen handel,
Das nichs so ciain wirt ansgericht,
Das man mich darzw pra wehet nicht.*'
80 Der dichter.
Ich sprach: „Hastw so vil zw thon
An nnterschaid pey ider mon,
Wie kanstw den nberall sein?**
Fraw sohalokheit.
85 Sie sprach: , Siehst nit die flüegel mein?
Darmit schwing ich mich hin and wider
Zw allen stenden anf and nider
64
Icss da, den dori^ das in meim ambt
Werd nichs verwarlost und versambt,
Sünder ak orolidi ausgericht.'^
Der dichter*
A Ich sagt: „0 wolst verhalten nicht
Mir, waa sey dein erlicher wandel,
Weil dw mnst Bein in allem bandet
Dw wirst vi leicht sein die fraw Glueck,
[bl. 173] Die hilfllich ist in allem stneck
jtj Paide ober- und unterthonen,
Pej wem sie ist mit gnaden wonen.
Pist fraw Glueck, m gieb dich zn kennen I"
Fraw Bchalfikbeft.
Sie sprach: ^Ich wil mich dir nit nennen.
ib Darumb las ah von deiner frag!*^
Ber dichter.
Ich Bpracb: „3o pit ich aber, sag!
Dw pist vil eicht Minerva weit,
Ein götin der edlen weißheit,
30 Die hilft erhalten alle Stent,
Vorana die hohen regiment?
Pistw die, so zaig dich mir on,
Die gepür liehe er zw thon,
Der dw wol wirdig pist auf erd.*»
%b Fraw sohalkeit.
Schalckheit sprach : „Las mich unpeschwerd,
Weiter nach meim namen zu fragen!*'
Ber dichter*
Ich sprach: „So pit ich, thw mir sagen,
30 Was ist dein ambt pey menschling gschlecht?
Aus dem wkt leichtlich ansgeapecht
Dein nam, nach welchem mich thuet düersten/
Fraw schalckheit.
Schalckheit sprach: „Pey herren und fnersten
36 Pin gwoncklicb ich anf aln reichstegen»
35 t ftla] fehlt 6.
55
Pey den pfintDÜBen und vertregen,
Dergleich in handlang nnd ratschlegen.
Da thw ich mich gewaltig regen,
Der kaines wirt verpracht an mich.^
6 Ber diehtar«
Ich sprach: „Der gar kaines frag ich,
Sünder was sey dein wnrcklich dat^
[bl. 173'J Fraw schalcUieit.
Fraw schalkheit sprach: «Wo in dem rat
10 Etwas wirt vnrgenamn die zeit
Zw handien nach gerechtikeit,
Zw nnez and wolfart deatschem lant
Trewlich and mit hohem verstaut;
Und wen man es gleich wil peschliessen,
16 So thw ich riegel nnterschiesen,
Das solichs nit von staten ge
Und pleibt den hangen gleich wie e.
Und wo man schon peschliessen thaet
Gmainem nncz zu wolfart and gaet,
ao So rieht ich doch an frw nnd spat,
Das mans nit angreuft in der that,
Sander pleibt nnr in werten hangen,
Wies her ein lange zeit ist gangen.
Schaw, das kan pey den färsten ich.^
2ß Der dichter.
Haimlich det ich das creaz var mich
Und dacht: gwis wirst der dewflfel sein.
Doch wil ich pas forschen allein,
Sprach: „Was thaest pey den füersten mer?"
30 Fraw sehalckheit.
Fraw sehalckheit sprach: sich hilff in ser.
Das sie hoffhalten gros und prächtig,
Sam seint sie gwaltig, reich and mechtig,
Darzw ich sie pereden kon,
35 Weil ich mein naecz aach hab darfon;
Aach ser günstige herren hab."
Der dichter.
Ich sprach: „Durch pracht nembt aber ab
56
Die hersßhaft an guet und reicbiumj
FrAW schaleklieit.
ScbaTkheit spracli : „Zu hilff ich in kam
[bL 174] Darcli die firiancsser, die so schwind
6 Durch mich aucli ab-gerichtet sind,
Die machen gelt durch vil anfeecss,
Das man daB lant ausawg und echecz,
Darmit sie gelt zw wegen pringen/
Der dicltter«
10 Ich Bpracb: „WenB abr nit kan erBcbwiognf
Die lantfichaft nicht mer zw geben hetteo?*'
Fraw sch&lckheit,
Fraw schalckheit sprach: „Pey den reichsteten
Entlehenn pey den piirgern gelt
j6 Auf verschreibung der pfaiit gemelt.
Da hilff den steten ich on rite.
Das sie ins salcz geben dar zw
Und satehi in den gaul gar hoch.
Oft zalen sie doch selb das gloch,
311 Das in der hauptsum wjrt nit vil;
Wan ich kümb zwischen kugl und zil,
Riclit etwan ainen lerman an.
Das es aber die stet thut gan;
Wan ich pered die fuersten schlecht,
26 Was sie nur tliun, aey alles recht.
Dmmb haben mich die fneraten holt.^
Der dichter.
Ich sprach: „Aina ich gern wissen wolt,
Was thuestw zu hoff pey dem adel?«
30 Fraw Bohalokheit.
Fraw öchalckheit sprach: ,jWen sie auch zadel
Haben an gelt, so thw ichs leren,
Das sie sich in dem stegraijf neren
und rais duen auf der stras.**
S4 Der dichter*
Ich sprach: ^Dae st neck ercler mir pas;
57
Wan ich hab es noch nit vernamen/
Fraw sekaloUieit.
Sie sprach: ^Dw pist gen hoff nie kamen,
[bl. 174'] So dw nit waist, was dieses sey.
6 Im stegraiff nern haist: ranberey,
Wegn aofhawn: kanfflewt fangen.
Solchs als hilff ich haimlich erlangen,
Und mos als anf laugen geschehen;
Die faersten den dorch die finger sehen.
10 Also halt ich ob in mein hant,
Das es pleibt ungestraft im lant.
Schaw, solchs ich pey dem adel ansricht.''
Der dichter.
Ich sprach: „Ich pit, verhalt mir nicht,
16 Thw mir anfs clerlichst anch pedewten,
Was thaest za hoff pey den amptlewten,
Am hofghricht und in der canczley,
Pey castnem, vöckten and anch pey
Köchen und kellnern hin and wider ?<*
90 Fraw sohalekheit.
Sie sprach: ,Ich rieht an, das ain ider
Haimlich anf seinen hänfen schart,
Seim ampt mit aagendinst auswart.
Das er mäncz in seim seckel hab
25 Und nemen haimlich schenck und gab.
Wer da wol schmirt, der-selb fert wol.
Wirt gleich des faersten käst nit vol,
Da fragen die amptleat nicht nach.*"
Der dichter.
80 Ich lachet des and wider sprach:
„Was ist in steten denn dein praweh?''
Fraw sehalckheit.
Fraw sehalckheit sprach: „Da thw ich anch
In steten, was ich zu hoff hab thon.
85 Die reichen parger rieht ich on
Ifr 8 ololiehst.
^F\
^^^^^P^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^H
^^^m ^1
^^^^^B Auf waecher uod auf den vnrkauff, ^^M
^^^^^1 Auf sclmind tinanz der kanflewt liauff, ^^H
^^^^^^ Auf all vorteil den bantwercks^uioti, ^^H
^m Die pawro ich aucii abrichten kon ^^H
H [bl. 175] Q Auf allen dolpiscben pescbies.^ ^^^
^^K Der diokter. ^^H
^^^^^L Ich Bprach: „Sag rnir auch hh vertris, ^^M
^^^^^M Fist auch pey ^aistlicbeii und gierten ?* ^^M
^^^^m ^H
^^^^^H to Fraw scbalkheit sprach: „0 der verkerten ^^M
^^^^^1 Hab ich auch vil unter meiin fannen. ^^M
^^^^^B Einander schmehen und verpannen, ^^M
^^^^^H Die pöseit die friuiten vertreiben, ^^H
^^^^^H Das i^ie pey gwalt nnd giieteni pleibeu, ^^M
^^^^^m i& Hilf auch den auf der frumen eeiten, ^^M
^^^^^M Daa eie wider einander streiten ^^M
^^^^^B Mit gar nnötigeni gezenck» ^^M
^^^^^H Dnrclt spiczfUnd und neidtge renck ^^|
^^^^^H SUecben ir nucz und i'Um vll mer, ^^1
^^^^^B 20 Den gottes herreu loh und er. ^^M
^^^^^B Also ich pey fürgtliebem stant, ^^M
^^^^^m Purgem und pawreu auf dem laut ^^M
^^^^^m Sambt pey den gierten unnosäig pin, ^^M
^^^^^H Icz inne ich daher^ den dorthin. ^^|
^^^^^B iU) Des bah ich mich auf diesen morgen ^^M
^^^^^H An dieses wueBte ort verporgen, ^^H
^^^^^B Da Ich ein weng ansruen mus; ^^M
^^^^^m Wan ich pin müed, nit wol zu fnes, ^^M
^^^^^m Weil ich icz pi8 in die acht jar ^^M
^^^^^1 30 Gehabt hab wenig rw vürwarj ^^M
^^^^^B Man hat gar ser geprauchet mich,*^ ^^M
^^^^^B Der dichter. ^^M
^^^^^B Ich Bpracb ; „Wer pist dw ? Nenn dech dich!** ^^^fl
^^^H ^1
^^^^^B 16 Schalckheit sprach: ^Schweig nur diser pltl" ^V
^^V 30 ß aieiM. 3& S Sehwig. 1
50
Ber diohtar.
Ich sprach: «Weil dw dich nennest nit,
So denck ich in dem herczen mein,
[bl. nb*] Dw mnett der dewfel selbert sein
6 Oder anfs wenigst sein geepenst/
Fraw flcfcaloUeit.
,Mich wnndert, das dw mich nit kenst,*
Sprach sie, .das ain gwis zaichen ist,
Das dw nit vil pey lewten pist,
10 Dw seist mich zwar snnst in der neben
Vor mer gehört habn oder gsehen.^
Sprach: „Hastw ghört zw kainer zeit
Pey den lewten yon fraw schalkeit V
Die selb fraw schalckheit ich gleich pin.*'
ift Der diohter.
Ich sprach: „Dw arge dewffelin,
Pistw fraw schalckheit? Ey thw dich schämen!
Nötten vwheltstw deinen namen
Und verbest dich mit schönem glancz
so Und verpürgst dein schedlichen schwänz,
Darmit dw hast all Stent vergift.
So vil nnratz im Tentschland gstift,
Verderbt al Stent and erlich hendel.
Dw pist des schnöden nnglnecks drendel.
26 Nur imer weck und mit dir hin!**
Fraw schalckheit.
Sie sprach: „Mir feit gleich in den sin,
Etlich fuersten sint pey einander
Auf ainer taglaistung aisander.
so On zweiffei die peduerifen mein,
Bey den mns ich in rettn sein,
Auf das ich in da helff erdichten
Ein newes nnglueck an-zw- richten.
Den wirt ich pas sein angenöm,
35 Den so ein engel zu in köm;
Wan ich kan ire diieck gar feiu
Verdecken mit aim gueten schein.
60
Als Bej es alles wolg^ethoa.
ÄIbo bilff ich den pnrgers-mon
Plenden durch meme liintertüeck."
Mit dera erschüett sie auf dem rüeck
[bL 176] b Ir flüegel und auf die fues spraug
Und sich eitlich gar hoch aufschwang
Am dieses dieffen waldee grueft
Gar hoch auf in die elarea iueft
Über all pauDien, hoch und lang,
lu Weüt öicli hin gegen nidergaiig.
Wo sie hiß- kam ^ das wais ich nicht.
Der dichter peschlewat.
Ich stund, nam daraus den pericht,
Weil fraw schalckheit ist so gewaltig,
16 In allen stenden inaniglaltig,
So iet nit niügUcb, das auf erd
Frid, rw und alle wolfart werd,
Sünder nur krieg und tiraney,
Landlifried-prechen und plackerey,
n Im wuecber liegen und petriegen,
Gleichsam in ainem kercker liegen
So lang, pis wir von sÜDden-rnes
Zw got uuB keren und thun pues,
Das got den seih fraw scbaickheit stürcz
36 Uud dannit als nnglueck abküercss
Als die Wurzel als ungemachs,
Got geh, das pald gschecb, wünscht Hans Sachs.
Anno ialutii 1554 , am 13 tag Septem bris.
276 vers.
61
Das pritschen-gsang zw ainem knnigs-maL
Xiiiffftiig.
Wol-her, wol-her als hoffgsind gleich,
. Was gehört in dis künig-reich !
6 Ich wil ein troffiantes lessen.
Alle die strefflich sint gewesen,
Haben zw hoff an irem ambt
Ir gescheft and dinst versambt.
Die wil ich pfiecken nbert panck
10 Und singen in das pritschen-gsanck.
Das ir mos lachen iderman,
Und wil am künig heben an :
Kttnig.
Herr künig, wen ir im regiment
16 Weislich regiren solt all Stent,
So thnet ir lieber hirsen jagen;
Drnmb mns ich euch die pritschen schlagen.
Bat und diener.
Rat nnd diener, seit ein weismon,
20 Der gar wol weislich raten kon.
Siezt doch lieber ob dem pretspiel;
Danimb ich euch hie pritschen wil.
Hoihnaister.
Her hoffmaister, ir seit nit plint,
26 Solt schawen anf das hoffgesind;
So schawt ir nnr anfs frawen-zimer;
Dammb mnes ich euch pritschen imer.
*
1 Im DOüDien spniohbaehe, bl. 1VI4' bis 195'. Qedrackt als 150 sohwank.
Herr kamennaifiter, ir &olt gwertig sain,
Ins küiiigs kamer samlen ein.
So irneget ir vÜ lieber raus!
Darumb pritBcb ich euch Dach der paus.
Herr secretari, ir babt gescbeczt
Die pawrn und an» der scbuel genchweczt,
Das nar wer euer penlel voll
16 Darumb icb euch aach pritscben soL
SllbttrsehlioBor«
Herr silberscblieser, ir seit vermesBen!
Habt den schlaessel an der kainer vergessen,
Scblüeet lieber frawen-zimer zw!
90 Drnnib ich euch pillig pritschen tbw.
Dootor.
Herr doctor, ir dnet purgaczen machen,
Das den pawren die neatel krachen
Und pferchen gancze kuebel voll
Drnmb ich euch pillig pritseben sol.
Jegermaitter.
Herr jegermaister, ir facht nit vil
Und habt doch aln kostlich wtndßpil,
Ir facht e ein laus, den ein liasenl
30 Darumb müat ir euch pritschen lasen,
Credecoaer*
Herr credenzer, ir seit zw phent.
Am pfeflfer habt das mawi verprent,
Habt encb auch petraift mit dem wein:
M Die pritach sol euer aigen sein.
68
nnohseidor.
Herr f&rschneider, seit ir entgegen,
Ir künt wol rösselwüerst zerlegen,
Die rotoeck und die leberwüerst.
5 Dromb icli euch mit der pritschen pSerst.
[bl. 195'] Kellser.
Herr keilner, ir seit alzeit vol
Und weasert uns den wein zw wol.
Habt anch oft selb das kelttr-gschos ;
10 Dmmb pritach iob eacb auf den ampos.
Der kooh.
Pnck dich anch her, mein lieber koch,
Und las dich pritschen yfir das loch;
Die snppen dw versalzen hast,
16 Dammb so drinck wir also fast.
Dar narr.
Mein Jecklein, pneck dich anch hie her.
Das ich dir mit der pritschen scher;
Dw wilt stecz in der knechen stecken,
so Der köchin anß dem hafen lecken.
Peeeliliiee.
So seit ir all gepritschet wol.
Darpey ein ider dencken sol,
Das er dem küng zn aller zeit
26 Gnetwiliclidi gen hoffe reit,
Wie hewt znmb käniglichen mal.
Doch das der kfing das gloch pezal !
Und wen das jar nnn sey heranib,
Das alles hoffgsind wider knmb
80 Zu dem löblichen künig-reich.
Das-selb uns allen got verleichl
Anno salntia 1555, am 12 tag Januari.
64
Der hdtelmacher-geselleo ordnEog und gwonheit
der gsellen-scheitek.
An ainem snnta^ es geschaclt
Und das ich auf den abent sach
6 Vil junger geeelen gen ans
Am fischpach aas eins wirtes hang
Frolicb und gar öer gneter ding.
Ob den ich gleich ein luest entpfing
Und gedacht in dem herczen mein,
10 Sie werden gwia ains hantwercks sein.
Ich nam ain herz, fragt ain der mer,
fbl, 200] Was hantwercks die geselschaft wer.
Der antwort mir auf mein pegern.
Wie das sie heftehnacber wem,
ifi Ich pat: ,Gu6t gsel, verzeieh mir das,
Erzel mir auch her, wie und was
Arbeit ir macht angefer
Unterscbiedllchl* Da antwort er:
«So wis, das wir machen mit fleis
20 Hecklein und schlaifflein» gelb und weis,
Orir>lfel und auch üngerlein,
Auch guete heftlein gros und klein,
Heftlein mit giclikömer und geflindert,
Mit großen knöpfTeo^ unferbindert,
» Gnet gwondne heftlein mit fleis,
Heftlein mit spiczeu gelb und weis,
Auch schlechte heftlein aller hant.
Solch arbeit wirt in alle laut
*
1 Im neiiDl«!! ipruehbaohf, bl. 199' bis 201'»
i
J
65
Von den kanfleüten teglich verfiiert,
Wo ide gatang hin gepüert.
Solch unser arbeit praucht man imer
In manchem fürstling frawen-zimer,
5 Darmit sich frawen and janckt'rawen
Schmücken nnd zim^ sich lasen schawen
In achlayer^ stanchen nnd gepent.
Schaw, solichs unser arbeit seot.'^
Ich sagt; ^Ener arbeit ist anfs minst
10 Gericht auf werder frawen dinst.
Das mues ein h5ffljch hantwerck sein,
K&n0tlicb, gscbmeidig, artlich und fein.
Ich pit, wolst weiter zaigen on,
Was habt ir heut peyoander thon?**
n Er sagt: ^Wir haben scbenck gehalten
Paide mit jungen und mit alten
0«ellen. Die halt wir all vier wochen
Auf unser herberg unzwprochen.
Nach solcher schenck mus an nacb-fragen
tl. 200*1 Der jungst gsel al vier woebn urabsagen
In alln werckstaten zirckel-nind.
Welcher versaumbt aufgseczte stund
Oder gar nit k5in, der mues dargegen
Ein gwanheit in die puechsen legen,
M Das ist als vil als zehen pfening.
Wer der viergaeln ainr widerspening,
Zw-schicker oder uerten-gsell,
Kern nit zu rechter zeit, der söl
Einlegen ein zwifache pns*
M So man gehorsam halten mu3>
Wer ehafter not nit da kan sein,
Der-selb legt zehen pfening ein."
Ich sprach ; ,Ach, verbalt mir mit nichten,
Was thüet ir an der schenck ausrichten?**
16 Er sprach: gWir lesn die Ordnung eben,
Die uns ain erber rat hat geben,
Das sich in den-selben artickeln
Mit strafiT sich kainer thw verwickeln.
Den frembden gsellen wir da schenckn
40 Die nerten, unser im pestn denckn.
Doch welcher gsel die schenck einüm
U^fit 3»cttt XXIU. 5
Und im virteil-jar wfder kenij
Der niuest sein Bchenck wider auflegen,
E er ain arbeit an det regen,"
Ich fragt: „Wie fiel tbuet ainr verzeclieu?*
6 Der jang gsell tliet hiii-wider-sprecben :
pUber vir-nnd'Zwaiiizig pfening nit ;
Ea helt unser Ordnung den sit.
Ein ertrungk zu vereren wo),
Doch nit ueber ein gleslein vol,
10 Auch hat ider gsel macht, daa er
Ein gueten gseln mag pringen her
Änt ßchenck, doch das der siz mit rw,
Sein werr an der echenck von im thw;
Wan wir inuesen die werr voran
[h}. 201] Der schenck auch alle von uns thon
Pey straff zwayer gwonheit, verste t
• Auf das es fein ornlich zu-ge,
Pis das die sclienck gar hat ein enf
Ich Bagt: ^Ach, sag mir an pehent,
ao Kumbt ir nur all vier wochen her?**
Gnetwilliclich so antwort er:
„All suntag die zwen zw-schick-gseln
Nach mitag sich auft herbrig stein,
Ein ganze stand da warten t wern
26 Der gseln, so ziischickena pegem.
Wen ainr zw-schickens pegert von den,
Soiens hin zu sei in meister gen,
FragB* obr liab redlich Urlaub gnnnien ;
Und findens in den als ain frumen^
M Solens im wider aira maister zu-gnosen.
Den sol der gsel int pnecheen stosen
Ein mas wein, und haiiii iiit werckstat gen.
Den Bol der maister geben den
Zw-fichicker-gselen zwo mas wein,
Mf. Die muegens vertrincken allein.
Auch sol kaii) gsel in der wochn austen,
Seim maister auB der werckfitat gen
On redlich nrsach, wie vor gsprochen*
Auch sol man kaim gseln in der wociien
tu Umb arbeit sehen : wers uberfüer,
67
TJmb ain halben gaelden gstraffet wüer.
Wen aber her-kambt ain frembder gsel
In der wochen, dem-selben Bei
Man nmb arbeit so pald nmaehen.
6 Fint er kain arbeit, thw ich jehen,
So schenckt man im den wider ans
Und plait in zn dem thor hinaus.
Mit zway-nnd-sibenzig pfening fein
Schenckt man im also ans nnd ein;
[bl. 201'] Zw solcher schenck in die vir-gseln
Vier zwolffer zu Steuer nemen sein.
Auf das auch zuecht und redlikeit
Pey uns erhalten werd allzeit,
So ist ein straff darauf pestet :
16 Welcher gsel ainen gotsch¥ruer det,
Mus an alle gnad legen ein
Ein gwanheit in die puzen nein.
Auch wo ein gsel den andren vast
Etwan mit schmechworten antast,
so Der-gleich wo ein gsel an dem ent
Sein aigen hantwerck da verpfent
Vor den gselen pey schelmen-schelten,
Mus zwo gwonheit in puechsen gelten,
So oft und er das-selbig det.
26 Dergleich in unser Ordnung stet,
Das man kain zech- oder straffgelt
Keinem gselen hie ob gemelt
Sol lenger porgen den, gedenck!
Den von ainr schenck zwr andern schenck.
30 So hastw snma sumarum
Ordnung und gwonheit umadum
Der heftelmacher-gselen-schenck.
Darpey unser im pesten denck!*
Ich sagt: „Wo ir halt alt und jung
36 Ob dieser löblichen Ordnung,
So habt ir ain erlich gselschaft,
Wolgezogen und tugenthaft."
Ich nam urlob, ganz freädenvol;
Die löblich Ordnung gfiel mir wol,
40 Und hab der gselschaft zu-gericht
Zu eren dises lobgedicht,
68
Darmit ir ramb grün, plüe und wachs
Und fhicht pring, das wünscht in Hans Sachs.
Anno salutis 1555, am 6 tag Febrnari.
150 [ven] nach dem register.
Schenck, gesez nnd hantwercksgewonheit der ge-
sellen and junger der ringmacher.
Eins snntags wolt ich haben rast,
Zw abentz kam zum gnelden ast
6 Peim weissen tüem, da ich fand
Ein gselschaft, mir doch nnpekand,
Gar znechtig siezen pey dem wein.
Ans den ainen fragt ich allain:
.Mein gneter frennt, ich west doch gern,
10 Was die vnr erlich gselen wern,
Die also stil nnd znechtig zechten
An als gezenck, mnren nnd fechten.^
Er sprach : .Es sint ringmacher-gselen.*'
Ich pat: «Thw weiter mir erzelen!
\b Haltens ain hochzeit hie an geprenck?^
Er sprach: «Sie halten gsellen-schenck ;
Wan es ein geschenckt hantwerck ist.^
Ich sprach: »Wie geren ich auch wist
Ir löblich hantwercks-gewonheit
20 Mit irer schenck." ,Vor kurzer zeit,*
Sprach er, „ein erber, weiser rat
In solche schenck vergüenet hat,
Dis all sechswochen halten sein
Zw gut dem hantwerck und den gseln,
25 Und hat in auch darüeber geben
Gsecz nnd Ordnung. Die mercket eben!
Ein ider gsel in dieser stat
Und junger, so gsellen-lon hat,
Müesen kumen zu dieser schenck
30 On alle anszüeg und ein-klenck.
• *
1 Im nennteii spruchboche , bl. 224' bis 227.
_ 70
[bt 225] Wer ausplieb, juoger oder gsel,
Zw pus ain ^^ seh lein geben sei
Den urten-gseln alle mal.
Wo sich aber zw-triieg ain fall,
ß Das ainer ungeborsani wer,
Das grösdilein nit wolt schicken her,
Dem-selben die urten-gseln
Nach kainr arbeit nrabschaw^en sein,
Haben doch macht, das sie mit recbt
10 Das gröscblein fordern dtirch ain statkneclit.
Anch hat verornt ain erber rat,
Das man all schenck in dieser stat
Zwen gseln erwel und junger zwen,
Der sehenck und zwschickn vorzwsten;
16 Anch welet man all halbe jar
Zwen alt gesellen, die förwar
Die pnechsen und das gelt verwalten
und hnntwerckS'Ordnnng helffen halten,
Ainem ganzen hantwerck zu frnraen
30 Und frembden gseln, so herkumen.
Auch darff kain gsel noch junger, auf trawen!
Kairo gselen nnib arbeit unibschawen.
Er ßey den nrten-gsel erweit.
Und welcher ist darzw pestelt,
an Sol all suntag auf der berberg sein
Pey ainera \irtl gedenck-wein
Den gsellen umb arbeit zw peschawen.
Wer schneidig wer, liet eich verhawen
Mit aim gr<>seblein, wie oft duet gscheben,
30 Dem Bolens nmb kain arbeit pseben
Pey ainejn virtel gedenck-wein,
Pis er legt seine gröschlein ein.
Wo abr ein gsel sich des vermes,
ünpeBcbickt zn aim maister ses,
sfr Der sol sambt dem maister mit gferden
|bl. 225'] Fnni purgermaister gfordert werden.
Der sie paid straif nach gstalt der sadi.
Wo auch gsel oder junger hernach
Im selb haimlich ain maister pstelt
1 1 7 verornt- S verunt.
71
Nach dem die nrten-gseten weit
Zamb roaistr »chickn umb arbeit ein,
Ißt achuldig eio viril gedenck-wein,
Das er fort massig ge der reock.
6. Ancb 80 müefisen an ider scheDck
Die orten- jgrselen zaigen on.
Wem sie umb arbeit psehen hon,
Als pald die groschlein legen auf,
Das mans int puechsen titos zu hauff.
19 Aöcb wen ein frembder gsel kuiubt ber.
So der hantwerck-gwanbeit peger,
Sein in entpfangen die uerten-gseln,
Ein mas wein mit im vertrincken sein;
Und wo der gsel den arbeit het,
15 Die necbsten scbenck erwarten thet,
Sei man im schencken nach hantwercks-prawch.
An keiner gchenck so sol man anch
Vertrincken nur fanff*and-zwainzg pfenig,
Es wem den gselo und jnnger so wenig,
10 Und wen man aim gsetn gescbencki hat
Und darnach arbeit in der stat,
Sol pey der necbsten scbenck auch sein
Pey alnem virtel gedeuck-wein.
Ancb wen vor gniaincz-gseln ein gsel
15 Sagt, das er hin-weck-ziben wel,
Das-selb doch aaf die zeit nit tbet
Oder das em junger geret
Vor den gseln, er wolt gsel wern»
Thet de« ancb nicht auf ir pegern,
so Der paider sol ider schuldig sein
Zw geben ein virtl gedenck-wein.
^L 226J Wo aber ein gsel bin-ziehen det,
Ein virtl jar bie gearbeit bet
Oder noch ain I engere zeit
w und pegert baotwercks-gewonbeit,
Ais den die nrten-jnnger und -gseln
Nach hantwercks'praucb aÜBcliencken solii.
Wo aber gsel oder jiiuger bitizüegj
Dem vater etlicb schneid entrüeg
40 Oder int puechsen scbueldig plieb«
Den-selben man hernach aiietrieb.
72
Wo raan in in dem lant erfüer,
Von im gar nichs gehalten wüer,
Mit im scheiickt weder jiingr noch gsel,
Pis er sein achueld za-frieden steL
6 Auch hat geornt in dieser stat
Eid weiser, fiiersichtiger rat,
Das sich paid jünger und geseln
Pey der schenck zuchtig halten sein
On alles gotschweren und spili
10 Zw-drincken weder weng noch vil,
Verineidn all schampare wort.
Kain weer hat kalner an dem ort,
Kainer daiiF von seim ort anfsten,
Ün nrlaiib hin-und-wider-gen,
ib Und wo sich ans jungen und alten
Kit recht ist in den stuecken halten,
Sol an der schenck verl'allen sein
Den gseln ein virtel gedenck-wein.
Ein Stab ligt auf der gselen disch:
3a Welch gsel ans Verachtung so frisch
Den -gelb igen 8tabe anrnert,
Ein virtel weins zu gebn piiert.
Welch junger in anruert, zu pns
Darnach ein ge«el werden mus.
2b Auch hat ein erber rat darneben
Den gselen diese freyheit geben:
|bl. 226'] Wo sieh ainer alt oder jung
Auserlialb aines ratz ordnnng
Vergrieff so grob und ungeschaffn,
30 Das sie macht haben in zu straffn,
Das zttcht pey uns erhalten wert.
Idoch welicher gnad pegert,
Das-selbig pey den gselen stet.*
Frolich den gselen ich anret:
16 „Icli lob die gselschaft auserwelt,
Die ob sokli gneler Ordnung belt,
So in ain erb er rat hat geben,
So ghorsam und tugenthaft leben,
Das sie gar kain gotsciiweren leiden,
m Zw-driDcken, zanck und spil vermeiden.
Pey den ist hailfart, wol und glueck.*
78
Ich fragt: «Hat auch ain maisteratneck
Das erber hantwerck der ringmacher?''
Er antwort mir: «Ja wol zwifacher,
EfiDstlicher, den manch hantwerck hat,
6 Weil ans dieser löblichen stat
Wirt nnser arbeit aller hant
Verffiret fast in alle lant.
Darob ein erber rat helt raeck.**
Ich sprach : «Was macht ir den vär stneck?*'
10 Er antwort: «Ein reitwetschger ring
Mit dreyzehen gschmeidn aller ding,
Eonstlich mit rigel and mit schlosen,
Anch ain daschen-ring onferdrossen
Mit ainem aosgehawen pogen,
15 Mit siben zu gschnieden nmbzogen,
Anch ainen messen frawen-ring,
Artlich rain geschmäckt aller ding
Mit acht gschmeiden nnd zwayen knockn
Eim gfeilten pogen. Ir wart frolockn,
so Wen ir secht solch künstlich arbeit,
227] So rain gegerbt nnd anspereit,
So zirlich, schon nnd hoch geacht,
Als obs ain gold-schmid het gemacht.
Die raaister-stneck darff kainr farwar
36 Machen, er hab den vor sechs jar
Das hantwerck geler t und getrieben.''
Ich sprach: «Die gselschaft thuet mir lieben
Mit irem praweh, Ordnung und schenck."
Des hantwercks ich im pesten denck ;
30 Hab zw gedechtnus der geschieht
In gemacht dises lob-gedicht.
Das ir löbliche gselschaft wachs
An er and gnet, das wünscht Hans Sachs.
Anno salutis 1555, am 28 tag May.
74
Der gaist mit den klapportü kettn mit dem
phtlosaplio.
Plinins der ander peweist»
Wie za Athen poliert eiü gaist
5 In ainera haus vast alle nacht,
Ein ghriimppel mit den ketten macht,
Das niinant het kain roe im hans.
Der-halb floch iderman daraus,
Nim wont da ein philosophus,
[bh 266] Genennet Athenodorus,
Der-selb in das öd hause zneg;
Des gaietz ge&penat ve rächt der elneg.
Als der die erst nacht darin plieb
Allain in aim gemach nnd schrieb,
15 Nach dem hört er ein lawt gecleng
Mit eysen ketten. In die leng
Es im ser großen grawsen pracht.
AI« e8 nun war umb miternacht,
Da kam im dis gedös so nach
20 irijer das gschwöll in sein gemach.
Nach dem gspenst sach umb der weis mon,
8ach den ersch rocklichen gaist ston,
Mit vier eysren ketten verstricket,
Der gancz ernstlichen auf in plicket
26 Dnd wincket im mit im zu gon.
Da nam sein liecht der weisse mon.
Folgt dem gaisL nach aus seim gemach;
Der gaist wider nach im umbsach
Und wincket im hinab die stiegen;
•
l Im dquqLod spmcbbuohe, bU 266' bii 206'. Krwait«ruDg fliflb bAod 29^
1. 313 bia 316 asd vargL «. &6&. 8 8 D«r halff.
75
Der weis ging im nach nnferziegen
Die stiegen ab. Unden ins haus
Da fiel der gaist mit grosem saus
In die erden und pald verschwnnd.
6 Der weis mon merckt das ort zwstund,
Zaigt es früe an der herschaft sein;
Die lies an dem ort graben ein,
Da fand man ains mans dottenpain,
Mit ketten gepnnden allain,
10 Der etwan da gelegen war
Vergraben haimlich manig jar.
Das gepain der weis man auf-hueb
Und es gar erlichen pegmeb.
Nach dem wart es still in dem haus.
16 Ein Cristen-mensch hie 1er daraus,
[bl. 266'J Das im kain gspenst nit schaden kon,
Wo er herzlich gelawbet on
Got und vertraut im alles guetz,
So ist er sein puerg, schilt und schuecz,
ao Das im kain schad noch unrat wachs
Von kaim gespenst. Das glaubt Hans Sachs.
Anno salutis 1555, am 17 tag Sepiembris.
76
Der arm altreus mit dem reichen geyzigen porger.
Ein reicher man zw L nebeck gas,
DoüIl karg und geiczig' darzy was,
Wnechert und acbiint ser überaus,
5 Der-aelbig het in seinem haus
Ein armen altrewsen uralt,
Den vexirt die armut mit gwaU,
Die-weil er het vi! klainer kind.
Der arbeitet mit seini gesind
10 Den dag und in die nacht gar lang.
Doch er alzeit gar frolich sang
Und het ain leichtsinigen niuet,
Als ob er het eer groseß guet.
DaB verwundert den reichen vaet;
16 Ains tags Jen armen Ined zv gast,
Erpat ims wol mit tranck und »peis.
Darnach fragt in vertrawter weis,
[hl. 276'J Wie er doch künt so frolich sein,
Weil in riet die armut gern ein ,
20 Zw harter arbeit in det dringen,
Wie er doch tag und nacht in ö cht singen.
Der arm sprach: „Solt icli trawrig sein?
Got pschert mir durch die arbeit nieiu,
1 Im Tifluoton fpniohbuoho, bL 270 bis 277. Hob. Nftum«0D, Uober «inig«
bauflscbririen dev Hnna Sacb», Progr. Loipiig 1843. i. 34. ßlmtUcbe fabetn
und acsbwänke nr. 1&4. VorgL MG 12, bl, 268' in der enuerweise H. Vogels:
Der purgor mit dorn Bohuoeter »Ein p arger bq lüebeok gai«iwen* 1552 Februar
12, wo aaeb die quelle n. Waldi« (4, 81) iid gegeben wird : gedr. Goedeke
diobtuDgen dea 11, &. I^ g. 301, Koebmah buhaDdelle H. Sneht de» stofT in
der naorgen- (maieD-) weiie Fchillers: Der relcb mit dem armen attrewaen »Ein
releber ititia tu lUebeck b&s« 1552 Norember 12 (MG l^, bL IV). An dJeie
beATbeitnng lehnt tiob die obige spruakforni an. Außer den ¥on K. N&omann
und Ton H. Kon Angonihrten iteUen vergl. Ktrebhofs Wendunmtitb 2^ 137 und
A. L. Stiefel In der XUrnberger fedtiehrift tS04 ■ 120.
J
77
Das ich mich, weib und kind erner,
Wie-wol ich gar ringlichen zer.
Snpen, krawt, prey thnt mir wol klecken,
Das macht die arbeit mir wol schmecken ;
6 Ich hab kain sorge, die mich nag,
Wan ich gar nicht verderben mag.
Wan mir in alle dem penüegt,
Was mir got teglichen znfuegt.
Dem sag ich auch danck, lob and er
10 Und sing frolich ie lenger mer.'
Den reichen wandert sein pescheit,
Wart pewegt in parmherzikeit
Und det dem armen zv gedencken
Hundert gneter golt-gnlden schencken,
16 Das er sich neren m5cht dest pas.
Der arm gar hoch erfrewet was,
Danckt im and schied gar frolich ab,
Weib and kint frewt des reichen gab.
Nach dem der altreas stecz nach-son,
so Wie er das gelt mocht legen on.
Das er nicht mit der zeit dramb körn,
Sander sich meret and aafii5m.
Und oft die ganczen nacht darch-wacht
Und den handert galden nach-dacht.
36 Im pracht das gnet sorg, angst and schmerz :
Er het nicht mer sein freyes hercz.
Der-halb er aach gar nicht mer sang.
Als das weret acht tage lang,
[bl. 277] Das gelt er in ain secklein nom
so Und darmit zv dem reichen kom
Und sprach: ,So nem widerumb zw
Dir dein gelt, die grosen unrw!
Lieber ist mir mein freyer mnet,
Der mich in armnet drosten daet,
S6 Den dein reichtam, der hie anf ert
Das gmüet engst, krencket and peschwert.
Ich wil in meiner arbeit leben,
Zw gnet nemen, was got thnet geben,
Aaf das mir kein anrw aafwachs
40 Darch zeitlich reich tum." Spricht Hans Sachs.
Anno salntis 1555, am 3 tag Octobris.
79
Hinab und stiller schwieg.
In der gmeft ans eim pmnen
Dranck er, wart nnpsonen.
Nach dem stieg er heranff,
6 Und vor des yolckes haoff
Offenlich an den orten
Mit 8ch5n gereimpten werten,
Mit gepnndnem gedieht
Den frager ontericht,
10 Was saget gottes münd.
Als den das volck dastund
Und thet preissen nnd loben
[bl. 280J Apolinem dort oben.
Mit hicziger an-dacht
16 Ser kostlich opfer pracht
Da hin ans allen landen.
Der thempel ist gestanden
Mit des dewffels petnieg,
Pis künig Xerxes zueg
so In Kriechen-lant, peranbt
Diesen thempel (gelaubt!)
Und in darnach verprent.
So nam das gspenst ain ent,
Und der pös gaist verschwünd,
26 Kein weisag man mar fünd.
Secht an, ir lieben Cristen,
Wie mit geschwinden listen
Der dewffel hat gefangen,
Die haiden hinter-gaugeu
30 Und geplent lange jar.
Darfor uns got pewar
Und las an allem ort
Lewchten sein götlich wort,
Das sein erkentnns wachs
36 Im glauben, wünscht Hans Sachs.
Anno salntis 1555, am 30 tag Octobris.
3 S Drarnok.
m
Eßcolapiiim erschlueg ein doner-stral, und prachi
ein räch die ander räch.
Johan Herolt ein fabel schreibt,
Die um zu ainer warnang pleibt,
t> Nach dem and Ascatapins,
Ein man einreicher verstentnns,
Der war ein sun Apolinis,
Von dem er lert die kanst gewis,
Nemlich die kunat der arczeney,
[bL 280' J Das er von krankheit allerley
Die meDschen auf er iiiaclil gesund:
Die plinden er erleuchten kund,
Auch etlich auterwegt vom dot,
Darumb Plueto, der hellen got,
16 Esculapiuni hart verclagt
Vor Jove, dem got, unde sagt,
'Wie sein reich ging ob dem zu gmnd;
Manche sei precht er zu der stund
Widerum heranff aus der hei
90 Auf erden ins leben aus quel.
Derh alb würd die hei gar öd werden
Und wiird vol menschen die gancz erdeOp
Ob der clag der höchst Jupiter
Erzürnet und auch mit gefer
26 Schos er ain fewring doner-stral
Auf die erden herab zu tal
Und erschlüge die-selben stund
Esculapium gar dotwund,
Den gaeteo arczt, das er lag dot.
30 Als aber Apollo» der got»
Sein lieben snn dotiich ansacli,
1 Im neunUn Bpracbbu^hQ , fal,
1. 449 bli 453 uDd vorgL a. &3G.
38ü bis 2S1. Erweiteroiig tleb band
12 S erleuchtti.
81
Ergrimet er za strenger räch,
Den dot seins lieben Buns zu rechen.
Doch kont er Joyi nichs aprechen;
Er war im zn mechtig nnd hoch.
6 Dammb sein grimig räch er zoch
Anf die Ciclopen frech nnd arck,
Ainaigig, grosee leibs nnd starck:
Die er zn überwinden dacht
Und sie in ainer nacht nmbracht, *
10 Die weil nnd sie die donerstral
Hetten geschmit, darmit zn dal
Joyis sein snn erschossen het
Darob Jovis erzfimet thet
Und seiner doner-schmider-knecht
[bl. 281] Widemmb rechen thet mit recht
An Apollino, dem got alt,
Und nnmb im sein göUichen gwalt
Und mnst in menschlicher gstalt schlecht
Damach dienen wie ein hansknecht
M Anf erden hie etliche jar.
Diese fabel die zaigt nns dar.
Das der neid ist ob allen dingen
Anf erden yil nnglneckes pringen :
Anfencklich er ein räch pewegt,
i6 Die-selbig räch wider eregt
Nach dem wider ain ander räch,
Den folgt die drite anch hernach,
Die dnet die virden räch anch pringen.
Der-halb ist gnet vor allen dingen,
80 Das man den nechsten in senftmnet
On räch gnetlich pey leben thnet,
Dnet nberhoren nnd nebersehen.
Wie den ein alt Sprichwort thnet jehen :
Wer neberh5m nnd -sehen kon,
S6 Der hencket eysren thüre on.
Darmit er pessert wol sein hans
Und knmbt mit frid nnd eren aus,
Entget dardnrch yil nngemachs.
Senftmnet ist gnet, so spricht Hans Sachs.
Anno salntis 1555, am 1 tag Novembris.
Ham Saelit. XXUI. 6
Der jung getrew fuerst Anchurus in Plirigia,
Zw der zeit als künig Midas
In Phrigia regiren was,
Auf ein zeit sich pegeben hat,
ö Das ehi ertpiden käme epat,
Und raiB sich aaf der erden Schlund,
Vil hewser, fiech nnd lewt verechlünd.
Der künig sucht der gotter rat
Zw wenden solch grawsame dat;
10 Die klueft ie lenger weiter war.
[bl. 282'] Dem künig wart geaetwort dar,
So pald er wnrif in kliift hinein
Das aller-pest und liebest sein.
So vil widernmb zu das loch,
in Der kiinig dacht: das liebest doch
Das siut mein kostliche klainat!
Und lies sie tragen an der stat
Hinaus zn dem erechrockling loch
Und warff sie hinein ab gar hoch,
ao Idoch half solichs alles nlt;
Die graehen fiel nit zn darmit,
Sund er wart dieff und weiter mer.
Des wart der küng petrnebet ser.
Doch Auchurns, des künigs san,
a^ üedacht in seinem herzen nun:
Mein vater liebt die klainat seer,
Denoch liebt er mich noch vil nieer.
Aas dem gar clerlichen erscheint^
Das mich die gotter habn gemeint,
30 Darumb mus ich in den erdschlünd,
t Im QstiDtfto ipraohbiiche, bl. 282 bst 283» VergL band 16, s. 294
297.
88
Sol werden erlöst za der stund
Mein anserweltes yaterlant
Dmmb gab er sich darein znhant
Und als-pald zu dem vater kam,
6 Ein frennUich nrlaab von im nam
und gesegnet in zncht und er
Anch sein liebe gemahel mer,
Die Thimothea war genant.
Nach dem wapnet er sich znhant
10 Und sasse darnach auf sein pfert,
Sprengt in den dieffen schlnnt der ert.
Zn-hant vil ein die-selbig stand
Der grosen, dieffen gmeben schlnnd
Und wart eben, wie es vor war.
16 So wnrt erlöst das lande gar
Und wnrt anch fiech nnd lewt eret
Und kfinig Midas pawen det
[bl. 283] Zw gedechtnns anf den schlnnt zwar
Dem got Jovi ainen altar,
10 Das man darpey gedencken solt
Seines snns, der so herzen-holt
Het gehabt sein lieb yaterlant,
Anf das sein trew würt wolpekant,
Der darfür gab das leben sein.
86 0, das all tentsch füersten gemein
So lieb betten ir yaterlant,
So wärt es haben lang pestant,
Das on das zn trüemem gen mus,
Schreibt Diodoms Sicnlns.
so 0, das mit der zeit wider wachs
Der faersten trew, das wünscht Hans Sachs.
Anno salntifl 1555, am 2 tag Novembris.
m
12 8 die die.
6*
84
Der peschlues oder valete in dis 9 spruech-puech.
Als man zeit funfzeliilndert jar
Und fnnffnndfnEzig jar viirwar
Nach des herren Cristi gepnrt,
G Mein hercz in mir zu rate wnrt
An dem fünften tag Novennbris,
Gleich an meim gepurtz-ta^ gewis,
An welchem tag ich geleich war
Alt eben ain-und-sechzig jar,
10 Und snmiret zw-sam mein knnst,
Dar zw ich het von jugent gunst,
Nemlichen das maistergeeang.
So vil ich des het von anfang
Peaclirieben nnd selber gedieht,
15 In funfze paecher zn-gericht,
Wie wol das leczt puch nngepnnden
Und iinfolent. Da hab ich fnnden
[bl. 299^] Der ganczen snm vtrdansent par
Und vier-und-dreisig par yurwar,
to Welche geseczt waren in schönen
Zwayhundert-virzig maifiterdönenj
Allerley art knrcz nnde lang»
Wie man den prawcht maister-gesang.
Nach dem hab ich anch zam-sniDlrt
3tft Mein gepundne gedieht ornirt
An obgemeltem tag und stund,
Welcher ich in mein püecheni fünd
Stueck faer staeck eben gleich sechshundert
Und vier-und-achzig ausgesnndert:
ao Als gajstljch Spruch zu gottes glori,
l ItD noaoten fpruohbuohc, bL 299 hh 299'.
Septembni
2 S funMhUaitcrL
85
Hofflich poetrey und histori,
Lobspraech, gesprech nnd comedi,
Vil fasnachtrspil und tragedi,
Comparadon und parabel,
6 Dw-gleichen schwenck, posen und fabel,
Der etlich Btnck in drack Bint kamen.
Doch sint in der sumb ansgennmen
Vil reimen-wercks, so von mir wnm
Gemacht za pildnns und fignm,
10 Der ich ie knrczhalb nit thet peschreiben,
In die snm meiner werck einleiben.
Mit dem valete unferdrossen
Hab ich dis nennde püech peschloBsen,
Doch in dem October vergangen
16 Das zehent sprach-pnech angefangen.
Got wöll, das ichs vor meinem ent
Mit gedieht glneckselig volent
In mas, wie ich obgmelte gedieht
In zway-nnd-yirczg jam hab zn-gericht.
so Das got lob nnd er daraus wachs,
Den menschn 1er nnd frend, wünscht Hans Sachs.
Anno Balntis 1555, am 5 tag Noyembris.
Ein fasnacht-spil mit 4perB0ii: Die knplet seh wie-
ger mit dem alten kautfinaii.
Der alt kanffmaii drit eim^ sprioht:
Hewt mua ich in Franckforter mes;
Auf das ich aber nichs vergee,
Hab ich mir gmacht ein meiiiorial:
Die-weil mir aar wil gen zw dal
Mein Uandel, klain wü sein mein gwin,
Wie-wol ich nichs versaninb darin,
l*och ich im er einrin in schneid,
Das p ringt mir haimlich ungedueld,
llie-weil doch ist die schneid nit mein.
Hab wo) ein weih, get sauber rein,
Die kost mich wol fiel, und noch mer,
Idoch thuet sie nicht wider er
Und heU mich ancb wol ueberaus;
Wan ich mein schwiger hab im haus,
Die sie zeucht und belt unter der ruetn-
Den traw ich paiden alles gtietn.
so Da kumen sie gleich paid herein.
Die traw und schwieger gent ein. Liaabeta^ die fraw, spricht:
[bl. 172J Secht, mein herr, wölt ir itz auf- sein ?
Ich wünsch euch vit gluecks auf die rais!
I Im itsbnlflD BpnKshbQcbe^ h\, 171^ bii 178'. liedruckt hU 74 f««tnii«ht-
f^piol. VergJ. dmiu oooli das 7 bAtudohen« ». XVI aad A. L. Sttef«lt Hcrtcuitiiii
1802. 36. r bb f* mil den naohiragen iui 37 Jahrg.. ». 223 und 225. Ein«
IbnÜDh« Hit me in der er«tpu geiobiobt«^ die bi«r H. Fneh* benuitt«^ fatid ich
in sinoiii melitergesangbtiebe iui friicbon tone Hans V'ogelg : Da« Uetig woib
»Eiiliimalt war efn alter kaaTmoo« 1548 äepiomber 25 von eiuem uabekaonteii
dichter (DrMdn. biob. H 5» 203) 20 7 kunieR, 8 kutun.
87
Der alt kanfhioB:
Nan halt wol haus! Ich each verhais,
Thnet mir auf der rais wol gelingen,
Wil ich euch paiden der mes pringen.
5 Mein schwigr, euer dochter allein
Last each die weil pefolhen sein!
Got pehüet euch vor herzenlaid,
Itznnd get gleich das ander glaid.
Der herr sey mit each allenpaiden!
10 Die seh wieger eprieht:
Glneck zu, glaeck zw, lieber her aiden!
Seit nor an sorg, weil ir seit aas,
Wir wollen erlich halten haus.
Wie wir vor almal haben thon.
16 Daran solt ir kain zweiffei hon.
Her alt kaoffmon get ab. Lisabeta stieht im ain geeken naoh, spricht :
Schaw, mnetr, wie stet dem alten pock
Binden so artlich an sein rock!
Dmmb thw ich sein rock, mag ich jehen,
20 Binden vil liebr, den voren sehen;
Wan binden hat sein rock vil valten.
Foren frag ich nichs nach dem alten;
Wan er ist ghranzelt and nngschaffen,
Murret und mancket gleich eim äffen,
25 Er gront und prumet wie ain per
Stetigs im banse hin und her,
Wil auch nit leiden, das ich mich putz;
Wen ich nur aus zum fenster gntz,
So lest ers unperedet nicht.
30 Da mir oft haimlich we geschieht,
Voraus wen ich nachtz bor hoffirn
Mit lauten, singen und hoffirn
Den, welchen mein herz hat erweit,
[bl. 172'j Der mir füer alle weit gefeit.
«
5 7 BohwigT. S schwiger. 11 8 haiden. 17 ? rauetr. S muter.
Se t liebr. 8 Heber. 22 ? Foren. S Fom. 26 ? Stetig« im hau«o. S
(Da« erste wort aoleserliob) im haus.
^^^^^^^^^^r
^^^^^^^3
^■1
^^^^^88 ^^^^1
■
^^^^^^^V D6t onr der sein äugen 1
^^^1
^^^^^^^H So weit ich mich elich zu rw
^^^^^H
^^^^^^^^P Mit meinem Pongratz zu haus setzen l
^^H
^^^^^^^^1 Mitler zeit ibus ich mich ergetzen
^^M
^^^^^^^M 6 Mit im der frewden, wen ich mag.
^B
^^^^^^^^H Lnxin»^ mneter:
^1
^^^^^^^^m *^^) ^^^^ dochter, deinr jaDgen tag
^H
^^^^^^^^^^P Nit dich, wie ich auch liab gethon.
^^M
^^^ Ich het aach aineu alten mon,
^^M
i^^^^^B 10 Der mir nit vil frawd macheu det^
^^M
^^^^^^^B Darumh ich auch ein pnelen het
^^M
^^^^^^^B Haimlich tmd stil mir auserkorn,
^^m
^^^^^H Das nie kain mensch ist innen-worn;
^^M
^^^^^H Wan ich hüt mich einzogen stil,
^^M
^^^^^H 16 Pein lewten nit anschweifig fil.
^^M
^^^^^H Heim alten ich an allen orten
^^M
^^^^^B Ser frenntlich was mit schmaichelworten,
^^M
^^^^^B Zog im das helmlein durch das maul,
^^M
^^^^^^^K Macht günstig mir den alten gaul,
^^M
^^^^^H 20 Das er mir üeber-wol tbet trawen.
^^M
^^^^^H Ich glaub, het er schon zu thun achaweo,
^^M
^^^^^1 Das ich geprochen het mein e,
« ^^^^^H
^^^^^H Er hetz nit glaubt; darpey versteh
^^B
^^^^^B Mein dochter, halt auch also dich,
_^^
I^^^^^H 26 So pheltzt pej eren dich und mich,
^^1
^^^^^H Das man uns helt füer pider-frumb.
^B
^^^^H j^isahota, die dookter:
^B
^^^^^H Ach mueter, und sprich, das doch kumb
I
^^^^^1 Der aller-liebst auf dieaer ert,
^M
^^^^^v 30 Des mein herz alle zeit pegert,
^H
^^^^^H Das wir haben ein gueten muet.
^^^
^^^^^1 Wer wais, wen» uns mer wirt so guetl
^B
^^^^^B Lnxina, die mueter, spricht:
^1
^^^^V Oe dw in keller, piing su drincken;
■
^^^^^V M Ich wil gen naus und wil im wincken.
1
^^^^F a ? me'm«m. S oieim. 15 T «usohwcifig. S &u»oh . . .
* * g (^nMfmM
^B «iiaril, 33 S h«t0U.
89
Dort get er eben nnden füer,
[bl. 173] Ich wil gen öffiien die hinter-thäer.
Sie ffeat paid ans. PoBgrati, der jangrlingy kampt und ret wider
sieh selb und spricht :
6 Der alt kanffman ist ghriten ans,
Kumbt nit so pald wider zu hans.
Hitler zeit mus ich da hanshalten,
Mit meinem herzlieb frenden walten
Paide mit essen nnd mit drinckn,
10 Weil mir die alt heranff det winckn.
Als ich an gfer ging nnden fiier,
Schlos sie mir anf die hinter-thtier,
Da schlich ich stilschweigent herein,
Das mich sach. weder gros noch klein.
u Das hab ich nnn lang zeit getrieben,
Ist pisher noch verschwiegen plieben.
Nit wais ich, wies ein mal würt gan,
Wen mich ergrieff der alt kauflfimon ;
Wan die alten stecken vol düeck.
90 Nnn ich wags imer-hin anf glüeck,
Weil mich das weib hat lieb nnd wert,
Hab von ir, was mein herz pegert:
Sie klait mich, geit mir darza gelt,
An Irewden mir gar nichsen feit.
25 Ach, wie künt mir den pas gesein ?
Da get die aller-liebst herein.
Lisabeta knmpt, nmfeoht in, spricht :
Pis mir wilknmb, dw mein Pongratz,
Mein drost, mein lieb, mein höchster schätz !
30 Wie knmstw so selten zn mir?
PoBgratiy der jfingling:
0, ich wer geren stez pey dir!
So mag es laider nit gesein,
Die-weil lebet der alte dein,
86 Des leit mein herz angst, laid nnd zwanck.
2 ? Cffoen. 8 Offen. 16 S piller.
90
IiiBalietft Bpriolit:
Er hat mir gschriebn, er sey dot-kranck.
Er bab verwegnen sicti seins Lebens.
[bl. nS'J PongratSy der jftngling, spricht:
5 Ich furcht, all hoffnung sey vergebens,
Er Wirt oft kranck und teglich kreist,
Er puelifert, hnestet, echzt und feist,
Waist nit, ein altes spricliwort gicht:
Was ßtez krachet, das pridiet nicht?
10 Daniiiib dürtf wir uns nit versehen,
Das sein dot uns mit lieb wert gschehen,
Das wir zara komen in die ee.
Bie schwiger kumpt ge] offen und eclireit lantt :
O liebe dochter, ach und we,
ih Dein man klopft an der liaustüer on.
Lisabeta spricht:
0, wo 8ol wir den dich hinton?
Lnzina, dia mnetery spricht:
Ey, «per in ein die katner dein,
30 So wil ich den alten lassen ein.
Der jttngliDg verpirgt sich* Bie alt get ab, pringt den alten kAttl
man* Bas weib entpfeoht in, spricht:
Mein herr, wie kiimbt ir so pald wider?
Der alt kanfmon spricht:
M Der stain hat mich geworlfen nider;
Mein sei wer mir schir gangen aus»
Da eilt ich wider haim zu lians.
Pet mir, das ich mich leg zu rw
Und deck mich darnach aoch warm zu!
ao Liebs weib, ich pin von herzen kranck.
LnxJna, die schwiger, spricht;
Mein aiden, setzt euch anf die panck,
? &uch] fciblt 8.
91
Last euch so not zu pet nit sein.
Ge, dochter, trag ein leilach rein,
Der wir haben gemacht vir par,
Die-weil der alt herr ansen war,
6 Das er anch sech, das wir nit feyren
und ronessig. in dem hans nmb-leyren,
Snnder von nns wert eingezecht.
P>1. 174] Das weih priagt eia leilaoh, das lihens pej den aippfeln
aof, den alta tot sein angen. Die soh wieger spricht:
10 Mein lieber aiden, alhie secht!
Die leylach hab wir ins haus tracht,
Gespnnen, gewärckt nnd gemacht
Mit nnsem henden alle ped.
Nnn lanff, lanff hin an widerred,
1$ Und dem alten herm das pet mach!
Die seiden deck deck im zwifach
üeber, das er erwarm zw-stond,
Der stain sich leg nnd werd gesund.
Her jfliigliBg seUeiokt Tor dem leilaok ans, die zwo gent ans zo
>o petten. Der alt kauffmon spricht:
Wie ist mein hans versorgt so wol
Mit hansrat, so zochens mirs vol
Mein schwiger and mein frames weih
Und warten mir ans meinem leib.
S6 Got wöll in geben gleichen Ion,
Was gnetz sie teglich an mir thon!
Die zwo kamen wider. Das weih spricht:
Das pet das ist peraitet zw;
Knmbt, mein herr, legt euch an die rw!
Sie ffteren den alten ab, kamen all paid widr. Das weih spricht:
0 mneter, wie war mir so angst!
Ich hab pesorget wol vor langst,
Es wer ein-mal nnglneck zu-schlagen.
Lnxina, die mneter:
S6 0 liebe dochter, pey mein tagen
Hab ich erstanden vil der schrecken.
98
Docii war ich so voJ listen stecken
Und almal ein riebeyseö fund»
Darmit ich mich peschüetzeti kund,
Macht meim alten ain plaben dnnsL
[hh 174'] 6 Dw mnst dich auch fleissen der kunst,
Dartnit dw dich peachüetzen seist,
Wie dw der stuck vil von mir weist.
Mnst nnerschTDcken sein alzeit,
Fürsichtig", weil sich oft pegeit
10 Solch nnl'al in der pulerey,
Lisabeia, die doohter, sprielit:
Ich main, das aufgestanden sey
Der alt. Hör, er scIi leicht dort herein.
Der alt kumpt, dregt ein regiater« Die schwiger spricht:
15 Ach, sagt an^ liebr herr aiden mein,
Wie das ir nit pleibt in dem pet?
Der alt kanffman aprioht:
Der stain mich gleich verlassen det;
Ich wil nans-reiten in den garten,
so Vor nachtes dnrft ir mein nit warten,
Wil dans mein rechnnng aberschlagen.
Oh imant knrabt, thot nach mir fragen,
So sagt, ich sey geriten hin.
Wan ich dem Eeichart schuldig pin
26 3000 golden zn richten atis^
Er drot mir auf den thuren naws,
DarfT mich ein weil nit lasen sehn.
Iiisabeta spricht:
Mein lieber herr, was thuet ir jehn?
$ii Reit hin, last «ucb nichs fechten on !
Wir w5ln thon, wie wir almal thon,
Ber alt kauffmon get ab. Fongratz^ der Jüngling, kneipt, sprioht:
Ich spacirt vor dem thor von weiten,
Säch den alten in garten reiten.
86 Darumb ktimb ich geschlichen ber.
1 8 Uli.
0, wie stmid ich heut in gefer
Hinter dem pet in deiner kamer,
Ich zitert vor angst nnd vor jaroerl
Ich glanb, wer mich gestochen het,
6 Kein plntz-dropffen ich geben thet.
[bl. 175] Ich main, ich stnnd in nngemach.
Wie recht kambt ir mit dem leylach!
Darhinter schlich ich gmach herfäer
Unden ans durch die hinterthüer,
10 Welche ich nach mir sten lies offen.
Dnrch die pin ich wider rein-gschloffen,
Das ich ain stnnd mecht sein pey dir.
Liaabetai das weib :
Den ganzen tag sint sicher wir,
16 Wie ich den von im hab vemnmen,
Den tag wöll er nit wider-kumen,
Pis die finstre nacht thnet her-gon.
Potz leichnam-angst, wer klopfet on?
Die mneter lawft| kumpt wider, spricht:
so Es ist der herr! 0 Pongratz, flicht,
und in die knechen ench verkriecht
Hinter das holz, so wil ich gon
Und dem alten groner anfton.
Der jllngliBg lauft aus der schwiger hinden-nach. Die fraw spricht:
25 Ich wil dem altn ein-jagn ein schais
Und in setzen in ein angst-schwais,
Wil wider ans dem haas in treiben.
Das er nit wais, wo er sei pleiben.
Die alt schwiger kumpt mit dem alten kanffman. Die fraw spricht:
30 0 lieber herr, gebt pald die flnecht;
Die statknecht haben euch gesaecht
Und wolten euch in schnltnrn legen.
Ich sagt, ir weret nit entgegen,
Sander ir weret aaßgeriten
36 Auf ein mes, nach der kaafflewt siten.
Sie haben aber euch darebaus
Gesucht obn und unden im haas
Und sagtn, sie woltn heint kamen wider.
94
Der < kanffmoi spriclit:
Es hat mich wol geantet sider,
Der Reiclihart wert nit warten lenger.
Darxn pesorg ich oit deat wenger
Mich vor aadern glauhigen allen,
[bl. 175'] Sie wer« mir darnach auch einfalleD
Und werden mir nit lenger warten.
0> wer ich wider daaa im garten 1
Nun ist pesdilossen schon die »tat.
10 Ich pit dich, gib mir trewen rat,
Wo-hin ich sol verpergen mich,
Das vor den schergn sej sicher ich
Die nacht pis an den lichten tag.
Llaabeta^ das weib, apricht:
lö Mein man, ßteig in den danbenschlag
Und Imh darin die nacht dein rwl
Und dw, mueter, sper ansen zu,
Aul' das, went Schergen wider körnen,
Das sie kein argwon darpey nenien
ao Zw snclien dich, mein man, darin.
Ge, mneter, ge pald mit im hin!
Sper anß zw, e sie kamen wider I
Der alt k&affmon spricht:
Mit gueter nacht ntin leg dich nider.
Der kanffmoD get mit der schwiger ab. B&b weih aührelt hinaiia:
Nun kiimb dw herein, mein Pongratz,
Mein aaserweiter trost and st^hatz!
fongrats, der jttngling, knmpt, spricht das weibi
An sorg sey wir die nacht dnreh-ana,
so Mein alten hab ich daidigt nans,
Der geit in daubenschtag die finecht,
Hab gsagt, in haben statknecht gsuecbt
Und wollen in schnltnren legen.
Nnn dürff wir uns wol for im regen
18 ? kutopt] fohlt 8.
95
Und wollen güet&A mnetea sein,
Mein alten lassen sitzn allein
In dem kotigen dawbenhans.
Pongratz, mein herzlieb, ge hinans,
6 Mach an dem thenen ein geschrey,
Als ob widernmb knmen sey
Das gbricht, wöll in int eisen schlagen,
Und thw mit lanten werten fragen,
[bl. 176] Ob mein man noch nit knmen sey,
10 So wil ich geben antwort frey.
PoBgrati drit ein wenig fnrsich , schreit :
Fraw, zaigt an, wo ist euer mon?
Er mns mit nns in thoren gon.
Linbeta sprioht Uwt:
16 Mein herr ist hewt geriten ans,
Noch nit wider-knmen zn haws,
Wie ich vor anch gesaget hab.
Pongratz, der jftngling, spricht:
Fraw, wir werden nit lassen ab;
to Der man ist ans verkuntschaft hinen,
Wir wöln in snchn. So wir in finen,
So mns er mit in thnren gen.
Das weib sprioht:
Glaubt ir mir nit, so snecht halt den
26 Im hans, was wölt ir mich mit kern?
Ich wil euch alle gmacb anf-spern,
Ir wert in aber ie nit finnen;
Wan er. ist in der stat nit hinnen.
Wie ir den vor anch habt vernumen.
so Hett gar nit prauchen wider-kamen.
Das weib sprioht gemach :
Schweig, nun sint diese nacht mit rw
30 l&ßt S w«g.
»6
Vor meinem alten ich tind dw.
Hab ich nit pra weht ein schwinden ranck?
Fongrftta, der jüngrliBg:
Ja, mein herzlieb, hat) imer danck,
6 Dw kanst dirs zu dem scherz genngr*
Wer macht dich so listig and klueg,
Das dir der ranck so schwind äel ein?
IiiBabeta, das w@ib, epricbt:
Ej, e» hat mich die mueter mein
10 Geleret so vil list nnd renck,
Das ich im äugen plick erdenck
Ein lueg, das ich mein alten petrewg,
Pey der nasn hin und wider pewg.
Fongrats, der jftitgliiif :
16 Daraus an zweifiel ist zu wissen,
[bl 176'] Das sich dein mneter auch hat pissen
In jungen tagen mit den katzen.
Lisabeta, daa weib ;
Ja, wers für ainfaltig thuet schätzen»
so Der-selbig feiet weit daron.
Die mneter knmpt und spriobt:
0 we dochler, es kunipt dein mon,
Ist aus dem dawbn- schlag ledig worn,
Prumbt die stiegen herab in zorn,
u Furcht, er hab euch hierin veruiercket
Und im eey sein argwon gestercket.
0 Pongratz, thuet sein nit erwarten l
Springt zum laden naus in den garten I
Schleicht durch die Muter^thiier darfoni
ao FoDgratSi der jftnglinGr:
Das wil ich unferzogelich thon*
Pongratz lauft eiilent ans. Der alt kaalfmoii drit ein^ spricht zornig d
Was hat im haus gethon der jung,
23 6 dswben,
97
Der itz hinab in frarten 8pmng
In hosn nnd wamas an ain rock?
Die alt eehwiger sprieht:
Ach aiden, es war unser pock,
6 Der hat mir ein milchhaffen prochen,
Den hab ich zu den hörnern gstochen,
Mein lieber aiden, mit aim pesen.
Der alt kauffmon spricht:
Schwiger, es ist kain pock gewesen,
10 Sundr ain gsel, het rot hosen on.
Lisabety das weih:
Ey . . . . endlich, lieber mon,
Ist ie kain mensch kumen ins haus,
Seither die statknecht gingen aus.
16 Was sol wir dir lang schweren hart?
Der alt kanifmon:
Ey, schweig, der pock het kainen part.
Sunder war umb das maul gar glat,
[bl. 177] Darzw er auch nit hörner hat.
20 Das euch paide pock plant und scheut!
Wie habt ir mich all paid geplant
Mit euren schmaichelhafting wortan,
Dia ir mir gabt an allen orten!
Und ich hab dir, dw iltes-hant,
26 In meinem haus so wol vertrawt.
Itz aber merck ich wol, das zw
Dar huerweis hast gaholflfen dw.
Notten so nem ich deglich ab
An meiner reichtnm, gut und hab.
30 Ein sack hastw verdinat mit.
Das man dich drenckt nach cuplers sit,
Weil dw varpflicht dein flaisch und pluet.
Die alt schwiger spricht:
Mein her aiden, schlachz aus dam muat!
36 Thuet mir und ewer frumen frawen
*
12 S By jo/es. 31 T oaplert. S oapres.
HuM SMh«. xxm. 7
98
KaJnB solchen argen zu-vertrawen
Und last uns anpeköinert mitl
Bar alt kanffmom
Was äugen sehen, das lewgt nit.
A Ich hab le gsehen, das der jung
Ztimb laden nab in garten sprüng,
Dniiub wil ich nab, ergrewif ich in,
So wil ich in gar richten hin
Ond darnach dich, dw hnrnsack, plewn,
10 Das dich dein Imrweis mag gerewn,
Dir Ionen, wie dw hast verdint.
Die alt eohwiger fert faer^ sohreit, feit in an:
Ey, Schlacht ir Bit, sie tregt ain kint,
Weil sie ist dieser »ach nnschnldig.
IS Ey, mein herr aideu, seit gednltig
Und Schlacht solch pds gedancken aasl
Der alt kamfiTmaii lest fem weib^ spricht zu der seh wieger :
Dw alte hner, ghelz aas meim haus!
jbL 177'] Odr ich wuertf dich all stiegen ab,
au Die ich im ganzen hanse hab.
Das weih feit in &ii| spriolit:
Ey, Crist gesegn dich, lieber mon,
Ich fiirciit, es sey dich kiimen an
Die dob&ucht, Schaw, wie pist erplichen!
u Dein sin tind Vernunft ist gewichen.
Mr wil eicli to» ir reifieHy sie schreit:
0 liebe mneter, hiW in halten
Und las dein kretting segen walten.
Den dich geleret hat egester
30 Unser Otilig, die petschwester,
Das er im selb kain schaden thw.
Die sohwiger feit in an und spricht i
Ey lieber aiden, pleibt zu rw;
Ir seit gar an der dobsnecht kranck.
10 & hmu».
31 8 fto ia.
M
Legt each pald nider auf die panck,
So wil ich den dobsegen sprechen.
Her alt kauffnan wil sieh Ton fai reiasen, säbelt aer nnd apricht:
Weicht, weicht von mir and last mich rechen
6 An dem lecker onden im garten,
Den wil ich hawen darch die schwarten.
Das die snn noch mns durch in scheinen.
Baa weib feit amb in, apricht:
Mit allen trewen wir euch meinen.
10 Mneter, bilff nider-drueckn mit gwalt;
Sprich neber in den sogen palt!
Sie dmecken in nider aof die panok, die alt apricht den sogen
nber in:
In doribns et lappibns
15 In dölpis et dildappibus
Dich offen mnlieribns!
Dw semper pleibst ein asinus.
Sorge et stampf hin fdes fdr fns,
Dobsncht nnnqnam dich lasen mns.
90 Sie laaaon in anüiten, er spricht:
Mich dönckt, mir sey ein wenig pas,
[bl. 178] Doch wil ich gwis erfaren das,
Ob mich hab trogen mein gesiebt,
Das eim oft durch das plerr geschieht.
2h Der alt kanifmon get ab. Die alt schwiger spricht:
Kan der alt solch grob proeken schlicken,
So wirt er warlioh nit ersticken,
Ob wir im der-gleieh possen reisen,
Mit schmaichel-hafting lüegen speissen.
30 Der alt kanffmon knmbt, spricht:
Ach, ir habt war gesaget das,
Es get im garten amb im gras
Unser pock pey geschworem aid.
Daramb pit ich each alle paid,
3ft Wolt mir verzeyhen mein sehmachwort,
1*
101
Der kinder-mörder.
Hört zw ain erschrocklich geschieht,
Warhaft gschehen and nit erdicht
Zw Obemehen im Elsas,
6 Drey meil von Strasparg ist gschehen das
Nach OBtern am nechsten freytag
In diesem jar, vnrwar ich sag,
[bl. 193'] Das ein hecker Adam Stegmon
Hies sein weih frwe int reben gon
10 Mit irem eltsten sun, der war
Albrecht genent und alt nenn jar.
Der man pliebe zw hans allein
Mit dreyen klainen kinden sein:
Ain dochterlein, alt sieben jar,
15 Annalein das genenet war,
Das ander kneblein, vier jar alt.
Hies Gabriel, das drit gezalt
Hies Mertlein, duet man im prieflf lessen,
Ist zwo-und-zwainzg wochen alt gwessen.
20 An den kinden Adam Stegman
Durch eingebn des laiding sathan
Hat drey schröcklicher raort pegangen,
Hat am dochterlein angefangen,
Das erstlich in ain arm stach,
2« Das maidlein im entloif darnach,
Ergrieif ers in seiner schlaflfkammer
Rawft im paid zopff aus, in dem jammer
Wert sich das maidlein an dem ent,
Da verwund er im paide hent,
1 Im lehnten epraohboobe, bl. 193 bis 104'. Vergl. band 8, 8. 750 bis
752. Wabracheinlicb wftren beide stüoko versificationon zu bolzHcbnitten.
102
Ktint sich nit mer weren darnach,
Er im sein gor^el gar abstacli.
Nach dem der knab herhalten mnest,
Den stach er peim hals in die pruest,
r, Damach ine gmecht und iE die stirn,
Pia er sein leben thet verlirn.
Darnach zumh klainen kind sich macht
In der wiegen^ das in anlacht,
Das hat er gestochen nachmals
10 Hinter-werz fön ff- mal durch den hals,
Darnach ein stich auch in den pawch,
Das im ausging das ingwaid awdi.
Das auch sein leben enden thet.
[hL IM] Als er die mört volendet het»
i& Da setzt er sich füer sein haustüer.
Als etlich nachtpawrn gingen füer,
Fragten Adam: „Wie tbuestw leben?«
Da hat der mörder antwort geben;
„Wie aolt ich lehn? Ich ghör an galgen!''
20 Sie sprachen: i,Waninib?" sani mit palgen,
Sprach er: „Ich hab umpracht mein kind.
Kumht rein, schawt die warheitl^ Da sind
Sie ab seiner rede worden entsetzt,
Sint neiu-gangen mit im zwletzt,
I« Haben den grosen jamer gsehen.
Nach dem sich auch öein weih det neben,
Sach ire kinder im pluet rot
Alle liegen er permlich dot;
Da sanck sie nider in am acht,
30 Das man« gar kaumb zw kreften pracht.
Der mörder sprach zum sun Albrecht:
^Schaw, snn, halt dicb fruncklich m\i recht,
Das dw nit werbt ain schelm wie ich!
Gehör an galgen, huet dw dich!**
M Nach dem bat in die obrikeit
Gfencklich angnumen zu der zeit
Und die ermorten kinder gar
Zam gelegt auf ain dodenpar,
Auf den kircboff tragen in neben,
tu Da sie hat jung und alt gesehen.
Darnach am samstag die kind haben
108
Nach mitag in die erden graben.
Der mörder aber ligt noch gfangen,
Der solche drey mort hat pegangen.
Wie and wen der-selb wirt gericht,
5 Wirt auch noch pracht in dis gedieht,
Palt man erfert den rechten gmnd.
[bl. 194'] Got der spar uns alle gesund,
Das kain solch üebel pey ans wachs.
Das wünschet ans allen Hans Sachs.
Anno salvtit 1556, am 1 tag May.
Mach dem ragiitor 80 verte, in wbkliehkeit 78.
104
Ei\len8pigel wart ein muler.
EwleiiBpigel ^eu Marpurg kam
Zum landgraven und sich anam,
Wie er der künstlichst nialer wer,
ö Zaigt etlicli jj^nialte dnecher her
Dem fueraten zw künstlicher prob.
[bL 297'] Der gab Ewleiispiegel gro^i lob
Dnd gab im tu er ain weiten sal.
Sprach: .Maister^ uns auf's künstlichst mal
IQ Herein die gschicht, wie muri die stat
Troya vor zeit pelegert hat,
Verprennet und genzUch zerstört,
Wie manch kuener hell wurt erniort.'-
Ewlenspigel d*5r nam das an,
lö Sprach: „Gebt mir hundert guelden dron,
Das ich färb kawiF und gsellen halt/
Nnnn ein die hundert gttelden palt.
Sprach: „Doch ich ob der arbeit mein
Wil gar nicht ueberloffen sein,
io Piß ich das werck zq ende pring."
So wart peschlossen alle ding.
Ewlenspiegel peschloB den sal,
Malt doch nichs darin nberal,
Snnder schlemmet nnd spilt im pret
*
1 Im lehDUn »pruobbuohei bU 297 bis 298'. Zuerit v« raffen (lieht von
Chtkrlea 5«hweUzor, Etado iiir In Vio ot le« <Eiivre« de Hudb Saoh«. Xancj
18B7. ^' f, 447; dfttm nU 171 Mhwii^Dlt. V^orgl. doD ruBitterge«AQt! ^i* ^^r
ftbonteuorwoiäe Hadb FolE«n: Ewlerurpiegel wart oin mtilor »Ewlenipiegel gen
Murpurok knui« U6d Mftri 32 (MG 1&> bL t2b) , godr. Sohw«itter t^ «* o.
«. 44Ü, Quftllo : KuttiUBpiegel« 27, bistoriu (Ualler aeudruok« or< 5b/56 ». 38),
L^ Stihiveitsor nicbl, 8 ob.
105
Mit sein gesellen frwe and spet.
Von hoff het er speis and getranck.
Als das weret ein monat lanck.
Der füerst ein-mal za sehen gert
5 Das künstlich gemel, wol pewert.
Ewlenspigel sprach aaf der fart:
„Mein gemel aber hat die art,
Nimant kans sehen in der frist,
Den wer elich geporen ist.*'
10 Der füerst ging in den sal zw-hant;
Aaf dem ghraest Ewlenspigel stant,
Zaigt im mit ainem steblein glat:
„Secht, da stärmbt man Troya, die stat!
Da ligt Hector, der küene helt,
15 Den Achilles in dot hat gfelt!
[bl. 298] Secht, da get aach Paris zw grant;
Dort aber ligt Patroclas want;
Da Wirt küng Priamas erstochen.
Secht, da wirt die mawer abrochen,
20 Dar-darch füret man nein das gros
Gezimert, nebergneltes ros!
Secht, dort prinnet das knncklich hans!
Secht, hie fürt man gfencklich heraas
Hecnba, die zart künigin!
25 Secht, dort schieffen die Kriechen hin!"
Der lantgraff da verglalfet stant,
Sach doch nichs, den ein weisse want,
Der-gleich das ander hoffgsind sein
Sach anch die weissen want allein.
30 Doch schwieg ider, thet der-geleich,
Sam sech er das gemel kunstreich;
Ein ider gedacht: Wen ich Sprech,
Das ich solichs gemel nit sech,
So köm ich der er in gefer,
35 Sam mein gepnrt nnelich wer.
Der lantgraff ainen narren het.
Der die want auch an-gienen thet.
Der schray auf unterm hoffgesind:
„Solt ich gleich sein ein hnereukind,
40 Sich ich doch nur ain weisse went!*
Da lacht iderman an dem ent.
106
[bl. 298']
Auf kam das Sprichwort diese zeit :
Die narren sagen die warheit,
Treff anter oder ober on.
Ewienspigel droit sich darfan,
Forcht seiner schalckheit nngemachs,
Die er alzeit trieb, spricht Hans Sachs.
Anno salatis 1556, am 24 tag Septembris.
107
Die 8nma all meiner gedieht anno salntis 1556,
am 30 Septembris.
Hewt früe thet mich ain doctor fragen,
Was ich pis-her pey meinen tagen
5 Doch neben meiner hent arbeit
Von anfang meiner jngent zeit
[bl. 318'] Doch faer ain knrzweil het getrieben.
Ich sagt: ,Mein herr, mir thet nie lieben
Pnelen, spilen, hadern, noch zechen,
10 Noch ghradikeit, das mag ich sprechen,
Fechten, springen, noch saitenspiel,
Pirsen, noch schiesen zn dem ziel.
Mein knrzweil aber ist gewesen
Von jogent anf pnecher zw lesen,
15 Gaistlich und weltlich aach darpey,
Histori and auch mancherley
Schön artlich poetische fabel.
Schimpflich geleichnns und parabel:
Das mich vnr all ding frewen thet.
2ü Nach dem ich grosen Inest aach het
Zw dem dewtschen maister-gesang.
Darzw pracht mich in dem anfang
Ein weber, Linhart Nunenpeck.
Da fast ich in meins herzen seck
26 Zu dem gsang so herzlich inpranst
Und nebt also die loblich knnst,
Pis ich drat in das zwainzigst jar
Meins alters ich zn Münichen war,
Da fing ich selb zu dichten on.
80 Pey der knrzweil meins herzen krön
m
1 Im lehnten ipniohbaeha, bL 818 bif 320.
r
108 ^M
Hab ich nach dem mein zeit vertriebeu, ■
Pin nun pis-her darpey pelieben." ^^M
Der doctor det micli weiter fragen ^^|
Und pat mich, das ich im solt sagen, ^^|
r^ Wie vil ich den meiner gedieht ^^|
Maitsier-gesangs liet zu-gericht ^^|
In Biima durch mein ganzes leben. ^^|
■
319] Da antwort ich dem doctor eben: ^^B
„Der sint viertawsent aiiegesimdert J
10 Und darzw auch noch gleich ein- hundert, ^^H
Und darzu ain-iind-achzig: par ^^H
Hab ich mit munt und baat vurwar ^^^H
In zvvay-aud'\ irzig jaren eben ^^|
Der weit frey an den tag gegeben." ^^H
16 Er wuudert sieb der grosen zal ^^M
Und fraget mich aber ain mal, ^^H
Von was materi die gedieht ^^H
Des maistergsang het zu-gericht. ^^H
Da antwort ich im wideriim: ^^H
flo ^Äller art ist der lieder 8itm. ^^M
Äins tails schriftlich ztt gotes glori; ^^M
Ein grose simi weltlich histori, ^^H
Schiiellctiii^t, fabel und poetrey, ^^M
Zwcht'ler ans der philosophey, ^^M
2j> Hotlflich nnd abgesiolen renck, ^^H
Gnet lecberlich poH8en und schwenck. ^^H
Die par bah ich gesetzet schon ^^H
In zwayhuTidert-und-sechzig thon ; ^^H
Doch unter diesen thonen sein ^^H
a<> Dreyzehen tbon ganz aigen mein/ ^^|
Noch nier det mich der doctor fragen, ^^|
Üb ich den auch jjey meinen tagen H
Nit etwan auch het zu-gericht fl
Spröech von gepundenem gedieht ^^H
3ß Da antwort ich im: „Herr, fdrwar ^^M
Ich hab die ob-gemelteii jar ^^M
Gemacht vier-und-firzig coraedi, |^^|
Darzu acht-und-dreissig tragedi ^
Und darzu sinel und fasnacht-spiel ■
33 6 Soolkuuft. 1
109
[bl. SlO*] Vier-nnd-sibenzig ; darzw fiel
Kampf-gesprech gedieht wnnderpar,
Allerley materi vurwar,
Vil gspreeh zu zaecht der thnmen jagent,
5 Auch vdder laster und nntnegent,
Lobspmech nnd darzu vil histori,
Pasquill und dialogi,
Hofflich, künstlich poetisch seh wen ck,
Possen, fabel, abghrieben renck.
10 Der stneck vil kamen sint in draeck.
Ir sint in snma alle stneck
Etwas wol iieber die sechshundert.
Die hab ich fleissig ausgesundert
Geschrieben in zehen puecher wol.
15 Mit dem spruch ist das zehent vol,
Peschlosen auf den hewting tag,
Und darzn auch, vurwar ich sag,
Hab ich auf hewt an alhi gepruech
Peschlosen das fünfzehent puech
20 Meiner gedieht mit maistergsang.
Als man her-zelet von anfang
Cristi purt funfzehundert jar
Und sechs-nnd-funfzig, das ist war,
Am dreisigsten tag Septembris,
25 Da ich alt was war und gewis
Zway-und-sechzig jar, gleich ich sag,
Weniger sechs-und-dreyssig tag.
Got, dem herren, sey lob und er!
Ich wir fort nit vil dichten mer;
30 Die guelden quell ist vast verloflfen.
Idoch pin ich zu got noch hoffen,
Das sich fort ausprait, mer und wachs
fbl. 320] Die löblich kunst, das wünscht Hans Sachs.
Anno salutis 1556, am 30 tag Septembris.
100 vers.
•
13 6 seBhandert. 17 Da« fünfsehnte meistergesangbaeh enthält auf bl.
350' bifl 351' in der morgen weis des Hans Sachs: Die saotia all seiner gedieht.
D^T maistergesang stimotit in rielen rersen, vor allem in den Zahlenangaben mit
d«m obigen sprnohgediohte von demselben tage ttberein.
110
ürey misieff dreyer freBiden künig zw ainem er-
weiten kfinig auf obersten in sein kQnickreich. I|
Der erat prieff tod dem kOnig aus YndiKu Imut aUo:
Wir, ktinig Felix zw Yndian
fi Ans gotes gnaden, zaigen on
Dir, künig, das wir ain junckprunen
Haben, kumbt aus ehii perg gerunnen.
Der hallet gar mancherley schaden:
Weiich mensch darinen tliuet jjaden —
10 Er hab fawla flaisch oder den stain,
Die plab haestn oder den zipperlein.
Den mewchler oder druncken zn vil
fbl 114] Odern grim gwunen ob dem spil,
Die eyffereucht oder das senen.
Iß Daß lawffent oder mit posen zenen
Oder sunst krant'kheit, was das sey ^
Ist der junckprun ein giiet arzney.
Der- gel eichen den gar nralten
Gernnczellen und un gestalten,
20 In dem prunen sich anch verjiiengen,
Das sie daher-gent in den sprüengen
Gancz freudenreich und wolgeperig,
Sani weren sie erst zwainzig-jerig.
D erhalb ob dw best in dein reich
tb Unter ddni lioffgsind der-geleich
Alt oder kranck, inagstw her-schicken
In Yndiam, sieh zu erquicken.
Den woU wir gnelteu wilu peweysen,
Zu hoff sie trenckeo nnde ^peieen.
t Int elfLen apraobbach«, b], ]IZ* bis 115,
ttoUr Dr. 174 gttdraokt. 13 3 gewaaei).
lo den ftibttln und ttihw iL alten
111
Hab wir dir sambt krancken und alten
Im p68t€n wöllan nit verhalten. Vale.
Der ander prieff von dem kinig' aas Zip per n.
Wir, küng aus Zipperu von gotes gnaden,
A Thant dich, berr künig, in Zippern laden;
Wan es ist uns eo wunderpar
Got lob! gewach&en dieses jar
Der aller-k östlichst Zipper-wein.
Als wir den habn geernet ein,
to Sint all vesser and zaeber vol,
Das wir nit kiinen wissen wol,
Wo wir solen hin-knmeu mit.
Weil den wein pey uns drinckea nit
Die düerckischen Machometisten,
16 (Ir alkaron verpewtz mit listen),
114'] Auf das der wein kain schaden nt>m,
Snnder zw nucz den menschen körn,
Pit, wolst zn ans schaffen geschwind
Ktlicb ans deinem hoff-gesiud,
to Vor den man saget unf erhol,
Wie das sie mügen zeciten wol,
Den wein etwan gar knollet drincken.
Das sie nachtz haim an wenden hincken,
Etlicb müegen weintragen woL
t5 Sanken sieb ains mal» zwaymal fol —
Der-selben wölst mir schicken zw
Anf das erst ein rot oder zwii.
Das sie uns heltfn die fesser lern.
Hoif, pitiich werst nns des gewern.
40 Hie schick ich dir ain scbalen vol
Zipper-weins, magstw kosten wol
Sambt deim hoffgsind, and schmeckt er dir^
MagBtw anch selb knmen zn mir
In Zipp^m, mit jangen and alten
Hb Mit den) Zipperwein fasnacht halten.
Der drit prieff vom künig aoa Soltweden.
Wir, küng aus Schweden, entpieten dir,
18 S tebwiDd.
112
Küni^, unsern gnies und wis, das wir
Eiitpfangen habn ein groseii sctiaden;
Das clagen wir deinen geniulen,
Waii am zwainzigsten Decembris
b Ist uns in Schweden zu vertris
Auf den ttig von der liaisen snnen
Die se pis in den grund anspruneo;
Die Stockfisch sint all worden praten.
Derhalh weüe al&o ist gei'aten,
lo Scliick wir dir etlich stueck t^tockfiscb,
Gepraten also gnet und frisch ;
Darmii wolst dises künckreich halten
[b1. 115] Und kiinicklicher frewden walten,
Wolst die mit deiaem hoffgsind esseiL
u Doch wölst nit stelen in vergeasen,
Sünder aus deiner deutschen grencz
Woist uns her-8chickn zw reverencz
Lebentig also gsunt nnd frisch
Ein schock grober deutscher stückfi»ch,
ao l)er man vil vint im deutschen laut,
Am leib gros und klain am verstant,
Darmii wir wider pseczn die se,
Auf das wider von State n ge
Der Btockfisch-fanck und thw sich raem.
26 Darfan sich nufe^ere laut thun nern.
Da» wöl wir dir im pesten dencken,
Aufs jar mer pratner stockÖsch schencken.
Anno salatia 1557, am 5 tag Januari.
2 ß mir.
118
Gesprech Yon der himelfart margraff Albrechtz
aono 1557.
Als man zeit foofzehandert jar
Und siebnündfanfzig, als gleich war
r, Jannari der sibent tag,
Ich die-selb nacht gar mnnter lag,
Und pedacht mich hin nnde her,
Weil man hört so yyl poser mer
Vom Düercken nnd andren thirannen,
10 Wie die zw-rüesten ir streitfannen,
Vil haimlich pratic wurden gmacht
Über Dewtschlant, drob ich gedacht,
Pesser wer sterben den zw leben,
So ward doch ainem me gegeben,
16 In seinem grab mit fried zn liegen
Vor thiranney, aofmr und kriegen.
In den schweren gedancken diefif
Ich mit aim starcken schlaff entschlieff.
Benins.
so Im tranm mir Genins erschin,
1 Im elften spruehboehe, bl 125' bis 130. Am 20 Januar 157ß, Hans Sachs
var am abende vorher gestorben, wurden vier blätter, hl. 126 bis 129, auf befehl
de« Nürnberger rates herauflgeschnitten. Vergl. Schnorrs arohiv 1H7H. 7, g. 300.
In Nürnberg [Nj und in Berlin [B] befinden sich abschriften von dem spruch-
f^ediebte, die niobt etwa selbständig von dem ori;;inale genommen, sondern von
einander abhängig sind; denn beide haben den vers nach s. 116, 23, der dem .«inne
and dem reime naeh überflüssig ist, und beide weichen in (gleicher weipc von den
versen ab, die in S noeh erhalten sind. B aber ist die bessere niederschrift: sie
i«t hier, wo nicht S vorhanden, vorläge. Gedruckt: Emil Weller, Der volks-
dkshter Hans 8aehs und seine diehtungen. Nürnberg 1868. s. 121 bis 133;
darnaeh Arnold, Hans Sachs I, s. 298 bis 307. Nach N: LUtzelbergerFrüm-
mana, Hanf Sachs. Nürnberg 1891. s. 133 bis 143.
Haus Saehs XXIU. ^
U4
Sprach: „Wolauff, dw muest mit mir liiiK
Ich wü dir zaigeii ain krieg sfüersten,
Den alzeit hart nach pluet was dliersten,
Welcher schier das gancz deutsche lant
ft Mit krieg erreckt hat durch sein haut
Und des verderbt ein grosen dail
Oß naecz, im selber zw anhail.
|bl. 1261 DaniJ er mit gewaltiger haut
Aus seinem aigenen erb laut
10 VertribeJi worden, im eleiit
Der &ein lebeti lieut hat geendt.
Wolauff imd kom bald mit mir dar!
Schau, wie sein sei gen himel far!*^
Also daucht mich in traomes-qual,
ifi Wie er mich in ein dnnckel thal
Füret und zaiget mir da on
Von weitteu ein lange person,
Die vor uns ging^ gemach abwartz
In eim daßmichen nebel schwartz,
äti Welche bei ir selb klagt und wemert,
Eehzet, seufzet, wainet und geraert;
Darob ich ward entsetzt, erschrocken.
In dem erhürt wir alle glocken
Oben auf erden leuten lang
2b Sambt eim klegücheu todten-gsang,
Hans Sachs*
Ich sprach: „Genius, mich bescliaid!
Dem volck ist uiiib den füersten laid,
Brüff ich bei dem klegMchen gsang
so Und auch gleich an der glocken clang.^
Oeniofl,
Genius sprach : „Man leut die glocken
Vor grosen freuden und frolocken,
Das er nun Mn ist auf der erdt.
»b Das todten-gsang und klag-gebert
Helt man gwislich allein darumb,
Das in der todt nit lengst hinnumb.**
( BrraokI ^ erregt. 26 («hit B.
116
Hans SmIib.
Ich sprach : .Das mag sein bey den banm
Und den bargern in den manm,
Welchen er hart zusetzen thet,
B Beraubet, brent dörffer und stet.
Den försten aber ist es laid?!*
Benias.
Genius sprach: „Bei meinem aid!
Die forsten haben sich zu-letzt
10 Selber vor sein ducken entsetzt;
Hat wol in dises krieges spil
Etlich fnrsten gekostet vil,
Die im haimlich haben hilf than.
Seitens im lenger hangen an,
16 Er het sie wol sambt im verderbt
Gleich seim land, das er hat ererbt.
Derhalb wünscht in kein mensch herwider,
Der weis ist, erenwert und bider.
Weil er noch het gelebt on rhu,
80 Nach aufrar trachtet imer-zw.'^
Nun wir volgten von ferren nach.
In dem ich ein gros volck ersach
Von adel, reutter und lantzknechten,
Warn gerüst zu schlagen und fechten.
26 Als nun die sei kam zu in dar
Und fast miten unter in war,
Ungstüm schray der häuf obgemelt
Diser sei zu: Gelt! gelt! gelt! gelt!
Stilschweigent ging der geist sein stras
so Durch sie und dückisch sehen was.
Hans Sacks.
Ich sprach: , Genius, sag mir war!
Was ist das für ein grose schar
Von den nacketen krieges-knaben,
36 So alle da gelt wollen haben?''
G^eniuB.
Genius sprach: , Schau! das sind schlecht
Sl and 36 fehlen B.
116
Edellent, reutter und lautzknecht.
Den er verhieß gros sold zn geben,
Die weil er kriegt in ßeinem leben:
Soltea all gwinnen er und gut.
h Die reit itziuider die armttt,
Weils in ilzt an der zalting feit;
Und ward manchem kaum das latitgelt.
Die sckreien itzt mit ungedult.
Auch hat er gemacht grose selmlt
1« Bei färBten, adet hin and wider,
Die im liehen, ea wolt ein ider
Mit seim kriegen werden geleicU,
Mit im werden seiig und reich.
Weil es nnn hat geschlagen umb,
i& Ist uiigeslümb des volckes stimb;
Ir dinst und lehen ist verlorn.
Derhalb wütt es also im zom
Und zeucht im greulich binden nacb.'^
30
Nach dem ein groses volck ich sach
Von weib, kindern, purgern und paurn,
Sie «tunden da in grosem tranm.
Der anzal etlich tansent war.
Als nnn der geist kam zn der schar.
Da gingen sie entgegen im,
Schrien gar mit cleglicher stim:
„On ursach bastii uns verderbt,
Weib und kinder hungers gesterbt.
Itzt mustu auch für grichte gon
Und einnemen verdienten Ion/
Der geist ein seufzen sencken was,
Ging stüschweigent durch sie die stras
Und schlug Bcbaoirot sein äugen under.
H&ns Sachs.
Ich sprach: ^ Genius, sag besnnder,
a6 Wer diser groser häuf mag sein
Von volck, jung, alt, gros unde cleinJ
3^ BN haben nmch t
30 FruiuuiaDti eia. BN m.
2.H die toilv : Üod in
3a fehll BN.
eritt r«cht erlcenDeo war.
117
Genius sprach: „Der grose hauffen,
Die in mit geschrai nberlanffen
Ans den stetten und ans dem lant,
6 Die liat er plagt mit ranb nod brant,
Genomen in schaf, kne und pferd,
Mit krieg verderbt oben auf erd,
Brantschatzt, darnach auch erst verprent
Und gar mit nnfnrstlicher hent
10 Ir vil gehencket nmb nnschnlt.
Des Schreiens räch mit nngednlt
Za got im himel nber in."*
Nach dem kamen wir weiter hin
An das heUwasser Stix zn thal;
16 Darbei stund ein onzelig zal,
Zerhackt, verwondt, noch also blntig,
Tödtlich blaich, tranrig nnd nnmntig,
Wie ghenckte k5pf war ir anblick ;
Mancher het noch am hals ein strick,
10 Und stunden da aller gestalt.
Wie man das wüttend here malt.
Als nun der geist zu inen drat
Hin an des hellwassers gestat,
Zu-hand der blutig hauffen schrir:
26 ^We, we uns ewiglich und dir!
Im würgen seind wir erwürgt wom
Und nun ewig mit dir verlorn.'*
Der geist der biß sein zen zusamen
Und thet echzigen und grisgramen,
30 Ganz stillschweigent unter in stan,
Sahs mit zornigen äugen an.
Hans Sachs.
Ich sprach: „Genius, sag durch gott!
Wer ist die gros blutige rott?<*
36 Ctonius.
Er sprach: .Das ist die ganze snmb.
Die in dem kriegen kamen umb:
*
b V htLt er. BN er hat. 10 ? amb. B on. N mit. 17 und]
fehlt B. 32 und 36 fehlen BN.
118
Kriegs volck n.m allerlei geschlecht»
Als adel^ reutt^r iiud irititzkueoht,
Die er zw thiranney vermant;
Geistlich und weltlich nit verschollt j
Er bliindert kirdien, klöster nod stifft,
Ser vll mördens-UDglück anetift
In dem deutschen land hin und wideri
Bis man in etüch mal legt nider:
Da er disen liaufTen vertu r,
Erstochen und erschossen war,
Schau! der-selben aee! alda sten,
Und der-gleichea sambt allen den
Knechten, lies hencken ane recht,
Lont in wie der tenffel Beim knecht.
Schau I dise haben all gewart
Auf des kriegstursten himelfart,
Mit im zu farn in bimel hoch«
Gleich wie ein kue in ein meußloch/
In dem da für daher Caron
jo Mit seim schif, der liellisch scliifman.
Das er die seel nach der geschiclit
Fürt über inn die heel für gridit.
Als nn der fürst eintreten wolt,
Da sagt zu im Caron : ,Du aolt
3a Nit tretteu in das schif zu mir,
Bis du geleget hast von dir
All unart, sünd und untugent,
Die du bisher tribst all dein jugent;
Wann diß schifflein, thu ich dir sagen,
30 Kan solchen last gar nit ertragen.
Darumb würf solch laster ungheuer
An dem gestat in dises feuert*
Zu- band ich ein gros feoer sacli
An dem gestat; dem trat ich nach,
a« Das ich da alle ding mocht seben.
Der fürst thet sich zum fener nelien
Und schütt sein trunckenheit darein:
0, wie ward ein gestenck von wein!
Het schir erlescht das feuer gros.
10 Nadi dem von im ins feuer schoß
119
Sein thiranischer trotz und frevel,
Das brennet gleich wie bech and schwefel.
Warf darein sein gotslestmng anch:
Bis anf gen himel ging der ranch.
6 Stürtzt anch darein sein neid nnd haß,
Darvon das fear erst flamen was.
Schwang aach darein sein grim nnd zom
Und mainaid, so er hett geschwom,
Sambt schmaichlerei nnd hindertück,
10 Untren und der-gleich böse sttick.
Darvon ward erst gemeltes fenr
Noch grösser vil nnd nngehear,
Das an himel anfstnbn die ftincken.
Nach dem so thett mich auch bednncken,
16 Wie er ins feuer werffen thet
Etlich schmachbücher, die er het
Darvon hört ich das fener schmatzen,
Ser grenlich foncken und anfspratzen
Von nnverschembten grosen lögen,
so Die ein blinder hett greaffen mügen,
Damit zn schützen fürstlich ehr.
Und sich selbert verkleinert mer.
Nach dem warf er darein on zal
Laster, hie nngenent znmal,
26 Als mordt, brant, mörderei und raub,
Hochmut, Zauberei und unglaub:
Wurden an dem gestatt verbrent.
Als nu solchs alles ward voUent,
Nach dem trat der gaist in das schif,
30 Traurig, über das wasser tief
Zufaren für das hellisch gricht.
Mich aber daucht in dem geeicht,
Wie das jenseit des wassers ston
Am gestat manch herrlich person,
s6 Als gros mechtig herren und fürsten.
Die nach seiner zukunft war dürsten.
Schrien: ,Kum her, du bist ein rechter
Landfridlicher thirann und echter I«
Und stunden doch sam in unmut,
*
10 T dergleieh. BN dergleichen. N bOß. 38 Frommann vermatet land-
feindliAber. loh halte den ansdraek in BN aber für ironie.
Bis nber-fnren in fleni blal;
Die winekteii im üüber zü in.
Hasfl Sfiolifl.
leb sagt: „Genius, sag den sin!
ft Wer sind jene mechtige herrn,
Die an dem gestat sten von fern?"
Er Bpracb: „Ist Dionisiug,
Sein aon und Aristotimuö,
lü Cleomenns und Plialaris,
Nicocrates und aiidi Nabis»
Nero, Heliogabolus,
Domianus, Julianns,
Comotus nnd Caligula,
iB Der-gleich ander thiranuen da,
Die aU vergoßsen raenschenblnt,
Welche auch alle in nninut
Auch vor etlich nnd hundert jaro
Hieher sind gen himel gefarn.
'jo Da Wartens all sein in gemein
Und der gantzen gesellechaft sein,**
Nach dem ersach icli das hellhans,
Gros, weit, erschrücklicli überaus»
WelJiches hett wol tausent pforten
aft Und zugeng gar an allen orten.
Nach dem sach ich das gros hellthor
Ofifen, und hoch hangen dar vor
Cerberum, den grossen hellhandt,
Mit seinem weit dri fachen scMunt,
30 Der heulet, tobt und wlittet va^t,
Freut sich des zukünftigen gast
Und auch der ander vielen meng,
Die man für über mit getreng.
Hans Sachs.
id Da sagt ich zu Genio da:
„Wie geren wolt ich rait-farn da,
34 r«bit BN*
121
Wie DamanciiiB und Minos
Sprechen ortheil nber den häufen gros,
Darvon ich hab bei meinen tagen
Qelesen vil und hQren sagen,
6 Von disem hellischen gericht.<*
Benini.
Grenius sprach: „Mit nichten nicht
Wünsch dich zu dem blutigen häufen!
Thu von der hell aufs weitest laufen!
10 Darinn ist weder freud noch wun,
Sie sehen weder mon noch sun.
Müssen ewig im ünstem sein,
On erlösung in quäl und pein.**
In dem sach ich das hellisch feur
16 Mit finstrem rauch gar ungehenr
In dem gantzen hellischen haus
Oben zum gibel schlagen aus,
Das laut prasslet, knaltzet und kracht.
Der besoklns.
[bl. IdOJ Darfon ich ploczlich auf-erwacht.
. Da war mein herz und gemüet stecken
Vol Wunders, angst und sorg und schrecken,
Knnt lang zu mir selb knmen kanmb,
Dacht: Was pedewt nur dieser traumb?
•J5 Nach dem det man nach kurzen tagen
Im ganczen lant warhaftig sagen,
Margrafif Albrecht verschieden wer
Den sibenden dag im Jener.
Nit wais ich, ob mir das gesiebt
30 Sein himelfart hat untericht
Oder ob der träum on gefer
Die-selbig nacht sey knmen her.
Das las ich weiser leut ansprechen;
Ich kan es selber nit aus-rechen,
36 Das mir kein Ungunst daraus wachs
Fey den Merckischen, wünscht Hans Sachs.
Anno salotiB 1557, am 6 tag Febniari.
800 vers.
122
Das pild der waren fremitsehaft*
Die poeteti haben gedieht
Ein pild der frenntschaft zu-geridit,
Das-selbig pild war ein Jüngling,
ft Parhaubt mit der claidnng gericht.
An des sauin stand geschrieben eben
Diese zway worter : dot nnd leben ;
An seiner stiren stund binliinter
Diese zway wort: sumer und winterj
10 Das pild het ein offene pruest,
Im leib sach man das bercz mit Inest,
(bl 46' I Darin stund gscbrieben in warheit
Diese zway wort: nahent und weit;
Und dieses pild ein arme pneg '
i& Und zaigt mit einem finger clneg
Auf das bercz in den leib hinein»
Dem pild sei gleich die frenutschaft sein.
Erstlich frlBcb, jung und sich vernew
Teglich in rechter lieb und trew,
so Das mit der zeit nit thw veralten ,
Abnemen und entlieh erkalten.
Zum andren das pild parhaupt war.
Dewtj das die freunlscbaft offenpar
Sol erlich sein und aufgericht,
ib Nit schmaichelhaftig and erdicht
Paide in Worten und in daten,
In straffen, leyen, helfen, ratten.
1 Tai i4!«hflton Bpruehbuche« bl. 45 bb 46. Der m«»M>rf««Aag itn roien*]
tODo dea Man« Snobs : UmB pUd dor waren freuntücbtirt »Die poeUn haben gedjobte«
(MG 9, bL 309) lit aaob am I& November 1647 (^edielitet. Er «timntt bif |
auf di« meUters&QgeriMjboti weibltoheti reim« mit dem «pruobe ab«reiB. Vargl. ^
band 7, 421 bia 423 and die anmerkimg dasu am eod« dieaai 23 baodea.
123
Züin driten: das gering gewant
Dewt, das die frenntschaft sdieacht nimant,
Ob der fireont nit ist reich an guet
Oder hat nit kunstreichen muet
5 Oder nicht ist von hohem stamen,
Von hohen ampten oder namen.
Znmb virden die wort an dem klaid:
Leben nnd dot pedewten paid,
Das ein freont mit dem andren eben
10 In frewd und frolikait sol leben,
Der-gleich in traebsal, angst nnd not
Pey im pesten pis in den dot,
In trew und lieb gancz nngeschaiden,
Den dot auch willig far in leiden.
» Zam fonften zway wort an der stiren:
Samer und winter declariren,
Das ein frennt sol frey halten rüeck
In glüeck und auch in ungelüeck.
[bl. 46] Darpey war frenntschaft wirt erkent;
20 In not der hewchler sich abtrent.
Zum sechsten zaigt das pild sein herz,
Dewt, das ein freunt in ernst und scherz
Anzaigen müeg sein haimlikeit
Seim freunt als im selb alle zeit,
26 Das es pey im pleib gar verschwiegen
Und trewlich pleib verporgen liegen.
Zum sibenden zway wort man sach
Im herzen, lawten : ferr und nach,
Dewt, das kein zeit noch stat sie schaid,
30 Wie vers sint von einander paid,
Pleibens pestendig pis ins ent.
Und darnach nach diesem elent
Sie dort selig in frenntschaft leben.
Das wol uns got auch allen geben,
36 Da ein ent ist als nngemachs,
Das wünscht von Nürnberg Hans Saclis.
Anno salutis 1547, am 15 tag NovembriB.
2 6 T verporgen. S ▼ersehwigen.
124
Das cristlich leirteiit hercz.
Eins mals sach ich an einer want
Ein pildwerck, tlas ich nil verstant:
Ein herlich weibspild lag im gruml,
6 Auf dem ein schwerer ampos stund,
[bl* 297*] Auf dem ein liisch kolfewer pron,
\'or dem ein mager weibapild ston,
Die hilt ein hercz in ainer zanp^en.
In dem ginenden fewer gt'angen.
li) Dargegen stund ein weibes-pild
Mit eim drifacUen hamer wild,
Darmit echlneg sie gar nn gehe wer
Auf das hercz, welches lag im lewer,
Mit grimig-, ungefiiegen schlegen.
16 Doch Btnnd noch ein weibspild dargegen,
Die senlich auf gen himel schawt,
Darfon es reichlich herab-thawt
Auf das zerschlagen, prinent hercz,
Sam zw küelen sein angst und echmercz,
«0 Als ich fragt, was dis grael pedewt,
Da sagten mir v erstendig lewt:
Wer hie gotselig leben wil,
Der mu8 leiden Verfolgung vü.
Der-halb ein solch gotselig hercz
ab Wirt vol anfechtung, crewcz und schmercz
Von der gotlosen neld uoghewr,
Die haltenß in der trnebsal fewr»
Das die Verfolgung auf es schlach,
Schaden au leib, er, guet entpfach
1 Im ««obeteti spruabbuobü, bl 207 bit 208. VorgL die orwuilflriing
i. 424 bii 436 and die »nmerkuDg (l»zu am ende dieie« 2S bandet« 3S S gotlel|i
125
und im gancz geferlich nach-stelt
Wen nun das hercz also wirt qnelt
Von den gotlosen nmb nnschold,
So erhelt es doch die gedold,
6 Liegt nnden nnd lest auf ir schmieden,
Wirt als grosmüetidich gelieden.
Den schawt die hofi&inng anf zn got
In dem crencz, trnebsal, angst and not,
Im als dem aining helffer drawt.
10 Den wirt von himel ab petawt
[bl. 298] Das hercz, mit gottes gnad getrost.
Das es wert mit der zeit erlöst
Von seiner widerwertikeit.
Cristns sey auch vor dieser zeit
16 Dnrch dieses ellent jamertal
Dnrch leiden, crencz, angst und trnebsal
Eingangen in sein herrlikeit.
Also wert im nach dieser zeit
Vür dis petrfiebt zergencklich leben
20 Von got ain ewig seligs geben.
Da fried nnd rfie im anferwachs.
Das wünscht von Nörenberg Hans Sachs.
Anno salutis 1550, am 26 tag Aprilis.
126
Ein wiiiMlergepiiert aines kindei^ mit aiiieiii 8er
groseu kopff.
Ir herren, Mrt ain wuiider-that,
Die sich kürzlicii ziMpgeu hat,
fi Als man zeit finrfeehuudert jar
und secliü-uiid-filntzjj? jar, uembt war!
Von Dinckelspiiehel auf dem laut
[bl. 218] Zwo meil ein dorfl', Weinperg genant,
Darin ain armes efoick nas,
10 Han8 Ymert der mon genetit was
und Barbara sein elich weib,
Welche mit gros schwangerem leih
An dem fünften tag Novembris
Geporen hat war und gewis
ir. Ein kneblein schön gelidmasirt
Am ganzen leib, wie sich gepiert,
Menschlicher art, all ain das hanht
War uebergros erscliröcklich, glaubt t
Voraus den jungen schwängern franeu
a» Üebernatürlich an-zu-schawen,
Het doch ain klain angsicht daforn,
Linhart ist es getawffet worn
Von pristers haut, nnd ist vurwar
Itzund alt auf drey virteii jar,
1» Doch waint nnd schreit es tag und nacht
Ganz cleglich und fast stetigs wacht,
Wie das vil hundert man und frawen
Pezeugen, die das kindlein schawen.
Was der gros kopff pedewten thnet,
1 Im «Iftan Npreobbacb« , bl. 217' bii 21S'. Em n^itihi oooh v{«le blldsr'
bogetif die dArsielluLtigeti aolober vrondergebiirleii entballaii.
127
Daron das kint so wenig raet,
Das- selbig das wais got allein,
Dem al ding nnferporgen sein.
Doch als vil ich der sach verston,
6 Dünckt mich, das gros haubt zaiget an
Den heuptem aller öbrikeit,
Sich wol färzosehen die zeit
Vor gottes zoren, straff and plag,
So kürzlich aaf sie knmen mag.
10 Wan got zaigt oft künftig gefar
Zw wamnng seiner yolckes-schar
In der natnr, san, mon und stern.
In himl, wasser, Inft, fener und em,
[bl. 218'J In der gepnert menschen and thier,
16 Aaf das man sol pnes wnercken schier,
Von dem süntling leben abston.
0 gottes zoren, prinne on
Und e enge die götlich straff;
Die almal die gotlosen traff,
so Die gar kain pnes nit wolten thon.
Nan rüeff wir Jesam Gristam on.
Der w5ll sein heilling gaist ans geben,
Das wir darch ein recht cristlich leben
Der straff and alles angemachs
26 Entgen, das wünschet uns Hans Sachs.
Anno salutis 1557, am 26 tag JonL
52.
129
6
Krieg het ich alzeit hold;
Dramb hab ich fendrichs-Bold.
5 Mit paeln und spieln zu gwinnen
Darff aof-mercklicher sinnen.
Wer handelt nnferschembt,
Gleichen Ion wider-nembt.
10 3
Nimer gelt, nimer gsel,
Droll dich hinab gen hei!
HeroB-dans.
Solch kartn fint Schwab nnd Payer
16 Pey Endres Obermayer.
Der grfien kflnig.
Ich, künig ans Denmarck,
An lant nnd lewten starck.
Gmen-ober-mon.
20 Der rentschreiber ich pin,
Schaw auch auf mein gewin.
Grüen-onter-mon .
Ich pin der suedelkoch,
Pias mir ins offenloch.
26 Grüen panner.
Ein frewlein zart und schüen
Dregt das paner von grüen.
9 grften.
Die kinder in dem gras
so Scherzen an unterlas.
%*^^m 8»oliS. XXI U. S
r
^M
^^^^H 8 ^M
i^^^^^H Da» Bpil lest, luag ich jehen, ^^H
^^^^^H Ain iu biriiern sehen. ^^M
^^■' 1
^^^^H IV Wer halten wil al schanezeti, ^H
^^^^^^B Mnes iu aim klttel danczeu. ^^M
^^^m ^1
^^^^H Poeleii, spiln und por^en ^H
^^^^^^B Macht vil liaimliches sorgen. ^^H
^^^H ^M
^^^^H In die gertten spacirn ^^M
^^^^H Tlint pas, den spiel ver1ii*n. ^^M
^^^m ^M
^^^^H Schneiden, tu Ren nnd bajen ^^M
^^^^H n Thuet pawern wul erfrayeu. ^^M
^^^M ^1
^^^^^H Mancher ob dem spiel ^^M
^^^^^H An hicZ) vor angsteii schwiczt ^^M
I^^^^^H graen ^^H
^^^^^H 20 Der foUen prueder wappen ^^M
^^^^H Macht vjl thoren und läppen. ^^M
^^^^H aiohel-küaig. ^^M
^^^^^H Ich, küug der Fersen prechtig^, ^^|
^^^^^^H Au lant und lenten niechtig. ^^M
^^^^^M ^ AfclLel-obermaii. ^^^H
^^^^^^H Der pfeniDg-maister was, ^^M
^^^^^^H Mein selb ich nie verglas. ^^M
^^^^^M ^^1
^^^^H Ich pin zu hof post-pot, ^^|
^^^^L^ pr«obLig. ^^H
131
Pring euch gnet potten-prot.
Aiekel-ponner.
Das aychel-ponner ich trag,
Am glneck ich nit verzag.
[bl. 278] 6 9 ayokel.
Mancher kann der künst viel,
Wie ein saw im pretspiel.
8
Wem kain spiel wil geratten,
10 Der gwint ain solchen pratten.
Man spricht nach alter weis:
Was ain Inest, ist sein speis.
6
16 Der dancz nnd anch das spiel
Macht nach-gedenckens viel.
Hüet nmb klain nnde gros,
Das kainen der pock stos.
Wer ob dem spil erplint,
Acht weder weih, noch kint.
Wer das spil nit thaet fliehen,
36 Mns oft streb-kaczen zihen.
Das ayohel-daiis.
0 leb, dw starckes thier.
Hilf, das ich nit verlier.
Der Bchellen-künig.
30 Ich, kting ans Indian,
Nerrisch hoffigsind ich hon.
9*
138
Der peschlnes in dis 11 pnech.
Die suma all meiner gedioht.
Eins tages fragt mich ein alt mon,
Wes ich mich het gennmen on
5 Füer kurzweil mein lebtag pis-her
Neben meiner hantarbeit schwer.
Ich sagt: ^In meiner ersten jugent
Sich auch in meim gemüet zw-tmegent
Naignng zn wolnest mancherley
10 Als pnelen, spil and schlemerey,
Der-gleich den yast die jogent wäet.
Ich aber dacht in meim gemttet,
Solch knrczweil prechten sünd and laster,
Weren vil nnglaecks ein ziechpflaster
15 Und prechten ein nnerlich wessen,
Und erweit mir pnecher zw lesen.
Darin ich mancherley erfüer,
Darfon klaeg und geschicket wner.
Dis pflanczt ich fleissig in memori,
20 Fing an and las manche histori
In deatschen paechem allerley,
Gaistlich and weltlich, anch darpey
Schön artlich poetische fabel,
Verporgen gleichnas and parabel.
26 Das mich herczlich erfrewen thet.
Nach dem aach laest zn hören het
Gaet künstliches maistergesang,
Welchem ich auch nach-henget lang,
Pis ich drat in das zwainzigst jar
30 Meins alters, zw Mttnichen war,
*
1 Im elften spracbbuehe, bl. 394 bis 395.
134
Da fing ich selb zu dichteo an.
Pey der kurzweil, meiTi lieber mon,
Hab ich nach dem mein zeit vertriebep,
Pin nun pis-lier darpey pelieben/
6 Der alte man mich weiter fragt
[bL 394'! Und pat mich ser, das ich im sagt,
Wie vil ich den meiner gedieht
Maistergeeangs het zw-gericlit
In suma durch mein ganczes leben.
10 Dem alten thet ich antwort geben:
„Der sint viertawsent ansgesundert
und darzw eben gleich zwayhundert
Und darzw noch achzelien par,
Hab ich mit haut und mnnd für war
16 In drey-nnd-virzig jaren eben
Frey ^iflFenlich an tag gegeben/
Der alt man wundert sich der zal
Und fraget mich aber ain mal,
Von was materi die gedieht
ao Der gesang ich het zw-gericht.
Da antwort ich im widerutob:
,AUerley art ist diese surab,
Alna tails schriftlich zu gottes glori,
Ain grose sum weltlich liistori,
25 Schuelkiienst, fabel und poetrey,
Zwditler ans der philosophey,
Höfflicb und abgeriben renck,
önet lecherlich poßsen und schwenck«
Die par bah ich gesezet schon
Sil In zwaihundert-zwen-und-8ecbzig thön.
Doch unter diesen thönen sein
Dreyzehen thön aigen und mein.**
Weiter thet mich der alte fragen,
Ob ich nit aach pey meinen tagen
JJ6 Etliche Bpruech het zw-gericht
Von reinen gepunden gedieht.
Hin-wider antwort ich : „Vürwar
Ich hab die ob-gemelten jar
Gemacht drey-und-fdnfzig coinedi,
40 Darzw acht-und-virzig tragedi
Und kurzweiliger fasnachtspiel
185
[bl. 395] Sieben-nnd-sibenczig, darzw vil
Eampff-gesprech gemacht wunderpar,
Allerley materi vfirwar,
Vil gsprech zu znecht der turnen jagent,
6 Auch wider laster und nntnegent,
Lobspmech, dagred und vil histori,
Pasqnili und dialogi,
Höfflich, artlich poetisch renck,
Possen, fabel nnd gnete schwenck.
10 Der sprfiech vil knmen sint in dmeck.
Icz sint die snma aller stneck
Acht-nnd-zwainzig, darzw sechshundert.
Die hab ich fleissig ausgesnndert,
Geschrieben in ailff pnecher wol.
16 Mit dem spmech ist dis ailft pnech vol,
Hab das peschlossen anf den tag,
Als man nach Crist gepnert, ich sag,
Gleich hat zeit fünfzehondert jar
ünd-siben-nnd-ffinfoig fürwar
90 An dem f&enften tag Octobris,
Als ich meins alters war gewis
Eben gleich drey-nnd-sechzig jar
Wenger aines monatz vürwar.
Got dem sey ebig lob nnd er!
25 Möcht wol fort nit vil dichten mer;
Die gnelden qnell ist vast verloffen/
Der alt sprach: „Zn got soltw hoffen,
Er wer dein kreft dir stercken mer,
Zw dichten.*^ Dardurch gottes eer
30 Und des nechsten nncz anferwacbs
In znecht nnd thnegent, wünscht Hans Sachs.
Anno salntis 1557, am 5 tag Octobris.
Got sey danck!
6 S Lobsprieh.
136
Ain fasiiaclit-spiel mit 4 person, den wQeeher
und auder pescliwerd petreffenL
[bl. 53'] Jupiter, der got, drit ein und spricht:
Es Bchrett das gancz meoseblicb geschlecht
ö Zu mir über gewalt und recht
Und üeber wuecherliche hendel,
Wie die Bind alles unglüecks drendel:
Uiiden aof erd aus allen ytenten,
Die nntertban sambt den regenten,
10 Adel und purger in den mawren,
Eauflent, hantwercker und die pauren,
Arm und reich, jung unde alt
Schreit als zu mir auf der gestalt
ümb hilf, ich boI mit pliczn und diinder
16 Za straff auf erden schlaben runder.
Und geit ie ains dem andern die schneid
In zoren nnd mit ungedueld
Auf ganczer erden mit gewimel.
Des mag ich lenger nit zu himel
20 Pleiben, sonder pin kumn auf erden,
Den rechten grund innen zu werden^
Wil selb verhören die partey,
Wer in den dingen schneidig sey,
Den wil ich nmb sein übel straffen
2h Und hilf dem uiischueldigen schaffen,
Derhalb dret her auf diesen tag
Und clag hie, wer zn klagen hab!
Der paner drit her and spricht:
Hör, dw höchster got Jupiter,
1 liti iw^ilften Aprucbbacb«, bi &I bii (7'« Gedruckt aU 78 fiutoiM>bti|»»«lii
137
VoB mir mein hartsel UDd pescbwer!
Wie sol mir anoen pawern geciieen?
leh mos ackern, Bchneiden und meen,
Dreschen und holzhacken darzw,
Hab weder tag noch nacht kain rw,
Mich peinigt rent, zinat, güelt nnd fron,
I [bl. 54] Mnes schier erneren idermon :
Adel, pfaff, petler und tanosknecht
Snecht alles pey mir »ein erbrecht;
10 Wolff, fuechs, oiarder, kraen und raten
Wil als sein narnng von mir haben.
Ich arbeit hart und lieg nit sanft,
Von grobem prot ib icli ain ranft,
Mein dranck ist wasser, milch und schotten ;
u Mna doch mein idermau las»n spoten.
Ain kittel grob mich auch an-erbt,
Der krieg mich oft in gruud verderbt,
Freund nnde feint mir fallen ein,
Dreiben mir hin ros, kne und seh wein.
A> Hab ich etwan mein gelt eingraben,
So erwujschn mirs die krieges-knaben;
Auch Wirt mir hans und hoff abrent.
Enttehen ich den an dem ent
Gelt, darmit ich wider auf-paw,
tt So schirt mir der leben- herr gnaw,
Das im das koren wirt zu essen,
Und ich hab kaumb gnug stro zn fressen,
Hab ich den ain frist nber-gangen,
So lest er mich legen gelangen,
» Dringt und drueckt mich, wis im ist eben.
Hab ich nit ain hartselig leben?
Dnimb, Jupiter, rueff ich dich an.
Hüff dw mir armen pawers-man,
Die-weil mich stinst iderman mit
M Verechtlich, gleich mit fnesen drit.
jH m
Der hantwercks-man drit herfner und spricht:
Ey, pawer, schweig ein weillen still;
Dw clagest ser grose nnpiU
über die puerger in der stat,
Wie sie dich alle in der stat
138
fbl. &5]
Peschwereri also vil und hoch.
Mein lieber pawr, mich pediinckt doch,
Wie dw ckgst iingeplewten ars.
WillüB nit glawben^ so erfars.
fi Ir pawern ligt stecz pey dem wein
Und Schlacht im jar vi! gaeter seh wein
Und est der sewseck nach der paus;
Ir halt in allem vollen hatis.
Im Winter gel ir int rockn-staebn,
10 Da scherczen maid und die rospuebn ;
Zu nacht die pawren-knecht erst fenstern,
Habt gnet warm atuebn, so es thuet glenstenu
Im snmer stecket ir die luayen,
Kat kirch weich, hochzeit, dency. und rayeu,^
ih Kuegeln, hannen, steigen und lauffen.
Ir thuet euch lündisch klaider kauffen.
Was Bol ich treiben vil geschwecz?!
Ir pawern samelt euch gros schecz,
Aus habern, gersten, ruebu und krawt,
90 Aus koren j flachs und was ir pawt,
Holcz» ayr, schmaltz und allen dingen.
Was ir nur in die stat thuet pringen,
Das gilt euch alles gelcz genueg.
Noeh praucht ir u uferst an t und trüeg,
2ft Seit hertmewlig und anferst an den
Und grob palde mit mund und banden,
Ser unghorsam der obrikeit:
Und dw clagst doch zu aller zeit!
Darunob bd schweig und schaw mich an;
so Ich pin ain armer hantwercks-man,
Mein hawt raus ich gar hart dran strecko,
Noch wii mein arbeit mir nit kleckn,
Das ich ausknm in meinem haus.
All ding ist spiczig überaus»
•fi Kiimbt schier als in die tirden heut,
E den es mir wirt zu-geweat.
Vil muea ich fon ehalten leiden,
Mein nachtpatiren mich hassn und neiden,
Kawflewt und künden mir abseczen,
2& 8 bertmemewlig.
139
M 55'
Maid uDde koecht sie mir verheczen,
Verleger und kaufflewt mich (luecken,
Hawszinst and lossang thuet midi dniecken.
Derhalben naein weigzewg und pet
Zw Sclmaitach entern Jnden stet.
Entriem ich etwan gelt darneben,
Mns ich zw ifachen wüecber geben.
Dannit so wirt ich gar pereit
Gen Straspurg anf die bacbzeit.
Schaw, Jupiter, dw höchster got,
Derhalb schrey ich ans dieffer not
Zu dir, dw wölst mir helffen pald;
Mir gßchicht gros nnrecbt und gewald;
Und wobt auch straffen alle, die
Mich also nnterdrüecken hie.
"^Bor parg^er o^er kaaffman drit ein ond apriolit:
Thw gmach, tbw graadi, mein hantwercks-mon!
Deinr clag hast gar zn vil gethon.
Was dw aber dein iiorenht klagst,
to Ist nit 80 heftig, als dw sagst.
Deinr hartsei machst dir selber vil :
Wen dw ligst pey dem wein nnd spil.
Den montag zu dem suntag feyerst,
Etwan mit voller rot umbleyerat,
Gest umb mit vögeln und mit dauben,
Und kawft den weibern kostlich schauben»
Vil newer gattung ir auf-pringet,
Darmit ir selb ainander dringet,
Und dat anch vil lerjnnger leren,
so Darmit aichs hauffen-werck thnet meren,
Gebt hin zn neyd audi an einander,
Pis ir verderbet allesander.
Den thuet ir in dye krieg hin-lauffen,
Last weih und kinder ob aim hawffen
w Siezen in armuet auf und nider;
Und wen ir den kumet berwider,
Must ir den reicbn lanlTen zu gnaden
Und schweren wuecher auf euch laden,
Und wolt doch lehn den reichen gleich.
10 Doch werde-n euer etlich reich;
140
fbl. 56J
Ir habt gnet machen: welcher wil,
Ir arbeit in der rne nnd stil^
unter dem obtacb in dem Debatten,
So maeB ich in der weit amb-watten^
5 Ain armer kauffman ymer zu,
Pey tag nnd nacht an alle rne.
Da peinigt mich den zol und mawt
Und glaitgelt, fuerlon nberlawt,
Zu Wasser, laut icb far und reit
10 Auf mes und raerck mit ferlikeit
Durch perg und daL Murder und rauber
Räumen mir oft mein wetscbger sauber
Und strayffen mir mein gelüicb ab,
Was ich for lang gewunen bab*
16 Oft wem mir wegen auf-gebawen;
Etwan puelt man mir auch mein frawen ;
Aach wirt mir »er vil schneid entragen:
Der-gleicb mir oft vil war vertagen;
Auch stocken etwan gar die bendel,
ao Und der-gleicb solcher nngluecks-drendel.
Knm icb mit der zeit umb das mein
Und rinn also gemachlicb ein,
Des zw klagen thw icb mich Schemen.
Wjl ich den etwan gelt entnemen,
in So salzt man mir das pfenwert wol:
Per cento ich zehen geben soL
Wirt noch mit schwerer pnerd peladen,
So pringt ain schad den andern schaden.
Soliches alles dag ich dir,
»0 0 Jupiter, zu helffen mir,
Das icb mit kiiiden ond mit weihen
Mng ain purger und kauffman p leiben.
Der pawer spricht:
Hör zu, mein purger und kauffmon,
»6 Dw pist oft selber schueldig dron,
Weil dw oft tbuest daheim verwalten
Ein grus nberschwencklicb baiislialten
Und lieltst kostlicb pancketerey,
Als ob dein discb-käng Artus sey.
40 Auch hapt ir Instgertn und herrn-aicz
Ul
Anh kostlichest staffiret icz,
Anch faert ir gros unnfiecz gepew,
Hansrat aufs zirlichst gnet und new,
Klaidnng auf all new fnnd zn-ghricht.
h Und was ainr von dem andren sieht,
Das thnet er alles nach gancz prechtig,
Als ob er sey gros, reich und inechüg.
Schaw dw zw, mein lieber kanffmon,
Wer solchs den nit erschwingen kon
10 Und im darmit entschlnepft ain faes,
Pillig man sein den lachen mues.
Gschicht dir solichs, ist die schneid ie dein.
Dammb so las dein klagen sein;
Wan dir geschieht ie nit uni*echt.
16 Der kantweroks-man sprickt:
Das selb dünckt mich auch warlich schlecht;
[bl. 56'] Dw pist, der aus geiczigem mnet
Uns alle war vertewren thuet.
Der-gleichen dw uns die hawszinst
M Staigerst auch alle jar aufs minst.
Das als vor in der alten weit
War wolfail und umb ringes gelt.
Der-halb dw und der wuecherer
Pringt gancz menschlich gschlecht in gefer.
25 0 Jove, durch dein gotlich gab
Hil£f uns kauflewt und wuchrer ab
Auf das es in der weit pas ste
Und sich sanft emer gleich wie e.
Der Jupiter sprickt:
so Ir claget all drey ser und vast;
Ir seit peschwert mit überlast.
Wen ich an-sich euch drey partey,
So seit ir im gmüt ainerley
Und ist gleich ainer wie der ander.
86 Ir seit recht strefflich allesander;
Wan ir macht euch ungluecks unhail
Selber allain den maisten dail
Und gebet doch mit ungedüelt
Ie ainer dem andren die schneid
142
Und Toraus auch dem wucberer.
Wie er euch alle drey peschwer.
Das-selhig mag leicht gleich wol sein.
Nun hört die trewen lere mein:
A Halt sich euer ider in seim stand,
Wie im gepiieri mit miiiid und liand!
Fach iiiche über sein vermuegen an!
Des wuchrers kan er müessig gon,
Ner sich h\ der stil, als er böIH
10 Nun raerckt, ob ich gleich straften wtiü
Und scheus mit ainem doner-stral
Unter die wnechrer ab zn dal,
Wiira die triimer au ench auch springen.
[hh 57 J Den wuchrern gleicht ir in vil dingen j
ir* Weil ider enecht sein aigen nnecz,
Seira neehBten zu schaden mit trnecz.
Dw, kauftmau, dreibst vü poser stüeck
Mit poäer war nnd ander dneck,
Hit liegen, driegen und popiczeu,
M Uberzelen und uberschmiczen;
Dein stueckwercker druecken darneben,
Aufs wolfailat kaiiffn und dewerst geben,
Die lewt aufseczu mit schwinden Sachen
Und darnach panca rotta machen.
•16 Maiuöt, oh solche petriegerey
Nit eben gleich dem wucher sey?
Und der-gleichen, dw Tuantwercks-mon,
Fiat auch der poesen stueck nit on:
Vil hanffen>wercks dw auslün suedelät,
30 Auf das geringst, stüempelst und wiiedelst,
Darmit petreugst die leut au laugen
Und achwerest in das ans den aügen,
Wen man dein arbeit haben aol ;
Kanst dich auch machen nonücz wol
36 Und dem kauftman auch sawer macheu.
Dem wnchrer gleichsfcw mit den Sachen.
Der-gleich, dw pawer, auch vol geicz,
Dw heltzt hin-hinder körn und weicz
Und fuerest nichs rein in die stat,
lü Fis es zwifach sein tewrung hat;
Dw lenterst aacli das schmalcz nit rain,
148
Letst auf das holcz inwendig klain,
Handelst auch wol dem wnchrer gleich.
In snma: Wert ir all drey reich,
So triebt ir warlich mit gefer
6 Das, so iz treibt der wnecherer.
Derhalb rat ich ench dreyen noch:
Trag ider mit gednld sein joch,
\bl. 57'] Weil kainr des andern kan geraten!
Wont ainander pey mit guetaten,
10 Weil ir den maistail schneidig seit
Ider seiner hartselikeit!
Doch wil ich aber nit verschlaffen,*
Die grosen wnechrer anch pald straffen;
Wan wnecher-gnet das haftelt nicht,
15 Wie man pey allen wnchrem sieht,
Und raicht nit an den driten stamen;
Zn gmnd gent ir kinder alsamen,
Müesen ir gnet den reichem gebn,
Und sie mnesen in armnet lehn,
to Dmeckn prot essen nnd wasse sawffen.
Den Wirt erfrewt der arme han£fen.
Das got anch siezet am gericht,
Der kain nbl lest nngstraffet nicht.
Das wnecher nnd all geiczikeit
26 Wert ansgerewt in kurzer zeit,
Dardnrch ent nem vil nngemachs,
Das wünschet uns allen Hans Sachs.
IHe person in das spil :
1. Jupiter, der Oberst got
2. Kauffmon
3. Hantwercks-man
4. Der pawer
Anno salntiB 1^7, am 23 tag Decembris.
284.
144
(jesprech kttnig Alexaiidro Magno mit Diogene,
ilem philoyaplio.
Der geschicbt-schreiber Plntarchus
Schreibt, wie Alexander Magnus
& Eins tags kam in Athen, die stat,
Darin er den gefunden bat
Diogenern, pliilosopbum,
Der secten aineii cinicnni.
Der dort in afner kiiefen sas
H) Und Zettel zu-sam leimen was.
[bl, liy] Nun bet der künig vor den tagen
Von seiner weistbeit boren sagen ;
Wie er verschont kainer person,
Seine menget zu zaigen on.
ib Der-halben er hin zu im drat,
Alexander KagnnB.
In also angesprochen hat:
,Wer pistw doch? das zaig mir an,**
Diogenes , pbOosophns.
20 Er untwort im : ^Ich pin ain man
Und auch ain künicklicher bund."
Alexander.
Alexander im antwort rund :
^Warumb ein hund ? das weat ich gern.**
I Im xwttlifton flprnchhuche , hl. HS' bia 123'. Godmokt im 4 b&n^ob
der fiiiitii&oht»pie1i9 , 9, IX hh XVtL Vern^l. l>iiDd 7. e. 258 hh 267 and
44 fAi^tnmobt«f)iel« In eintolnen verRen Ktiuittit 6ik$ ge«|irLicli dftQiii wfirtlicb
ein. li S woitcit
145
,Der antwort wil ich dich gewern.^
Sprach er, ,ich peis die schnöden lasier,
Mein peyhi ist der argen eczpflaster;
Ich kracz in aof ir drfies nnd pewln;
Ich rench nnd spüer die laster-fewln,
Leck sie mit meiner scharpfen znngen.
Idoch die alten nnd die jnngen
Fliehen mich trewen hnnd all paid,
Zihen nicht mit mir auf das jaid,
Zn fahen die holtseling tnegent.
Der-halb verdirbt die plüent jnegent,
Weil sy vol pegird nnd affect
Erplint so lesterlichen steckt,
und verachten mich trewen hnnd.
Ich pit dich, thw mir anch hie knnd:
Wer pist den dw? mich anch pericht!'
Alezander sprach: ,Eenst mich nicht?
M Ich pin Alezander Magnas,
Der künig, mein philosophns.
L^^' 119^ Ich merck, dw pist ainer der armen,
Deins elends thw ich mich erparmen.
Dammb so peger hie an mich,
26 So wil ich hie pegaben dich
Mit ainer künicklichen gab.^
Biogenea.
Der weis sprach: „Drit ain wenig ab!*
Der küng nnd sein hoff-gsind ab-dratn,
80 Mainten, der weis wolt sich peratn,
Was er an künig wolt pegem.
Alexander.
Der küng drat wider zu von fem,
Sprach: ,Hast dich phratten ob der gab?*
•Strtwn.
**^8hIu. zxui. 10
^fl
BHI^^^^H
146 ^^
Biogenis. ^^^^H
Diogenes antwort: ^Drit ab, ^^^|
Dw nembat, das dw mir nlt kanst geben.** ^^^|
Alexander. ^^H
6 Alexander im antwort eben: ^|
^Wae sem ich dir? das zaig mir an.* ^M
Btogenes. ^M
^Dw tbuest mir vor der suaen ston/ ^H
Sagt Diogenes, ^zu den daten ^H
10 Macbst mir sambt deinem hoffgsind schaten, ^H
fc Auf das icb an der snnen schein ^^^|
1 Niclit druecli:nen kan die zettel mein.*^ ^^^|
I Alexander. ^^^|
W Der künjg sprach: „Sag aber mir, ^^^|
n Was 8ol zu schenek ich geben dir? «^h
^ Als-den wil ich nit Jeuger sten." ^|
■ Biogenes. ^^^M
1 Der weis sprach : „Tbw nur von mir gen * ^^^|
W Deiner gab tUw ich nit nach -trachten/ ^^^H
Alexander, ^^^|
Der kling sprach: »Thnest mein gab verachten, ^^H
Die icli dir als der mächtigst herr ^H
Der ganczen weite weit nnd ferr ^|
H [bi.
120J 2w-9tel, und kan reich machen dich?* ^|
i» Diogenes. ^H
_ Er sprach: „Dw pist ermer wan ich; ^^^|
■ Das kiinckreich Macedonia, ^^^|
■ Welches dir hat verlassen da ^^H
W Küng Philtpus, der vater dein, ^^^|
so Das kan dir nit genagsam sein, ^^H
Und stelst nach andern reich- nnd landen ^^^|
Mit krieg und gewaltigen banden, ^^H
Dar mit zaigstw dein armuet on.*" ^^H
U7
Alexander.
Der kümg sprach: ^Mir Eimbt, mein krön
Stetigs zw aaffen und zw meren.*^
Biogeiies.
i Der weis sprach: „Gschecha mit recht und eren,
So bet solch menmg ein peBtant.
Dw aber thuest lewt und auch lant
Od nrsach Eod an recht pezwmgen,
Mit raub, rootl nnd prant darzw dringen
10 und püeckest die unter dein joch.
Darmit verderbstw aber doch
Als eis lantzwinger lewt und lant*^
Alexander.
Er sprach: «Wen ich mit küenor hant
Iß Vll lant und künckreich zu mir pring,
Mainst nit^ es sey ein löblich ding,
Dar-dnrch mein nam wirt gar ondötUch?"
Biogenes*
Diogenes sprach: ,Es ist spotlich,
10 Das dw vil mer in deinem krig
Dorch veretrey erlangest sieg^
Mit pratick und vil pösen düecken
Thuest die unscbuelding unter-dröecken.
Mainst, man gedenck dir das in eren?"^
m Alexander.
Der küng sprach: »Mein reich thw ich meren,
120*] Die-weil mir pis-her hat das glüeck
So trewlichen gehalten rüeck.
Dem ich pillig weiter nach-heug/
Biogenes*
Der weis sprach; »Es pleibt nit int leng
Das glöeek; wan es ist wanckelmiietig:
Ein zeit lang erzaigt es sidi güetig»
Endlich Wirt es wider dich sein,
Verlewst zu dem frembden das dein
10»
148
Und etwan aucli dein lebn darzn,
Weil dich nit lest peniiegen dw,
Pegerst nur Im er mer zn gwinen,
Dir Wirt noch das gancz ertrich zrinen.
t le mer dw haBt, i© mer dw gerat
Und öchier die ganczen weit peschwerBt
Mit deicem pluetigen streitfannen.
SoIchB zimpt aim wüetrich and thirannen,
Pißtw ain got, so soltw thon
10 Guetes auf erden idermon:
Schüecssen und Bchjrmen, helffn nnd scliencken.
Pist abr ein inenscb, so solt gedeiicken,
Das dw warbaft auch selb pist dötlich.
Derbalb ist es thörlkh und spötlicb,
iB Das dw nit lest settigen dich.
Derhalb so piu vil reiclier ich;
Wan ich las mich an dem peuüegan,
Was mir got und natnr tlinet fliegen»
Hab mantel, dascheu^ stab und schw;
»0 Nit mer leb auch pegei*en thw»
Derbalb ger ich nicha deiner scbenck/
Alejcander.
,Mein Diogenes, ains pedenck,'
Sprach er, ^icb hab uiechtigen gwalt,
26 Das erhebt mein hercz mauigialt
Und pringt mein nam zu rumb und eren,"
Diogenes.
[bK 121] Der weis sprach : ^Deln gwalt thustw meren
Mit gwalt, wirt raicben dir zu schaden,
30 Wo dw aber berschest mit gnaden
In landen deine unter thon,
3o plieb gehorsam idermon,
Zu allen dingen gar gnetwillig.'*
Alexander.
86 Der köng sprach : ^Hersch ich gleich unpillig,'
So straff ich dammb grawsamlicb,
Das iderman mus fnercbten mich.
Darmit halt ich mein volck im zaumb/
36
t2r]
149
Diogenes*
Der weis sprach: „Gwalt int leng^ wert kanm,
Wie den fast gschach allen tirunnen.
Wen man den pagn ihnet zn liart spannen,
Wen dw strafst dein volck hertidich,
Das sie all müesen fuerchteo dich,
So fnerchtens dich als ain allain;
Dw raaest sie fnerchten all gemain,
Derhalben igt dein stant geferlich,
Entgest IT aller anfsacz schwerlich,
Wen sie dir alle sint abliolt/
jLlex&nder.
Der künig sprach: ^Sag an, wer walt
Dnrch ein aufruer mich grewffen an
Oder durch mewtrey, weil ich hon
Gerüst mein qnardi and trabanten,
ümb mich mein freant und wolpekanten«
Die mich verwaren nacht nnd tag
Daa mir kain gwalt geschehen mag
Weder haimüch noch offenlich?**
Diagenes*
Der weis sprach: „Wirt nit helffen dich;
Trewlos sint der menschen gemiieter.
Man spricht: Wer hüetet vor dem hüeter?
Die-weil die aller-nechsten dein
Gar oft dein ergste feinde sein
Und dir oft anfs heftigst zn-seczen.
Mit gift oder dem seh wert zu lezen,
Wie gscbehen ist vil kling nnd ftieraten,**
Alexander.
Alexander sprach: ^Hich ist düersten
Nach gwalt: pin ich gwaltig nnd mecbtig,
So halt ich mich kostfrey und precluig,
Vor mir packt lant nnd lewte eich.
Mein Diogene, aber dich
Ert nimant, dw mnst dich hie schmiegen,
In deiner kneflTen elent liegen,
Veracht in armnt imer-zw;*
150
,Ich piü vil gwaltigeiv wan dw,"
Sprach er, „darumb verste mich recht;
Wan dw pist ain knecht meiner kDecht.
6 Derhalben t!iw iwr von mir genl*
Alexander*
Der kuiiig gprach: „Las mich versten^
Wo pin ich aiu knedit deiner knecht?"
Dioffenei.
10 Der weiß sprach: «Küng, verBt^ mich schlecht 1
Durch lieb der weißheit in meim lebea
Hab ich alln iaBferii urlanb geben,
Als hütTart, geicz, neid, IiaB und zoni,
Unkewsciieit, fiielerey und rnmorn
i& Und all solch unürnlich pegirt,
Welche mich vor haben regirt.
Die hab icli all getretten under
Und hersch über sie selb icznnder,
Das sie müesen sein meine knecht,
M Und hab auch vor in allen schlecht
Ein alcherheit und guete rw.
Mein Alexander, aber dw
Pist eolchen lästern gar ergeben
[bL 122] Und dinst in durch dein ganczes leben,
g& Die dreiben dich hin unde wider
An alle rw auf und auch nider,
Dariimb so sprich ich wol mit recht,
Dw seyeat ein knecht meiner knecht,
Weil sie all herschen über dich,
ao Derhalb pist dürftiger, wan ich.
Weil foTcht, sorg, äugst, ßchreckeuj verzagnng.
Zweiffei, pegirt, seafzen und clagung
Dich peissn, des ist die hersehung dein,
Niclis den ain marter und ain peiu.
86 In unrw dein leben verzerst,
Wie dw den das teglich erferst.
Ich aber leb in stiller rw,
Nimant seczt mir geferlich zu,
151
Hab ein rwig, sicher gewiBsn,
Wirt nicht mit sorg nnd angsteo pissn.
Ich hab nicha, kan anch oichs verlternp
Pin abgestorbn all mein pegim,
Peifer weder gwalt, er, noch guet.
In dieser willigen armnet
Darin hat volknmenlicb placz
Auf erd der aller-edelst scbacz,
über er, gewalt und reich tumb."
Alexander.
Der küniis: sprach: ^Ich pit didi tritmb,
Zaig mir, was hastw füer ain schacz ?*
Diogenes
Diogenes antwort mit tracz:
I» ^Der Bcbacjc ist allein die weiBheit,
Welicher mich zu aller zeit
Erlosset ans aller anfechtung
ÜEd mich tröstet in der durchechtung.
0 küng, weil ich die Weisheit hab,
Pedarff ich gar nit deiner gab.
Drnmb weich, lialt mir nit auf die snnn!*^
[H in] Alexander.
Der künlg sprach: «Ich gieb dir gwunn.
Ein inechtiger kiinig pin ich^
K Idoch lebstw warhafticlich
In ainem sichern, ghrueten leben j
Wan ich pin, wie dw eagat, nmbgeben
Mit groäer forcht, angst und nnrwe,
Welch» ich allain pedecken thwe
30 Mit meiner krön nnd gaeldem ßtüeck.
Und mich regiri das walzent glüeck,
Daraoff stet mein gwalt, gnet und er.
Ich danck dir weisßer straff und ler,
Mein Diogene, Ich wil dir schenckn
Ain clainat, darpej mein zn denckn.
Nem hin zu hilff der armuet dein !*
Biogenee*
Der weis antwort: „Fehalt das dein;
Ich darffs nit. Was solt ich mit da»?
152
Die- weil ich prot und öUper hon,
Wil ich darpey nit hungers Bterben,
Das kau ich wol an dich erwerben;
Auch ist das wasser hic nit tewer,
fi So darff icb weder bolcÄ, noch fewer.
Auch kaiD pet-gwant. Hab da ein haus,
Da dretbet mich auch nimant ans.
Drnmb uem dein clainat, dw darfst sein pas,
Und mich mit nnpeküemert las!**
jo Alexander.
Alexander der naiget sich
Und sprach : „Die gotter pewam dich !
Mein Diogene, ich wil von dir.*^
Diogenes.
ifi ^0 vil noter wer dir, den mir,
Das dich die gotter tbetten warn ;
Wan dw stest in grosen gefarn
Und must stet leben im nnfrid,**
Akxandtr,
[bL 123] 30 Mit dem der künig von im schied
und rett zu seinem hoffgeind mer:
„Pey dem got Hercule ich schwer,
Und wo icli nit wer küng Alexander,
Sünder wer et wan ionst ain ander,
26 So west ich ie kain mensch anf erden,
Der ich wolt lieber sein nnd werden
Den ebn dieser Diogenes,
Wie-wol eein wort sint scharpf nnd res,
Ist er doch sein pegirdn abgstorben
ao und hat auf erden im erworben
Ein gancz sicher nnd rwig leben,
Und ist der weisheit gancz ergeben.
Der seinen weissen scharpfen 1er
Wil ich vergessen nimer-mer."
Besohlnes.
Aus dem gesprech ein frierst merck'woli
Das es im ste löblich nnd wol,
158
Du er weis lewt halt in der nech
Und oft mit in halt sein gesprech,
Die im an alle hewchlerey
Anzaigen sein geprechen frey,
6 Wie Diogenes ob-gemelt,
Von den er leret, was im feit :
Das kem zu nncz seim regiment.
Welch ffierst aber helt an dem ent
Hewchler nnd schmaichler, die in schmim,
10 Feder-klanben nnd im hoffim,
Pilligen im alles, was er thnet,
Lebens, es sey pOs oder gnet,
Snechen darmit den iren nnecz,
Samlen in iren sack vil g^ecz:
11 Dnrch sie wirt abr ein füerst verffiert.
Zw handien, das im nit gepüert.
Ans dem folget yil nngemachs
Lant nnd lenten. So spricht Hans Sachs.
bL 128'] Anno lalntis 1558, am 11 tag Febniari.
M 292.
3 8 D«r in. 4 8 Aniaig«. 16 S aber. 20 Ki lind 294 varse.
164
Keerze anzaigung der Schlacht, so sich zwischen
kilug riiilips auB Engelaut ntid knng au» Franckreicli anno
1558 am 13 Juni in Flandern pegeben bat.
Naclidein der herre von der Mas
h Gaebeniator zu Calis was
In Franckreich oberster haaptmon
Zv faea wol mit zwolff-dawsent roon
Und mit zway-dawsenten za roa
Mit sechs cartaanen und geschos,
10 Geruestet nach dem aller-pesteu
Und zwisclien GrefflingeD, der festen,
fbl. 8'] Und dem m er ist in Flandern gfallen,
Hat darin erobert vor allen
Dünkircheu, das nicht war peseczt,
i& Mit gwalt das gwunen und za-leczt
Aach sant Minoci perg eingnnmen.
Kala gegen-wer ist im pekumen;
Wan das volck gÜoben war vor schrecken.
So nam er ein vi! schöner flecken,
20 Dorffer und clöster an dem ent,
Hat die plündert, darnach verprennt
Genczlich an allen widerstant;
Es war kain kriegsfolck in dem laut;
Und pracht ain gaete pewt darfon.
26 Als des knog FhilipB langet on,
Zw- haut etlich haupüewt pesant
Eyllent zn necbst henimb im lant
l Im dr«l»ofaot0O ipraebbii«h«» bl. B bl« tO. liedruoki in ß«hnorri «rabiv
I&7S. 7, «. 13 bif 16. Votgh Kmd W«11«r| Die eriien »itumgea. TUbiDgen
1873 (tut, fnt* ni) 1. IAO f. Die iebl»clit boi GrifcTeHDg^b wurde sm 18
Ja1ii Diebe Jani, 1^58 geioblik)(eii.
155
Vam adel und riterschaft wert
Zway-dawsent-und-achlhundert pfert.
Die-aelben faeret man zw-sam,
Auch praclit man des fiiesfolcks mit nam
» Zn-fiamen her von mancbem ent
Geniest ganczer drey regiment
Und auch der Spanier fanfninndert,
Guet hacken-schaeczea aosgesnndert,
Und der war zu fues auf nenn-daweet,
vo Der keim vor den Franzosen ^rawset
Von anferzagten kaenen mannen,
Znei^D EDter ain-nndreyssig fannen.
Als nun die Franzosen Lm lant
Gwnnen mangel an proviant,
ib Da haben sie sich an dem ent
Der festen Greffling zn-gewent,
Vier venleio zu Diinkirchen glasen,
GreffliDgen pelegert der-masen,
Doch daraus grosen schadn entpfangen
dj ao Vom gschüecz, das unter sie ist gangen,
In auf 400 man erschossen.
Da wichens zw-rüeck gar vertrossen.
Als sie nun merckten vor der hant
Des kjinigs zewg aas Engelaot,
26 Haben sich die Franczosen dort
Gelegert an ain glegen ort,
Sieb wol verschanczet und verwart,
Das sie warn an-zu-grewffen hart.
Der-halb der englisch hawff erweit
30 Sich gern feint in schlacht-ordnung stelt.
Den ganezen tag gar unfertro&sn
Wnrt heftig anter sie geschossn,
Das auch mercklichen schaden thet;
Der englisch haaff kein felt-gschiiecz het
ift Solichs geschach auf den zwölften tag
Des monacz Janii, ich sag.
Des andren tags wart man zu rat,
Den feint angriffen mit der that.
Als abgelawffen war die flnet,
40 Rneckt nüeber der raysig zeug guet,
Die feint aber auch lerman schluegen,
156
In ir Bchlacht-ordnung gegen-znegeu
Gewalticlich zu fues und ros
Und liesen ab gen ir geschos
Auf die Englischen, das es erhal
fi Wol auf fdnif- oder auf sechsraal.
Das auch an schaden uit abging,
Derhalb sicli eylent unterfing
Der raysig zewg auf der linckn geittn,
Weil das fuesfolck noch war von weittn ;
lo Doch heftig wart zu in geschossen
Grieff der raysig zeug fraidlg on,
Da wert sich manch riterlich mon,
Da wurt von rossen ain gestös,
[hl. 9*] 15 Von haweDi stechen lawt gedös.
Die FrancÄOsen hielten sich vest^
Die küeraser thetten das pest,
Pis doch leczlichen an dem ent
Der Franczosen zeug wart zertrent,
ao Das er sidi wendet in die flnecht,
Ider sein leib zu retten suecht.
Nach dem kamen erst aneinander
Das fnesfolck der beer paider-eander,
Auch manlich mit einander draffea.
1» Da ist erst mancher man entschlaffen«
Die Franczosen gar dapfer stunden
Und sich der feint aunialten künden.
Aber der Engelender beer
Ketten zwölf streitschif auf dem mer,
3ü Sclinessen binden in die Franczosen,
Das sie entlieh die schlacht verlosen,
Flühen in ir wagen-purg zu-rüeck.
Der ander dail zu irm ungliieck
Der gab übers wasser die fluecht.
36 Den der feint gar heftig nach-suecht,
Wie-wol sie sich auch werten rund,
Doch gingen sie vast all zu grund.
So erlag der Franczosen macht
Gar ungluecklich in dieser schlacht»
11 Die reimieilv f«hlt in 6*
157
Verlner als gsehüeez; andi kam darfon
Nichs von aller manidon.
Der-gleich all rewter and fneafannen,
Anch angfer pey vier-dawsent mannen
6 Sint anch anf irem dail nmbknmn,
An die im wasser schaden nnmn.
Der-gleidi anch da gefangen was
Der Oberst, der herr von der Mas
und sonst noch acht drefflicher herm,
10 Anch YÜ von dem adel von ferm,
f^^ 10] Anch snnst vil geraysiger mit
Gefangen gnnmen nach krieges-sit,
Snnst anch fieber fänfftawsent knecht
Wurden gefangen nach kriegsrecht.
16 EUidi aber der raysing spat
Die flnehen anf Calis, die stat,
Die-selbigen darfan kamen.
Der Engelender schaden namen
Zn ros nnd fnes anf siebenhundert
M Sambt etling adel ansgesnndert.
Got woU ir aller sei pegnaden,
So alda haben gnnmen schaden,
Dnrch sein mute parmherzikeit
und woU anch geben mit der zeit
S6 Segen nnd fried ans milter hant
Der obrikeit dnrch alle lant,
Dardarch sein gotlich er anfwacbs
Sambt gmainem nnecz. Das wünscht Hans Sachs.
Anno salnÜB 1558, am 27 tag Augusti.
182.
*
^« 7 Aagnsti. 8 Joni.
1S8
Ain pritschen-gesaog anf ain groben karcken*
Herzw, lierzw, ir lieben gselln!
Helft mir niein pritsclien-gsatig erscliellii;
Wan wir haben hir ainen gspon,
6 Der kambt her von saot Grobion
Und wil 211 sant Dölpian gen.
Des sint seiner nothelifer zwen,
Die haben an im thnn ain zeichen,
DaB er in paiden tlmet gel at eben ;
i<> Wan all eeiBe wort, werck und that
Im alles maiBterlich an-stat^
[bl. 132] Das sein mns lachen ydermon;
Keine Verstands nembt er sich nit on,
Hat käin Inest zu hofflieben dingen,
ift Den wo er bort die pfening klingen,
Da reckt er hin die oren sein;
Darmit hat er sein freud allein,
Die kraczet er zn-sam mit hawffen,
Und wo im einer thnet entlawffen
M So ist es im von herzen laid.
Dammb so mnes ich dir pey aid
Dein grob, dolpisch und karge art
Mit der pritschen anf dieser fart
Binden von deiner kerben ha wen,
»6 Gar maisterllch vor man nnd frawen
Dich pas pebobein nnd pescbneiden.
Und thnestw das gednltig leiden
Und merckst dis pritscben-gsanck von mir^
So Wirt ain waidlich man ans dirl
1 Im clj-«itfthDt«Q ipmctibueb«, bl. 131' bu 132'. Gedraokt in SebiMirt
»robiv 1878. 7^ ». 17 bii 18. Sieh aoab hmnd 22, i. 487 h\» 488*
169
Aim uidttr prüMkeB-gMag auf ainen pveller.
Wolanff! wol herl seit alle fro!
Wir haben nberkomen do
Ein recht natürlich Venns-kind,
6 Der ist in pnelerey erplind:
Er laoft nmb wie ain gailer stier,
Wie er nachcz der meczen hoffier.
Nachcz in oft jagen die nachtraben.
Er maint, sein paelen haimlich haben,
10 So wais nimant den ydermon,
Mit yingem anf in zaigen thon.
Die mecz helt in yor ainen läppen,
Stndft im an hals die narren-kappen.
Er maint, sie thw allain in lieben,
16 So hat sie auch zn im noch sieben,
Und welcher geit am maisten ans,
Den-selben lest sie in ir hans.
Welcher nit angeit schenck und gab,
[bl. 132'] Der ist anston and gar schabab.
10 Daromb rat ich, dw lest darfon;
Wan dw gewinst nit vi! daron.
E dw erpnelst ain fazilet.
Es dich ain gnete schauben gstet.
Danimb wil ich auf dein arspacken
05 Frölich mit diser pritschen hacken,
Das von der pritschen dir dein schelleu
Klingen nnd müesen anf-gescbwellen,
Und wil dir mit der pritschen schern,
Ob dw ain-mal wolst wiczig wem,
00 Das ain piderroon ward aas dir.
Den wirst des pritschens dancken mir.
Anno oalotis 1559, am 7 tag Januari
60.
24 S ftlspaeken.
160
Der purger-dancz.
[bL 15d'] Bie swen fordinoaer sagen :
Las mia den rayen Bitlicb fberen,
Wie es ^en purgern tbnat gepiieren,
6 So auf die lioch-zeit aiiid geladen,
Das wir nicht verthien ungeoaden
Fey dem junckheni und erbern gesten,
Sünder nns halten nach dem pesten,
Zn er dem preutgam und der prawt,
10 Die QUB den vortancz habn vertrawtl
Das erat par; der ges«!:
Wol mir, das ich erlebt den tag,
Das ich den vorsprung haben mag
Mit der, die mein herz hat erweit,
i& Die mir allain anf erd gefeit!
Die jtng-fraw:
Jnnckher, das glaub ich nit gar wol;
Ir »tecket frembder liebe vol,
Euer hercz Ist ein dawben-hans:
sü Ein lieb flewgt ein, die ander aus.
Ber prewtgam sagt:
Wol euch, mein prawt! manch jnnger mon
Hat encli zn lieb und dienst voron
Manch riterlicheB sper thnn precheu
3£ In dem hewtigen gselen -stechen.
t Im dretfflbotfln tprtiehbiiobe » bl< 158 bifl 169'. SebDom »rehif I8T8.
1, f. 19 bii 21. All 230 lahwask gedruckt. VorgL data •. XX d«a rorwurta.
161
Die pnwt:
Ben sag ich daock. Mab an dem dancz
ledem siecher geaehieckt ain krancz.
Icz mir aucb dient manch junckfraw schon,
ft Aueh manches irewlein walgethon.
Dtr all hiir:
Zart schone fraw, ich denck noch wol.
Das ich war rond und frewden*vol
Icz thnet der altman mit mir ringen,
10 Kan nicht wie jnng danczen nnd springeD.
Die foa« sagt:
Herr, ich glanh ser wol diesen dingen;
Man spricht: die zeit thnet rosen pringen;
tbl. Iö9] Das alter knmbt mit mancherley,
16 Pricht vil frewd nnd kurczweil entzway,
Dai halaent par; sprioht «r:
Wolt got, das dieser nmefang
Solt weren ain gancz monat langl
Das erirewet das herze mein,
so Ach, wie mocht mir nnr pas gesein ?
Die janekiraw antwort:
0 jnnckher, ich piQ nit die recht;
In gespot-weis ir mir zu-sprecht.
Ich wais aber wol, wen ir meint,
3 Da euch die Hechten snnen scheint.
Dil ander halient par; sprieht er:
Ach, wie ist mir icznud so wol!
Ich hab ain ganczen arm vol,
Der wer mir lieber aigen mein,
so Den der gneyen zol an dem Rein.
Die jimokfraw antwort;
Gespi^tes hab ich wol gewaiit.
Derhalb thnet es mir nit mer ant.
Er lebt denoch, hoff ich, atif erden,
36 Der anch pal«! eelich mein sol w^erden.
162
Des naigest par; spriclit er:
Zart fraw, Dnn sagt mir an fürwar, '
Wie liat euch gfallen mein uew-jar,
Das euch hewt praclit die Schwester mein,
ß Das ir dis jar mein puel solt sein?
Die fraw antwort:
Jnncklier, ser wol; ich sag euch danck»
Wil euer puel sein das jar lanck;
Idoch allain in znecht und eren,
10 Frewd und frenntschaft darmit zu meren.
Das 7 p&r ; sagt der gesel :
Jnnckfraw, kent ir niicli lecliten nit,
Als ich zu ettcli pin knmeii mil
Der mnmerey? Waren verpueczt,
[bl. 159'] 16 Gleich schwarzen moren anfgemneezt.
Die junok&aw antwort;
Jnnckher, mich dawcht, ir danczt mit mir.
Het nicht ain gnelden ringlein ir
Hangen in enrem rechten or?
vo Ir wart ein lang gerader mor.
Bas leoat par ; sprieht sie :
Jnnckher^ ich wolt euch frenntlich pÜten,
Wolt mich vom tancz auf ewrem acblitten
Haimftieren ? Wan es hat geschneit,
S5 Der sehne dief auf der gassen Icit.
Der gesel antwort:
Ein man sol sich mit dinst nit sparn,
Er Bol reilten, lauffen und farn^
Werden frawen zu dinst und eren,
30 Ir lieh nnd gunst darrait zu mereo.
Der dramel-sohlager sam pfeaffer:
Gsel, las uns machen kurcze rayen!
Darmit wir manch jung hercz erfrewen,
13 t lob. S lei.
168
Das de all fordenz müegen hon
Paid erber firawen and auch mon,
Züechtig jnnckfrawn nnd jnng gsellen.
Wen sie romb-drincken geben wellen,
So wollen wir anch knollet drincken,
Das wir an wenden haimhin hincken.
Anno lalatis 1559, am 8 tag MarcL
80
ir
Ein gancz gereimbte karten.
DiJ d&ns: der ptppEgar.
Xünd man das verdeFtaen
Aus-füeren auf rad- werben!
5 3
Kilnd mau des UBglneckB planen
In ainem korb ana-tragen!
4
In dia gerten spacim
10 Macht nnnüecz zeit verliern.
5
Durch pueierey und zecheii
Thuet er und guet zerprechen.
6
ifr Wer gelt heftig nach-stelt,
In viL yeräBecbung feit.
Wer ob schant bat kein &cbeW|
Vergleicbt sieb mit der sew«
10 8
[bl. 311'] üebriger fdel wolaeBt
Macht den sewen aln wtieBt.
Stet und schlöaer aufgang
35 On krieg oft weret lang.
1 Im drall« bDlen «praetibueho, bL Sit bit S13, Fi«b ob«n s. ItSI
4
165
10
Das genprech der pappagey
Gleicht sich den kinden frey.
DieklBgiii.
6 Der pappagayen scherzen
G^ wie die lieb von herzen.
ObermoB«
Pappagay pein lewten
Ist geren, die in drevrten.
10 Der Ung.
Pey mir in Kalikat
Pappagay nistein thnet.
Das granat-dais.
Wer gar nichs kan versten,
16 Mos im kindswagen gen.
3
Saitenspil and stadim
Schwechen manchem sein him.
so Der schwach durch list oft schwind
Den starken abervdnd.
Kirsten and daige pim
Thond den pawem purgim.
6
Wer on sin wicz thaet geparn,
Thaet im narren-schiff fam.
)8 7 od 8 (vier Milea) hat S weggelaBaen.
^^^^^^^^^^^H ^^ ^^1
^^^V [bl. 312] ■
^^^^H Wer oft xum arzet gat, ■
^^^^^H Umb deo es üebel etat. ■
^^^H ^1
^^^^^H 5 Der granat^opfel praecb ^^B
^^^^^B Geit ain lieblicbeu mecli. ^^M
^^^^H Die ktlnirüi* ^^1
^^^^H Die groDad-apfel rund ^^M
^^^^H Sind dea krancken gesund. ^^M
^^^^^m 10 ^^1
^^^^^H Ich wil pald lerman selilagen, ^^M
^^^^^m Die krigalewt zameit-jageu. ^^M
^^^^m Der ^H
^^^^H Gronat-apfel lobleich ^|
^^^^^H 15 WacbBen in metnem reich. ^^M
^^^^^H RoBen* oder negelein-daiiB. ^^H
^^^^H Zw der orgel ich &chaw, ^^H
^^^^H Flu doch ain grobe saw. ^^1
^^^H ^1
^^^^^1 ai^ Wir halten das wappen ^^M
^^^^^1 Mit irnsem peren-dappeD. ^^|
^^^H ^H
^^^^^B Ein Bchl}nes fraweu-pild ^^M
^^^^^m Qu duegent ist doch wild. ^^M
^^^H ^H
^^^^H Hör auf von deinem plasenl ^^H
^^^^^1 Farzen kau ich nit ^^M
^^^m ^1
^^^^^H On zuecht ain Bchöne fraw ^^M
^^^^^B 10 Vergleicht sich ainer saw. ^^H
^^to. .^^m^ ..^fl
167
Den gensen predig ich,
Ir fldsch erfirewet mich.
[bl. 312T 8
6 Peren, waidlewt und kind
Selten ains sines sind.
9
Rosen und negelein
Sint wolschmeckent und fein.
10 10
Die nngeschaffen kind
Den mnetem auch lieb sind.
Di» koBgin«
Der wolgeschmack in-wercz
16 Erhebt ein schwaches hercz.
Der obarmon.
Ich hab verspilt mein fas
Und als, was darin was.
Der kttng.
20 Ich pin der dnrckisch kaiser,
Nach krieg ein gwaltig rayser.
Aiehel-dau.
Wer den sewsack wil nemen,
Den stechen auch die premen.
Mit leben and mit pem
Sol kain man scherzen gern.
Wappen and ghrechtikeit
80 Zirt ain herschaft alzeit.
^^^p^ 168 ^H
^H
Ich Bchlewff und pin verirt, ^^H
MeiB kling stet kürczer wirt. ^^H
^H
& Vil sawffen und nndewen ^^^|
Kambt nur zw gii€t den sewen. ^^H
^^M [bL
Ich laeg ir untern fliesen, ^^^|
Maeg meiti nnznecht wol puesen. ^^^|
^H
Mich frewet das gesaog ^^H
Viir aller geigen klang. ^^|
^m
Eb pirgt sich neid und has, H
16 Wie ein schlang in dem gras. ^^H
^H
YJe! alchel auf dem gew ^^H
Machen guet faiste sew. ^^H
Die künlgin. ^H
io Aichel vor langen jam ^^|
Ein speis der menschen warn, ^^|
Her oberman. ^^H
Ich pin ain grober paur, ^^H
Mein narnng wirt mir sawr. ^^H
26 Ber ktng. ^^H
Ich pin geruest zum krieg, ^^|
Hoff zu erlangen sieg. ^^H
AxiBO salutia I55d, am 4 tag Aagnsti, ^^^|
^^^^H
^^^^ 5 8 «rU. 29 Es wir«Q 06 r«ne, wonn dl« Iraidaii rdnipftm7^|
^^k 28 f. niobt faklt«ii, ^^1
169
Der Filins im korb zw schmach.
Man sagt, wie vor jaren zu Rom
Oewont hab Filius mit nom,
War ain perfiembter nigromant,
ft Welcher in hoher lieb entprant
Gen ainer jongen Römerin.
Daranff legt er hercz, maet und sin,
Zw erwerben ir gonst nnd lieb:
VU freontlicher pnelprieff ir schrieb.
10 Die fraw aber war eren-fmmb,
Seiner lieb sich gar nichs annmb,
Hilt er nnd trew an irem man.
Als Filins nit wolt ablon,
Wie oft sie sein peger abschlneg,
16 Erdacht die fraw ain liste clneg,
Wolt in mit sein leichtfertig Sachen
Vor yderman zn schänden machen,
Das sie mit eren sein ab-kem,
Die- weil doch snnst nichs halff an dem.
30 Entpot im, er solt in der nacht
Kamen, gleich in der ersten wacht,
So wolt sie im ain korb rab-lassen
An ainem strick pis an die gassen.
Darein er darnach siezen solt,
» Darin sie in nanff-zihen wolt.
Filins fro der potschaft was,
*
I Im TiersebnUii tpraohbaobe, bl. 72' bia 73. Qedruokt als 264 schwank.
^^%l auch den 35S und 3S8 sebwank and die Nürnberger featsobrift : Hans
^WoraebuDgen. Nürnberg 18»4. b. 181. Am 1 Janoar 1651 dichtete
°* 8aeba im pflngton dea Sigbart den Filina im korb >Zv rom ain maiater
^UUvi« (iiQ 13^ 1,1. 37' ))|g 3g^^ D2^ übertcbrift ist nach dem generalregiater
t*l*btt. 6 8 eapruBt.
170
Kam naditz und in dem korb einsas.
Zuhaut die fraw in hinauff-zoch
fbl. 73] In dem korb auf drey gaden hoch»
Liea hangeu in im korb darnach,
6 Pis das der helle tag auf-prach.
Da kam des volckes meng zu- haut,
Saeh^ wie da hing in spot und schaut
FiUns, der gros hock gel ert.
Sein lieb wurt im in neid verkert:
10 Und erlesckt dnrch sein schwarcze kunst
In der etat Eom all fewer sanet.
AUain manig fewrlger flam
Schluege aus dieser frawen Bcham,
Pey der 8o tnuest man züenden an,
it Wer fewer oder Hecht wolt hon.
Aus der fahel hie leren sol
Ein frnmb weib, sich zu hüeten wol
Vor aller pueler schmaichlerey,
Fliech ir verhayssung mancherley.
30 Went von in ab gern ii et und hercz,
Treib mit in weder schimpff noch scJvercz,
Nem von in weder sckenck noch gab,
Sunst gecz an Bchaden ir nit ab.
Das ir nit schand darauB erwachs,
96 Den trewen rat so geit Hans Sachs«
Anno Balutifl 156Q, am 3 tag Januari.
60 [vera]
Itt S Tarh&iiiBUDg.
171
Die hantwerckfl-daffel der kandel-giesser.
Das erber hantwerck dieser stat
Der kandel-gieser gemacht hat
Diese daffel zn gedechtnas,
6 Darpey man lang pedencken mnes,
Maister und gselen aller-samen
In em, so hernach Stent mit namen,
So darza habn gholffen und ghratten
Paide mit werten nnd mit datten.
10 Anf diesem plat die maister Stent:
Melcher Koch der elter genent,
Endres Zinck mit in allen was,
Erhart Seyczman auch fnerdert das,
Hans Wagner drewlich darzn riet,
15 Daniel Pawman senmbcz auch niet,
Sebolt Distler gab darzv rat.
Albrecht Harscher, der erstlich hat
Gemachet hie die newen stüeck,
Gnes anch dis daffel-pild mit glüeck.
20 Francz Preissensin lies im das gfallen,
Hans Siebenpnrger mit in allen,
Herten Kraus lobet es auch wol,
Hainrich Fei ward des frewden fol,
[bl. 112'] Sebastian Sewferhelt and der
36 Herten Grüner het des peger,
Lewpolt Heczndorffer riet darzw,
Jörg Koler anch an alle rw
Und der-geleichen Wolff Guet-pier,
1 Im TierMhoten gprnebbnebe, bl. 112 bis 113. Gedruckt in den mit-
teiloDgen aat dem germ. oationalmaaeum, bd. II, s. 79 f. Vergl. band 22,
B. 268 bU 271.
178
Cniint Ton Hanober preist das
und anch von Oorlicz Elias;
KnncE Ton Erdfort das loben thet;
Jaeob Ton Etling des gfiülen het,
6 Mathes Ton Danczga anch zn-mal
Und Clemens ans dem Jochims-dal,
Parti Ton Tressen halff das yol-strecken,
Und Hans von Kirchen an der ecken,
Hans von Nfirnberg lobet die konst,
10 Gristoir von Nürnberg tmeg des gnnst,
Gristoff von Frejbnrg lies ims gftden.
Hans von Haincz sambt den gselen allen,
Den glneck und hail daraus erwachs!
Das wünschet in allen Hans Sachs.
15 Anno salntis 1560, am tag Juli.
82 yexB.
11 8 ditoC 16 Den monataUg hat 8 weggeUfMB.
174
Der trawrig träum b*
Als ich in meineD jungen jam
In tiiegenden nocli unerfaren,
Ein jiincktTawen icli mir erweit,
In erea sich zn ir geselt
Mein hercz, doch haimlich in der stil,
Thet der-gleich weder weng noch vil,
[bl. 113'] G^en ir kains dinst mich nnterzueg»
Mein lieb also verporgen trneg.
10 Doch wart ich noch herter verstricket.
Weil sie mich oft frenntlich anplicket;
Darpey ich gar wol tnercken thet,
Daß sie mich auch ha im lieh lieb het.
Dis meret mir mein senlich pein,
16 Kam ie lenger diefer hinein.
Darzu peweget mich aber
Ir erlicbe zuechtige geper;
Ir stilles, erliches gemüet
War gleich meiiis herczen und geplüet.
M Derhalb ir liebe üb er wund
Blein gmnet und hercz, mir ting und pnnd
Durch-drang mein hercz, gepain nnd marck
Und uberweltigt mich &o atarck,
Das ich genczlich kain rw uier het;
35 Ich as und dranck und waa ich thet,
Stund doch zu ir all mein gedanck,
Ir lieb mich machet mal und kranck.
Der-gleichen mir vor nie war gscheben
Mein leben-lang, mag ich wo! jehen,
m Ich forcbt, ich wer pezaubert worn,
1 Im riertelittUii tprachbaehe, bL 113 bij 116'.
175
Gedacht mir doch» die anaerkom
Die thet so üebet üit rd mir!
Ich dacht haimlich^ ich wil gleich ir
Mein lieb eröfnen und anzaigeti,
& Gedacht: wirt sie sich gen mir aigen.
Den wol wir unser lieh in eren
Blich peschliessen nnd verseren.
Daran ich gar kain zwayfPel het.
Wie mir mein hercz anzaigen thet,
la Wart ich als gnetten von ir hoffen.
Ging zu ir, macht ir haimlich offen
[^l 114] Mein hercz nnd ir mein lieb ansagt.
Schamrot sie ersewfzt und mir clagt,
Sie het aich vor mit eim verlnebet^
16 Darob wer sie herczlich petrüebet,
Sonst wolcz, das sie mein aigeii wer.
Von der red wnrd mein gmöet so schwer,
Ir sneae lieb in meinem herzen
Wurt mir verkert in pitter schmerzen,
so Weil ich die, so ich herczen-holt
Het, ainem andren lassen solt,
Weil ich vermerckt, mein lieb nnd gnnst
Wer pey ir nit gewest nmbsnnst;
Wan sie pekent, her in vi! tagen
»A Het sie mir lieh und gunst getragen
Haimlich vnr all matispild auf erd,
und auch mein herczlich het pegert,
Weil sie in anderhalbem jar
Nie het gewist genczlich vurwar,
a» Wo ir preutgam im laude wer,
Lebentig oder dot. ,Doch er
Mir newlicb zn-geschrieben hat
Und ist her-kumen iu die stat.*
Erst wnrt petmehter das herze mein
n Mit solch herber marter und pein,
Als ob mir wolt mein hercz zerprechen,
ünmtieglich ist mir, aus-zu-sprechen
Die tra wring einfei und gedancken,
Die in meim herzen dettn umbrancken.
*» T h.t] fehlt 8,
176
Hit solchem liaimlich pitern leiden
Solt mein lieb gegen ir ab-schneideü.
Die nam doch ymer fester zu,
Das ich lebet on raBt und rw
5 Und mir oft wünschet seih den dot,
Das nur ent mm mein anggt und not.
[bl. U4'] Kein frend noch knrczweil kund mich dr^sten,
Mein hercz thet sich in trawreo rösten.
Äins nachtz ich ungeechlaiTeii lag
10 In solchem we sewfzender dag
Meinr unglueckljaften lieb nacb-san,
Pis der schlafif nberhant gewim,
Das ich schwermtieticlich entschlieff.
Mir traumbt, wie ich lag also dieff
15 In ainer grewiing gfencknus unden,
Mit ainer ketten angepunden.
Ein stral dürch-^dmngen het mein prnest.
Mich da weh t^ wie ich erfawlen mnest
In der gfencknus, die- weil sich mein
30 Niemaot anumb in solcher pein ;
Wan ich dorft es auch nymant sagen,
Mein senent IterczMch leiden clagen.
In dem sach ich mit liechtem glancz
Fraw Eer her-gen petruebet gancz,
16 Die-selbig füer den kercker ston,
Fing ir red kleglicli also on:
^0 gsel, sag, wie hast dich vergangen,
Bas dich fraw Venus hat gefangen,
Mit der jnnckfranen-Iieb peth5ret,
80 Die doch aim andern za-gehöret?
Dw liegst verwund und überwanden,
In ir grewiichen gfencknus puiiden,
Welcher gfencknus dw vor warat feint.
Wie liastua übersehen heint,
9& Das dich ain solche fremhde lieb
Hat hinterschlichen wie ain dieb?
Hestw auf mich, fraw Er^ thnn warten,
Ich wolt dich mit ainr schönen zarten
Jnnckfrawen pegabt habn, auf mein trewt
16 S g1«wUng«
177
In eliger lieb stet and new.
[bl. 115] WeU dw pist fraw Venus anhenger,
Kan ich pey dir nit pleiben lenger.
Dein gnet gemech, wolfart nnd glaeck
6 Sambt deim reichtnm ist alles flaeck,
Wirt sich als mit mir von dir schwingen.'
Erst erschrack ich ob diesen dingen,
Sprach: ,0 fraw Er, verlas mich nicht,
Dw waist, das ich dir pin verpflicht,
10 Pin on schneid in die gfencknns knmen,
Hab mich ans herczen-trew angnnmen
Der jnnckfrawen, in zaecht nnd eren,
Mein lieb mit ir elich verzeren,
Die-weil sie war plfiender jngent,
16 Güettig nnd yol sitlicher tnegent
Der-halb mir war die erentreicb
An sin nnd gmüet eben geleich,
Znechtig nnd erberer geper.
Derhalb stand zn ir mein peger.
io Als aber sie yerlüebet war
Eim andern, macht mirs offenpar
Die zart mit trawriger geper.
Wie ir prewtkam schon kamen wer.
Des erschrack ich gar yniclich,
26 Umb trewen rat so pat sie mich.
Ich gab ir herczen-trewen rat:
Weil sie im die ee gelobt hat,
Das sie im das hielt anzw-rissen;
Es macht ir sonst ain pös gewissen.
80 Wie-wol ich ir diesen rat gab,
Nam doch mein lieb nit gen ir ab,
Mein hercz knnd ir lieb nit anf-geben,
Plieb in trawren nnd nnmuet schweben,
Weil mir die liebest war gennmen:
36 Pin also in die gfencknns knmen
On schneid. Fraw Er, dammb ich pit,
Dw wolest mich verlassen nit,
[bl. 11 5' J Sunder mir gnedig hilff erzaig^en,
Anf das ich frey werd nnd dein aigen.
40 Wo nit, so mnes ich hin verderben,
Als ein trostloser elent sterben."
ElADt Saeh«. XXIII.
12
178
Fraw Er sprach: ^So las dein lieb fallen,
So hilff ich dir pald auiS dem allen,
Das dw wirst ledig deiner gfencknas,
Darin dw liegest in pezwencknus.**
ß Idi an t wort: „Ol das kan ich nicht ,
Waa nnracz mir halt drob geschieht,
Ir lieb kan mein hercz nit auf- geben,
Die- weil ich hab mein leib nnd leben.''
Pald fraw Er das von mir verstund^
10 Im angenplick sie gar verschwnnd
Und lies im Unstern kercker mich.
Erst mich gi-oser nnmnet durch-schlich.
Die ich kan ausgesprechen kanmb.
Mich da weht in diesem schweren tranmb,
lö Wie ich hilfflos verlassen wer,
Mein hercz and gmüet war mir erst schwer.
Dacht, nun mns ich gefencklich pleiben,
Mein zeit in der hartsei vertreiben.
In den gedancken hört ich fiier
20 Dieser grawsamen kerckers-thüer
Die jivnckfrawen^ meins herzen trawt.
Welche doch war eins andern prawt,
Die drat in die gfencknus zu rair,
Zw drösten mich, sprach: „Wie das dir
26 Mein lieb lest krencken das hercz dein,
Weil es ie kan nit mer gesein.
Das ich dir elich werd zu daiL
Derlialb wünsch ich dir glueck und hail
Zn ainer anderen jnnckfrawen,
30 Der dw dich elich thuest vertrawen,
Durch die dw liebreich werst getrost,
"lUi] Aus der schweren gfencknus erlöst."
Da antwort ich: ^O herczlieb mein,
Dein, dein, allain wil ich nur sein;
m Wan ich pin dir allain ergeben
Mit er und guet, mit leib und leben,
Kainer andern ich nit peger,"
Sie antwort: „Wen es gocz wil wer.
Das ich dir elich wert vertrewt,
Wer nur auf erd die hocliste frew t.
Weih abr got so Imt geschicket,
179
Ich mit aim andern pin verstricket,
So grewff auch glnecklich zu der ee,
So wirt gestilt dein herczlich we
Und wirst, erledigt ans peschwerden,
& Fort wie for frölich lebn auf erden.
Ich danck dir aller lieb and drew,
Der ich mich auch von herzen frew.
Weil dw vnr all ander jnnckfrawen
Dich euch weitest mir vertrawen,
10 Wil ich mein lebtag dir ingedenck sein.
Gtot pscher dir ein gemahel fein
Nach deins herczen gemüet und willen;
Die dir kan alles herczlaid stillen,
Wünsch ich dir!" Darmit sie herging,
16 Mit armen frenntlich mich nmbfing
Und gab mir ain holtseling knes,
Der mich mein lebenlang frewn mnes.
Der beBohlnes.
In dem ich ploczlich anf-erwacht;
20 Da war es noch stickfinster nacht.
In schrecken ich mich aaf-ermandert,
Des trawring traames mich hoch wundert,
Dacht mir: im dranmb des menschen geist
Heimlich verporgne ding oft weist.
25 Der-halb ich im mit fleis nach-son,
[bl. 116'] Dacht: daraus ich wol lernen kon,
Das mir am aller-näeczten sey
Im traumb die bailsambst arzeney,
Das ich gemelte lieb aus-schlag,
so So vil ich ymer kan und mag,
Das nicht daraus volg ungluecks meer,
Wie mir darin das riet fraw Er,
Auf das ich wuerd frey und erledigt,
Von gemelter lieb unpeschedigt ;
36 Der-gleicb die aller-liebste mein.
Die mir auch riet im traumb allein,
Ich solt pald grewflfen zu der ee.
So würt mir hail meins herczen we.
1 S aim aim. 9 8 mich. 21 S mit.
12*
180
Wie-wol mein hercz nain darzu sagt,
Sander noch wainet, sewfzt und clagt,
Das es die liebsten mas yerlon,
Der es sich het ergeben schon,
Der kon es ie vergessen nicht,
Der ich macht dis cleglich gedieht.
Das ir glneck, hail and f^ud erwachs,
Das wünscht ir von herczen Hans Sachs.
Anno salutis 1560, am 5 tag Juli.
284.
181
Epitaphium des Zalpergers, zn Linez pegraben.
Jörg Zalperger in Lincz, der etat,
Erstlich Wirtschaft getrieben hat,
Erlangt pey moniclich preis and er;
6 Darzw ist er gewesen mer
Zw Lines porgermaister und richter,
Paider ambt ein gerechter schlichter.
Darzw er spitalmaister war
[bl. 117] Zw Lincz wol 28 jar,
10 Den er yerwielt mit ganczen trewen
Mit ein-knmen and den gepewen,
Die armen wol hielt mit dranck and speis.
Der erber man Cristlicher weis
Vemfinfticlich verschied in got,
16 Wechselt sein leben mit dem dot
Den 29 tag May yarwar
In dem 59 jar
Gleich sechß-ond-fanfzig jare alt.
Die grebnns hat sein frennt der-gstalt
20 Damian Zigler im yolent.
Got geh ans alln ein frolich urstent.
Anno salutis 1560, am G ta<^ Juli.
20 vers.
Im ▼iersehnten spraehbuche, bl. 116' bis 117.
188
Der mesrer schwertancz im 1540 jar.
Als man zeit fünfzehnndert jar
Und virzig, als ich eben war
Zw Nürnberg, pfenbert ein-zn-kanffen,
6 Da wart am marckt ein grosses lawffen
Am gailen montag vor fasnacht.
Was Wirt da werden? ich gedacht.
Nach dem hört ich pfeyffen nnd tramen
Unden am marck heransher kamen;
10 Den-selbigen nach-folgen war
Ein zierlich wolgeklaite schar
In samnet, seiden nnd dafant,
Ir ieder het in seiner hant
Ein plos Schwert, hielten ain schwertancz,
15 Artlich nnd wolgeschicket gancz,
Warn ain-nndreissig-nnd-virbandert,
In zwayen rayen ansgesnndert,
Die danczten rawff vnr das rathans.
Darfnr machten sie nberans
20 Den schwertancz mit artlichen stüeckeii,
Schlössen darnach ein lange prüecken
Mit den Schwertern hart aneinander.
Daranfif zwen fachten mit einander
ibl. 118J Gar künstlichen und maisterlich
36 Im langen schwort, darnach sie sich
Gaben in einen weiten ring,
Darin zu fechten man anfing
In allen wern. Ich fragt ain alten:
„Was vür lewt diesen schwertancz halten V
so Freontlich antwort mir wider der:
„Das erlich hantwerck der meserer,
Maister nnd gselen nnd ir süen,
m
l Im TSerMhoUn Bpraehbaobei bl. 117' bis 118.
184
Auch die zam hantwerck helfifen thüen,
Als Bchlewffer and die klingen-schmit
In dieser stat, die gestert mit
Auch hahen gedanczet zn ern
Vür den hewsern der sieben hern,
Und halten den schwertancz vnrwar
Fast almal aber sieben jar
Ans vergnnst aines erbern rat.'
Ich sprach: „Lob hab Nürnberg, die stat,
Weil so genaigt and günstig sein
Ein erber rat irer gemein.
Dar-ans erfolget gwis als gaecz:
So mert nnd wechst gemainer naecz.'
Auf das der frochtparlich anf-wachs.
Das wünschet za Nürnberg Hans Sachs.
Anno aalutis 1560, am 16 tag Juli.
46 vers.
3 ? gestert. 6 gestent.
185
Ein tragedia mit 22 personell : [bl. 162'] Artoxer-
xes, der kfinig Persie» mit seinem manclierley unfals der
seinigen, nnd bat 7 actus.
Der ernholt drit ein, nai^t sich und spricht:
6 Hall und gelaeck wünsch ich eoch allen,
Den wir hie kamen sint zu gfallen,
Ein tragedl zu recedim,
Welch warhaft gschicht thnet prescribirn
Der geschichtschreiber Platarchns,
10 Wie künig Darios Notas,
Der zehent küng in Persia,
Het zwen süen and erweit alda
Nach im Artoxerxem Memnon,
Den eitern snn, zum künckling dron,
16 Giram, den jungem sun alda,
Zu eim fuersten in Lidia.
Der stelt seim praeder nach dem leben,
Der in doch pracbt in gfencknüs eben,
Welchen die alt kungln erpat.
20 Girus nach dem mit hilff nnd rat
Den küng, sein prueder, uberzueg.
In dieser schlacht man in erschlueg.
Das doch die alt kungln hernach
An allen detern heftig räch
2« Und lies auch irer schnuer darneben,
Der küngin Statira, vergeben.
1 Im Tierseboten spruohbnohe, bl. 162 bis 184. Vor^l. band 2, s. 124
bis 128 und band 21, 354 f. Abkürzungen von eigennamen und vurscbretbungen
darin habe ich rervollständigt oder verbessert, uhne es besonders zu boiuerken,
eb«DSO . 8 • y das Tielmals für sprieht steht, ausgeschrieben.
186
Nach dem Artoxerxes Memnoii
ÄtoBsa nam zw gtuahel on.
Als er aber war alt der jar,
Welt er sein eitern siin viirwar,
Darmm, zw kiing. Nach den dingen
Wolt der den vater im pet umbringen,
Der in lies fahen im zw räch,
Sein kein abschnit mit aim scharsach.
[bL lt>3] Nun het er noch drey elicb siien.
10 Oclms, der jungest, frech nnä küen,
Dacht, auch den vater nrnb-zw-priii^enj
Doch perett er eich in den dingen
Mit AtosBÄ, der stiffmneter sein,
Die gab die sacli im änderst ein:
Das er mit liBt sein prneder paid
Umbringen lies. Vor herczenlaid
Der alte kiinig darnach starb,
Und Ochns das künckreich erwarb,
Der doch auch dnrch die sein nmbkani,
Den Ion seiner tiranney natn-
Nun schweiget Btil und habet rw!
Hüret und sehet Üeissig zw,
Pis »ich das als volenden thw.
Der herolt naigt sich und gat ab. Artoxerxes und Girns, dil
Y5 kttngttoheii sUen, geat ein, und Artoxerxes spricht:
Cire, küncklicher prneder mein,
Dw waist, das wir all paide sein
Von kiinig Dario geporn,
Welicher mich doch hat erkorn
30 Zd ainem küng vor seinem ent,
Das reich mir geben in mein hent,
Weil ich der erst geporen pin.
Derhalb wil ich auf morgen hin
Gen Pasagardas in thempel da
M Der kriegeS'gottin Minerva,
Darin der Fersen priester mich
Solen einsegnen heilliclich
Zu dem persisclien kiinigreich.
Das ich das herseh pesten diel eich*
** Dir aber ist verordnet frey
187
In Lidia die lantfoctey
Und darza alles lant am meer,
1. 163'] . Darin dw in forstlicher er
Magst auch gewalticlich regln,
6 Nach mir der oberst gaebemim.
So hacz unser herr yater peschieden.
CimSy der jftnger kflnig-snii:
Ich pin der sach nit wol zw-frieden.
ArtozerzeSi der elter:
10 Mein lieber pnieder, warum nicht?
Cirms, der jtnger:
Weil mir in dem zu knrcz geschieht.
Dw pist wol e den ich geporn,
E nnser herr yater ist küng wom.
16 Dmmb pist nit von kfincklichem stam.
Nach dem aber zam kanckreich kam
Unser herr yater und küng ist worn
In Fersen, da wart ich gepom,
Derhalb ich pilliger köng wer,
20 Weil ich yon künckling stamen her
Pin knmen, dw aber gar nicht.
ArtoxerxeS) der elter:
Prneder, das selb mich nit anficht,
Weil mich der vater hat erweit
26 Und auch der ganczen lan tschaft gfelt,
Den retten sambt den fnersten allen.
Mein Cire, las dirs anch gefallen!
Wo nit, ligt mir nit yil daron.
Ich wil entpfahen die künglich krön.
'^^^^"^^es get ab. Cirms seezt sich, nembt den kopff in sein hant,
ret mit im, spricht:
Mir wirt gennmen ans der hent
Das künicliche regiment,
Wais doch, das mir die mneter mein
l'i ^ Giro«.
188
Vergället wol künlg zu sein.
Des wil ich mein hoffnung nit anf-geben,
E daran wagen leib und leben.
PariBatideSf die kflnigiB, get ein, spriclit:
]%\, 164] & Cire, mein snn, wie so petrüebet?
Sag, was nnfals dich darzii iiebet?
Ghab dich wol, sey getröstet nun!
Dw pist mein aller-liebster san^
Wil warhaft dir helffen und ratten
10 Mit Worten und allen woHaten.
Mein smi, mg mir, was ligt dir on ?
Cirns, der jUuger buh:
Fraw niueter, weil die küngklidi krön
Mein pnieder morgn entpfahen wil,
16 Uie dw mir doch gar oft nnd vii
Verhftisen hast, mir in mein bent
Zu gebn das küncklich regiment.
Der hoifhung ich peranbet piu.
Farisatides^ die alt kttnigin, sein maeler, eprlclit:
so 0 sun, mach dich morgen dahin
In tempel iii ain fynstre ecken!
Da-eelb thw dich haimlich verstecken!
Wen dan dein praeder ein thuet gon
In künig Ciri klaid und krön,
SS In aller künicliclier er,
Mit den priestern on seh wert und wer,
Den ßchaw, was dw zu schaffen hast,
Und in den kecklich uberaBt
Mit sambt den pristern in gemein,
10 Den wil ich dir wol philfflich sein,
Das dw zu künig wirst erclert.
Doch schaw, das uimant ynen-wert,
Cirua, der jflnger Bim :
0 fraw mneter, erst nierck ich new
86 Dein niüeter liehe lieb und trew
lien mir füer allen deinen kinden,
Der ich so herczlich thw entpfinden.
189
Ich wil nach-kamen deinem rat
Auch anenchrocken mit der that.
Sie firend paide ab. Cinu get allain ein mit plosem sohwert, stelt
sieh in ein winekel und spricht:
[bl. 164'] 6 Da wil ich mich in winekel dacken,
MAn haubt pedecken nnd mich schmnecken.
Wen mein prneder den knmbt herein,
Das man znm küng sol weyen ein
Im claid Ziri on alle weer
10 In krön nnd ktiniclicher eer
Nach gwonheit der Persier-reich,
Das er vor den pfa£fen geleich
Fawl holcz yersnech fnr kachen-speis
Und drinck darzn millich schneweis,
15 So wil ich mich den an im rechen
Und mein scharpf Schwert dnrch in anstechen.
Den Wirt mein mneter an dem ent
Mir helffin znm kängling regiment.
Artoxerxes get ein mit dem priester, der spricht:
90 Herr küng, ziecht ewre klaider abl
Nembt an die küniclichen gab
Von dem ersten künig Giro!
Darin dret in tempel also
Und seczt ench anf den künckling tron,
S6 Den wil ich ench ein-segnen thon.
Der k&nig zewcht sich ab, legt die elaidnng künig Ciri an sambt
der krön; so kflmbt ain ander prister geloffen, spricht:
0 künig, schaw, merck anf dich eben!
Es stelt dir hairolich nach deim leben
80 Cirns, dein prneder; hewt am morgen
Hat er im thempel sich verporgen,
Dich haimlich darin nrob-zn-pringen.
Drnmb schaw selb fleissig zn den dingen!
Artoxerxes spricht :
35 Ir trabanten, schawt in all ecken,
Wo sicli haimlich hat thnn verstecken
Mein prneder! den grewft an und facht
Und in ketten nnd eysen schlaciit!
190
Die trabftQten lanffes &b. [bl. 165] Artoxerxes der Bprichl:
Der untrew het ich nit getrawt;
Ich hab raer auf mein prueder pawt.
Die tr&banten pringen Cimrn mit einem ploaen schw^t.
f» spricht :
0 dw verlluecht erloaer raon.
Was Tiebela Lab ich dir gethon,
Das dw durch niordisch ducke eben
Mir haimlicb Demen wolst inem leben V
Artoxerxee
10 Ciriis^ der jung pmeder :
Die ursach tbet ich dir erclern,
Das dw öolt küng der Fersen wem
Und pist nur von aim füersten worn.
Ich aber von aiin käng geporn.
15 Der-halb ich pilliger küng wer
Den dw, des ist mein hercz mir ach wer,
DaS'selb ich pillig bet geroclien
Und mein echarpff schwert durch dich gestochen,
Artoxerxee spricht:
ao Pald fort den raorder und veretter,
Diesen verstockten ubeldeter,
In die aller-hei'tsten gefencknns,
-Das er morgen mit harter zwencknus
Werd als ein prueder- morder gericbt!
26 Fürt in bin! draus wirt änderst nicht.
Man faert Cirnm ah, ParisatideB^ die kinigin, kumpt, spricht:
Artoxerxe, mein lieber snn,
Ich hab aln herezlich pit zn tljun
Fner Giro, den &une mein,
w Welchen dw hast gefencklicb ein-
Geleget, wilt zum dot in richten.
ü, das soltw ie thnn mit nicbtenl
Er bet dir ie solchs i^rga nit tbon,
Wie dir das ist gezaiget on.
[bL 165'] sö Er ist der leiplicb pmeder dein.
191
Artoxerxes, der nu:
Fraw maeter, er hat das leben mein
Mir wollen nemen an dem ent,
Wie er mir selber hat pekent,
6 Gancz frefifenlich an alle not.
Des rieht ich in pillig znm dot.
Derhalb nit weitter für in pit;
Er mos sterben and änderst nit.
Parisatidei, die kftnigin y feit auf Ire knie, spricht mit affgehaben
10 henden:
Hercz-lieber snn, mich doch erfrewi
Gedenck meinr müeterlichen trew!
Ich hab dich tragen und gepom,
Pist mit mein präestn gesewget wom.
16 Wo dw list richten den prueder dein,
So kost es auch das leben mein.
Durch got wölst mir versagen nit
Mein herczlich, müeterliche pit,
Und wölst dein prueder ledig lassen,
20 Auf das er pald hin-ziech sein Strassen
In Lidia, sein f&erstenthumb.
Dir nicht mer unter äugen kumb.
Artoxerxei, der snn^ sprich t, hebt sie auf:
Fraw mueter, dein so herczlich pit
s6 Kan ich dir auch abschlagen nit.
Deim snn sein leben sey geschencket!
Doch sage im, das er gedencket
Und fort pleib in seim füerstenthnmb
und nicht mer her gen Susa kumb;
30 Wan ich traw im kains gueten nicht.
Köm er zu laut, er würt gericht
Durch mich, mein räch würt gen im new.
Parisatidesy die alt künigin, pewt im die hent and spricht:
Mein sun, kintlicher lieb und trew
35 Sag ich dir danck, weil dw allein
[bl. 166] Cirum, mein sun und prueder dein,
20 S dein.
^^^^^^HHCP" ^^^ "m^^^^^^H
^^^1
^^^^^H Haet von dem dot mir wider geben, ^^^H
^^^1
^^^^^H Darniit erretet aucb lueiti Leben, ^H
^^^^H
^^^^^^H Das mit im wer verscbiedeD eben, ^^
^^^H
^^^^^H Sie gent
^H
^^P Der 2 actus.
^
^H Cirns^ der jung fiierBt, get ein mit Tissapberno , dem fUrsten,
and H
^m spriolLt :
H
^B Artaxerxes, der prtieder mein»
H
^^^H Hat mich gfeucklicli g^eleget ein.
^p
^^^K^ 10 Wo mein müter, die künigin^
^p
^^^^^^h Im das nyt bei gbret ans dem sin,
^
^^^^^H So bet er mich gar richlen lagReti.
I
^^^^^^P Das vertrewset mich nbermassen,
1
^^^^^^ Das ich im das (iit kon vergeben,
^M
^^^^^^ n Wil dran aeczen leib nnde leben,
^M
^^^^^B Mit im anfahen ainen krieg
^M
^^^^^^H Und wo ich da gewin den ܀ig,
^M
^^^^^^H Wil icb im einemen geleich
^M
^^^^^H Persia, das gancas künigreicb.
^M
^^^^^^^ 30 Des icb mein leptag hab pegert,
^M
^^^^^^ Hoff anch, ich wer des noch gewert.
■
^^^^^^H Darzw hilft mir die küiiigin
1
^^^^^H Haimlich mit gelt. Der-gleiclien sin
^1
^^^^^f Snnst anch vit gneter tnersten und iierrii,
^P
^ u Die mir anch willig dienen wem.
^P
^^^^^^- Tiäsaplierne, was rateatw?
^H
^^^^^H DissaplierBnS) der ntereti
^H
^^^^^^H Gnediger berr, ich ratt darzw
^^1
^^^^^P Pist wol als er der kiingin snn.
^^H
^^^^^r SO EetstWj so wil ich schreiben thnn
^^H
^^^^^^ Dem kling der Lacedemeniem,
^^H
^^^^^■^ Der wirt zn bilif dir schicken gern
^^H
^^^^^H' Mit Clearcho, seinem banbtmon,
^^H
^^B^^^ Etlicb dawsent geruester mon.
^^H
^m~ fbl, 16B']5G Dergkichen wir anch hr^imlicb wein
^^H
^ft Hin nnd wider kriegslewt peftteln,
^^^^H
^^L Doch nit zam-füeren auf aln plon,
1
193
PiB das ¥rir wöUen grewffen on,
Das es nit merck der praeder dein,
Hoff noch dein pester fireunt zu sein.
Und zu dem krieg pestel nimant,
6 SicE Stil mit rw in seinem lant,
Das Wim ongwamet überfallen.
Cirmsy der jaag ftterst:
Ich wfl dir folgen in dem allen,
Tissapheme, o freunde mein.
10 Las dir die sach pefolhen sein!
Schreib den Lacedemoniem on
Zu schickn zu faes vil dawsent mon!
Die wfl ich all geraissig machen,
Streit-wegen geben zn den Sachen,
* 16 In auch wissen und ecker geben,
Dorffer and stet, darin zu leben,
Sie nicht pesolden nach der zal,
Snnder mit grosem nberschwal
Von rottem golt ir solt sol sein;
90 Pin müter den der praeder mein.
Kumb, thw haimlich die prieff anschreiben,
Das meim praeder verporgen pleibenl
Sie ffent paid ab. Parisatides, die alt kftnigin, get ein and ret
mit ir, sprieht:
36 Ich hab Giro, dem snne mein,
In Lidia geschickt hinein
Darischer gaelden drey dana fol,
Darmit er im pestelen sol
Ein krieges-macht dapfer and gros,
so Doch haimlich, aach starmzeag und gschos
An allen orten in der stil,
Darmit er aberzihen wil
[bl. 167] Seinen praeder Artoxerxem,
Das er sein künigreich einem.
S5 Ich hoff, es sol im glüecken thnn,
Weil er mir ist der liebste san.
Hjmi« SMht. xxiii. 13
194
Artoxerxea , der ktlnig' , ir elter smi ^ get ein mit seim herolt and
spricht:
Fraw nmeter, ich hör fi-embde iiier,
Wie der fiierst Ciriis, mein prneder,
5 Dein ßEo, in groser rüestung sey
Hai ml ich mit kriegsfolck mancberley
Und will mit uberzihen mich.
Des pin trewlicli j^e warnet ich.
Doch hoff icli, sölchs htiU kainen gmnd.
10 Waistw etwas, so tjiw mirs kmid l \
Hoff ie, er werd solichs nit thnn. |
Farisatidss, die alt kinigin, spricht:
Artoxerxe^ mein lieber sun,
CiriiB, mein sun^ thnet Bolichs niclit.
]& Wer solche ding^ dich hat pericht,
Der-selbig ist nit eren-wert,
Allain aus uiitrew er pegert,
Mit solchen veretriecheri Sachen
FeintBchaft zwischen euch paiden maelien.
2u Dnimb glaub es nicht 1 Der prueder dein
Hat dich lieb auf die drewe mein.
Darumb sey dw zu-fried und rwl
Artoxerxes^ der k&nig:
Er schreibet mir ie frenntlich zw
» Teglicheu sehi priefF all-zii-maL
Des schlag ich all mein forcht ssn dal.
Ich vertraw im als gueten zu.
Paris&tides^ die alt kttai^io, spricht:
Mein lieber sun, das-selbig thw,
ao Sey gueter ding 1 Kam auf mein sal
Und ys heint mit mir das nacbtmal!
Sie gent paide ab. [bl, 167^] Artasoras und Metrototes, die ffweo
kemerling, gent ein. Artasoras spricht:
leb hab heint pose mer vernumen,
36 Dem kiinig sey g\^'i8e post kumen,
Wie Cirus, sein prueder, mit gfer
196
Der zieeh mit grosem folck daher
Auf Babilonia mit allen,
Wil nnsem künig üeberfallen.
Der kfing noch nngertiestet stet.
6 Metrodotaa, der ander keMerluig:
Es hat die kungln in peret,
Sein mneter, hewt aaf diesen morgen,
Er darff sich gar nichsen pesorgen
Vor Giro, seinem praeder frey,
10 Wie der sein groster freunde sey,
Das er nar stll za-irieden pleib.
Artaaorasi der kemerling :
Die alt küngin, das nntrew weib,
Unserm herr kOng ist spinnen-feint,
15 Giro, irm son, sis trewlich meint,
Rieht an vil nntrew frw und spat,
Dardnrch er künglich mayestat
überkomb und den k&ng vertreib
Und pring in nmb gwalt, gnet nnd leib,
so Der küng zn ftnmb ainfeltig ist,
Das er nit merckt ir nntrew list.
Artoxerzes, der kllnig, knmpt, spricht:
Ey, was stet ir? Halst pald aaf-plasen!
Schickt postpoten aaf alle strasen,
25 Das man anfpiet zw res and fos,
Die-weil unser praeder Cirus
Gerüestet mit vil dausent mon
Mit gwalt anzewcht auf Babilon !
Pald eylt und samelt ain gros beer,
80 Das man sich stel in gegen- weer!
Sie gent alle eillent ab. [bl. 168] Die alt kttngin Parisatides get
ein, spricht:
Ich main, das fear sey worden prinnen;
Der künig ist des worden ynnen
S6 Und ruest sich auch durch alle stet,
Den ich doch listig hab peret
«
24 6 Sieht.
13*
196
Mit gancz hewchlender schmaicblerey,
Cims sein gröster freunde sey»
Im gencztichen kain feititscbaft trag.
Nit mer icli in pereden mag.
Statira , die jang kfinigiii ^ ein gmahel ktLnig Artoxerxis y gel eia
und spricht:
Fraw schwiger, saget mir an scliew,
Wo pleibt icz eeer g"laiib iiinl trew,
Dae ir küDckliche majeslat
10 Vnr Ciruni, euren sune, pat,
Das er im fristen wart sein leben,
Bet in aus gfencknns ledig geben,
Der den küng wolt ermordet hon,
Der icz riclit krieg nnd jamer on,
15 Uns zu pringen umb lewt und land
Mit gfencknus, mort, rawb unde prand?
Daran allaiii ir scJiueldig seitj
Oebt hilff und rat zq aller zeit
Ewrem sun Ciro zu pössen stüecken,
20 Mein gmahel mit zn untertrnecken,
Welcher daeli ewer sun auch ist.
Ir steckt vol arg-, uiitrewer list.
Euch als einr mueter stund er] icher vil,
Das ir triebet das widerspil
26 Und predet eur siin paidesander,
Freiintlicli zu leben mit einander
In rechter priiederlicher lieb,
Das laut und lewt pey frieden plieb.
Das wer trewlich för sie all paid.
Statira^ die jang künigin, get all. [bL 168'| Parisatidea, die alt
kinigin, recket awen finger auf und aprichi:
Pey allen göttern schwer ich ain aid,
Das dw die schinachwort, mir hie gehen,
Dw aolt pezalen mit deim leben;
36 So vil künste ich noch wol kon,
Dich haimlich von dem pret zu thon,
Weil dw so trnczig micli ferst on.
Die alt ktinigin get ab.
197
Actus 3.
Ciniy ior jui^ fn«rat| get gemest ein mit Clearcho, dem kriolÜBolieii
Umptmaa, uid Dissaphenio, dem fttersten, lud spfioht:
Nnn sey wir in der gegent Cüma,
5 Von der stat Babilonia
Gleich sechghondert stadia weit.
Da woll wir warten knrcze zeit,
Pia mein pmeder zn gegen-wer
Her-knmet anch mit seinem her.
10 Doch sagt man, er sey gar verzaget.
Pey mir mns aber sein frisch gewaget:
Ich wil die feint selb rennen on.
ClearelmSi der Krieehen hambtmon:
0 herr, das solt ir gar nit thon,
16 Euch geben in der schlacht gefer!
Mit enrn leibshnetem meckt aber her
Hinter die ghrüesten kriechen mein;
Darhinter müegt ir sicher sein,
Das ench kein leibschad widerfar.
2o Cimsy der jung fnerst, spricht:
Ach mein Clearche, nem doch war,
Was sagst? Der ich peger geleich,
Zu streitten omb das persisch kanckreich,
und solt mit forchten sein nmbgeben
ibVf j ^^ Ujj^ nicht dapfer wagen mein leben
In dieser dreffenlichen schlacht?!
So wer ich ie pillig veracht
Und gar nit wirdig und nit werdt
Des küngreichs, des mein hercz pegerdt!
^o Mein Dissapherne, is nit war?
Dissaphemesy der ftterst, spricht:
Ja, her vetter, doch rat ich gar,
Das dw des streicz dich solt enthalten,
Sander aller fUrsichtikeit walten,
^& Wie der streit gschech an allem ort,
^p
^^^"^ 198 ^^^^^^^H
^^^^v
Hilf schicken iczünd da, den dort, ^^^^^^|
^^^^^^H
Wo dan die not am grösteii ist: ^^^^1
^^^^^^H
Darzu dw hier gewidmet pist. ^^^^B
^^^^m
Und dw las deine kriegslewt streiten I ^^M
Gimii, der jung ffierst: ^^|
^^^m
Ich k^n kaumb des angrjffs erpeitten. ^^M
^^^^1
Pald ich ereich den prneder mein, ^^M
^^^^m
Wil ich in selb anrennen Beiih ^H
^^^^m
Dw aber, Clearche, mein hanbttnon, ^^M
^^^^^H
Orne das yolck zum streite on; ^^M
^^H
W&D ich verlaB mich gar auf dich. ^^M
^^H
ClearcknSj der Kriechen haubtmon: ^^M
^^H
Gnediger herr, aufa trewlichst ich ^^|
^^^^H
Wil füeren unser herspicz on. ^^M
^^^^^P
Wir haben kain verzagten mon, ^^M
^^^^F
Sunder all fraidi^ zu der schlacht, ^^M
^^H
Kumbt, das pald Ordnung werd gemacht! ^H
■^^^3ie g^ent aUe ab. Artoxerxes, der knng, gel gernest ein mit Teri*|
^L^ bacse» dem füerBten^ und Artasoras, dem kemerling, und spriekt: 1
^^^^^1
Cirus, mein prneder, zewcht da-her. ^J
^^^^b
Znnib schlagen ist mein hercz gar schwer; ^H
^^^^H
Die kriechen sind dapier kriegslewt. ^^M
^^^^^
Es ist mir hewt gelMen ein: ^^|
■ [bU 1G9']
Wie wen wir uns enthielten da ^^M
^^^L
lu der »tat Babilonia? ^H
^^L
Da wer wir sicher leib und leben. ^H
^^B
Teribasesj der ftierst: ^^M
^^^H
Ey, Bolt wir in die flu echt ans geben ^^M
^^^^H
Vor euers prueder klainein beer? ^^^H
^^^^^B ""
Nun ßint unser wol zwaymal mer ^^M
^^^^H
Ser dapter und alte kriegelewt, ^^M
^^^^H
Erfaren wol, das mich erfrewt. ^^M
^^^^H
Mit den wol wir die feint entpfahen ^^|
^^^^B
Und uns mit frewden mit in schlagen, ^^|
^^^^E^
Erlangen riterlichen sieg. ^H
199
ArtozerzM, der kinigi spriolit:
Nun auf dein wort wag ich den krieg.
Ich wil im ersten hawffen sein,
Anzwgrewffen den pmeder mein,
6 Die gotter wollen ans glaeck geben!
Mich donckt, ich hör erschallen eben
Der feint drometen und hertmmen.
Artasoras, schaw, wo sie kamen!
Teribaias, der ftrtt:
10 Ich hör wol ein gros feltgeschray,
Als ob der feint ser eylen sey,
Vermaint, wir soln vor seim gschray fliehen.
Artaaoras kompt wider , spricht:
Die feint on alle ordnong zihen
16 Gleich aas verachtong ans za jagen.
Macht pald ordnang! wir müesen schlagen.
Teribases, der fttersti spricht:
Weil der feint ist nit weit von dannen,
Die gsichelten wegen sint angspannen,
20 Darmit thaet man die feint anrennen,
Ir spicz za schrecken and zn trennen,
Das wir sie darnach grewffen od,
[bl. 170] Damider stechen ros and mon.
Die feint kamen and schreyen:
25 Her! her! her! her! her! her! her! her!
Nach Persia stet nnser peger!
Theribases, der faerst, spricht:
0 Cire, dw schentlicher nion,
Darfstw die Kriechen fderen thon
30 In Persia? dein vaterlant
Za verderben mit mort and prant?
Za vertreiben den praeder dein?
Das wirt aaff hewt dein ende sein.
6 8 herr. 30 S dem.
200
Da get dai schlag:®!! on, jftg«n eiDABder lang^ amb ; entlicli sekleelit
Ciras sdio prader Arloxersea nider, sein folck flewoht. Die feint
eillen Dach. Terihasiefi hilft dem kunig auf, der spricht cle^lioh:
Tlieribaze, ich pin hart wund
G VoE nieiiB pnieder, von herzen-gründ
Pin ich sch&ch und gancz kraftlos gar.
Ich sich, das meinB krigsfoickes schar
Von Kriechen vil zu grund ist gangeu.
Cime der wärt den sieg erlangen;
10 Mein volck rieht sich als in die flnecht.
Sein lehen zu eretten s aecht.
0 trewer ftierBt, was sol wir thon?
Teribaies, der fftrat, spricht :
Herr küog, ir solt euch wolgehon.
16 Wer wais, wer noch das velt pehelt,
Wem got den sieg entlich zu-stelt,
Ea get die finster nacht da-her^
Dar-dnrch die seh lacht geackieden wer,
ArtasorM, des künigs kemerllng, krnnht geloffen and spricht:
20 Herr küng, gebt mir das potten-prot!
[bL ITO'I Cirus, euer prueder, ist dot,
Ligt dort gezabelt in dem plnet,
Fey im wainen gancz ungemuet
Seine ennchen alsam gar»
a& Schlagen ir pmest, rawffeo ir har.
Artaxerxes^ der kflnig, spricht:
Ge, nem ein rotte oder drey,
Schaw, obs warhaft mein prueder seyl
Artaeorae get ab. Der kttoig spricht:
su Das wer ein glueck ob allem glueck,
Wen uns gelung in diesem stoeck.
Manieiitea, der alt enaoh« priegt Ciry hauht and rechte faant,
spricht :
Her küng, euers praeders dot gelaabt!
u Da ist sein rechte haut nud haubt.
201
Her küDg, dw hast gewisen sieg
Erlangt in deines pmeders krieg.
Artoxerxes, der kftnig, spriokt:
Plast aof, wir habn victori gwnnen.
6 Der feint ist dot; sein beer entronen.
Last nns in die stat Babilon
Herlich ein-trinmpbiren tbon,
Da woU wir gar herlich pegaben,
Die so riterlieh kempfet haben
10 Wider die ergsten feinde mein.
Der-gleich die mein pmeder allein
Haben entleibt mit dodes-schmerzen,
Welcher mich ans nntrewem herzen
Hat nberzogen in den tagen,
16 Im fhrgnnmen mich zn verjagen,
Mein kfingreich ein-zu-nemen schlecht,
Wider pillikeit, fhg nnd recht.
Weil ich ym nie kein laid hab thon,
Feeht er solch schalckstück gegn mir on.
[bl. 171] 20 Das doch die gotter gwendet haben
Mit iren genedigen gaben.
Nnn knmbt, last nns Cirnm pegraben!
Sie gent alle ab.
Actus 4.
Parisatides, die alt kllnigin, get ein in aim klagklaid and spricht:
Cims, mein liebster snn, ist dot.
Des schwer ich pey der snnen, dem got,
Das mir nie laider ist geschehen,
Die- weil ich lebt, mag ich wol jeheu.
so Solchs ich an allen den wil rechen.
Die im deten sein leben prechen,
Wil an dem küng so vil erwerben,
Das sie all des dods müesen sterben.
5 6 herr. 19 8 scbslokstUg. 20 gewendet.
A.Ttoxerxes, der k&ng, kaiiipt und spricht r
Fraw iiiueter, fray dick ob dem sieg,
Den wir erlangten ob dem krieg
Wider Giro, der mich iiberzueg,
ß Des er liet weder recht noch fneg.
Darob er doch zn grnnd ist gangen
Und seiner untrew Ion entpfangen
In seinem nnpilligen krieg.
Farftatidofl, die alt künigin^ sein mneter:
lö 0 ann, ic!i vergutid dir den sieg.
Doch dunckt mich gai* schentlich, das dw
So erlich pelonest darzw
Mit golden anupand, schwert und ketten,
Die dein prneder umbringen deten,
u Des spricht, dir nebel idermon,
Die deter reden selb spötlich darfon,
Sint in hoclimnet dardurch anf-plasen,
Mit rnmb und hoffart iibermasen.
Als haben sie die scb lacht gewnnen,
2n Dw abr seist ans zagheit entrunen,
Wirst selb von in dardnrcii veracht.
[hl. 11 V] Ich pit dich, sun, gieb mir des macht,
Zw straffen die-selbigen deter,
Werden sunst noch deins leibs vereten
ab Artoxerxesy der kUmg, spricht:
Fraw mueter, sind diese ding war?
Nachrichter, ge in thnrnicz dar
Mit den trabanten und da facht
Garem nnd im das liaubt abschlacht!
30 Ber bencker get ab. Der kttnig spricht:,
Der hat Ciro, dem prueder mein,
Abghawen die gang-adern sein
Und darnach mit dem Schwert durch-stociie
Parisatidea^ die alt künigin:
8i Sein dot ist nit mit dem gerochen.
Gib mir den poswlclit in mein gwaltl
f» ä wid«r.
203
■:aii prin^ des krigsMon Carem. Der kttnig spricht:
Der is. Die straff dir vorpehalt!
Die alt kani^in spricht:
Palt füre den poswicht hinans
6 Und stich im pald sein awgen aas
und gens dem mordem darnach fom
Zerlassen knpfer in sein om!
Und als, was dw erdenckst far plag,
Die leg im an anf zehen tag!
10 Man fort in dahin. Der kflnig spricht:
Nnn dw anch Metrodatem straff,
Welcher dorch-stochen hat den schlaff
Mit seinem spies dem snne dein.
Das er yil von dem ganle sein
16 Im anfang, des er kam in gfer.
Ir nachrichter, facht und pringt her
bJ. 1 7 a] Metrodotem, das er straff erlang,
Anch sein verdinten dot entpfang!
Man pringt in. Die kUnigin spricht:
20 Nnn faeret den ans mer aashin,
Schmidt in ain fischer-nachen in,
Schmirt im mit honig seinen leib,
Das er an haiser snnen pleib.
Das in premen, mncken nnd schnacken
S5 Von seinem flaisch fressen und zwacken,
Das im wachsen mancherley füerm.
Im leib maden nnd ander wüerm!
Mit solcher plag quelt in so lang,
Pis im die sei vom leib ansgang!
^^ Ktn fftert den armen hin. Die alt kttnigin spricht:
Mein lieber snn, ich bab ain pit,
Die wirst mir anch versagen nit.
Der kttnig spricht:
Was is, fraw mueter? zaig mirs on!
35 Die alt kftnigin:
Ich pit, dw wolst mir schencken thon
Maniesatem, den enuch alt.
Der nach der schlacht abhawet palt
204
MeJni doteii Btiii sein haiibt und Lant
Und kam darrait zw dir geranL
Der ktttiig spriokt:
Ja, er sey dein auf diesen ta^.
B Fraw mueter, ich dir oichs versag.
Mb alt ktliigiD solireit:
Naclirichter, pring mir her nach dem
Den alten Manieeatem.
Artoxerxes, der kanlg-, spricht:
10 Wülstw in ancli lassen abthon?
Was zeichestw den alten mon?
Ich pii vitr in, des docz erlast!
[b1. 172'] Pariaatides, die alt künigin:
Herr küng, was kümert dich so fast
ifi Umb diesen alt-, stinckenden mon?
Lag mich mein räch anch an im thon,
Weil er mir det mein herzen lieben
San, hat sein haiibt nnd liant abghieben,
Gleich sam mit frewden dir zn-pracht;
au Das-aelh meim herzen hart verschmacht.
Man prlmgt den alten Manieeatem. Die alt kttnigin spricht:
Fuert hin den alten schalck vertrawt
Und Bchint im ab sein alte hawt!
Spant in aus an drey aiche plel
35 Und hencket sein menschliches tel
Ueber sein köpf an ainen pfal,
Das er anch sterb in ang^t und qnal!
Sie foreo in ab, weosen die messer. Die alt ktkolgin spricht:
Herr künig, dw mein lieber snn,
M Hab noch zu dir ein pit zu thun,
Das dw wolöt frey und ledig Ion
Clearchmn, der Kriechen hauptmon,
Der denerst fuerst, der ie thet leben,
Den wolst in gnad mir übergeben.
206
Ber kttnig gpricht :
Fraw mneter, der haaptmon sey dein,
Wie-wol ein heftig feinde mein.
Die alt kflnigin pewt im die bant nnd spricht:
6 Deinr schenck sey dir danck ie nnd ymer.
Nnn wü ich gen ins frawen-zimer,
Weil meines lieben snnes feint
Mit dem dot hin-gerichtet seint.
Die alt kftngin get ab. [bL 173] Statira, die jang kangin, knmbt
10 8w dem kling nnd spricht:
Herr küng, hercz-lieber gmahel mein,
Man sagt zw hoff, die nrteil dein
Sind ¥dder8in8, nnghrecht and schlim,
Dw vemrtailst mit herbem grim
16 Die aller-trewsten diner dein
Umb nnschneld zu dem dot allein,
Die fäer dich seczten leib nnd pltiet,
Das dir raichet zw nncz nnd gaet,
Dargegen dw die feinde dein,
20 Die dir nach-stelten all gemein,
Deim ktinigreich nnd deinem leben
Thnestw ans gfencknus ledig geben:
Clearchnm, der dir vor den dagen
Hat zwainczig-dawsent man erschlagen
26 Mit den fraydigen Knechen sein.
Zw der dorheit pringt dich allein
Deinr mneter snese schmaichlerey,
Ist dir weder holt noch trew darpey.
Mein gmahel, pedenck dich doch pas
so Und den haaptmon nit ledig las!
Er derft dir noch solch dein genaden
Vergelten mit verderbling schaden.
Der kftnig pewt ir die hent and spricht :
Se dir mein trew! diesen hanbtmon
36 Clearchnm wil ich ablassen thon,
Sambt andern hanptlewtn nemen ir leben,
Wie-wol er meinr mneter ist ergebn.
[bl. 173']
206
Die JQDg^ künig'iii:
Ich lob die küniclicben dat^
F)es sie preis, lab uud ere hat.
WoU got, dw künst auch wider geben
DeineD dienern ir trewes leben.
Sie gent paide ab* PariBatides» die alt kUngin, gt% ein mit Bi^ÖJ
ir kamerfraweii , und spricht: <
Gige, die junge ktinigin
Hat den künig perett da-hin,
10 Dem Clearcho zw neraen sein leben.
Den mir der küng sclion bet ergeben.
Des mm die jung kiingiu andi sterben,
Durch meine list de» tags verderben,
Qig% die kamerfraw:
lÄ Fraw küngiu, wie küud das geschehen?
Die alt kftngiti zaigt ir den schlag am messer und spricht!
Das wil ich dir tVrnlicb verjehen,
Nem bin das messer, mit dir trag^
Thw herb gift in des messers schlag!
30 Die küngiu bab ick sain aus gnaden
Auf hewt zw meinem disch geladen,
' Las thintaces, den vogel, prateo.
Auf den schaw eben mit den daten!
Wen den zerlegst den fugel zu hail,
26 Gib meiner schiiur das vergift dail,
Den Wirt sie den dot essen dron,
Ge, bais den disch peraiteu scltoül
Sie gent paide ab prangen* Ärtoxerxes, der kUnig, get ein nod
reit mit im selb:
sü Mein gmahel und fraw mueter mein
Iczund gancK ainig worden sein,
Essen bewt pey*samen zw disch
[bl. 174] Und sind freilich von herczen frisch.
Des frew ich mich von herzen hoch,
3i» Hof, es werd al» guet werden noch»
207
Stotin, die j«Hr kflagin, kambti sohleeht ir hent imMmen mnd
rimekt aof den seseel nider, spricht:
0 herzen-lieber gmahel mein,
Mich hat geladn die mneter dein;
5 Die hat mir an dem disch vergeben:
Ich mns enden mein jnnges leben
Ans warer, lawter lieb nnd trew.
Die dir, mein gmahl, war alzeit new.
Ich pit dich, flench die mneter dein;
10 Wirt deim leben nach-stelen sein.
Die dir anch nie holt worden ist.
Solst ie non ir nntrew und list
Erkennen, die sie hat verpracht.
Es entget mir mein kraft nnd macht,
16 Gancz dotkranck ich von herzen pin.
Pewar dich got! ich schaid dahin.
Bio Biiekot gar nider, eam dot. Der kflnig wint sein hent nnd
sprielit gar eleglich:
Herczlieber gmahel, pist verschieden?
so Hast nmb nnschaeld dein dot erlieden
Von meinr nntrewn mneter zu räch?
Mein lebtag mir so we nie gschach.
Ir kemerling, tragt die leich ab.
Das man die küniclich pegrab
26 Mit dem adel nnd priester-gsang!
Darnach haist eylent, das man fang
Gige, meinr mnter kamer-frawen !
Der thw ich dises mort za-trawen,
^4-'] Weil sie zu disch gedinet hat,
30 Sie wais umb die mordischen that,
Dar-dnrch der küngin ist vergeben.
Das sol sie auch kosten ir leben.
^^ ^e tragen die dotten kttnigin ab. Der kfinig spricht:
0 mnter, wo pleibt dein mnterlich trew?
36 Dein uutrew nebst an alle schew.
Erst sich mein hercz durch dise tat
Genczlich von dir gebendet hat.
^ ^ Cedadn. 20 6 sobneld. 22 ? so. 6 tr.
208
Man pringt Gii^e, die kaiiierfri.wBDf ^efenoklich. Der kftnigr spritflit :
Gige, dw hast mit gift vergeben
Meiner gmahel, gnumen ir leben. j
Sag, durch was weis ist das geschehen?
6ige, die kamerfraw« saigrt das meser dem kttnig nnd spricht:
Die warheit wil ich hie verjehen.
Die alte Itiingin haben wolt,
Das ich dis messer vergiften solt
Am schlag und ain vogel zerschneiden,
10 In den fürlegen allen peiden
Und earetn gmahel zu unhail
Vurlegen das vergiftet daii.
Da ist enr gmahet dot darfon,
Des ich herczliche rewe hon.
Iß Artoxerzes, der kttnig, spricht :
Nach lichter, füer sie füer das dor
Hin zw dem geling fels darfor,
Gancz tingehewr erschrecklich hoch,
StOB im kopff in des felses loch
ao Sanibt dem angsichi, pis das sie stirbt
Und iren morders-lon erwirbt
Nach straff der Fersen, wie vor jarn
[bl. 17&] Solche detter zw straffen warn,
Die solch that hatten nberfarn.
£5 Man fftrt sie ab. Der kttnig Tolget anch nieli
Actus 5.
Der khnig Arten: erzes get ein mit Teribazei dem raorsten, und apriofai:
Teribaze, dw deuer tuerst,
Gib trewen rat! Die-weil mich diierst,
an In meim alter zu haben rw,
So schlecht erst vil onglnecks darzw.
Ein unglueck knmbt nber das ander:
Ich nnd mein proeder paidesander
Haben gehabt ain schweren krieg,
S5 Durch glüeck ich kanmb erlangt den sieg
209
Nach dem die alte kfinigin
Mir rieht mein liebste gmahel hin
IGt gift, der ich gros trawren het.
Wie-wol ich wider nemen det
5 Mein aigne tochter Atosam,
Die doch ser gros kranckheit einam,
Irenthalb ich gros opfer het,
Der g9ttin tempel pawen thet,
Noch halir weder g5ttin, noch arczt.
10 Icz knmbt im alter erst das harczt:
Ich hab fier elich sfin anf trawen
Von Statira, meiner liebsten frawen,
Die Stelen all nach meim künckreich,
Sint zn nnfrieden all geleieh.
16 Ich psorg, sie werden sich peladen
Sambt mir fiiit verderblichem schaden,
Darmit ich noch mer nnfals hon.
Bat, wie sol ich das nnterston?
Teribaeses, der fttertt, spricht:
10 Ich ratt, das ir den eltsten son
[bl. ITö*] Ans den zw kfing wolt machen thnn
Nach each, wolt im decz icz zu gnet
Lassen tragen den künigs-hnet.
Der ist nnn pey den dreissig jam,
» Im regiment anch wol erfam,
Was in Persia ist der prawch.
Der kftnig sprieht:
Ja, der-selbig gefeit mir auch,
Darmit die andern drey zn rw
80 Pleiben. Da knmbt er gleich darzw.
Darims, der eltest snn, get ein. Der kttnig spricht :
Mein snn, weil dw der eltest pist
Unter mein sün, dmmb pilich ist,
Das ich dich erwel in den dagen
86 Znm küng, den knnckling hnet zn tragen
Mit andern küniclicben ziren,
Anf das dw solst nach mir regiren.
Hab« smIi«. xxni. 14
210
DRriQB kniet iiider ; der küoig' seczt im len küuig-liiiet Auf,
DariQB der spriolit:
Herr vater, dir sey lob und er!
Ein gab peger ich von dir mer,
& Wolst mir geben Aspasiam
Zw ainer gmahel lobedatn.
IrtojierxeB, der vater, sprioht :
Ey, warumb die? ich wil dir eben
Wol aina königes dochter geben
10 Von grosem adl und holten stam,
Mit lant und lewten dir ersam.
Die ist von schlechtem stam geporn.
D&riQB, der aitn :
Herr vater, die hab ich mir erkorn,
ift Sie ißt gneter siteu and dnegent,
Geperlich, schöner, zarter jngent.
Derhalb wirst mir die nit abschlagen,
[bl. 176] Mein erste pit, die gsecz timu sagen.
Der kfloig sprioht:
aa Nun, ich kau dirs abschlagen nit.
Die- weil das ist dein erste pit
Nach lawt der persiscben gesecz.
Doch wirt das rawen dich zw*lecz.
Sie gent mit eiuandfir ab. AriBBoran, der kemerliog, ond SparoDibazo,
•jb der enaoh, getit eio, Artarsoras sprioht s
Der künig hat Darin m erweit
Zum kQng und hat im zn-gestelt
Den künigs-bnet, und im darneben
Aspasiam zum gmaliel gehen,
10 Doch gestert wider im gemimen
Und sie genot, das sie ist knmen
Ins closter Diane, der göttin.
Da mueä sie kewsch leben darin
Ir lebetilang nach nunen^sit.
13 t g0{Mkn]. 8 »rporm.
211
8|>ftroiiil)ac8o , der dniiöli t
Ej, was yermaint der kümg mit.
Das er sein saa mit dem petriebet,
Der Aspasiam herczlich liebet
» Geleicb füer seinen sei and leib,
Das tnegentsam, fnersichtig weib.
Es win im gar heftig loisfallen.
Artaaoras, der kemerltn^:
Ich kau wol mercken pey dem allen,
to Das er sein hercz schon hat abgwent
Von dem kilng, wie man darpey kent:
Wen er thnet fiier den künig gen,
Sicht er in nit mer frenntlich on,
Sonder mit schlimen sagen gar.
1» SparonibacBO , der ennoh:
Ich hab des hewt genameß war,
Hab aber der ursach nit gwest.
M. 176'] Die g5ter schaGfens auf das pest;
Wir kann weder helfen noch raten
10 In großer herren wort und daten.
Der jang herr knmpt; kuoi, las nns flihen
Und vor dem garen gmach abzihen.
echleioken paid ab. Darina , der jiiEig fUerat, kampt mit T#ri-
bacso, dem fttersteü, der spricht:
s& Mein Dario, dw hast mir klagt,
über dein vater und küng gesagt,
Wie er dir dein Aspasiam
Gennmen hat an alle schäm,
Doch wider der Persier gsecz.
So wirt er dir noch anch zu-lecz
Auch drnczig nemen mit der zeit
Dein erst-gep^rt ind ghrechtikeit,
Der dir doch thet die krön zn-steln.
Und wirt deinr prüeder ain erweln
Zw konig; wan er ist wanckelmüetig,
Alt, granisch, wunderlich, halb wtietig.
IT 8 «will.
w
212
Waiat, wie der küng mir audi verspracli
Sein dochter Aniistrim, dar Dach
Hilt mich lang auf mit der hoffnung.
Nach dem gab er mir erst die jung,
h ÜBd die versprochen mir nit gab.
Darpey magstw wol mercken ab,
Das es dir anch also mag gon.
Barias, dar jaog ktlaig:
Mein trewer fdetöt, was raiiest ich thon,
n) Das ich des reichs verg wisset wer?
Mein hercs ist mir entseczt und schwer
Ob meini^ her vaters wancklen Sachen,
TaribaanSf der ftlsrst, spriohi:
Dw must ain haimlieh pürttitus machen,
ib ümb-zu-pringeii den vater dein,
[hl. 177] Darzw wfl ich pehilflflich sein,
Wan weil er in dem leben ist,
Des kiingreichs dw nn sicher pist,
Wil dir wol mer ghüelffen zu-steln.
20 Barias, der jung kiag:
Sag mir, wie aolichs enden wein?
Teribiods, der füerat:
Wen heint der künig ligt zu pet
Und das von im die wach ab-get,
aö So wollen wir in ueberfallen,
In wüergen: als pleibstw in allen,
Wie dw zu küng erwelet pist.
Das-selb der nehest weg© ist.
Darauf schwer zu dem got ain aid,
so Zu enden das an untersch&id.
Darlüfl hebt »wen flnger auf nnd spricht:
Pey der snnnen, dem glanczenden got,
Fring ich mein vater zw dem dott
le f i«h] r»b]t B. l« S pbUtlffen.
213
SparoDib&Gzo, der eoacb» kampt eillent nnd spricltt:
Her kÜDig, hiiet dich vor geferden;
Dw öolt noch lieot ermordet werden
10 Von Dario, deiui eltsteu sun,
Die pütttDUS bort ich machen thun.
fe geot alle paid ab. Der kai^ get ein in atoer SGblafrhawbeii
und sp riebt:
tich pin petriiebt, wais nit warnnib,
Und gancz sorgfeltig umadnrab,
5 Sol mich icz legen in das pet,
Kein schlaff mein augeii noch zu-get.
Der kttDg legt sein ecblaffbaDbeu Ins pet snn bitttbteD ttnd epriobt:
»Gei hajs die w£Ccbt pald kamen her,
Das sie alda verstecket wer,
[bl. 177'J i& Wen diese morder werden knmen,
^L Das sie werden gefangen gnnmen.
Sparenibaeso« der ennob, get ab. Ber kinig Artoxenes Bprioht:
kHat den mein unfal noch kein ent?
Wil mich mein snn mit aigner hent
10 Heint in meinem gchlaffpet nmpringen?
Ich hofff es sol im nit gelingen.
# trabanten knmeD, versteokeD eich* Dariae and TeribaaeB
sobleichea ein Der künig Bohreit:
Die mörderisclien poswicht facht
u Und sie in eiser keten schlachtf
Bis ntorder iiheo , die knecht eilen naob. Mrins wirt gefaigen
imd hin-gefaert» Der kiiig bo breit:
Ir Persen, pesiczt ain gericht,
Wie man sol richten den piiswichtl
10 Artasoras, der kemerliug:
In Persia ist ain gesecz,
Wer »ein eitern ermort zn-lecz,
# 8 noab Doob. 14 Naob dfiMem
f«| MiWa le«r gvbUobeti,
ftm «Dd« ron bl. Ift ilnd in
214
Dem 8ol mon aatnen hals zu räch
AbBdineideE mit aiDem scbarsach«
ArtozerzeB, d«r kflnig, spriolit ;
Dm gsecz, pesclirieben von den alten«
Dem wol wir ima gleich-nieBsig lialten;
Heins newen urtaih dis pedarfT.
Nacli-rlcbter, nem den acharsach scharif,
Und drit in die gfencknuß hinein,
Schneid ab meim snn die kelen sein!
Der bencker streicht iein aobir»aoh ttiid ^et ab* Der kftaig spricht ;
Ir liebn PerEier, zieht frölich hin,
Weil ich icznnd frej ledij^ pin,
Dot Bind die mordischen piSswicht.
Mein eltster eon ist nnn gericht;
[bl. 178] 16 Teribaczes, der fürst, ligt dot,
ErscbosBen in seim plaete rat
Nun wöi wir in den tempel gon,
Den got der sünen petten on
Üad ain herlicheB opfer thon.
8i9 geot all« ab.
Actus 6,
Oohnsi der jflngst siin kttnig Artoxerxia, get ein, ret mit in
Dod spnoht;
Mein gliiek get auf mit vollem schein
2ö Weil der kting, der herr vater mein,
Mein eltsten prneder Darinra
Hat gester lassen prmgen um
Von wegen seiner übel tat.
Weil er in nberloffen hat,
M Nechtlicber weil in umb-zu-pringen,
Hat er mir gleich mit diesen dingen
Hin bofiTnting zu dem reich gemacht.
Des pin gelegen ich die nacht,
Hab der sach nacb-gedacht mit fleis,
36 Dnrch was weg nnd fnrm, dat and weis
Ich dise bandlnng solt anfangen,
■olb
10
178']
2t5
Dae ktinigreich mit su erlaae^en.
Daran wil ich kain list nit gpanu
Wie-wol ich pin der jöngst an jarn
Unter den zwayen pruedern mein,
Icznnd feit mir warhaftig ein,
Wie ich die sach sol grewffeu on.
Ich wü gen 2a der küng-in gon,
Welche ist die stipmneter mein»
Mit der wil ich ratschlagen sein,
Wie ich das persisch künigtumb
In meinen gewalt nberknnib.
Ich hoff, sie dailt mit hilf und rat,
Wie ich den tron pesteige drat.
bne get ab. Atossa, die kinigin^ get ein, die aader gemahtl
lÄ des kdoigs, und rett mit ir fielb und Bprioht:
Mein her kiing hat nrnb-pringen lassen
Sein el taten snn, welchen der- m äsen
Er doch zn künig het erw^elt,
Den knnigs-bnet im zw-gestelt.
Nnn möcht ich gar wol güenen thnn,
Das Ochns, des ktings jüngster sni,
Wärt zu aim künig auserwelt,
Und im das küngreich zn-gestelt
Vom künig für die andern zwen.
Die- weil ich ie von herczen den
Lieb hab, im holt und günstig pin.
In prüostiger lieb gen im prin,
Wil im zum reich belffen nnd raten
Mit vnrpit, werten und mit daten.
Dlias, des künig jtngster bqd, get ein^ naigt siob nnd sprkht:
Fraw mnter, ich hab zu dir ain pit,
Hoff, dw werst die abschlagen nit.
Weil mein höchst trawen stet zu dir.
Atossa, die jung küiigin :
36 Dein freontlich pit anzaige mir.
Was mir ist müeglich, wil ich thon,
3 B gftro. II S bmi di«B« reimiailfl, dl« ieh ergloit bsb«, »in ftofkog«
^^^^^^™ 216 ^^^^^^^B
1 Obs gleich drelf leib und leben on, '^^^^^^1
1 Wil ich dich detioch, sut], gewern. ^^^^|
H Ochiiii, des kttnigra jangster sau: ^^M
H Mein AtoBsa, meins herczu pegem ^^M
» Wer, das das künglieh regiment ^^M
Mir geben wütt in meine hent, ^^M
Weil Darias, der prned^r mein, ^^M
1 [bl.
179] Geendet hat das leben sein. ^^M
Als der eltest unter ung tim ^^M
w War er erweit zu dem regirn. ^^H
Weil dw nun hast des künigB gnaden, ^^M
Eaniät mir wol was erwerbn on schaden ^^M
Und* rattn, wie ichs angrewffen sol. ^^M
Atossaf die jung kttDigin : ^H
tb leb wünscht und giüit von herczen wol, ^^M
Das dir zn-stiind das künig-reich ^^H
Vom vater in Persia gleich. ^^M
Das doch schwer zu pegeren ist, ^^M
Weil dw der jungest sune pist. ^^M
ao Darzw ftircht künglich mayeatat ^^M
Sieb hart vor vergangner misdat ^^M
Von Dario, seim el taten sun, ^^M
Wirt fort kain küng mer welen thun ^^M
Unter sein sün, weil er thuet leben. ^^M
Bft Colitis, des künigs sttn: ^^H
Wen dw mir hilff und rat thest geben, ^^M
Wie ich den künig precht zum dot, ^H
Den wärt ich kiing an alle not; ^^M
Wan aUes bo%sind wil mir woL *^^|
30 Gib rat, wie ich das enden sol, ^^H
Es sey mit gift oder dem schwert, ^^M
Das mir von dir anzaiget wert ^^H
Füegllch zeit und pequeme stat. ^^M
Atosaa, die künigin: ^^M
96 0, ich rat nit zu dieser dat, ^^M
Das der küng von dir wert hin-ghricht; ^^M
S f deooob. 8 do«b. la ? «r] fehlt 8. .^H
217
Die g5tter liessens ongeBtraft nicht.
Dw waist, wiB ddm praeder ist gangen,
Der anch das künckreich wolt erlangen
Dnrchs künigs dot, dardnrch er eben
6 Verlor das künckrdch sambt dem leben.
Gleicher onfal m5cht dir zn-sten.
[bl. 179^ Oohnt, des kftnigs snn:
Ich wolt mit listiger nmb-gen,
Nit dölpisch, wie der praeder mein.
10 Wen ich den nem das künckreich ein,
So nem ich zn ainr gmahel dich,
Weil ich dich lieb inprünsticlich
Von gmnt und ganczem herzen mein.
Atosta, die kftttigin:
16 Mein Ochns, ich las also sein.
Das dw glnecklich an alle not
Den künig gleich prechst zu dem dot.
Dw warst dramb nit so künig sein,
In das kangreich dich dringen ein,
20 Weil dein zwen praeder leben gwis,
Ariaspis nnd Arsamis,
Welche paid elter sind wan dw.
Der aim stelt man das künckreich zw.
Wan Ariaspis, der elter gleich,
2A Ist seim vater eben geleich
Freantlicher art, mitsam and güetig,
Mit wort and wercken gar senftmüetig,
Derhalb allem volck angenem.
Das wüert das reich za-aigen dem.
30 Der-geleichen waistw gewis.
Dein ander praeder Arsamis
Ist sinreich, ains weisen gemüetz,
Mit hohem gaist and rains geplaetz,
Ganz daglich za dem regiment.
36 Derhalb petracht dw an dem ent
Ein andern weg zam künig-reich,
Der dir nit feien künd, dem gleich.
*
!• 8 W«it. 84 8 guif.
^^H ^1
^^^^^^ OcItQB, des kflnigfl snn: ^^|
Dw redest recht nitd wol darfoD. ^^M
Wie soll lehB aber grewffen on, ^^|
■
180] Weil ich noch dise irruiig hab, ^H
5 Das ich kern meiner prneder ab, ^^M
DaB sie paid abgingen mit dot? ^^M
AlOMta, die kflnigin: ^H
Ja, den het es nmb dich kain not, ^^M
Daß man das Icünigreicb erwurb, ^^|
10 Wen ein-mal der alt künig etiierb, ^^M
Der den iet ^ar uralt vtirwar, ^^M
Yast im vier-und-neünssigsten jar; ^^M
Den würst an scbwertsclileg küoig sein^ ^^M
Von den fiirsten gesezet ein, ^^H
16 Den gTietf wir frolich zu der ee. ^^f
SchaWi zu dem rat ich, mich verste } ^^M
Das ißt der richtig, kuerzest weg. ^^M
Oobai, des kttnigs snu: ^^M
Nun ich wit Bein in dem nit treg, ^^|
90 Sparen kein untrew noch arglist, ^^^
Was haimlich zu verpringen ist, ^^H
Mein prueder zo pringen umba leben, ^^H
Der Bach wil ich iiach-trachten eben ^^|
Tag und nacht mit geschwindikeit, ^^M
it Pia ich das vulent kurzer zeit, ^^f
Wo ich das tueglich mag verpringen. ^^M
Hoff ie, es sol mir wolgelingen. ^^M
Doch mein fraw küngin, schweig dai-zw, ^^M
Das sollchs nit auskumen ihw, ^^H
80 Es kostet sunst das leben mein. ^^M
AtoBsa, die kiaigfi; ^H
Ey, mainßt, sult ich nit weiser sein? ^^M
Nun ge, ich wünsch dir glneck darzw* ^^M
Fürsiclitig das angrewffen thw, ^H
3b Das dw das reich peknmpst mit rw. ^^|
Sie gent paide ab. ^H
4 S ijrciDf. ^^H
219
Actus 7.
[bl. 18(K| Ooiwi, der argUilig, gett ein nid rat ait im selb, tpriebt:
Ich hab das werck in schwanck gepracht
Und hab gesent nechten zu nacht
6 Den arglistig alten ennchen,
Ariaspem, mein praeder, zw suchen,
In warnen, im sagen knrczab,
Der alt künig pefolhen hab,
In zn fahen, darnach zw dOtten.
10 Daromb sey im eylent von nöten,
Das er aus Persia entweich.
Auch hab ich zu im der-geleich
Im mer geschickt wamer der-mas.
Aus dem wais ich gewis und das
16 Er im laut nit peleiben sol;
Er ist forchtsam, das wais ich wol.
Den kumb ich sein mit eren ab,
Weiter kain sorg mer auf in hab.
Der alt enueh knmpt, spricht:
90 Die gotter geben euch glueckling tag!
Oehus , des kftnigs sub :
Wie stet die sach, mir eillent sag!
Umb Ariaspis, den prueder mein?
Der alt enuoh:
26 Eur prueder kund nit trawriger sein.
Als ich fing an zu warnen in,
Da west er all ding schon forhin,
Verzweyffelt, glaub, er wert sich bencken
Oder in aim waser ertrencken.
80 Ir wert pald hören guete mer.
Weicht! Euer prueder get dort her.
U t
220
Otihun gmt im tu gelt int sdio baat und spHoht :
Nem die hundert duckain zu Iod 1
Geret die schauen, dw solt njer boo,
[bl 181] Die sweu gent eilleot ab. Ariaspis^ dea k&aigs bud, g«t
& trawrig* ein, ret mit im selb:
Was zeicht sich der herr vater mein»
Das er mich kiHick liehen siitie sein
Wil also zum dut lassen richten?
Nnn hab ich in mein tag mit nichteu
ly Petriiebet aber uebels thon,
Darmtt ich den dot verscbueldot hon:
Hab nie j^^stelt nach dein regiment.
Ich wil nii kiimen in die heiit
Dem bencker, rair selb nemen mein leben,
15 Mir selb mit diesem gifi vergeben^
Da» ich mir zu-peraitet hab.
Das ich nur kumb raeins lebens ab.
Wil gleich das g^ift da nemen ein,
Mich sencken in das pette mein
so Und darin enden das mein leben
Und mein petniebten ^^aist auf-geben.
£r drinekt and get ab mit schwaooketeii dritten. Ocbas ^et oId,
sprioht:
Nun ist der aine prueder hin,
3& Idoch ich noch in sorgen pin
Ob meinem praeder Arsarais.
Zu dem hab ich war und gewis
Arpatam, ainen klinen held,
Hewt frw noch vor mitag pestelt,
30 Der wIrt in mit dem schwert hin-richten
Duckiscber weis, nach den geachicbten
Heimlich entrinen aus dem land-
Ich hab im geben auf die hand
Dawsent darisclier gnlden par,
w Das er kain fleis noch mite nit spar.
Den wuerd ich nach dem vater mein
[b!. 181'] Der ainig erb zum künckreicb sein.
30 dM] rtblt S.
221
Oekot, dM Unifft san, get ab. ArMmis , des kflni^ snn, get ein
und rett mit im selb:
Mein praeder Ariaspis ist gestorben,
Grewlich ains gehen dotz verdorben.
6 Und nymant wais in dieser frist,
Was kranekeit er gestorben ist.
Doch war sein leibe nberal
Vol gift nnd schwarzer doten-mal.
Das macht mir yil entseczang me.
10 Ich forcht, die sach nicht recht zn-ge.
Mein pmeder Ochos steckt vol dneck,
Furcht, er hab anghricht das nnglüeck!
Arpatas, «in jnnger her, get ein, stet and lost, spricht darnach :
Was seichst Ochnm, den pmeder dein?
16 Solt er an dem dot schneidig sein
Deins pmeders, gester frw verschyden?
ArsaBis, des kttnigs snn:
Ja, ich pin gleich nit wol zn-frieden.
Mein hercz kains gneten gen im ant;
90 Arg spiczfnndig ist sein verstant.
Er ist dneckisch, hemischer art,
Sein er und trew nit wol pewart,
Er rieht vil haimlichs anglaecks zw.
Arpatas , der jung herr :
96 An schneid schmechst deinen praeder dw,
Den dein mtind pillig loben sol,
Weil im wil alles hoffgsind wol.
Was er pegert, ist es pereit
Mit aller nnterthenikeit,
80 Als wer er regirender herr.
Arsamis, des kftnigs snn :
Das macht, ir hoffgsind seit nit ferr
[bl. 182] Von im mit herczen, sin nnd maet,
Last ench als gfallen, was er thaet,
96 Seczt trew nnd er atift abertüer.
•
4 S wi«d«koll gwtorben. 8 8 Vor.
222
Arpatas , der juDg keir :
Dw kiinig-0un, an dir ich spüer,
Das dw Ulis hoffgsiüd tlmeet veraehteti.
Arsamifi, des kinig^s snn;
h Ja, thw im selber auch nach-tracbten,
Wie vO redlicher unter euch sein,
Gotfurchtigy warbaft ghrecht allein ?
Sunder der mait^itail sint weinzecher,
Spillerj mainaidig und eprecher,
10 Mörder, raiiber, dueckisch mewchler,
Orenplaöser, schmaichler und heuchler.
Gar wenig euer ausgenuraen
Stent pey dem hewfleiu der erüng frumen.
Seit fast all über ain laist gescblagen-
ib Venus-tuegent thuet man euch uach-sagen^
Oleich wie Ocho, dem prueder mein,
Arpataa sockt sein dolicli, ipriekt:
Ich sich, es wü nit änderst sein;
Weil wir von dir verachtet sin,
90 Far zu deim doten prueder hin!
Ber Arsfttnis feit und sehreit. Arpatae lauft ab. Der kij
ein mit aeim hoffgaiud:
0, wer bat diesen mort geton
An ArgamiSf meim lieben sun,
2b Der mir im angeicht und gemüet
Am gleichsten war, val trew und güet
Für all mein süne, die ich bet.
[bl 182' j
Ber herult epricht:
Ich sach Harpatam an der stet
ao Mit plosem dolich lanffu auf dem sal,
Als ich hört ain cleglichea gai
S 8 mAUUl. 32 8 hst Auf hl, 182' tu AnfMis di« rflimsaU« wi
Der kt&Big Artaxerxit ipriobt :
Ach, mein hercz warhaft antat dis.
Gleich wie mich die sach an thnet sehen,
So ifl durch veretrey geschehen,
s Durch Ochnm, meinen jüngsten son,
Der vor durch arglistikeit nun
Ariaspis, den sune mein,
Durch die argen vereter sein
Gen mir hat also forchtsam gmacht,
10 Das er sich selb mit gift umpracht.
Weil er so vil mordischer that
An sein prfiedem genebet hat,
Des ist mein hercz in dot petrtiebet.
Weil er die mordrey hat gefiebet
\i Zwischen den lieben sünen mein,
Welcher nun drey verschieden sein, . . .
Den yirden ich mit urtail und recht
Auch wol mit dem hencker umprecht.
Weil ich pin aber alt und schwach,
90 Mag ich nit neben solche räch,
Weil ich mit im abdilgt alln samen
Von meinem kttnicklichen stamen.
Dmmb wil ich meim gemuet aprechen,
Und sclchs die götter lassen rechen
S6 An im und all sein argen knaben.
Die schneid an diesen döden haben.
Nun tragt mein lieben sune ab,
Das man in künicklich pegrab!
Ich, der petruebte vater sein,
so Wird auch pald enden das leben mein
In unmuet und trawriger pein.
||»0 dregt die par in Ordnung ab. Der herolt knmbt and naigt
sich und pescbleust:
[bi. 133] So hat die tragedi ain ent.
S6 Aus der werden drey stüeck erkent:
Erstlich sol man mercken pey dem
Mechting kttnig Artaxerxem,
Welcher hat unter seiner haut
Hundert-und-sibn-und-zwainzig laut,
■
^v ^^^^1
^^^^1
Welcbem doch kam auf seinen rueek ^^^H
^^^^^H
So mancherley grewiich nngiaeck ^^M
^^^^^^1
In seira kiing^reicli pis zum ausgang . * . ^H
i^^^^^l
So merckt ein mensch zu d^ni anfan^. ^H
^^^^^1
6 Das kein reichtnm, macht, noch gewalt ^H
^^^^^1
Den menschen hie in rw erhalt ^H
^^^^^1
Vor aller wider wertikeit, ^H
^^^^^1
Welche einschleicht zn aller zeit ^H
^^^^^p
Deglich durch ujancherley unfal ^H
^^^^B
10 Fon feiud- und freunden liberal, ^H
^^^^B
Zu hoff und IvAm von ingeBind, ^H
^^^^H
Auch wol von aii^en weih ynd kind, ^H
^^^^^1
Das e ain un^lueck hat ein ent, ^H
^^^^B
Ist gchon ain andere vor der hent. ^^M
^^^^H
\b Derhalb ist dis leben zn-mal ^H
^^^^B
Pillich ein elent jamertal ^H
^^^^B
Auch pey den gwaltigen und reichen. ^H
^^^^B
Zum andren merck mau der-geleichen ^H
^^^^^B
Pey Parißatides, der künigin^ ^H
^^^^B
so Welche durch arglistige sin ^H
^^^^fl
Plutiirstig und uotrewer art ^^|
^^^^fl
Ir sün heczet zu-samen hart, ^^M
^^^^B
Wo ein solch pos weih in der hent ^H
^^^^B
Hat gwalt in ainem regiment, ^^M
^^^^B
u Da beczt sie ymer dnckbch zw, ^^|
^^^^B
Ir falsches hercz hat nytner rw, ^^|
^^^^B
Rieht an vil ungmach& überaus, ^H
^^^^B
Es sey zu hoff oder zu haus. ^H
^^^^P
Zumb driten pey den fuersten Giro, ^H
I ^[w-
183'] 30 Dario und auch pey Ocho, ^H
Die alBo nach dem regiment ^^M
1
Griffen mit mörderischer hent, ^^|
1
Doch entlieh drob gingen zw grund, ^H
^^^^A
Also noch hewt zu aller stund: ^H
^^^B'
u Wer noch nach herschaft streben sey ^H
^^^^B
Mit gwalt, an recht, durch tiranney, ^H
^^^^H
Der mus auch gwis drob gen zw gruud, ^H
^^^^B
Wie vil bistori pezewgen dund* ^H
^^^^B
Das frid und wolfart plue und wachs ^H
^^B
40 Pey aller liersehaft, wünscht Hans Sachs. ^H
■
Der horolt g^t ab« ^H
225
Die penon ia die tragedi :
1 Der bereit
2. Artozerzes, der kfinig in Persia
3. Cime, aein pmeder, f&rst in Lidia
4. Parisatides, die alt künigin, ir mneter
5. Statira, die jnng kfinigin, ein gemahel Artoxerzis
6. Atowa, sein andr gemahel
7. Darins \
8. Arsamifl ( ^
9. Axiaspii |
8Ün künig Artozerzis
10. Oebns
11. Teribaras, ein fflergt des küngs
12. Arpatae, dee fnersten snn
13. Tissaphemfls, ein fnent Ciri
14. Clearcbns, sein hanptmon
15. Phiaicus ) « v. j • u • x
16. Aticn. } 2 haidniBch pnester
17. ArtaBoras
i 2 kemerling
la Metrodotes
19. Sparonibacso ) ^ ,. ,
^^ ^ . . } 2 alt ennchen
20. Maniesates j
fbl 184] 21. Oige, die kamerfraw der alten ktlnigin
22. Theraz
28. Tracet
85 24. Der hencker
I 2 trabanten
Anno salntis 1560, am 12 tag Octobris.
1266
16 Nr. 16 aod 16 tret«n gar nieht anf. Deshalb habe ich in der Uber-
Msbrift die nierst geiebriebeoe Ziffer 22 aai der geünderten 24 wiederhergestellt.
M*oebe ttellen in die«er bisher ungednickten tragoedia lassen die durcharbeitung
▼emiieten; s. b. die Qber Atotsa and die dritte lehre. 27 Ich habe nur
1214 Terse ges&blt; im regiater des Tiersehnten spruchbuehes ebenso wie im
geDeralregister , wo das tiQek nnter den oomoedien aufgeführt wird, steht 1206
all Terasabl angegeben.
XXUL 15
227
Noch plieb idi unpekande,
Es achtet mein nymande,
Het ich nit groses gaet.
6 Weil nmi das gelt iczunder
In gancser weit regirt.
So ist es nit ein wunder,
Das lenger, erger wirt,
£nt nembt znecht, er nnd dnegent,
10 Lieb, trew und erberkeit
Pey alter und pey jngent,
Die nur nach gelt nrnb-lnegent
Mit allr spiczfündikeit.
[bl. 120] 6
16 Wen ich ain hendler were,
Gwün deglich groses gnet,
Prawcht allerley gefere,
Wie den icz mandier thnet,
So wer ich hoch gehalten.
10 Weil ich nnn der nit pin,
Thuet die frenntschaft erkalten
Pey jungen und pey alten :
Nor ansl schampadahin !
6
26 Doch las ich mich penüegen
An freyem eren-stant,
Drin mir got zw det füegen
Zinst und rent anf dem lant.
Darin ich mich wil halten
30 und ger nit weiter mer,
Gleich wie die erlich alten,
und wils got lassen walten.
Dem sey lob, preis nnd eerl
Anno salntiB 1561, am 21 tag ApriÜB.
6 8 ergiri.
15^
^^^^^^^^^^v ^^^^^^^1
^^^^^^f Die gegchicht s. Barbara. ^|
^^^^^^H In Nicamedia, der stat, ^H
^^^^^^H ^H
^^^^^^H Der füerRt eri die abgötter da, ^^H
^^^^^^V b Het ein dochter hies Barbara, ^H
^^^^^r Die ein IiattnlJche Cnstin was. ^^M
^^^^^H Ains dages ir vater ant-sas ^H
^^^^H Zw Maxencio, dem kaiser, raik; ^H
^^^^H Die weil die crist-gelanbig: matt ^H
^^^^^H iD Die pild der abgötter zerpracli. ^^M
^^^^^M ^^^ ^^^ i^ Tater kam und sack ^^M
l^^^^H Seine gatter zerstöret gar ^H
^^^^H Und »ein docht«r ain Cristin war, ^H
^^^^^1 Wolt ers in grimeii zoren rechen, ^^M
^^^^^m \f> Zuckt sein seh wert und wolt sie ei*steclien. ^^M
^^^^^B Da gab sie auf ein perg die Unecht, ^^M
^^^^H Ir vater sie zw doUen snecht, ^H
^^^^H Fand sie, znegs herab pey dem bar, ^H
^^^^^H Übergab sie dem richter dar. ^^M
^^^^B sti Der sie mit rueten bawen lies, ^H
^^^^H Irn leib mit krelen hart zwries ^H
^^^^^1 Und lies ir auch ir prnest abschneiden. ^^M
^^^^^H Das tbet sie als gednltig leiden, ^^H
^^^^^^1 Lobt gut, der ir gab sterck mid kraft, ^^M
^^^^^m '2<s Und plieb in dem glauben stanthaft. ^^M
^^^^H Darob erzürnt ir vater hart ^H
^^^^^H Und sein dochter enthaupten wart. ^H
^^^^^^P An dem virden tag Decembris ^^M
^^^^H Sie selklich ir leben lis. ^H
^^^^H nn Irn vater das hlmlisch fener verprent, ^H
^^^^H Und nam ein unseliges ent. ^H
^^^^^r Anno saltttifi 1561 , am 30 tag May. ^^^|
^^^^^^^- J Im viersebnleD ipruohbtiohe, bL 204^ ^^H
Histori sancti Erasmi, ein pischoff der statt
Campanie.
[bl. 205] Als Erasmus, ein pischoff, sas
In der stat Campania, was
6 Ein heillig cristenlicher mon,
Als ein streng gepot lies ansgon
Kaiser Diodecianns,
Zw würgen all Cristen zw pns,
Erasmns ans der stat entpfloch
10 Und in ein Öde wiltnas zoch.
Darin ain rab in speisen war,
Darin er got dient siben jar.
Nach dem es sich pegeben hat,
Das er kam wider in sein stat
16 Und predigt ans cristlicher lieb,
Von menschen die dewffel austrieb
Und vil yolcks zn dem glauben pracht.
Der-halb fangen in zw nacht
Der kaiser lies, in nach vil fragen
20 Mit pley zainen nnd kolben schlagen,
Mit haisem schweffei nnd harcz pegiesen.
Das laid er willig an vertriesen,
Vom engel doch frey ledig wart.
Doch widemmb gefangen hart
S6 Vom kaiser Maximiano,
Welicher in lies seczen do
In siedent oll, pech, harcz und pley.
Noch veracht er die abgotrey.
Da lies er in anf die erd pinden,
30 Die derm anß seinem leib im winden,
Darmit sein sei vom leib abschied
Und lept pey got ewig im fried.
Anno salntis 1561, am 30 tag May.
1 Im Tieraebiiten spraobbuohe , bl. 204' bü 205. 9 S entplocb.
26 S MAXiniano.
230
Der englisch grnes.
Den aechBten monat ge&endet hat
Got gen Nasaretj in die stat,
Den engel Gabriel alda
[bl 205'J b Zw der rain jnnckfraw Maria,
Und sprach vol gnaden: j^Sey gegrüesett
Der harr ist mit dir^ ubersiiesset,
Dw gebenedeite untern frawen."
Als Bie den engel an was schawen,
lü Erachracks ob seiner red allein,
Dacht: was fiir ein grnes mag das sein?
Er sprach:, Fnercbt dir nit, Maria,
Pey got hast gnad gefunden ja.
Dw wirdest schwanger werden nun
16 Und auch geperen ainen snn.
Des nainea solt dw Jesu8 nennen,
Wirt in ain snn des höchsten erkennen,
Got der here wirt im anch eben
Den Btuel sein vater künig David geben,
30 Wirt ein küng sein ubers haaa Jacob,
On ent wirt sein kiiogreich in lob.*
Maria sprach: „Wie sols zw-gen,
Die-weil ich wais von kainem mon?*
Der engel sprach : „Der lieillig gaist
26 Wirt über dich knnien aller-raaist.
Was von dir wirt ^eporen werden,
Wirt gottes snn genent. auf erden."
Sie sprach: „Ich pin des herren magt.
Mir geschech, wie dw hast gesagt/
30 Der engel von ir schied, zwhant
Entpfing sie Cristum, den hailant.
Anno Balutifl 1561 , am 30 tag Maj.
1 Im riertehnlen »pritohbuQbe^ bL 206 bis 205'.
taria mit Elisabet. Lüce I.
Maria stand aaf In den dagen,
Ging aufit gepirg, Lucas thuet sageo,
Kam in dag haus Zachariatj
Und Ellsabet griiesen was.
Als den gmes hört das heilüg weib,
Uaepfet das kiiid in yrem leib.
Sie wnert des heilling gaistes vol,
Rueft lawt: ,Nuji sey gesegnet wol
10 unter alln weibem in ewikeit,
Deins leibs frucht sey gebenedeit!
Von wan knmbt das zu mir herein,
Knmbt die müeter des herren meiu ?
Sich, da ich hört dein grues so lind,
Huepfet in meinem leib das kind.
Selig pist, da» dw glaubst anf erden;
Den es wirt als volendet werden,
Was dir vom herrn ist £U-gesagt,'
und es sprach Maria, die magt:
^Mein sei erhebt den hen^n zu-hant.
Mein gaist frewt sich In dem Laylant.
Er hat mein demnet angesehen;
Alle kind wern mich selig jehen»
Gros ding hat er an mir gethon:
Sein barmher^ikeit wert iuron,
Die bcdferting zerstrewen tbnet,
Erfüll die hungrigen mit guet,
Wie er hat geret Abraham
Und darzw seinem ganczeu sam.*"
30 Maria plieb da drey monat,
Darnach wider haim-keret hat
Anno salutia 1561 « am 30 tag May.
m
1 Im vierzehnten ipruehbucb«, bl, 20^' bli 200. 5 3 Bi«ftbet. 19 8 pr»oh.
i
232
Der traiiiu Paridis.
PariB von Troya, des künigs aun,
Iio wald Ida het jagen thnn
und sich zu rw geleget het.
Da im schlaf im erscheinen thet
Mercnrius, der gotter-pot,
[bl. 206'] Gab im ain apfel von golde rot,
Darzw ain richter-etab mit ßinen;
Zw-hant drey g5tin da erschinen,
10 Mueter-naekat, schon auserwelt;
Und spracii : „Paris, dw ktiner helt,
Da feil ortaiJ mit &inen frey,
Welche die schönest göttin sey.
Der-Belbn den gnelden apfel gieb!*
)5 Paris sprach : ^Des ich mich petrieb ;
EngliBch gepilt sind sie all drey,
Waiö nicht, welche die scheinest sey,*
JuDOj die gottin der reichtunib,
Sprach: „üiebst mir den apfel darurab,
ao Mach ich ans dir ain künig reiche
Das auf erd ist nit dein geleicb.*
Minerva, gJJtin der Weisheit,
Sprach: „Geist mir den apfel, die zeit
Mach Ich aus dir den weisten mon,
2ö Der alle künst auf erden kon/
Venus, die drit, gottin der lieb,
Spradi: » Paris, mir den apfel gieb;
Die schönst weibspild wirl dir zu-gstelt,'
Paris der lieb wolnest erweit
30 Und fraw Venns den apfel pot,
1 Im riorsehfitoD «pruehbucbe, bl. 206 bis 200'.
288
Pracht sich dadurch in angst und not,
Weil er verachtet diese zeit
Gewalt, reichtomb sambt der Weisheit,
Die im yil nüeczer wem gewessen.
Weil er die lieb im thet aoslessen,
Wart sie nrsach als angemachs.
So gschicht noch manchem, spricht Hans Sadis.
Anno salatb 1561, am 81 tag May.
235
Za dir stund all mein trawen.
Weil dw pist von mir hin
Und nymer-mer knmest zu mir,
So hoff ich knrczer stände,
Ich werd faren zn dir.
[bl. 147] Da wir den nngeschieden
Leben in g^otes reich,
In jaebel, frewd nnd frieden,
10 Dort ymer, ewicleich
In himelisch ewiger rw.
Des peger ich von herczen,
Dw mein hercz-ainigs .v.
Anno ealutifl 1561, am 1 tag Juli.
Im thon: Es ist das hall nns knmeii her.
Ain lobgesang« Der pfalczgreffin zu Amberg wider-kunft,
Lob sey got in dem hoehsten tron,
Der uns icz widerume
6 Mit frid und frewd lest aeheu on
Unser cnrfiirstin frume,
Welche von uns vor kurczer zeit
Absclüed mit groser lierrlikeit
Sambt Iren edlen fiiersten.
10 2
Die uns hat ser vil guecsj gethon
Mit herczlichena erparmen:
Wer aie in notten rneffet ou,
Den reichen eambt den anneu,
i& Welch seither seufzen oft nach ir
Mit herzen-Bonlicher peg:ir
Und clagen ir abecbaiden.
3
Doch frewen wir uns widern mb,
[bL 148] ao Das sie aus gottes gnaden
Ist kuuien ins cuerfuerstenthumb
Gen Haitieiberg an schaden
In hohe er und herlikeit.
Got woll ir darin langte zeit
26 Fristen ir werdes leben
In aller wolfart und geuntheit
Sambt irem edlen füersten
I Im «i3«hf«liDten mitiatergefiLngbuohe , bL 147' bii 148,
S K«; Job. S ho8eb9t«D. 33 S rod vad.
3 1
■«jr sot.
237
In Btettem Md zu aller zeit,
Nach dem sie auch ist dfiersten,
und nach irm forstling regiment
In geben ain seliges ent
6 Und das ewige leben!
Das pitten wir an nnterlas
Mit hercalichem pegeren,
Und wir hoffen zu got anch, das
10 Er ans andi werd geweren
Durch Jesnm Cristnm, seinen snn,
Der am crewcz für ans gnfing hat thfin.
Nan sprechet alle amen!
Anno salotis 1562, am 14 tag Marci.
12 S gOog.
238
Epitaphinm Panlns Kastners anno salntis 1562.
Ist das nyt ain clegliehe klag?
Febroari am neünden dag
Gab ich mich in wassers-gfar on not,
6 Darin ich verschied mit dem dot.
Das last euch alln ein wamnng sein;
Hie lieg ich in dem grabe mein
In starcker hoffnong, got wer mir geben
Nach der nrstent ain ewig leben
10 Durch Jesnm Cristam, den hailand,
In dem himlischen Vaterland.
Anno salutis 1562, am 28 tag Marci.
1 Im vieriehnten spniobbnobe, bl. 213.
Die reimen auf das gesclieiicket drinckscliier herr
Wolff Kern.
Der erber herr Walff Kern
Auf der kauflewt pegern
b Er sich pemüeet hat,
Pey ainem erbem rat
Za gaetem qqcz pedacbt,
Die Tuarck-glocken aaf-pracbt:
Pald man die zewhet on,
10 Sol maQ vom marck abgon.
Der ramdern zal fiirwar
In dem &J jar
Am 16 Aprilis
Lewt msDS erstmala gewis,
16 Pleibt noch in stettem prawcli
Zw gueter Ordnung aucb,
Der-gleicb er sich peieist,
Er nod fretm tschaft peweist
Der seinen nacbparßcbaft,
ȟ Miltreich und doegentbaft.
Der-lialben an dem ent
Die unterschrieben sent,
Thtint im zti eren scliencken,
Im pest'Cn ir zn dencken,
»5 Diß drinckscbir, wol gezirt,
{bK 129| Darmit im anczaigt wirt
Ir güenstiges gemüet,
PitteD, er wok in güet
Anemen von in allen
so Mit herzllcbem wolgefailen,
Wünschen, got wo 11 im gebn
Nach dem ain ewige lehn.
Anno aalütis 1563« am 6 tag Aprillii.
60
1 loi ■«Qht«hBt«ti •praehbuehe,!^ bl. 128' bi« 129.
^ 240^^^^^^^H
1
^^^^^^^^B Die löffel-reimeB.
1
^^^^^^^^^^
^M
^^^^^^^H leb, leb, tlme alk dier regiern,
^^^^^^^H Mit gwalt tw ich thiranfftiern.
1
^^^^^^^^H B&B
^1
^^^^^^^B Icli, cameltier, trag schwere lest,
^^^^^^^V Gros seck mit gelt dünckt micb daa pest.
H
^^^^^^H
H
^^^^^^^^^ leb, birscb, pin rescb, wen man micb jagt,
^^^^^H i9 Aber zw streitten gar verzagt
■
^^^^^H Ich pin ein stolcz hoffertig pfert
^^^^^H Mit Worten, werck und mit geperdt.
■
^^^^^P Der elepbant
^^^Hp 10 Ich pin ein starcker elephant,
^^^^ |bl. 309] Doch nngechickt mit hercz, round nnd bant
1
^fc Der walteseU
^M
^g^ Ich, wald-eael, eteck voller neid;
H Get 68 aim wol, so is mir leid.
■
H ^ Der berr.
^M
H Ich, beer» pin racbgirig vol zorn.
^ä Thne stet gron, greinen und ramom.
I
^^^^^L Der woltf.
^H
^^^^^B ich pin der diiecki»ch schleichen t woltf,
^^^^^P 95 Mit rauh nnd diebstal mich peholf.
■
^^^^^^ 1 Idi •«ohsBhDlen spniobbaohe, bl. 308'blf 300'. IS 7 und mit.
8 TOd.l
^^^^^^^H
J
Ach, musica, die etile kunst^
Mein hercz trueg dir lieb und gros giienst,
Erlidie kun&st, dir pin ich holt»
Nicha Iierzltebers ich haben woit;
Recht fre wd des herzen kanstw geben ^
Ein znechtig nnd eliches leben,
Ym herczen ein au de cht ig gmüet,
Cristlich, aufrichtig, voller guet,
Helt änderst der lest den verstaut,
Hell uns füer Cristum, den heilant.
Anno aalutis 1563, am 18 tag Juti*
20
t liu «««hiMhot«» N|)rucb biloba, bl, 309'.
nam Michael Keczman.
Keiii got, ich sag dir danck und eerl
In meins leibs leben dw mich seer
Cristlich gederaüetiget hast,
Herczlich mit schwacbeit überlast,
Am leib sciimerczlichen haimgesuecbt,
Erbalteii doch der eele fmcht
Lebent. Nun pli ich mit gedueldt,
Ereftig mach micb durch gaistes-bneld !
£8 stet dc^ch als in deiner band
Teglich, wie es Job macht pekand.
Zal alles gneten bat got geben
Mir und wider hingnnmen eben
Alhie in meines lebens zeit.
16 Noch sej sein nara gebenedeit 1
244
Der nam Norimbergensis.
Der 121 psalm.
Nach den pergen anf heb ich schier,
0 herr, mein awgen, darfon mir
& Recht kämet hilff vom herren werd,
Yn dem, der macht himel nnd erd.
Mein fnes wirt er nit glitschen lassen,
Bewart mich trewlich aller-massen.
[bl. 310'] Er schlaffet oder schlamet nicht,
10 Recht bschaeczt und bschirmt er dich anfiricht,
6ot pehüet dich, der war hayland,
Er nberschat dein rechte band;
Nacht und aach tag er dorch sein guet
Stetigs vor üebel dich pehäet
16 Yn deim eingang und ansgang weit
Seliclich pis in ewikeit.
Anno salutis 1563, am 13 tag Juli.
28.
1 Im seohsebnten spruchboche, bl. 310 bis 310'. Vergl. band 18, s. 473
nnd dazu s. 561.
245
Der nam Johann Sachso, darin anzaigt die zall
seiner gedieht.
Ich hab gleich 6000 gedieht
On drithalb hnndert zw-gerieht
6 Heiliger schrift, cristlicher leer,
Aach weltlich sprüech zu znecht and eer,
Nemlich manch fröliche comedi,
Nach-spiel aad manch trawrig tragedi,
Schöne gsprech and lobsprüech der thaegent,
10 All laster gschent za 1er der jaegent,
Glar YÜ histori and parabel,
Hernach lecherlich schwenck and fabel —
Solch als gpraehweis and maistergsanck.
0 got, dir sey lob, eer aad danck!
15 Anno salatis 1563, am 14 tag Jali
12
1 Im seehsehnten spraehboehoy bl. 310'. Charles Sehweitser, Etüde aar
U Vie et les OSuTras de Hans Sachs. Nancy 1887. 8. s. 453.
246
Ain schwäiick: Müiiich, potior und lanezknecht.
drey hoamu ains duecli!:;.
Vor etlin^ jaren sich zii-trtieg,
Das man nach ainem Düercken-zneg
& In dem winter der lanczknecht hauffeo
Im Ungerland lies widerlawffen
Her-auflfer in das deutsche land,
Mancher het weder gelt, noch pfand»
Wie es den ist der lanczknecht sit,
10 Weil sie haben so sparens nit.
Den milessens lauften auf der gart,
Übel essen nnd liegen hart.
Ans den ein lanczknecht gen Passaw kam
An dem rossen-suntag mit nani
u In ein münch-kloäter morgens frw.
Der sacb, wie aldag gingen zw
Der peicht, die jnugen und die alten.
Da dacht er: Nnn tnties sein got walten!
Nun wil ich anch dem münich peichten
ao Und mein hercz von sünden er leichten,
[bL 335] Die rewen ser von herczen mich,
Und die ainig säend sünderlich,
Das ich hinab-zog in den krieg,
Maint, zu erlangen er und sieg
25 Und nberflnessig reiche pewt
Wie mich verdröaten die kriegs-ambt-lewt,
Da heftig, mechtig reich zn wern,
Verlies zw Nürnberg meinen hern,
Pey dem ich doch guet leben het
1 Itu leobEchuten ipruofabuohe ^ bL 334' bb 336'.
godruekt. 35 B roioh.
Ali 335 »Qtiir»ii%
247
Fein ordenlieh za disch und pet.
Das sich im krieg vil änderst fand;
Wan ich pring ans dem üngerland
Zw pewt nichs, den ein elent hawt,
6 Darob mir warlich selber grawt,
Darob ain daicken ffir ain rock,
Darin der lews wol anf drey schock.
Mit den gedancken hin and wider
Kniet er auch for dem müenich nider
10 Und peichtet im mit werten her,
Wie er ain armer lanczknecht wer
Und künt kains krieges mer erwartten,
Dmmb Ineff er im lant nmb zn garten;
Und wo er zw aim dorff einzneg,
16 Den pawren er die hüener schlneg;
Wen er kem für des panren hans,
Not er crenczer nnd ayer raws;
Fiel anch die lewt an anf der strasen,
Ein ritter-zemng im zu lassen;
M Pat sich zn absolviren den,
Des kriegs wolt er fort müessig gen.
bl. 335' J Da sprach der münich tmcziclich:
,Ich kan nicht absolviren dich,
Weil dw nnr zn schaden nnd schant
26 Umblawffest in dem ganczen lant
Und den lewten das ir abfrist.
Darnmb dw gwis des dewifels pist.
Thw dich anf, ertrich, nnd verschlick
Den lanczknecht nnd gen hei in schick!'*
30 Der lanczknecht sprach zu seinr arskerben :
,Thae dich anf nnd versclilick den herben
Münich, der mich dem dewffel geit!^
Und fuer gleich auf und drat peseit,
Sach wie ain petel-man kniet dar,
36 Der anch dem münich peichten war,
Wie er petlet mit offner hant
In den stetten nnd anf dem lant,
Stelt sich vil ermer, den er wer,
Sam het er vil der kranckheit schwer,
40 Und wie er auch pey seinen tagen
Was nit wolt gen, mit im het tragen,
^^^v ^^^^1
H Auch vil pewtel geschniten ab ^^^^|
H Und auch mit seinem pilgram-Btab ^^M
H Heimgesucht vil lieilliger stet, ^^
V Der ev doch kaine gsehen het. 1
a Der miinieh sprach: ^Heb dich hinaus! 1
Ich kan dich auch nit richten aus; ^J
Dw friät das flaiBch und pluet der armen, ^H
Petrew^st all, die sich dein erparmeu. ^^M
DroU dieh an galgen znmb lanczkuecht! ^^M
10 Ir geit paid dem dewtfel gancz recht; ^^M
^[bl.
336] Wan ir dreipt paide petlers-Ieben; ^^H
Garten ist gleich dem petleii eben/ ^^M
Der miinieh redet diese wort ^^M
So gar lawtrays&ig au dem ort. ^^M
n Die hört der lanczknecijt alle glat, ^H
Und wider zn dem münich drat, ^^|
Sprach: „Münich, uns zum dewffel dreibst; ^^M
Mit eren dw wol pey uns pleibst; ^H
Las dir dein wappen auch vistrn! ^^M
1« Wen dw im lant fhuest thermanim, ^^H
Tbuest die alten pewrin petriegen, ^^M
Das gelt in ans dem pewtel liegen, ^^M
Dich in gancz gieysneri&cL peweist, ^^M
Sani dw der aller-heiHgBt seist, ^^M
25 Und saust auch samelst nberans ^^M
Zn deinem kloster und goczhauB ^^M
Und verhallt anch das ewig leben ^^M
Den, so dJr in dein kloster geben, ^^M
Darmit dw die einfeltiug reichen ^^M
80 Thuest durch dein schniaichlerey erschleichen, ^^|
Darmit Btch oft in grünt verterben, ^^M
Das zu armuet kumen ir erben. ^^H
Sag nnn, was uuderschaides sey! ^^|
Sint wir utcht petler alle drey? "^^^
35 Mein petlerey da» nenn icii garten ; ^^M
Der petler thnet seins pettels warten; ^^M
Res samein dw dein petel neust ^^M
Un auder Inegen und gespenst, ^^M
Darmit dw fuellest über tag ^^M
30 8 aeiü. ^^M
249
Dein kasteD, der kain poden hat.
[bl. 336'] Würff man din kaisers schacz hinein,
Noch klagest dw die armnet dein.
Der-halben dw in dieser trist
6 Wol der alier-gröst petler pist.
Dein pettel dreibst im nberflaes,
Die armnet nns zwen notten maes,
Das wir nnserm petel nach-gon
Sambt groser fawlkeit, die wir hon,
10 Der dw anch im kloster gewonst.
Darpey dw wol erkenen konst,
Das wir drey hossen sind ains dnchs.
Dammb dnr£f wir zwen nit deins fluechs.
Dw mnst anch gen hei mit nns fam,
15 Die-weil wir sind dreyerley gam,
Gespnnen doch ans ainem flachs
Mit petlelwerck." So spricht Hans Sachs.
Anno salaÜB 1563, am 7 tag Angosti.
124
250
Ucr beschliies in diß IG pnecli der spruech, darin
aiit^eczaigt wird die snnia al meiBer gedtclit auf diese zeit
Es sa^et uns das 4 capitel
Im triten künig-puech au raitd,
ö Wie künig Salomo Iq seiin leben
Got lat ser grose Weisheit geben
Füer alle iirenBcben hie auf erden,
Das Seins gleichen det kainer werden
Mit aineoi m hochen ve rata ad
10 An zal gleich wie des meres aaitd,
Das sein weislieit vil groser war,
Den sunst der ganczen menschen schar.
So woneten in Orient,
Sein Weisheit groser wart erkent,
16 Den der weissen philosophy
Und alier weisen Egipti.
[bl 448J Aach war sein Weisheit vil pericbter,
Den aller poeten nnd dichter,
Den der Esrahiler Etban,
so Cakhal, Darda und ancb Homan , ,
Für die alle war er gerüempt,
Sein lob der Weisheit hoch gepliierapt.
Drey-dansent sprüech hat er gedieht
Und auf das künstlichst jeii-gericlit.
ji* Auch seiner gsan^^lleder ^a-nial
Der waren dawsent au der zal
Und füenffe^ so er bat gestelt
In sein gedichten bat er erzelt
Vil schöner gleicbnns and figw
1 Ito »»obtebfiteii tprootibuohe^ bl. 447' Mi 44^. 2 S w«rd«D,
251
Schir von art aller creatar.
Von den ret er artlich mit ktierczen,
Von paamen, plamen, krewtem und wüerczen,
Von dem zeder in Libanon
6 Pis an den ysopp, welches schon
Wechset heranser ans der want.
Der-gleich rett er von aller hant
Wilden thieren, fiech, fogel nnd wüermen,
Der-gleichen von mancherley föermen
10 Der wnnderparlichen merwnnder,
Von allerley fischen pesnnder
Hat er gemacht manch schön gedieht
und irer natnr nntericht.
Derhalb ans allen ktinigrelchen
16 Und ans allen yolckem der-gleichen
Kam ser vil volckes zn der zeit,
Zw hören die hohen Weisheit
bl. 448'] Eüng Salomonis mit pegirt,
Die-weil Israel regirt.
so Der besehlnes.
Ans solchem pmnen der Weisheit
Ist diesem dichter seiner zeit
Anch gar ain klaines dropflein worn,
Von gottes gnaden auserkom:
26 In seinr jugent fing zu dichten on,
Doch als ein ungelerter mon,
Trieb das 49 jar lang.
Erstlich dicht er maister-gesang,
Der waren vierdawsent-zway-hundert
so Fünff-nnd-sibenzig ausgesundert,
Gaistlich nnd weltlich mancher art.
Solch gsang von im geschrieben wart
In sechzehen püecher eingschlossen.
Darzw dicht er auch unferdrossen
35 Zway-hundert-und auch 10 comedi,
Fasnacht-spiel und trawrg dragedi,
Der-gleich vil lobspruech von der tnegent
Zu anraiczung pluender jugent,
Erlicher tuegent nach-zu-trachten
40 Und die schentling laster verachten.
252
Ans deD weiBen piiiloaophi
und erlewchteix poeten liy
Hat er das gepracht hq den tag
Und nach der histori-sclireiber-sag
r. Spruch weis mauch selzame hietori,
Darin gegeben rumb und glori
Den frnmen, gerecht-, tugentbaft-,
Und die lasterparen gestraft.
Aucb mancherley fabel ued sclxwenck,
la Karczweillig* und listige reuck,
[bl 449] Doch nit zw grob und tinferschembt,
Darob man freud und kurczweil nembt
Und doch das giiet darpey verate
Und alles argen rauesig-ge.
16 Und aller gediclit nmb und um
Der sind in suma suroarnm
FunfTdauseut und darzu achthundert
Und darzu siebe u stüeck ausgesundert.
Die sint auf dieBeii tag noch plieben
80 In dreissig puechern eingeschrieben.
Mit dem spruech hat er unferdrosen
Sein secbzehent spruech-puech peschlosen
Und hoft von herczen, sin und muet^
Sein gedieht wem zu ntiecz und guet
25 Noch kumen alter sarabt der juegent,
Kach^zu-trachten löblicher tuegent,
Und aUer laster müesig-gon.
Wen solche frnecht kumet darfou,
Des würt er sich von herzen frewn,
»0 Kein miie noch arbeit soll in rewu.
Lob sey got, der im in aeim leben
Solch holje gäbe hat gegeben !
Und das dardurch griten, plue und wachs
Die gottes-er, das wünscht Haus Sachs.
fl6 Anno salntiii 1563, am 19 tag NovembriB.
100
Got iey ewig lob,
1 7 S e«Qbiihundert Vnd daraii swülff. Darauf hat Had» Saoh» gelQdtrt ^
uhthufidert und d^rtu sioben and »d di« solle goechrisboii &80 7.
258
Ain schöner perck-rayen you Sumer und Winter.
An sant Michahels tage
Drat in mein snmer-hans
Det grim Winter mit klage,
6 Wolt darin dreiben ans
Den wuniclichen Snmer
Mit kaltem reiif nnd schnee
Und schray: „Weich mir, dw thumer,
Pald ans dem garten gee!"
10 2
Der Snmer sprach: „Dw alter,
Solt ich dir weichen nnr,
Dw grawsam-grimig kalter
Feint aller creatnr?
15 Dw verderbst nnd verherest
All edel frnecht gemein,
Anfreczest nnd verzerest.
Was ich hab tragen ein.*
20 Der Winter sprach; »0 Sumer,
Ich pin als gnet als dw;
Dw steckest voler kumer.
[bl. 151'] Mit meiner kelt die erden
Mach ich Ineck nnd geschlacht,
26 Das sie mus frnchtpar werden,
Snnst wnrd kain frucht auf-pracht."
1 Im NMhsehnUn meistergesnngbuohe, bl. 151 bis 153. Vergl. das gespreoh
iwi0ah«n dem Somer and dem Winter band 4, s. 255 bis 262 und dazu band
Jl, 406.
^^^^H^ ^^^^^^1
^ ^^^^^^1
^B Der Btimer gpracli: „Auf erden ^^|
^m Manch edle creatar ^^H
^1 Dnrcli micli erzewget werden, ^^|
5 Vogel nnd dierlein puer, ^^H
Welche dw, Winter, dötest, ^H
Mit deim frost grimtclich, ^^H
Ir vil int erden nötest, ^^M
Drin sie verkriechen Bich,** ^^|
^H
Der Winter sprach: „Geperen ^^M
Thiiest nnzifferg ge»chwüerm, ^^^B
Die iech und lewt pe^hweren, ^^H
Auch vil giftiger wüerm, ^^H
m Kröten, edechs und schlangen, ^^^f
Die ich alle vertreib ^^B
Und nem me all gefangen. ^^|
Das lob ich mk zw-scbreib.** ^^|
^1
90 Der Sumer sprach: ,Dis wddir ^H
Zier ich mit laub und gras, ^^H
Mach frnchtpar ^ie pawfetder, ^^M
Erfrew idennan pas. ^^H
In dir hört man wolf hewlen, ^^M
^ Erfrörest wnn nnd waid, ^^|
Mit hnnger fiech nnd lewt mewien, ^^^
Pringst nichB den herzen-laid.*' ^^M
Der Winter sprach gar gögel: ^^M
30 f,Ich pring manch gnete kost» ^^H
^^H
152] In mir fecht man die f^gel, ^^M
Ich pring den süesen most« ^^H
Gens nnd faist schweine-praten ^^H
Mest ich, Winter, dai*2W, ^^^H
35 Ich pin nit so ojigbraten» ^^M
Sunder nüeczer wen dw.** ^^M
255
8
Der Snmer sprach: ,Spaciren
Faren, korczweil nnd schercz.
In die gerten refiren,
6 Erfrew manch mneter-hercz
Mit schiesen, lawffen, ringen,
Wilpad-rayen und -dencz
Thaet man in mir verpringen,
Gib schmeckent rosen-krencz.'^
10 9
Der Winter sprach: «Hoffiren
Dat man im winter vil,
Auch stechen nnd thurniren,
Anch lastig fasnacht-spiel
16 und aaf dem schütten faren,
Hochzeit, vil gasterey
Und fasnacht wie vor jaren
Pringt korczweil aller-ley."
10
20 Der Snmer sprach: ,Ser grewlich
Verfrörst prünnlein und see,
Fiech und lewt pist abschewlich
Mit deim reiff, eis und schnee.
Thuest weg und stras verfeien,
2ft Erfrörst paum, draid und wein,
Homer-mülwerck thest stelen,
Anch die schiffart am Kein/
11
Der Winter sprach: „Dein hieze
30 Pringt schwer fawlkeit mit ir,
[bl. 152'] Phrawbst die lewt sin und wicze,
Machst saner millch und pier.
Verdorrest wun und waide,
Machst stinckent flaisch und fisch,
S6 Verseichst der weit zu laide
Manch kueles prünlein frisch/
256
12
Der Sumer sprach : ^Dein ende
Prißgl pir^-schneleneu vil.
Dein eispruech gar eilende
e Ertrencken voicks an ziK
Auch thund mechtig gros schaden
Dein isrewlich wasser-gües.
Ich handel nur mit gnaden.
Der well ein moeter sües.*
10 13
Der Winter sprach: „Die dencken,
Vil grewlicher pistwj
Dein wolkenprnech erdrencken
Land nnde lewt darzw;
ih An eil dein doner nnd pli essen
Manch gepew verwüestn thon,
So es darein ihnet sehnaiczen,
Zündst auch die weider on.
14
10 Derbalb räum mir den garten
Und las mich dretten eini
Thw auf den Mayen warten.
Den drit wider herein!**
Zn-hant von reiff und winden
26 Wnn lauh nnd gras gancz fal,
Der Sumer thet vei^schwinden,
Lies ain cleglichen bal
15
Also got alle zeite
fhL 153] ao Auf erd verornen tbnet
Dnrcb sein gotlicb weisheite
Dem menschen als zw guet,
Das wir auf erden leben,
Mit speis und tranck uns ner,
36 Des sol w*ir got Mn-geben
Lob, danck, preis, rumb und eer.
Anno fialutiB 15&5, am 21 tag May.
18 r weldor. S wolde.
a& ? Dei, S UM,
257
Ain hochzeit-lied
im thon: Ich traw keim alten stechzeug mer.
Ich wünsch dem prewtkam und der prawt,
Elich vertrawt,
5 Gelneck nnd hall!
In znecht nnd eren anf-er-pawt
Ir thnegent schawt
Anf paidem dail!
Erber anfrecht,
10 Von gnetem gschlecht
Und lobling stam
Ir nrspmng kam
Mit gedechtnns-wirdigem nam.
16 Got geb, das sich ir lieb nnd trew
Deglich vemew
In dem estant,
Das sich ains mit dem andren frew
On all nacUrew!
[bl. 154'] 20 Und gottes haut
Geb in alzeit
Sterck nnd gsnntheit,
Halt in in hnet
Leib, er nnd gnet,
S6 Das kein nnrat sie reitten duet.
Anch gottes sogen da einker,
Ir gschlecht sich mer
«
1 Im seohiehnten epruohbnohe, bl. 154 bis 154'. 28 S sohlecht.
Haas SMhs. XXIII. 17
258
Dnrch leibes-fniecht.
Die sie zihen dnrcti cristlich 1er
Zu gottes er,
Tnegent nnd znecht.
6 Das ir stam schlecht,
Fmmb und anfrecht
Leb hie in zeit
Und zn-pereit.
Zu leben dort in ewikeit.
Anno salutis 1565, am 25 tag Augusti.
m
b 8 lehleiobt.
259
Ain puelied ainer erlichen tagenthaften jnnck-
frawen mit irem nameD.
Ich wünsch ein new gnet selig jar
Ans meines herzen grnnde
5 Der thnegenthaften jnnckfraw dar,
Der schön mir hat verwunde
Mein senent hercz
Mit liebe-schmercz,
Das ieit gar angesande.
[bl. 155] 10 Un me verzer ich nacht nnd tag
Mit senlichem verlangen,
Das ich der holtseligen clag,
Die mein hercz hat nmbfangen.
16 Liebliches lieb, erparm dich mein,
Wan ich peger nit mere.
Den liebe mich, herzlieb, allein
In trewen, zaecht nnd ere.
In trewem dinst
so Mich alzeit finst,
Dammb dich zn mir kere!
In höchster trew darch all dein güet
Thw ainen trost mir geben,
So Wirt erfrewt mein hercz und gmüet,
16 Deinr hoffnung thw ich leben.
Ach, wie mocht ich frewdreicher sein,
Den so ich künd erlangen
«
1 Im aeehsebnien meistergesangbaobe, bl. 164' bis 165^ 13 S harcz.
17*
261
Ain hochzeitlied anf des Mueffels dochter hochzeit
mit 5 stimeD.
Ich wünsch dem prentkam und der prawt,
Euch vertrawt,
6 Von got gelüeck nnd alles hail.
Bartel Bomer, des prentgams nam,
Von gnetem stam
Und erbern gschlecht auf seinem thail.
10
Anna Mnfflin, die junckfraw zart,
Hofflicher art,
Anch von gnet erbern gschlecht und stam.
16 Den wol got durch sein mute hant
In dem estant
(Buntheit nnd wolfart paidesam.
Das sich pey in gschlecht, guet und er
20 Geluecklich mer.
Das wünsch wir in in gottes nam.
[bl. 156] Anno salutis 1566, am 20 tag Januari.
I Im teobzehnten meistergeiangbiiobe) b1. 155'. 13 S erben.
262
Ain puelied mit verkerten namen,
Ste auf liercz, mnet and sine,
Uilff loben gar suptil
Meins herzen kaiserine,
6 Mit gsang and saittenspil,
2
Nach der sich sent all stunde
Mein sei, gemüet and hercz,
Welches sie hat verwunde
10 Mit haiser liebe schmercz.
Ach, Cupito hat droffen
Mein hercz mit scharpfFem stral.
Doch dw ich trostlich hoffen
15 In schmerczen und truebsal,
Herczlieb, zw dir allaine,
Dw werdest trösten mich,
Weil ichs in trewen maine,
In eren zaechticlich.
Ach, thae dein hercz auf-schliesen
Gen mir in zuecht und er,
Deiner lieb zu geniesen
26 Ye lenger und ie mer.
1 Im seohiehntoo meistergesangbaohe, b1. 156 bis 150'.
263
6
Nichs frewdreiches auf erden
Kund meinem herzen sein,
Den 808 in lieb moclit werden
Der ainig diener dein.
Ainig allain anf trawen
Hat dich mein herz erweit
Ffir all ander janckfrawen,
10 In lieb zn dir geselt.
[bl. 156'] 8
Ich hoff, wer8t nit verschmehen
Mein trew diensthaft gemüet,
Mit gnaden mich ansehen
16 Dnrch dein jnnckfrewlich gäet.
9
Liebhaben mich in trewen
In masen, wie ich dich,
Unsr paide zn erfrewen
so In der lieb suesiclich.
10
Venus, gottin der liebe,
Ain glueckseling anfang
Zu nnser lieb ans giebe,
26 Das sie wer ewig lang.
11
In trewen, zuecht nnd eren
Sey dir dis lied gemacht,
Das sich die lieb thw meren
80 Zw dawsent gueter nacht.
Anno salutis 1566, am 3 tag Aprilis
Jalisna, Hans ergeben die anfangsbuchstaben der atrophen rück-
wärts gelesen.
264
Lobspniech der statt München in Payern.
MünclieD, die stat im Bayerland
Am fluß der Yger weit bekand,
Hat erstlich iren Ursprung färwar,
t Als man zeit nenn-hundert jar
Und zwey-iind-seclitzig nach Cliristi geburt:
Von hertzog Heinricb anfeng^lich ward
Gebaut ein pnick ubert Yser dar.
Als Otto der erst keiser war,
ui Darzn bawt er ein stetlein klein,
Da solt fort die landstraßen sein.
Des sich beschwert bischolf Albrecht,
Verklagt den bisclioflf zu Frey sing schlecht
Bey keiser Otto dieser ding,
ib Weil im so viel drob ab-gieng
An seinen zöln nnd freiheit.
Da schaffet der keiser zu der zeit,
' Das man fortbin solt die landstraßen
Nach alter gwonbeit bleiben lassen.
20 Als aber hertzog Heinrich starb^
Sein son Ernst das hertzogthum erwarb,
Der bey dem keiser erworben hat,
Aoß dem stetlein zn machen ein stat.
1 Im itabsehot^n (vorlorenon) «pruohbuoh«, bl. 28S. ^nzeldritok im
bAjeriichen natioDiiluiuseutn In MUttobon ; dnrtiaob tuerH verOffotit liebt tod
Karl TrBOtaiitDD im jabrbnob fUr MüD^beoer ge««bichte 1891. III, «. 419 bb
431. met ift hier rorltig« (E) 2 K der. 3. 8 E Yf«r.
265
Das verwilligt der keiser eben,
Doch gen Freysing etlich gelt zn geben.
Mit solch keiserlicber freyheit
Hat die stat Mönchen vor zeit
6 Von hertzog Ernst anfang genommen
und ist zn solchem anffhemmen kommen
Von tag zn tage immerdar.
Als man tansent-zwey-hondert jar
und siebentzig jar gezelt hat,
19 Theilt in zwo pfahr die herliche stat
Bischoff Conrad zu Freysing weit.
Nach dem zu hertzog Ludwigs zeit,
Welcher römischer keiser war,
Der hat die stat erweitert gar,
16 Hat die vorstat und vil gebew
Eingefangen mit der statmawer new,
Barfhser und Augustiner
In der stat bawet beide clöster.
Dieser keiser begraben war
so Vor unser frawen chor-altar,
Wie das sein keiserliche krön
Sampt seinem titel zeiget an.
So ist stat München obgenand
Die namhafftigst im Bayerland,
25 Darinn die burgerschafft an wandel
Den meisten theil treibt kauffmanns-handel.
In der gemein find man noch beut
Scharff künstner, handwercker und werckleat.
Darinn sind auch herlich und weit gassen
50 Und schöne heuser ubermassen,
Die gotsheuser wol geziert und gros
Und auch ein wolgebawtes schloß,
Darinn ein fürstlicher hoff weit,
Ein löwen-garten, zu-bereit
3A Mit thürnitz, sälen und cantzeley,
Mit kamem, kelern, g weihen frey,
Lustig, artlich mit allen gemachen.
Was man darff zu fürstlichen Sachen.
Da jetzt im Bayerlande weit
40 Regierender fürst ist unser zeit
34 ? bereit. B breit.
266
Der darchleuchtig hertzog Albrecht
Mit seinem adel, from and grectit,
Da im land alle straß gemein
Werden gehalten sanber nnd rein.
5 Das dem forsten grän, plöe and wachs
Sein fürstlich lob, wünscht Hanns Sachs.
«
Der einieldruok hat das datum 1571. Haiui Sachs hat mit dieiem lob-
Spruche sein siebsehntes sprnohbach am 11 September 1505 abgesehlouen.
267
Ain schöne fabel.
Hesiodas, der alt poet,
Ain fabel uns peschreiben tliet,
In krichiscber spracb, vor vil jaren,
5 Wie drey kunstreicber gotter waren,
Der ider ain werck machen wolt,
Das gar kain dadel haben solt.
Pallas die erst machet ein haus
Künstlich und artlich neber-ans.
10 Neptonos aber macht ain pferdt.
Der ander got, hoch lobes wert.
Vnlcanns, der drit got, der macht
Aber ain menschen, hoch geacht.
Als nnn die drey goter zu ent
16 Ain ider het sein werck volent,
Da prangt ider mit seim werck fest,
Als ob es wer das schönst and pest,
Und der andren zway werck veracht;
Des wnrdens zn unfrid nngschlacht.
20 Zw-leczt sie entlich dahin kamen,
Das sie zu einem richter namen
Momos, ain got listiger sin,
Der solt ain urteil sprechen in,
Eainem zu lieb oder zw leit,
[bl. 38] 26 Sunder nach der gerechtikeit:
Welches werck ainen dadel het,
«
1 Im aohtsehnteo spniohbuohe, bl. 37' bis 39'. In sümtlichen fabeln und
■ehwftnkan anter nr. 373 gedraokt. Quelle: Luoians Hermotimos , cap. 2 0 ?.
759 R.y aber wie die erwäbnuDg Hesiods rerrät, nicht in einer wörtlioben Uber-
Misang. Vergl. L. G. Gyraldai, De deis gentium. Basileae 1548. s. 62.
NaUüif Comei, Mythologia lib. 0, cap. 20 ,do Momo' b. 1024, ausg. 1596.
3 6 Tnd. 20 S leeit.
268
[bl. 38' I
Das-Belbig er anzaigen tbet.
Als nun geseczet wart der tag»
Kam der ricbter nach dem fuerscbUg
Pesicbtigt erstlich Pallas haus:
b Das war gar künstlkb uberauB
Erpawt mit marbel-stainen quader,
Inweüdig g-edeffelt tuit Hader,
Katner, stueben, küecben und aal.
Mit pildwerck gezii*t uber-al
io Auf sewln und mit grael^ wol pesiinen,
Mit gwelb, keler, springenden prunen,
Mit Hellten fensteni von cristaDeii,
Vim kupfer- prall n tiachwerck ob allen.
Mit festen p forte», hohen zinen.
15 Das psebaut MornoB ansen nnd inen
Und kund im gar kein dädel geben.
Nach dem pracht her Neptiinns eben
Sein pferd dem ricbter auch zu schawen,
Von varben schon, wol gseczt erpawen,
10 Mit grosen uufj^n, gespiczten oren,
Mit weitem maul, praiter pruest voren,
Mit schenckeln, wol gefürmet gancz,
Mit schöner inen und langem scbwancz.
Nach dem saB auf das res der weis,
2& Das ging da-hin im zeit fein leis
und war gar nber-senft zu reitten
und gar zara recht auf paide seilten,
Und gar ain senften trab auch het«
Hnertig vil schöner sprüng auch thet,
80 War willig zumb auf- und absteigen,
Das der ricbter nit kund anzeigen
Kein dadel oder hinternua.
Zumb driten pracht auch Vulcanns,
Der got, auch den menschen da-ber:
SU Der war adelicher geper,
Qerad und gar artlich formirt,
Durch eein gancz leib geliedmaBirt
Subtil, ser holtseliger art,
Mit schönem, krawsen har und part,
40 Von gueter färb und euesera atten,
Gstalt aamb erber sittn und datten.
269
Als der lichter schaivt hin nnd wider
Des menschen wolgestalte glieder.
Sprach er zu Volcano vermessen:
,Das alier-nötigst hast vergessen;
s Nemlich hie aaf der lincken pmest
Solst dem menschen nach allem Inest
Gemacht haben ain offens thfierlein,
Dardnrch man het künen hinein-
sehen sein hercz, gemüet nnd sin,
lo Was er verporgen het darin;
Wan der mensch kan sein gaeter gstalt,
Erlicher sitten manigfalt,
Darzn gancz erberer gepert,
Ist doch als nichs zn achten wert,
15 Wen er nicht hie in dieser frist
Ains aufrichtigen herczen ist.**
Darmit das urteil er peschlnes.
Darob stund schamrot Ynlcanns.
Zmmb beschlnes.
20 Aus dieser poetischen fabel
Ist wol zu mercken die parabel,
Das des menschen hercz unergrtiend
Pleibet von aller menschen süend.
Ser weit feit die visonomey,
25 Auch chiromancia darpey,
Des menschn hercz nit erkent mag werden,
Wie man den manchen sieht auf erden,
[W. 39] Frolichs angesichz ist zw scherczen,
Und ist doch schwermüetiges herzen ;
30 Ain ander frolichs herczen ist,
Doch trawriger gstalt alle frist,
Verpirgt sein hercz mit hewchlerey,
Das pleibt verporgn sein püeberey.
Der-halb kein weis-, gelerter mon
35 Keins menschen hercz urteillen kon.
Drumb sollen wir urteiln nymant,
Weil die hercz pleiben unerkant,
Ein ider mues selb rechnung geben
Von seinem aign herzen und leben.
40 Drumb sol wir den nechstn richten nicht;
271
Hie nach werden gezaiget an
Oberste and anch anterthan,
Kflnstner and auch der hantwercksmon,
Was ider hat aaf erd zn thoD,
6 Darpey man in erkennen kon,
Ob er seim stant hab recht gethon.
Der kaiser.
Komisch kaiserlich mayestat
Halt mit sein faersten weissen rat,
10 Wie er mit kaiserlichem gwalt
Das römisch reich mer nnd erhalt
und aller unghrechtikeit wer,
Dardorch erlang mmb, preis nnd eer,
Wie kaiser Jalius Cesar,
16 Welcher der erste kaiser war.
Cüj
1 Im aehtsehDten apmohbaohe , bl. 30' bis 56. Sigmund Feyerabend hat
l&eS in Franokfort am Mayn nnter dem titel : Eygontliobe Bosohreibung Aller
StSnde aaflf Erden KeiobDungen von Jost Amman mit den versen des Hans Sachs,
di« dasn gedichtet waren, beranagegeben. Sieb E. Weller, llans-Sachs-biblio-
graphie. NOmberg 1868. nr. 7. Dort beißt es schon, daß die ,be8chreibung*
eigentlich eine deutsche bearbeitang sei von Hartmann Scboppors HavoTcXia, omnium
artiaie genera continena. Francofnrti 1564 mit holiacbnitten von Jobst Amman.
Die Ordnung der eintelnen stände bat Sigm. Feyerabend, wie er in der vorrede
sagt, verändert. Ich gebe links unter jeder erklärung die blattbezeichnung des
dmekes an nnd twar die des vierten blattes, die ja immer wegbleibt, in eckige
klammem eingeschlossen. In dem Oothaer sammelbande, Xylogr. 13, der jetzt
im dortigen mnsenm liegt, finden sich auf bl. 5 bis 9 einhundertachtundseobBig
bildchen von den verschiedenen berufsarten mit Überschriften. Auf den bildohen
ist entweder der handwerker bei seiner arbeit oder sein hauptsächlichstes hand-
werksMUg oder es sind seine erteugnisse dargestellt.
272
Ber romiscb kdn^.
''BOmiscIi kiln^lfeli mayestat guet
Die nnghorsaiiien straffeii tlmet
Und erlielt frid im ^antzeD lant
i Mit siegreicher und starcker haut
Am Thiiercken tiod andren thirannen,
Wo die üuf-werifn ireu pluetfaimeü,
Die stiierezt er unters romisch joch,
Wie RoDiulus, der küiiig hoch.
[Ciiijl
y Der fnerat.
Der ist ain recht löblicher füerst,
Den nach der gerechtikeit diierat,
Sein unterüiofi thnet alles gueez,
Helt in veterlich trewen sclmec«
[bl 4^3] t& Und heU. alle stras im lant «awber
Und dilgt aus die morder und rauher,
Die lant und lewt verderhen seerr
Der tuerst erzaigt sein fiiei-stlich eer.
D
Der eentalon.
10 Ich piu ain edler centalon,
Ein gwaltig-, reich-, herlicher mon,
Auf mein geperde, wort und dat
Iderman ain aufsehen hat.
Der-halb ste ich in starckem hoffen,
3& Das regiment durch ghieck sie offen,
Das ich zu herzog wert erweit,
Der gwalt mir in mein hant gestelt.
l>ij
Ber bähst.
Ich erhalte in meiner hent
80 Anf erd das gaistlich regiment:
Wo entstet yrrtumb, keczerey,
Das-selbig ich ansrewte frey
Mit dem heilling wort gottes wert
An allem ort, auf ganczer ert,
S6 Das in der ganczen cristen-heit
Fried pleib in glaubens-ainikeit*
B
273
CardiamL
Wir sind diener des BtalB zo Rom,
Dem heiUing vater gehorsam
Mit weis-, vursichting weisen rat,
5 Aaf das sein heilüg mayestat
Auf erd mit gloeck and hall peste,
Und wen er den mit dot ab-ge.
Das unser ainer werd zuletzt
In den bebstlichen stuel gesetzt.
By
10 Der pisokoff.
^0^2 leb pin gesezt in das pistum,
Das ich das ewangeliam
Und gottes wort dem volck sol predigen,
Die sünding gwissen dröstn und ledigen,
16 Pannen die wider-spenstig rot
Und den armen raichen das prot,
Anf das der glanb und gottes er
In meiner gmain wachs and sich meer.
Büj
Der prister«
so Wir sind von dem pischoflf erweit
Und der crisüing gmain füergestelt,
Sie za onterichten and lern
Mit gotes wort, sich zu pekem
Von Sünden, wo sie gfallen sent,
» Und in raichen die sacrament,
Plaet and leib Cristi, daaf and paes,
Wie ans dar untericht Pawlas.
[Büy]
Astronimus.
So pin ich ain astronimas,
so Erkenn zakanftig finsternas
An San and man darch das gestirn.
Damach kan ich den practizim,
Ob knnftig sey ain frachtpar jar
Oder dewrang and kriegs-gefar
86 Und sanst manigerley kranckheit.
Milesias die kanst ans geit.
£
19 B Di« Pfaffen. 34 6 dewninb.
"»•Baeh». XXni. 18
■
^^^^^^^B H^^^^l
^^^H
^^^^^^ ^^^ dootor medloiiie. ^^^^^|
^^^^H
^B leb pin ain doetor der arzney. ^^^|
^^^^^H
^B An dera liarm kan ich sehen frey, ^B
^^^^^B
^" Was kranckheit ein mensch thuel, t»eladen, ^M
^^^p
fi DeiTi kan ich helffn mit gottes gimden ^^^B
^T [bl.
41] Darch ein sirob oder recebt, ^^^|
Das seiner kranckheit widerstrebt, ^^^|
'^K
Das der mensch wirt wider gesand. ^^^M
^^^^^ft
Arabo die arczuey erfand. ^^H
^^^^H
^^B
^^^^^B
Der appodeoker. ^^^H
^^^^^H
Ich hab in meiner appodecken ^^^|
^^^^^B
Vil materi, die lieblich schmecken: ^^^H
^^^^^B
Zuecker mit wnrzn ich conücir^ ^^^^|
^^^^^B
Mach auch purgaczen nnd clistir, ^^^B
^^^^^H
\h Auch zn stercke dem krancken, schwachen ^^^B
^^^^H
Kan ich manchertey labnn^ machen, ^^^|
^^^^^B
Doch altes nach des arztes rat, ^^^B
^^^^^B
Der sein prnnen gesehen hat. ^^^H
^^^^H
[D4J ^M
^^^^^B
Der barbirer. ^^^|
^^^^^B
io Ich pin pernefen allenthalben ^^^|
^^^^^B
Mit \i( köstlich haOsamer salben ^^^H
^^^^^B
Frisch wanden zu haiin mit gen ade n, ^^^H
^^^^^B
Der-gleich palnpmchj manch alten schaden, ^H
^^^^^B
Franczosen nnd den Staren stechen, ^^^|
^^^^^B
fl& Den praot leschen und zen ansprechen, ^^^|
^^^^^B
Der^gleich balwirn, zwagen nnd schern, ^^H
^^^^^B
Auch ader lassen thw ich gern, ^^^H
^^^^^B
^^B
^^^^^B
Der waidmoB. ^^^H
^^^^^B
Ich pin ain waidman ringer hant ^^^B
^^^^^B
M Paide zu wasser und zu lant. ^^^|
^^^^^B
Ich schews haimlichen die orhannen, ^^^|
^^^^^B
Wen Bie falczen auf hoben thannen; ^^^|
^^^^^P
Die raiger fach ich mit dem falcken, ^^^|
^^^^^^
Die sie herab-felen nnd walcken ; ^^^H
^^^B
36 Antfogel nnd wiltgens ich schews, ^^^|
^_[bL
41'] Meina waidwercks ich oft wol genews. ^^^|
^^K
IMiiUI ^H
m
275
Dar jegw«
Ich pin meiiiB fdentea jeger worn.
Mit meiii hnndeii und jeger-horn
Ich peren und wild-Bew auch hecz,
ft Die stich ich den in meiaem necz ;
Rech, hinchen, ftiechs, wolff and die hassen
Mfiesen die hawt hinter in lasen,
Den ich nach-spfier weld, perg nnd dal.
Esaw trib jegrey zn nnfal.
Lg
10 SehüTpatroB.
Im mer pin ich ein schiff-patron :
In dem campast ich sehen kon,
Wo wir im mer irr faren sind;
Wen sich erhebt ein stnrme-wind,
16 Mit grosen welln ans wil ertrencken,
Den ancker wir im mer einsencken,
Pis widemm stil werd das mer.
Danans pracht des schififens 1er.
[biiö]
Die siigeiideB*
M 6net gesang hab wir hie gnotirt.
Das in vier stim gesangen wirt:
Thenor, discant, alt and der bas
Mit schaem kfinstUehen thext der-mas,
Das lieblich za-sam concordirt
15 Und also nber-snes sanirt,
Das sich ein hercz erhebt darfon.
Das gesang erfand Amphion.
[CUM]
Die pfewirenden.
Mit gar lieblicher melodey
so So pfeyrffen wir hie alle drey
42] Mit schwegel, züncken and zwereb-pfewifen,
Darmit wir gar artlich ergrewffeo,
Die thon der lieder componirt
Von der lieb, darmit wirt hoffirt
16 Der zarten frawen rotter mnnd.
l Pell Jr ein jar ein groise lal. 10 B Sohiffmann. 15 E wil]
17 B Aaff daß das Schiff vobwegUeh steh Biß die grausam Fortan vergehe.
liogar. 22 S dieät. 24 S oonoodirt. 28 Drey Pfeiffer.
18*
276
Pan, der got, die pfewffen erfiind.
[bl. 42^
Die gelg^euden.
Die geigen wir gar künstlicb ziehen,
Das all schwermtitikeft m\m ßieben,
5 Wtil Bie ercliDgeii lieblich gancz
An ainem adelichen daiK^:
Mit lejsen driteo» boftiicbetH prangen
Herczlieb sein herczlieb thuet umfangen,
Das bercz and grauet erfrewen inua
lü Und danczeu mit gerlttgen tues.
€d|j
Harpfeii- und lawten-spiler.
Wir schlagen nach der tbablatnr,
Nach der notten rechten mensner,
Daa die lawten, darza die harfif
16 Geben ir concordancz fein scharff
Hit schwinden lewfflein anf nnd nider,
Nach gsangee-art hin nnde wider
Sing wir carmina mit dem mund.
Orpheus die schön knnst erfund.
lo Bas posatioff*
Das posatietf mit sneßem hal
Schlag ich anf pürgerlichen sal,
Da die erhem der gschlecht sind gsessen
Und ain kostlich hocbzeit^mal essen;
36 Das in die weil nicht werd zw lang,
Prauch wir die leyren mit gesang,
Das sich darfon ir herczen eben
In wnn und fröÜkeit erheben.
Die liertrnael,
30 Mein hertmmel die las ich prnmen,
Pald der adel auf pon thnet kumen
Zw thnriiiren, renen und stechen»
2 E Drey flaigor.
28 E Hfl«rtrai»maL
10 E HarpfvD und Lauterir 19 E Der]
L433
277
In schilt nnd heim die sper zerprecheo,
Der-gleich wo sie zu feld anch liegen
Qegen dem feinde in den kriegen.
Mit der hertmmel das hercz ich weck
& Der onsem and die feint erschreck,
f
Der lawten-maoher.
Gaet lawten hab ich lang gemacht
Ans dennem holz, thün nnd geschlacht,
Erstlich aber den fnrm gepogen,
^o Nach dem mit saiten aberzogen
Und angestimbt mit süsem klang,
Eben gleich fignrirtem gsang,
Wol gefimist krag, podn nnd stem,
Dar-zn mach geigen nnd qnintem.
diij
^« Der kanffmon.
Ich aber pin ain handelsmon,
Hab mancherley war pey mir ston:
Waerz, arlas, ^aech, wollen nnd flachs,
Samnet, seiden, honig nnd wachs
^0 Und ander war, hie angenant.
Die faer ich ein nnd aas dem lant
Mit groser sorg nnd ferlikeit;
Wan mich anch oft das anglaeck reit.
I
Procarator.
86 Ich, procarator vor gericht.
Oft ain gar pöse sach verficht
Durch loica, schwind list and renck,
Dnrch aafzaeg, aüszaeg and einklenck,
Dar-mit ich recht verlengen thw.
30 Schlecht aber zw-leczt anglaeck zw.
Das mein partey ligt unterm gaul,
Hab ich doch gfnelt pewtel und maul.
Ey
K die spar. 8 die tcbilt. 8 tbun] E gut. 13 S gefiriiU
278
Hant-maler*
Die kßOöt der perspectiflf icb puer
Pericbt pin und conterfactar,
Dem menschen ich mit varb kftn geben
b Die i^stalt, als ob des pild hab leben.
Stet^ Bchlofiser, waser, perg und weld,
Äin her, Bam leg ain fiierst zu feld,
Kau ich auf Aacher waut anzaigeo,
Als 8te es da leibhaftig aigeo.
Gij
i^ GlasDialer.
Äinen glaamaler haist man mich.
In die gleser kau sclmielczen ich
Pildwerck» raancli herliche person,
Adelich frawen uude mon
IG Sambt iren kindern abgepilt
Und irs geschlechcz wapen und schilt»
Das man erkeneu kan darpey,
Von wan das gschlecht herkumen aey.
[Gm]
Ueiaaer.
30 Ich pin ain raisser fme nnd spet,
Ich entwürff atif ein linden pret
PildnuB von menschen oder thier,
Auch gewecha mancherley monier,
[bl. 43'] HiBtari und was man wil haben,
3b Geschrillt imd gros versal-piichstaben,
Künstlich, dm nit ist anszusp rechen;
Aach kan ich wol in kupier stechen.
Fnrmaolizietder*
Ich pin ain farmen-schneider gnet.
so AlSj was man mir foiTeissen thuet
Mit der feder auf ain furmpret,
Das schneid ich den mit dem geret.
2 E ptnpectifl. S prejpeoliff. 4 K iub. 8 dureh.
279
Wan mans den trneckt, so find sich scharf
Das pild, 80 der reisser entwarff.
Die stet den trneckt anf dem papier
Mit schwarcz, nnansgestrichen schier.
F
6 PriAnaler.
Ain priffmaler pin aber ich,
Mit ilnminiren ner ich mich,
Anstreich die pildwerck, so da Stent
Anf papir oder pergament,
10 Mit färben nnd verhochs mit golt.
Dem patronim pin ich abholt;
Darmit man schlechte arbeit macht,
Darfon man schlechten Ion entpfacht.
[Fiüj]
Pappirer.
16 Ich samel hadern zn der müel,
Den dreibt mirs rad das wasser kael,
Das mir die zschniten hadern melt,
Das mel in waser wirt ein-kwelt.
Draas mach ich pogn, auf den fälcz pring,
to Dnrch pres das wasser daraas zwing.
Den henck ichs auf, las traecken wem,
Schneweis nnd glat, so hat mans gem.
Fij
Sohriftffieser.
Ich gews die schrift zu der trneckrey,
[bl. 44] 25 Gemacht ans wismat, zin nnd pley,
Die kan ich anch gerecht jastiren.
Die pnchstaben zn-sam orniren
Lateinisch- nnd deutscher geschrift,
Anch was die krichisch sprach an-drift,
80 Mit versalen, pnnckten nnd ztiegen,
Das sie zn der trnckerey thnegen.
Eiij
Poechtraecker.
Ich pin geschicket mit der pres.
So ich anftrag den firnis res.
19 £ iob] fehlt 8.
?ald 4er poßtlirer stangeu znckt,
Ist ein pogen papirB getrneckt,
Dardnrcb kumpt manicli pucb au ta^.
Das man letcbtiich pekimien mag.
Vor zeitn hat man die püecher gschrieUeo;
Zu Maincz die kUBSt wart erstlich trieben.
Fiy
Paechpinder.
Ich pind mancberley puecber ein,
Gaiatlich und weltlich, gros und klein,
In perment oder preter pur,
Und schlag daran guete klasur,
Und stampf sie auch zu ainer zier,
Und sie auch im antang planier,
Etlich vergueld ich auf dem schnit,
Da verdien ich vil geldes mit.
G
Der perg-knapp.
Ich treib aller knappen pergwerck
Im tal und auf sant Annen-perck
Mit den steigern, knappen und pueben
In Stollen, schecht und den erczgrueben.
Mit graben, zimern, puelzn und pawen,
Mit einfaren, prechen und ha wen,
Wirt ich fündig und flilber pring,
Tbl 44' j So Wirt der pergherr gueter ding.
Idiüj)
16 tfttens-makter*
In nieim münczliaus schlag ich geriebt
Guet müncz am keren und gewicht :
6 neiden, krona, dakr und paczen
Mit gnetem prech, kiiuüitlich zu Hchaczen,
i> Halb paczen, crewczer und weispfenjg
Und gnel alt fhurniä aller menig
Zw giiet in rechter gueter lanczwerung
Und dreib mein heren kain geferuug.
*
SO fi SohftobL. 6 schMh,
281
eoltsekmid.
Ich, goltschmid, mach köstliche ding:
Silber und gnelden petschaft-ring,
Köstlich geheng und klainat rain,
6 Verseczt mit edelem gestain,
Gaelden ketten, hals- und armpand,
Schewren and pecher mancher hand,
Auch silberen schüessel nnd schaln,
Wer mirs gnetwillig thnet pezaln.
>o StaintokBeider.
Ich aber schneid edel gestain
Auf meiner schewben, gros and klain,
Als granat, saphir nnd demaet,
Schmarackt, rabin, jacinken gnet,
16 Aach calcidoni and paril,
Schneid aach der füersten wappen vil,
Die man seczt in die petschaft-ring,
Sanst aach vil wappn and ander ding.
Hiy
Seyden-stiöker.
so Ich aber kan wol seiden sticken,
Mit gold die praest and erbel ricken,
»I. 45] Verseczet mit edlem gestain;
Aach mach ich gnelden hanben rain,
Krencz and harpant von perlein weis,
26 Kanstlich model mit hohem fleis.
Anch kirchn-geret, casel nnd alben
Kan ich wol schmücken allen t-h alben.
H
CK>lt8chlager.
Silber, golt ich za pletem schlag,
3u Die zu seim hantwerck prancben mag
Maler nnd priffmaler darpey
Und ander hantwerck zn malrey;
Aach mag man das golt maln und reiben,
Mit gnni gaelden schrift za schreiben;
2b 8 Konitiob.
■
1
^^^^^ 282 ^^^^^
■
^^H
Der-gleich mag man das golt auch spineo»
^H
^^^^1
Wnrcken und verneen mit sinen.
^^H
^^H
[liiij]
^H
^^H
Plldsohmioaer.
^H
^^^H
Fild'schniczen so hab ich gelert.
^^1
■
5
Vor jaren war ich hoch geert,
Da ich der haiden goezen macht,
Die man aiipet nnd Opfer pracht,
Die ich machet aus holz und ßtaiE,
Aoch von cristallen, sanher, rain,
1
1
10
Gelidiuaßirt und wolge«Lalt,
Die mit gold wurden hoch pezalt.
[eüij]
Mfielner.
Wer körn und waiez zu malen hab,
Der pring mirs in die müel herab,
j
1
16
Den Bchiiet ichs zwischen die müelötain
Und mal ee sauber rain und klaio;
Die kleyeo stel ich trewlich zu,
Hira, arbeis ich auch newen thw;
Der-gleich thw ich auch Stockfisch plewn,
1
^^
10
Wuerz stoa ich auch mit ganczeu trewu.
[Liiij]
H
H
45']
Der peok.
Zw mir her, wer hat Irungera not!
Ich hab guet weis- und ruecken-prot,
Aus koren, waicz und keren pachen,
■
1
S6
Gesakzen recht mit allen sacheii
Am recht gewicht nnd das wol schmeck;
Semel, preczen, laub, spulu nnd weck,
Der-gleich fladen und ayer-kuecheu
Thuet man zu ostern pey mir suechen.
M
1
H
5u
Der flaiflchaoker.
Hie-her, wer flaisch nit kau geratten
Zw sieden, sülzen und zu praten
I
E
3 K ItoT
L
#
Bliabftuw«r. 13 6 koto. 30 E Dor Mettger. 32 S 6«
0i«(i«ii.^^^|
Von ochsen, kelbern, schaffen und schwein,
Gnet fayst, die frisch abgstochen sein,
Gfiet voricht, kalbskopf, fnes and krös,
Wammen, ochsn-megen sint nit pös.
ft Welcher mir pargelt zelet anf,
Dem gib ich ainen gueten kanff.
L
Fiieker.
Ich fach ser gnete fisch an mangel
In der seg, reasen und am angel:
10 Grandel, sengel, erlica, kressen,
Forhen, esch, rneppen, hecht nnd pressen,
Barben, karpfen thw ich pehalten,
Orphon, nennawgen, el and alten,
Kogel-hanpt, nasen, hawsen nnd hnechen
ib Und krebs mag man anch pey mir saechen.
c
Xoek.
Ich pin ain koch. Fner erber gest
Ean ich wol kochen anf das pest
Reis, pfeffer, ander gnet gemües,
so Vogel, fisch, snlczen, res and sües;
Für den paaren and hantwereks-mon
Hirs, gersten, linsen, erbeis, pon,
>I. 46] Botseck, waerst, sappen, raebn and krawt,
Darmit sie aach faellen ir hawt.
Liij
a6 Der pierprewer«
Aas gersten send ich gaetes hier,
Faist and snes, aach pitrer manier,
In eim prew-kesel, tieff und gros.
Darein ich den den hopfen stos,
80 Las pier in prenten kaelen pas,
Darmit füel ich den die pierfas,
Wol gepanden and wol gepicht,
Den girt es and ist zu-gericht.
Miy
*
e 8 kneten.
384
Ein weiogertner.
IcJi pin ein hecker. Im weinperek
Hab ich müeselig-, harte werck
Mit iiüßt-eintrag:en, fjrabn und ha wen,
h Mit pflanzen, pfelätosen und pawen,
Mit anpinden tind reben-scbneiden,
Pis der herbat geit trauben pe^cheiden;
Den (ist mun und atiHpre&t den wein
Und fiielt in ein die fesser nein,
ciij
ti» 01iD Hoher.
Mancherley öll ich zupereit
Zu essn und auch zu arzeney.
Als päumöl, nuesöl nnd pinöl,
Leinöll, hanffoi, leröl ; da söl
iB Ich die per aaralen nnfergessen,
Zermalmen und darnach anapressen,
Darmit das 511 ich daraus pring^.
Minerva erfand diese ding,
cij
Faetaer.
so Ich pin ain puetner nnd mach stolcz
Aus forhen-, tennen-, aichen-holcz
Padwanen, schiiialcz-küebel, scheffel and gelti
Die pueten und wein-fesser, weiten,
Pier-fesser machen, pichen und piuden,
aG Waschzuber thnt man pey mir linden.
Auch mach ich lägl, fUsser und gtübcli
Gen F'ranckfurt, Leiptzig und Lübig.
aij
[bl. 46'] Fermentar*
Ich kauf schaffei, pock und die gais;
ao Die fei leg ich den in die pais,
Darnach lirm ich sie lauter rain,
Span auf diid ram ids fei alain,
41
t K l»er Rebiunnu. tS Bemerke den rifiiu. Mit 34 tohIM
ftb: die drei lotEten rorfe hat II. Sttoba vergesten in sein ipii
fchreiheb; ii« «ind hior nucb E goUniekt, l|
m
285
Schahs darnach, mach perment daraus
Mit groser arbeit in mein hans;
Ans om and klaen send, ich leim.
Das alles verkanflf ich da-heim.
b
6 Der ledrer.
Efien-hent die henck ich in den pacb,
Wfirff sie in den escher darnach,
Roshewt nnd kalbfei anch also,
Damach wnerff ich sie in das lo,
10 Das sie ir rw ein zeit erlangen.
Damach henck ichs auf an die Stangen,
Wisch ab saaber mit dem barwisch
Und habs fayl anf dem lederdisch.
IPiiy]
Der sehwaaeher.
16 Herein, wer stiffl nnd schnch pedarff!
Die kan ich machen gnet nnd scharff,
Püchsn, armprost-halfter nnd watseck,
Fewer-aimer, raisdmehen-deck,
Gwaditelt reitstiflfel, kneris-schnech,
so Pantoffel, gefnetert mit dnech,
Wasser-stiffli nnd schnch ansgeschniten,
Frawen-schnech nach hoflichen siten.
oy
Dnehseherer.
Hie rein, wer dach zn scheren hab,
16 Es sey schwarcz, graen, rot oder plab,
Mechliscb, ländisch, lirisch, samet,
Englisch and wie das namen het,
Aach parchant schniiczn and katanira,
Schmalcz-fleck ans-treiben, mit knnst schmirn,
[bl. 47] so Die hos^n-fel anch reibn und schmiczen,
Und kittel-thach das mach ich gliczen.
[QüUj
Der sekmeider.
Ich pin ain Schneider, mach ins feit
Den krieges-faersten ir gezelt,
«
8 S luüfoL 11 8 iob. 13 8 faul.
286
Macli rendeck zw etecbn und tlinernjer,
Auf welsch und franzosiBcL manier
Klaid ich sie gancz höflicher art,
Und auch ir frawen-zimer zart
b Klaid ich in Bamut-seiden rain
Uod in wnelen tbucU die genmm,
N
Der ioliwarsferber«
leb pin der schwarczen färb ain snecher,
Verb den kanffleutn ir schwaben-tlioecber
10 Grün, ^rab und scliwarcz und darzu plab,
Darzw ich auch ein mange hab,
Da ich nie mang fein hell und glat,
Auch was man sunst zw verben liat,
Und nmngen fint man raicb alzeit
15 Gaetwilliclich dar-zn pereit.
Nig
Kftersner*
Wol herl ich fueter rock und schauben,
Mach schnrczpelz, pruetnch, fehen-hanben
Von Zobel, ni arder, fech und luech&en,
10 Von hermleiD, iltes, wolif und fuecbsen,
Von welschen kröpfen und galsfeln^
Von wamen, riieckeu^ kle und kein.
Wer mir tbuet seines geltes ginnen,
Der sol mich alzeit willig linnen,
m
u Etleter*
Kert hie herein, ir kauOeut al !
Schawt, ob mein arbeit euch gefal
Von gueter wol, sauber, nicht pilstet,
[bl, 47'] WolgBcblagen, gwalcket und getilczet,
to Wol gefurmb, allr art zu-gericht.
Gezogen huet und auch gepicht.
Auch mach ich der filcz&ocken vil,
Wen der winter einprechen wil.
0
Ifl E D«r KUraobiiir.
287
BUdmmttL
Ich pin ain stainmecz lange zeit,
Mit stain, winckel-mes und richscheit
Ich aufiricht hewser wol-pesonen,
s Mit keler, gewelb, päd und pranen,
Mit gibelmaner von kwader-stain,
Auch Schlosser und thüeren, ich main,
Secz ich aaf festen, starcken grnnd,
Hiberbins die knnst erfand.
Z
10 Der limer-mon.
Ich, zimerman, mach starck gepew
In henser, schloser, alt nnd new,
Ich mach auch mancherley müelwerg,
Auch wint^müel oben auf die perg,
16 Auch nber wasser starcke praecken,
Aach schiff and flös von freyen stocken,
Ploch-hewser za der gegen-wer.
Dedalos gab mir darza 1er.
Ziy
Bekreiiier«
so Ich, ain schreiner von Nürenberg,
Mach von flader schön deffel-werg,
Verschrotten, verseczt, werg mit zier,
Leisten and sims aaf welsch manier,
Thraen, schlairladen, gwautpehalter,
26 Petstat, disch, pretspil and giskalter,
Gefimist, kostlich oder schlecht,
Ain ides amb sein pfenig recht.
[Ziiy]
Seklosser.
(bJ. 48] Ich mach die schlahar klain nnd gros,
Bo Rigel, penter, schlaessel nnd schlos,
Eysren thraen, prnnketten, giter,
Schot aaf die schlöt für angewiter,
Int knchen driffas, eysen preter,
Den kirchen-han, zaigt wint nnd wetter,
«
i 8 m«r. 9 B Cadmui erstlieh die.
^p
P 288 ^^^B
^
Auch ofenfües, was man wil hoB ^H
^^^^^^m
Von eisBen, icb wol macben kon. ^H
^^^H
^1
^^^H
Zieffler. ^|
^^^^^B
Ain 7Atgler bo tliw ich mich oeiLiieQ, ^H
^^^^^^^H
Aus letten kau ich ziege) premien, ^H
^^^^^H
Glat und aocL hofkelet darpey, ^H
^^^^^H
Daschen-zigel auch mancherley, ^H
^^^^^^H
Daiititt deckt man die hewser oben ^H
^^^^^^H
Vor regen, sehne nnd windes-doben, ^^^
^^^^^^^B
Auch vor der halsen snoen schein. ^H
^^^^^H
Cinica fnnd die knnat allein. ^H
^^^H
fl
^^^^H
eia«8er. ^H
^^^^^H
Ain glaser war icli lange jar, ^^M
^^^^^^m
Unet drlnckgleser hab icli fnrwar ^^M
^^^^^^^^m
Paide zn |>ier und auch zu wein, ^H
^^^^^H
Anch venedisch glasscbewben rein ^H
^^^^^^H
In die kirchen und pnrger-sal, ^H
^^^^^^1
Auch rauten-gleser al-Kn-mal. ^^M
^^^^^^m
Wer der pedarff, thw hie eiu-kern» ^H
^^^^^^^K
I*er 8ol VOM mir gefuerdert wern. ^^M
^^^^H
H
^^^^1
H&ffner, ^H
^^^^^1
Den laimen drit ich mit dem fues ^H
^^^^^^m
Mit har gerauscht, darnach ich mos ^H
^^^^^H
Ein klumppen werffen auf die scbeyben, 1
^^^^^^^1
Die mueB ich mit den fuesen treiben, 1
^^^^pjijjp
Mach heffen, krueg, kacbel und echerbeo, ,
^^^^^
Thw sie den glaeiren und verben ; ^H
1 [bl. 4S*]
Darnacii preun ich sie in dem fewr, ^H
1
Corebus geit die kuust zu stewer. ^^H
^fe
■
^^H
Nagler. ^M
^^^H
Ein nagel-Bcbmid piu ich genant, ^^M
^^^
Mach eysren negel mit der hant ^H
Allerley art anf meim anpos,
Enrez nnde lanck, klain ande gros,
Püenegel, schlos-negel darzw,
Fasneg;!, schnech-zweck ich machen thne,
6 Halb-negel, pfenig-negel starck
Fint man pey mir an offiiem marck.
T
Blatner.
GKiet stehle harnisch ich schlagen kon,
Paide manch adelichem mon
10 Gancze küeris and die rosparr
In die schlacht, wol versorget garr,
Auch zu thnemier, stechen nnd rennen,
Snnst aller art, wie man mag nennen,
Für den gmain hänfen schlecht gemacht.
1» Das habn die Spartaner anfpracht.
Tiy
PaneBermaoher.
Ich pin ain panczermacher fremb.
Ich mach die stechlen panczer-hemb.
Auch panczer-erbel nnd panczer-strich,
90 Die man tregt ofen und haimlich,
Anch von panczer gancze ring-kregen;
Aach so kan ich die panczer fegen,
Wo sie mit rost anlanffen thon.
Midias panczermachn fing an.
X
u Hneffsehmid.
Ich hneflfschmid kan die pferd peschlagen,
Darzn reder, kerren and wagen,
Schwenczen nnd lassen ich wol kon
Den pferden, nnd ansehen kon
. 49] 80 Am hals, hallen niezen nnd rejden.
Den feyffel nnd das angstel schneiden.
Den zicloppen den trag ich gnenst,
Haben erfanden die schmidkanst.
[TiiijJ
3» Dw Sehmidt.
ZXlII. 19
290
SaUer.
Wol-her» wer settel liab zu machen
Den edlen und zu raysing Sachen,
Scbi>n settel für das frawen-zimer,
tv Darauf sie lioMich prangen ymer,
Aucli stechsetel zu dem tbnrnir
AUerley art tint man pey mir^
Auch settel für pawren-fuerlewt,
Guet roskumat ist auch anpewt.
y
lö sporer.
Ich mach sporn von stahel und eisen,
Gesell werczt und zint, die man tbnet preysen,
Die doch den gawl nit hart verleczen;
Welch pferd sich dueckisch widerseczeu»
ift Den mach ich ain scharpfes gepis,
Das in von staten dreibt gewiß;
Dem pawren mach ichs gröber vil,
Da erB nur wolfeil haben wiL
[Riig]
Wagner.
9n Ich mach die reder, wegn und kerrn,
Röl-wegn, raiswegn fuer grose herm»
Kamer-wegen den frawen clueg»
Auch mach ich den pawren den pflneg
Und darzu auch schlaifl'en und egen,
9B Thus als mit aicbem holz verlegen;
Ich arheit hart pey meinen tagen.
Friges erfund erstlich den Waagen,
[bl. 49]
Kftndel'gieaer.
Das zin mach ich im fewer Üiessen,
Thw darnach in die model giessen
Kandel, flascben, gros und klein^
Daraus zu drincken pir und wein,
Schuessel, platen, deler au maa,
0 S aUcbieier.
18 S Dab er.
IT
291
Schenckandel, giesfas and salczfas,
Geschlagen schaln und schnesselring
und snnst ins haus vast nücze ding
viy
Pogner.
ft Gnet armproster kan machen ich,
Mit senln aasgestochen zierlich
Mit gwechs, schneweisem hörn darchzogen,
Mit hörnen oder stehlen pogen,
Daranff ¥rint-faden gneter sonnen,
10 Die nicht sich liderlich zertrennen,
Darmit man gwis znm zil mag schiesen:
Der knnst Sims wir mit geniesen.
Xij
PneehMn-Mhmid«
Ich aber pin ain hacken-schmid,
16 Die pnechsen-ror die schmid ich mid
Von eysen, knrcz nnd lang, gar fest,
Aüsport anf das giertest nnd pest,
Der kaines ist mir fall darpey,
Pis es vor wol peschossen sey,
so Auf das im schnes kein ror zw-spring
Und ainen man zu schaden pring.
s«
Pflechsen-sohifter.
Die eysren ror die kan ich fassen
In hüelzen scheft künstlicher massen
26 Mit verschrotem werck, sauber rain,
Mit eingelegtem helffen-pain,
Knrcz nnde lang, klain nnde gros,
Die man füeret za fnes nnd ros,
Wo-hin raiset ain erlich mon,
30 Darmit abweiset ain schnaphon.
[aiiy]
-^ glUUeat. ? gleitest. 22 E BUohaeDsohftffter.
19*
292
fbl 50] Kupfer-sclmiid.
Ich itiadi auf hohe thneren knöpf,
Aimer, darmit man prnnen schoplf,
Padkeasel, trog, schöpfer, padwanoen,
rr Fewerkueffen, prewkessel, pfannen,
KlaiB nnd gros keasel zu dem waschen^
Hellieffen, küelkesael» Weinflaschen,
Flaisch-scheffel , spuelnepf , waser-Btüeczen,
Prennhuet, zumb waaser-preDnen nüeczeD.
S
10 Olookengiesur.
Ich kaii mancherley glocken giesen^
Auch groBft puechseii zn dem seh lesen,
Auch mdreer, darinii man würft fewer
Zu den feinden gar ivii^ehewer,
16 Auch erin heffn auf dreyen paiu,
Auch erin offen, gros uud klain,
Aus glocken-ercz künstlich gemacht.
Lidus hat diese kunst aufpracht.
Pij
FeckBchlager.
so Ain peck'Schtager pin ich genant,
Mein peck fuert man in weite lant,
AUerley art, gros unde klain,
Aus gtietetn messiug gschlagen rain,
GestempCt mit pildweTckj gwech» und plumeti,
26 Ains tail palirl und glat her-knmen,
Wie gros herren und pürger hon,
Auch ring füer den gemainen mon.
V
[hl. 50^^
Roiaoluiiid.
Pildwerck, wappen ich gössen hab
Auf manig kostlich fnersten-grab,
Artlich lewchter, so sten und hangen
In kirchen, fiiersten-höffen prangen,
Rewchfesser und die mesen-apmeczeo,
16 8 aHo.
298
Die man thaet in den prfiensten nneczen,
Mörser, leimtegel nnd schaeselring,
Pippen, laskopff nnd ander ding.
[Siiy]
Der lirekel-Behmid.
ft Ich mach mancherley werck-zeng-art :
Sneptile zirckel und dasart,
Peiszangen, zangen, gschrawft und glat,
Dre-eyssn, gleteissn in vil werckstat.
Dem holczdrexel, goitschmid und schreiner,
10 Eandelgieeer und balwirer
Mach ich künstliches werckzengß vil,
Rain, gegerbet, glat nnd suptil.
Der maMer-fehmid.
Ich mach protmesser, wol peschalt,
15 Köstlich nnd schlecht, darnach maus zalt,
Von helflfen-pain, pnchspanm nnd sandel.
Mit rot- nnd schwarczem holcz an wandel.
Mach anch lang weer, schwort, dolich nnd degeu.
Ean eczen, schaidmachn nnd schwort fegen.
20 Wer dieser meiner arbeit darff,
Der fint mein zaichen, grecht und scharff.
Riij
Der soUewffer.
Ich schlewff ser scharpf anf meim schlewffstain
Messer-klingen, gros, mitl nnd klain,
s& Hellen-parten, dolch, schwort und degen,
Feillen, Schlosser, penter alwegen.
Allen hämisch zn fnes nnd ros,
Halb nnd gancz hacken-zenn-geschos,
Reithemer, partisan ich zier,
[W. Sx] so Auf meiner schewben die palier.
[YiiU]
Der pader.
Wol-her ins päd, reich nnde arm!
Das ist gehaiczt, anfgossn nnd warm;
*
^'^ 8 glot. 29 8 partMD.
294
Mit woli^sch macker lawg wirt eingneezt,
Den auf die ober-penck eüch seczt,
Erschwiezt, den wert ir z^Agn und ghriben^
Mit las^sii dm übrig pluet aiie-tneben,
e Den mit dem folpad auch erfreut,
Darnach geschorn und abgeflewL
P
Der weber.
Ich pin ain weber zu leiner wat,
Kan wüercken parcbat und spenat,
10 Diachdücber, bantzweliel, fädlet.
Und wer iaest zu petziechen bet,
Gewiirffelt oder kamaea,
Aüerley gmodelt ducher da,
Audi flechsen und wircken baustuech,
i& Die knnst ich pey Aragnes Boecb,
[Niiy]
Debieli-maoliQr,
Ich mach der debig maucberley,
KoBtlicb, initel und ring darpey,
Aus wüellem gam, über pet und disch»
20 Von varben scböu, danckel und frisch,
Mit pHdung, gewechs, haidnisch plumea.
In Egipten so ist anf-kuinen
Die kunst vor vil jaren und zeit,
Der icz auch vil das Teutschlant geit.
m
26 Ber tailer.
Ich pin ain sailer, der znmb thail
|bl. 51'! Aus hanf mach die langen schiifsail,
Sail zum paw, daran man allein
Auf-zeucbt mörder, zimer-holcz und stain.
ao Auch kan ich machen garu und necs
Zu vogel-bueten und der hecz,
Darzu auch Uschnecz, gros und klain,
Sunst auch allerley streng gemaiu.
biij
3 6 Eiobwtoit.
24 ? {«■. 8 $Qb.
295
Der gterttor.
Hie fint ir gnertel wol gemacht
Von leder, artlicb und geschlacht,
Von rincken, sencker, hübsch ergraben,
5 Von lanberg maisterlich erhaben,
Geetempft, glat, gespengt, prait nnd schmal,
Mans-guertel anf das pest zn-mal.
Mach anch stempfeissen and prenneisen,
Grab-sigel, wie ich kan peweissen.
Kiij
10 Seekler.
Hie-her zw mir, wer kanffen will
Hie fint ir gmachter arbeit vil:
Hirschen, semisch, egrisch und prewsisch,
Cölnisch, schefTein, kelbren nnd rewsisch,
16 Mans-wetschger gemacht nberlant,
Auch die man prauch teglicher hant,
Aach frawen-pewtel, wol geschaflfen,
Aach pewtel ffir mänich nnd pfaffen.
Kij
Vestler.
so Mein nestl von gaetem leder gancz,
Peschlagen wol von farben-glancz,
Rot, gel, prann, ascherfarb nnd weis,
Kölnisch nestel, vemit mit fleis,
Kfiris-nestel, lang, zech and starck,
S6 Gering nestel anf den jarmarck,
al. 52] Aach der schnüer-rimen dreyerley.
Drnm wer ir darf, mach sich herpey!
[Kiiy]
Kaaia«her.
Eammachen hab geleret ich,
so Pnchspaamen-kem gar maisterlich,
Aach hüemen kem füer die gemain,
Aach schöne kem von helflfenpain,
Welche känstlich ergraben wem
Vnr balwirer and grose herm,
10 E D«rB«ttUer. 11 S wel. 15 S gemMb. 24 S oetUr. 27 S dareh.
296
Also mancher gatung zu-mal
Fint jr hie pey mir ape zal.
Qiij
PQersteiipiiider*
Ain puerstenpiiider nent mau ntidi^
b Allerlej gattung so mach ich :
Schon puersten für frawen, jünckfrawon,
Mit goU umzogen, lueetig zn schaweii,
Auch kerpiiersteii für ciaider litid,
Auch parstwischj kerwisch vurs hausgsiiid,
10 Auch piirstii, darmit man gle&er schwenckt,
Wo staub und unlueat daran heuckt.
Fin^er-hüeter,
Aus messiu^ mach ich tin^erhüet,
Plech-weis Werdens im fewer glüet,
t& Den in daa eysen-gseixck getrieben,
Darnach loch lein darein geh leben,
Gar mancherley art, eng und weit,
Vtir achuester und Schneider pereit,
Seiden-sticker und naterin,
so Kui^ner und pewtler für und hin.
Fiij
Hadler.
Ich mach na dien ans eysrem drat,
Schneid die leng ider gatung glat,
Dar* nach ichs feil, mach ör und spicz,
[bl, b2*] n Darnach hert ichs in fewers-hicz,
Reib die. Den sint sie zu ferkauffen,
Die kremer holen sie mit häufen»
Auch lang heft-nadel nemen hin
Die palnpinter und pewrin,
IVüyJ
Heftelmaoher.
Ich mach steckheftlein ans me^ing-drat,
Fein außgepuczt, rund, sauber, glat,
*
23 g nihdler. S9 8 palmpintar.
297
Mit rnnden knopilein, spiczig, scharff,
Aller art, wie man der pedarff;
Auch mach ich hacken und schlaiffen gnet,
Geehwercst and geeint, darmit man thnet
» Sich ein-preisen weih nnde man,
Das die klaider glat liegen on.
dij
Laten-maeher.
Ich mach die gar kfinstling latem.
Int kirchen lenchtent dar Incem,
10 Mach auch die plint latem gestaucht,
Die man in dem felUager prancht.
SchQn hoch liecht-kolben ich pereit,
Pey nacht, zn gastang and hoch-zeit,
Dann latem, gros ande klain,
16 So man xa nacht praacht in der gmain.
[Xiiy]
PrilleB-maeher«
Ich mach gaet prillen, dar and licht,
Anf mancherley alter gericht.
Von dreysig pis zn achzig jam,
so Darmit man das gsicbt thaet erspara,
Die ghefis von leder oder hom,
Dreyn die glesser palirt sind wora
Von parillen, gar hell and scharfT,
Die fint ir hie, wer der pedarff.
Q
bl. 53] u Holta-drezeL
Ich treh von pachspaam püechslein clain
Zw klainat and edlem gestain,
Aach fateral za gaelden scbewren,
Predig-stüel, dran man sich kan stewren,
M Kfinstlich Stollen zn disch and petten,
Hemer-stil, so die goltschmid betten,
Aach foer die paaren kagl and kegel,
Mang- wellen nnd stainmeczen-scblegel.
11 r taj f«kli 6. 14 8 tmI. 15 6 iim«h.
298
Brat*8ilier.
Den (Init, kupier und me&ising raiu
Zeuch ich aul meiner scheuben klain»
Ich mach r^rel drat, ziu und wid
6 und drat-puersten für die goidschmid;
Auch kuiiipt meiner qnintsait^n Bnm
Aufs herlich clavicördinm.
Aus klaiuem dr»t man an vil orten
Macht ßchnüer und audi getrimgen porten.
d
tu Wagmaoher.
Ich mach die wag^ gros an de klaiu
Mit allerley gwicht in gemain,
Die pehenck ich mit raessen-schalen,
Wo man mirs anders wol thuet zalen,
ih Mach anch in die ledlein goltwag,
Nacli den haben die kaufleut frag,
Mach auch ander würczweglein gnet,
Die man in kremen praucheu thuet.
Üer^m&oher.
20 Ich mache die reyssenden ur
Gelat und ghrecht nach der meuBur,
Von hellem glas und klain ursant^
Eüet sie zam, das sie haben pstant^
Mach anch darzu hüelzen gehews,
[bl. 53'] Äft Darein ich sie ieissig peschlewB,
Verb die gheiia grtien^ rot, grab und plab,
Drin mau die stund und virteü hab.
Sehellea-mAolier.
Ich aber pin ain schellenmacher,
80 Zn preuek und narn>\eis etu ai*sacher,
Mach zimel-ächellen, gros und ciain,
Zenmb, schliten-zeng, sauber und rain,
13 ß meach«D; ipllter iti ein I&uges e über das o geiogea,
m«ttbeD* 14 S Vo«rui»oberi d&s u mit dem spiritu» »spyr.
«odaD d&»leb
299
Auch wolg^timpt aof die stechpon,
Mach Bchelln far sperber und pritscheo-mon,
Auch schellen an die narren-kappen,
Darins za fasnacht ambher-sappen.
vy
6 Der sieb-maeher.
Ich mnes am tag vil hOlczer klieben
Za dünen spenen zn den sieben
Und zu zargen oben beram.
Der sieb mach ich ain grose snm
10 In die müel nnd auch für die pecken,
Das mel zn schaiden in den secken,
Mach anch wnerz-sieblein für die krem,
Grob-rewtem ich den pawren nem.
bij
8pi6gl«r.
16 Ich mach das hele spigel-glas,
Mit pley ichs nnterzihe pas
Und dre darnach die hnelzen Scheiben,
Darin die spigel-gleser pleiben,
Die mal ich den mit varben frey,
20 Fewer-spigel mach ich darpey,
Daiin das angsicht gros erschein,
Anch snnst epigel, gros nnd anch klein.
Yiij
Kremer.
bl. 54] Ich pin ein kremer lange jar.
S6 Enmpt, kaaft mir ab mancherley war,
Als pmech, pfewfen nnd schloterlein,
Niswnrcz, zncker nnd prenten-wein,
Spigel, schellen, kem, nadl, harpant,
LfCcknchn, nestel, prillen pekant.
so Der kremerey vor manchen jarn
Hat lieber pater wol erfam.
K
10 8 Mif. 11 8 mar.
[1>1. 54^]
300
Der paiier.
Ich aber piü aof erd ein paner,
Meifl arbeit wirt mir schwer und sauer:
Ich mu8 ackern, seen und egn,
b Schneyden, raeeii, hayen dargregn,
Holzen nnd ainfüern hay und draid,
Giielt und stcwr macht niir oft herczlaid,
Drinck wasser nnd is g^rabes prot^
Wie den der herr Ädani gepot.
Mij
10 Vflitidh.
Wir münich vor uralten jareii
Ain^idel und waltprueder waren,
Lagen in andechting gepet
Mit fasten, wachec frne und speti
16 Höften, dadurch selig zu werden.
Doch leb wir icz änderst auf erden :
Mancherley erden, rott und seckt,
Da nicht ¥il gaistes inen steckt.
C
Die Jacobs *pnteder.
fo Wir Jacobs-pröeder mit grosem iiaußu
im land wir hin und wider lanffb
Gen sant Jacob, Ach und gen Rom,
Singen und petlen an all schom
Gleich andern prech-baftigen armen,
3«i Oft thnet der pettel-stab erwarmen
Uns in henden, den ihw wirs treiben,
Unser lebtag faul petter pleiben.
Cij
Zanpreoher.
Wol'ber wer liat ain posen zon!
3ü Den-aelben ich ansprechen kon
An wetagn, wie man gfoirt die kinder.
Ancb hab ich krainscbaez nicht dest minder,
Petrolium und wiirnien-samen,
5 S dnrgen« 19 E Dia. 6 [>er,
801
Triackers and die müeckeD-Bchwamen,
Hab aoch gnet salbn faer floch and lews,
Aach palver var raczn ande mens.
[Oiiy]
Jfled.
5 Ich pin nicht amb-sanst ain Jüed genant,
Ich leich nar halb gelt aaf ein pfant ;
Löst mans nit za gesecztem zil,
So gilt es mir den noch so vil.
Darmit Verderb ich den losen haaffen,
10 Die gern feyem, fressen and saaffen.
Doch nembt mein handel gar nit ab,
Weil ich meins gleichn vil präeder hab.
Der geltnarr.
Der geltnarr so pin ich genant:
16 On rae ist mein hercz, mand and hant,
Wie ich nar gros gelt and reichtamb
ünferschembt listig aberkamb.
Mit dem Jnden-spies thw ich laaffen,
Mit waecher, aafseczn and fclr-kanffen,
10 Pin doch darpey ser gnaw and karg,
Ich spar das gnet and fris das arg.
fiij
[bl. bb] Der fressent narr.
Ich pin genent der fressent narr,
Man kent mich in der ganzen pfarr.
9b Wo mich ein reich man lett za disch,
Seczt mir ftier gaet wi]pret and fisch,
So schlampp ich, samb wols mir entlauffen,
Thw anch den wein so k wisch sawffen,
Als ob ich sey gancz podenlos.
so Des ist mein schmerpaach dick and gros.
[fiiij]
Stock-narr.
Ein natürlich stock-narr ich pin;
Wan ich hab weder wicz noch sin,
31 Hier Ut in E derselbe bolMchnitt wie beim krämer (s. 299, 33) be-
DOtsty so dem er gehOrt.
10
Hab ain groben verstant der-masgeD^
Kan weder hengeii, nocli nachlassen.
Ich far heraus mit worl und that
Dolpischer weis, Mg kaiuem rat,
Verschon nimancz mit meim anschnarn.
Drumb helt man mich vor ain stock-narrn.
Der Boliaictfl-iiarr«
Ich prawch mancherlei narren-weis,
Darmit ich erdap dranck und speis,
Docli kenn ich durch ain zäun mein mon,
Mit meini faczwerck zu grewffen on,
Da ich uiit mein nerisclien sacben
Die iierscbaft kan fein frolich machen.
Mit hewchlerey die lewt icb plent.
Drumb man midi ain schalcks-narren nent.
g
Sensen-solimid*
Vil senan durch mich geschmidet sind
Mit hamer-scblegen achneJl und schwind,
Die den gel ich scharpf ubermas,
M Darmit man meh das grüne gras,
[bl. 55'| Daraus den wirt grumat und hay.
Änclt mach icb sichel mancberlay,
Darmit man eipschneid das getraid
Dui'ch alte weih er nnd panrn-maid,
Ty
n Der beeoMuef .
Also aint hie gezaiget on
Virzehen-und-bundert person
In emptern, küneten, baut-arbeit,
Doch anlerschieden verr und weit,
80 Zw aim fnerpild, das iderman
Anf sich selb ml guet achtuug hon,
Das in seinem pefelcb und amht
Ans nnfleis gar nicbs wert versambt.
^ 8 Dttraiiob lob«
SOS
Der-gleich kfinstner nnd hantwerckslewt
Sollen auch handlen gar vertrewt,
Ainer dem andren dinen sol
Mit seiner arbeit recht nnd wol,
6 Wie er p^^rt in rechter trew,
Und hab vor allen lästern schew,
Alles aigen-nncz massig gon,
Weil got ain schewen hat daron,
Der ans herraicht in dieser zeit
10 Sein prot darch vil müe and arbeit,
Es sey so ring es ymer wöll,
Uns doch daran penfiegen soll,
Got daromb sagn danck, lob and er,
Weil ans sein hant alle emer.
16 Wer aber fäert ain pösen handel,
Unnficz, gotloß darinen wandel,
Aaf das er nnr gros reichtam hab,
Der ker omb and las darfon ab.
So entget er vil angemachs
M Hie and aach dort So spricht Hans Sachs.
[bl. 56] Anno salatis 1565, am 30 tag Octobris.
912 [ven].
*
13 8 loch.
304
Ain lobspmech der haubt-stat Wien in Osten
Diese oben contrafactur
Zaiget warhaftig dar und piir
Wien, die weil perümbten haubtatat»
6 In ÖBteireich ir leger hat
Ad dem flues der Thonaw genant,
Welche vür-rlnt ins llng^erlant,
Mit sechzg schiftreichen flüessen guet
Sich naert» föer vil stet fliesen thuet;
10 unter den Wien i^t die eiczt stat.
Von alters lier den namen hat
Flaviana voo Flavio,
Dem lantfogt, der regirt aldo,
Änch vermainen etliche da
1^ Von dem klain flüeslein Wiena,
Das zwiBchn den vorstetn Üewst hinab,
Stat Wien den iren namen liab.
Wien, die groa, weit und volckreich stat,
Der ambkrais ir «tat-mawren Ijat
[bl. 198] 80 Zwey-dansent schrit ringweis umbfangen;
Änch hat die stat ein weiten, langen
Crrabn mit anfgeworffner schüete mer
Mit tbiirnen, zinen und vorwer;
Die gassen sint mit stainen hart,
26 Gepflastert, ser werhafter art,
I Im ftchitebnteti «pmebbiaolie, bL \i^7* bii 200, Emil Hiö«
Saebe, lob«pruob der haoptatiidt Wien m Ötterrtilcb. Zum orsieamiLlo n^db
b KD dsobrifl Neben texte brg^ and mit flinor einleiLung und snmerkiingen rerti
Progr, des n. <k IftndfliTeftlgymiiaalaiiii In der at&dl BAdeo^ Wien 1870«
londen brg, Wieo 1877. 22 8. 8. Hemriflb Kib de bo^ DI« diobianfei
Hftni Saoba tur geiobiobt« der «Udt Wien, Wien 1S76. 8. a. 71 bii
8 Vergl. hwd 7, 407, 4. 25 S Gepflastw.
806
l^
Darin die pürgerhewser Loch,
Stainen, mit ^mel geziret doch,
Gwelbt mit schwinpogen, gmach&atn» weit,
Stueben vor frost zu winters zeit
o StaliuDg 2u pferdn und ander thier,
Auch gar köstliches haosgeschler,
Barchscheinende glasfenster fiier,
Daran eysren leden und thüer:
Alle gemach zirlicb zw*mal
AD Als eines füersten schöner sal,
Die weinkeler so dieff nnd weit,
Das man vermaint zo dieser zeit,
Stat Wien die hab unter der erd
Her gepewSf den drob fnnden werd.
^i Diese stat Wien in hochem mtnb
Ligt im Pasawischen pistnmb.
Darin siut von gehawen stain
Vü goczheuser, gros nnde ciain.
Köstlich erpant nach allem rat,
90 Gezirt mit aUerley omat:
Vil clofiter mit frawen nnd mon
Darin ir gaistlich orden hon,
Idocb sant Stefans thurn nnd stift
Hit kirnst die andern nberdrift,
flu Das in ganczem Deutschland hat mm.
Aach ist da ein coleginm,
] Ein hohe schul der freyen knnst,
Die anfghricht ist, pestet ans gnnst,
Von pabst Urban dem sechsten klar.
M Da knmen vil Studenten dar
Ans Uogem and ans deutschem land,
Die da stndiren allesand.
Es werden auch in Wien, der stat,
Achzehen man erweit in rat
»» Und ain richter in das gericht,
Auch ein purgermaister, verpflicht,
Zu tragen sorg für die gancz stat;
Nit mer obrikeit die sut hat,
Den auch berm znmb weinzol,
40 Die habn ein scharpf einsehen wol,
Und ir gwalt wert von jar zu jar.
Hu^«
XXllI«
20
306
Nun diese stat, volckrekh vur-war.
Doch kambt nberJlüessiger weis
Teglidi ilarein allerley speis,
Auf keren, wegn prot, flaiscb luid fisch,
B Er^bs, ayer, vogl und wilpret frisch;
Das wein-lessen wert oft virzig tag,
Das man teglicb einfüert, ich sag,
Wegeü mit wein, teglich drey-hundert
Des daga oft zw, das manchen wundert,
lü Das teglicb pey zweltt-b lindert pt'erden
Im weinlessen gepra wehet werden.
Den ostei'wein, starcli, woischmack, guet,
Oft gar iimb ring gelt drincken daet.
r>en iiiaisteii wein, den fürt man naw
if. Mit pftjrdn in schiffn raw^ff die Thonaw,
Darnacli auf der ax, müeBamer haut,
~[bl. 199] In Payreu und in Schwaben-lant.
In solchem reicbtumb, glückselikeit
Stat Wien ist gstanden lange zeit,
20 Doch nach dem, als man zeit vörwar
1477 jar,
Hat Wien gar hart gejlrenget da
Der nngrisch kiinig Mathia, *
Die stat gewalticlicb einmnb
26 Kaiser Fridrich, dem driten frnrnb.
Der doch durch Maximilion,
Sein sun, die stat Wien wider gwon.
Im achten jar nach dem peschied
Het die stat wider glueck und fried,
ao Pis mau hernach zelet vürwar
1529 jar,
Pey kaiser Carl dem fünften schon
Der thüerckisch kaiser SoUiemon
Der kam vür Wien mit groser macht,
35 Zw ros lind fnes er mit im pracht
Wol drey-mal-bundert-dawsent nion ;
Auf wasser, lant ruckt er hinan,
Zwo mei! riugwcis umb Wien, die stat^
Sein leger wol geraichet hat,
13 S ringi^U.
807
Das der »tat nichsen za mocht gon,
Kain hilff noch rettong mochte hon.
Der Tüerck verderbt dammb das lant
Mit ranb, mort, gefencknns und prant,
6 Merck und dorffer dammb verprent,
Jonckfrawen und die frawen schent,
Zerhawt und spist die dainen kind,
An die zann-pfel gestecket sind.
Da stund die stat in hochem trawren;
M. 199'J 10 Mit polver snsprengt die statmawren
An vier orten mit grimikeit
Wol vier-und-virzig klafter weit,
Das anch hernach vil mer geschach.
Doch unsere haubtlewt hernach
16 Verschanczeten die lücken zw;
In der stat war kein rast noch rw,
Ein lerman nbem ander wart,
Der Düerck der stat zu-seczet hart
Mit stüermen, graben tag und nacht,
20 Die stat hilt guet Ordnung und wacht.
Vereterey der Dürck an-richt.
Das im auch wolt geluecken nicht.
Entlich loff er ain stürm on.
Sein volck aber wolt gar nit dron.
36 Da wurden sie von seinen waibeln
Getriben mit knüeteln und saibeln.
Da wnrd vil seines volcks verlorn.
Nach dem der Thüerck mit grimen zorn
Prach auf zu nacht und zog darfon
so Und zündet seine leger on
Und alle flecken rings herumb
Und fnert mit im ain grose sumb
Gefangen Cristen, weib und mon,
Elent in die Dürckey darfon,
36 Nach-dem er pelegert in klag
Die stat Wien vir-und-zwainzig tag.
Daran vir stüerm verloren het,
Stat und lantschaft verderben thet
Mit gar un-uberwintling schaden.
40 Doch war aus gotlichen genaden
Wien, die gros stat, erettet frey
20^
309
Meines Adam gedenck-daffel.
Als man zeit funf&ehundert jar
Und darzw sechzig^ jar vürwar
Nach des herren Cristi Report,
6 leb, Adam Endres, geporen wnrt
Am Areytag nach sant Hertens tag
Zw nacht zwischen aim und zway, ich sag,
Am samstag entpfing die dauff dar
Adam Stellein mein daaffdot war.
10 Auf die ander seitten:
Nach dem als sibn-und-sechzig jar
Der mindern zal gezelet war
Jannari am sechzehenden tag,
Wnrt ich mit gschray, wainen nnd klag
16 Geschniten an dem blasen-stain ;
Mein angst nnd schmerzen war nit klain.
Got sey lob, der gnad darzn gab,
Das ich kam meines schmerzens ab.
^IS] Peschlnes.
20 Damach als acht-nnd-sechzig jar
Der mindern zal gezelet war
Am andern Jnli, der .5. stnnd
Des tags wart ich dotlich nngsand,
Meinigaist der schied mit schmerzen ab,
26 Mein leib wart gelegt in das grab.
1 Im aehtsehnten tpraohbaohe, bl. 174. Charles Sohweitier, Etüde aar
^ ^i« et lei (EaTret de Hans Sachs. Nancy 1887. s. 452. Hinter dem 16
^^'H steht: >am 313 plat der peschlaes«. 19 »Die reimen gehören hin
^ SQ der gedenck-daffel Adams cum pesohlaes in dem 174 plat«.
»i.
310
Aber füer mein zeitliches leben
Hat mir got ain himlisches geben
Durch Jesum Cristam, mein hailand,
Der den dot am creoz aberwand,
Da nun ent ist als ongemachs.
Da-hin pegeret aach Hans Sachs.
Anno salutis 1568, am 3 tag Jali.
811
Ain schons puelied ainer erlichen frawen mit
aim Damen in den anfengen.
Mir liebt in grünem Mayen
Die Arölicli samer-zeit,
6 In der sich thuet erfrayen
Mit ganzer stetikeit
Die alier-liebst anf erden,
Die mir im herzen leit.
2
10 Ach May, dw edler Mayen,
Der dw den grünen walt
Gar herlich thnest erfrayen
Mit plüemlein manigfalt,
Darinen thüet spaciren
16 Mein feins-lieb wol-gestalt.
Got, dw wollest mir geben
In diesem Mayen grüen
Ain frolich, gsundes leben,
30 Darzu die zart nnd schüen,
Die dw mir hast erkoren,
Die mir ir lieb vergüen.
1 Im aehtsehnten ipniohbaohe, bl. 210' bis 211'. Gedrackt: Frdr. (itfr.
Wilh. Heriel, AusfUbrliohe mittheilung über die kUrilioh in Zwickau auf^e-
fandenen Handtohriften von Hans Sache. Progr. Zwickau i. S. 1854. 4. 9. 35.
Damaoh Ltttselberger-Frommann , Hans Sachs. Nürnberg 1891. s. 94 bis« 96.
Wilhelm Sommer, Die metrik des H. Sachs. Rostock 1882. s. 39 loiicbt auf
die anlehnang dieses akrostiehons an das Volkslied bei Uhland nr. 59 aafmerk-
f»m. Vgl. Frani M. Böhme, Altdeatsohos liederbuch. Leipiig 1877. nr. 143
and die amdiebtnng bei QostaT Legerloti, Aus guten stunden. Salxwodel 1886.
•. 186 bis 287. 13 Volkslied manigfalt. S wolgestalt.
Daramb^ dw grüner Mayen,
Wall ich an die gedenck,
[bh 211] Die mein herz tlinet erfrayen,
6 Der icb vil eewffzen HQUck,
Die-weil ich leb auf erdeo,
MeiD hercz ntt von ir wenck.
Ach, halt an trew und ereij,
Mein aller-hochster schacz,
Und las dich nit ab-keren
Des Bchn5den klaffers schwacz,
Gib iren falschen znngen
In deim herzen kain placz.
6
Lieb, ach wolt got, mein herze
Kunst sehen in dem grnnd,
Wie das in liebes-ech merze
Von dir ist worden wund!
Thw das mit eim wort drosteo!
So Wirt mein liercz gesund.
3&
Ewig wolt ich mich frewen,
Wen ich dein aigen wer,
Und dir dienen in trewen,
Der-halb furcht kain geferl
Nicbs icb, den er nnd glüecke,
Von got und dir peger.
8
Nach BÜber und nach got de
Thw ich nit senen mich.
Als der, die icb berzholde
Hab, zu der mich vet^sicti
Aller liebj trew imd ere,
Weil ich leb anf erlricb.
m FromuADa iw)h. 8 lab.
813
[bl. 211T 9
Ach, thw von mir nit keren
In liebes-anefang !
Hoffhong thaet mich erneren
b Forthin mein lebenlang.
Vil dansent gneter nachte
Wfinsch ich dir mit gesang.
Anno salutis 1568, am 14 tag Aprilis
Die anfangsbuchstaben der siropbeu ergeben dennamen Magdalena.
314
Die reimen herzog Hansen nnd doctor Martins
[Luther], so vor dem crencz paid knien.
Erparm dich mein, o got.
Oh deim wordt lied ich not,
6 Gefencknus, schmach und spot.
Oh deinem wort ^recht
Erlied ich pann und echt
Als ein trew gottes-knecht.
Anno salaÜB 1568, am 1 tag Prachmon.
1 Im ftohtsehnteo sprachbaohe, bl. 211'. F. O. W. Uertel a. ». o. s. 36.
815
Die reimen auf ein grabstaln Wolff Canzingers.
Hiob am 19 eapital.
Ich wais, mein erlösser lebt noch,
Wirt mich wider erwecken doch,
6 Mit dieser hewt nmbgeben mich.
Wird in dort sehen ewicUch.
Anno salntis 1568, am 2 tag Pracbmon.
l Im MhtMhnUo ipruohbaohe, bl. 211'.
816
Auf den gnelden Schilling.
Da Abraham
War got ghoraam,
Sein lieben snn
6 Wolt opfern thnn . . .
1 Im aehtiehnten ipraohbaohe, bl. 211'. 5 H. Saohi lohließi am ead«
der seile 211' mit dem seieben (einem lang geiebwftniien e), mit dem er ge-
wöbnliob atrophen oder stollen endigt; aber auf der folgenden eeite 212 folgt
niobt der soblaO.
817
In den geschenckten pecher Sigmund Feyertibent,
80 er aim erbern rat alhie schenckt.
Sigmund Feyerabent mich vereret hat
Hie einem erbem, weissen rat.
Anno salntif 1568, am 28 tag Juni.
1 Im aehtiehnien ipniohbaohe, bl. 212. WabrMheinlioh ist der scheoker
des beehen der verltgcr der Eigentlioben besobreibang aller siinde, sieb vor-
biB s. 271 bU •. 30S.
318
Eie gesprech, darin der dichter dem gefnersteu
iil>i zu Allerspacli sein valete und lecken sprucb dediciret.
Als ich mit freud in iiberlliies
Den Spruch, niein valete, peschlues,
5 Des tags kam eben zu mir gleich
Der weit perüembt und künstenreidi
Mater, der in Nürnberg, der stat,
Den rumb, wie Alb recht Duerer hat,
Der im vergleichet mit der Jiant,
10 Mit sinreichikeit und verstaut.
Der mit hoher pit und peger
Saget mir, wie er kamen wer
Von AUerspach dem gfaersten abt;
Pey dem het er ein pstatlnng ghabt^
16 Am cor zu malen künstlich ßeissig
ümb hundert gnelden, darzu dreyssig,
Sambt ala unkoBt und zernng frey,
Färb, und waB man sunst dortt darpey,
Sambt einen leitkauff seiner frawen.
ao Darpey wern gwest drey herrn auf drawen :
Der erste herr Hans Haw in Dewffel,
Der ander der keiner an zwewffel,
Mit nam her Michel Fewchtinger,
[bl. 21ö'l Der drit aber war der richter,
1 Im ftohtiehnUn ipruulibtiohe, bl, 316 bis 217 [8]. BinMldmek : Wal
IIüDs-8aflh9-bib]iogr. m. %U [E]. 4 Vergl. b»Da Sl, s. 337 bia 344. 8 K
EndrtiB tlernoisen sem namen hat. 9 E Der «o ge»6bwind iii AiL 13 AJl«n-
hteh in Niador-Bajem^ ö. fon Landab Qt.
819
Andre Batenpeck hies mit nam,
Die pschlnessen das geding alsam,
Wie vor pegrifih mit kurczen werten.
Nach dem fragt sein gnad an den orten,
6 Ob zw Nfimberg gestorben wer
Hans Sachs, der dichter, wie den er
Gehöret het vor etling jaren,
Het doch gwissen grand nie erfaren.
Dranff het er seinr gnad andwort geben,
10 Hans Sachs, der dichter, det noch leben.
Des wolt er seinr gnad zengnns pringen
Seiner hantschrift. Und za den dingen
Fat der künstner meinr zewgnns eben,
Das ich noch warhaftig det leben,
16 Dem gfnersten abt, seinen genaden.
Das er seiner sorg ward entladen.
Nan het ich gleich des tags volent
Den spmech, mein valete genent.
Den pat er mich seinr gnad zu schencken.
so Drob det ich mich nit lang pedencken,
Und das valete fewer-new
Aas dinstwiUiger lieb and drew
Ich seinen gnaden dedicir,
Pit gar anterthenig, von mir
» Aaf-nemen mein lecztes gedieht,
In höchstem alter za-gericht.
Das Wirt mir, Hans Sachs, zewgnas geben,
Das ich noch pin gewies im leben,
«
3 E begriffn. S pegriffen. \b E genendi. S greot.
l« bis 20 bat E:
Der gfiel dem Küniiner also wol.
Das er gleiebsam der freaden vol
Blieb bat jm solobo Sprucb la schenoken.
Drob tbet iob miob nit lang bdencken
Vnd mein Valete fewer new
Aaß gatwilliger lieb vod trew
leb disem Herneisen dedicir.
Welcbe er la danck annam von mir
Als mein aller letstes gedieht,
Im böehsten alter sagerioht,
Drinn solt er mein arbeit vnd wesn
Vorgedaobten Apt lassen lesn.
320
AU lang der ewig got noch wll,
Der allaln weis meins endes sil,
Da er verwechBelt uoeer irdisch
Leben, gelt um ain himellscb,
[bl 217] 6 Da ewig ftmä uns plüe und wacbs
Durch Jesum Crisiuni. Wüoscbt Hais Sachs»
Aqbo aalutis 15&6, am 28 tag AugastL
56 [Ters].
6 In E folgt i^leieh darii&cbf biso ohne diLt dalanij
l>aDGk8&gang des Malers fUr das Valete.
Vnd ich, Eodre§ Hernoiaen^ hab
Mjl danokbarm g^mit fUr aokha gab
Obgi9ai8lt«a Harro Hau^ Saehaan alt,
So rlJ mir mClgUob^ sein gaitalt
Aboooterfsitt da er ali war
Zwej moiiat vnd 81. Jar
Bracht jtus luin newen Jar tur sobenok.
Weil ich aber war ingedeüok,
Daa Til Leut aaob in nah rnd ferro
Verlangt la leben dieien Herrn
Vod nit EQ jtn kÖQDen komtDon,
Hab iob tn ebrn di«etn frotomen
Mein wil% diecat auch darm tban
Vod ja im Track Uaaeu auBgan^
Weil er selb»! ^agt an seiia Sieobbot«
Bab jm daa Bild gleich sebeD th«t.
Bitt darttebn beul Maoo und Frawen,
Den dil> Bitd Alrkombt ku scbawen
Mit f»m|>t leinom Valete gut|
Weil icha Ihu auß trewhertiigm inot^
WalltDB SU danck aofTnomeD awar
Za eim glUokseligen newen Jar.
War aber wolt aein gmM vnd hartt
Abgemalt jMshAwen, d«r aeh od aobmerii
Im mit fleiß in aein Büobero an,
Da wird er« recht Codterfelt ban.
Vnd diaea Qmebl Tolendet wurdt
Nacb rnaera Herrn Cbrinti gehurt,
Da man seit taueent fUnff hundert Jar
' Vnd lecbi vnä eibentzig fllrwar^
Am newen Jars abend genendt.
Gott terlej Jm ein seligs and
Vnd ein frewdenrelobe Tratend.
821
ter •. 272 bii 276 den einteldniok wiederholt, fttgt in einer an-
aerkmg hinn, er kOaae die im Valete angeseigte jabruhl 1507 mit dem inhalte
4«s Iblt TerfertigUn ipmohi nieht reimen. Wie wir sehen, iai aber der spmeh
froher gedfehtet. Andreai Hemeiien leheint ihn, naohdem er den dichter ge-
malt hatte, fllr die rmdiemng dee Jost Amman Terftndert tu haben, am gleioh
■ftoh dem tode dee Hau Saehs sein bild der öffentlichlieit sa bieten. Das
gMBftlde a«f tavaenholi, das im besitte des ministers von Nagler in Berlin sich
befand , ist erhalten. Bs gehflrt jetit der bedeutendsten privatgalerie Deutseb-
laiida. Sieh K. Woennaan, Wissenschaftliches verteichnis der älteren gemälde
dmr gal«rie Weber in Hamburg. Dresden 1892. s. 44 f.
Bmu» Saohs. XXni. 21
322
[1)1. 233']
Ain fabeL
Das angen-fewer«
Nun hört! wnnder-selczanie nier
Zw warnmig ich alhie ercler
fi Den gselen, so pey nacht und tag
Vom wein gwinen sant Urbans-plag,
Das sie verlieren sin tind wicz,
Das den ein groser prauch ist icz.
Wan welcher küeisch sewft den wein,
10 Dtinckt sich der pest nnter in sein,
Weil doch in solcher drunckenheit
Sich pegiebt vil geferlichkeit,
Das in niichterkeit nit geschech»
Das man pey dieser gsehiclit pesech.
16 Nemlich ain grober panren-knecht
Het ain suntag vor fasnacht zecht
Mit seins geleichen zw Schwelnaw,
Sich vol gesueflfen wie ein saw.
Als nnn die zech zu nacht war
so Und er wolt wider haim zn haus,
Dorcklet da-hin, nnd anf der eben
Gues er ain klefterichen leben,
Fiel und sudelt sich wol im dreck»
Fuer auff, dorckelt seinen weck,
sb Fis das er kam gen dem Iii-aftzhoif.
Da er in ainen stadel schloff,
Im hay zti rnen ain par stund.
1 Im ftcbtiehnten spmtihbuohe, bl. 23.^' bis 23&. Uedrnokt in den BtmU
Hohen fHbeLn und loliwünkpii unter nr. 370. Vergl. im »ohw^rMo tone
Klingfior : Dai atTgüi^revrer »Nun boret wunder frembde Tn«r* 1643, *id ascber
mitwooh (FobruAr 7). 10 S Lmnck. IG S f^aDJieb.
3
828
Als aber in spüerten die band
Im dorff, fingens zw pellen an
[bl. 234] Alle nber den feilen man.
Nun war die pewrin ain witfraw,
s In der stadel lag die volle saw;
Die erechrack und det im pett anfBten,
Det schleicbent in den stadel gen,
Pesorgt, es wer ain dieb darin,
Welt iren scbacz ir tragen hin,
10 Den de im hew eingraben het.
Sie lost; als nnn lawt scbnawden thet,
Haint sie, er grüeb schon nach dem gelt,
Schlich nahent im, das sie nit feit,
Eert das hinter herfäer am rocken
ift und draff in anf den angschedel-knocken
Mit zwayen straichen so nngehewr.
Das ans sein angen schos das fewer
und zünd das hay im stadel an.
Das es in aUe hoch anfpron.
so Der fol fiel von dem hew hinab
Und fiel den rechten schenckel ab,
Die pewrin entran binden nans
und ward pesenget wie ein maus.
Des andren dags klagt sie vor ghricht
25 Den panren-knecht an für ain pöswicht.
Der mit dem awgen-fewer sein
Het anzttndt iren stadl allein.
Der da an einer kmecken ging
Und auch zn clagen anefing,
30 Sie het im gstelt nach leib nnd leben,
Het zway solch schwinder straich im geben.
Das im das fewer anß sein awgen
[bL 234'] Geschossen wer, künt er nit lawgen.
Im stadl anzüent das hew nnd stro.
86 Des war er auf sein aid nit 6*0;
Er het gar nichs daran gewanen,
Es wem im sein hentschnech verprnnen
Und darzw anch sein plaber hnet,
7 S den den. 13 S Soblieht. 22 S eintraD. Vergl. band 16, 531
1 136, 12. 31 7 Hei. 8 Im.
21'
324
[bl. 235]
ao
Dar-auff zwo hannen-federn g^et
Und darzw anch ein nestel-krancz,
Den Let er an dem kii^btag-dancz
Gewnuen vor den aiidern aln,
Den solt die pewiin im pe^aln
Und im an Brich ten aücti den pader.
Daft ghricht za-höret irem hader.
Ans dieser selzamen gescbicht
Kunden nicht nrtaila das gericht:
Ain tail gab der witfrawen recht,
Der ander thail dem pawreu-kneclit.
Wurden zwispeltig in der sacb.
Zu'lecz ein alter pawer spracli:
„Weil wir selber zwispeltig sein,
Wol wir fordern die dorff-gemaio
llnA wöln den liaudel in erzein,
Das wir mit rat urtailen wein
Und da ratschlagen mit einander
Umb ein gh recht nrteil alleBander,
Das recht zu-dreif anf paidem deil.*
Die dorft-gemain sam in schneier eyl,
Sassen, detten darob ratschlagen
Und trieben das pey dreyen tagen
Und drnncken darob aus gemein
Im wiTczbaus auf drey aimer wein.
Das mnst die pewrin zalen als.
Die dorfif-gmain die peschlos aach-mals,
In diesen Imderbafting sachen
Ein freuntlicbe daiding zn machen,
Und legten ain tag gen Schweinaw,
Da dem pauren-knecbt die witfi'aw
Verhayret wart zu ainem weib
Am aschermitwoch, Darpey es pleib.
So wurt die hochzeit zu Schweiuaw
Des pauren-knechtz und der witfraw.
80 wnrt aus badei^s-angemachs
Ein ft'olich hochzeit. Spricht Hans Sachs.
Änno aaluti« 1569« am ^ tag Januari.
100
8 KUiMler. 37 S poMhos.
325
Ein lobspruech und contrafaetnr ßegenspurg,
des heiUigeii römischen reichs freystat.
Be^nspnrg, die alt peraembt reichstat,
Thiberins Nero gepanet hat,
5 Ain stiffson kaisser Angusto.
Nach dem in der anschicket do
Mit aim gewalting grosen heer,
Den feinden zwthon gegen-weer
[bl. 239'] In der Norkawr und Fairen krieg.
10 Als er nun gwan glüecklichen sieg,
Fing er an zw pawen die stat,
Die auch nach im den namen hat:
Thiberina erstlich gnant wart.
ümb die zeit des herren gepnert
16 Jesw Cristi, nnsrem hayland,
In der grencz, das Norka genand,
Die lang her auch den namen hat:
Qaadrata, die virecket stat,
Die mit qwaderstain wart gepant,
20 Wie man hinter sant Jacob schawt,
An der alten statmawren noch.
Ir gwaltig gepew, starck and hoch,
Auch frey viereket ist formirt.
Mit herlich hochen hewsern zirt,
26 Mit thüemen, den schlossern geleich,
Vür all stet im römischen reich.
Mit weitten pleczen und gassen prechtig,
«
1 Im Mhttehnteii spruohbaohe, bl. 239 bis 240' [S]. Joseph Radolf
8«liaegrAf, Ein lobgedieht auf RegODibnrg von Hans Sachs, mit erläoterDden
aamerkongeo. Regensbarg 1845. 21 s. 8. Sebaegraf besaß eine alte copie
yftin end« einer von Jakob Qanshorn susammengescbriebenen chronik von Regens-
barg'. 36 7 im. 8 dem.
826
Darpey man wol ist yiigedechtig,
Das vor alter zeit iti der stat
Meclitig herscliaft gewonet bat.
Hat aacb gros vorstet, laug und weit,
b Ains dails abgangen mit der zeit.
Vor dieser alt lierlichen stat
Thooaw, der meclitig flues^ hin-gai»
Der Bchiffreicli ist, schwind, prait luid dieff,
Daraiiff die flos und aucfi die scbieif
IQ Änf- und ab -gen mit k aufm ans- war,
Ailff-liimdert-und-fürTfifzeben jar
Pawt daniber ein stainen priiecken
In ailff jaren mit qaaderstiieckon,
Mit fUnffzen schwinpogen und joch,
fbL 240] i& Mitten darauff ain düeien bocli,
Dardarch die Thonaw schnei hin-schewst,
Auf Oatereich und Ungern flewst.
Der prneck gleicht kaine in Deutschland,
Kaiser Kare], der gros genand,
ao Der fürt krieg wider Taxillo,
Dem herczog von Payern ; also
Im das gancz Payerland einam.
Nach dem er auch fuer Regnspurg kam,
Det mit den Hünen ein feltßchlacht,
26 Ein grose sum der feind umbracht.
Der unglaubing» da wnrn erschlagen,
Ans kaisers volck etlich erlageu,
Die man hernach pegraben hat
Zw sant Petter, daiis vor der stat.
30 Zw der zeit kaiser Karl peczwung
Id der stat Regenspurg alt und jnng^
Das sie cristling glauben an-namen,
Und wurden gedauft alle-same«.
Von der zeit an die herljch stat
36 An folck und guet zu-gnumen hat,
Mit handel und gwerb diese zeit,
Auch mit Stiftung der gaistlikeit
In Payeni sind fünü pischofflicb stet.
Die Regenspurg all furdreffen det.
40 Irem pistuni vor manchem jar
Gancz Peham unterworffeD war,
827
ZIrt mit aim pischofflichen tempel
Sant Pettere-kirch zn aim exempel,
Aach mit sant Ambroms kloster weit,
Sant Benedicten-orden vor zeit,
6 Anch zway münster der gaistUng frawen.
[bl. 240'] Vil capelln warn in die hewser pawen,
Drein pfrüent und prister gestifEtet hat
Allenthalben in dieser stat.
Hernach zw kaiser Arnolphos zeit
10 Het er vor allen steten weit
Gros lieb nnd gonst zw dieser stat,
Ir ring^awer erweitert hat,
San Emerams closter mit eingfangen,
Welches er ziret mit verlangen
16 Mit gült gepew, klainat, hailtnm.
Mit eim pnech des ewangelinm,
Geschrieben mit guelden pnehstaben,
Ains grosen schacz wert, det ers pegaben.
und nach seim dot der kaisser zart
20 In dem closter pegraben wart.
Als fonffzehnndert-ond-fier jar
Maximilian kaiser war,
Det er anch vor Begnspurg ein schlacht;
Fünff-hnndert Peham er umpracht,
26 und 1500 gefangn nam.
Und siben fannen in der sam;
Die wider den kaiser dettn kriegen,
Die vor Regnspurg pegraben liegen.
Got woll Begnspurg, die löblich stat,
so Dye gemain nnd ain erbem rat
Halten in seiner hand und schuecz,
Anf das pey ir gemainer naecz
Sich mer, za-nem, gräen nnd aufwachs:
Das wünscht in zu Nürmberg Hans Sachs.
Anno salutis 1569. am 19 tag Februari.
98
328
Epitaphium des Veit Asmns tou Seckendorff.
Fünfoehündert-drey-mid-sechzg jar
Am fünften tag Novembris war
Ich, Veit Asmns von Seckendorff, gepom,
6 Und 80-pald ich pin jach danfb wom,
Ich von der weit zw got abschied —
Da leb ich in ewigem Med.
Anno salutis 1565, am 9 tag Decembrit.
«
1 Im aohtxebnten ipraohboGhe, bl. 70'.
329
Die reimen der zwolff monat anf die zwolff
magöUein.
JumariiiB.
Ich, Jener, fahe on
5 Das jar, mein zaichen hon
Ich in dem wasermon.
Ich pring kelt, reiff nnd sehne,
Das müel and hemer ste,
Doch die schlitenfart ge,
10 Das kinder, man und weib
Nahent peim offen pleib.
Die grimig kelt vertreib.
[bl. 71] Febmarins.
Ich, Homong, pin anch frisch,
16 Mein zaichen sein die fisch,
Die fasnacht drin her-wisch.
Darin man gen holcz fert
Und sich der wolf erwert.
Das eingsamelt verzert,
so Da man auf see und wasen
Schewst antfogel und hasen
Faist and gnet nbermasen.
Marcins.
Der Merz pin ich genant,
26 Der wider sterckt mein hant,
Ofihet das gfroren lant,
1 Im aehtiehnten spraobbaehe, bl. 70' bis 72'. Im register steht: »auf
es kM,i»9T BUigeL«
■
^^V ^^^^^^H
F
Das man gen aeker far, ^^^^^^1
See waicz und koren dar ^^^^^|
Und der egen nit Bpar, ^^^^B
^H
Das mau durch-grab die erd ^H
Nach des winters geferd, ^H
Das gröen und frucbtpar werd. ^H
Aprllis. ^M
^H
Ich, April 1, liab den stier ^^|
Zu aim zaidien mit zier, ^H
Unstet weiter regier. ^H
Die weinperg riebt ich zw^ ' ^^M
Seen und pflanzen tliw^ ^^M
Felüz pauiti on alle rw, ^H
^L 71'] 15
Pflancx feyel, HIgn und rosen, ^H
Thw wolriechent wnerz stosen» ^^M
Eicht auf pinstock^ die grosezi. ^^M
Hajos. ^M
^^^^■*
«0
Ich, May^ vil frewden prlog, ^^M
Mein zaichen der zwiltng, ^H
Die senften luefl icli schwing, ^H
Das man aus-far spaciren, ^^M
In die gerten maylren, ^^M
Mit saitenspil hoflren, ^H
SS
Das man laiiff, dancz und spring ^^M
In rayen, frolich äing ^^M
Und vil knrczweil verpring. ^^M
JUBIUB. ^H
M
Ich, Prachman, die schaff schier, ^^M
Mit dem krebs ich regier, ^^M
Das statnobs pringen wier. ^^M
Kiffarbeis-rüeblein hewer ^H
Sind posen pneben dewer» ^H
Die frewt das sumbent fewer. ^H
Ift
Das monat hoch er frewt ^^M
Die jeger und waidleut, ^H
VerkauOn vi! bir^sen hewL ^H
881
JkUu.
leb, Hajmon, bernach ge
Und in dem leben ste,
Vol gras in grüenem kle,
6 Das man abmeen ihnet,
Praitz an der snnen glaet,
Macht das hay wol nnd gnet.
[bl. 72] Den faert man ein in stadl,
Das das viech hab kein zadl,
10 Pring milch und schmalcz an dadl.
An^^vstuL
Ich, Aagstmon, hab an zorn
Die junckfraw hoch geporn,
Mach zeittig waicz nnd körn,
u Das man abschneit das gnet
Und samlet wolgemnet.
In die garb pinden thnet.
Und das einfneret meer.
Das mans jar darfon zeer,
so Sag got dmmb lob nnd eer.
September.
Ich, Herbstman, hab die wag.
Die pawren zn feld jag,
Zw ackern diese tag,
96 Zn pawen winter-draid,
Das nicht od lieg in laid
Das feld, mit samen claid.
Thw winter-koren seen
Und das grnemet abmeen,
80 Der hirschen pranst thnet gscheen.
October.
Znm zaich ich, Weinmon,
Habe den scorpion,
Da get weinernet on,
86 Da man abliest den wein,
888
Sie reimen auf die grosen schewren.
Das ist der drincker newer pand:
Wem sein hercz ist mit darst verwand,
Der secz die scbewren an den mnnd,
6 Thw ain schlnnd nach dem andren schlnndl
Das macht im sein hercz frisch nnd gsnnd.
Wers aber nit trünck anf den grand
In ainem zneg gar frisch und rnnd,
Geb ins gloch zn straff sieben pfnnd.
10 Anno 1566, Januar.
♦
1 Im •ohtiehnton tpniehbuohe, bl. 73. 10 Dm datam hat H. Sachs
nielit dftnmUrgeMhrleb«!!. Vermntlieh sind die Ten a am ende Janaar entiiaodeo.
834
Die reimen an die herberg zw Faden im Wilpad
Die herberg 8tet in gotes hant
Und ist die angemacht genant,
Darin die schmalzader mit nam
5 Hat iren ursprong gar hailsam,
Hailt Podagra and ziperlein,
Aach vil ander kranckheit gemein,
Darin graf Eberhart im part
Von Wirtenberg löblicher art
10 Jerlich gepadt hat seiner zeit.
Darzw got anch noch gnade geit,
Das dis päd hailsam, nacz and gaet
Yst dem, der sein recht praachen thaet.
Anno salutis 1566, am 9 tag Februari.
1 Im aohtxehnten sproohbuohey bl. 73. ^
385
Die reimen auf das pretspiel.
leh spiel wol gern,
Hab doch kain Btern,
[bl. 73'] Thw glnecks entpern,
6 Spiel thuet mir Bchem,
Mein hercz peschwem,
Den pewtel lern.
Ain anders.
Ain spilr ich pin,
10 £ ich ains gwin,
Gend drey dahin.
Das ich ain-rin,
Mit nachrew in
Zw-Iecz entrin.
16 Ain anders.
Es hatz pretspil
Nach-rechens vil,
Stet glaeckes hoft,
Ver-kert sich oft,
20 Das der ob-ligt.
Der sich verwigt.
Aber ein anders.
Ich wünsch and winck
Mir oft ses zinck,
26 So kombt drey dans,
Macht das spil ans.
Als- den ich zeweh
Die riem nnd fleuch.
Anno 1566, am 19 Februari.
1 Im ftehiMhnien spraobbnehe, bl. 73 bis 73'.
336
Das alt und newe testament
Das gsecz im alten testament,
Da got die fewring schlangen sent,
Zaigt den fluech, der im gwissen prent,
5 Macht das hercz drostlos nnd elent.
Aber das ewangelinm
Zaiget nns an dem creacz Cristnm,
Der nns versünet widemm,
Das glanb, hoffhnng pey nns zn-nnm.
Anno salutis 1566, am 28 tag Marci.
l Im Mhttehnten ipraobbaohe, bl. 75'.
887
in lobsprnech der krönirngkaiser Maximilian des .2.
6ot spriolit in dem gpewUcken:
Ich hab dir geben in dein hent
DaB kaieerliche regiment,
1. 7B] 5 Darin dw glneck-selig regirst
Und das römisch reich ordinirst,
Das dw den fmmen haltest schnecz
Und hanihabest gemainen nnecz
und strafst die p5sen in dem lant.
10 Dammb tregst das schwert in deinr hant;
Darzw die engelischen gaist
Sambt den tnegenden aller-maist
Dir pey-stent in deim regiment,
Anch stet dein hercz in meiner hent,
16 Das dnrch mein gaist ich laitten kan,
Das dir pleib ghorsam ider-mon.
» tAii^e^ent der linoken seitten spreehen nach-einander. Der Glaub. 1.
Ich, Glaab, hilff im das reich erpawen,
Anf das got herczlich thw vertrawen
so Die kaiserliche mayestat.
Zw dem sie den ir zoflocht hat.
Die Warheit. 2.
Ich, Warheit, ste im trewlich pey,
Das im kein lüeg noch schmaichlerey
S6 Müeg überwinden kainer stund,
Sander nach-forsch dem waren grand.
Die Lieb. 8.
Ich, die Lieb, gieb in sein gemüet
Senftmnet, frenntlikeit, trew nnd gtiet,
♦
^ Im tohtiehnten fpniehbiiohe, bl. 75' bis 78. Iß S gscborsam.
««•»MU. xxiu. 22
338
Das er werd von dem reich genant
Ein vater seinem vaterlant.
Die Hoffnufig. 4,
[W- 76'] leb, HoffnuDg, dröet in alle zeit
& In aller widerwertikeit,
Weil sein hoffnung zw got aufetet,
Der die seinigen nit verlet.
Bie EeBBikeit« 6.
leli, MeBsikeit, in nit verlas,
10 Auf das er lialt recht mitelmas
In thon und lassen aller ding,
Anf das im gar nit miseling,
Bie 5 tnegent der reoKten Seiten. Die Gednelt*
Ich, Gedult, im sein hercz erquick
16 In widerwertigem unglüeck,
Das in gednld aneme er,
Sam hab ims got geschicket her.
»6
SO
[hl 77]
Die Hiltikeit. 2.
Ich, Hiltikeit, gieb im, das er
Im reich kain stant zn bart peschwer,
Sunder in gancz mütreicher güet
Begier sein kaiserlich geinüet.
Die Sterok, Z,
Ich, Stercke, mach gar nnferzagt
Sein hercz, wider die feint sich wagt
Mit gotes hilffe durcli-zn-preclien,
Zu straffen die gntlosen, frechen.
Die OrosmUetikeil 4.
Ich, Grosmüetikeit, ste im pey»
Weil in gut liat verordnet frej,
I>a6 sein regiment hab pestant,
Ich Bcbüecz mit grosmnetiger hant.
Sb B dio die. 33 B uriprQoglioti iittin, d«raiii dtit«h UbaiMl
839
Die Ctoreelitikeit. 6.
Ich, Ghrechtikeit, gieb im alzeit
Sein hercz voller gerechtikeit,
Das er im reich geb in gemein,
ft On lieb nnd laid, idem das sein.
^^ie 8 tnegent auf dem antem aal. Der Fried. 1.
Ich, Fried, gieb im ein friedreich hercz,
Das handel fnersichtig aufwercz,
Anf das in dem reich frid and rwe
10 Werde erhalten ymer-zwe.
Die Weiaheit. 2.
Ich, Weisheit, gieb im in sein hant
Ain sinreich- nnd weisen verstant,
Zq handien in fried nnd in streit
15 Aas rechtem gründe der Weisheit.
Der Sieg. 8.
Ich, der Sieg, gieb romb, preis and eer
Dem kaiser and doch got vil mer.
Der den sieg aas genaden geit,
so Dem sey lob, er in ewikeit.
Der kaiser spricht anf dem tkempel des Frides.
Herr got, dir sey lob, er nnd preis,
Der dw mich so gnediger weis
Mit dein so hoch mancherley gaben
25 Hast in das kaisertnmb erhaben.
[bl. 77'] Nnn ergieb ich mich in dein hent
Sambt kaiserlichem regiment,
Anf das ich regiere allein
Nach dem gotlichen willen dein.
30 Mit deinem gaist mich sterck and lab
Za dir allein mein drost ich hab,
Snnst wer mein hercz and kraft za mat
Za herschen die hoch mayestat.
33 Daneben fttgt H. Saehs in gebrechlichen ittgen hinxa: Der salaator s
Mif den kaiter im 278 (!) plat. Auf dem 257 blatte hat er mit derselben
faliira«beii band getehrieben : Die 22 reimen gehören cw hinterst an des kaifleri
nd in teliier krtaang lobspmech in dem 77 plat.
22*
340
[bl, 257] Der salTator spriohi;
Ich Lab ^Ir geben in dein beut
Das kaiserliche reginient,
Dieb krönt mit kaiserlicher krön,
ö G neiden zepter and apfel fron,
Mit aller kaiserlichen zir,
Das sich auch frolicb schwing ob dir
Der gwaltig rönoiscb adalar,
Der dir sey nnterthenig gar^
lü Pey-ste mit hilff, das dw regirst
AU Stent im reich, fein ordinirst,
Wie dir das pucb dar zaiget on,
Wie maiicb lieblich kaiser bat tbon,
Und liant- habest gemainen nnecz
16 Und allen friimen haltest Bchnecz
und strailst die pösen in dem land.
Drnmb d regst das scliwert in deiner hant,
Darzw die engelischen gaist,
Sambt den tbuegenden aller-mayst
to Dir pey-stent in deini regiment
Anch stet dein hercz in gnttes bent,
Das durch mein gaist ich laitten kon,
Das dir pleibt ghorsam yder-mon.
Die swen noter dem tron, Theologia mit aafgehaben b enden spriclit:^
sö 0 kaiserliche mayestat,
Die-weil und dir got geben bat
Zepter und kaiserliche krön,
Pit ich, nem dich mein herczlicb on,
Weil ich dir zaig durch gcttes wort
to Den reell len weg an allem ort,
Derbalb schiiecz mich, snecb gottes er
Vor der schniaicblenden menschen-ler,
Daß mich nit diieckisch onterdrüeck,
So wiratw haben bail und gliieck.
M In allem, was dw fabest on,
Wirt dir got genediciich pey-ston.
#
14 f hnnt-httbeBt. S babor. 2S Dteie 22 Ton« bat 11, S. um If» Octobvrl
1670 binEUf^ediobiet , wie dl« uatereobrilt nm niiftioga der 257' e«fito, d«r
lelBien im 18 epraakbuchc ^ aDg1«bt. Ob dici letiten Tori« doa berrgoU«i und
Uqi boUaades uuf dem flogblaUe auch UberoiciÜmiDlen?
341
Du rOmifloh reich spricht mit anfgrehaben henden:
0 kaiser Maximilion,
Wir all dein ghorsam nnterthon,
Welsch, Ungern, Peham, dentscber grencz,
6 Wir pitten all mit reverencz,
Wolst hant-haben gemainen naecz,
Uns Bcbfieczen vor des Thüercken tmcz
bl. 78] Und das rOmisch reich machen frey
Von allm lancz-zwang and plackerey,
10 Anf das dein nam auf ganezer erd
Gros nnd gedechtnns-würdig werd
Geleich deim löblich hohen stamen.
Das gebe dir got! Amen, amen !
Das dein reich zw-nem, mer and wachs,
15 Das wünscht dir zu Nürnwerg Hans Sachs.
Anno salutifl 1566, am 9 tag ApriliB.
106 reim.
342
Die reimen auf das silbren kestlein.
Genesis 28.
Abraham sein snn holt
Ysaac opfren wolt.
6 Gene: 28.
Jacob aber sach haitter
Die himelischen laitter.
Genesis 89.
Joseph verkauft in pant
10 Wart in Egipten-lant.
Exodi 2.
Mose noch kindes-art
Im Wasser ftmden wart.
Exodi 8.
16 Mose der herr rain
Im fewer-pnesch erschain.
Numeri 22.
Baleam redet an
Sein esel, wolt nit gan.
20 Josna 10.
Josaa uberwund
fbl. 78'] Fünflf künig, hencken kund.
Daniel.
Danielem erhueb
96 Got aus der leben-grueb.
1 Im aohtsehnten spruohbuobe, bl. 78 bis 78'.
848
Auf dM nberlied. Sxodi 17.
Mose der schlaeg Herob, den stain,
Daraus flo8 dares wasser rain,
Darfon dranck Israel, die gmain.
ft ündeB*
Also der herr Jesos Crlstns
Am crewcz sein seitten uns aafschlns,
Sein cristlich gmain mit hail pegaes.
Mose.
10 Moses gesecz
Pracht ans znlecz
Des flneches necz.
Cristu.
Und durch Gristum
16 Uns got aufnum
Durchs ewangelium.
Anno salatis 1566, am 10 tag Aprilis.
S44
Ein kurcze vermammg, sich Yon siinden abwendei
auf das oi^ht die maücherlej Iiarlten stratf gottes nber qc
koiiiao.
[bl. 74] Uns saget die bibel gancz dar:
b Als die sintflnes volen^et war,
Darin nieasclilicli gescblecht verdarb,
Darnach als kiinig Beluö starb,
Wart kütiig Ninus an sein stat,
Sein snn, der gros misha adelt bat,
10 Weil er liemacli dem vater mild
Zn eren machen lies ein pild,
Darpey die mörder freynng heüen,
W^eiche znmb piMe fliben detten.
Darnach die dewffel darein fueren,
lö Dem voick daraus antworten wneren,
Die im ir opfer pracbten frey.
Darmit kam auf die abg^trey,
Das man die pild anpet vlir got
In viel landen, got zu aim epot
10 Darzu iimb hillf loff Idermon.
Nach dem gepawt wart Babilon,
Die mecbtig stat, von Tbamicis,
Der küniginj aach mit vertries.
Dort in dem lande Synear
a» Der tbiiren Babel gepaut war
Von Nenirot anch, saro got zw schmach,
Da all weit het ainerley sprach.
Got abr verkert ir zungen frey
In sprach zwey-nnd-siebenczgerley,
so Dardurch die pawleut allesauder
1 Im ibobtiebuten apruoh buche, bi< 7S' bU 76^
845
Nicht mer ventanden aneinander
Und mnesten von dem paw ablasen
Und sich zeitrenten aller-masen
Ser weit ans anf die ganczen ert.
» Den thnm Babel got anch nmkert
In ein wilt, öde wüsteney
Vol wilder warme mancherley.
Also straft anch die gottes-hant
bl. 74'] Hernach anch gancs Egipten-land,
10 Weil sich versüent käng Pharao
Mit gotes herren volck also,
Die er zn harter arbeit trung,
Lies würgen ire kinder jnng.
Was in got plagt, halff nichs der-masen.
16 Das er gotes volck frey wolt lasen,
Pis in got stürzt ins rote mer
Mit all seinem gerüesten her.
Ans dem 1er hie die Cristenheit,
Das sie mit fleis zn aller zeit
so Got allein anpnBte nnd eer,
Und sich nit abk . . . ker
Zn menschen-lere nnd -gepot,
Snnder an dem ainigen got
Hang fest an allen widerstant,
S6 Nicht mit freffel-gwaltiger hant
Handel sein volck mit aller güet.
Das nicht sein grimer zoren wüet.
Weil nnferknrczt noch ist sein hant.
Wie der prophet den thnet pekant:
80 Virerley straff zn penitencz
Als krieg, hnnger nnd pestilencz
Und darzw anch die wilden thier.
Der on zal sint mancher manier,
Da ein gancz lant mit wirt peladen,
36 Darfon fich nnd ient nemen schaden.
Von den anch schreibet Plinias,
Wie in dem grosen waserflns
Nilo won in Egipten-lant
Pey nacht nnd den tag anf dem lant
1 8 allesander. 11 Sieh 8. 58, 20. 21 S abkerey ker.
■
^^^^i^V ^^^^^^H
^^^^
H Ein dier, crocodilns mit nam, ^^^^^^^^^|
^^^^1
■ Gros gewaltig: utid ser grawsam, ^^^^^^1
^^^^1
B Das leg ayer gros ah ein gans, ^^^H
^^^^^p
" Die pruet es aas, weib oder maus, ^^^H
^B^
A Ein thier, ächze elpogen lang, ^H
^^^
Ans eim so geringen anfang, ^H
1 [bL
75] Und es wechst viir und füer im leben, ^B
Sein hant mit hören ist umbgeben, |
^^
Das nianfi kan weder hawn noch stechen |
^^^^
10 Und mit gewalt im nicbs abrechen. ^J
^^^H
Fieh nnd leut wiierckt es und verschlinkt, ^M
^^^H
Eim ganczen lant es schaden pringt, ^1
^^^^P
Sein ober-kiffer thuet im anf-gen J
^^^H
Und bat starcke nnd scharpfe zen ^H
^^^H
ift Und der-gieich starck- und scharpfe klaen, ^B
^^^^H
Fisch, tiech nnd leot darmit 2U faen^ ^M
^^^H
Doch hat es ainen waicben pauch. V
^^^H
Derhalben in der fisch delphin auch ^J
^^^H
\^n unden auf mit scharpfem grat ^H
^^^H
ao Aufschneid nnd uberwint in glat. ^H
^^^H
Der-gleich das klaine vogelein ^H
^^^H
Trochilus ist der feinde sein: 1
^^^H
Wo der wnrmb ligt von fiscbeu sat, ^H
^^^H
Schlaffent, sein rächen oflTen hat, ^B
^^^B
36 So hüepft das vo gel ein hinein 1
^^^H
Und kreucht im lu den leibe sein, ^J
^^^H
Da es im sein ingwaid zernagt, ^B
^^^B
Das er wirt mit dem dot geplagt. ^B
^^^H
Also das sterckest tliir an macht ^B
^^^H
30 Wirt dnrch das aller-schwechst umbracht. ^B
^^^H
Also gleicher natur und furm "1
^^^H
Ist von eim solchn crocodil-wurm
^^^H
Ein hant pracht worn gen Nürnberg her
^^^H
Von hörn, wol dreyer zentner schwer,
^^^H
»6 Gerad achzehen schuhe lang, ^y|
^^^H
Welcher hat gehapt seinen gaog ^B
^^Hr
Sambt seim weiblein pey dreyen jaren, ^H
^^^p
Von dem üech nnd leut pschedigt waren, ^H
V
Den man mit gfar, müe und arbeit ^H
1
•
11 8 Fiobt. 13 S kilfaK
847
In hat naeh-gestelt lange zeit.
Gros nnkoat ist darob hin-gangen,
Pia man sie entlich hat gefangen
>1. 7b*] In ainer grneben alle zwey,
5 Daraus man weit hört ir geschray
Dreysig tag lang, pis das sie starben,
In dieser gmeb paide vertnrben.
Von diesen zway lintwnrmen gar
Dieser das menlein gwesen war,
10 Das man zu wonderwerck mag sehen
Und got lob, preis and er veijehen.
Fiten, das dnrch sein milte gfiet
Uns vor grewlicher straff pehüet
Und geb ans ein gnet cristlich hercz,
16 Das allein ste za got anfwercz.
Dardarch sein er nnd preis aafwachs
Hie and dort ewig, wünscht Hans Sachs.
Anno lalatis 1566, am 28 tag Marci
348
Die Schlucht kaiser Otto des ersten und pischoff]
Ulrichs vor Augspurck mit deu Ungern auf dem Lechfeld
im 957 jar.
Uns sagt die cronica für war,
fi Als iimn zelet neanhondert jar
Und 3 jar nacb Crisü gepurt,
Zw aim pischoff erwelet wort
Sant Ulrich in Aagspnrg, der stat.
Der fünfzig jar regiret hat
lit Dia cnstlieli gmaia zu seiner 2eit|
Als in weltlicher obrikeit
Auch kaiser war Otto der erst.
Mit der gar trewHch herst,
Gar loblich im römischen reich.
i& Zu dieser zeit pegab sich gleich,
Das die Ungern mit groBem beer
Thatteru, Walachn und Durcken meer,
Welche mit rauben, mort und praut
Ubertiellen das deutäcUe laut
20 Mit ser grausamer ungestiiemb
Und prachten ser vil volckes nemb,
Nötteil auch die Criaten vor allen,
Vom Cristen-glauben ab-zufallen.
Mit solich tirannischer dat
85 Kauiens auch ftier Aug&purg, die »tat,
Lagerten sich auf das Lech feit,
Da pischoff Ulrich ob-gemelt
Ufub hilff rueft kaiser Otten an^
Der cri 8t liehen gmain pey-zu-stan.
♦
l Im aohtiebuten apruohbuoht», bl 83 bis 84'.
849
Derhalb der kaiser willidich
An^t in gancz römischem reich
bl. 83'] Den füersten and auch den reichstetten,
Die sich gar eillent mesten detten,
5 Ide reichBtat mit irem fannen,
Zn flies nnd ros mit werling mannen,
Frachten zam dreisig-dawsent mon,
Der ungern meng zw widerston;
Der war vil ain grosere macht.
10 Da rfiestet man sich zu der schlacht,
Weil der feint war noch mtted nnd mat.
Idoch e man angrieffen hat,
Da pettet sant Ulrich zn got
Umb hilff, pey-stant in dieser not.
16 Anch hat kaiser Otto da stet
Das Yolck vermonet zam gepet,
Anf das sie got gnedig pewar
Vor der grosen nnglaabing schar.
Nach dem gepet andechticleichen
10 Gab in got ain drostlich sieg-zeichen :
Am himel ein engel erschin,
Der faeret ein crewcz far in hin ;
Das machet den Gristen ain hercz.
Nach dem rneckten zasam mit schmercz
36 Die Gristen nnd der Ungern her,
Angriffen sie mit gegen-weer.
Da war ain platig hawn and stechn,
Pis man der Ungern spicz det prechn.
Mit gottes hilff wurden geschlagen,
60 Das die veinde schir all erlagen.
Doch nit an schadn der Gristen beer.
Der vil vom adl erlagen seer:
Ganradas, des kafsers dochter-mon,
Aach der herzog von Wurms schon,
s5 Der-gleich in der schlacht schaden nam
[bl. 84] Sant Ulrichs prueder Diepoldam,
Der vom edlen gschlecht war gepom
Der graffn von Dillingn aaserkom.
Drey angrisch künglein warden gfangen,
40 Die warden von den Deatschn gehangen.
Den Ungern gleich zn ainer räch.
350
Als nun der nngriscb künig sach
Der Crißtea wtinderparen sieg,
Den sie hetten in diesem kriege
Er 8icli pald auf geuad ergab,
ß Stund seins liaidnischeE glauben ab
und nam cristlichen glawben on;
Saut Ulrich hat in dawffet schon,
Wart von im Stephanus genant.
Der-gleich wart sein volck alles- sant
10 Gedaiift^ was nit ersehlageti war,
Und worden alle Oristen gar.
So wart ungern demütigt aer.
Also erlangt gros lob nnd er
Kaiser Otto in diesem streit,
lö Pischoflf Ulrich lept dieser zeit
PSs in das drey-nnd-achzigst jar.
Als er in got verschieden war,
Da hat in sant Wolffgang wert
Selber pestatet zn der ert
90 In der kirchen za sant Affra.
Da ruet er noch leibhaftig da.
Und als etlich cronica sagen,
Sind die Ungern vor Angspnrg gschlagen
Nach Crifit geport neiinluindert jar
sö Und sibn-nnd fiinffzig jar vnrwar.
Der besohl aes.
[bl. 84'] Ans der histori man merckn mag:
Wo noch auch zu hewtigem tag
Der Thiierck oder ander tfrannen
30 Auf-werflTen auch ire plnetfannen
Wieder die cristlichen gemain,
Das man den rneff zn got allain
Umb hilif und droste mit andacht,
Sich nit verlas auf gwalt und macht,
36 Auf krieges-volck, pnechsen und wer.
Sunder auf gottes hilff vil mer,
Wan es stet als in seiner hent,
Der-halb in truebsal und ellent
8ol w^ir auf gottes hilff anf-schawen,
I« Und keiner menscheii-hillf vertrawen;
861
Wie-wol man die auch prawchen mag
Zw aim mitel und nit abschlag.
Abr gotes arm iBt nnferküerczt
Der 18, der all tirannen Btüerczt;
5 Der wOl uns den gelawben mem
Und nnser hercs zn im pekem,
Dnrch sein wort seinen gaist ans geben,
Das wir in frid fein cristlich leben,
Sein gnad pey uns zn-nem and wachs.
10 Das wünschet von Nämberg Hans Sachs.
Anno lalatit 1566, am 4 tag May.
116.
& 7 anfl. 8 md.
352
Der glneckspfening M. Johann Kanffmon seinem
dauff-tottOD.
Am 15 tag Febraari ist worn
Ain virtl vor 4 uren geporn
ß Dem erbern, vursichtig und weisen
[bl. 85] Hern Endres im hoff, der jünger gheisen,
Von Ursula, seinr gmahel mit nam,
Ain San Jeremias mitsam.
• Der gfater M. Johann Eanfmon
10 Anß der heillig tanff haebe schon.
Der det im den glneckspfening schencken,
Im pesten sein darpey zn dencken.
Anno salnüs 1566, am 4 tag May.
*
1 Im aohisehnten sprucbbuohe, bl. 84' bis 85. 4 S 4
853
Das gros gesehencket glas zn Henffenfelt.
Ich, Antoni Pfann, schenck das gros
Glas gen Henffenfelt anf das schlos
Herr Herten Pfinczing, dem herren mein,
5 Das er daraus drinck gneten wein
Mit all sein frenntling gesten gnet.
und welcher das glas ansdrinckn thnet
In aim dmnck, sol er die zech schencken,
Im Pesten mein darpey zn dencken.
10 Anno salaids 1566, am 4 tag Septembris.
1 Im Mibiiehnten fpniebbiwhe, bl. 85.
Baas SMhs. XXm. 23
354
Ein niderlag des durckisclien kaisers zw der zei
Calixti des dtiteiu
Als man zeit fünfTzeliundlert jar
Und eeclmudföiiffzig jar^ ale war
5 Calixttis habst, regirt zw Rom,
Der drite des namens mit iiam.
Zw der zeit der Düercke auf-war
Und überzog mit groser schar
Die cristenheit zw verderbnus.
10 Da Johannes Capistranus,
Der wirdig vater, versamlea det
Aus den stiften und klöstern, verstell
Auch ander frnmb cristlich person^
[bl. loO'l Pezaichnet oiit dem crewze fron
16 Ein crucilix an iren fannen,
Zogen wider den Ihiirckisdien thirannen,
Das cristlich volck zu maclien ledig,
Und det gar manich drostlich predig
Seim cristlichen gerneaten beer
20 Und griefen an mit irer weer
An Maria-Magdalena- tag
In gottes nam, als der Türek lag
Vor krichiscben Weissenburg» schawl
Zwischen der Neser und Thonaw,
26 Den Cristen half got wunderpar,
Erlegten der thürckiachen schar
Pey sechs-dawsent Düercken veroecht,
Schlnegen die andern in die fluecht,
Wie-wol sie gar nit kriegslewt warn,
to In krieg und schlachten unerfarn*
1 Ieu Acbttohnten iprQohbiiohe» bl, 150 bi« 160»
855
PeMhlnes.
HirauB merck man in allem krieg,
Das got allain nur geit den sieg,
Weil all ding stet in seiner hant.
6 Des sol wir Cristen sein ermant,
Zw pitten got amb hilff and drost,
Die-weil sein gwalt zn poden stost
Die stolzen, die sich auf ir macht
Verlassen durch hoffart and pracht,
10 Wie Jeremias saget frey
Und spricht: Der man verfluechet sey,
Der flaisch vür seinen arm erweit,
und nicht in seinem herzen helt
Got vür sein ainig hilff and schuecz;
16 Solch lewt verderbn in irem drnecz.
[bl. 160] Wie anch David im psalter spricht
Am drey-nnd-dreysigsten pericht:
Aim küng hilft nit sein grose macht;
Ain ries wirt nit eret dnrch pracht,
so Auch hilffet nit des rosses sterck.
Noch wol-geraeste schenckel, merck!
Sundr des herren aog schawt allein
Anf all die, so in fürchten sein ;
und die aaf seine gnete hoffen,
26 Den stet die gottes-güette offen.
Das in gnedige hilff aafwachs
Von got, das wünschet in Hans Sachs.
Anno lalatis 1566, am 17 tag Octobris.
54
♦
11 Jerem. 17, 6 f. 17 Sieb band IS, 143, 20 f.
23*
357
Die pildnus Cristi.
Nicephoras zaigt clerlich on
Cristi, des herrn, gstalt and person:
Sieben mans-spann sein lenge war,
6 Lang, düen und gelb so war sein har.
Auch mit gelbem und knrczem part;
Sein angesicht, klar, rain nnd zart,
Het schwarcz, mnd angenprön dermasen,
Licht dar angen, ein ghrade nasen,
10 Sein hals etwas gepogen ein;
Prennlicht so war das angsicht sein,
Dem dinckel gleich, lengiet, nit mnd.
Ernstlicher gstalt, doch alle stand
Freantlicher sitten and war erkant
16 Ein mensch, vol Weisheit and verstant,
[bL 173'J Gar senft und lind, an zom and räch,
Seinr rain maeter enlich gleich sach.
Anno salntis 1^7, am 6 tag Januari
*
1 Im aehtiehoten spraehbaehe, bl. 173 bis 173'. Sieh Wilhelm Grimm,
Die sage vom anpraog der Chriatusbilder: Kleinere sohriften Dritter band.
Berlio 1883. e. 138 bi« 199, besonders s. 183. 8 ? rond. S ran.
358
Ein daiicksagimg der gineckreichen gaben de
erberu lierri^u ll^uiiricli Walters.
ÄIb man zeit fuDfzebaa(]ert jar
Und Bieba-nnd-dreysig jar vürwar
fi Nach dea herren Cristi gepurt,
Icli, Hainrich Walter, geporen wnrt.
OrBsoy ist die stat genant
In des lierczog von Cleffe laat^
Dücli icz purger zw Närnberg pin.
10 Lob sey got, der vernufit't und sin
Mir in diesem zeitlichen leben
Sampt aiin gesunden leib bat gebeu,
Ancb uberflüesBig eer nnd gnet,
Und mich auch helt in trewer huet
16 Vor der untrewen weit unglüeck,
Änch vor des dewffels Ust und düeck,
Äncli gaistlich speist mit seinem wnrt,
Mich drost und lockt an allem ort
Zur pues und mir warbaft verkiiend
so Vergebung aller meiner süend
Dnrcli Jeaum Cristum, den beilland.
Also ans gotes milter band
Knmbt mir leiblich und gaistlicli gab
Von got aus geuaden herab.
35 Dem peülch ich als in sein heat,
I^it auch umb ain seliges ent«
So icb vertawsch dieses yrdiach
[bL 217'] Leben» weist mir ain himelxBcb
Geben durch deinen aun Gristum,
1 Im aohtfttbaUii apniohbuoho, bl. 317 bif 317'. 23 S mlUmn»
359
Da ich* dich mit lob, preis und rnm
Ewiger got, danck, schmüeck und zier,
Mit aller engel schar hoffier,
Der dw gaet gab gibst hie in zeit
Und darnach dort in ewikeit,
Da ewig frend ans anf-er-wachs.
Das wünschet von herzen Hans Sachs.
Anno salatis 1568, am 13 tag Septembris.
34
860
Wer am wagen spant hiiiteü an,
Verdiut sehaiii und nachrew darfoii,
Hie Bcliaw ein efokk, fraw und mon,
Zw aiiir wanuing den wagen onl
b Thuet mit fleis eure kinder ziheo,
Alle schant mul laster zu fliehen,
Mit mund und liant in irer jngent
Auf gottes-forcht, sietten und dnegenti
Ziecht paide, d{>c1iter nnd die säen,
10 Wen sie einmal erwacbsen thüen,
Das erlich, dapfer lewt draas werden
Mit Worten j wercken und geperden,
Das vater und mueter hab ir eer,
Die dorcb ir fleiasig zu echt und leer
Lb Haben ir kiinJer praclit darzw»
Das sie sieb auch in stiller rw
Neren als ander piderlewt.
Das den ir eitern hocb erfrewt,
Die sie füerten die rechten stras
äti In ir jugent an unterlas.
Da sie solchen erling fuerlon
|bl. 218] An iren kinden verthienet hon.
Wo aber frawen oder nion
Den wagen spannen binden an,
16 Ir kinder nicht ziehen noch leren,
Sunder ir zeit gotlos verzeren,
Habn nit lueet zu goczforcbt noch tuegent.
Von den sieht nit vil gucz die jugent,
Noch wenger vil gnecz von in leren,
io Sunder das hinter berfuer-keren^
1 Im OrChUohDton «praohbuehe, bl. 217' bi« 21B\
861
Lassen den kinden irn mnetwillen,
Ir dorheit nit straffen, noch stillen,
Sonder helffen in selb darzwe,
Was schalckeit ides dreiben thwe
6 Mit naschen, liegn und schampern werten.
Des lachen die eitern an den orten.
Wen den die kinder kamen zn jaren,
Kein znecht noch 1er haben erfaren,
In aignem willen auferzogen,
10 Durch die raetten nit sind gepogen;
Den lebens an gocz-forcht, zaecht and daend
Wie grobes thier, wolff, sew and band:
Hoffertig, stolcz, prechtig and prenckisch,
Ungehorsam, hertmewlet and zenckisch,
16 In nachred, neid and htiererey.
In spilsaecht, faolkeit, schlemerey.
Aas diesen schentling lästern allen
Sie in elent and anglüeck fallen.
In armaet, kranckheit, sünd and schand,
so Oft entlich in des henckers band.
Den get erst an der eitern rew.
Das sie aas veterlicber drew
Ir kinder jang nit pas zogen hon,
218'] Den wagen hinten gespannet on,
u In im mnetwillen nit geweret,
Sander goczforcht noch zacht geleret.
Die in icz gebn verdinten Ion,
Wie man der-gleich sieht teglich on,
Was herczlaids pringn anzogne kind.
so Mit dem wagen gewamet sind
Die eitern solches angemachs.
Dramb ziecht die kind jung! rat Hans Sachs.
Anno salutia 1568, am 15 tag Septembris.
60.
15 8 In irr.
362
Der sprnch anf den edlen stain.
Got hat in die edelen stain
Gepflanczt vil gäbe, gros nnd klain,
Wanderpar durch die natur raln,
6 Zw gaet menschlichem geschlechte sein.
Anno 1567, am 15 tag Febmari
1 Im Aohtsehnten spniohbaobe, bl. 176'.
863
Reimen anf des Mnffels klainai
Den 9 mnese der kanst
Tragn neid, has nnd Ungunst
Nenn Schwester grob, nnglert:
6 Wnm in aczel ver-kert.
So feint noch nymant on
Gnet knnst, den wers nit kon.
Anno 1567, am 18 tag Febmari.
*
1 Im aehtBehnien ipraohboohey bl. 176'. S hat nur darttbergesehrieben
Muffel; aber in dem regittar von 8 18 steht die ttbersehrift wie oben.
864
Beimen anf das silbren klainat.
Venusy gOtin der lieb^ tpriolit:
Ich straiff die narren-kappen an,
Plent und ferfüer manigen man,
6 Er nnd gnet im abstraiffen kan.
Minenra, gOtin der weieheity epricht:
Zencli ab die narren-cappen glat,
Die manchen man gefüeret hat
In schant, laster nnd gros unrat.
10 Der pneler spricht:
Weich ab, las anpekäemert mich!
[bl. 19 IJ Ich folg dir nit. Gehin für dich,
E ich mein schwert dnrch dich anstich.
Der beschlnes.
iB Also, wen die lieb uberwind,
Der get hinan, als sey er plind,
Wirt feint alln, die in warnen sind.
Anno salutis 1567, am 14 tag Aprilis.
12
1 Im aohlsehnton spruchbuohe, bl. 190' bis 191.
365
Seimen zw graff Siclas von Serin seiner contrafactnr.
Mich kaiserliche mayestat
Zu general geseczet hat
In der pefestiguiig Sigat.
6 Da ich dem Thürcken wider-ston
Mit manchem riterlichen mon,
So lang nns got sein hilff hat ton.
Doch palt sein hant abznege got,
Da wurden wir geschlagen dot
10 und kam Sigat in angst und not.
Der erst trabant.
Dw dewrer graff, wir knecht gemein
Dein warhaftige zeugen sein,
Das dw pis an das ende dein
16 Pist uns vergangen in aller trew
Gar ritterlich an alle schew.
Des ich mich auch von herczen frew,
Das ich auch mit dir hab aufgeben
In dem scharmüczl mein leib und leben
20 Ob des cristling feinds wider-streben.
Der ander trabant.
0, dw edler graff von Serin,
Dein trabant ich gewesen pin:
So fuer ich auch mit dir da-bin
1 Im aebtMbnten apraohboche, bl. 191 bis 191'. 14 ? pU. S pist.
866
Durch den dnrckischen feint anrein,
[bl. 191'] Got der wöU uns genedig sein
Sambt alln kriegsleaten in-gemein,
So in diesem scharmüczel eben
ft Anch haben iren gaist aufgeben,
Den geb got alln das ewig leben.
Anno salntif 1567, am 14 tag Aprilia.
.27.
867
Ain knen riterliche ttaat Yon graff Nicklas von
SeriD in Ungern an dem Thnercken.
Im AngBtman von Serin der graff
Pey Fünff-kirdien zw nacht andraff
6 Dansent darckische pferd, erlegt
Und in ain reiche pewt abschregt.
Daronter anch war der leibhengst
Des obersten der aller-gengst.
Des satel-pogn peschlagen war
10 Mit arabischem golde dar,
Anch zanmb nnd ffirpnecz her nnd hin
Verseczt mit thfierckis nnd mbin,
Mit seiden-fransen, guelden spangen,
Ainr cremesin sattl-deck pehangen.
15 Den man kaiserlicher mayestat
Zw aim pentt-pfeng geschencket hat.
Anno BalnÜB 1566
14.
1 Im «ehisehnteD spruchbaebe, bl. 19l^ 16 8 /d^.
368
Die 4 tail des jara.
Der Winter.
Ich pring kelt, reift nnd sehne,
Das müel nnd hemer ste,
6 All wnn nnd waid verge,
Zer anf, was man gwan e.
[bl. 192] Der frileling.
Die weinperg rieht ieh zw,
Seen and pflanczen thw,
10 Pelez panmb on alle rw,
Int garten spaeiren thw.
Der sanier.
Waicz nnd körn pring ieh ein
In die scheweren mein,
15 Anch all fraecht gros nnd klein,
Fiier fiech nnd lent allein.
Der herbst.
Ich pring guet newen wein,
Pring anch das obs herein.
20 Des sol wir danckpar sein
Got, dem herren, allein.
Anno salutis 1567, am 9 tag Juni.
1 Im aohtzohnten eprochbuchc, bl. 191' bis 192.
369
Ein reim nmb die gnelden schewren.
Ich, Hainrich Walter, hoch vertraat
Heinrich Zobel und seiner braot
Gertraut, der lieben Schwester mein,
& Ein gepome Walterin fein.
Den paidp aof ir eelich hochzeit,
So im Jnlio ist pereit,
Thw ich die gnelden scheoren schencken,
Darpey im pesten mein zw dencken.
Anno salntiB 1567, am tag Johannis.
l Im MhtMhnUB ipnwhbaeh«, bl. 192.
^^steh.. xxm. 24
370
Das prawilied Yon Linliard Goswein mit jun
fraw StiHaima Freidlin*
|bL 192'] Seliges pfltieck, lob, er und danck
Sei dir, weil ich entpfaDgeo
r, Von dir hab der lieb anefanck,
Darnacb micb tbet verlangen. .
Stund, tag und nacbt
Ich lag und wacbt,
Mein hercz das lag gefangen,
1*1 Darin icb lange zeit vertrieb
In hercxlichem vertrawen
Mit strenger, inprüenstiger lieb
Gen einr zarten jnnckfrawen.
]& Aber icb dint ir nit allein
Mit herczen and geinüete,
Nocb ander jiingling, huebseb und fein,
AVarben auch nnib ir göete,
Nit Messen ab
20 Mit dinstes-trab.
Idoch ir thuegent-plüete
Mich vür all ander aaserweit,
Den andren kert den rüeckc
Und wurden durch den korb gefeit.
•2b Danck hab, hdtseliga glöecke!
Ach, mein herezliebs lieb anserwelt.
Weil dw mich theet erkiessen,
1 Im {ichtiehnidT) ii|»riicbbii«he, bl. 1^2 bii 193. V ron] f«hU S. j
871
Füer ander all mich fürgestelt,
Solt dw ewig gemessen.
Recht ich mich frew
Deinr lieb und trew,
5 Die thwt mein hercz aaf-schliessen
193] Gen dir, weil ich auf erden leb
In dem elichen stände.
Darzw uns glaeck und haile geb
Der himeliscb heilande!
Ewig sey got lob, preis nnd er.
Der dich mir hat gegeben.
Ich peger nichs aaf erden mer,
In frewd mit dir za schweben.
15 Dw höchste krön,
Weil got nns gon
Gsnntheit nnd langes leben,
Das wir meren nnsre geschlecht
In gancz fmchtreicher jogent,
so Die kind anf-zihen erber, recht
Anf gnet siten nnd dngent.
Liebs lieb, gedenck im pesten mein,
Thw mir als gueten trawen!
i6 Ich pin nnd pleib nnr ewig dein
Für all ander jnnckfrawen.
Nun pist erweit,
Die mir gefeit,
Anf dein trew thw ich pawen
80 Und pin genczlich ergeben dir,
Mit dir euch za leben.
Des frew dich auch, herczlieb, mit mir,
Got Wirt gineck nnd hail geben.
Anno salntis 1567, am 5 tag Juli.
® ^nfangsbuchBtaben der stellen und des abgeHanges ergeben den
namen Susanna Freidlin.
24^
872
Beimen auf das silbern weinfeßlein.
[bl. 193'] Welch gast das vas zopft on,
Sola in aim tnmck raos-thon,
So nent man in ain mon,
6 Sonst kost es im ain zon.
Anno 1567, am 17 Juli
«
1 Im aobtsehnten epruehbuche, bl. 193 bii 193'.
873
Der arm frawen-mon.
Der man cltLgt:
Ach liebes weib, waramb hawst mich
Mit raetten also jemerlich?
6 Und ich rieht dir doch in dem haus
Gnetwillig all hansarbeit ans:
Ich hol von marck kes, air nnd schmalcz,
Die pneter-milch, zwiffel nnd salcz;
Ich koch, spüel, pett, wasch, feg nnd ker,
10 Trag holcz nnd wassr, die saw emer,
Thw das als ¥dllig mit gedneld,
Zw erlangen dein gnnst nnd hneld.
Bas pOs weib spricht:
Ach schweig, dw loser, fanler mon!
16 Hast mir mein hairat-gnt verthon
Mit deiner losen, faulen weis,
Zn keiner arbeit hestw fleis.
Weil dw nit wartst der werckstat dein,
So mnstw nun mein hansmaid sein.
20 Ich mns die saiten dir pas spannen,
Das dw zw spot vor andern mannen
Mir icz mnst mein haws-arbeit thon
Und dich mit meten hawen Ion.
Aimo salutis 1567, an dem 25 Joli.
X Im aehiMhoten ipraohbuohe, bl. 194. Höohst wahrsobeinlioh auf einem
^Senden bUtto mit holiMbnitt verbreitet.
374
Reimen anff die pelden eclienreii-glocKei
Ber glockeii-g'iesBer g^anoaes gesoMecht*
[bl. 194'] Diser klain wilkumb, känsten-reich,
Der ist geachmidt warbaftikleicli
ft Von aller glocken-gieaer wegen*
Die lang des giessens waren pflegen,
Ains geschleclitz, stara nnd namen waren
Nnn pis-her pey drey-Iiuiidert jaren,
Das der zmnb pesten würd gedacht,
lü Zw gedeclitnus ist dis drinckschir gmacbt
In dieser geatalt ainer glocken
Allein zw freuden nnd frolocken.
Wen man diese glocken thw lewten,
Sol ee almal gwialicb pedeutteo,
ift Wo ein gneter ftrennt sey darpey,
Das man darmit entpfangen sey
Ans der glocken mit ainein drnnck
Freuntlich, er sey alt oder junck.
Das sol kein gneter freunt absdilahen,
so Sunder giietwilliclich entpfahen,
Zw dencken des wilkumbs darpey,
Auß-zn-drincken an schaden frey
Von aller glocken-gieser wegen.
Deu drunck sol im auch got gesegen,
95 Das glneck und Lall im daraus wachs,
Das wünscbt von herczen im Hans Sachs,
Anno salatifl 1567, am zwainzigsten tag Angosti.
22
1 Im aohUehtiteD spruobbucilie, hh 104 bif 194'. 28 Auf dem wi
aind n^iUrlicb di« boideo loUteo vorfl«, 26 und 26, weggelaseon.
875
B z«hen alter weiblich geschlechtes, zehen Yogeln
yergleichet
195] Zehenjerig: kindisch und klein,
Vergleich mich ainem wechtelein.
ft Zwainczigjerig wachs ich auf glauben
Holtselig gleich ainr durtel-dauben.
Dreysig-jerig mein schön ich habl
Wird stolcz, hochmüetig wie ein pfab.
Virzig-jerig : furwicz auf-seczig,
10 Gleich ainr agelaster geschweczig.
Fünfzig-jerig ain henn ich pin,
Ein fuersichtige haushalterin.
Sechzig jar eim fischgeyer gleich,
Durch fleis an er und guet ser reich.
16 Sibenzig-jerig nemen ab
Mein kreft, ainer gans natur ich hab.
Achczg jar: schön und sterck ist da-hin,
Einr nacht-ewlen ich vergleichet pin.
Neunczg-jerig : mein wunn und frewd ist aus,
30 Leb trawrig gleich der fleder-maus.
Hundert-jerig : ein speis der raben,
Lieg ich auf dem kirchoff pegraben.
Anno salutis 1567, am 30 tag Augusti.
20
1 In achitehnien spraohbuehe, bl. 194' bU 195.
376
Epidaphimn Hans Bastian, des jnngen Leonri
1667 jar
Des edlen and vesten herren dar
[bl. 196'] Philipsen von Leonrot
6 Sun der ist yerschiden in got,
Der Hans Bastian war genent,
Nam zwölff wochen alt hie sein ent,
Der dort icz lebet ewicleich
Mit Cristo in dem himelreich.
10 Anno salutis 1567, am 9 tag Septembris.
1 Im aohtsehnten ipniohbiiehei bl. 19& bii 196'.
S77
Beimen anf die silbren karthanna.
Ich hais das weingeschos,
Gieb manchem man ain stos,
Das er am raecken leit,
§ Wen er nit flewcht pey zeit.
Anno salatis 1&67, am 22 tag Septembria.
1 Im aehtMbnUn spraehbuehe, bl. 196'.
378
Der tempel des grabs Cristi abcouteitet
Peschreibiing,
0 Cristen-inensch, scliaw die figur,
Oben auzaiget dar und puri
6 Mit ÜeiB abconterfet und gmalt
Des tempeis auswendig gestalt
Der lieilüng stat Jerusalem
[bl, 196*1 ^^^ ®ß*^ gepewi in welicbem
Der tempel ein capellen liab,
10 Drin 8te des herren Cristi grab,
Wie das Bernliart von Praitenpach
An-zaigt in seinem pacb bernach
Etwas vor vir-und-acbzig jaren»
Wie ers selb hat warbaft erfaren,
16 In pilgerscbaft mit angen gsehen^
Und dut mit kurczen worten jeben,
Der tempel sey rund im eingangs
Drey-nnd-sibenczg scbucb prait und lang,
Darin des berren Cristi grab
io In ainr capellen seinen stant bab,
Acht gcbna lang und auch prait allain,
Auswendig deckt mit merbel-stain
Ringweis, In-wendig ist es eis
Ein spelnnck und ein harter fels,
35 Wie es den war von anfang gar,
1 liE K^jfatMbntoQ ipmcbbuche, bl. 106 bis 197^ 11 In e«mer bUoli
b&tte H. Safib» ein baob : WaQiUrsobftfi lamb bdilliget) grab und land. |
war ßornbard ron Dre/donbAcbs reUe naob Jenj»Alom, dio HS6 in Maini
dcuUob«r »uagabo ersobieiieiit w&r^ n«li Mmch, Ü«flcblobt« [ui»rkwürd)g«r bOii
8 itüiok. s* 622 bis 6S9 und Pans^r» AnnaleD der ilierftn douUoben lilWil
i, lAj. Dm bUd d«s t«mpli iiebt auf ■« Ai, die b«»obreibuiig fo
379
Da Cristiu drein geleget war,
In die capellen ist allain
Ein nider thürlein eng und klain
Zu dem eingang vod Orient.
6 Drin stet das grab znr rechten hent
An der want gegen mitemacht,
Von graben merbel-stain geschlacht,
Drey spannen hoch vom paviment,
Acht schuech lang und an allem ent
10 Peschlossen, hat kein fenster nicht,
Dardorch einfiel des dages licht,
Sander nenn ampeln ob dem grab
Prinnen, die geben licht herab,
Wie-wol das dach am thempel hoch
15 Hat oben ein weit mndes loch,
7] Das des grabes capellen e
Unter dem plosen himel ste.
Und solcher tempel wirt pewacht
Und pleibt peschlossen tag und nacht.
20 Doch welcher pilgram drein wil gon,
Der-selb mas vor erlanbung hon
Von der dürckischen obrikeit.
Der er den füenff ducaten gelt.
Dem schaffet man mit ein-zn-gen
26 Parfüeser minder prueder zwen,
Zaigen im vor des tempels sal
Den stain, dranff Cristus det ein fal
Mit dem creacz; wen sie im den zaigeD,
Sie sich demüetig darfor naigen,
so Eüessen und darzu knien nider.
Darnach fuerens in weiter wider
Hin in des grabes tempel fort.
So pschleast man hinter in die pfort.
Drin zaigens im die heillig stet,
35 Was da und dort geschehen det,
In andern capelen darpey
Auch des heiltnmbs gar mancherley,
Auch den perge Calvarie,
Da Cristus wart gekrewzigt ee,
40 Der ist sieben-hundert schüech weit
Vons heiling grabs gelegenbeit.
380
Und ander heillig stet der-gleich
Mit im haimsuechn andechücleich.
Als-den mit in zu herberg kern,
Den daet er sie mit schenck yerem,
5 Darfon sie kauffen speis und dranck,
Das nemen die manch an zu danck.
[bl. 197'] Mit den die pilgerim dorch-ab
Der-gstalt psuechen das heillig grab,
Darin Cristns, unser heyland,
10 Lag, nach dem er uns aberwand
Sund, dot and deaffel mit gedaeld
Und ans erlanget gottes haeld,
Uns wider-pracht ewiges leben.
Das wöll got alln Gristglaabing geben,
16 Da ent ist alles angemachs
Und ewige fread, wünscht Hans Sachs.
Anno salutis 1567, an dem 12 tag Novembris.
80
881
Ain schöns lied ainer erlichen jnnckfrawen in
aignem tiion mit irem Damen Id 5 pachstaben.
Mem hercz hat mir ambfangen
Mit sneser liebe pnmst,
6 Mit senen and verlangen,
In trewer lieb and gnenst
Ein janckfraw, schön and zart,
Gancz dagenthafter art:
Diei-weil ich lept aaf erden,
10 Kein mensch mir lieber wart.
2
Ach wolt got, das die raine
Erkent mein hercz and gmäet.
Das ich peger allaine
16 Gnad ir miltreichea güet
Daraaff dw hoffen ich,
Sie werd aafhemen mich
Zw aim trewen liebhaber
Hie and dort ewiclich.
[bL 200-] 20 3
Bain in elicher trewe.
In lieb and stetikeit
Sich anser lieb vernewe
ünsers gancz lebens zeit,
S6 Das sich mer paidersam
Unser geschlecht aad stam,
Frachtpar mit hail and glaecke.
Mit ondötlichem nam.
m
1 Ib »ehiMhatoD opraohboobe, bl. 200 bis 200^ 26 8 Vngere.
382
Ich pit, mein ainigs eine,
Dw mein herczig^ hercz,
Gib dein willen dareine,
6 So nembt ain ent mein schmercz.
Gnet hoffnnng mich ernert,
Dein hercz wert zn mir kert,
Wer mir die höchste frewde,
Wüert mir das hail peschert.
10 6
All hoffhang thw ich seczen.
Mein höchster schacz, aaf dich,
Dw werst mich laids ergeczen,
Günstig pegnaden mich,
16 Das dw werst ewig mein
Und ich werd ewig dein
In dem elichen stände.
Wie möcht uns pas gesein?!
Anno salutis 1568, am 17 tag JanuarL
Die anfangsbnchstaben der atrophen ergeben Maria
S88
sehons jnnckfraw-lob an leib nnd gmflet, zw
singen im vorigen thon.
Mach dich auf, hercz, nn und maete,
Hilff mir, die auserwelt
[bl. 201] 5 Lohen, die sart nnd gnete,
Die meim herczen gefeit,
Die dnegenthaft and schön,
Pis in der götter tron
Vfir all jnnckfraw auf erden
10 Mit hohem lob pekrön.
Ach got, schön wnnderpere
Ist sie geliedmasirt,
Drit adelich da-here,
16 Hofflich gschmüeckt nnd gezirt,
Mit frenntlichem angsicht,
Frolicher gstalt, roslicht,
Züchtiger weis und perde,
Idermon ir wol spricht.
so 3
RosBcn-rot ist ir munde
und ir kelen schneweis,
Ir präestlein weis und runde;
Ir snptil hent ich preis,
26 Ir praune euglein klar,
Ir golt-varb, langes har,
Ir leib gepersoniret
On alle mackel gar.
*
1 Im ftchtsehnton ipiiichbaehe, bl. 200' bis 201'. 2 Sieh t. 381.
384
[hl, 201']
Icli lob den Bchacz: ir tnegeat,
Ir scbam, zucht nnd kewscbeit
Ir holtseligen jiigent,
Ir sttLl und stetikeit,
Ir fninckheit, trew «od gäet»
Ir aufriclitig gemüet,
Ir guet sitteD, derauete
Durch-driagt mem lierz nud plnet.
10 ö
Ach, bei sie thitn auscbaweu
Bocacius, der poet,
Ztiii durchlewchtigen frawen
£r Bie g^eseczet bet.
16 Drin wer die eren-fest
Die scbönst und aller-pest,
Der ich hie dien auf erden;
Kain höberii scbacz ich westl
20 Wolt got, das ich mit eren
Alhie auf dieser erd
Mein leben solt verzeren
Pey der junckfrawen werd,
Der ich als güecz vertraw,
i& Auf ir schön dnegent paw.
Das sey zw lob geßongen
Dir, hollselige junckfraw.
Addo Balutia 1568» am 20 tag Januari.
Die anfangflbuchHtaben der ersten fünf atrophen, die in S besonder»
hervorgehoben sind, ergeben den uamen Maria. Die aecbate s^phe
hat Hana Sachs apHter mit der überachrift 6 und der Unterschrift anno
156B jar hinzugefügt, auch durch einen strich aüadrtickUch bezeiclmet^
wohin ttie als sechste atrophe gehört
885
Die reimen auf die 6 tuegent Bachi, des weingotes.
1
Wer zimlich drincket den schafif-wein,
Ist frolich, fridlich, met allein.
Wer des weins vil drinckt von dem leben,
Der daet zanck nnd hader anheben.
>L 202] 3
Wer sew-wein drincket gar zw ser,
10 Der grölczt nnd speyet dester mer.
Wer zw vil weins drinckt von dem äffen,
Der hat mit phantasey zn schaffen.
15 Wer Bachus sües raost drinckt zn vil,
Dreibt gar mancherley narren-spil.
Wer essel-wein drinckt nnpesind,
Wirt an Vernunft zu ainem kind.
20 Hon die materi kurz pegriffen.
1
Wer schaffwein drinckt,
In ain schlaff sinckt.
1 Im aehUeboten sprnchboohe, bl. 201' bi^ 202.
Haas SMhs. ZXm. 25
386
Lebn-wein macht zorn,
Dnet nnr romorn.
6 Sewwein zw ser,
Speit dester mer.
Affen-wein frey
Dreibt phantasey.
Der most Bachi
Macht nerrisch hy.
3
Esel-wein nnpsind
16 Macht zu aim kind.
Anno salutis 1568, am 26 tag Januari.
887
Reimen anf den grosen wilknmb.
Ich pin der gros galden wilkamb,
Erfrew der erling geste samb;
Doch welcher zw oft zw mir knmb,
6 Ad mir wil Sachen seinen mmb,
Dem mach ich den bamerlein-bnmb,
Stos in auf ebner erden amb.
Anno- 1568, am 24 FebruarL
^ -^^m Mhtsehoten ■pniobbaebe, bl. 204'.
25^
388
Lanczknecht mit dem keB, Reimen.
Dw alte dmet, lang ber den kes,
Das ich darmit halt ain gefres!
Wo nit, 80 raumb ich dir zw-mal
A In deinem haus dein hüner-stal,
Dreib dir dein köe tind sew dahin,
Weil ich deins pfaffen erbfeint pin.
Die pewriD reicht im den keSy sprielit:
Nem hin den kes und fres dich vol ;
10 Dw innst den kes noch deyen wol.
Das dich der frerer und francsiosen
[bL 212^] Mfl essen dich des jars noch anstosaen,
Weil dw peranbst die armen lewt
Mit deiner halb-diebiächen peat.
15 Ber haabtmon auf dem roa spricht:
Drabant, lauff eilent in die schancz,
Ob das ^schüecz sey geladen gancs,
Und sprich, das sie das zünden on
Und lassens auf den thurn abgonl
»n Und pald wir den den thtiren föllen
Den wir ein nturm anlangen wallen,
Und wen wir den die »tat erobern,
WöU wir ein guete pewt erkobern.
Ber lancskneclit auf der Btelczen:
2ß Fricz Stelczen-nian pin icfi genant:
Im payrischeo krig fnr Wasserburg kam,
t Till ifechUehnton fipmohbaohe , bl. 212 bin 314. Bill
regiMer fUbrt tif so »u : »ReiLuen auf 12 Unoffkneohl dem pri«
389
Da mir ein schenckel wart abgschosseD.
Nun mos ich auf der stelczen hossen
Und hab ein hnnd, kan danczn and springen,
So lest mein mecz ir leyren klingen,
6 Darfan ich nnn mein narang hon,
Ich mfiest vnrwar snnst petein gon.
Die meos antwort:
Ey, lieber Fricz, sey gueter ding!
In die leyren ich hofflich sing
10 Und kan auch machen ainen dancz
und aach den welschen virlefancz.
Partei Oartner, ain haoken-gchftees :
Ich pin ain hacken-schtiecz gar frey,
Hab doch icz weder pulffer noch pley,
16 Hab das alles vor Rom verschossen.
Des die Papisten weng genossen,
^^^3 Der wir erlegten ain grose snm,
unser kamen anch etlich am.
Idoch prachten wir deutsch krigslewt
^ Wider von Rom ain grose pewt,
Doch unser vil an der preun starben,
Also mit leib und gaet verdarben.
Lorenes 8chlag-in-hanffen spricht:
Ich trag ein schlacht-schwert hoch-geacbt.
'iö Zw Regnspnrg in der Peham-schlacht
Rieht ich manchen Peham zu grund,
Wie-wol ich auch wart heftig wund
Mit einr kugel in meinem leib.
Doch ich noch ein kriegs-gorgel pleib.
80 Jörg Sohencky pfening-maister :
Zw pfening-maister wart ich pestelt,
Von den reichstetten auserwelt
Dem ganczen hellen hauffen gros.
Die ich zu Schwarczen-purg vor dem schlos
86 Wil zallen mit gueten ducaten
24 s
^'
390
Und ganczen dalero wol perattea,
Das sie wider zvl prasseü haben,
Die lanczkneclit sambt den rewters-knabea*
Der lang mftnioli:
Vor jaren ich ain münich was,
In dem kloster ich saug und las,
Do ich aber die druniel hert schallen.
Da det ich ans dem closter falien
Und iiam ein sehlacht-schwert in die haut
Und lialff retten mein vaterlanL
Von dem Düercken, plutigen hnnd:
In der »tat Wien im wider-stnnd.
[bU 213'] Fetter FttoliBwild spricht:
Peter Fnclis-wild pin ich genant
ih Ich pin gar unferzagter hant,
Mach mich ?il wilder den ich pin.
Pald einer lleacht, so jag ich in,
8tet er, so ste ich gegen im,
Sich aawer, red im zn mit grim,
20 Mein palgen get mit fluchen ans,
Halt anf dem spilplacz manchen straws.
Der Soharhans spriclit:
kh hieb mit jueiner lielen-p arten
Manclieoi lanczknecbt gar lange scharten
ax* Durch kopfl\ angsicht» prust, lent und schwär
Auf dem spilplacz mit wurflel nnd karten,
Nam auch der-gleichen pfenbert tron
Vil manche schrämen, die ich hon,
Pracht auch darfuu ein lame haut,
30 Die pring ich mit mir heim zn laut.
Elas Wintergrün:
Sun Haincz, trag uns zw üüner und gens,
So essen wir darfon wo-sensJ
Doch hüei dich vor den pewerin,
3ü Die den dioslern geferlich sin,
^3 jichwor loab&r.
391
Der 81U Haines antwort:
0 vater, ich ghrat gleich nach dir;
Stelen nnd rauben liebet mir;
Wan ich thw mir haimlich gedencken,
6 Umb die gens thw man mich nit hencken.
Sberlein Zeeher mit dem pecher:
Ich pin genent Eberlein Zecher,
Unter den knechten gar ein frecher,
Der deglich palget mit dem wein,
L. 214] 10 Tag and die nacht müs ich vol sein.
Dammb wechst mein wampen so gros.
Da man gwon Hohen-kreen, das schlos,
Wnrt diser pecher mir zu pewt.
Der mich noch hewt des tags erfrewt.
16 Jeekel-Varr.
Ich hais Jeckel der hoffiiarr,
Pey grosen herren ich verharr,
Da hab ich ainen freyen disch :
Guet wein, wilpret, fogel nnd fisch,
so Den mach ich ains auf der sackpfewffen
Und kan mit falscher zangen schlewffen,
Henchel der herschaft, wo ich kon,
Den pin ich gleich ir gockel-mon.
i^6§e 12 lanczknecht-sprüch macht ich anno salutis 1568, am 7 tag Juli.
392
Ain puelied:
Des pnelera absohaideii mit 8 p Höhst abeiu
Glüeck, dw pist sinbel runde
In der lieb anefang,
b ErfrewBt des herzen gründe.
Festest aber nit lang.
Dein flüegel schwingst,
Wanckel abschlingst,
Vü sorg und schmerzen pringst.
Ich hab erstlich entpfanden
Wol dein holtselikeit,
Lieb ward zu ainer wunden
Meim herzen kurczer zeit,
Pald ich dich, glueck,
Se wanckel flueck
Durch dein heinische düeck.
[bl. 214'] Erst wart ich ungemnete,
w Weil ich mercket und sach
Ringen die zart und guete
Auch ander liebe nach.
Da merckt ich on
Mich ausgethon:
26 Des wil ich auch darfon.
*
1 Im aobUehnten spruohbucho, bl. 214 bis 214'.
898
4
In Bo senendem leiden
Nem ich orlob allein,
Nach dem auch abzuscheiden
5 Von der herczliebsten mein.
Hercz, mnet and sin
Trauret darin.
Gesegn dich got! ich far dahin.
Anno 1568, am 9 tag Juli,
anfangsbuchstaben der stellen ergeben den namen Geilerin.
394
Ein pnelied:
Des herczen dag, antwort and drost.
Der liebhaber.
Wach auf, mein senent hercze,
6 Sey fi'olich wol-gemnet!
Jag ans nnmnet und schmercze,
Die-weil die zart und gnet
Lieberin, die dw hast aaserweit,
So trewlich ob dir helt.
10 Das beroa.
In lieb lig ich hart-wande,
Aber die schön and zart
Doch mit herczen noch munde
Ist sie mir streng und hart:
16 Der lieb mir keinen droste geit
Mit ir holtselikeit.
Der liebhaber.
Da schont die edel fruchte
[bl. 215] Ir junckfrewlichen er
20 Durch schäm und kewscher zuechte,
Das sie der nit verser,
Fein stiller, tugentlicher art
Ir lieb nit offenbart.
Das lieroz.
2fi Derhalb ist mir peschweret
Mein hercze und gemüet,
Weil ich plieb ungeweret
♦
1 Im aohtzehnten spruohbuohe, bl. 214' bis 215'.
895
Von ir miltreichen güet,
Pegert idoch von ir nit mer,
Den lieb in zuecht and er.
Der liebhaber.
6 Mein hercz, thw drostlicli hoffen,
Ir lieb nnd frenntlikeit,
Ir trewes hercz wirt offen
Und dich in knrczer zeit
Gewem deiner erlichen pit
10 Und gar abschlagen nit.
Das lieros.
0, wen mich den geweret
Die schön und adelich
Ir lieb, wie ich pegeret,
15 Mit frewden wuniclich,
Den wuerd mir meines herczen grund
Frewdreich, frisch und gesund.
[bl. 215'J Wer sie gewest pey leben.
Da künig Paris solt
20 Der aller-schönsten geben
Den apfel, dar von golt,
So het in gwis mein kaiserin,
Der diener ich nun pin.
Erst wirt mein lieb sich meren
25 In trew und stetikeit,
Die nymant sol nmkeren
Durch-aus meins lebens zeit.
Mit lob, er, danck ich nun pekrön
Die zuechtig, zart und schön.
80 Anno salutis 1568, am 11 tag Juli.
30 Sohoo am 10 Jali hatte H. Sachs die ersten üechs Strophen gedichtet
lie mit dem datnm abgeschlossen: Anno salutis 1568 am 10 tag . , . .
396
Die reimen anf die zwo gülden schalen.
Cornelius Gorczen allain
Arnold Gorczen, dem prneder sein,
Det die zirlichen schalen schencken,
5 Im aller-pesten sein gedencken.
Auf die ander solialen.
Sambt Sibilla Mayerin zw freontlikeit,
Der prawt, auf ir erlich hochzeit,
Die im acht-und-sechzigsten jar
10 Am 20 Juni gehalten war.
Anno salutis 1568, am 10 tag AngnstL
1 Im achtsehnteo spruohbuohe, bl. 215'.
897
imen zu der gemalten histori ün Peter Feiten
pehawssuDg.
Paolos Emilios mit nom,
Der dorchlewchtig porger zo Rom,
6 Füer golt lipt im konst, sittn ond thoegent,
Zoeg wo] sein kinder in ir joegent.
Als er zw haoptmon wart gemacht,
Gwan in Hispania zwo schlacht,
Schloeg der feint dreissig-daosent mon,
10 Zway-hondert-ond-fünffisg stet gewon.
Nach dem gesieget aoch mit eer
Küng Perseom ond seinem heer,
Mit ser herling triombff heim-kam,
• 216] Gros schecz zo pewt pracht der stat Rom,
16 Wart doch seins glüecks halb hart gemieden,
£ntlich dorch schwer kranckheit verschieden.
Dromb sol wir an f walzen t glüeck nit pawen.
Sonder allein aof got vertrawen.
Anno salutis 1568, am 11 tag Augosti.
1 Im MhtzehDt«D sprachbaehe, bl. 215' bin 216. Im ref^ntpr: »lUimen
^*ter Feitx pebauAung tum gemel.« 14 S aeoE.
398
Biedersten 22 piiclistaben
Des herrcQ iiamen jnneii^liabeu.
Bey gierten lewten ich geren won,
All gnete künsr. sie zaigen on,
6 Recht reden «nd aufrichtig leben,
Trew, warhaftif? iintericht geben.
Ob ich gleich schwach pin an dem leib.
Löblich ist ein trew, frnmea weib;
Ob ich der gleich icz in an gel hab,
10 Mein trost stet auf der gsiintheit gab,
Klicb w^lt ich als-pahl den wern
Und nein darmit ent vil peschwern
So gt^checb da allain, was got wil
Recht wais dtr mitel, eiit nnd zil.
\b Entlich aecz ich mein liercz und grauet
In sein aluiechtig trew und güet,
Seit all ding stent in seiner band,
Neben im ist ennst kein haylaud.
Er gibt miltreich, wer im vertrawt,
20 Zeitlich auf in hoffet und pawt,
Küenlicli auf got verla« ich mich
Hie zeitlich und dort ewiclich,
[bL 219] Er wird mir nach dem zeitling leben
Reichlich ein ewig seligü geben,
M Anno ealütiB 1568. am 16 tag Septembrifi,
Die 22 anfiingsbuchstaben ergeben den namen:
Bartolc»meuB HeiBneokher.
lui Acbttehoteii aprucbbucbe, bl. 2ld' bis 219. Reg*: R«tl
899
-Äin lobspruech der stat Franckfart.
Franckfnrt, die alt herlich reichstat,
Alhie ir contrafactnr hat
Sambt Sachsenhansen, dis stetlein klain,
6 Darzwischen hinlaufet der Main.
Dameber ain staine pmecken get,
Die zw-sam flieget die zwo stet,
Die paid der ainig rat versieht
Mit regiment, recht und gericht.
10 Wie-wol im anfang diese stat
Helenopolis den namen hat,
Pis die Francken haben pewant,
Ist sie Franckfart worden genant.
Die stat hat drefflich zw-gennmen
16 Mit handlnng, gwerben und reichtnmen,
Die mit kaiserlicher freiheit
Pegabet ist vor langer zeit,
Das man helt zwaymal jarmes dar:
Die erst zu mitfasten all jar,
ao Die ander im herbst; die paidsand
Werden pesucht durch gancz Deutschland,
Engeland und Ytalia,
Poland, Holand und Gallia,
Von kramem, hendlern und kauffhern
86 Auf schiffen, wegen, schlittn und kerm.
Wirt da-hin pracht allerley war,
Die man den find mit hauffen dar:
Als arlas, wüerset und satin.
l *• 219'] Zendel, atlas und ormasin,
30 Samut, seiden und dafand,
Schamlot und guet wüelen gewand,
*
1 In MbtMhoUn ipniehbuehe, bl. 21 tt bis 220'.
^^^^^^^HN^^^ ^^^^H
^^^^^^^^K Lündigch, lirmcb^ mechliscb, samet; ^^|
^^^^^^^^^H Wüercz und allerley war, Teretet! ^^H
^^^^^^^^H Aach von pfenwerten, künstlich acharfT, V
^^^^^^^V Fint man da fall, was man pedarff* ^^M
^^^^^m ^ ^^ is^ ^^^ ^^^ ^^^ kanfflewt hanffea ^^M
^^^^^H Ein Btecben, kaw^en und yerkawffen. ^^
^^^^^H Ein rechen^ zaleiK schreibn und porgen 1
^^^^^^H Drey da^, die nacht oft pis an morgen, 1
^^^^^^H Ein laufen, ^eu, sehlanffen und faren, ^^1
^^^^^H 10 Da ider sein war thuet pewaren ^^M
^^^^^M ^^^ einschlagen, eiupackn, aufladen, 1
^^^^^B Doch als der stat Franckfurt an schaden, 1
^^^^^H Welche helt trewiich wacli und huet J
^^^^^H Tag nnde nacht ob der gest gnet, ^^H
^^^^^H \b Pipinus, kaiser Carols vater, ^^H
^^^^^H Des großen, der cHstlich wolUter, ^^M
I^^^^^B Äin herling thempel in der ßtat ^^B
^^^^^H Erpawen und gestiftet hat ^^B
^^^^^H Zw er dem hei Im achenden hailand, ^^^
^^^^^B M iBt icz sant liarteinies genand. ^^|
^^^^H Nach dem auch Carolns Mangnus, ^^M
^^^^H Sein snn, hat gstift mit nberflus ^^M
^^^^H Darzw vil glieter tind zehenden ^^M
^^^^H Hernach dem stift ans milden lienden. ^^|
^^^^H 2ft ^^H
^^^^^H Ein concilium wart ghalten dar ^^M
^^^^H Von kai^er Carolo Mangno, ^^M
^^^^^H Darinnen wurt Y.ert[iammet do ^^|
^^^^B Felicianns keczerey, ^^M
^^^^B so CrJsti gotheit verleugnet frey. ^^M
^^^ Kaiser Carol der drit auch hat ^^M
H [bL 220] Gros lieb und gunst zw dieser stat. ^^H
H Von im wart pegabet dis-mal, ^^M
H Das man dariu solt tbun die wal: ^^M
H B& Die siben cnrturstu soltn erweln ^^M
H Ain kaisser, wie die bnel dnt erzein, ^^M
H Da Ärnolifns der kaiser wnert ^^H
H Der erstmals erweit zu Franckfart, ^^H
H US Die fle ^^H
401
Als man zelet 800 jar
Und 91 jar vOrwar,
Hernach der kaiser manigfeltig.
Wo aber die wal wart zwispeltig,
b So legt sich der ain dail zn feld,
Gerüest mit aim her nnd gezeld,
Füer Franckftirt anderhalb monat
Und dee widerpartz gewart hat,
Ob der kem, in dannen zu schlagen.
10 Kam er aber nit in diesen dagen,
So lies man den nein in die stat,
Der den die krön erlanget hat,
Wie sich das pegab zn der zeit.
Aach hat stat Franckfart die fireyheit,
16 Das noch da zn hewtigen dagen
Die maister des schwercz werden gschlagen:
In der herbst-mes examinirt,
Von den maistem des schwercz probirt;
Kan er der konst den rechten kem
20 Mit hant and aach mit mond pewem,
Als-den man in za maister schlecht,
Sant Marxen prnederschaft entpfecht
Nach dem mag er aach fechtschael halten
Und schtteler lern, jung and die alten,
S6 In allen riterlichen wern
^^'j Im gancz romischen reich mit ern.
Kaiser Maximilianas hat
Das camer-ghricht in dieser stat
1495 jar
so Erstlich angefangen värwar.
Im 46 nnd fünffzehandert
Hat Franckfart sich wider aasgesnndert
Von dem protestirenden pond,
Sich mit dem kaiser vertragen knnd.
86 1552 jar
Stat Franckfart hart pelegert war
Von herczog Moricz, dem curforsten
Von Sachsen, den nach krieg was düersten,
Und aach von margraffen Albrecht
4 8 war. 24 8 jung joog.
»witeelM. XXIII.
402
Von Brannenbarg on füeg und recht.
Die 8tÄt det dapfer gegen-wer
Mit gschüecz der feinde grosem beer»
Etlich hem und adel erleget.
Darfan der feint heer wart peweget,
Herczog Moricz darfor abzoch,
Die 8tat plieb nngewnnnen doch;
Nach wenig dagen sich pegab,
Das margraff Albrecbt auch zag ab
Mit grosem schaden paider dail.
Got der wol geben glüeck und hail:
Franckfnrt, die stat, hüet and pewaohs
Vor alm anfal, wünscht ir Hans Sachs.
Anno salutia 1568, am tag Michaelis
120
1 S Brannenburd.
403
Das epidaphinm Endres Thaercke.
Im Wasser nam ich schaden eben.
Doch hat mir got durch Cristnm gehen
Füer das zeitlich ain ewigs leben,
5 Wir drin in wnn und frewden schweben,
Got ewig lob nnd preisse geben.
Anno salntis 1568, am 5 tag Octobris.
aahtMhoUii ipniehbiiehe, bl. 320' bis 881.
404
Ain schon lied ainer thnegenthaften schönen jnnck
frawen mit irem namen der 9 puchsUbeii.
Mein hercz hat anserwelet
Ain herzenliebes lieb
6 Und sich zw im geseiet,
Der ich mich gar ergieb,
In znechten, trew nnd eren
Mich ir ewig verschrieb.
10 Ach, wer ich gwest im leben
Zw künig Paris zeit,
Da er solt übergeben
Den gnelden apfel weit
Ainer der drey gottine
15 Zw groser wirdikeit! —
Gwaltig reich Jnno wäre,
Die gottin, irer zeit,
Minerva sinreich clare,
Ain gottin der Weisheit,
Venus, die gottin schöne
Der lieb holtselikeit —
Doch het ich warhaft geben
[bl. 221'] 26 Den guelden apfel dir
Füer die drey gottin eben,
Herczlieb, glaub sicher mir!
•
1 Im achtsehnten spruohbuohe, bl. 221 bis 222. 2 S patUb«n.
405
Weil dw hast nberflaessig
Der drey götUn schmuck nnd zir.
6
Als Juno gwalt, reichtume,
5 Der gottin, herlich war,
Doch gieb ich dir den nieme;
Reicher pist, herczlieb, gar,
Vol gneter sitten, tuegent.
Machen dein namen dar.
10 6
Loblich Minerva weisse,
Durch sinreiche Weisheit,
Hastw auch nun und preisse
Pey deines lebens zeit
16 Für alle ander junckfrawen
In kunst-verstendikeit.
7
Erdig, schön und holtselig
Venus, die gottin, was,
90 Menschen, gotem gefeiig.
Doch gfelt meim herzen pas
Dein zuecht, schäm nnd geperde,
Die dich zirt nbermas.
8
26 Noch deiner zarten jngent
Hast aller schecze snm,
Gueter sitten und dnegent.
Des hastw eer und mm,
Drum hab ich dich erwelet
[bi. 222] 80 Füer all schecz und reichtnm.
9
Ach, dw holtseligs pilde
Mit engelischer schön,
Gancz erenreich und milde,
S6 Dort in der götter trön
Füer die drey höchstn gottine
Ich dich mit lob pekrön.
Anno BalntU 1568, am 10 tag Octobris.
Die neun bnchstaben beißen Magdalena.
407
Auch rosen-rot ir munde
Und ir kelen schneweis,
Ir prüesUein weis und runde,
6 Ir suptil hend ich preis,
Ir praune lichte euglein dar,
Ir goltgelb langes har.
6
Löblich der schacz ir dngent,
10 Ir schäm, zuoht und kefischeit
Ir holtseligen jngent,
Ir Stil und stetikeit,
Ir frunckheit, drew und milte güet,
Ir aufrichtig gemüet.
£rber von stam und gschlechte,
Oancz adelicher art,
Erenfest und aufrechte,
So ist die schön und zart
30 Herkumen aller eren wert.
Welcher mein hercz pegert.
8
Nun die adeliche schöne,
[bl. 223] Sinreich, vtirsichtig, weis,
S6 Mit eren ich pekröne
Mit lob, mmb, wird und preis,
Für all junckfrawen lobeswert,
So icz leben auf erd.
9
so Auch ist ir nam erhaben
Von mir in dem lobgsanck
Der ersten neun pachstaben,
Das ich ir macht zu danck.
Wil nun durch das gancz leben mein
86 Ir stetter diener sein.
Anno salutis 1568, am 13 tag Octobris.
Die ersten nenn buchstaben heißen Magdalena.
408
fieimen in die drey magelen, den kindern yon
irer aofrawen.
Die drinckschir mir, Nidas Miller,
Kam yon meinr lieben anftraw her,
6 Ir zn dencken mit lob nnd eer.
Der ander euu
Das drinckschir mir, Märten Miller,
Kam von meinr lieben anfraw her,
Darnmb ich ir sag lob nnd eer.
10 Das dSehterlein.
Mir, Anna Millerin, das magolein
Kam von der lieben anfraw mein.
Im pesten ir zn dencken sein.
Anno 1568, am 22 tag Octobris.
*
1 Im achlEehnten sprachbuohe, bl. 228.
409
Beimen auf die 3 hirsen-lewchter. Ret der got
Abolo, der mit aim pogen darauf stet
[bl. 223'] Diese 3 güelden hirechen
Schos ich im wald mit pirschen
b Und hing sie auf dis-mal,
Zw erlenchten mein sal.
Und wer mich dammb pit,
So lelch ich ims doch nit,
Lest er nit ab mit eil,
10 Schews ich in mit dem pfeil.
Anno 1568, am tag Simon und Jude.
1 Im aeht»ahnUn ipniohbaoho, bl. 223 bis 223'. T birMO. UrtprUng-
M baito Hanf Saebi leben gMebrieben, dM lit aber, freilich andeatlich ge-
lodert: ansUit def 1 loll rielleiebt b, anstatt des iweiten e ein s gelesen
verdsa. Damaeb wlre et niebt in ktthn, birsen in yermaten; denn Hans Sachs
'^ M bei andeatangen bewenden, wenn in ändern war, gleichsam als wenn
^ Daebbessemde band, die ja die initialen sohtfn ausmalen sollte, aach auf
*i>loh« stellen ihre kunst rerwenden wttrde.
410
Ain clag der harnisch-kamer.
Ich, wolgerüeste harnisch-kamer,
Clage mein heimlich not und jamer,
Das mich peschawn vil lewt gemein,
6 Der doch kainer nichs tregt herein,
Sander pegert nur naas zw dragen,
Was im gefeit. Das ist zu clagen,
Das menschlich hercz, sin nnde muet
So dtieckisch pegert frembdes gnet.
10 Anno salutis 1568, am 80 tag Octobrig.
«
Im aohtiehntoD spraohbachc, bl. 223'.
411
Der kanfher mit dem pallen-pinder.
Mein pallenpinder, kumb mit mir,
Guet arbeit wil ich schaffen dir,
Das dw mir einschlagest zw gfallen
6 In fesser und einpindest pallen
Mancherley war, gros onde iclain,
Aof die mes gen Franckfort am Main,
^K 224] Anf das sie nab knmb rechter zeit.
Darnmb man dir guet lonnng geit.
10 Der pallenpinder antwort:
Kanffher, ich pin willig pereit,
Wer mich umb solich hilff anschreit.
Gar kainen fleis und müe ich spar,
Das eim anschadhaft pleib sein war
15 Auf wasser, land, pis man sie pring
Anf mess und mercke aller ding:
Wen man öffnet fesser nnd pallen,
Das man drob hab ain wolgefallen.
Anno Balatis 1568, am 18 tag Noyembris.
XiD aehttabnien spnwbbaehe, bl. 223' bis 224.
l
412
Ein lobspniech der reichstat Nörlingen in Schwal
Nörlingi die alt reiclistat genant,
In Recia, dem Schwaben-lant,
Ein weitpekant volckreiche stat
b Die irn Ursprung und anfang hat
Von Clawdio Tiberio Nero,
Dem driten kaiser, welcher aldo
Anf dem pirg sein winter-veltlager het,
Weil er noch war ein hanptinon, verstet!
10 Zwainczig jar vor Cristi gepnrt.
Dabin diese stat gepawen wnrt.
Welche alt-romische reichstat
Vil gros anfals erstanden bat,
Wie man den spricht : Wolfart und glüeck
15 Mnes dulden vil neydi scher düeck.
Änfencklich nam sie anf mit gnnst,
[bl. 224'] Verdarb doch gar in ainer prnnst.
Nach dem wart sie pawt abermal
Vom perg hernnter in das thal
sü Au Eger-flnes. Als man xelen war
Zwelff-hnndert-acht-undreyssig jar,
Verprant die stat gancz widernm.
Doch den kaiser Fridericum,
Den andern, durch des hilff und rat
85 Wurt wider erpawt Nörling, die stat»
Nam wider zw an volckes-meng.
Doch war die stat zu klain und eng.
Da wurt erweitert diese stat,
Doch wider miancherley unrat.
so Die purgerschaft wider abnnmb
An ir hantirung und reichtumb;
Wan auch vil Juden daiin sassen,
*
1 im «obtx« holen tprucb buche, bl. 324 bU 335'.
413
Die die pnrgenchaft mit wnechr fräsen.
Der-halb 1290 jar
Ein anflauff wider die Juden war
Zw nacht, und ee es frw wart tagen,
6 Warn etlich hundert Jndn erschlagen.
Kaiser Bndoiff straft die stat hart,
Doch kaiser Karl ir firenntlich wart.
1440 jar
Graf Hans von ötting neydiger art
10 Mit gelt ir dorhfieter pestach,
Die öffheten die Stator darnach
Drey necht dem graffen an der stat.
Das doch verkundschaft ward aim rat.
Der onter-kam die falsch mort-rot
16 Und schlagn die vereter zw dot.
. 225] Doch pald aber zway jar hernach
Anshelm von Eyberg, gpimer räch,
Wolt mit siebn-handert rewters-knaben
Die stat aach aberfallen haben
20 Aaf der kaiser-wissen, als man
Wolt omb den Scharlach rennen tbon.
Wie den all mess ist der stat praach.
Des wart ein rat gewarnet aach,
Der aach das morstüeck anter-kam,
26 Das der feint wider abzaeg mit schäm.
1448 jar.
Als der stet-krieg im Deatschlant war,
Vil parger za Nörling wurden krigslewt,
Raisten aus nach gewin und pewt,
80 Kriegten pein fursten neid und has.
Herzog Jörg von Pairen auf-was,
Pelegert die stat Nörling hart,
Die sich doch werten dapfer art,
Pescbedigt wart ir gwerb und handel,
86 Das nymant het hinen wandel,
Pis pischoff von Aystet machet frid,
Das herczog Jörg wider abschied.
Fünffizehundert siebenze jar
Zw Nörling ein gros ungwiter war
^ bu 8. 414, 4 sind aaf s. 225' von Hans Sachs nachgetragen.
414
Von Sturmwinden und gros erpieden.
Warf die kircb auf die erden nider,
Vi] heiiser in der stat nnd auf lant,
Auch vil pautngarten luaclit zn schanL
1525 jar
Darnach der pawren-krieg auch war,
Worden za Nörling in der etat
Etlich pnrger wider ain rat
Anfraerig und am rat abseczien.
10 Die kaiserlichen punds-ret zuleczten
Erfueren ains erbern rats nnscbneld,
Da wurn geriebt mit ungedneld
[bl. 225'] Die aufrüerer, ain dail verjagt.
Nach dem die stat wart hart geplagt
ift In dem seh m alkalisch krieg fortan :
Hingen doch der thail-kamer oii,
Mit raub^ schaczung, mort nnd prant
An schneid mit thiraniscber bant,
Das die stat darin schaden nam^
ao Zway-mal'bnndert-dansent gnlden kam,
Aach etlich dauseni menseben stnrben,
An leib nnd gnet elent verdürben.
Den gebe got das ewig leben,
Wöl auch der reicbstat Nörling geben,
i Das sie aufnem, griien, plüe und wachs
An er nnd guet. Wünscht ir Hans Sachs«
Anno aalutis 1568, am 20 tag Novembris,
06 reim.
18 t lehiiflld i^ ioboeL
25 S mir «iirnflCQ.
415
Ain anfang aines puelers lied.
Venus, göttin der liebe-tröne,
Cnpido ans dem sal,
Wecke mir auf die adelich und schöne
Mit der lieb süesen stral,
Das ir in lieb auch prinne
Gen mir hercz, muet und sinne
In lieb ffier ander all,
Das mir ir hercz auch werd offen
In holtseliger lieb,
Wie ich ir das trawe und pin hoffen,
Weil ich mich ir ergieb.
Wan ich peger nit mere,
Den in züchten und ere,
Das ich ir diner plieb.
Drauff wart ich mit senendem schmercze,
Dw, mein holtseligs M,
80 Das dw öffnest dein freuntlichs hercze,
Zw dienen mich aufnem:
Die-weil ich leb auf erden,
Mocht ich nit froer werden,
Mein hercz zu rwe kern.
96 Anno salutis 1568, am 24 tag Novembris.
«
aehtiehnten spraehbuche, bl. 226' bis 226.
416
Ain schön lied aines geseien mit ainer jnnck-
frawen der lieb in franczosischer weis.
Der gttel fttoht an:
Venas, gotün
6 Der lieb, darin ich prin,
Umb hilff ich schrey
Zu dir, und ste pey!
Schick ab zn thal
Mit seiner liebe stral
10 Capidinem,
Das er mein herczigs M
Haimlichen schies,
Das sie ir hercz anf-schlies
In lieb gen mir,
16 Wie mein hercz ste gen ir,
In lieb an rne,
Das ir lieb mir sag zw,
Ee ich verzagen thw.
Die jonokfiraw antwort:
[bl. 226'] 20 Mein hercz ist wund
Worden pis anf den grnnd
Von Capido
Mit der lieb stral also.
Ach, das ich west
26 Sein lieb und drew so fest.
Wie er anzaigt,
So wer ich im genaigt.
1 Im achtiehnten spraobbuohe, bl. 226 bis 227. 7 ? und. 8 amb.
417
Oar oft feit weit
Der liebe Sicherheit,
Pringt auch anf ert
Oar inanclierley gefert
6 An ZQcht und eer
Drumb dicb, gesel, abker!
Ich gieb kein antwort mer.
Der getel antwort:
Ach, herczigs hercz,
10 Mer nicht meinr liebe scbmercz,
Die ich dir trag!
Nit frölich werden mag,
Pia dw, mein M,
Mich dir lest sein angnem:
1» In deinem dinst
Mich drew nnd stet dw finst
Dnimb mir vertraw,
Auserwelte junckfraw,
Mein cleglich pit
90 Und zweifei an mir nit,
Las mich allein
Dein drewen diner sein
In steter liebe dein!
Bio jnnokfiraw antwort:
25 Die freantling wort
Der lieb an manchem ort
Oft feletz weit,
Manch nnrat sich pegeit,
Aach mich peschwert,
so Lieb pringet vil gefert,
Lieb im anfang
Verbalst vil wort nit lang.
Leicht mancher helt
Nach fremder liebe stelt,
86 Sein lieb erkalt
XXIII. 27
^ 418 ^^^^^H
■ Und zewcht ab manig^falt. ^^^^^H
■ Drnmb ich das epil ^^^^1
H Mit dir nit wagen wil, ^^^H
H Weil lieb pringt anglüecks vil. ^H
V 6 Der gml apriokt: ^^H
K Was zeichstw mich? ^^M
V Ich hab erwelet dich ^H
H Vür all auf erd, ^H
H Mein hercz deinr lieb pegerd, ^H
10 Das ich möcht dein ^H
Stet drewer diner sein. ^H
Schlechst dw inirs ab, ^H
Kein drost anf erd ich h&b. ^H
^^^^[bl
227] We mir der not! ^M
i& Lieber wer mir der dot, ^H
Den das ich leb, ^H
In scbmercz und unmnet leb. ^H
Darumb so went ^^M
Dein frenntlichs hercz pelient, ^H
90 Drdst mich in dem elenti ^H
Bie jimokfraw spriobt : ^^M
Erst hat mit kraft ^H
Dein cleglich pit pehaft, ^H
Das auf dein clag ^H
1» Ich dir mein lieb 7Jt>8ag. ^H
Noch gar nit mer, ^H
Den in trew, zucht und er, ^H
Magstw fort sein ^H
Ein steter diner mein, ^H
Bo Aber mich las ^H
Dein ainigs lieb sein viirpas. ^H
Der-gleich wil icli ^H
Ainig lie1> haben dich ^H
Zu aller zeit ^H
419
In lieb-holtselikeit.
Weil got min leben geit
Sr pefeUowtt:
Erst hat ein ent
5 Mein hartsel und elent
Auf dein znsag.
An sorg ich nnn anschlag,
Mich dir ergieb
In herzen-drewer lieb,
10 In znecht nnd er,
Hab auch pegert nit mer.
Den deiner güet
Frenntlichs herz und gemüet
Hat tnegentlich
1» In warer lieb ombfangen mich.
Nun Boltw sein
Mein hercz-lieb allein,
Weil wert das leben mein.
Anno salntis 1568, am 26 tag NoTembris.
«0 N. I. R. E. H. C. S. T. E. L.
ie Anfangsbuchstaben der Stollen und abgesänge in den antworten
BT jangfraw ergeben den namen Magdalena. Sie sind von Hans
Sachs besonders hervorgehoben.
118 gegort Sieh Nürnberger feiUehrift, heraasgegeben von A. L. Stiefel.
nwnbwg 1894. n. 308. 19 8 62. 20 Umgekehrt liei« Letseherin.
27'
420
Ain schön junckfraw-lob in franczosischer melodey
mit 9 pachstaben.
Mit lob pekrön
Ich die aberzart schön,
ft Weil sie auf erd
Ist alles lobes werd.
[bl. 227'] Auch ist die mild
Gancz holtselig gepild,
Geschmückt und zirt,
10 Gancz artlich glidmasirt.
Get aufgericht,
Mit freuntlichem angsicht,
Wer sie sieht an,
Ir nicht urloben kon.
15 Mit hochem fleis
Ich ir schon lob und preis,
Yrs gleichen ich nit weis.
2
Dar-zw die werd
20 Ist hofflicher geperd
Mit wort und dat,
Guet Sitten an ir hat.
Aufrichtig alle zeit,
Sinreicher gschicklikeit,
1 Im achtcehDien spruohbuohe, bl. 227 bis 228. Gedniokt in Herteh
Programm. Zwickan 1854. 8. 35 bis 36.
421
Nach irem stant,
Drit her in 8ch5m gewant.
Lieblich nnd stil,
Einzogen, ret nit vi],
Liebt znecht and er.
Derhalb preis ich auch mer
Die schön und zart,
Die lebet alle fart
Gancz thnegentreicher art.
Erlich ir jngent,
Ein schacz der edlen togent,
Sie ist anch worn
Von gnetem stam geporn.
[bl. 228] 16 Noch lebt die gnet
In ghorsam nnd demnet,
Fnersichtig, weis,
Znechtig, schamhaft nnd fleis.
Anch im gemüet
so Erber in trew nnd güet
In irer lieb.
Dmmb ich das lob ir gieb
Vor allen gar,
Wünsch ir von herczen dar
26 Ein glüeckseliges newes jar.
Anno salutis 1568, am 8 tag Decembris.
)ie anfangsbuchstaben der stellen und der abgesänge, die S hervor-
treten läßt, ergeben den namen Magdalena.
422
Reimen anf die credencz-messer des carfflrsten
van Sachsen.
Got seczt all obrikeit,
Das sie halt in der zeit
6 Den framen trewen schaecz
Und straff der possen traecz.
1568, 9 Dezember.
»
1 lu Bchtsehnteo spraohbuohe, bl. SS8. 7 S läßt das datam weg.
428
ßeimen auf das trincksehir der 2 stransen-ayer.
Das ay leget ein straws.
Wers in eim drnnck lert ans,
Den lobt der her im haws.
6 Anf das ander ay.
In das weis strans-ey schencket ein
Den saessen, roten, welschen wein
und lat nns alle frolich sein!
Anno salotis 1568, am 9 tag Decembris.
I Im •ebtiehnten spraehbaohe, bl. SS8.
424
Hochzeit-reimen.
Der preatkam haist Gasimiras, die praadt Eiisabedi, p
namen yerseczet.
Cancz herczicklich frolocke ich,
6 E, dw mein schacz, die-weil ich dich
Sicher erkenn, dein lieb and trew.
Lieb, ich mich der von herzen frew.
Mich liebst von herczen, wie ich dich:
Sa pleibt unser lieb ewiclich
10 Rüselig in onsrem estant.
Beth, das geb got unser haylant.
Anno salutifl 1568, am 19 tag Decembtis.
m
1 Im aohtsehnten spraohbaohe, bl. 228'. 4 beriosioklioh.
425
Gattes Schöpfung aller creatnr im anfang, auch
anser eitern Adam nnd Eva schweren fal und austreibung
aas dem paradeis.
Im aDfang got der herr peschneff
6 Durch seins almechting wortes rneff
Himel nnd erden nnd das mer,
Das firmament nnd himels-heer,
Snn, mon nnd steren, nber das
Allerley frnecht, panmb, wnercz nnd gras,
10 Fiech, fögel, thier allerley faerm,
Merwnnder, fisch nnd das gewüerm.
Nach dem macht got, der schopfer mild,
Ans erd den menschen nach seim pild,
Ain lebenting gaist im ain-plies,
16 Den menschen oder Adam hies
Und seczt in ein das paradeis
Und verpot im die ainig speis.
/W. ^29j Qqi aber lies nach diesem allen
Ain dieffen schlaff anf Adam fallen
20 Und nam ein rieb ans seinem leib
Und pawet im daraus ein weib.
Die gab er im in dem anfang.
Gar listig aber war die schlang,
Mit schmaichlerey Eva versuecht,
26 Das sie as der verpoten frnecht,
'^ Im aohUehnten spraohbaohe, bl. 228' bis 229'. In den moistergesängen
^^ ^ Sacht den ttoff mehrfach behandelt, z. b. im überlangen Regenbogen:
^liOpfung im anfang der weit »Im anefang« 1544 November 16 (MG 6,
"^ 5) and: Der fal Adam ynd Era »Im ersten puech« 1640 Juni 19 (MG 5,
'^ ^ bis 114'), im aberlangen thon M. Yogis: Die sohopffung aller oreatur
** ^^^aa anfangt 1666 Juli 2 (MG 15, bl. 136 bis 141).
426
Gab sie auch Adam, irem mon.
So-pald Adam auch aß darfon,
Wurden in aufgeton ir awgen,
Sahen sich nackat ane laugen
b und flachten feigen-pleter zaiiieD,
Machten in schüerz, die fuer sich namen.
Nach dem hörten sie gottes-stim
Im paradeis, und sprach in grim:
„Ir habt gessen vom paumen rab,
j(i Welchen ich euch verpotten hab.**
Darnach die schlangen got veräuecht,
Die Eva het listig versuecht,
Und gab dem weib zu straff auf ero,
Ir kind mit schmerczen zu gepern,
T6 Und Adam solt fort-hin sein prot
Esen im schwais» in angst und not,
Und trieb sie aus dem paradeis
Auf erd, elend, cleglicher weis,
Pis Cristus zerdrat der schlangen haubt,
10 Am creacz süend, dot irs gwalcz peraubt.
Dardurch menschlich gschlecht kam zu gnadeo,
Und widern mb seyen geladen
|bL 229' I In das himelisch paradeis^
Da wir niesen des lebens speis,
u Da ewig freud uns plüe und wachs
Nacii dem elent, das wünscht Hans Sachs.
Anno aalutis 1568, am 22 tag Decembris.
427
Epidaphinm herr Albrecht Graiczen.
1568 jar
Der erber herr Albrecht Graicz, war
Der füersten fon Praanschweig diener und rat
6 und kamermaister, in got hat
Sein gaist in gottes hent aaf-geben,
Wirt nun mit Cristo ewig leben.
ÜB andre grabschrift herr Albrecht Brayoaen.
Fünffzehnndert-acht-nnd-sechzg jar,
10 Da der neun-ond-zwainzgst Juli war,
Dran Albrecht Graicz, der erber herr,
Diener, rat und kamennaister
Des füersten von Brannschweig bat eben
Zw Goßlar geendet sein leben,
16 Dem got Wirt gebn fner das irdisch
Durch Cristnm dort ain himelisch.
Anno salutis 1568, am 29 tag Decembris.
1 Itu aebtsebnUD apruebbaobe, bl. SS9'.
Ein aiitwort ainer erlichen jiinckfraw aiiiem lieb-
habenden gesellen» der sich ?erhairat hat.
[bl. 230] Gesel, dein senlicb clage
Und herczljch lieb und trew
6 Hab Ich erkeiit vil tage,
Deiner flleost ich mich frew.
0 wolt got, dw werst mein
und ich wer euch dein,
Das uns möcht nymant scheiden,
10 Den got der herr allein«
2
Traw dir noch alles guette,
Wie-wol sind gschaiden wir.
Doch mein hercz, sin imdninete
16 Das Becz ich nit von dir.
Hoff, dw gerat auch nit mer,
Den lieb in ziiecht und eer^
Dein hercz in lieb und trewe
Auch nit von mir abkeer.
All dein dinst drewer liebe,
Die dw mir trägst allein,
Rein on all mackel pliebe;
Druuib solst nogschieden sein.
2A Trewiich in meim gemüet
Wünscht dir junck trewiich göet
Kiu guist selig new jare,
Got dich vor laid pehüet.
Anno «aluÜB 1569 1 am 1 tag Januari.
Die atifatjgflhuchätaben des ersten stolleuB in atrophe l und 2, sowt«
beidi^r atollen und des abgeBan^es in der dritten atrophe ergeben den
namen G o t h a r t. Hans Sachs hat sie durch größere schrift her-
vorgehoben.
1 Im achUtthaieo fprncbbiioha, bl. 239' bis 230.
429
Der wünderpar träum von irdischer freud, wolucst,
pracht und reichtam und irem erschrocklichen ende.
[bL 280^] Ain lied in aignem tkon.
£in-mal lag ich in schlaffes-qual :
6 Mir tranmbt von aim füerstlichen sal,
Er-pawt von merbel-qnader,
Pildwerck zierlich
Daran sach ich,
Innen deffelt mit flader.
10 2
Dram ging von zetter-holcz ein zanm,
Das dachwerck war von kapfer prann,
Gfielden die knopff und zinnen,
Parillen dar
16 Fensterwerck war.
Mich dancht, ich sech darinen
3
Von adel ain fürstlichen dancz,
Darin hört ich lawtrayssig gancz
M Hertmmel und trometten.
Damach her-spmng
Alt nnde jnDg,
Höfflich geparen detten.
S6 Der mender adelichs gewandt
Von Bamnet, seiden nnd dafandt.
Halspand und gaelden ketten
1 Im Mbtsebnten apniohbache, bl. 230 bis 232'.
■
^H^ ^^^^1
^^^1
VO f^elder stüeck ^^^H
^^^^^1
Uod schdo geschmöeck ^^H
^^M
Die edlen frawen hellen. ^H
^H
6 Darunder sach icli mmig par, ^^H
^^^^^1
Das mit Hebe verstricket war, ^^M
^^^^1
Mit freuutling atigetipHcken. ^H
^^^^^H
Manch snesseB wort ^^B
^^^^^P
Da wnrt gehört, ^^B
^^^B
10 Ir lieb mit zw erquicken. ^^M
1 l^^'
231] ^M
^^h
Als nun der dancz geendet war, ^^fl
^^^^^m
Drat in dem sal der adel dar, ^^H
^^^^B
Zw halten ain nachtmale. ^^H
^^^^H
)Fi Also daucht mich, ^^H
^^^^H
Wie ich aneh schlich ^^H
^^H
Haimlich mit dieser zale, ^^M
^^H
^1
^^^B
Pedeeket sach ich alle dlsch, ^^M
^^^^H
!to Darauf wilpret, ft^gel und fisch, ^^|
^^^^H
Ain kaiserlich ci^dencze ^^M
^^^^H
Mit zipper-wein. ^^M
^^^^1
Man dienet fein ^^B
^^H
Zw disch mit revereucze« ^^B
^^H
^M
^^^m
Zw discli mau fürBÜichen holfirt, ^^m
^^m *
Mit Saitenspiel wol concordirt, ^^M
^^H
Harpfeu und claffe-zimel. ^^M
^^H
Ein palsam-ruecb ^^B
^^B
90 Pen sal dmch-kriiech: ^^|
^k
Mich dawcht, ich wer im himeL ^^H
^H
Als man vom künigs-mal aufstou, ^H
^^^^B
Fingen ein »umer-rayen an ^H
^^^^B
16 Mit hoffelichem prangen, ^^M
■
Die frawen zart ^^|
431
Englischer art
Jr rayen-lieder sangen.
10
Der-gleidi der jnng adel aufstund,
6 Mit riterspiel sich pranchen kund
Sambt riteren und knechten,
Schossen zmnb ziel.
Auch mit palspiel,
Eempfen und dem schwert-fechten.
1. 231'] 10 11
Auch drieben etlich mit geprenck
Geradikeit artlich gelenck,
Mit wetlauffen und springen,
Stiesen den stain,
16 Etlich allain
In schrancken deten ringen.
12
Auch kam ein rot, vermumet gancz.
Die hielten ain maruscadancz
30 und ain frolich comedi
Gancz lusticlich,
Auch trawriclich
Ein klegliche tragedi.
13
S5 In sal gerietten kam ain par,
Gerüst in schilt und helme dar,
Die thetten ain scharpf rennen.
Das ros und mon
Lag auf dem plon
so Mit Iren scharpfen glennen.
14
In dem da schlich in sal der dot
Zu dieser freudenreichen rot
Mit ainer sensen scharffe,
36 Met ab und anff,
♦
36 8 aaf Tnd «äff.
Der dotteii Iiauff
Er auf ein haufifen warffe.
15
Da ^ab die flaecht des volckes meng,
t Des sale« pfort wart vil zu eng,
Plaicli wart uiauch roter maude.
Der dot eilt na^h
Zw grimer räch,
Machet ir vil dot-wunde.
[bL 232] 10 16
In dem dancht in dem schlaff, wie ich
Zw aim fenster ans-krnecbe ich
Und thet hoch Uerab-fallen.
Erst ich erwacht,
u Lag und petracht;
Der tranmb zaig^t mir in allen:
17
Weltlich gwatt, pracht, macht imd reichtnoi,
Frewd und woloegt ist wie ein pluem:
ao Durch thaw und senften regen
Pltiet und nembt zw
Spat unde frw^
Weil sie hat gottes segen.
18
s6 Pald aber gfrüest und kalter reyff
Die plüeme auf dem feld angreiff,
Die stnrmb-windt drueber plaaen,
Die plumb verscbmorrt,
Verdirbt, ausdorrt,
30 So ist auch gleicher-masen :
19
Weil ob uns lielt gelueckes gtmst,
Nenipt pey uns süw reich tum und kunst,
Freud, eer, wird und gewalde.
2a 7 hAt gottes. 8 huttei.
433
Zencht ab sein hand
Got, der hailand,
So get es zw grand palde.
20
b ünpstendig sind all yrdlscb gab:
Grüncz hent, so nembt es morgen ab.
Was flaisch nnd plnet dnet geben
Pestet nit lang,
Nembt sein ansgang
10 Sambt dem zeitlichen leben.
21
Dmmb, mensch, secz dein hercz, sin and mnet
Nit anf zeitlich frewd, er und gaet,
Sander aaf gotes reiche!
16 Das nit yerget,
Sander pestet
Ymer and ewicleiche.
Anno salutiB 1569, am 1 tag Janaari.
». xxia 28
434
Reimen auf die silbren kinds-lfledel.
Gieb weisse milch den kinden klein
Und den alten rotten welsch-wein,
Darob paide dail frolich sein.
Am 3 tag Januari 1569.
1 Im aohtsehnton spruchbuche» bi. 232'. 2 S krcin.
435
Die reimen nber ain gancz kriegsfolck zw fnes
nod zw roß.
Der thittel.
Hör, dw gwaltig, gertiest kriegs-heer,
6 Folgstw meiner getrewen leer,
So erlangstw sieg, lob und eer.
Halt glauben deiner öbrikeit
Und zwfor auch got alle zeit,
10 Dem dw verlobt pist in der dawff!
Da secz entlich dein datnm anfif.
Seim wort zu glauben sey geflissen,
und bandel nicht wider dein gwissen!
[bl. 233] 2
16 Der ghrechtikeit der thw peystand
Voraus in deinem Vaterland,
Zw erhalten gemainen nuecz!
Und hilff weren des feindes truecz,
Der kriegt wider got, recht und eer,
to Das man sein unrechz sich erwer.
Hoffiiung hab zw got, deim hailand;
Wan der sieg stet in seiner hand.
Dem schwechsten dail dem hilft got oft,
26 Der von herczen-grund auf in hoft.
Des feindes hoffart schwächt und küerczt,
All seinen stolcz pricht und umbsttierczt.
*
1 Im aehUebnlen spraohbaohe, bl. 232' bis 233.
28*
436
Brüederlich lieb halt mit erparmen!
Der unschneldign, reich und armen,
Der Witwen, weib und klainen kind.
Die all dein prneder und Schwester sind,
Der verschon all mit trewer band
Mit schaczang, raub, mort, gfencknns, prand!
Gedneld all widerwertikeit
Im krieg, pis got aus gnaden geit,
Das Wirt gestilt des feindes band
Und fried und rue wirt in dem land,
Ent nem des krieges pluetig plag.
Darumb got lob, er und danck sag!
Anno salutis 1569, am 15 tag Januari.
2 S hieb.
437
Die krebs im esel. Ain fabel.
Ein müeler ainen esel het,
Der im sein secke tragen det
In die müelle nnd auch heraus,
6 Und was er snnst dorft in dem haas,
Das füert er darauff aus der stat,
Als was er dorft zu eim vorat.
Den esel lies er frey ledig gen,
Und gar selten so zanmbt er den,
10 Den wen er auf ein Hochzeit rit
Und het gar ser vil prenckes mit.
Lies in gen auf seiner müel- wissen,
Daran die Thunaw thet hin-flisen.
Dar-auf der esel mutig war,
16 Sprang auf der wissen hin und dar;
'*^^^'] Wan er vol waicz und koren Stack ;
Sein herr ruepft manches pawren sack,
Darmit er sein esse] thet füellen.
Ains tags ein fischer het sein zueilen
20 An-punden an der Thonaw gstat.
Palds der esel ersehen hat.
Wie die im wasser hin und her
Schwancket, der esel mit peger
Gar ungstümb in die züelen sprang
26 Und rotschet sich darinnen lang,
Pis doch die fisch-züel ledig wuer.
Darin der esel darfon fuer,
Icz nach der leng, daii uber-zwerg,
«
Im aehtsehoten spruohbuche, bl. 235 bis 236'. In den ir-amtlioheii fabeln
.^ " 380 gedruckt. Es ist eine erneute behandlung der schon am 4 Februar
^«rfalSien fabel; sieh band 17 dieser saaionlung, s». 331 bis 336 und dazu
•• ^^^,
I Im register Die. 8 Der.
438
Dem esel stund sein har gen perg,
Und war ungeschickt wie ain plock
Entlieh die züell ging an ain storK
Und das iinterst zu öberst kert.
r. r»er essel, groh und ungelert,
In dem wasser nmb-pfadeln kund,
Pis er zu-lecz doch ging zu grund
Und elent im wasser ertranck,
Und fast nber ein zeit gar lanck
10 An Einem aiclien pfal pehing.
Das lisch er- zueilen da-hin-ging,
Pis es im strnedel ghig zw gnind,
Als nun der müeller nicht mer futid
Sein esel, raaint er nnferholn,
16 Ein andr ninler het im den gstoln,
Und in hin und wider ju snecht,
Er het schier sei und leib verfluechr,
Und stund fast au auf drey monat.
Der tisclier auch gesclmwet hat
|bl 236] 2i> Nach seim zuelleiu und fand es nit,
Verargwonet den müelner mit
Und in nach seinem zuellein fragt,
Der müeller seinen esel klagt,
Den er verlorn het pey der nacht,
aü Het auch den fisch er im verdacht.
Gingen mit unwilu von einander,
Yder maint, schueldig wer der ander.
Als nnn drey monat V6i*8chinn war,
Da fund der müeller angefar
so Sein esel hangen an dem pfal,
Er zog in ans des wassers quaL
Des doten eeels panch det krabeln^
Und sach etwas darinen zabeln.
Der müeller war erfrewet hoch,
5& Vermaint, sein esel lebet noch,
Und spracii dem esel freuntlich zw,
Sprach : ,Mein eael, ste auf und rwt*
Und strich den esel über Bein nieu.
In dem da thet nngfer fdr-gen
iü Der fischer, sprach: „Hastw icz wider
Funden dein eselV** puckt sich uider,
489
Sach, das dem dotten esel faul
Ain groser krebs kroch ans dem mawl.
Da sprach der tischer unferholn:
„Dein esel hat mir krebs gestoln
6 Und hat pey acht schock krebs auch
Gefasset wol in seinen pawch.
Die-selben kan ich dir nit lassen."
Der miiller antwort im der-massen:
„Der dote esel mein aigen ist
10 Und was in im ist an arglist.^
Der fischer sprach: ,Der esel ist dein,
Die krebs im esel sint aber mein.''
Da antwort im der müeler schir:
, Fischer, dein znellein das hat mir
16 Ertrenckt den graben esel mein:
Den mustw mir pezalen fein.''
Der fischer sprach : , Ich kan nit schweigen,
Wer hat dein esel drein haisn steigen?
Zal mir mein zueilen, das mir ist worn
to Mit deim esel im wasser verlorn!
Wiltw mirs ztielein zalen nicht,
So knmb mit mir ans kamer-ghricht !
Was das nrtailt, da pleib es pey/
Nach dem die zwen sich gaben frey
36 Ans kammer-ghricht und rechten waren.
Das weret pey drithalben jaren,
Pis sie paid lere pewtel gwnnnen.
Da sie irs Schadens erst entpfannen
An dem kammer-gricht paidesander,
so Vertrüegen sich freuntlich mit einander.
Erst schlieffen sie mit gueter rw,
Namen an dem guet wider zw
Und lebten fort in lieb und gäeten,
Detten vor zanck und rechten hüetten,
36 Daraus in kam so vil nugmachs.
So thuet auch zu Nürnberg Hans Sachs.
Anno salutis 1569, iim 20 tag Januari.
104.
Die conterfactor zaigt an den fogel Mei
gestalt, larhen nnd iiatur, wie in Pliiiins und antler nier
pescli reiben.
PlinioB nns peschreibef pur
Q Im zeheiideri puch der nattir
Am ßeiin-iind-zwaincÄigsten captit
Merops, des vogek, Batur guet,
Wie oben künstlich abgemalt
Mit gros und all seiner gestalt,
lü Mit varben iiberfliiesBi^ sclmen,
Mit lichten ledern, gelb und griien,
Hals und pruest rot-scharlach-farb gancz,
Mit ainem »chönen, laugen schwancz,
Mit krninen sclmabel, schwers leibes docU.
i& Derhalb er nit kan fliegen hoch»
Drnnib macht sein nest nnter die erden,
Sechs schaech dieff, da er mit peschwerden
Äusprüet sein junge der-geBtalt,
Doch wen dieser yogel wirt alt,
so Wechst der ober seh nah el so krumb,
Der unter dail zw kurcz, dartimb
Sein speis nit haltn kan und verzem.
Äls-den sein junge in ernern,
Sunst müest er huiigers halben sterben,
fb].2I0']2& Mit gsunteni leib elent verderben.
Also gotles geschöpife gar
Sint maucherley und wnnderpar.
Daraus sein lob und er auf wachs
Hie und dort ewig, wünscht Haas Sachs.
10 Anno salutia 15&8t am 9 tag Apriüs.
26,
1 Jlu achUtihnten ipiuebbuoho» bl. 21 U bis 210'. Btldroin
441
Die 5 fabel Ayiani: Der rflmeiit frosch.
Avianas peschreibt ein fabel
Von ainem frosch, ain solch parabel,
Wie er auf granem anger sas
5 Pey dierlein und fogel in dem gras.
Der rümet sich in hofifart frey,
Er wer ain doctor der arczney,
Efind hauen allerley kranckheit.
Im glawbten ans ainfeltikeit
10 Thierlein and fögel, hiltn in schon;
Allain wider-ret das der hon
Und sprach: „Wie last ir ench petanben,
Thnet dem frosch seines rüemens glauben,
Der doch nlchs kan und ist verfluecht:
16 Wan er hat selber die gelsuecht?!
Wer er ain arczt, wie er fürgab,
Er häelff im selb seinr kranckheit ab.*"
Zu-hant der fögel und thierlein rot
Drieben aus dem frosch iren spot.
so Als der frosch merckt ir hon und schmach,
Da floch er und hüepft in den pach.
Der peschlues.
>1. 239] Also manch stolcz-, hoifertig mon
Manch hoher kunst sich ruemen kon ;
S6 Doch wen maus pey dem Hecht pesiclit,
So ist der ramb lüeg und erdicht.
So wirt er den zw schaut und spot
Und stet vor iderman schamrot.
Anno salutis 1569, am 22 tag Januari.
l Im aohtxebnten spruohbuohe, bl. 238' bis 239. Oedruckl aIa .382 f:iboI.
irgl. die 140 fabel = band 5, o. 86 bis 88. 3 S paraber. 7 S dotor.
» r froMh. 8 hon. 27 S pot. 29 S läßt das dutum wog.
442
Der paurßman, mit seinem werckzeug peklaidet
Ich pin ein armer paaerß-mon,
Hab mein werckzeag füer klaider on
Dar-mit man zu felde erpawt
5 Knoblach, zwiffel, meben nnd krawt.
Ich düng, pflancz, acker and thae seen,
Fner ein, drisch, thw hayen und meen,
Pring koren, gersten, hanff nnd flachs,
Wein, hopffen, das honig nnd wachs.
10 Mein fiech pringt milch, schmalcz, flaisch nnd wolln;
Ich far gen wald, pring holcz und kolln
Der weit zu klaidnng, speis und dranck,
Verdien doch nmb sie klainen danck.
Anno salutis 1569, am 28 tag Jannari.
*
1 Im achtzehnten spruchbuohe, bl. 239.
448
Die reimen auf die guelden schewren, Künig
David mit Batseba.
2 Sanmelis 11.
Kfing David mit Bathseba prach
5 Sein ee, die wart schwanger; darnach
Uria wolt pey ir nit meer
SchlaiTn, raist widr naas in das kriegs-heer.
David schrieb Joab, seim hauptmon:
Stelt Uria zw forderst an
10 In streit, das er auch von dem schwert
Der feinde zw dot gschlagen wert!
Derhalb stelt Joab Uriam,
Im streit er nmb sein leben kam,
Eüng David das zw wissen thet,
16 Der mit Bathseba hochzeit het.
8 Samvelis 12.
Got sent den prophetten Nathan:
Ge, sag dem künig David an
Mein straff, und das ewig das schwert
so Von deinem haus nit lassen wert.
David sein süend pekennet got,
Das kind wart kranck pis in den dut,
David fiel auf die erd in clag,
Das kind starb am siebenden tag.
26 David wart das gezaiget on,
Da salbt er sich und det anfston,
Ging in tempel, an-pettet got,
Wurt getrost ob des kindes dot.
[bl. 241^] Anno salntis 1569, am 25 tag Februari.
80 24.
*
1 Im MhtMhnten tpruchbuche, bl. 241.
444
Der groben sew rockeu-ötaeben.
Wer lile fdrge, der schaw nos an,
Was die sew- rock en-stueben kan,
Darin wir groben sew luiiVzaspen,
fi Wir spineii gnreii, winden und liaspen,
Änft haatrzwehelu wir uns auch rotschen,
Stossn ein-ander, wir groben doUcbeii,
Das ans der g am per im leib ihuet knarczen,
Darfon wir den grölczen und farczen,
10 und sint all anaer wort und werek.
Als sey wir da-heim zumb sey-perck.
Das unser jnnge sew auch leren,
Acliten anch weder zvLchi noch eereii.
Pein lentn tint man auch solch grob sew,
16 Die weder zucbt, noch eer erfrew,
Sünder all ir werck und wort
Sint ^rob, nnferscbeinbt auf alle ort.
Solch unzüchtig nnd i^robe pueben
Wac!isen in der sew-rocken-Btueben,
ao Ein erlich man kan anch sehwenck treiben,
Docli züechtig vor kinden und weihen^
Das sich nyuiant erger darob.
Solchen schweucken gieb ich das lob.
Darpey kan man auch frölich sein;
26 Sagt das alt Sprichwort: Fein ist fein,
Auno »alutifl 1569, am 16 tag Marci.
16
I Tm aehtiohnteo «pruehbuebo, bL 24 1\ 27 Ba siDil fib*r S4 rar«fi^
445
Ein lobsprnch der stat Lflneiiburg und irer
gelcgenheit.
242] Lünenborg, die nambaftig stat
In Sacbsen, iren urspning bat
6 Etwas wol vor 300 jaren,
Der Sacbsen kronic dut offen- waren.
Ist nan erpawet starck nnd fest
Mit wall und greben auf das pest,
Her in die fiemng, den in rund,
10 Virzebnndert scbrit lang icznnd,
900 scbrit lang in die preit.
Von ir als der baabtstat vor zeit
Hat sein namen das füerstentbnmb
Lünenborg mit lob, er nnd mmb.
15 Von der stat nam scbreiben die alten,
Habs von der baidenscbaft erbalten,
Die anf dem perg baben dem mon
Geopfert und gepetet an,
Welcber Luna haist in Latein,
20 Sol ir der nam entsprungen sein.
Docb der gscbicbtschreiber Albertus Krancz
Maint, der nam sey berkumen gancz
Von Luna, dem frawn-kloster scbon,
Das gegen mitemacht tbuet sten,
26 Am Wasser Elmenaw da leit,
Wie-wol umb die stat weit und preit
Ein grose, Öde wüesten war
Unerpawt, docb icz unsere jar
So ist das land erpawet wol,
80 Aucb wol pewont and volckes vol,
Im Mhtsebnten epracbbnche, bl. 241' hu 243',
Die stat auch zirt mit bewserii boch
Von stain-manr, weil an dem ort noch
Wirt staln und kalck von manes-hent
[bl. 242'] Vil und gar nberÜliessig: prent.
6 U30 jar,
Als die hnessische anfrnr war,
Als die Bebatn <las deuiscbe land
Überfielen mit raub und prand,
Verderbtn vil stet niit freffler heot,
lü Als Joliaones Hnes wart verprent,
Da wnrt Liinerihurg» diese stat,
Nocb nier pefestigt vor mirat
Mit mawren, tüern, wal und mit greben,
Mit polwercken ringweis nnibgeben.
u» Drey pJarkirchen hat diese stat,
Die baiiptkircli sant Jobans in-hat.
Drey clöBter bat die stat vurwarj
Sant Michel war das eltste gar,
Auf dem perg pawt vor alter zeit,
fio Das icz unden in der stat leit.
Welches closter gibßstiftmig hat:
Gar vil aer köstlicher klainat,
Darunter ein daffel, vor vil tagen
Mit arabischem gold pescblagen,
SA I>araD die pild kostlich formirt,
Mit guetcm, edlen stain gezirt,
Ains treffen lieben scbaczes wert.
Die lest man Bcliawen, wera pegert.
Darzw auch Lünenburg, die stat,
io Auch zway sieche wsser gestift hat,
Pegabt mit allem vüerat wol,
Zw uuterhaltn verornet vol,
Dariu die kranckeo petrisseu alten
Mit speis nnd arcznej wem erhalten.
3f. Aber die purgerschaft der stat
[hl. 24B| Den maistn handel mit dem salcz hat^
Wan erstlich des salcz- wassers prnnnen
Ist an ff dem kalges-perg erfnnnen,
W^elcber durch jung; starck maiis-person
40 Verordenet zu schoptfen thon
Etlich stand zu tag und zw nacht.
447
Darzw gnet rören sint gemacht,
Dar-durch die salcz hinab duet schleichen,
Anstaut dem armen wie dem reichen,
Idem in sein salczhüetten rind,
6 Der anch nit mer den fönffzig sind.
Und in ider hüeten fier salczpfannen,
Die sint pestelt mit jungen mannen,
Das holcz zu tragn nnd fewer schöern,
Das salczwasser in pfannen rüern,
10 Pis das gesotten wirt daraus.
Etlich stund darnach thuet maus raus,
Dert das, den wircz in kurczen tagen
In thunen wercklich eingeschlagen
Und wirt gefnert zu wasser und laut
16 Gen Hamburg und Lüebeck zn-hant
Und ander stette nmadum
Mit ainer unzelichen snm.
Mit dem salcz-handel hat aufgennmen
Die stat in er, gwalt und reichtumen
so le lenger mer in kurczen jaren.
Got der herre wöll sie pewaren
Sambt ir iuerstlichen öbrikeit
Füert-hin in frid nnd ainikeit,
In gottes wort zw-nem und wachs,
2A Das wünscht ir zw Nürnberg Hans Sachs.
Anno salutis 1569, [bl. 243'] am 17 tag Marci
96.
448
Ain schöns puelied ains geselln mit ainer jand-
fraweD. Klag and antwort mit aim Yerkerten namen.
Ach, meins herczen künigine,
Umb gnad rueff ich zu dir,
r> Mein hercz, gemüet und sine
In lieb gefangen mir.
Ich pit, wolst durch dein gtiete
Drosten meins herczn pegir.
Sie antwort: 8
10 Nain, der liebe ain ritter,
Pißt überwunden dw
Mit strenger liebe pitter.
Drin ist kein rast noch rw.
Darumb füercht ich fon herczen,
16 Mein lieb zu sagen zw.
Er singet weiter: 8
Ich pit, las mich geniessen
Der drewen dienste mein,
Dw mir dein hercz aufschliessen,
20 Schleus mich freuntlich hinein
Mit trewer lieb und gnnstel
Wie möcht uns pas gesein?
Sie antwort: 4
Gesel, ich ste in sorgen,
•26 Unser lieb würd offenpar;
Lieb pleibt nit lang verporgen,
Pringt mit ir vil gefar.
♦
l Im achtsehnten Rpruchbache, bl. '243' bis 244. 14 S fUeroh. Itf S beei.
449
Dram ich pey all mein tagen
Mein eer vol lieb pewar.
Er antwort : 5
Ey, ich peger nit mere,
I. 244] 6 Dan dein gonst, trew and lieb,
Allain in znecht and ere,
Dir ich mich gar ergieb,
Das ich mein leben lange
Dein stetter diener plieb.
10 Sie antwort: 6
Bicht aaf dein hercz and gmüete!
Weil dw pegerst allein,
Herczlicher trew and güete
Mein liebhaber zw sein,
16 Das kan ich nit abschlagen.
Doch in eren allein!
Anno salntis 1569, am 19 dag Marci.
igsbnehstaben der atrophen, die Hans Sach» auffallend ^e-
t>en hat , ergeben rfickwärts gelesen den namen Regina
b*. XXII I.
450
Die merliti^ 8tat Uel^erk mit irem ursprniij
Imndel und krii^geti aogezaigt.
Lüebeck, die beriiembt, mecbtier »tat
In Sachsen, die unser zeit hat
6 Gros handel zu wasser und land
In der gegent, Holstain genand,
Anfencklich von den üscbern frey
Pey dem niere pewonet sey.
Da 1104 jar,
10 Von Gotschiilck, der Obitroten war.
Die barg da- selb wart atifgericbt,
Buete genant, die cronig spricht.
De» kiinigs snn, Hainrich mit nani«
Nent sie Magnaiu Coloniam.
\b Darnach 1140 jar
Von Adolf die stat erpawet gar,
Welcher ein graff war von Holstain,
|bl. *J44*| Dem pald die Wenden eingtalle« sein,
Mit krieg die stat verwuestet gar,
a© Verprent 1158 jar.
Darnach wart wider paut die stat,
An folck und handel zngnnmen hat.
Das piBtnni Altenburg mit nam
Darnacli in die stat Lite heck kam.
2t !18i' jar
Herezog Hainrieb der lebe war
In ungnad war pe^^ kaiser Fridrich»
Wich aus der stat Liiebeck baimlich
In Engelant. Der kaiser kam,
Bo Pelegert Lüebeck, die stat einain
Im aohlKuhnton t|jruchbuohe. bl. 244 bis 245'*
451
Und pracht sie an das römisch reich.
Nachs kaisers dot wart sie friedleicb
Dem herczog Hainrich wider-geben.
Nach Hainrich, des leben, dot wnrt sie eben
6 Durch herzog Wolmar an Denmarck pracht,
Nach dem wart sie mit krieges-macht
Verwnestet und wider verprent,
Damach die bürger an dem ent
Erlegtn Denmercker in ainer Schlacht,
10 Die stat wider in ir hend pracht,
Sie von Denmarck frey ledig machten.
Doch vil widerwertg sie anfachten.
1408 da het
Ein aüfror sich anfechet,
15 Die gmain entpOrt wider ain rat:
Vil rathem wichen aas der stat.
Ein newen rat die gemain seczt.
Die aufraer wnrt gestilt zn-leczt,
Durch kaiser Sigmund vericht war.
so 1506 jar
2^5] Het die stat Läebeck schwere krieg,
Doch mit abgewechseltem sieg,
Mit Hainrich von Prannschweig, margraff Albrecht,
Mit schaden, doch verichtet schlecht.
S6 Nach dem hat künig Hans vil schiff
Aufghalten in dem mere dieff
Mit kauffmans-war zu grosem schaden
Der stat Läebeck, auch überladen
Mit krieg künig Hans in Denmarck.
30 Da sie mit paiden heren starck
Da detten ein pluetige schlacht,
Lüebeck guete pewt darfon pracht.
Doch paider-seit wart gmachet fried.
Nach-dem aber küng Hans verschied
36 Und Cristemus, sein sun, regiert.
Ein andern krieg er conspirirt:
über frid-stand Lüebeck angrieflP,
Mit kaufmanS'War nam etlich schieff.
Mit gwant, hämisch und salcz peladen,
40 Fuert sie gen Kopen-hagn zu schaden
Der stat, nie wider-geben det,
29*
452
Wie er pey aid verhaisen het.
Entlick wart küiig Cristerii vertrielteu,
Füer in ist küng in Denniarck pliebeD
Herczüg Haiiirich von Rolstain;
b Stockbalm gab sich Liiebeck eia.
1530 jar
Hat Liiebeck das wort gottes dar
AngDunien, wie die gmain ain rat
Laii^ frauiitlicb dariimb aiigsucht hat,
lu Daß doütur Julian Piigeiibageji
[bL 24ö'J Pey in aufgricht hat zu den ta^en,
Predigt das evangelion
Und die menschen- 1er abgeton.
Nach dem zwaj doster ia dar stat
ih Fein cristeiilicb veromet hat:
Das Purckkloster ist durch erparraen
Zu aim spital aufghricht den armen,
Katherna-kloster zu aiuer schneie gnet,
Darin man heilig schrift leren tbueL
so Nach dem hat Liiebedc kriegt fuerwar
Im 1536 jar
Mit Holant und Denmarck peladen
Und auch genumen groeeu schaden.
Paide zu w asser und zu land
ü6 Gros schadn paid dail genumen band
Mit prunst, schiff prtiecben, main nnd mort
Doch wart der krieg vericht am ort.
Seit hat JJiebeck zu unser zeit
Durch gotes railte guetikeit
10 Treffenlich wider zugeuunien
Mit irem bandet mit reicbtumen,
Weil sie fried haben diese zeit,
Weil doch glueck al-zeit has und neit
AI -mal pey Iren iiachtpiuun hat
3H> Got wol pehüetn Lüebeck, die stat,
Vor übel alles ungemachs,
Das wünscht ir zu Nüinberg Hans Sachs«
Abbo Balutis 1569, an dem 21 tag Marci.
106
12 fraweii des alten testament, fon den die
mender sind gedeuscht und petrogen worden.
6] Die 1 fraw: Genesis am 8.
Eva, das weib, Adam peret,
5 Das er der fräechte essen det
Von dem paumen, den got verpot,
Pracht gancz menschlich geschlecht in not.
Die 8 £raw: C^nesis 19.
Paid döchter Lot gaben im wein,
10 Machten in druncken und gingen ein,
SchlielBfen unerkant pey im za nacht,
Ir vater sie paid schwanger macht.
Die 8 fraw: Genesis 87.
Rebecka Ysaac petrog,
16 Das Jacob den segen hinzog,
Der doch Esaw gehöret gar,
Weil er der erst-geporen war.
Die 4 fraw : Genesis 81.
Rachel irs vaters göczen stal,
so Verparg sie in die strew zwmal;
Laban suecht die, Rahel sas draufT,
Sam kranck, küent sich nit richten auf.
Die 6 fraw : Genesis 89.
Potifar petrog auch sein weib,
26 Sam het Joseph den iren leib
Ito aohtiebnten fpruohbuohe, bl. 245' bis 247. 18 bis 22 auf bl. 247
^^^^ *54 1
■
^^^^H Wollen schwecbeE; der unferachtietd
^^^1
^^^^^B Lied schwere gfencknus mit gedneld.
^^B
^^^^^1 Die 6 fraw: Jadicnm 4.
H
^^^^^H Sissera auch petrogen wner
^H
^^^^H B Von Jael, ak er schladit verlar,
^^H
^^^^H In der üciclit Iren worten glaubt,
^H
^^^^H Schlags im eiB nagel dnrch sein haüht.
H
^^^^1 Die 7 fraw: Jndioiini 16.
H
■ Delila Sitnson uberet,
^M
■ [bl. 246'] 10 Warin sein grose sterck er het.
^H
1 Alfi er pekent; in seinem har,
^H
^^^L Gab sie in auf die flaisch-penck dar.
H
^^^^K Die 8 fraw t 2 Samaelis 11.
H
^^^^^^H Ah David sach den sdiönen leib
^M
^^^^H u Batseba, herr Uria weih,
^H
^^^^^H Praeh er sein ee, würgt in darnach^
^H
^^^^H VlI unfals schickt im got zn räch.
H
^^^H Die 9 fraw: 2 SamneUB la.
H
^^^^^f Aumoti anratczt die schön gestalt
^1
^^^^R 30 Thamar, notzwang Bie mit gewalt.
^H
^^^H Darumb ir priieder Äbsalom
^H
^^^^^L Zn räch im anch sein leben nom.
H
^^^^^H Die 10 fraw: 2 Samnelis am 14.
fl
^^^^^^B Die fraw von Thekoa kam dar^
^1
^^^^^H 3b König David petrogen war
^1
^^^^^H Mit Worten, das er Absatom,
^H
i^^^^H Sein enn, wider zu gnaden nom.
H
^^^^H Die aUft fraw: 1 Begam 11.
H
^^^^H DnrcU weiber wur ferfüert Salomon,
^B
^^^^H so Das er pett die abgotier on,
^H
^^^^^^ Paut in attar und höhen dar,
^H
^^^^H Drob gottes hueld verlieren war.
^^1
^^^H Die 12
^1
^^^^B Jndit Holofernetn petrueg
^1
^^^^^B 8» Mit ächmaichel-wortu und im absclilueg
j
455
Sein haabt, Betholia, die stat,
In Israel erlosset hat.
Der pesoUves«
Der weiber im newen testament
6 Pey uns icz wol 12000 sent;
Vor den hüet sich ein weiser mon,
Das er nntrogen kamb darfon.
Anno aalutis 1569, am 29 tag Marci
«
464, 28 bis 27 auf bl. 247 naohgetragen.
456
[M. 247']
Der faisteii gcns sorgfeltig clag
Auf den knnfting sant M^rtens^tag,
An saivt MartenB-abent zn nacht
Lag leb und weder scblieflTj noch wacht
Und hört umb mich ein lautes schnadern,
Ein ckppeni iwd ein groses dadern.
In dem da zaeg her mit gedens,
Daucht mich, ein haiiffen faister ^ena,
Die clageten ir angsjt und not;
Wan sie müesten all sterben dot,
Da wftev maus würgn, auflieiickn und rupfen,
Die ledern sambt dem staub aus-xuepfen,
iSüed sie, psengen mit eim schaub stro,
Ir schnebel, kragn, fues abbawn do
Und in aufschneiden iren pawch,
Das gens-scbmalcz v^n irn dermen auch,
Ir iugwaid aus dem leib auch reissen,
All nnparmherezikeit peweissen,
Mit kolen zw schmelczen ir schmalcz,
Sie sprengen mit pfeffer und Balcz,
Ir pewch schoppen vol piern und küetten,
Ir dote körper vol kesten schiieten.
Daniacii anstecken nngehewer
An aira spies, praten ob dem fewer,
Darnach mit den zennen zu-reissen,
Die folle rot mit in zw speis&en.
In dem h<Srt ich lantrayssig gancz
Ein fueebs lewten mit eim fuechschwancsB,
Sie Bolten nnferzaget sein
I Ina ii«htiefant«Q ipruohbaoli«» b1. 247 bis 247'.
457
Und sich geduldig geben drein,
So nem ain ent ir cleglich klag;
Wan morgen wer sant Mertens-tag,
Das sie pezalten mit der hewt,
Und wüert manch mensch dardnrch erfreut
und yerges alles ungemachs.
So saget zu Nürnberg Hans Sachs.
Anno salutis 1569, am 23 tag Aprilis
458
Der zaipreelier.
0, ßolt ich alle zen ansprechen,
Die aageu, peisseii, haimlich stechen,
FreBsen menschen-flaisch : weib und raon,
fi Bo plleb manehetn im maul kein zon.
Sie intiesten warlfch all heraual
Holtselig ist fiirwar ein hans,
Darin kein erabschneider won,
Der frumer lewt eer nit verschon.
[bL 248] 10 Darlegen wo ist ainem haus,
Darin ein zan ist, der mit grans
Der frumen lentn abschneiden ißt
Ir eer aus neid mit Ineg und lißt,
Vor äugen guet, falsch hinterüeck,
16 Der richtet an vil ungelueck:
Ain solcher mensch der ist nit werd^
Das er hie leben sol auf erd.
s»
Der saokpfewlfer.
Müesig'gen dnet manicbem wol,
Drumb ist das Land der petler vol,
Die umbstrewnen dorlf, 8tet und merck^
Ir treiben vil achtlose werck:
SackpfewfFeiij geigen, pfannen sticken,
Loifel schnicÄeii, tisch-garen stricken,
Schlotfegen oder prot-korb machen,
3troBchneiden oder holbuppeti pachen,
Holcz bawen oder pessen pindeu,
Hundscblagen oder schelmen schinden,
Sewferachneiden oder hund scheren.
1 liu aofaUehtiUn iprunbbttohe, bl. 247' bii 149« BUdtrrvta
459
Pey solchen want ein man nit gern,
Furcht hart, es steck noch hinter in
Ain düeckisch hercz, gemüet nnd sin.
Die spinerin im korb.
5 Wer also thnt am rocken spinen,
Vil mer verzert, den er kan gwinen,
Wil sich mit garen-winden nem,
Der mnes genaw nnd mesig zem
Und nach dem wint sein mantel hencken,
10 Mit fleis seim handel nach-gedencken,
Das er nit mer verzer al dag,
Den im sein schlechter liandel trag.
^^^'] Welch man aber wil mer verzem,
Den im sein pflaege mag erern,
16 Mnes im alter den glocklers-korb tragen,
Sein dorheit mit petlerey klagen.
Das er in seinr jngent dnrch-ans
Hilt als ein grober esel hans,
Das er nit fner-gesparet hab,
20 Das er in seinem alter hab.
Der doctor-froseh.
Dret her, ir krancken, plind und lamen,
Ir prechhaftig-, schwachen alsamen.
Weil sich icz al ding hat verkert,
25 Das ir wert anch, wie ich, gelert.
Von meinem qnadern und gescbray
Die hohen künst der arzeney.
Doch wen mans pey dem licht pesicht,
So ist mit Worten ausgericht.
80 Also mancher land-streicher kau
Mit gschray petriegen idermon,
Sam er mit seiner arczeuey
Ktien kranckheit hallen allerley,
Pis er das geltlich scheczt heraus.
86 Den fetscht er sich zum thor hinaus,
Lest den krancken in angst nnd not
Liegen und dreibt aus im den spot.
460
Der aingent ooIls.
Musica ist ain werde konst:
Wer darzn tregt sein lieb und g:aen8t
Und sie prauchet in zaecht and ern
6 Zu gottes-dinst and frewd za meren.
Wers aber praachet angeschlacht
Auf der gassen pey finster nacht
[bl. 249 1 Und plöcket wie kelber and faren,
Die helt man alle ftter stock-naren.
10 Der-gleich artliche saiten-spil,
Harpfen, lawten and der-gleich vil
Sint aach löblich, erlich and gaet,
Wo mans aach künstlich prawchen thaet,
Pey piderlewtn za frolikeit.
16 Abr aaf der gaß nechtlicher zeit
Is ain fürwicz, prin^t vil anrät,
Wen man darmit schalaczen gat
Anno salutis 1569, am 25 tag Aprilis
18 S tuaroi.
461
Der gefangen leb yon frawen-lieb.
Die erst fraw. A.
Kein man war nie so hoch nnd gnet,
Den nit pezwang sein hercz nnd mnet,
6 Das sich za frawen-liebe neiget,
Ir freantlich lieb und dinst erzeiget
Paide mit lieb, frend, er nnd gäet,
Mit gnenst, mmb, adel, sin nnd mnet
Und sich gehorsam antergeit
10 In hoher lieb in dieser zeit.
Die ander firaw. B.
Ob er schon ist tiranisch wild,
Von irawen wirt er pald gestyld,
Sie thnet dem lehn sein manl anf-reissen,
15 Er lest sein zorn and thnet nit peissen,
Snnder wirt mitsam nud senfmüetig,
Gen weipling pild freantlich nnd güetig:
Ein seuft wort pringt ain senftes wort
Gnet williclich an allem ort.
io Die 3 firaw. C.
Ain leb, das aller-trewest dier,
I. 249'] Peraembt mit sterck and adels-zier,
Uns frawen gandt er gnecz von herczen.
Mit den goetigen ist gnet scherczen;
25 Welche dnrch gnet sind überwunden,
Die sind mit lieb gfangen nnd punden,
Und pleibt gezemet Ir gemüet
Mit trewer lieb, freuntschaft und giiet.
»
1 Im MhtMhnten »pruohbuche, bl. 249 bin 260. ßilderreime ; wahrsohein-
h sind die baeh«t*ben in dem bilde angebraoht. 5 8 lieb.
462
Bas 4 weib* 0.
0 Imebscher leb, in spigrel sich,
Wir frawen haben zemet dich!
Leids mit gedaeld! det dirs ain mon
t Wider dein wiln, dw wüerz nit thon,
Sünder seit) höclitnuet ao im rechen
Als an eim rauetwiligen, frechen.
Aber die schön weiplich ^estalt
Ist deins gemüetes aufenthalt.
10 D&s 5 weib, S.
Gwaltiger küng, meehtiger herr,
Dein gleich ml nit in nach noch ferr.
Dw uberdrit'st all, gros und klein,
Dammb solt dw gekr5net sein
jft Paide mit preis, rumb, lob und eer.
Dein lieb gen frawen teglich mer,
Anf das die erentreich vil jar
Pestet von aller weiber schar!
Bas G weib, F.
äo Hör, leb, wie- wo 1 zu fnercbten pist,
Noch satelt dich der frawen list,
Die mit ir lieb dich zwingen kon.
Kecht lieb wont pey aim trewen man,
Das er freiintlich leid and gedneld
2R Von frawen rechter trew und hueld:
Voraus wen sis vermaint in trewen,
[hh 250] Bol in sein trewer dinst nit rewen.
Die 7 fraw. 0.
Wol-zirter leb, wie mau dir dnet,
M So pislw keck nnd wol-gemiiet :
Wer solch gerniiet in im ist han,
Der ist ain boltseliger mon
Und kan halten sein lieb nnd trew,
Hat drob kein wancken noch absehe w,
M Snnder in lieb dregt frewd und leit,
Hoffnung erhelt in alle zeit.
U S Die.
l^ 8 Wieb.
20 S lob.
31 S boaU
493
Die 8 fraw. H.
H9r, lebe, dw pist sinreich gancz,
Verschlaifst dein foesdrit mit deim schwancz,
Darmit man dich nit spneren sol.
5 Wer haimlich paelt, der merck das wol,
Das er verperg sein lieb baimlich
Mit wort noch werck, der rüme sich,
Das sein lieb nit werd offenwar
Der falsch-, neidigen klaffer-schar.
10 Der leb peschlewst. I.
Ich las wol knrzweil mit mir hon
Mit frawen-dinst; was ligt mir tron?
Weil ich ir weiplicb trew vermerck.
Im herzn halt ich meiner lieb sterck.
16 Wo ich aber spnert ir ontrew,
Palt ich ob irer lieb het schew,
Der puelerey nit mer nach-ge,
Sunder dret in den stand der e,
Das ich entging vil nngemachs
20 Nach gottes-wort. So spricht Hans Sachs.
Anno Balutis 1569, am 25 tag Aprilis.
«
$ merokt. 31 S ai»rci.
464
€oiitrafactiir Haiwluirg, der namhaften sra!
Sa^li^ieu au der Elb, sampt ireoi pistum und regimen
Hamburg in Sachsen, die mechtig stat,
Iren naraeii entpfanp:en hat
6 Von Hamon, aiiiem küiien held,
Wie das Albertus Krancz erzelt,
AIö Deninarck fiiert rait Sachsen krieg
Lang zeit mit abgwechseltera sieg.
Dücli wort ein da^laistmng thon,
ru Da» ide partliey sielt ain nion.
Die solten rait einander kempfen:
Welchr den andren im kämpf det dempfen.
Des berschaft solt gewunen hon.
Da stelt Hamburg znmb kämpf Hamon,
ih Verhies, zw Ion im schencken wold
So !awter-clar-, löttiges gold»
Als schwer als Starcnterns wog,
Der denraerckiscli kempfer, wen er oblag,
Ein starcker kempfer, der vor den tagen
20 Sein vater im auch het erschlagen.
Als dieser stat kempfer Hamon
Den kämpft Starcnterum abgwon,
Ritterlich im das hanpt abschlüeg,
Den sieg gancz Sachseii-land baimtrueg.
SA Voll dem kempfer In Sachsen-Iand
Wart diese stat Hamburg genand.
Als nun von Cristi gepnrt war
Gezelt war achthuudert-ain jar,
[bL 2511 Kaiser Carl der grose hat
30 Veroruet in Hamburg, der stat,
Im »chltebutoii «pruohbttabs, bl« 2^0' bi^ 353',
465
Anfencklichen ain erczpistamb,
Seczt den pischoff Heridagnm.
Nach dem k&iser Ludwig seczt ein
Ein münich zu erczpischoff sein,
6 Unterwarff im aach in sein band
AUe miternechtliche land.
Anggarios in Denmarck zwg,
Eüng Erich macht zu aim Cristn klueg,
Paut ein kirchn an meres-gestat,
10 Darnach sein lehn aufgeben hat.
865 jar
Nach Cristi gepnrt aber gar
Denmarck vom Cristen-glawbn vii ab,
Doch kaiser Ott der erste gab
15 Hilff, das sie wider glaubten frey,
Wie-wols auch nit lang plieb darpey.
Drob mancherley unfals her-ging:
Erst käng Sweno den danff entpfing,
Den kaiser Ott hueb ans der dauff;
so Erst hielt der künig pstendig drauff.
Zw kaiser Hainrich des dritten zeit
Hat der bischofif zw Hambnrg weit
Die maur gefuret umb die stat,
Drey Stator drein gestelet hat
26 Und zwolff thnren von qnaderstein
In der rinckmawr darnmb nit klain.
Das volck der Wandalen im land
Der stat det grosen widerstand.
Drumb Aliprandus, der pischoif rain,
30 Ein kirchn aufüert mit qiiaderstain,
Auch starcke hewser paut an dem ent.
Da fnnd man in dem fnndament
Manch alt gepew, gros, starck und weit.
Damach ist die stat mit der zeit
w Gepessert und erweitert worn :
Nemlich die thumb-kirch auserkorn,
Der pischolf-holf und fiierstn- richthaus,
Köstlich erpawet überaus.
Nach dem ain bischoif kam hernach,
'Qvpisch. 7 S AUegarius. 10 S «obn. 14 3 der or erste.
lt. XX ui. 30
466
Der die alt statiHawer iimbprach
Ein tlmuistift danuit paweo woU,
Der ilein tbiniib zw Cilln gleicben solL
Aber vil ongliiecks sich p^gab,
A Das er vom paw muest laaen ab.
IWO jar,
Als Alberto 8 erczpiechotr war
Zw Hamburg, bat erlangt vom reich
Den höchnteii lioffwalt gwalticleiclL
10 Doch von der andren bitjchol! neidt
Ward er vertribn vom lande weidt.
Herzog Magnus verfolget in,
Und es kam entlieh auch dahin,
Das die Wandalu neid and has trnegen,
16 All CriBtn in Meckelbnrg erscbluegen,
Fielen aitcb in Hamburg daniinb,
Verwüesten auch das erczpistumb,
[bl. 252] Auch das sclilos mit fewer und seh wert,
Der-gleich zu Schleswik mit gefert,
ah Die rotten sich auch al zw-samen,
Wider haiden-glawben anamen:
Wer aber cristlieh glaubt in got«
Der wnrt von in geschlagen dot.
Die autruer die gachach gleich vurwar
Ä& 1066 jar.
Da war der Wandalen abfal
Vom Cristen-glaubn das drite mal,
Da GotschatknSf ir aigner tiierst«
Den auch nach Cristen- glauben düerst,
so W*uert von Beim aigen volck erschlagen
Ombß glaubens willn. Die vor vil tagen
Kaiser Carl und auclj kaiser Ott
Zurab CriBten 'glauben pracht durch got
Mit vil stiftimg an manchem ort
3D Und durch predig dem gottes-wort
Mit groBem costen, mtie und fleis.
Das nam ab gar mancherley weis.
Das erczbistuuü» %u Hamburg weit
Het unter im z\x erster xeit
40 Das bis tum Bremen, die stat,
Die icz das ercz-bistiimb in-Uat.
467
Derhalben sich noch manche zeit
Vil Widerwillen drob pegeit.
Got gebe frid, gelaeck und hail
Und ainikeit auf paidem thail,
252'] 6 Das gaistlikeit an allem ort
Halt trewlich ob dem gottes-wort,
Der-gleich gmain nnd ain erber rat,
Hamburg geb, der löblichen stat,
Auch gueten frid und ainikeit
10 Und beschüecz sie zu aller zeit
Vor krig und alleß ungemachs,
Wünscht ir zu Nuremberg Hans Sachs.
Anno Balutis 1569, am 30 tag Aprilis.
120
8 D«rb»lb. 13 T Hans S»eha. S haeba. Zaro erstenmale ist dieser
oeh in der teiUehrift des Tereinea fUr bamburgiscbe gesebiobte, band
bd. 3 der neuen folge, 1866. s. 66 bis 71 verOffentliebt worden.
468
Vergleicluing des mennriieii -leben diser zeit
Hit der suniieD scbein auf erden weiL
Orient.
Im an fang früe glanczet die sud,
5 Also der mensch, in frewd und wiin
8eiuer jiigent hat sein anfange
Schon, frolich, mit dancz and gesang,
Gsund» wolgetnuet, kurcz- weilig gar,
Pis er erraicht das zwainzigst jar
10 Meridles.
Im initBg knmbt die ann mit hicz.
Der meoBch auch mit vernutift und wicz
Zw-nembt an verstaut und Weisheit,
Fleist sich thuegent und erberkeit,
!& Nembt zu au leib^ eren and guet»
Pis luufzig jar verscheinen thuet.
Ocoident.
Zw abent die sau unter-get,
Gleich 80 der mensch ira alter stet,
ao Nembt ah an kraft ^ khor and gesiebt,
An gdechtnusi» aclit keinr kurczweil nicht,
[hl. 263] Wirt lanckweillig, vertrosseu gar,
Pis er erraicht ai benzig jar.
Septemtrio.
2fv Deu kumbt die linster miternacht.
Die den meugchen gar kraftlos macht,
1 Im iKrlttnebnlen iprmehbuöhet bj. 2 52' bli S53. 24 S S«ploQibrio,
469
Da ist kranckheit, we, angst and not,
Pis in entlich abfordert got
Von dis lebens geprechlikeit,
Lebt den mit got in ewikeit.
Anno BidatiB 1569, am 7 tag May.
470
Bomana, die seugent docliter,
Jolianties Bocacias schrieb
Ein gBchielit hercz-kintlicher lieb,
Vor jaren gschelieii ist zu Rom
6 Von eira weib, Romana mit öam,
Schön, jung, von adelkhem stam,
Doch ist verschlissn ir« g8 nhlechtes nam.
Die ed«3l fraw ein tniiter het,
Die sich ain mal vergessen det,
10 Handelt wider römisch gesecz»
Das offen-waret wurt zu-lecz.
Darninb sie der römisch eeDat
Gefencklich angenumen hat
Und sie verurteilt zu dem dot,
lö Und dem hüeter ernstlicli gepot»
Das er das weih nach den geschichten
Pey der nacht haimlich hin det Hellten
In der gefencknas mit dem sträng:
Weil sie het edles gschlechz an hang,
[bl, 253'] ^0 Wolt man das nit zu schänden macheri .
Aber den hneter in den saclien
Erparmet dieses edel weib,
Und raocht sein hent an iren leib
Nit legn» zu wiiergen mit dem sträng,
45 Sunder wolt sie mit hungers- zwang
Id der gfencknns kercker hin -richten.
1 Im aohtKohnten ■pmobbuche , bl 359 bit 354. Qaelle : Boceaeok>t
berühmte frnwen 1473. eft|>. ß4. bl. yo' bif tt1\ Zu rerwundoirt wärt*, ««nn
U. Sacib» 4l«n gegenständ oiebt Trübor »oboo al« mtiitergetttng )>«h«od«ll hftite.
Im hatiDoti'knii de« Fölt lohciot er auofa «iQtn toloben g«*ohAfran so lutben,
es iit aber nur die iiQfAD|;»i«ü« erbAlUD »RomAoa war eiu purgerin s« E&io«*
(Mü 9, Ibd).
471
Und sich pegab in den geschichten:
Bomana, ir dochter erkorn,
Newlich ein kindlein het geporn,
Die-selb znm thüeren-hüeter ging,
5 Wainent zn pitten anefing,
Sie in den kercker ein-za-lasen,
Ir mneter zn drosten der-masen.
Da sie pey im des gnnste het;
Doch er sie vor pesnechen thet,
10 Ob sie ir nit precht haimlich speis.
Da er gar nichs fand aller-weis,
Da lies ers zn der mneter ein,
Pschlos sie paid im kercker allein.
Da die dochter sewget mit Inesten
15 Ir mneter mit milchreichen präesten.
Also die dochter hoch-gepreist
Mit iren präesten drenckt nnd speist
Ir mnter, kam zway-mal altag,
Da mans almal pesuchens pflag.
90 Das weret ein monat lang eben,
Das frisch erhalten wart ir leben.
Der häeter entlich roercken het,
Das sie ir mneter sewgen det.
Das zaiget er dem senat an.
16 Dem det die trew zu herczen gan.
Und der mneter schencket ir leben,
Det sie ir dochter wider geben.
So hat kintliche trew nnd lieb
Vor alter zeit so starcken trieb :
so Leib, er nnd gnet sie wagten dar
Im eitern zn helffn aus gefar.
Des sie betten lob, preis und er;
Icz aber ist der prancb nit mer,
Snnder die kinder dieser weit
85 Snechen der eitern guet und gelt,
Sie kümert nit irs ungemaclis,
Das clagt auch zu Nürnberg Hans Sachb.
Anno salutie 1569, am 14 tag Maj.
62.
472
Ain gepet, aus dem driten psalmen kllnig Dayid
gezogen» als in Absalom, sein snn» verjackt.
Herr, wie sind meiner feind so fil,
Sagen, got mir nit helifen wil!
6 Got aber ist mein schncz nnd schild,
Der mein hanbt erhebt durch sein mild,
Der wider zw eren seczet mich
Auf sein heilling perg ewiclich.
Anno salutis 1569, am 20 tag May.
1 Itn achtzehnten spruohbuobe, bl. 264. Vergl. band 18, s. 31 bis 33.
473
Ain gepet ans dem 18 psalm Dayid, da in got
von all seinen feinden erlösset hat.
[bl. 254'] Herczlieb, mein herr gott, hab ich dich,
Mein fels, mein pnrg, anf dich traw ich,
5 Der mich in all mein nötten tröst,
Von all mein feinden mich erlöst,
Von den ich lied elendes zwanck.
Des sey dir ewig lob und danck.
Anno saluiig 1569, am 20 tag May.
«
1 Im aebtsehnten tproobbuche, bl. 254 bis 254'. Vergl. baud 18, s. 83 bis 80.
474
fieimen auf ain silbren peeher.
Mit nam Lasarus Engelhart
Sambt Felicitas, seinr frawen zart,
Mathes Praun, irem Schwager da,
6 Sambt seiner ewirtin Anna
Zw vererung den becher schencken,
Im pesten ir darpey zu dencken.
Anno 1569, am 21 tag May.
1 Im aohtBehnten •praohbuchoi bl. 254'.
475
Beimen auf die yergnelten schflesseL
Paris, der küene held,
Die lieb im auserweld,
Weisheit, reichtnmb veracht:
6 Das im als nnglfieck pracht.
Anno salatis 1569, am 24 JQni, am tag Johannis.
1 Im ««btMhoieo •{nraoblwohey bl 364'.
Reimen in das haus.
Jesus Siraoli 1, (80).
Got fürchten ist die recht Weisheit,
Macht reich und fäelt das hans alzeit
6 Mit schecz nad den götlichen gaben,
Wen wir gottes-forcht in ans haben.
Jesus Siraoli 19, (81).
Besser ist geringe klnegheit
[bl. 265] Mit gottes-forcht in dieser zeit,
10 Den gross klnegheit, prenck nnd pracht,
Dardnrch got der herr wirt yeracht
Jesiis Siraeh ü.
Gelt nnd reichtnm macht gneten mnel,
Doch vii mer, wer got füerchten thnet.
15 Wü ein fraw im hans haben rw,
So sech sie selb anch dar mit zwi
Wil der herr, das sein handel ge recht,
So sech er fleissig anf sein knechtl
Herr, merck anf fleissig, wem dw porgst,
ao Das dw nit trawrig darnach sorgst 1
Dw auch anfporgen selb nit vii;
Wan die wolff fressen auch kain ziL
Anno salutis 1569, am 9 tag Angosti.
l Im aohtcehnton spruohbuohe, bl. 254' bii 255. 12 NMh
UberBotBung 40, 26.
aihen
477
Das epidaphinm Ursula Korenpergerin.
Als 1569 jar
Der 29 tag Juni war,
Dran Peter nnd Pauli tag erschin,
6 Ursula Eorenbergerin,
Die erber, dugenthaft und guet
Fraw, loblich an hercz, sin und mnet,
Des erbem, vesten Parti Eorenpergers sun,
Des loblich, fnrstling closters Hailsprunn
10 Verwalters, eliche gmahel war.
Die war peschwert zwolff ganczer jar
An all im glieder mit pitrem schmerczen,
255'] Geduldig doch mit cristling herczen
4mal in warme wilpad kam.
16 Als sie zw-lecz ir haimfart nam
Aus margi*affen von Paden päd,
Zw Gnndelshaim, in aim dorff grad
Pey Bretten, in Wirtemberger land,
Da wurd dot-schwach die obgenand
so Und alda seliclich verschied,
In Cristo zeitling dote lied,
Wie von dem ort ain erber rat
Ein versigelt pekantnns geben hat.
Got wöll ir sambt uns allen geben
26 Nach dem zeitlich ain ewigs leben,
Da ent ist alles nngemachs.
Das pegert von herczen Hans Sachs.
Anno salutis 1569, am 18 tag Augusti.
^ Im Mhitehnteo spruchboche, bl. 255 bis 255'. 25 S geben.
478
Auf die geschenckten gfilden schewren.
Lucas, David, die Mayer, aus lieb
Und Maria, Michels Mayem witib,
Schencken dem ersamen Jörg Vitel alda
& Und seiner lieb hausfraw Lncia,
Gepome Mathes Hangen, dis dopelt drinckgschir
Za gedechtnus und zu ainer zier.
Anno salaiis 1569, am 80 tag AugostL
m
1 Iin HohUehnten •praohbuche, bl. 2&5'.
479
Der geschencket peclier. Yon den 12 jnnckhern.
Cristowan Horweek, Hans Scberl, Anthoni Raeger, Aniolt anf-der-
pnrg, Benedix Kerner, Peter im-hoff, Hans Garoff, Casper Linder,
Hans Schenler, Zachariae Ringsgwant, Hieb Fiudenfeler, Balthasar
b Hoffman.
Die zwolff jonckherren obgenant
Schencken den pecher obgenant
Jörg Rneger, dem jnngen emon,
Und seiner gmahel ins bans.
10 Anno nalutis 1569, Octobris am pfincztag.
1 Im »ebtieboten •praohbnohe, bl. 256- War bisher die bandscbrift scbon
an manebeD stellen tebr tebwer lesbar geworden , von bier an ist sie littrig
and kmftlof.
Der gros silbreii scliaw-groschen.
k
Als fünffzeliunderf-neun-nnd-sechzg jar
Man nach Cn»ti gepart seien war.
Den 17 tag Septembris,
Zwischen 10 und 11 gewis,
Da ist herr Sigmund HaUer worn
Von seiner ewirtin geporn
Helena, irs ggdilechz ain Örtlin,
Thuegentbaft, erber mit Iiercz und sin,
Der jung sun, gnet seiner eitern art.
Den-selben tag getauffet wart,
Mit seinem nani Clemens genant.
Fetter von Hawsen, der weit-pekant
Barbirer, der gefater war,
Der seinem daiiff-dott.n von silber dar
Ain silberen groschen det schencken,
Im pesten sein darpey zw dencken
Und seiner »undern lieb und gnnst.
Welch grosch mit inaisterlidier kunat
üancz aigentlicb anzaigen det
Des jungen snns nativitet,
Was gab von got im wurden geben,
Wo er anf erd pelieb pey leben.
Erstlich^ weil Mercurins hy
2A Stnnde in medio cell
In seinem aigen bans gewis
Pey dem capni draconis»
So wnrd dem newgeporen kind
Ein dieff, scbarpffer verstand geschwind,
M Ain gnet yngeninm auch geben.
1 IiB Mbtsoholen ipruchbuch«, bt. 358 bis 2S7.
[bl. 2ö6'
481
So zaigt auch diese figur eben
Trinns: Luna, Jovis, Mercuri,
Das das kind werd stadiren hy,
Auch zu erlicher und hoher knnst
ft Haben ain herczlich lieb und gnnst.
Die caimucti: Luna nnd Jovem
An-zaigen anch gewislich dem
Knaben die merong der reichtum
Und gelueckes ain grosse snm.
10 Der trinns: Solis, Lnna, Jovis
Ans dem aqnitor zaigen gwis,
Dem knaben wem in seinem leben
Erwirdige empter eingeben,
Werd gwaltig, hoch-mechtig nnd herlich,
15 Ein gneten nam preislich nnd erlich.
Solchs als wöl im got in seim leben
Aus genaden reichlichen geben,
Das im als knmb zw er nnd nnecz
Und halt dem knaben schilt nnd schnecz,
so Das Venns in nie unterbind,
Die auch hart treffe diesem kind,
Mit pnlerey heftig zw plagen,
257] Gelüeck nnd hail als von im jagen.
Das wöl got durch genad im wenden,
36 Weil es als stet in seinen henden.
Der geb, das sich mer, grün nnd wachs
Sein hail und glück, wünscht im Hans Sachs.
Anno salutis 1569, am abent Simon und Jude.
54
*
3 8 meroali. 5 8 hieb. 15 8 plre«lioh. 20 S rbiod.
xxm. 31
482
Reimen Yon zwayerley gesten, gneten und pOssen.
Wer messig drincket guetten wein,
Fridlich und fröiich ist, allein,
Oder hat erlich gest, gros oder klein,
6 Das sind die liebsten geste mein.
Welich gest aber geren asancken und grein
Und füellen sich wie wilde schwein.
Und ob der keiner körn herein —
So künd wir doch frölicher sein.
10 Anno salntis 1571.
*
1 Im aohtsehnten tpruohbuohe, bl. 257'. Qadniekt: Frdr. Gtfr. Wah.
Hertel , AutfQbrliohe mittbeilong u. •. w. Prop^. Zwiekan I. 8. 1854. 4. t. 35.
483
EpidaYinm nnd clagred der erbern und duegent-
hafken frawen Dorothea ob dem abschied ires lieben gemahel
QDd herren» herr Jeronimos im-hoff, mein leczt gedieht.
Bekümert ist mein trawrig herz,
5 Vol sewfzen, angst nnd pitrem schmerz,
Verschwunden ist wan, schimpff und scherz
Das mir gelfieck reichlich peschert,
Mit eim egmahel mich vereert.
Icz hat sich all mein frewd verkert,
10 Weil ich auf erd verloren hab
Den, der mir drost und freade gab
In elicher lieb pis in sein grab.
Der mich auch nie petrübet hat
Weder mit werten noch mit dat,
16 Alzeit holtselig, frw und spat.
Nun frewt mich nichs in dem elent,
Pis mir got geb mein lecztes ent,
Mein trawring gaist nem in sein hent,
Welches ich von herczen peger.
ao Ich pit dich, got, dw mich gewer,
[bl. 258] Das ein ent nem mein unmuet schwer
Durch Jesnm Cristnm, deinen snn,
Der für uns am crencz gnang bat thnn,
Erworben bat hail, freud und wan,
96 Da ain ent hat all angst und not.
All anfecbtung, kranckheit und dot,
Da wir ewig leben mit got. Amen.
Anno salatis 1572, am 3 tag Octobris.
Got sey ewig lob.
1 Im aohts«bnU>n spruchbaobe, bl. 257' bis 258. 21 Hl. 258 ist die
iBnenaeite dea bintereD deckels vom acbtsebnten apruchbuobe. Zwar bat II.
Sacht Doeb swei kleinere gediobte sogar auf den decket geschrieben, er
glaubt« ab«r, »!• er das epitapbium scbuf, das würde sein letstes gedieht sein.
31*
484
Ein zuecht-spruech meiner lieben hansfrawen
Barbara Sechsin.
Mensch, hab gedneldt in dem elent,
Wen dir got her aoff erden sent
ft Durch sein vetterlich, gnetig hent,
Dne bnes und dich von sttnden went,
So nembst ein cristlich, selig ent.
Anno salntig 1572, am 80 dag Octobria.
*
l Im aohtiehntoD ipraohbuche, auf dw ino«nt«ite des hinteren deekeb.
Gedruckt: Frdr. Gtfr. Wilh. Hertel, AasfUhrliobe nittheiluDg u. s. w. Profr.
Zwickau i. S. 1854. 4. •. 36. 1 8 lieb. 4 H. 8aohi bal iwar her aM-
gefttrichen, aber aueb das folgende wort, und nur Atr da« tweite woit, die eiae
•Übe, stellt er an die seite die korrektur.
485
Das geschencket glas.
Ich, Niclas Goswein, im aler-pesten
Vereer Hans Pfinczing, dem erenfesten
Von Henffenfelt mit dem weinglas,
6 Das ers füell ans dem grosten fas,
Mach oft firolich die geste sein
Darmit, nnd denck im pesten mein.
Anno talatis 1572, am 18 tag Novembris.
i Im ««httabnieD sproebboobe auf der innoDteit« des binteren deckeis.
486
Der reich gefflerst abt mit seieeii haubtleutten
tiud ritmaistern.
Alu gesiireeli«
Ich pia ein reich gefiirster abt,
6 Mick hat alles gelueck pegabt
Mit mein corlierii in meiner aptey,
Die ich halt all herlich kostfrey*
Die wereti mir alliie zaigen an,
Was aie für empter pey mir hau.
10 Der erst, hanptniaBi spricht:
Ich pin auB Franckreich hieher kamen,
Ich hör lieber pfeuflfen und drnmen
Und lenuäD wider die feint schlagen,
Den im doster kercsen nnd fannen drageo.
u Der ritmaister spricht:
Als ich aber lag Im krieg zw feld,
Wen man iimschlueg, wült geben geld»
Das det meim hercz mer frenden geben,
Den als closterlich gaistlich leben.
30 Der drit:
Wen aber ich liör den hämisch klingen,
Hör ich lieber, den metten-singen ;
Das ist zw- mal ein drawrig gsang,
Darpey ist mir mein weil gar lang.
u De(r flrd, keiner^ aprieht:
Wen ich frw sol zw frwmes sein,
Is lieber mir ain prenter wein,
l Im iwöirten •praebbaob«, b1. 3S& bi« 386. Dm fwolft« «pruQhbd«K
hatlu noch fuof l»ltttt«r frei; Auf die«« trag IfAua Suhl «eine Iflitteo gtdiebU ein..
l« ? ichj fehlt ß. 27 ? U. 6 lob.
487
und air im sehmalcz ein pfanen vol,
Speknchen mich auch drosten wol.
Der Bj luiifkoek, spriekt:
Ich aber hab nie kein dagambt
5 In der aptey auch nie versambt,
886'] Snnder teglich gsessen zw disch,
Mit-gessen hassen, fogel and fisch.
Der 6| ritmaister:
So hab ich auch den non mit-gsungen,
10 Mit gntten herren gfochten und gspningen,
Zw roß gerenet und gestochen,
Manch riterliches sper zw-prochen.
Der 7y oorkerr, spriekt:
So halff ich die fesper psalim
ib Mit Bch faren and spacim.
Mit reittn and faren, danczen, springen.
Mit schönen frann hoffim and singen.
Der 8y ritmaister:
Die complet mir anch wolgefiel
10 Mit waerffel, kartn and dem pretspiel,
Da ich oft ein schancz gewanen.
Oft mir all meines gelcz zw-ranen!
Der 9 spriokt, ein dopelsoldner:
Ich war gehorsam vol andacht!
26 Kam ainer, mir ain willküm pracht,
Es wer ain halber oder gancz,
Des wartet ich gnetwillg der schancz.
Der 10 9 kolfmaister:
Wen ich den siez pey der colaczen
so Und hör die kandel and pecher schmaczen,
Das gfelt mir pas, den feyren nnd fasten,
Wie-wol das macht 1er keler and kästen.
Der 11) kriegsmon:
Wen ich mich aber drinck zw vol,
u Das ich gesich und bor nit wol,
^^^^^^Kr ^^^^^M
^^^^^^m Das ich kaam anf den faesen ste ^^^|
^^^^^^1 Und an den wenden haimhin-^e! ^^^|
^^^^^H ^^H
^^^^^^H Wen mir frw thnet mein köpf so we, ^^^^
^^^^^^H teil wallen zw sant Kolman ge, ^^^H
^^^^^^B Da ich drinck rainfal und tnalüasir, ^^^^
^^^^^^H Darmii wirt den geholffen mir. ^^^|
^^^^^^H ^^^1
^^^^^^1 Mein hercz thuet mir mit freuden Kaclieu, ^M
^^^^^^M 10 Wen ich thw ein selilacht-ordnnng machen ^H
^^^^^^1 Wen der feint gerüest vor nn» hell, ^^^|
^^^^^^p Zw ros nnd faes sich gen nns stell, ^^^^
^B LbL 38ß] Der U, rotiiii.i8t6r : ^^M
^^m Wen der feint wil nit haben frid, ^^^|
^^m irj E ich vil hoclinuiecz von im lied, ^^^H
^^m Ich grielf e an zw fnes nnd roß» ^^^H
^^1 Mit karthaun und dem felt-geschos, ^^^H
^H ^^^1
^H Fro pin ich, wen wir in dem krieg ^^^|
^^m 3ü Gewiiien an den feinden meg, ^^^H
^^m Die nnfer vor hah uub ati-greut, ^^^H
^H Uns Atet und dorS'er habn verprent. ^^H
^^H Der 16, schaczmaiBter, spriolit: ^^^M
^^M Ich frew mich den der gneten peut, ^^^H
^^m '2h Die mich im herzen mein erfrewt; ^^^^
^H Doch dnt im herczen mich erparmen ^^^|
^H Im land der verd . . pon und armen. ^^^|
^H Dor 17j der heer-trometler ; ^^^|
^H Nun ich frölich hie auf wil plassen ^^^|
^H ao Frid, frid im ganczen land der-maeen, ^^^H
^H Um sicher ist zw reitten nnd faren, ^^^|
^H Wie es den war vor alten jaren. ^^^|
^^1 14 3 wir 1« T uDdJ rahli S, 27 S verd ipn. ^^^|
489
I>er abt spriokt:
Nnn sey got lob, das anser her
Hat gewanen preis, lob and er
Und uns peschüzet hat das lant!
ft Alle hilff stet in gottes hant,
Anf das frid pey ans pleib and wachs!
Den wfinscht ans aach allen Hans Sachs.
Anna salaÜs 1572 an sant Unola-iag am 21 Octobris.
Ües dtlickischon kaiser hoffgesind, herren nnc
frawen sampfc iren pefelch und eaiptero.
HirtiacL sei all ao verzaichnet pur
Ein warhaft abcontrafactur
b Des icz dürckiaclien k aisers fi'ey,
Welcher regirt in der Düerkey,
Mit iiait) SQeldan So) im genant^
In seinem kaiserlichen gewant,
Und auch der hoche priester sein
iü Ober sein gaistlichen and gemein
Samt seinem dürckischen hoffgsind,
[bL 386'] Die in empter verornet sind,
Wie sie mit Damen sind genant
Und mit ir klaidnng und gewant.
i& Auch man und weibspild hernach stend,
Die am dürckisclien hoffe send,
Wie sie gent mit gezirt und wat,
Auf dem lande and in der stat,
Abconlerfet gleich alle-sanibtj
20 Der ider wart des seinen ambt,
Darmit ein ider seiii amt zaigt an
Mit seinem piltnus, was er hat 2W tban.
1. Der dtterckiioh kaiser*
Diirckisch kaiserlich majestat
2Ä Hell da in kaiserlicher wat,
Sultan Solim genenet wirt,
Der 13 kaiser, so icz regirt.
•
1 Im swtilften ipTUAhbucbfi, bl. 386 bit 388. VsrgL KoiDrioh Kib ^*
DI« dlohtangeti deir Hans S«oha »ur gMoh. der aUdt Wien. Wion 1878. t^
491
2. Der oberat dttrddBeh prietter.
Der hochpriester pin ich erweit,
Allen galsüichen fürgestelt
Der Thüercken, zw gepitten hab
ft In aUen stenden auf and ab.
/^
8. Der Criiten-kind lermaister.
Jüngling, 80 der Cristen kind ^. ,
Leren, so ans kaisers hoff sind,
Dienen, welich in gemein
10 Zw dinst pereit nnd praittet sein.
4. Fnskneeht des kaisers.
Das sind fnskneeht zn dem snlton,
Wan er pflegt ans-zw-reiten thon.
Die vor- nnd nach-lanffen zw-mal,
16 Der-gleich sind hnndert nberal.
5. Trabanten, so dem kaiser Tor-lanffen.
Die trabanten mit dem hantpogen
Kamen vor dem kaiser her-zogen
Znfor, and wo er reittet hin,
20 Das sie mit gschos verwaren in.
6. Der Cristen kind werden kriegskneoht.
Der Cristen kinder streitpar kriegsknecbt,
Die pewachen den kaiser recht
Pey nacht mit ir geschüecz zw-mal,
S6 Seint 14 dawsent an der zal.
7« Hfieter des kaisers sal.
Diese hüeten mit irer macht
Des kaisers pallast pey der nacht,
Das den kaiser dreff kein nnfal,
80 Der sind 400 an der zal.
-^1« 387] 8. Die kneoht etlicher grosen herren.
Wen sie ansreitten füer das thor,
So lauffen in ir knechte for
14 8 TOD.
492
Zw ainem pomb und groeem pracbt,
Sam halteiiB in schtiecz ir macht.
9< Jftngli^g, 80 der Oristen ttinder krigen leren.
CriBten-kiniler, so g^en liolf knraen,
6 Werden zw lerDen angenumen
Zw kriegen, kempffen und zw fechten
Alle ordnnng zw krieges-rechten.
10* ü&new Terwegne kdegskneclit*
Oancz verwegene krieges-knecht
10 Die wagen im krieg nach der pent,
Seczen in gefar leib und ael,
Fürchten weder got. noch die lieL
11* ünferaagt trewt kriegskneoht.
Die wagen paide leib und leben»
16 Ftier ir herren auf flaiBch-penek geben
Und frewen sich fuer sie zw sterben,
Nur Ire wen danck pey in erwerben.
IS* Die pÜQchienmaiiter.
Die püechsenmaister der-geleich
ao Fint man nit im römischen reich;
Die wagent mit der schwarzen knnst,
Aach mit ander kunst kuraen sunst,
13* Erigfllewt, 8w kriegen aaf dem mer,
Rriegfllewt, zw streiten auf dem mer,
16 Mit hantgsch irren und anders ser,
Künuen wol frost und hunger tragen,
Pis das sie Ire feinde schlagen.
H, km Persier»
Ain Fersier in dem gewand
30 Aas Persia^ dem verherten land,
Das der gros kilnig Alexander
Mit krieg verderbet allesander,
16. Die Btalknecht.
Das ist ain diirckisclier stalknecht»
[bl. 387'] u Der wart der rawsig geul recht
493
Mit fateni, strigeln und strew,
Mit andern knechten, mit habern and hew.
16. Ain mor ans Arabia.
Ein mor ans Arabia
6 In seiner klaidnng contrafack da,
Wie die am leib sint schwarz-ms.
Doch gar sinreicher verstentnus.
17. Also fftrt man die prewt haim.
So fürt aim grosen herm sein prawt
10 Unter dem himel 4 man vertrawt,
Anf ainem ros verdeckt, gezirt
Mit groser er, mm, pracht und wirt.
18. Die sehlechten weiber.
So eint schlecht frawen zwgericht,
16 Verdeckt mit irem angesicht.
Wen sie deglich gen marck get ans
Zw kanffen, was gehört ins haas.
19. Die reichen weiber.
So siezen geschmückt uber-ans
so Die reichen weiber in dem haus
An der erden auf seiden decken.
In köstlichen würzen, wolschmecken.
20. Die firawen auf carmanen.
Die frawen auf carmanen frey
25 Gen so geschmückt in der Türckey
Mit weis- und herlichen gepent,
Darpey man sie ans allen kent.
21. Der Cristen weiber.
Die Cristen-weiber der stat Pera,
so Wen die sind verhairat alda
Elich in der Thüerckey zw-lecz,
Deckens ir har mit ainem necz.
♦
32 7 bar. 8 boDt.
495
bsprnech der cristlichen confession zw Augs-
parg) peschlossen im 1530 jar.
m eristliolieB glauben erolert Leonhart Deffner t. Wieaenpnrg.
389] Lobsprach der schon confession
6 Ewangelischer warheit fron
On Garolnm, den kaiser wert.
Nach dem er zw Angspnrg pegert
Hat, als man zelet dreissig jar
An sieben fäersten lauter klar
10 Reichlich nnd anch an zwo reich-stet,
Treflich, so ein Versammlung het.
Da diese raln nnd cristlich 1er
Erlich wart bschlossen got zw eer.
Falsch menschen-ler verworifn darneben,
15 Nit cristlich sey, darnach zw leben.
Ehr, lob sey gottes mayestat,
Rain uns sein wort hergeben hat.
Und das es fruchparlich auf-wachs,
Wünschet nns der Schreiber Johann Sachs.
so Anno salntis 157B, am 19 tag Marci.
Seins alters im 78 jar volent.
Die anfangsbnchstaben nacheinander bilden den namen
Leonhart Defnerv. W.
«
^ Im twAlften spraohboobe, bl. 388' bii 389.
^
^^^H ^^^ ^^1
])M
new fenlein deutscher lanczknecht.
1. Der hftaptman spriolit: ^^^B
leb pin ein liauptmao anserwelt, ^^^H
Foii dem römischen reich pestelt ^^^H
h
über dis fenleiti deutscher knecht, ^^^^
Haben gekret krieges-recht ^^^H
In Franckreicb md in welschem land, ^^H
Patde mit herczen und mit band. ^^^|
Die wil ich wider den Däit^ken fiieren, ^^^|
10
Der sein morderey lest dürckisch spneren, ^^^
2. D«r &iii tr&bant:
Ja, herr banbtman, die lanczknecbt haben
Wir gscbriebn in Payern, Franken xmd Scbwabeo
In Düer^en, Sachsen und Rainstram,
' 16
Pie ich das fenlein knecht pekam:
Da macht ich manche werckstat ler»
^^^^H
Der hercz zw kriegen het peger,
^^^^^^1
Da samlet wir das fenlein gleieb,
^B
Die doch nit werden alle reich.
^r -
8. Ble p&echaeii sprecheii:
r^
Der hunger und die dewrong bat
^K [bl 889' 1
unser vil triebn ans der werkstat,
■
Weil nnser bantwerk ser nanien ab,
^B 1 KW
ml^eti gpruobbuche, bJ. SSU bii 390. Vtrgl. Ueinnob Kib i
^H Di« dkhtuDgen d» Uüd» Saobi «ar gMobieht« cl«r tUdt Wien. Wbo t8|
^H «7 f ß«büD
im driiieD (Terloreii«n) «pruobbaohe , bl. 98, h«Uu Hadi
^^M anUr d«tti aUgemerntti] tH«»l (ifiinaDj^t Allerlmj kortii sprach »Cm f«uleiu knj
^^H in 1411 vertun
auf|(;eaäbrit^bfl[i. Den lltel TdriRli «r in t«{B«m gtttftntr«
1 '""
«n, dft» bos>^ di« forst wEr«n vor «od« IMK g tdmalct g*^
1
497
Der-halb sich der grost dail pegab
Aus f&rwicz in den krieg, dameben
In ein geferlich, elent leben,
Darin ist weder rw noch rast
6 und macht manchen onwerden gast.
Doch mnes ich icz zw diser zeit
Helffen schüeczen die Cristenheit
Vor dem Dürcken nnd andern tbirannen,
Die anfwerffen ir gotloß fannen
10 Wider all recht nnd pillikeit,
Da soll die cristlich öbrikeit
Gepranchen ire nnterthon
Zw hilff nnd schnecz, zw widerston.
4. Die spilewt:
16 Frisch anf, ir lanczknecht all geleich,
Frewt euch, wir wöln all werden reich.
Got wird nns geben hall nnd gläeck,
Zw dempflta der argen feinde düeck.
Die nnschneldiges plnet vergiessen,
M Werden sieg nnd geläeck verliessen
Und das pezallen mit der heut
Als verwegen, gotlose lewt.
5. Der fendrioh:
Seit nnferzagt, ir frume lanczknecht,
S6 Unsers kriegs bahn wir fueg nnd recht,
Zw schüeczen den gemeinen man.
Der lieber fried und rw wolt han,
Mit erbeit neren weib und kind,
Die herczlich got anru£fen sind,
so Das got getrewlich pey wol sten,
Das der feind mus zw drüemer gen.
6. Die doppeMldner:
Ir doppel-söldner mit helle nparten,
Dnt der fannen unferzagt warten,
SA Darmit wir wollen eer einlegen.
Dem feind riterlich sten entgegen.
It 8 T«ri«00ts. 30 8 schaeox. 31 8 düermer. 32 8 sölner.
^8Mka. xxin. 82
498
Darmit erlangen eer und guet,
Als noch manch trewer krigsman duet.
Der pey-stet cristlicher obrikeit.
Die im erllche pesoldung geit.
7* Die g^emaineii kneolit:
Ja frölich woll wir greuffen on
Den feind, dreffen, nit abelon,
[bL 390J Piß wir erlegen sein hochmnet,
Das er pezal nnachuldig pluet,
itt Das er wider recht vergoasen hat.
Anf got all unser lioffriutig stat,
Der Wirt uns fried und nie geben,
Das wir cristlichen miiegen leben.
8. Bar huerenwaybel mit dem troß:
iR Ziecht fort und raambt uns straa und weg;
Wan der dros ist möed, faul und treg,
Der hernach-zewcbt mit grosser pent,
Darmit er raubt die pauers-lent
Von hünern, gensen^ kw und ros,
30 Darmit sich nert der krieges-dros,
Darmit die panren den pürger8-mon
Gar diickisch ubertumen hon
Mit koren, dinckl, rtieben und krawt
Und was sie habn 7,w feld gepawt,
u Das in im krig wirt gnnrnen lün,
Wie eis her-kanj, so get es liin.
L^erbalb pesser fried and sig.
Den pluetfergiessen oder krieg.
Den geh uns gf>t, das frid erwachs
so Hie und doit ewig, wüuBcbt Hans
Anno iaIuÜH 1578, aui 15 tag May, miuB alters im^^S
7 a feiD. R Bl. ^00 iit die ioiintsAita tiei rttekdeokett tom
tfiTiicIiibuebfl. 10 8 widoreeht. 33 T dlniill, 8 rahroibt ang«(ltk
36 ? Wie. g Die. 7 hin. 8 win* 31 8 Im in».
499
Anhang.
Äichnß, ein gott aller trincker. Epicnrns, mein
bester freandt.
BachiiB, den wein-gott, man mich nent,
War bey den Griechen wol erkent,
ft Da ich von erst erfand den wein;
Ander nation heilen kein.
Da lehret ich sieden meht und hier,
Damit man anch mag dienen mir.
Merck, welcher wil mein diener sein,
10 Der rieht sich nach der lehre mein
Und verzeyt sich gleich alsbald
Aller reichtumb, ehr und gewalt,
Aller tugent and erbarkeit,
Aller zucht, frorobkeit und weißheit,
16 Aller erfahrnng, lehr nnd kunst,
Anch aller warheit, trew and ganst,
Aller hoffart and geytzigkeit,
Sondern sol gehen in schlechtem kleid,
Betreaft mit meht, hier and wein.
20 Dasselb ist die hoffart mein.
Keines haaßrats er achten soll,
Wein and hier in den kriegen holl,
Das holtz nach dem pfenwert einkaaf,
Urab schmaltz, zims zam pfragner lauf,
26 Brod, fleisch vom beckn, fleischhackr borg.
Die lent zu zalen hab keinn sorg.
1 Im enten spraebbuohe, bl. 360, sUnd als lotstes stUok eingesobriobon
'^^^tiieb sprneob : Baoboa ein got der drinoker« , im drucke war es vor 1 546
^^«In enebioneD. Die obigen verse gebe ich nacb dem grol^folioblatte des
^^aer knpferttiobkabinetts , dessen absohrift ich Job. Bolies gute Terdanke.
^^ Ubliograpbie im nftobsien bände. 14 E Znebt. 21 B ebr. 25 K fleiob.
32 ♦
500
Nimbs tbewr genug aaff borg und zUl,
Wer nur beitten und borgen will
All ding, die in sejn handel gehören.
Mit nichten »ol er arbeitten gern,
b Smm amptB oder Beins bandela wartten,
Sondern nmbschlieffen in meini gartten.
Seiner frawen kleider, bet außtrag
Oder Bonst gelt gewin, wie er mag,
Äuff das er mir dien zu aller frist.
10 In dem weiubanß mein tem|>e] ist,
Da singt er vesper und completen,
Biß uinb miternacbt die linsler metten
Mit saugen, fressen, prassen, scbleniinen,
Ziitrincken, halb und gantze nehtuen,
iii Und wen er zu nachtes wil beim gann.
So opffern wir ein vollen mann
Und torckelu heim on rock nnd kapen
Nach miternacbt, wen die eulen schnappen,
Und ob er feit, sudelt sich im koht^
90 Der krich nur heim, es hat kein not.
Dnd ob schwach sind sein glieder.
So lege er sich in k leidern nieder.
Ob er das hanß nit linden müst,
Mag er woll ligen anif dem miat.
26 Dasselb ist mein paradeyB,
Darinnen ich mein dien er weiß.
Wen er ausscblelft, sol er dan ghan,
Wtder zu irincken fahenn an.
[2 ßp.] Dann sitzt er wie ein gstochen kalb,
90 Hat sein sin weder gantz noch halb.
Treibt er das all tag für und für,
So ists ein rechter diener mir.
Dem lohne ich nach seinen wercken:
Von erst gib ich im, solt ihr mercken,
u Ein leren beutel, vollen kropff,
Ein sclmtlechten, tollen kuptl;
Sehr groben dn und tolles bira,
Da alle fanlasey regiern,
Kurtz gedechtnns gib ich im tVej»
24
8 E ir.
K , iPt.
15 IC wit
28 E Wldir.
2 1 K Mhaeb.
V, gdeebtniif.
23 Y Gtidflo] I
501
Als fem man wir^ mit einer sew;
Sein yerBunfft geht auf steltzen wallen,
Sein zang thnt stolpern nnde lallen,
Begier gib ich ihm zn nokeusch,
Znm zoren, hader and gereisch,
Lose gesellschafft ich im gib«
Zn weih nnd kind kein trew noch lieb,
Änch gib ich im närrisch geh er,
Das er ein Bpot wird der kinder,
Gib im anch so ein schön gestalt,
Gleich wie man den EBopiim malt,
Ein bleiche färb, alg sey er kranck,
Ein seh wanck enden, Ungewissen gang,
Damit er macht ein kreiß und werbel,
Als ob er gehe anff beltzen ermein ;
Anch gib ich im zitrendt hend.
Kalte ilüß in dem rnck nnd lend,
Ein bösen, nndäwigen magen^
Der allezeit den dnrst thut klagen.
Der eich auch nimmer recht erwermb,
Ein nngeachickte& ingederm,
Darvon mein diener aufferstat,
Das er stehts aoBzuwerifen hat;
Gib im auch ein etiiickenden athem^
Ala ob man krebs im mund bet gsoten;
Auch gib ich ira saussende obren,
Damit er nit leiÜ mag hören,
Auch tun ekel- rot-, rinnende äugen,
Die in das alter gar nit taugen,
Gib im Schwachheit seiner krafft,
Verachwindnng seines marckes-safft,
Ein ströes beth^ ein ödes hauß,
Darauß mach ich ein heilig klauß,
Dahin wallen die schuldiger,
Das er secb einen wolff ab mehr;
Des wirt er sich mit seh wert und hamnier.
Wann er dann steht in solchem jammer
und alda recht bedencket sich,
ist die katz das beste yiech.
2t E VDgei«hicktn.
7 T utid] E nä i:i b:
502
Er»t gib icli im den bettelstab,
Den ich anflf in behalten hab.
Dann geht er arm, trostloß nnd kalter.
Erst geh ich im ein kranckes alter,
[3 sp.] 6 In sein flisse und bein die flösBe,
Damit bezal ich im die gtisse,
Gib im eDtlich ein kurtzes leben:
Die gab thn icb den trinckern geben.
Wer dem weinhauß zu erbar wer,
10 Derselbig trinck dabei lu de^to mehr«
8o ers daheimen thit gewonen,
Wü icli im gleich mit dem belohnen,
Damit ich mich danckbar beweiÜ
All denen, die mir dieoen mit fleiß,
16 Doch eioem mehr, dem andern minder.
Eins theils erbt erst anff ire kinder,
Wiewol die schrifft warnet: WarMch,
Wer wein lieb hat, der wird nit reich;
Anch warnet Christtis, der herr, mit:
sü Mit e&ßen, trincken beschwert ench nit,
Das anlf ench komb der tag nit eins.
Fanlas spricht: San^t eneh nit toI weins;
Davon wird ein nnordenlicb leben.
Auch sonst vil straff der schrifft daneben.
36 Der gl eich der turckisch Machomet,
Manch weiß philosophns und poeth
Verheben mir mein lohn und gab,
Die ich in knrtz erzelet hab,
Und legen mir znm ergsten an6,
IC Als sey mein dienst ein todten-haüs,
Und wollen mir mit solchen sachen
Mein diener mir abfellig machen.
Dergleichen andern anch wehren,
Das sich die anch nit zu mir keren.
36 Ir mühe nnd arbeit ist umb-äonet;
Ich find gnad, dienst, lieb und gnnet
In nidern nnd hohen stenden,
In allen provintzen und landen,
Bey keyser, könig, grafen, fürsten,
40 Der anch nach meinem dinst vil dürsten,
2 K D«Dn.
508
Bitter, edel, burger und kaoflent
Reiten dapffer gehn hof noch hent,
Die weiber und der handwercksman,
Lantzknecht und bawren mich nit lan:
6 Sie dienen mir tag nnd nacht,
Dae mein gottes-dinBt wirt verbracht
In allen stächen vorgemelt.
Man rfimbt mich in aller weit,
Und welcher mir wol dienen kan,
10 Den helt man för ein dapffem man,
Wiewol ir viel schentiich nmbkommen.
Der hencker hat mir viel genommen,
Dnrch mein dinst wart die sünd vermehrt
Zn Sodoma, nnd Gomorra wart verkert,
16 Da Israel mir dienet frey.
Da ftels erst in abgötterey;
Da Benedab meines diensts pflag,
Mit 32. königen ehrlag;
^P-] Fansti die wart gschlossen anß,
io Da Aswems mir dienet zn hanß.
In meinem dienst die fraw Jadith
Holofeme sein hanbt abschnidt,
Anch ward geköpfft der taaffer zart,
Da Herodes mein diener ward;
36 Reiser Clodins dienet mir eben,
In meinem dienst ward im vergeben;
Vitelii wolts auch nit glücken,
In meim dienst hieb man in zn stücken.
Obs schon etlichen mißling,
so ledoch ich viel zawegen bring,
Hab ir vor jaren auch gefunden,
ledoch noch mehr zn disen stunden.
Vor zeitten wars bey den beiden scband,
letzt ists ein ehr in Cbristen-land,
36 Das mans wenig strafft und wert,
letzt wird mein gottes-dienst gemehrt.
Vor zelten bet ich Noe, den alten,
Mocht aber in nit lang behalten ;
Den frommen Lot ich auch begrieff,
40 Da er sein töchter beid beschlieff.
*
^9 B nohr. 16 ? «rat. E er.
504
ao
Gott verbot den wain den lenten,
Da bab icb groß abbrucb erlitten;
Docb ist inirB wider slat ala-sandt^
Seind mir letzt dient der gemtlicb stand:
Bapst, biscboff, cardinal» tbumberrn,
Pfaffen, münch, thut micb als ehren
Gar fleiasiglich als iren gott,
Leiden in meim dienst angst und not.
Solclie märterer bab icb obn zal
In allen stenden nberal,
Auf das sie nnr meine diener bleiben !
Dieselbi^en tbu icb allein schreiben
In mein register, jung nnd alt,
Auf das sie faren also- bald t
Nach irem todt anß diesem leyden
Zu mir in mein inbrünstige frenden^
Gebn trawrens zum eawren bier,
Da ich lang bab gewartet ir.
Da sitzen wir in nobis-batiß,
Und ist dem scbimpff der boden auß:
Da müssen wir trincken scbwefel-bech.
So zain wir mit der hant die zech.
Welcher gern bey nns wolt sein,
Der trinck sich stets vol hier und wein
und lig im kot, gleich als ein scbwein,
So kompt er bald zu uns berein.
1627
3ft E rr. 27 Kein« dar Bpmöhfodbbto de« ernten «pniehbaobet i«l
1^37 gediobtei. Aueb dm obtge soheinc ooob io diesem jftbre entttMitlen
«ein. Georg Lang, der formBehüelder, hat e«, wie mir vorkotantf elwtu wUlli
lieb verOffenHiflbt, Detbnlb b&be lob es in cIqh «nbntig gefteUi.
505
Ein nenwer sprneh, wie die geystlicheit und
etlich haadtwereker ober den Lather clagen.
Der gdtzig clagt aaß falschem mat,
Seit im abget an eer und gut,
6 Er zürnet, dobet unde wüt,
In dürstet nach des grechten plüt.
Die warheit ist got und sein wort,
Das pleibt ewiglich onzerstort.
Wie ser der gotloß aach mmort,
10 Gott bschützt sein diener hie und dort.
Der grecht sagt die gotlich warheit:
Wie hart man in vervolgt, verleit,
Hofft er in got doch alle zeit,
Pleibt bstendig in der grechtigkeit.
16 Die olag der gotlossen:
Hör unser clag, du strenger richter,
Und sey unser zwitracht ein schlichter,
Eh wir die hent selb legen an
Martin Luther, den schedlich man.
so Der hatt gescliriben und gelert
Und schir das gantz teütsch land verkert
Mit schmehen, lestern, nach und weit.
Die ervardige gaistlichait
Von iren pfründen, rent und zinst;
26 Und verwürfft auch iren gotzdinst;
1 Einieldmok b«i Bmil Weller, Hans-Saohs-bibliograpbie nr. 193. Vergl.
X]5 bii 120. Faoiimil« bei Ernst MammeDhoff, Hani Saebs. Zum 400jlihrigen
^^«rt^nbilttam des diobters. Nürnberg 1894. s. 32.
506
Der vätter gepot und anfifeetz
Hayßt er iinütz \md luenschen-gschwetz,
Hell niclitB von apiaß und fegfewr.
Die meß kumm auch kainr sei zu stewr;
6 AU kirchen-pew, -zir und -gegchintick
Veracbt er gar, er ist nit duck.
Des clagen die prelaten ser,
Pfaffen, raünch, stationirer,
Glockengiesser und orgatiisten,
10 Goltschlager und ülu ministen,
Handtmaler, goltsciimit UTid bildschnitzer,
Ratschmit, glaßmaler, sey^enfitzer,
Stainmetzeii, zimmerleüt, scbrelner,
Paternoster- , kerzen-macber,
le Die permenter, singet tind scbreyber,
Fischer, zopffnun und pf äffen- weyber —
Den allen igt Lather ein bscliwert.
Von dir wirt ein nrteil begert,
Sunst werdt wir weiter appelliern
20 Und dem Lullier die prend recht schlrn,
MaB prinnen oder revocirn,
Antwort B. Martmi:
0 da erkennet aller hertzen,
Hör mein antwort, des ist kein scbertzen,
siv Die scbreyen fast, ich tbiin mich irren,
Und wollen doch nit disputiru,
Sonder mich mit wortert schrecken;
In tbut we, das ich tbn anff-deckn
Ir grossen geytz und simoney,
90 Ir falsch gotzdinat und gleissnerey,
Ir bannen, anffsetz und gepot
Vor aller weit zu schand und spott
Mit deinem wort, das ich denn 1er,
Nnn in abgeet an gut nnd eer,
3» So künden ey dein wort nit leiden,
Dunt mich schelten, hassen nnd neiden.
Wenn ich bett gschriben nnd gelert,
Das sich ir reichtnmb bet gemert,
23 Vor dieflor lello stobt: Aeluam I.
36 E srriD.
607
So wer kein bessrer auff-ge8tandn
In langer zeit in tentsehen landn.
Dis ist anch die arsach, ich sag,
Das gegen mir anch Stent in clag
5 Der hantwercks-leat ein grosse zal,
Den anch abgeet in disem yal,
Seyt diß apgOtterey ent nimpt.
Also seynd nber mich ergrimt
Von erst des Baals-tempel knecht,
10 Den ir jarmarck thnt nimmer recht,
Und Demetrins, der werckman,
Dem sein handtwerck zn-mck wil gan,
Her, durch dein wort, das ich thu schreibn.
Ir dröen soll mich nitt abtreibn;
16 Bey deinem nrteil will ich pleiben.
Das nrteU Christi:
Das mein gericht das ist gerecht:
Nnn merck, vermaints gaistlichs geschlecht,
Was ich ench selb bevolhen han,
so Das ir in die gantz weit solt gan.
Predigen aller creatnr
Das evangeli rain und pnr.
Dasselbig hant ir gar veracht
Und vil nenwer gotzdinst anff-pracht,
26 Der ich doch kein geheissen hab,
Und verkanfTt sie umb gelt und gab
Mit vigil, jartäg und seimessen;
Den Witwen ir die hewser fressen
Und verspert auch das himelreich.
so Ir seyt den doten-grebem gleich
Und Schlacht zu dot auch mein propheten,
Der-gleich die pbariseer thetten.
Also verfolgt ir die warhait.
Die euch teglichen wirt geseit.
36 Und so ir euch nit pessern wert,
Ir umkummen. Darumb so kert
Vor 9 lieht: 3 Regum 18. Vor 11 steht: Actuum 16. Vor 17
»bt: Joftoois 6. 18 E gesleebo. Vor 21 steht: Mar. oltio. Vor 24
»lit: Mathei Ib. Vor 27 steht: Math. 23. Vor 35 steht: Lue« 13.
508
Von enwerm fafschen widerstreit!
Dergleichen ir handtwerck-leyt,
Die ir mein wort veracht mit drutz
Von wegen ewerß aygen-nntz,
6 Und hört doch in den werten mein,
Das ir nit seit sorgfeltig sein
Umb zeitlich gut, geleich den haydn.
Sonder sacht das reich gots mit freadn!
Das zeitlich wirt euch wol znfalln,
10 Snnst wert ir in der hellen qaalln.
Das ist mein urteil zu euch alln.
Hans Sachs, schnster.
4>
Vor 6 steht: Mathei 6. 12 H. Sachs hat lieh ni« aohuator
sondern immer schabmaober. Bs ist, als wenn der erste aosdniok mioderwerti
gewesen wäre; sieh band 22, s. 7, a. IS and Sl, aber auoh Bmil Wellsr»
UanS'Saobs-bibliograpbie, nr. 27 a.
In den bandschriften des dicbters ist dieser ipmoh nicht naohwoisiMU'.
Von^ed,
»m edleii oßad ehrnveaten herrea Christoffen Weytmoser
^Q WiDCkel, Kö: Kü: Hay: Uath, bergkberrea in der Ua«
iteia auud Itawris a* s. w.» oiejueni groigüaBtigea, g^bie-
^ leodtiDt lieben herrn nnnd patronen«
I Edler, ebmvesterf grotS^imstiger , gebietender, lieber herr,
»wer veat and henrligkeit sein gotea gnad und bannbertzigkeit in
^hrimU}, dem herrn, onsern] eynigeo mitler, beneben meinen indter*
lienigen diensten, sonders fleiü mit aller ebrerbiettmg aizeit bevor.
Sa ist von den bayden ein sehr alt lierkbommen unnd aacb bißber
ley den nnsern der braocb gewesen und blieben, inn ein yedeg
V«rck oder bucb ein vorrede zuetellen, dardnrcli derselbige dem
tir commendiert unnd ihm zu mebrem verstandt ejn weg unnd
gemacbtf auch eyti patron^ dem es zu grossen ebren nnnd
ÄWgem gedecbtnuÜ zu-gescbrieben , erwelet, darinn der anthor
l^elobt unnd vor den angütigen , bösen leutben gebandbabt unnd
Lefendiert wurde. Derwegen es inn diesem werck nicbt alieyn
^TeacJjUch, sonnder aucb notwendig geacbt werden sol, inn welcbem
Lurcb-auiS inn allen bistorien, weldtlicben unnd gaystlicben, «cbfliie
«agedien, comedien unnd andere lustige spiel, gesprecli» lobgedicbt,
cJagreden, fabel, scbwenck unnd renck veH'ast aeyn unnd mit der
Prarbeyt befanden werden , wie dann inn dem tittel dieses bncbs
clrtslicb endtworifen unnd gelesen wirdt, darinnen gerecbtigkeyt,
th, lebr, liebe, forcht, erbarkeyt, ehre-erbiettnng, gottes-forcbt,
Andacht, dapfferkeyt, kunst, weißheyt, fleiß, biiligkeyt, scbew, aynig-
^Jt, gemainscbafft, glauben» warbeyt, miltigkeyt, geduldt, zncbt,
icbam, derant unnd alle tügend gebandelt unnd der menschen wesen
Und Wandel gelehret werden^ die dem gemeynen manne nnud dem
•
1 ADflktt einor nftcbrode itelle iob. tkn deo aobtul> die forrtd« det ver-
ftM miii 6rit«D foliobaodQt toi^ der unaer« gaiiio iftomiluiig hilt« erdATnet
510
I
vatterlaodt teudtsclier nacion sehr dienstlich tiDnd I5bellcb WJR
TD igen, seyntemal solliche gewaltige geschichten inn unsere sprach
gebraclit imiid beschrieben, welliche sich bey den aller- weyBesteo
uralten Orieclien verloffen iinnd zn-getragen. Darin d warlich ein
grosse weißheyt und experientz stehet und verborgen ist, die bißher
nndter allen hayden den preyß unnd das lob der knndt unnd ver-
niinfft erhalten, inn schrifften unnd grosse büeher (dieser weldt
auch zu nutz nnnd gut) schön verfasset nnnd begriffen nnnd die
gantze ey genschafft menschlicher nalur sainbt irer art endeckt und
10 an tag geben haben.
EHeweil denn inn allen sprachen , wie wir yetzund nicht ahn
grosse Verwunderung, gott sey loh inn ewigkeyt! offeudtlicb nberal
h^ren, sehen unnd lesen , die grosse gaben der weyßheit aaß anad
vonn den genaden gottes ahn das liecbt nnnd tag gebracht, w5lleD
V* wir mit hertzliclxer dancksagung unnd grosser reverentz solliche
vonn gott, dem tierrn, ihm za lob nnnd nnns zn gedeyen ahn-nehmen.
Wiewöl eyn yedliclie sprach ihre sonnderliche gab nnnd genad bat,
welliche ihr wenig wissen unnd verstehen nnnd darum h nicht sein
müssen, wie mit wennig wortten angezayget soll werden« darumb
20 auch eyne vor die annder zu halten nnnd zu schätzen ist. Ah
die hebräische undter andern die erste unnd bayligiste, inn welcher
gott selbert geredt, derer buchstaben auch bedeudtüch aeyndt, das
sonst inn kheyner anderen ist. Darumb die historien vonn der
weldt an fang her klar unnd wol beschriben ; die griechische, welliche
as ettwas weytleuJftiger unnd gewaltiger ist, darinnen aller künsten
weyßheyt unnd aller dingen arth unnd eygenschafft unnd sonnder- _
lieh die genadt unnd barnihertzigkeyt gottes inn seynem geliebten |
söhn, unserem herren, sich eröffnet unnd erkleret haben ; die latey-
nische, welliche gott nicht ahne lob begäbet, darinnen viel hayni-
u lieber mysteria begraben, die auch zu unsern zeyten nicht geoffen-
baret unnd noch verborgen liegen, da viel ding und wunder Ton
der zukunfft des grossen gottes versclilosseu und versigelt seiad ;
die teudtsche, der got der allmechtig nicht vergessen, darinn blBher ■
deutsch unnd (leudtHch genugsam, ja hell unnd klar (wie der lieben "
36 sonnen scliein) die warheyt gottes wortts geleuchtet nnnd sich hat
hören unnd sehen lassen, welches ich nicht vor das geringste wo oder*
zaychen des jüngsten tages halte unnd jndiciere.
Welche in diesem werck deß alten, ehr liebenden mans Hansen
Sachsen Btattlich gehandelt unnd kunstreich tractiert wirdt, jha
40 als vonn eynem tendtschen poeten reichlich volfüret, unnd nrtheyle,
die warheyt zu sagen, nicht weniger vonn ihm inn seyner matter-
I
Ml
als bey den Orieclien vom Hörnern annd bey den Lateynern
Ver^ilio. Wann man mich fragen würde warninb , unnd wie
es ein nngleicb ding were, wolt Ich mit dieser andtwort verfast
seiD : das Homems ein Griecb , Verg^ilitis ein Latiner ijeweseii und
A ein yedUcher inn seiner angebornen sprach geredt , gelehrt nnnd
geschrieben, nnnd ist auch war, das von nnseren poeten , als vom
EobaDO Hesse, Sabino, Cardo, Stygelio unnd anderen mehr zu halten
ist, dann von dem Ovidio, TibulJo, Propertio nnnd der-gleichen,
dieweil sie inn ihrer mutter-Bprach geschrieben , die unseren aber
itt mit eyner frerobden unnd gelehrten ziingen, daü ein deiii mid
arbeyt erfordert und der kaust zugeaygnet wirdt.
Dnnd ist die tendsche ein schwere sprach, wie wir sehen unnd
hören vonn frembden nacionen, wie lecherlicli sie tendsch reden^
und auch kheine anö den zwen-unnd-sibentzigeti der griechischen
ifi nefaener befreuiidt noch zn-gethaner, dann unRer herrliche teiidtsche
sprach unnd gantz nberÖiiasig befanden, wie dann dieser teudt^cher
poet Hans Sachs inn seynen gedicbten zu verstehen gibt, unnd
gantz lieblich nnnd artig ist, der nicht allein mit seynen reymen
nnnd versen fieissig, sonnder wol bedacht unnd lange zeyt mit umb-
«0 gangen mit diesem werck , nemlich zwey-und-viertzig gantze jar,
das er offt fleissig überlesen, corrigiert, ahn vielen orten gebessert
annd gemehret hat unnd yetzund endlich publicieret, wetchs emb-
sigkeit ich fast vom herren Philippo Melancthone hab ein-mal
hören loben ^ darzu groß unnd wichtig achten, auch von anderen
** gelehrten viel mehr: es sein auch die andern reymen im mit nicht
20 vergleichen oder so hoch zu achten,
Dieweil denn dieses treflich werck voller warheit^ liebligkeyt
Unnd schöner hiatorien befunden , welche holdselig zu lesen und
kurtzweylig zuhören, wie ich sie von hohen, wichtigen leutben hab
liören rühmen nnnd fast loben, hab ich sie durch moiu Unkosten
trucken lassen unnd mennigklichen zu gut und frommen öffentlich
publiciert, unnd nach-deni mir auch der aulhor das werck über-
geben, hab ich endtlich auß rath guter herrn unnd freund bey
mir endtschloöHen , solches e. h. und g, zu dediciern und zuzu-
schreyben, nach-dem ich weiß, das e, h. und g. wol studiert, ge-
lerten leutben wolgewogen und in historien fast belesen sey, das
ich e. h. V. und g. unterthenig übersende, e. h, v. und g, auff das
aller-höchst und embsigiBte bittend, wolle mir inn dem fall nichts
I
^^m 22 Ubrti»eh ijt die iLoUe in dar b&jr. biUlolhek, band IV, r, 44 t. 6 f.
:^H»iii iodof n ; dann dM lob de« Melaneblbon baUe deniniieb Fl. Saoha wähl «rrabreo.
512
verargen. Gott, der almechtige, ein vatter nnsers herm Jesu Christi,
wolle ewer herrliche vest annd gnaden gnedigklich bey gsnndheit
erhalten annd selig machen. Amen.
E. h. V. und g.
gantz undtertheniger
Georgias Willer.
518
Nachträge nnd berichtignngen.
Zum 1 bände.
434 VergL J. Bolte, Tijdschr. v. Ned. Taal- en Letterk. 14, 135.
Zum 2 bände.
106 bis 110 handschriftlich in S 11, bl. 166 bis 168', mit folgenden
l«earten : 4 perümbt 6 Yb^^neg ganzes. 9 doch zt der zeit 13 vil
▼olck erstach vnd drencket. 14 Anch vi! schieff in das mer im sencket.
19 Qaniz] fehlt S. 28 geschlagen. 29 blieben] kamen.
107, 4 Darfon wnrden die kriechen. 5 der-geleich] anch der-gleich.
9 Den ganzen krieg. 11 Vnnberwintlich. 12 Am. seines heres.
28 Vereterlich. 26 West doch.
108, 6 Maint im gar nit. 7 Vorschlag (!). 12 er pald k. 19 Der
>einen aidspflicht. 24 Artaxerxi dem son angnem (?). 32 zeim =
IQ eim. 36 gleich.
109, 2 pnegi 8 solt gfencklich. 17 dem volck allensant. 18 War
Artaxerses der jung. 20 In Persia seczt auf die krön. 21 Hernach.
22 in riet mancherley vnglüeck. 24 Von sein pruedem vnd aigen
^den (vergl. band 23, s. 185). 25 Des ist weng nie auf erd zv finden.
^ frierst has gros. 29 Guet fried, da sich mert. 30 Vnd in doch
^itet 31 rumb, preis. 32 not zw. 33 Des er doch. 34 So. Nach 34:
^as er ainem eher nach get, Dardurch eine gancze garb verzet.
te yertirbt mit. 37 Zumb andern.
HO, 1 vntrew hat aiuen. 2 nit haimlich. 4 sich] in (!). 6 gschech.
* Das drit. 8 vnd warbeit helt 9 Ob geriebt vnd gerechtikeit. Unter
^«in datum 180 [vers]; es sind aber nur 160 zeilen.
2*57 Vergl. nachtrag in dem 2 bände der schwanke s. XIV.
335 (sieh auch bd. 21, 365) Reinh. Köhler hatta dazu folgende
'^Qrgleichsstellen gesammelt :
E. S. Taylor, History of Playing Cards. London 1865. s. 483.
^. Riese, Anthologia latina 1, 2, 184. Revue celtique 3, 273. 307. 332.
^20. 528. 4, 475. Pitr6, Usi e costumi 4, 474. Ein darauf bez. aufsatz
^ demnächst von Job. Bolte zu erwarteu.
Hmnt Saeht XXIII. 33
514
Zum 3 bände.
165 (aieh aucli lid, 2U 374) Reinh. KOhlerbidte dazu noch folgewlf
vergleichßsl eilen gesummelt :
Fitrö, Piabe e no¥. pop. aiciU nr. 274. W, E. A. Axon: The kttt
demy 1889. Nov. 16. a. 319. Pavillon» U honneur, le feu et TeitL
St Marc Girardin , La Fontaine 2, 202. Sieh vorhin zu bd. 2. 335
205 Vgl. Reinhold Köhler, AufnäUe über mÄrchen und Volkslieder
Berlin 1894, a. 112 f.
Zum 4 bände.
300 VergK Joh. Bolte, Tijdachr. v.nederL Taal- en tetterk. 14, mf.
441 bia 443 Nachtrag dazu: Fabeln und schwanke, band 2,». IV.
J. Bolte, Böhm, fliigbl&tter nr. 2; Archiv för alav. philol, 18%,
Zi
um t>
bandi
e.
3 bis 17 Gedruckt als 11 fagtuachtayieL Einzeldruck «leb
E. Weller, Han« Saehs-bibliographie nr. 184. J, H. HfRßlein], 1
Sachsen . , . gedieht, Nürnberg 178L s 275 bis 290. Tieck, I
scIies Theater Berlin 1817. 1, 8 29 bis 41. J. 6. Büsehing, Hans Sacl
trauerepiele. Nürnberg 1816. 1, 118. G. W. Hopf, Hana Sadw. Auswahl
Namberg 1856. 2» s, 219 bia 236. Vergl Daa narrenechneiden im liof
tone des Tanhawser: «Es ist kumen in hoher kunst* 1548 Au^st 16
(MG 10, 269).
K. Pannier, H. Sachs* dramat werke (Reclam) ». 237.
Arnold. Hans Sachs' werke 2 , 432 bia 446, LQUelberger-Froro
8, 205 bis 220- Julius Wähle, Daa Weimarer hoftheater unter Goethi
leitung. Weimar 1892. = Goethe- scbriften nr, 6, s 13 f. Edmund
Goetze: Berichte des freien deutechen bochstiftea zu Frankfurt, Ji, H..
1895. a< 14 * f. Aufgeführt wurde dieses fastnachtapiel auf dem muri
platze in Nöraberg am 24 Juni 1874 bei gelegenheit der einweihui
des Hans Suchs-denkmala.
18 bis SO. Gedruckt als 15 fastnachtapiel. tn München in ein«
handschrift aus dem 16 Jahrhundert: Cgm. 4503'', 7. Einieldruck
E. Weller, Hans Sacha-bibliogr. nr. 180.
31 bia 46. Gedruckt ala 12 faslnaehUpteL J. H. U[&ßletnj, H
Sachaena . . . gedieht Nürnberg 1781. a, 303 bia 317. Vergl. den mebter-
gesang im apiegeltone des Erenpoten-. Daa pachenholen im t^utachen
hof «Wolautf, wotauff! wer herr ist in i^im hause '^ 1539 Mai 16 (MG
5, hl. 31 bia 32).
47 bia 65. Gedruckt uls 4 fastnachtspieL Einzeldrock : E. Weller,
HiiJia Sachs- hibliogr. nr. 170. J. Adam G5z, Hans Sachs. Nüni
1829. 2, a. 119 bia 143. Zum atofle vergl band 5, 194 und 9,
Leonhard Lier, Zur geaohicbte des Nürnberger fastuachiapieles a.
roetho^
and
un^"
i
515
66 bii 70 = 90 fabel. Sieh dazu den nachirag im zweiten bände,
1. XXY. Nfiroberger festacbrift s. 87.
71 bis 77 = 84 fabel. Sieh dazn den nachirag band 2, 8. XIV.
78 biB 79 = 47 fabel.
80 bis 81 = 14 fabel. Sieh den nachirag dazn s. VI und Nüm-
barger festschrift s. 21.
82 bis 88 = 15 fabel. Sieh den nachirag dazu s. VI und die
Nfimberger feetschrift s. 22.
84 bis 85 = 8 fabel. Sieh den nachirag dazn band 2, s. XI und
Nürnberger festschrift 8. 4.
86 bis 88 = 149 fabel.
89 bis 91 = 21 fabel. Sieh den nachirag dazu b. VI und band
2, 8. XI.
92 bis 94 = 175 fabeL
95 bis 97 = 22 fabel. Nachirag dazu band 2, 8. XI.
98 bis 100 = 28 fabel. Nachirag dazu band 2, 8. XL
101 bis 108 = 20 fabel; nachirag dazu s. VI. und band 2, s. Xl.
Nfimberger fesischrifi s. 28.
104 bis 108 = 168 schwank ; nachirag dazu band 2, 8. XVII.
109 bis 118 = 159 schwank; nachirag dazu band 2, s. XVII.
Nfimberger fesischrifi s. 122.
114 bis 116 = 170 schwank; nachirag dazu band 2, s. XVII.
Nfimberger fesischrifi s. 127.
117 bis 120 = 166 schwank; nachirag dazu band 2, s. XVII.
121 bis 125 = 160 schwank; nachirag dazu band 2, 8. XVU.
126 bis 128 = 77 schwank. Namberger fesischrifi s. 85.
129 bis 131 = 155 schwank; nachirag dazu band 2, 8. XVII.
132 bis 134 = 156 schwank.
135 bis 136 = 91 schwank; nachirag dazu band 2, s. XIV. Nürn-
berger fesischrifi s. 88. J. Bolie zu Freys gariengesellsch. 35.
137 bis 139 == 76 schwank ; nachirag dazu band 2, s. XIII. Nflm-
berger fesischrifi s. 85.
140 bis 142 = 176 schwank. Nürnberger festschrift s. 128.
148 bis 145 = 172 schwank. 146 bis 153 = 67 schwank.
154 bis 158 = 165 schwank; nachirag dazu band 2, s. XVII.
159 bis 162 = 128 schwank; nachirag dazu s. VII und band 2, s. XVI.
Die iiere geleiten denj&ger zu grabe: M. v. Schwind, Münchn. bilder-
bogen nr. 44. Hase und habn braten den koch, ochse schlachtet den
seblftchter: Ashion, Ghap-books of the 18. Century 1882. s. 268. 270.
Stanber,Die verkehrte weit: Münchn. bilderb. nr. 89 (hase schießt denjäger).
163 bis 165 = 130 schwank. 166 bis 169 = 142 schwank.
170 bis 172 r= 161 schwank.
173 bis 175 = 178 schwank. Sieh den 73 schwank und den nach-
irag dazu band 2, s. XIII.
176 bis 178 = 1 schwunk. Vergl. ilazuband 10,509. Nürnberger
33*
516
fegtachrift b. 34. FampbiluB PaithenophiluB : Weiler, Anoal. 2, 4?9.
Papanti, Facezie e motti dei secoli XV e XTI. Bologna 1874. nr. M.
179 biB 183 = ^6 schwank. Nachtrag dastii band 2» i. XL
184 bia 187 = 40 achwank; vergl. auch den 123 Bchwank,
188 bis 190 = 29 schwank. 191 bis 193 = 151 ichwanl
194 bis 201 ^ 16 schwank; nacbtrag dazu b. VI.
202 bis 207 = 8 scbwank-
208 bis 214 = 24 Bcbwank. Namberger festacfarift b. 58*
215 bis 218 = 17 schwank; nacbtrag dazu b. VI,
219 bis 221 ^ 25 schwank; nachtrag dazu band 2, s, XL V«tgl
Murners geuchinatt 222 bis 224 = 167 schwank.
225 bis 227 =i 18 schwank; nacbtrag dazu s. VL
228 biß 231 = 55 schwank.
232 bis 236 = 54 schwank » nacbtrag dazu band 2, 8. XIIl. Vergt,
W. Kawenm, Die refornmtion und die ehe. Halle a, S. 1892. t. 49,
Melander, Joci atque seria. 1603. nr. 485 nach Seb. 8cheffer, Carmlna s. 1dl
237 bis 241 = 10 achwank,
242 bis 246 = 9 schwank ; nachtrag dazu s. VL NOmberger
ieatschrift a. 53«
247 bis 251 = 1Ö2 schwank. 252 bi* 254 — M schwank.
255 bia 258 ^ 32 schwank.
259 bia 260 = 34 schwank j nachtrag dazu band 2, s. XIL J. Bolte,
Tijdschr. voor nederl. Taalkuade 14, 148.
261 bia 266 ^ 35 achwank. Böae weiber werden gesattelt und
zugeritten: Laßberg , liedersaal 1, 297. Holzschnitt des 16 jarhunderta
im Berliner kupferatichk abinett. Sechs weiber hat einer probiert und
bietet sie für 1 pfennig zum verkauf: The Eoxburghe Ballads ed. bj
ChappeU. 1871. I, 451.
267 bta 272 =145 schwank, 273 bis 275 = 94 schwank.
276 bin 278 = 39 achwank; nachtrag dazu band 2| s. XIL Sieh
Germania 36, s. 18 anm. 2. Koennecke, bilderatlas, 2 aafl. s. 124.
279 bia 281 =^ 2 schwank. 282 bis 284 == 46 «cbwank.
285 bis 288 = 13 schwank; nachtrag dazu s. VL
289 bis 294 = 48 schwank ; nachtrag dazu band 2, s, XIL
205 bis 299 = 58 schwank; nachtrag dazu band 2, b. Xlfl
300 bis 304 ^ 5 schwank ; nachtrag dazu a. V. Nürn
festöcbrift s. 52, Der dürre mann citiert von Waldis, Esopus 4, 81
305 bis 309 = <> schwank; nachtrag dazu s. VL Nürnberger fest-
achrift s. 53. ■
310 bis 313 ^ 37 schwank; nachtrag dazu band 2, a. XIL ]
314 bia 317 = 42 schwank, ^
318 bis 320 = 41 achwank. 321 bis 324 := Se schwank.
325 bia 333 = 30 achwank; nachtrag diwu band 2, a. XIL NOm-
berger festschrift 8. 61.
334 hl» 337 = 43 schwank ; nachtrag dazu band 2, s. XIL
«
I
bwank. ^
nbergerV
v. I7&.a
338 bis 341 = 4 echwank; n achtrag dazu b. V und band 2, b, XI.
NOmberger festechrift s, 37 bia 52,
342 bis 345 Im zwölften sprucbbuche. bl 128' bU 125 mit folgen-
den lesarten: 3 schreibet. 5 Hab. 7 eyempel ^ druckfehler statt
exempel. 13. 28 selber t. 16 Wa« inen in seim herzen, 17 pegiert.
343, 3 machen pös. 10 gsnnd. 14 gleich patsamirt. 20 Darpey
ein mensch gar wol petracht. 21 Was er las vnd thw tag vnd nacht.
SO sparen pancketiren. 31 knrczweil vnd spaciren. 34 In pawen,
klaident nemen vnd geben. 37 Sol man die mai nit vbergon.
344t 9 mit der z. 10 in] der. 17 erwecken, 19 so tu lOg,
arglist 20 Die warhaft sach oft wirt. 30 Ynd nach. 31 ein mensch
sich. 35 Sein widerpart
345, 1 leren. 4 im den a. 19 dem, das. 10 Es aej mit hercz,
mnnd oder h. 12 die kaiBerlich. 22 drey leren, unter dem datum
120 [vera].
IZuni 6 bände,
f 20 bia 2ö im dreizehnten Hprnchbiiche , bt 1 bis 4V Vgl. dazu
band 9, 542 bis 546 mit den hemerkungen dazu in diesem bände hinten.
Das eingangsgedicht zu S 13 ist znr vorrede zum zweiten folio-
bande um ^e (arbeitet worden. So mußte es band 12^ 566 heißen, S 13
hat folgende lesarten und abweichungen : 8 bis 12 Geleich im Augst-
monat Am fünft'zehenden bat Ich eben an gepruech Gar mein zwelftes
ipraech puech Meiner gedieht peschlossen. Nach 15 Mit vier vnd
•eobiig jaren Ailff wochen wenger waren, 26 Die. 30 ich doch kain.
Sl, 2 hewchelt. 3 schmecht. 5 Alles vnracz z. 10 veret.
12 Welche ich hab. 18 Hab doch auch. 24 Zv laben vnd erküecken
26 Vnd lecberlichem «. 27 Hab auch verdint vndanck. SO goD
dl zw Ion. 34 gwis gedacht 36 Als ich im.
22, 12 Gancz »uechtig, aus. 21 die zart w. 30 Geduelt, hoff-
nung, ghorsam. 32 Wie in den leczten, 34 Verspottet
23, 1 auf gestelet. 5 jc^bernieren. 9 Geicz, wuecher, r. 11 Gocz-
Icstrung. 12 Darin menschlich. 13 Oancz vnferschamet 15 stent.
22 Senlieh sie. 23 wainen. 32 und 33 fehlen S. Nach 36 Wie
gtenina dir melt. Nach 37 Wie ich vor hab erzelt. 38 Das ich.
24, 8 Mit gedieht vns. 13 gemain. 14 Der vnnüecz neidig böffel.
18 schrej. 23 De«. 26 Auch warhaft schon h. 28 Ernstlich, 33 Vns
(liee: Vnd) der. 34 sich. 36 Vnd ir. 33 dw in anzafgst
25i 1 in die, 4 kumbt. 6 angnem. 8 Fasnacht spiJ vnd guet n-
y Doch HO pia. 10 Daa in all* 11 sej ausgscMossen. 12 und 13
atellt S um. 12 Zv. 13 Allein in schwerer z. 16 Wirstw. 19 Dein
nam gedechtnua wirdig, 20 Wir[t] pleiben pey den. 28 Weil meins
gedichtz pegern. 29 Die tuegnt, wil ichs gewern. SO sol fort kain
.|>as m. 32 Mein zeit musig verzern.
518
Hl
26, I Zw gluecklicben anfang. 2 Vmd seligen ein gang. 2 \M
12 In da» drejzeben puech Der eprnech, gofc vnd geruech, Da* ich dAi
föer KY ent, Ea stet in seiner hent. Das lasier werd zerBirewt, Verdiigt
vnd 11U8 gerent. 15 am 17 tag Augusti. Unter dem datum 234 [ren].
29 bia 55 im Bechsten apruchbuche^ bl 18' bis 32« mit folgende&J
leaart^n: l Job (lo immer), 4 gelQeck. 5 sunder guen&t vnd wolgt*^
fallen. 7 gotfürchtigen. 10 FürtrafiT. 19 williger. 26 an zwgrewlFe&.
30, 8 gesunt macht 13 ab, Aetna primns. 26 nie.
31, 4 selbing. mQeaig gen.
32, 2 tchlaeffel, ge. 11
23 aller acbnelleat. 32 Wan,
33, 20 denck riid aag.
dail. 82 heltstw,
34, 3 gotfGrchtigen. 15
V. 26). 19 in dfta angsicbt.
34 Dar mit der Job wert gar,
85» 4 Zetter » w« vnd m.
15 Wan. 16 flüeck.
Dtis. 2 ansagt.
15 Sicbatw.
ge. 16 ei
6 all, 27 auch] den.
gscbickt. 12 pfoscb. 14
daa hercz.
25 loffen. 28 alles sant.
30 Eiii^
magst. 16 GreuE 18 getcx (sieh
26 gek, 30 draczicUch. 31 lOfg,
0 Meim herren solichs.
U selU.
1
7 Certorau» (so
33 nicb» vnpillich«.
das m. 18 wen.
lese ich den nam«]
34 grewffen,
ännen. 27 Sich«fcw.
36,
immer).
37, 9
28 herren.
38, 11 awgenplick in eim mument. 34 herren. 26 das. Nach
30 0 we, we, herr ob allem wel Job spricht: Sag mir das pald. wie
es tv ge. Spudtiua a.
19 leibe. 20 Nackai. 31 Dem Job kein.
14 gneten. 24 segnet 33 krewlen«
14 achmeckent. 19 krucken. 26 niclis
3 er dir v,
31 ge.
25 weng. 28 wollen.
*
39, 17 sie] anf 18 nackat.
40, 13 Noch ich gancz v.
41, 4 im. 13 anchj icz.
darniit. 30 Verspotten. 8
42, 2 verbera, 25 hie] do*
43, 1 nimani 12 vmbalzelt
alda z, 31 gwunes,
44, 3 die frunckeit aol y, 5 gei 13 er widerumb.
wenig ZV im selber kumb. 28 eim L geewget. 29 Wes.
vnd w. 35 kambt er eindrungen.
45» 4 glüeck- 7 ich lenger ie nit. 10 frue vnd spett
23 dein gocKforcht. 31 Der m. zw arbeit iat.
46, 1 plag. 28 E. 81 vntlczen dadem. \
47, 4 pekentest. 6 würstw. 10 herren. 25 peddrt.
48, 3 acepter. 7 gweltigen, 8 Erhebet die demüeting. 17 ^ete«.
19 schick. 20 als von des. 22 kumen vns paid dail. 34 wunder«
49, 1 vnd prünlein. 21 eucb auch gen. 27 wert gar seh.
34 baubt mit aachen zv pestr.
50, 9 icxund schaid wir von. 10 feblt 8, 15 hewt in allem.
16 huepf. 18 Wan. 29 nun. 30 genczlieh vnd gar vnterg»
2S» in
14 Ein
ao ich
21 Ihw,
I
51, 5 faiflt, groB. 14 henren. 19 wila. 23 tribstw. 24 in dieser.
53^ 22 ist fein gs. 26 alle wil kum.
53, 4 wan. B ides. 16 g^chwietreten* 31 gar vergea«en.
bit 3 offen war, 4 menachling. 17 W&n. 20 Auf da« got pleib
ilaifu 24 rewing vnd glaubing. 81 Darmit.
55 Unter dem stücke fügt S Mn&u: vnd ein iten mua man habn
9w dieser oomedi.
56 bis 85 stand im siebenten (verlorenen) sprucbbuche: «Tragedia
Jüdit mit Hölopheme 888 [vers]'. Einieldruck bei E. Weiler, Hana
Sachs- bibliographie nr. 175. Vergl. Die Judit im bewerten tone des Hana
Sachs; ,Hört den text des puchea Judit* 1528 (MG 2, bl. 176' bis 179j,
gedr. Weller a. a. o. nr. 124. Ober andere bebandlangen des atofFes
sieb W, Scberer» DeuUcbe studien UI, 8. 225. Becker, Derfrchau 2. B, 84.
86 bis 111 stand im siebenten (verlorenen) tpruchbucbe: «Tragedia
Ahsalom der aafnieriscb 700 [vers],"
112 bis 136 Die lesarten der bandscbrift sieh band 14, s. 3S3 t
Vergl. band 1, 243, Aufgeführt in Kaufbeuren 1630?: Schnorr« Archiv
1886. 14, 239. Arnold, Hans SacW werke, teil 2, 144 bis 168 nach
A gedrückt,
137 bis 187 Die lesarten der bandscbrift sieh band 21, 413, Vergl,
Goedeke, grundriß, band II» § 148.
188 bis 191 im dreiaebnten «pmcbbucbe, bl. 104' bis 106 mit fol-
genden lesarten: 5 das. 6 Das, 7 Dis, 9jerig. 13 Paide. «eim.
14 ober. 15 Mit fewer sein flaiscb man. 23 meiner (!j. 26 Aach.
^ 189» 8 wo ich. sech ston. 24 des vattera. 27 dis lemtein niesen.
■ 190, 6 salsen. 15 waudel i handel 16 Allem 20 sein gotlos
Biesen. 22 Pedentet 23 fospfat. 27 mensch. 34 das warbaft.
^^5 Dardurch den vnser glauben.
~ 191, 3 alle sant 6 henckena hercz. 19 engeliscben. Unter
dem datnm 124 fvers]. Der meistergesang im guelden tone des Vogel-
gesang: Da« osterlemlein ^Kn stet ain 8ch6n fignre* ist am 10, April
1544 gedichtet (MQ 6, 130). Ungefähr an seinem gebartstage 1554 nahm
H. Sachs im verwirten tone des Hans Vogel dasselbe capitel aus dem
Eiodns wieder vor (MG 14, 259).
192 bis 195 im dreistehnten Bprnchbuche , bl. 106 bis 108. Vergl.
im unbekannten tone Nestlers von Speier: Die zwen pöck fignr der
»VTstent ,1m sechzehenden clare* 1528 Mai 9 (MG 2» bl, 181 bis 182'),
^Anno salutis 1528 gemacht vnd wider corrigirt 1541 am 14 tagMarci.*
Bo nnterschreibt H. Sachs in MG 5 dieselbe allegorie. S hat folgende
»bweicbuogen von A: 6 Hmein für den, 8 mit im pring« 11 Nach
dem« 13 herren. 17 Hin spreng. 18 mal mit seinem, 25 des
volekea. 26 Vnd den pock, der noch ist. 29 sol von im.
193, 3 Israel, darnach sein, 4 Sol er den pock frey läufigen.
6 Hinaustrag. 7 las die eünd darinnen. 8 Vnd der pock pleib darin
pej leben, U In. 12 So halt. 19 Erfüllet ist, 24 Von M hie ist.
520
194, 11 grecht starb vUr. 16 Gristnm, der an dem. 18Dengoi ^
vater, 19 Vom thot. 23 Alda er ia götlicher kuer, 24 Lebet aa
alle etat vnd. 26 Vnd in g. 27 zv got vaters, 29 Ynd fhb aach |
ewiclich. 32 ein] feblt 8. 33 Durch den wir sichrea ifiudiit.
Whf 3 vnd anfechtung. 12 goi ans trew gesendet. 14 gai«tmit^
im. Unter dem datum 124 [vers].
196 hh 199 im drekehnten apruclibuche, bl 122' bis 124' mit fol^j
genden leaarten:
196, 5 aintfluee ferr. 28 der.
197, 8 ainige sprach gar v, U Als] Fald. 12 zerstrewt
16 ir| die. 18 in der. 24 Welche hat auch. 2S andeien.
31 plnet so pedeut. 34 inancherlej. 37 aufgeplaaen. 38 Ter-J
ntmfrt hiczigen inprunBt.
198, 1 es auch gottes wort« 3 fünd. 5 das] die. 9 gemaie. '
14 auferpawen. 16 liernider. 24 wil sie aey die. 27 schreibiL
28 He^aig mit wort-, werck- vnd. 30 Wie viel k5pff, schier ancL
33 cerimonien. 37 allaamen. 38 Ide «ect hat aiu unndern UMmen.
199, 3 scbwQermerey. 13 erpawet ser, 14 ainf^lticlicheiL
19 hercz,. ael, geiat vnd ir g. Unter dem datum 124 [vers]. MO ]0»J
bL 318 im verwirten tone des H. Vogh Die Verwirrung zv Babel ,AIt
all weit het ainerley sprach** 1548 Sept. 26.
Zum 7 bände.
3 bis 16 im zweiten [verlorenen] spnichbuche, bl. 165 ^Comedti
Caron der helißch schiftmon mit 11 person 368 [vera|.* Julius Titt-I
mann, Dichtungen von Hans Sachs LLl , s. 12 bis 15. YgL Schnont]
archiv 1886. 14, a. 361 anm. 25.
17 bis 40 im zweiten [verlorenen] Bpruchbuche, bl. 197 «Comedt:
Die fltalticia dorheit mit 28 person 692 [vers]." Hs. nr, 686 des kloaters
Einsie dein e. 2 bia 44 mit besonderen bühnen an Weisungen. Das datum
unter der komNie ist natürlich falsch.
41 bis 64 im zweiten [verlorenen] spruchbuche, bl 95 ,Comedj^|
Das Judicium paridis mit 15 person 738 [vers].* VergL Schnom
archiv 1886. 14, s. 361 anm. 25, Becker, Derschau L B, 14.
65 bis 97 im zweiten [verlorenen] Bpruehbuche, bL 145 ^Comedi:
PlutuB ein got der reichtum mit 12 person 732 vers.* Vergl, Htigo^
Holstein, Die reformation im spiegel bilde der dramatischen liiteratu
des 16 jahrh. Halle 1886. s. 52.
98 bis 123 im secbsten spruchbuche, bi 53' bis 65, Quelle:
pr 08 a Verdeutschung der Menaechmen von Albrecbt von Eyb. Aag
bürg 1518. 4. Vergl. Otto Günther, Plautusemeuerungen in der deut
sehen litteratur des Ih bis 17 jahrb> und ihre verfaseer. Dias. Laipt
1886. s. 13 bis 21. Karl von Reinhardstoettner, Plautus Spätere
arbeitungen plautinischer iustspiele. Leipzig 1886, s. 579 bis
521
G. Taege, Die älteste deuUrhe Plautos-Qbereetznng. Programm. Dauzig
1887. 11 s, 4. Max Herrmann» Deutsche achriften des Albrecht Ton
Kyb- Berlin 1890. Band 2, s. XXVIII f. Mehrere bemerkungen dort
werden durch Hans Sachaeiu handßchrift hinfällig. Freilich hatte Rein-
hold Becbfitein im Deutschen nm&eum. 1862, n. f. bd. 1^ s. 162 , wo
er zuerst YOn der bandachritl des Hans Sachs nachricht giebt, nicht
gesa^, daß aie von A abweicht.
S hat folgende abweichungen von A : Ein comedi des weitperüempten
poeten Plauti m Menechmo hat 5 actus mit 10 person zw spün durch
ein lena. 5 titeU, 9 Bemerkenswert, daß auch in der handschriftlichen
Überschrift Hans Sachs das mißverstand nis hat; In menechmo. Ist die
Vermutung zu gewagt, daß Albr. v, Eyb geschrieben hatte : 1 1 menech*
my? 13 genant, 16 Lucas, genent : keni 19 Von gstalt* leng,
geperd, las vnd. 21 Tarentum, 22 vatlr. k nahen. 25 zwsach.
27 Von der grosen meng volcks getningen, 2H vater (!}.
^^ ^9, 1 Den pald. 4 guecz in ^ectt. 12 wnnderlich. 16 Nun
schweiget stil. 18 Wie alle sack 21 Jone» 29 und SO aind auf
bL 311' von H. Sachs nachgetragen,
100, 10 doricht 13 ewer. 18 vnd klopff seuberlich. Nach 13
Er klopft, 25 mantl. 26 in hat pedeckt. 28 einiga herczlieb.
30 Ton meinen.
101, 1 dir auch heiut pe^ 2 marck, 4 Ja lieber j. 5 Ge, Geut.
7 Geut (so wie bei Ejb heißt die köchin immer). IS neune secht.
2^ Luczn, Nach 23 hat S Mit mir in ainer stund geporn Auß eim
leib. Zwen zwiljng wirnent Vnd sini auch paid Luczen geneni! Welcher
vor xwaincÄg jaren ist wom. 26 pisher.
»102, 13 Luczen den frembden. spricht zv ir selb. 17 wil gen j.
16 mein fraw den. 19 Sich dort get er. Wie, 20 kumbt woL
12 Schawt, schawt! mein
103, 2 leptag gseben, 10 dw wöUt
j, kent mich nicht. 24 da« ewr b.
104, 1 Ey ey wie ». ir nur. 2 esan. 11 müegt 17 frawen.
21 nie pey mein. 27 Hör, Fricz. ich. 28 wunderwercks. Noch 30
Kr get nein. #
105, 2 Geret es vbel. 3 Nun ge ich in. Nach 4 Mich fuellen
mit dem aüesen wein. Nach 5 So ent sich der 1 actus. 12 vnd ver-
feoln. 13 seinr R. vnd. 15 er das than , Ich wil in, 20 gessn.
21 mir« 22 schimpfn. 23 Daraw mir diesen. 24 seidensticker,
^2St tragen, mit perlein zv. 29 Es ist e. 30 Mir aber worden pschatten
nd pschert- 82 spricht kw im Reib. 33 dregt ein. 35 merck im.
106^ 1 mues sein. 10 meim] dem. 31 lauft droent hin.
107, 2 hat sie. 4 wols, 5 hiat ir an, 9 aus als. 10 Was.
15 solst. 22 Gehin ! 0 wer kan doch ausmessen. 27 wollen gar mit
Jtumbt.
108, 1 wUerfi ich auft lincken. 2 laufn. 4 ich suech meinen
522
bd 7
kueehi zv hau«. S 0 weren wir peya ich. 18 ich noch erben,
17 vnd folgt mir nach ainem fr. 25 ligi gleich noch, 27 het.
109f 4 meinr. 5 hub ir n* 10 dw auschenckat, 13 hatiMfmw,
waa tbueatw icz. 15 mantl. 17 deinem «eh. geben. 21 wo Ist
22 flchlaeg. 23 küeln. 25 schweigst, würt. 27 mantl nur hjä,
29 nit geachenckt 31 dem. 32 mein maniel mir berw.
110, 1 kiinib nicht mer, 3 hingen. 6 Nan wil ich. gen:
vntereten. 11 narren klopft so, 12 Scfaaat 16 allr each ist
33 drüegen*
111, 4 Wider aus. 5 gapöt 6 guecz, 7 mir vntrewen «w Ion.
13 Wie. 14 Pewegt: ich hab ir hueld. 17 gleich eben. 18 kaine:
glaubn. 21 verqüent. 28 wer Fricz, 34 Ich soli. mem,
35 tbei von dem seh.
112, S an Beim. 4 bOnn. 5 mantL 9 Ja lieber. IS Den
manu hast au8. 18 hei 19 mich vnkheit mit. 23 hatn.
US, 2 eilencz. 5 alter per. 7 8chaw dort! da kumpt mein.
17 tlmst 19 meinr.
114, 2 droi dir denocb auch. 4 halten «w. 15 deinr arzeney.
17 bis 29 hat 8 nachgetragen auf bl 311', 18 der maister. 20 Der.
22 Da thet er mir. 24 leib ^ar vbel. 25 mal u ehern k. 27 Seit
28 meinr, 29 küearzt 31 Quirine.
115| 2 Er BchwQrmbt vnd, 4 gar keines kent. 10 bis 14 hat
S auf bL 311' nachgetragen. 13 narren, 14 Wan er hat wol 00.
15 selber. 18 anschlage 19 bis 22 auf bl 312 nacbgetnigeD
20 meinr. 24 Scbawt dort get m. a. daher. 25 hat er so 9.^
26 Btetigg. 30 nam ein. 32 gecz. 33 bis 34 nachgetragen auf bL 31 kH
II61 2 Ge pald von. 4 entp&ndest 5 und 6, 9 bb 12 nach-
getragen auf bl, .Sil' 8 Entpfend. 9 wuerst. 12 Dich peim har.
15 und 16 nachgetragen auf bl. 311'. 15 Auf da« mein atdn
16 Knecht H. 17 Wie achüechlich. 22 Da kan. 28 Sie bi» for^
banck] fehlt S, 26 helff, 29 ich in.
117, 1 ist mein junckher. 8 bis 13 nachgetragen auf bl. 31
10 Der mich. 28 ich ie sachi ganczer. 34 in got.
118r 6 wie denn sey. 8 wo dein andern lierren. 11 gar vol
mit süesem, 14 herren. 15 in sag meins. 16 ist des gl, 20 heint-
23 Schawtl dort schleicht er hin der grob qnol, 27 Tmbgen ganete
tach vnd wochen, 30 arczet. gepunden. 32 ich merck dich.
119, 12 ir mich. 14 ist euch jener. 17 ein glüeck le, 21 erettt..
22 Die mich wolten, 25 mich geenge tet,
120, 8 ein reich kaufman mich anum. 9 Epidano. 10 Eil
Bec£t mich sein erben also. 12 mein zeit alhie. 25 Nun pis mir dausenU
121t 5 vnd thet, 6 ir den v. 9 Den trag ich hin an als wer*,
Bchmehen. 12 Weil ich ir frQe. 20 eim lausing. 27 thet vil
28 ich dem a 32 daiding.
122, 2 in rw. 4 Darum b. wont 8 vns fort weiter. Naclij
i
f 523
Jli fSgt S aofbl 312 hinzu*. Hamc2, nun sej deiner knecliiachaft fraj!
iem die Kwainczg duckaten darpey Vnd thw im pesten mein ge-
"Sencken! Mein pruedefi thue dem haus zir-lencken. 15 bis 123|
4 sieht auf bL 312 mit der Überschrift: ein ander peschlues. 18 artlicb.
% erb^ren. 26 Wo er* Nach 28 fügt S hinzu: Verplendefc vnd
.f anregen gancz. Wie er schlecht er vnd guet int schancz. 29 Auch
rie ZO puelerey. dem. 33 Derhalb tolen. 84 dem i. ew h.
' S5 Ir lieb sparen pia in die e. 36 Die halten stet vnd kaine me,
123, 1 £in Rolcbe. 2 Qot ¥nd auch den. 3 Dardurch die weit
sich mer vnd w. 4 elichen st. wQnscht. Auf bl. 64' titeht in S
' folgender schluß : Der herolt peachlewst Also die comedi
1 gicb entt Daraus gar clerlich wirt erkent, Wie wonderparlich voll
i pegeit Das wanckel glueck zw aller zeit So vnerhört seics&amer art,
I Dm nie genueg ausprechlich wart In allen puechern der poeten.
^KWie viel darfon sie schreiben detten, So sind des gluecks fei vner*
^I^Qntlich, Wie es ist offenbar vnd küntlich; Wan wanckel aint des
; ^IQeckes gab, Wen es aufhept, stQerczt es palt ab, Hept in darnach
L den wider auf» Hell nimani stet den seinen kauf. Derhalb so soleu
V man vnd frawen Dem glueck nit all-xw-vil vertrawen, Solen auch
r in TBglneckes tagen Nit klainmüetig sein vnd verzagen« Wie Üebl
es ein ansehen hat; Glüeck pniiget wider seit vnd stat, Das all dtng
wider kumbt zv rechte Wie ir in der comedi secht» Wie wunderlich
das glueck hat gspilt» Doch trw eim gueUn ent gezilt |bL 65] Das
freud vnd frolikeit erwachs In aller trQebsal , wflnschi Hans Sachs
124 bis 153 im zweiten [verlorenen] epmchbuche, bl 71 .Comedi:
Der benno mit 10 person 694 vers.* Vergl. Nachlese zu den fast-
nachtspielen aus dem 15 jahrh. s. 349, Emil Haueia, Das deutsche
fastoachtspiel im 15 jahrh. Frogr. Baden (bei Wien) 1874. s. 10 anm.
2, Herman Grimm, Über Henno und Pathelin: Essays 1859. Ludwig
^^Oeigor, Eeuchlin a. 82 f. Meister Pathelin, bearb. von Gf, Wicken-
^■bfiug. K. Sohaumburg, Die Farce Patelin und ihre Nacliahmungen:
^Kflcb. f. neufrza. spr. und liter. von Körting und Behrens* 1887, band
^P^, beft L Goedeke, grundriB I^ s, 413.
' 154 bis 168, gedruckt als 31 fjtstnachtspieU Vergl Carl Drescher.
I Studien U, 12.
B 169 bis 182, gedruckt als 14 fastnachypiel Sieh band 13, 592.
^m 183 bis 201t gedruckt als 8 fastnachtspiel.
^m 202 bis 210 im dritten [verlorenen] spruchbucfae» hl 288 «Poetisch
Bpruech: Die gab der neun muae 25B vers* oder in dem generalregister
bl 81' .die köstlich 9 gab der kunstgottin,*
211 bis 219 im zwölften spruchbuche, bl 1 bis 5'. Sieh band 12,
«. 5d6. Die hsch. bat folgende lesarten : 1 Ein claggesprech von dem
geprecblichen alter. 3 Vnd sieb. 5 vnd ich. 9 drey. 14 Vnd
all 17 meins. 19 eim leysen r. 20 zw meiner. 21 driten
hinein sck 22 Etwas* ich sas auf in meim pet Vor 30 Der dichter.
524
ba.ll
jn peeel
3r Bäliet^^
3 Ib. vblerj
ao Die mdm
212, 8 schmachwort. 12 das Bchentlich. 15 Schwacheit TndJ
16 Haat mir genumeu all kr. 21 seines leibes- 26 VnorDling.
27 Ainr solchen. 3S ist viler gebr.
213t 1 keinr arbeit mer. 2 ic'£und mit dir peteln» 7 Ich auch
messig. 17 Wirt er den dürftig \nd ellent Vnd muea den am pefcel
Stab gan. 19 Hab ich, alter, k. 20 aber der jueg«nt achudd*
32 danck vnd.
214, 3 darfon. 13 vnd gsund : ring vnd ruad. 23
24 gar oft w. 26 Pist durch micbt alter, aus der gfar. 27 ser i
215, B hab. 13 Der maget. 14 Kanatw nit oder] vnd. 15 Nit)
fehlt S. oder] danczeo vud. 22 Halt ^spreck mit weissen diae leiL
27 Dw ha^t mich auch genmchet. 31 thustw, 36 änderst er,
216, l Vnd in aller ttiegent geachwebet 3 er wer »chdner.
5 Dient zv vil lästern. 6 Drmub hastus gleich durch« 8 Die selb
thuet dein vngestalt zirn. 9 Vnd kanst ir auch nit mer v«rlim.
lö wirst den weißaen Heb vnd w, 14 Das ist. 17 Genomen auch.
19 mir auch d. 22 in. 25 Des pin ich. 29 vnde. 31 Vnd mein
auch idcrman nit 37 anmarren. _
217, 1 selb prechlicher ser, 2 Durch p58 b.
18 Schmerzenhaftii^ ganz. 29 ein sunder gottas gab
hundert kanm ainer hab. 37 manchen \Tifal.
S18, 1 selb abküerczt. 3 Vnd doch mit eren das. 4 iz wie.
b vnd vndadelich: auch so adelich. 12 Wen. 17 mir icznnd vasi
vers, 19 gnr verkaerzt, at* 22 reimen vnd zwricbt. 27 nit kao.
30 Dein vbrig zeit. 35 got lob pr, 36 solch gab. 37 Wan dw i>eÄeagfi.j
219, 2 Sunst neben. 4 deinem abschaid 1 vnd wert, 6 insenfterrj!
9 poetrey wol ptlesen. 13 ir 9 gab. 14 darmit dein. Nach 19 Der
peschlues. 20 Tn diesem augenplick v. 21 Bas alter so lag ich dien.
22 Gar munter vnd dem n. 25 den apr. 26 das swelft spruechpuech,
27 das selb v. 37 1557. auf mein gep. Unter dem datum 300 [vers].
220 bis 235 im dritten [verlorenen] sprnchbuche. bl. 383 «Poetiacb
spruech: Die vnrwig rwe menschüchs Lebens 582 vers.'
286 bis 247 im vierten apruchbuche, bl. 53' hi« 58' mit folgenden
leaarten; 1 Gemain freyspruech: Wie man sich aines feindes zw nnex
p ran eben mag in allen wider wertigen atuecken. 8 Zw dem ich aber
kam gel. 13 Het aein 16, 19 und alle späteren Qberachriften
fehlen. 18 drawring. 24 det scharpf,
237, 15 höchst gelüeck, 21 leben.
238, 23 Wo her, 24 allen poeaen seh. darum. 26 in all.
239, 21 on zal auch mit st. 26 zoren. 27 andren.
240, 5 mir kan zw drucz. 9 auf nemeat mit peschwer*
Seins draczena. 18 macht aein gar« 27 kfiemren
241 1 1 pej got. 3 loae rot, 8 wercken nicht thuest
11 sprach: Zw dem er. 12 maid 17 deim haua. 25 himel giebet nider.
242, 4 Ausdreibt 11 feintachaft, neiden^ schmach vnd. 25 sein weh.
30 Da
n nei
tmwea«!
■
1
bd. 7
525
24a, 7 grüetpar. frolich vnd holtselig. 13 dw gancz freund
lieber gestalt 17 Dis lies.
344, 7 ich flihen hin. 11 dem. 15 diesem deinen. 19 Meins
gluecke« seh. 28 nachtparlicb.
245, 10 leb sprach: Thaes der obrikait 12 Er tprach: Kaina.
14 vil wert 18 leb sprach: Scbaw %w ein groiier nuecs.
246, 2 £r sprach: Dw. 3 aber hat. 8 Ich sprach: Hastw.
15 £r sprach: Dw. 20 Ich sprach: Die räch ghört got 28 £i ist.
S4 md demQetig. 86 Das im idermon wol.
247, 1 Das möcbt 10 Dairw wol got aach. 290 [rers] nach
dem register.
248 Im vierten sprnchbtiche, bl. 10' bis 12' ,Die geplendet gerechti-
kait»» das register fügt noch binaju ,am geriebt*. S hat folgende les-
arten: 6 zw keim ent kumen. 12 vol] Tnd. IS bandel. 16 auf
diese nacht 18 Pracht mir ein solche ph. 19 gleich entschlumet
20 mir so aigentlich. 23 Vnd drat. für. 24 DaJ Doch. 29 da.
249, lö Aufwallet 19 Wedr. mer kent 20 mein fraw. 29 Ey
drejm. dan. 80 grechtikait Tns hernach. Sl Weder mer h. dS keins.
34 war. 86 Der schalckheit (zuerst hatte H- Sachs geschrieben:
Pee T. dann änderte er s in r and t in s),
250, 3 nicht (so in dem ganzen spräche). 8 gueten. 9 im
höchsten. 14 den. 20 daraus, 21 trüeg. 23 noch scbewch,
23 Anspricht sie lancksam. 29 Derhalb. 30 die bawptsach. 30 Pistw (!)
erlangst ein. 35 mnee Tnterliegen. 36 der falsch Tngrechst obgesiegen.
251» 20 warheit (!), 22 vnsrem. zw. 23 E wen. 26 auch
spricht 27 seit ir» 30 durch all mein. 33 müeg.
252 bis 257 im vierten spmchbuche. bl, 32' bis 35' ^Kampfgesprech :
Bas das Sprichwort war aej Thw rechte furcht dich darpey 212 [vera]'
mit folgenden leaarten: 4 weren. 6 Erfaren. 17 alte. 24erfaren. 25 und
253, 3 Bchmachprieff. 8 Weil das dw. 26 mein- 29 sach
mich düeckisch. 30 Frunckheit Vor 34 und 254 vor 2 Arckwon
(als Überschrift). 34 Arckwon also anfing. 35 pist vil zw gering.
38 klopft noch serer on. Vor 39 Fmnckheit. 39 Frunckheit
254, I Wen such stw in. Nach 1 als Überschrift: arckwon. 8 Weil
dm oft. 14 Wart all h. 16 Vurpilt Nach 18 als Qberschrift:
S<>Tg» 28 So. Nach 30 Fraw vnschueld a. ü. 31 wan her. Nach
32 Ich antwort a. iL Nach 38 Fraw vnschueld a. ü.
255, nach 2 Fraw sorg a. Q. 4 Drot Nach 4 fraw vnschueld
a ü. Nach 6, 14, 24 und 37 Fraw äorg a. fl. Nach 10, 18 und
29 Fraw vnschueld a. 0. 8 viel teter (!). 12 Im kercker mit
14 sten: gen. 19 Fraw vnach. er (!). 21 vntreglicher. 23 aignen.
34 in] Ysd,
2S6i, 1 geruech. Nach 9 Fraw vnschuld a. ü. 14 ursprünglich
schulde da, dann strich H. S. das e durch und fügte anstatt
nem ein. 36 das er schewcht 37 Schlich. 38 Wie der.
526
257, 6 inicleichen. 8 heut. Naeb 10 Der pesehlnes % l*^
16 Gans (t). 24 allen.
258 biß 267 vergl. band 13, 592 f. Sieh auch Walther Borley »
196 anuu und band IB, 580.
268 bis 277 im achten [verlorenen] spruchbnche, bl, 197 ,Gh«prtdk
warnmb pos regitnent aey im lant.»
278 bia 283 im dreizehnten epruchbuche, bl. 18' hift 16' mit folgen-
den tesarten: 2 frunckheit (so überall). 7 Joui. U het ihon. 15 wer
her. 17 Vom edlen. 23 dir den weg. 26 Doch.
279, 6 nie gar viel. 10 den weg, 12 der franckbeit wo du».
14 de im goczd. 20. 23 aprioht] fehlt S, 30 pekum reichtamb«
34 Hin ZV.
280, 4 leut] fehlt S 6 er solch gr, r, g, 12 Gefüert het oft
vnötig. 13 pezwnngen ; eintrungen. 16 wurden thöt 22 mit helen.,
29 erlernen. 38 den armen h.
281, 28 Drumb daa er. 30 vnd landen mechtig.
282, 2 Stetig. 3 Wirt auch dardurcb zv truemem gon. 5 aicheti
ist k. 9 samelt vnd pscblewst 10 ir doch selber nit gen. 13 pe-
nuegen. 20 Pey all mim gr. 23 Wilt. 28 die wäre fninckeÜ ite
288, 4 geruegsam: vnd gnlegBam. 11 geleich gelc*. 21 ei- der
22 der man. 23 Ist edler den best all r 24 gros reichtumb sdieiDt
33 pewam« Unter dem datum 200 [vers]. Zu dem inhalte vergimebe
das 30 fafitnachtepiel.
284 bifl 289 im zwölften Bpnichbuche. hl. 223' bis 226' mit folgen-
den lesarten : 5 Ainr sach mit groser pegierlikeit. 6 und 7 st«! H S um,
6 Wo mir das selbig würd zw. 11 den wider sich. 14 himL 17 ein]
fehlt S, I9ranckeij. 21 aüessen trantn. 22garaig. 26 auf ae«. 28 «eck.
285, 2 Das. 6 vnd sprach zw ir. 7 0 boffnuag sag. 14 Steti|{«
aufhält mit dem v. 19 So nach ich dich mit^ 20 auch pej tag«
21 getracht 22 Daimit dw piat. 23 Mit sin vnd gmQet 25 forthü
mit rw dich lasen 26 hawat pey- 28 sprach. 33 dw thest pii he
286, 5 Des. 9 Sam. 10 starck vnd gros ich h. 15 tnwih
manigen 21 Wemiietigen 27 Wie wol dw mir oft pr. 28
langem v. 29 pringetw doch pald wider ein 32 Durch boOotuifl
33 lejd) frewd (!) 34 mit verfug,
287, 2 baiätw freuntlichen pL 3 Ich hab doch ob dir. C wui
dert grouer. 9 nun mein sein vrderQecjs. 11 da» 18 lengst
jaget. 22 hie w. 23 wüert. 28 dw lang h. 33 Mit vor
3*5 dardurch erat,
288, 4 Solichs pegert h. v. gehoft. 5 Das in den peinigt alao ofV*
6 man das s* 8 sagt 12 det. 21 Rue, fried, weib, kind, freunt-
Bchaft vnd. 27 Müe, arbeit, vertruea, äugst 28 glal pey im*
29 Mit liöng verm tischt die piter. 36 die,
289, 4 die thun w. 5 main gwk haben. 8 vmbunslen. 13 Mit
dem verschwnnd. 83 »len. Unter dem datum 200 [vers).
'U7
527
290 biß 294 im zwölften Bpruchbacbe , bl. 78 bi« 80 (vergl. dazu
MG 8, bl, 79' im crewztone MamerH: Die aecba guelden frag «Künig
Alfonaaa auf uin tag* 1546 Mai 8) mit folgenden leaarten: 11 Alija er.
13 tag«. 18 Als sie in aasen ziinlich gmieg. 21 Biet ^eblt S
22 sie pey im. 24 Der k. 25 Was idem tlurcb ph.
291, 1 Des ersten antwort. 8 franckbeit 9 mit] vor, aus mit
geftadert. 11 erbielt im ^aumb. 12 Vnd seiner poiibeit liea den r.
14 auch nüczlich, p. 15 Die ander w. antwort 23 vertraes vnd
den vTil. 26 nachgreia, 31 vnracz vnd Verderbens. B2 zueeli.
33 menscb lieben. 34 Die drit knustlich antwort.
292, 3 das gleicb nit die. 5 got siezet auch am, 7 Er. 8 Dem
berren eben gleich dem kn. 11 Wen pliebn. 14 Darumb so frewt
mich pillicb pae (d. i. das). 17 Der dr. 21 Die vierd artlicb
1 antwort 22 wandert 23 Das wen w. 29 auf daa irdisch.
31 weasenlicb. 32 weren. 84 doch gleich wie der. 35 in.
^^ 298, 1 Vnd daa irdiBch hinter in. 2 Die fünft vernünftig antwort.
^^fe gaistüchen. U Ste fueren ein. 15 gent 16 wo1(f sie s. 19 geni
^BO mutwillig die vnrecht 21 fehlt S. 22 sechst 27 Daa in
Hrdardurch abfordert g, 29 rechnung. 30 Secbt, ob dem m. nembt
294, 5 von in a. Unter dem datym 140 (venj.
I 295 bis 298 im zwölften spruebbnche, bl. 80 bis 81'. Ygl, O^ta
Romanor. nr. 237. Sieb die bemerkungen zu s. 299. S hat folgende
lesarten: 2 Anneus. 9 in den dot. 11 selber lebt. 12 im selb
sniii peaten. 20 Wie vil get bin, 24 uembt die schnöd. 25 Wie
man sich klaid fQrwicziger.
296, 4 vnd dem. 13 Doch mit darneben. 14 scbimpff, etwan
Tmbgeben. 20 der nachtpanrn deglich vnd danck (!). 23 und 24
st«Ut S nach 26. 25 Der gleich mit 26 kewffen vnd dem nach-
rewen 28 zeit daa pue[r]gwerden. 29 zeit verlauft e man peknmb.
30 Zeitlich er, gewalt vnd r. 31 im. 32 Maneberley vnfaL 33 achlenfl,
86 den. 39 Gesiebt vnd khor, ffies vnde hent.
297, 3 weng genewst 1) Dem »cbacz. 16 ey viL 19 dem.
abiürbet. 22 Nach dem. 23 des. 24 vergenckling. 25 Solch
guet 1er. 30 hart sey. 31 Verlewst 36 in an dem creucz ist
ggtorben. 37 Von herzen glauben gottes wort.
208, 3 lies faren. 5 Da. pleibn. Unter dem datnm 110 fvers].
299 bis 301 im dreizehnten spruchbiiche» bl 298' bis 300. Sieh
band 12. 566 f. Vgl. MG 8, bL 198' bis 199' im rosentone des Hana
Sachs: Die kurz zeit menschlichs leben ,Im puch von kurz mensch*
liebem leben* 1546 Oktober 6. NaheKu öbereinstimmend mit dem
Sprache im fünften apruchbuche, bl. 251 bi^ 252, mit dem achluß-
reimpaare: Vnd reittet in vil vngemach* Verlorner zeit so spricht
Hans Sachs und demselben datum 1546 am 6 tag Octobria. S 18 hat
folgende lesaHen: 10 selbert. 11 dardurch sich pesser. 19 der
got (!). 26 sein vemunft thuet. 27 Wie vil zeit get bin mit
528
28 Wie vil aeit verlauft mit,
300, 1 mit der (1). 4 zeit die puUcbaft rtid lieb. 10 ?nd
dem ap. 13 stechen, kempfen, fechten, ringen. 14 ghradikeit
danczen vnd. 16 haß, 17 Wirt auch. 18 Vil mit. 22 tot
gericht viid vor rechten. 26 gwalt. 27 tbw. 28 küiu 20 Auch
verschwendet man vil der zeit. 36 ane. 38 selb nit genenst.
SOI, 3 hab. 13 wol anlegest dein, 20 Seim wort glatibea
vnd d. Nach 20 Das vns zv saget ewig hall Ynd den himeliBcben
erbtaiL 24 Da bin helff vns got. 25 1559, am 29 tag Jnli. Unter
dem datum 90 [versj.
302 biß 305 im dreizehnten Bprucbbuche , bl. S39 bi« 341 mit fol-i
genden legarten : 4 was, 7 ainsmals. 11 andren. 15 im die 4 frag ercL
303, 9 er sein am, 12 ein) fehlt S. pilgrim, weg* 13 naeht
in einer herberg leg. 14 künstenreich. 16 eim gfrorein. 18 pald
es der warm wind perüert. 24 paumens. 30 Bcbon dünckt
31 maiater ecbeftig, 35 verschwinden. 37 des menaeben. 38 in
dieser zeit.
304, 3 vnd vom glauben zv. 8 hecht, 9 schwer- 13 Deglich,
14 fakchea. 16 der roensch kumbt vmb g. 19 nicht gar erliegen.
10 Von feinden, vberladen, 21 ewigem.
305, 17 zeitlich leben nichs. 21 Durch Jesum Criatom, da ai
wachs Vns ewig freud, wünschet. 23 am 8 tag AngastL üot«
dem datnm 126 [versj;
306 bis 309 im dreizehnten spmchbncbe, bl. 341 bis 343 mit foUj
genden lesarten: l Panecius (vergl. Francisc, Petrarcha, Gedc^ckbnch
Aller der Handlungen . . Augspurg, 1541. 3» 54 anf bl. 58* J. 3 alt perHembt
9 aej. 11 Stent 18 Dem gleich. 21 Mit hohem fleia zv aller
zeit 24 kainr.
307, 2 in nit. 4 vnfel. 6 Oft lacht das vnglueok (!). 7 bencken.
8 das VDglÜeck. 9 In mit in vngedult zv, 11 An all verstaut,
zücht vnde, 15 gar mancherlay. 18 vnzalpar. 20 Der gleich,
21 Ziehen lang zeit. 22 schnöd. 24 Der gleichen, aremnai 26 Wi
auch mit geferlichem. 27 Durch krig, raub vnd gencknus (!). 28 Dci
gleich oft f. 30 Anf in dringt Verachtung vnd ach, 81 Oft durch«;
kliiffers dant S stell t nacheinander 38, 39. 36, 37. 32, 33. 34* 35. 33 Tod
pringet in zv vil. 35 vü angefochten w,
30S, 2 vil anlaiiffs. 3 am leib vnd am gemQet. 6 Geren.^
9 vnglnecks zaigt an, 13 Peschliealich. 14 hercz vnd h. 19 wid'
dein gewissen sein. 20 aus jagen. 23 Epheaios. 26 vmb|
sein (!). 27 dem 28 8oIen 32 ergrewft. 33 gelaubens*;
36 nembt.
309, 3 Bünde. 4 zv sünd retczen mag, 5 ausjag. 6 So vil^
deinr, 12 Wan hie ist ie. 15 Itj lenger mer zv vnser z. 16 Den
vor, seit doch die alten chigen. 17 vnfaU. 20 Vor gaiatHch, leip-
lichem V. 22 Vor vntal altes v. Ontor dem datnm 126 [vers].
I
>eJ
nd"
rw 7
529
310 bU 318 im zwölften gpnicbbocbe, bl. 76' bj& 78, mit folgenden
lesftrteD: 5 thieren. 8 entpfenckniu. 9 sein in. J4 wainen,
hewlen, seufzn. 15 pis nack 16 der imi bat der mensch, 20 er
^21 aigen. 22 Seinr gUeder bat er. 23 er. 25 auch noch sibwach,
entw. 28 vuterscbaid. 29 lert es.
311r 2 jerig lert ea erat gen. 6 sieben j&r« 7 ftlter wicz per.
12 ini Kwainzigat. 14 wanw. 17 Zorn vnd apil in auch. 21 jugent
in. 22 nit daa. 2b der menach bo gar v. 26 Daa er. SO in
den eatant dar. *62 An vngborsam, 33 Vnirewn. 34 Pringeu
tu in vU. 36 im. 37 Et\\'an »ein. 38 Oft atach ein.
Ü12, 1 Dort. 3 pringet deglicb ein. 4 ander VDglueck auf.
pl2 Dem menachen aller kreft gepricht. 15 verschwinden wolueat,
19 nicbte. 21 Derhalb kain dier geporen wner So schwach als der
mesich toq nator. 23 nackat. *M Es bat federn^ achiepn, woll.
28 iO lanckaam erzogen. 3Ü der alten. 36 kranckheit vnd vnrat,
38 den etirbet ein, 39 Geit es nach dem dot noch,
3l3f 1 denoch kumbt waa. 2 Yon h miat^ acLmalc^ vnd acbmer.
5 ert in dot vnd leben. 11 aller auserwelteu z. 14 im erwache.
Unter dem datnm 120 [vera].
314 big 318 im zwölften apruchbnche, bl. .V bia 8', mit folgenden
leaarten: d wegn. 10 anpiel (I) all atiind IB der atr. 18 aber doch d.
315, 1 disaimirten 2 Vnd aie wern doch Tnghreumpter. 3 Mit
iril groben laatem. 5 artlich, 9 heftig trieben. 14 wüem
%l hencheley. 23 het. 24 häuf geauntheit 25 doch frw. 32 würt
35 tuegent.
316, 2 leibeigen 3 sieht, an aein p. 4 dron. 8 Sprach
nur die. 10 Pegertn. 12 der recht weis deut. 16 lebten.
18 Welches. 22 Auch wolriechent nach. 23 Diogeni. 27 sein
waichmüetig. 28 Eina. spot er. 31 Der ghrad war von leib vnd
auch achQen: kllen. 33 ainr. 36 studiren.
317, 4 Diogeni. 13 geb reichlich. 16 e daa er müg arm werden.
18 seina gel eichen 20 aprach. 22 achlemer. 23 panmb ver-
gleichet. 24 atüenden: küenden. 32 der weia nion. Ich dacht
mir w, 33 war 34 wQrt. 37 Ein dieffeu wirbel menachlicha.
38 ecker 39 hals lies.
318, 4 Im. 5 Sprach dein red ist. 6 Eben geleieh aim benfen str.
8 Darmit man leicht 11 gleich eben. 15 wol lue^t. 18 körn.
20 er vil zv verapoten. 22 in, 23 auchet. 24 Sünder wer ala,
25 mancherley. 30 am 8 tag Nouembria, Unter dem datum 172 [vera].
319 bia 322 im zwölften apruchbuclieT bl. 37Ö bia 380% mit folgen-
den leaarten: l acbed liebsten. 16 liemiach, 17 er vnd gelimptf,
18 Nimant verschont in ernat noch schimpJ)'. 21 waa. bert: kert.
24 beder, krieg vnd z. 27 Verleuat also doch. 28 Fortbin der
meuachen gunat vnd b. 29 diimmb.
32Ü, 1 wan aolicher. 7 achluheudeu. 13 aeinr. 17 Abr,
Oma» SMb». XXlil. 34
630
bd. T
18 andre. 20 fein aenft hewchlen, krawn ?nd, 21 SchtnaieUdo.
22 Vnd hftt auch an. 23 lobt 35 im. |
321, 2 er ie. 3 oder abr. 4 im gewalt 5 wem. 34 Bnchn.
vnrechz sich »ch 38 thierer (1).
322^ 1 vnd der erab. 10 Solchs. 11 sucht auch sein. 12 Heilt
es auch 15 allen aiiclieti r 10 Weil in der h. ret. 21 «pncbk^
Unter dem datutn 124 [vera]. ^M
323 bis 326 im zwölften Hpruchbuche, bl. 381 bie 382', mit folge»*
den lesarten : 5 Weliches, elentät. 7 weis vnd sprach nun thw
9 ist alleti guecz. 12 vnssal. 14 ein gerunzelt 15 DancLle.
20 Faid triffende a. vnd uasen 21 Zitron 22 Kalt flnes dis sini.
deä alten achecz. 22 aug wo er. 26 allen la«teni war dure
achniten. 28 Erberkeit
324, 1 frej vnd gnete. 4 zaecht noch straff aufn, L waii^
6 Tat also plieben, 8 gselen. 13 epnich. 14 geniet. 16 untlj
fehlt S. 17 gefreäflig. 21 ein Tnomlichen wandet 22 vnd gar
prenckiach. 25 vnfals. 27 (leltschueld. 28 Den kumbt di^H
armnt an. 33 pringe sein, 34 guete» 38 entiach ^*
325, l egliach vnd ser grentiach. 4 ab bant. 6 Wen er wiri
idennon. 9 glebt in vnsuecht vnd vnt 12 not, schnöd rnd
13 Spricht man, der leit sein arm. 21 Da wünscht er im eelb oft. i
24 gueter. 29 noch pas 33 alles kan kein. 3t> abr. fl
326» 2 3^eren. 10 jOgent. 1 1 erberkeit 18 einfal. Unter'
dem datum 124 [vers],
327 bis 330 im dreizehnten spruchbuche, bU 234 bis 230, mit fol-,
((enden leaarten; 5 mancher, 6 möe, arbeit 7 geleicher. 12 werd
mag, 16 Pegrewft mit arbeit 18 den wirt Nadi 20 mu
komma gesetzt werden. 25 gut doch. 27 groslich (Ij.
328, 4 Quei k Einst 6 lieb vnd guenat. 7 ir ein. 9 Ittteni
ZV aller, 11 Kunst lest nit darzv. 12 wie mit 25 Gehol (I),
danb vnd. 30 vermügen vnd. 35 Nembt auch noch degUch.
38 Durch erfaruiig scherpfer vnd, 30 Subtiler,
329, 14 durftigen. 16 gseln: stein. 28 ir mit. 29 vnd preis
dardurch erlangen 20 der r. schmuck vnd zier, 31 dar&n hecht^f
33 etwan reichtumb mit in pringen. 39 in,
330, 2 alle ^eim n 11 vna peschreihL
nichsen. 22 er, 23 £twan erliche kuenst
Unter dem datum 130 [vera],
331 bis 334 im dreizehnten spruchbnche,
die erste bearbeitung band 22, s« 244 bia 245,
arten: 1 Cratetis, 3 aprueoh ret
15 Wort, 21 Sie thetten ins zv.
14 leren. 21 ist
25 vnd er erwachs.
bl. 232 bis 234. Sieh
S 13 hat folgende lee-
10 niesen. 13 ander »chnöd.
22 Das komma am ende ist an
streichen. 26 wQrt 29 Pey den sie den in.
332, 5 «chmarocaern. 8 gleich wie der wint z. 9 vnndecz
schnöde, 10 weder trew noch. 11 Yorana vnd. 18 Woo.
11 7
SSI
15 Solch guet pis.
19 reigkter. 25 die uebrig tael austreib.
37 Scbreib dem philosopho. 39 Zv
5 abr das vrtl. 6 recht
7 Predigt. 9 fleia vnd
17 im gleich ein ort.
jsewcht» 30 pröeflfet.
$1 teglich (1). 32 fert
Tflterichten alier vnd j.
333. 2 Sein g^chwec«. 3 fünfzg,
aii£&iech. 7 predicantn, der vng gocz.
mOe. 10 Schreib: ein jiir zw laden ein.
20 Vnd heint vom diAch, 24 der. 2^
31 Crate«. 39 geben dem gemainen.
334, 5 dorftens (I). irem. 6 zeren all ir z. 11 hei. 12 der.
l/i Vnd ftchnddenu 19 nachhengt, 25 den misprawcb, daa wQnachi,
26 tag May. unter dem datuni 130 [vera].
335 bis 338 im zwölften Bpruchbuche» bL 109 bis 111. Vgl. Walth.
Burley ä. 270 anm. S 12 hat folgende lesarten: 12 Verxeret all sein.
21 der ghrechtikeit det 27 solt die. 28 Vnd die fromen von in
erlöflsen 29 Den guetn «v schirm, den pösn zv räch.
336, 5 «ein, erkent ie wol. 10 worn veruecht 11 im. 12 Da.
19 Wer IT gwont in. 25 Wol angenem, gar lieb vnd w 26 Auch
nach. wOrt, 27 Sein ged. mit lob Tndotitch. 39 er die t.
337^ 4 pracbt. 6 dot vnd im. 14 warf hin seinen reben kr,
17 veracht^ 25 Die meiaikeit er im erweit. 29 phrtSembter.
32 flchant. 36 wir.
338, 2 »chrifte. 4 Der frnecht der puea zv nemerj war, 5 Tneem.
7 Vni troet auch daa streng. 11 Vna freuntlich vnd holt». 14 geit/..
•piel. 19 Buenden vol v, 20 Äin cristlich leben. Unter dem
datnm 122 [ven]
339 biB 342 im zwölften sprnchbuche, bL 111 bis 113, mit folgen-
den lesarten i 7 man daa n. t ist. 24 von in pesser. 28 durch ir ler,
340, 6 kleine«L der. 13 ersten zv erster. 18 nit. 23 solche ir.
26 gfölgig. 28 Auch auf der waren t plon. 31 die waren fr.
34 erkennen». 3ö sie habn geirret schwerlich. 37 Vnd sink auch
gaiusen gar geferlich. 38 weren verd.
341, 8 toll] dumb, 14 rechten. 15 thnn] fehlt ö. 16 einr
▼nt in die a, 17 Fueren ain lesterliches 18 lenger mer darin.
25 in aaiupt seinr. 30 eisre kettn. 32 zv mal sint alle. 33 Lassen von ir.
342,4 andern dieser. 6 sie mit allen kreftn. 10 gfelt. 13 So.
18 man vor jam. 20 vngmachs. 21 weit pesorgt. Unter dem
datum 120 [vers]
343 bis 346 im zwölften spnichbuche, bl 117 bis 118', mit folgen-
den lesarten: 7 jngent. 15 gselen, freunden. 17 im wer. 22 allem.
29 Das glueck sich nie het abgewent*
344, 3 hin gancz plint, dol vnd v» 4 nie. 5 prechen. pegir.
9 In dünckt. 10 Der, 11 Pald aber im. 15 spot. schmach,
24 Dünckt sich der. 26 selb. 39 kampfplacz.
345, 3 Ains iden, wo der selb her schlach. 10 crt. 11 seinen.
25 Wol in. 20 darineJi 27 Vnd »er vil. 28 leiblichem 30 schent-
34
5S2
bd. 7
Soll
14 erwachü.
I
ling. SB iu. S5 iu In. 36 die lasier.
89 Wil er v.
346, 2 haidnischn, Ü eiti ider, 12 gottea willeii^
16 I55b* Unter dem datum 120 [vetB].
347 bia 350 im ^wiVlften spmcbbuche» bl 115 bin 117, tnit folgenden
lesarten: l das rueigst, das register schreibt: geruetest. Das regiit«r
in A: rhüwigest. 8 beltstw für. IS Was er wil vod sein hera
pegert. 15 Gancz sicher vnd in. 19 stet 2*2 keren oft pald.J
27 ob gleich solches» 28 Wem staathaft vud a. 29 pegnoeg (!).
S48^ 1 obgenielteu, 21 mit den kriegen. 23 Wie wol er bet^l
29 Weil er, peDüegen, 30 zv det fuegen. 33 Gancas plo«, an. '
34 mantl 85 an r. n. pnüegen. 39 Aller t. das höchste g,
349, 2 guet 3 hat. 5 nit 8 Sunder geben mer dise t. l(^ Wie.
22 antwort sol ick guet. 24 Der weis apracb, 25 dein b. docL
26 der gab ainfeltig schlecht 27 er guet unr aey. 29 ablaitan. 37 leca*
350» 4 gelaub vnd, 7 Fried frend vnd rw in seim g. 10 Diu &llfl w, '
14 ewig seligen r. Unter dem datum 120 [vers]. ^M
351 bis 354 im dreizehnten apruchbuche, bl 296' bis 29ö', mit fol-^^
genden leaarten: 1 Erlicher vnd loblicher prauch vnd gewotibeit der
stat rom vnd athen. 7 frunckheit. 8 Paide pey alter vnd pey j,J
14 Gar herlich mit der priester seh, 15 So ging rat VTid die gniain.]
18 hy. 21 Pald man. 26 tuegentreiches 27 erber.
352, 8 Der n. 13 ain arg, 16 Mit aufaecst, w, 28 aticb den
gmuinen man peschwert. 81 ? Des. S Der. 34 zw tLlter (aus er&l
geändert). 35 lobliche gwoubeit. 38 erber. 39 daten erlicb.
353» 3 pelönet: gekrönet. 7 Das. 8 in. 9 wurden. 14 offen-
liehen lästern. 17 t'Qer. 33 frQnckheit. 34 Setze ans ende punkt.
35 Ana ende komma. 36 leaterlich. Ans ende punkt. 37 hielten«.
354, 4 Tilge am ende das semikolon. 5 Den, welicher. 6 gleic
voller. 10 mufl nur ir spotfogel. Unter dem datum 120 fvers).
355 bis 358. hu fünften apnichbuchep bl. 204 bis 205* bat Uam|
Sachs die erste form dieses Spruches aufgeschrieben mit der Übersebrifl:
Die erschrocklich tra van lach nacht, ein tiguer menachlichs lebetu. Diese
stimmt nahezu Qberein mit dem meistergeaange in seineni rosenton«,
ist auch wie er am 22 Januar 1546 gedichtet {UQ 8« b). 27 bia SSb).
Hier liegt die erwciterung vor, die im dreizehn tt-n apruchbuche, hl.ZOfä*
bis 304', steht. Bemerkenswerte lesarten darin sind:
355, 3 das menschlich. 18 Den kung wuergten, die st. 21 nieha.
356, 1 wnrt. 21 Scblecbt int Bcbancz sei, L 32 Kum wideransb*
357, 1 Ain. 2 Freut aich. 3 drit der hat luest 2v b. G Wpe«,^
7 stecket krieges voL 10 schere». 17 verpl endet. 23 gscblecbt auchfl
31 Noch thuet der mensch sieb nit. 38 Gaisttich oder leipliche.
358,8 Der mensch nach der sei b. 10 Fecht. 11 dem. 14 Deiu
tnenaehlichen gschlecbt. Unter dem datum T^O [vers].
35^ bia ^62 im 13 spruchbuche, bl 304' bis ;i06', mit fol«
r
I
t
icitfl
U. 7
5SS
l!
Natteo: 10 Als] Daa. 20 Auch den giftif^<>n n. 21 vber daa.
27 Frennt, gselen. hauagvind. 29 Erencket vnd.
360, 4 küendt 5 Wort, 9 pey aolcber, 12 er so gwaltig.
14 wurl 15 Paide pey (I) frawen vnd pej (!). 23 eie mit endting
daiten. 24 Bern iren armueUeUng. 27 Eurtz] Künig. 36 flcbuel
der maton gscbicht B8 Wie solichs alzeit wer v,
361. 2 selberL 4 k5m, 7 Das soU in v. 17 Künt. 34 gepirg
mmeuBchlich.
363, 5 plnei, hercz. maet vnd. 10 wemoetiges ranckeo. 15 Oert
«V enden ri\ td gemacht. Unter dem datiim 120 [vere].
363 bis 866 im zwölften sprucbbuche, bU 185 Hb 1S7i mit folgenden
lesarien : 1 sv dem most ^nd alten wein. 7 recht. 10 Denfeas oft.
11 Inft. 12 Wo sein auch drinckt der mensch zv vil 14 niin wiret,
16 wirt auch der mott verh. 17 Der thuet stecz die vngBtnem pe-
balten. 18 weis die 21 scbawen wie ein pild gemalt 22IttBie/
doch, 25 gantz] dol. 29 keinr ptllikeit.
364, 3 Vnfertreglich, pIntDrstig, 8 2uecht| vnachteum eich erz.
10 sie darum spinen feint 12 znecbt in selber zv Tnbail. 15 von
gneter. 22 wirt recht w. 28 den. 24 kumb. 26 Schreibet 27 ans-
gworffen. 29 gewret. 30 ie lenger rainer wiret (vergL s. 363| 14).
Sl Ist den doch. 33 erfrewt dem, 34 Paide sein gerauet vnd sein h.
SS nembt. 36 Scherr)ft.
365, 4 des menschen. II Sander vner, verderbn, 13 erber.
!0 sich leichtfertikeit 21 meeiclicb. 22 gar tuegentlich. 23 Helt
vn petrueg gerecht ikeit. 26 vnd raten. 30 Pekreftiget i34 lert.
366, 1 Dreib. 4 worcbt; forcht 8 zembt vnd vn[t)erwisen.
10 werde, 13 erber. 14 glauben sich. 15 Teglichen iv nem vnd
tich mer. Unter dem datumr 120 [vera],
367 bis 370 im zwölften apruchbuche, bL 133' bis 135, mit folgenden
lesarten: 4 spricht, ein. 14 ladset. 16 Terseicht. 23 puelerej,
85 «awffn vnd psncketiren. 27 prauchet ein krieg, tmcz vnd. 28 hof-
fart, gwalt vnd macht 29 Der necbste wirt durch sie veracht
368, 3 aicht. 6 den ruecken genczlich. 12 scbendlicher, 14 Ver-
aweiflung, mort. lö Dargegn sagt der weis haid auch. 21 ge,
SK ZV vergleichen noch vil e. 24 angnem, 26 quilt vnd sich a.
28 menschn vnd. 31 selbig mensch sich alle z. 32 Zemet. 36 Auch
thuet er sich mit 37 helt.
369,1 er mit. 7 klaines. 8 geicz penüegt, 9 gel neck, 13gotern.
19 Hilft 22 clare, 27 Er. 30 Derhalb. 3! Aus g. 33 ist den.
36 Weder im 1., noch im dot
370, 2 artling. 4 ob diesem. 6 steckt so vil 11 kostling.
17 am 3 tag. Unter dem datum 120 [vers].
371 bis 374 (Watther Burley s. 24 f) im dreizehnten spruchbuche,
1 211' bis 2\S\ mit folgenden lesarten: 4 Ainr. 6 spruechen.
artlicher. 8 menschen gar wol frumen. 9 dem«, gnumen. 13 werd.
5S4
bd 7
16 dort merckt. 18 Nach dem, 20 Probirt mit dem. 23 pleibi
24 Ynd helt frej vberaL 25 wesen, stand, 28 omlicb. 29 Das dM giiei
372, l penüegen. 2 zw ist f 5 Welcher aber bat guetea.
7 im stet. 8 WOet. geiczig-. 9 schart zy samen nacht vDd,
15 und 16 fehlen S. 20 Reichtum mit nicht. 21 Zw dem andren
der weiB man apricht 22 Die weil vnd der zoren an rieht, 27 gelb,
rechi 28 Qepart, 32 stim. 37 Gancz yngstüem wirt das sein.
38 dobt vnd walt sein, Z9 hawent.
37^, 5 R«chtz noch p. 7 rasset. 0 Zv yergiesen menacliliebe»
pluet. 14 weis m, wil vnd meint. 19 im. thue, 21 Den loren
dempffen allen, 23 Gar vil vnratea mag, 33 föer sich ach. 35 den
feint haimlich mit gfer. 36 wert. 39 der weis not sey.
374, 6 Durch. 8 Des menschlich h. vnd gmöet. 10 Durch an-
raiczung hat starcken trieb. 11 In flaisch vnd pluet seiner p. 17 gar
wol halten im. 18 Im selb. 20 vor mit v. 24 »cbaden. 25 VergL
band 12, s. 567. Unter dem datum 130 [vers].
375 bis 378 im dreizehnten spruchbuche, bh 213' bis 215% mit fol-
genden lesarten: 3 Im puech der kurzen spraech, 11 gwonbeit mit
13 Ininden, 15 sie doch drüegent. 22 Knnten. 24 Tod g«b#B.
26 selb darn. 27 dorichtea,
376f 1 vnd worten. 5 ain sach. 8 Prach sich. 10 durch
11 den stolzen. 12 zv im. 23 vnotigem. 27 ans. 82 inliest
34 lieb vnd.
377, 2 wolüest : verwüest. 8 verdüerb. 9 Kein lob. ? er erwüerb.
13 Mit gedult 15 vil vuglueckes. 16 menschlichen. 22 wort ainen
rechten gr. 26 vnd weltlich. 37 ain gotaelig. 38 Da man, sei nit s* I
378» 1 Der gleich nit gotea lob vnd er. 2 Sunder u. a, w. wie L 1
5 Wollen durch kunst gesehen. 8 thwet als den 13 dritn aber'
6nt man noch. 15 schnödem. 19 tragen. 23 Schaft gros nucz pey.
25 Das solcher glerter vil auf wachs. 26 wünscht. Unter dem datmn.^
130 [vers]. M
379 bis 381 im elften spruchbuche, bl 252 bis 253'. Vergl. Waliher
Burlej s. 54 f. S hat folgende lesarten: B seim 11 Seinr. 15 Des
allerjUngsten. 25 Wurt.
380. 7 sie in die. 11 So nam. 22 Mit seinem v. 23 Dm h.
erlichn. 25 küng. 32 schlechte sawre. 33 sprach. 34 küng, wer
solche. 35 Ist, pedarf. 38 herren.
881, 2 Anch dem. 5 geschrieben. 6 anfang: aafgang. 8 ge«
schrieben hat: verstat. 10 schönen. 13 Vil gueter tretFen lieber^
14 ZV thuegent ex. 16 Äthena gros lob erwarb. 17 Pey allen kne<?heQ
vnd er starb. 18 Als er gteich alt was. 19 jar] fehlt S. 20 8eii|1
puecher vil vor äugen acut. 21 Aus den. 25 allen voickem. 26 Anno
sal litis 1557t ^^ 21 tag Juli.
382 bis 3B8 im dreizehnten spruchbuche, bl. 10 bis 13', mit folgenden
lesarten ; 3 schwedischen. 5 dref^ch. 19. 27 wart
bd. 7
585
bL 219' bi8 221'. Vergi
10 bi« 8. 511. S 12 hat
9 »chueleren- 13 Weil
17 vnd lert 21 Mender
383, 5 Peacbreibt er »elb. 6 im. 7 Im. 8 Wie m het. 13 ge-
iBedmasiri. 17 gleich. 33 &1L 38 vom. 39 Durch vier gar treffen*
ticher stüeek.
384, 2 Tnebn, 4 Mob. 6 schant. 13 in. 14 verloren mein
gnuntheit 16 Ictucd hat kranckheit pej mir pt&cs, 25 Gennmen
hin das walzent glneck, 27 hend gegeben. 32 aremuet 35 Sebawl
alio. 38 Pekümer.
385, 7 der pestendiog. 9 lioheat. 14 vnghniesam. 18 zy.
20 Der gleich durch guet. 25 wirt nit. 26 im dode. 27 Solch
pstondig. ^ \Tid iorg. 32 DarfQer. 35 pegirt. 38 Ain«. 89 im.
3^6. 10 Las kainen jrtum sich. 12 rechter. 18 WiL 19 heillig.
?3 tewBcb. 34 weis.
387, 2 die. 3 het das nit. 5 das kainem fDersten. 7 aie.
90 wttotrich. 25 geehling. 36 ainr. 39 himliacb.
388, 2 Auch nit folg auf. 3 bis 7 Zum andren die ferfolgung
dragen, Das die vnt^rm creucz nit verzagen, Sie werden gwis von got
getrOsi, Aus widerwertikeit er)5il;, Ans diesem bartseligen l6l>en. Unter
dem datum 232 [vers].
389 bis 392 im zwölften Bpruchbncbe,
W, Burley ». 281 anm. und band 13, s. 508,
folgende abweichungen von A : 4 küng.
14 im sampt seinem. 16 kunsienreichen.
ph. 29 Die straff pald nemen auf in z.
390, 6 AU er zum. 9 Het den man lieb. 10 Der het von im wes.
12 im. 15 Erlegt den k. 16 gancze persisch. 20 an. 24 nach
folget 26 Hat im auch. 29 Auch. 30 straft den kunig scharpff
ynd res. 32 hilf allen menachen aus not 36 Kelbert. 38 Die red
Terschmscht dem königf flpr.
m 391, 2 rachsel. 4 Den weisen er pezeihen. 16 künig in eleni
^7 Spert als gstümelten. 20 anfiel vnd auch pia wund. 22 Vmb-
fQeren. 23 preceptorem ; ob dem. 28 köm. 34 mund,
392, 2 Auch, 3 zv wolfart körn. 4 sotichs die h. anöm. 8 neid
paide mit 11 Derhiilb. 17 dieser. 18 Verfürt gröblich. Unter
dem datum 124 [vers].
421 bis 423 im dreizehnten »pruchbuche, bl 300 bis 301'. Dies ist
eine erweiterung dea oben a. 122 bis 123 abgedruckten «pmcheB,
Die anmerkung band 12, 567 muß deshalb gestrichen werden. S 13
hat folgende abweichungen von A : 5 geform irt. 9 wort dot vnd das,
12 het 19 8ol. 20 das] fehlt 8, vnd auch.
422, 15 gleich nicht von. 18 ist er vom f rennt vnferacht 24 im
peysten 33 Idoch in recht 34 that nicht helif.
423, 4 mag. 9 Das etwan. 24 1559 am SO tag Juli, Unter
dem datum 90 [vers].
424 bis 426 im dreizehnten apruchbncbe, bl. 301 bis 302. Dies ist
eine erweiterung des oben 8 124 bis 125 abgedruckten Spruches-
536
bd. T
Die anmerkang band 12, 567 zu unserem Spruche
hat folgende abweicbungen von A: 7 ein rawBchent koU'ewer. 8 Schreck-
lichvnd röacli, flament vntl wild, U Sich selb freaseot vor b, 12 Idoch
het Bte geplenie. 15 nit recht 19 Souder guecz than hei idennoiu
20 weiblich. 21 Tn rotiem claid grewHch vnd wild.
425, 6 Tnd het 10 gemek. U tnegentlicb. 17 Wat nicht
wie sie wil. 18 thuet 27 Von der argen weit vnferschneld.
37 hailant. tr.
42G, 7 werd| weld (1). 11 In wunder sagt ich w« 16 ich ial
auch gern. 19 erliden. 20 Kranckheit vnd w. 23 wünscht tm
auch. 24 salutiB 1559 jar, am 30 tag Julii
427 big 430 im dreizehnten spruchbuche, bl. 209' bis 211'. Vergl
Karl Goedeke, diohtnngen von Hana Sachs. Leipeig 188B. 1, 146. 8 13
hat folgende abw^chungen von A : H doch auf erd die rrsach. h schalk-
heit, 10 erber. 14 wurt 15 gar. 18 mit den. 19 alles viiglQacki.|
21 Die. 2S des. 25 sueser vnd senfter. 26 In dem dau^*
uüch, wie ein thet gon. 27 Zw mir ein herliche.
428, 1 Ein fürat der retorischen. 7 eokh hintemus. 8 Den»
9 Nach dem. 10 war. 13. 17. 26 laitera. 14 pis an, 16 apical
ein köngin aas. 16 Die mit plumen gekr. 20 küngin. 25 penoni
2uegen. 28 nackat 29 dritte pild das war. B8 Daran er sol auf steigen. J
429, 3 eraich. 4 Da fraw tuegent die kOngin. 10 vnd preis^
19 An welchen z. 26 Allerle j art durch geicaikeil 26 Das zeucht
als ab den. 29 erbern gueten, 30 dewtet, 32 Den menacben
auch. 38 affect vnd pegir prinL In räch, grim^ zoren.
430, 4 peraon. 9 achmeheTi. 10 Das. 15 erwacht, gedacht
17 Entpfaben (Entphahen ist druckfehler). 21 So. 25 ph&et ▼»&
got. unter dem diitum 130 [vers],
431 bis 434 im dreizehnten apruobbuche, bl. 206 bis 209*. Du
ist eine erweiterung des Spruches in band 22, 584 bis 535. S 18 hmt
folgende abweichungen von A: 6 ich mir.
aterck vnd 21 werd. 26 Gros preia.
sie all vberdrang.
432, 1 erzeli auch vil. 6 dot müest gwis, 7 entnfleck«t.
8 diesen s^shlaf ger necket. 16 Gentus sagt: Das sol gMcheli«ii.
17 Zuckt mich. 18 dem luefte» 21 Menschliches gschlechte» aller «t
82 Auf eim a. sie bhd. 36 Darmit in die. 37 Die gab so h 88 Darfon e.
433, 1 eines stracken wegee ging. 2 Wohin das weih den laitei
in. 4 Vnd drottet 14 Nach dem. weitta herdensen, 15 dot
mit seiner scharpfen. 20 wurd aber der. 21 Von im gedreien.
22 So muBt der dot auch. 31 genent 32 geruech. 89 pey aeiueo.
434, 1 gerüecht. 3 ghruecht. 5 geleich, 7 ist dem menschetL.
10 folget. 12 Den im auch nembt der dot nit weck. 15 guecsl
lob nach. 17 erber. 19 Leben in laster vnd vnzüecht 28 imf
lob, er erwachs. Unter dem datum 130 [vers].
18 gwalting. 20 mit
29 Durch sein ^orok
'bd. 7
537
34 pasten.
'25 und] arg
20 l^gn vnter
31 alle».
3 t getrawt
32
aie sie,
32 rat.
4^5 bU 44U im eilten spnichbocbe, bl 300 bi8 304. VergL Karl
(}oedeket dicbtungen von Hana Sacb». Leipzig 1883. 1, 284. Der
neurtergesang wurde am 17 Marx 1541 gedicbtet. Zu den nachweis-
vmgen io Pauli föge wendunmut 5, 109. VergL aucb Georg Bücb-
mann, Geflügelte worte. 12 auEage. Berlin 1880. s. 53. S 11 hat
folgende abweicbungen von A: 6 alln. 7 mit groaer« 8 war er
noch reich. 10 aert. 16 Bcbmaicbelten. 17 also lanckweillig L
I 8$ me got din.
436, 4 in dreyen alle tein bab. 6 Kam in der. zu] f. 8. 8 Etwan
allein ein. 9 Nach dem sie. vrdrüecz 10 Bchwester. 13 truegsam.
15 So. 22 rnd vol r. 23 in auch. 28 vnd knecht wurden.
stund. 30 jüngst. 31 fn 8. 34 war. 86 in sawer.
437, 1 ward 2 war mer. 12 gar kein peesrung \B heet
geleich ist ir. 32 santz. 38 nem.
438, 3 Leich, 4 wegen bab: darab. 6 üech. 12 ob er wüeg,
dochter. 15 Lüeseten, 30 gold«.
4B9» 6 Des, 15 gold. 24 schalten.
B5 Ich förcht mir gleich ßQnden darumb.
440, 9 gleich guet tag. 10 knnden.
f2i eitern. 2Ö euch nimant. 30 rew vnd.
^83 am 19 tag. Unter dem datum 216 (ven»].
441 bis 44t> ira elften spruchbuche» bl. 304 bis 307. VergL Karl
Goedekei dichtungen von H. Sachs. Leipzig 1883. 1, 282 und JuL
Titimann, dichtungen von H. Sachs. Zweiter teiL Leipzig 1885. a. 138.
In dieser zweiten uufiage habe ich die wichtigsten abweicbungen von
A. die zugleich beaaerungen waren, aufgenommen. Hier folgen sämt-
liche: 14 Er wer, verlepter. 16 ein rueglich, 19 Sein leben lang
reichlich vnd herlich. In seinem haus, zv pei vnd disch Möcht leben
er Mltck 26 zv seim aun. 28 Erstlich fast auf
442, 4 Da war der alt den fleissig ach 9 Bas veriros sie gar.
12 era mit worten acharff vnd» 14 und 15 fehlen S, 17 Von
allem hausgs'nd vnd der schnuer 20 Nach dem er an. 22 wnrt
er hastet. 26 fraw: graw, 27 Het er ob dem alten scheuch vnd.
29 Gemnea, wilpret 30 aun. 32 haimlich gar
443, 5 sein. 9 Erst, 11 gleich der eun. 12 So frassen \ms
doch die. 19 ain pettelmon. 20 Den d. kunt er nimer. 21 solicbs
gleich. 23 von im. 25 auch aungi L 27 zv. 30 noch wierm
als €- 38 Vn fersten den, grob vnd.
414, 1 dem. nauflf auÖ'. 6 anherren. 10 kneblein. 14 den
in dail 20 Bot dw dte. 30 meinen.
445, 6 hilt all a. 13 mergen d« i merken. 14 irem. 15 kindn
17 Weil man pald vrdmecz wirt 23 den, 26 trewein, 27 in
jlftt gar n vergnet, 29 Wolens vurkumen dfaen ach. 30 So
phalt in euer
446, 5 im lani den kinden. 6 Wo al>er die ktnder die. 10 Vnd
588
bd. 71
Ire dltom an in riebt. 18 So wem ytiB vnaer kinder thon, 14 gefaaltD
15 Tergnet 21 eitern. Unter dem datum 200 [ver»].
447 bis 455 im fünften epruchbuche* bl, 129 bis 133', mit folg:eH'
den lesarten: 4 sehr) hoch. 16 sprach. 22 SelcKamer tbi«r der '
fremden lant. fl
447, 1 zum] ira. 3 Der leopard ist schwind vnd rand Im tprnuf
fecht er die dierlein wund, G ea] er. 9 Bcblecht] hüerft* 12 wilt
19 Bonasus 22 i&KT. 24 wirdtj wQet. 25 flueglen. 32 ma
foren. 35 und 36 stellt S um. 36 Vnd wechselt die Bchnel.
39 die] fehlt S.
449» 1 wie ein» 2 hat] fehlt S^. 3 hom hat darmit. 4 Ihircb-
stiebt U Gilrtt die im fewer nicht v. 12 aingeböeTen. 23 mit
Worten hell, 24 wie ein, 27 mit dem. 32 bis 37 iat bL 130*
unten und bl. 131 oben nachträglich zugeeehrieben , steht daher aach
451, 21, 34 hliemen, 35 i?nd mensehen v. 37 flewget in die,
450» 6 ErwQrgt wer füerget 7 glaubt, 11 bis 20 in S an
späteren stellen sserstreut. 1 1 Die. 19 das edecbälein, 20 Setmeb.
vnd gar ein klains gewecbsleio. 22 bis 28 in S sp&ler; ebenso SS
bis 36. 25 anfwQerft er sehleebl 2B zw ringen drawt.
451, 1 an irem. 4 voren, 6 bis 19 später. Nach 21 folgt
in S 449, 32 bis 35, hierauf 451. 6 bis 19. 9 ist) wont ptnem.
16 hnwet ^n seim soren, 17 ab mit seinen boren. 26 in der noi
32 mit der 33 rawten 36 klaen» das es. 38 Fnmuculus.
452, 8 Speit fewer aus seim rächen gros, 9 durvte. Nach
16 folgen in S 450, 23 bis 28. 33 bis 36 ; nach 20 450, 15 bis 18
22 So woueii in vnser rifier. 23 und 24 setsit S nach 28. 2i wlt
er fein. 26 zwar] gar. 30 sint gen. 35 alles gros vnd klfl
38 herren köstlich fueter.
453, 3 Btinckt ser, 6 Otter sieh anck 7 Peist hart vnd vnters.
9 vnd frist guet 11 waidman. 12 bis 27 stehen in S in folgen-
der reibenfotgej 26 und 27, 18 und 19, 24 und 25, 20 bis 23, 12 bis 17.
12 rein] klein. 15 graw) gech. 21 par gleich ainferbig. 23 menseli
geyr 24 in pirgen hoch. 25 Nert sich von den pirgkrewtten docb.
30 pschliesen. Nach 33 folgt in S 450, 11 bis 14. 19 und M^
34 vermonen. 38 gfir hurtig. 89 ins. ™
454, 5 Ein nneczpar thier so. 9 tierle. iO milcb, kea.
28 sein herren. 27 den] sein. 30 seinem psaicben. 31 vnrw.
32 »ewcht. 34 biß in] eben. 85 Giffti)?, selczam.
455, 5 gar] er. 8 kernen. 10 hie zw stewer,
456 bis 463 im dreizehnten apruchbucbe, bt. 215' bis 220, mit fot«^
genden lesarien: 8 der 17 wider in irer. 23 vnglawblig. 27 und
28 stellt S um. 27 der, 28 Von in etwan hab hören,
457, l wie sie mir thunt einfallen. 3 In weitten vnd. 4 Af^
in India P. 6 Merck erstlieb. Der. 9 Versanckt sie oft in. IS Duck
er sich vnter. 15 es. 18 Oree der merßscb stelt. 19 Wuei^et
bd. 7 539
iB der eng zt. 28 Zwayhnndert elenpogen. 27 dueien. 36 ist]
fehlt 8. elpogen. 39 Leit oft v.
458, 6 ab die schw. 25 Merhund ist ein schedlich. 34 lewten.
459, 1 gel, prann. 4 menschen. 9 der. 13 stent. 18 an dem
gr. 20 Was der. 27 Fleugt in die lueft auf wie ein. 28 Nautilos.
99 Preit sein federn gleich eim segel.
480, 14 Der logner. 16 vor mag. 22 ist die sag. 23 Eriohtnus.
84 piiri gelider. 25 nnd 26 stellt S nach 27 und 28. 25 Pectines.
28 fein auf recht. 29 das] fehlt S. ist auch. 32 Pricht sein schalen
durch sein itarck x. 38 Darmit. 39 auf zw mal.
461, 4 gros wie ein klain h. 5 Da. 7 lauff ja. 10 dir auch
iint pekant 11 In wassern ?nser deutschen laut. 12 Gen m. ynd
an der. 13 Vnd sw dem ersten so. 14 Der hausen ist ein. 20 flossn.
28 Sohaiden auch gar k. 23 waich Tud. 24 den h 27 ander fisch
rawbiaeh. 35 köstlich. 37 Hat sOes d.
462, l Hasseln die fisch. 2 ir. 9 Pirsing. 14 petersilg. 15 ein
schlechtes lob h. 16 muerr. 17 Pesser s. man pressen 19 Pleck-
ling. 26 Wan sie lieber essen n. 27 aber zimen h. 28 pfrillen fAr.
36 stirbet Ton. 38 sint nit Til.
468, 2 ZY aim. 11 der] fehlt 8. ich auch ged. 12 folchen (?).
18 künigsloben. 31 Tnd im. 85 Das er sich darfon sp. 88 dir
ewig lob erw. 39 Mit danckparkeit das w. 40 am 8 tag. Unter
dem dntum 800 [TersJ.
464 Über die 110 flüsse Deutschlands ist ein aufsatz von Dr. H.
Zimmerer in München im Jahresbericht der Münchn. geogr. gesellschaft
1896 zu erwarten. Darin wird auch ein genauer abdruck des Spruches
nach der handschrift im dreizehnten spruchbuche gegeben werden.
471 bis 476 S 4, bl. 207' bis 210S mit folgenden lesarten: 7 nit.
12 einest 25 heillig gschrift. 27 thennem. 28 sintflues die grossen.
472, 5 Salomo sein künckliches haws. 6 ucberaus. 8 Der gleichen
werck man. 10 ander gast sein red anfing. 15 tOeren. 16 Gwaltig
paetey dut d. 18 artlich vnd ser. 21 weisen tueft stainen. 23 Seinr.
25 iaren. 32 küenstner. 34 kain künckreich. 89 contrafetisch.
478, 5 im. 7 peren. leben. 9 cocodrillen. 11 selczamen.
14 contrafetisch. 24 elament. 30 mond. 34 finstren. 35 egbart.
86 Dörffr vnd weiller.
474, 1 und 2 fehlen S. 10 allem 13 fOglen. 17 wände! : handel.
81 und 22 fehlen 8. 28 Ir wappen, klainat. 24 Wirt aigentlicb.
26 Histori Schreiber vnd poeten. 27 geschrieben. 31 für. 32 künt.
37 allen.
475, 1 Vür alle andre. 5 noch. 6 künt. 7 Weil. 8 fewer.
9. 18 geit. 11 krafft] saft (!). 15 sagt. 24 frunckeit. vür. 30 Vnd
sehwermüetikeit 31 wun vnd. 37 vnd (!) Schneider vnd.
476, 6 bis 17 ist facsimiliert in der bayr. bibliothek nr. 19 s. 28.
540
7 könig fürstn.
wünscht H. 8.
8 wurn. 13 hat geben >
17 jar] fehlt 8.
16 Geleich den sMttLl
Zum 8 bände.
S his 28 im aecheten Bprucbbuchep b). 144' bis 157'. Die haad-
achrift Berlin, cod. msciv germ. &76, 25 ist nacli A geBchrieben. Aof-
fahrang in (?) MQnchen 1562: Jahrbuch fQr Münchener gescb. 1889.
3, 268; in Augsburg 1570: ebenda s. 374, 83; in Nördlingen 1574:
Schnorrs archiv 1885. 13^44; in München 1597: Jahrb. f. Müncheii. ge-
Boh. Sf 374 f« Auch der Augsburger notar und uieistereänger Georg
Danbcck verfaßte eine comedia von den seohs kempfem, die 1613 im
Danzig geepielt wurde, vermutlich eine hearbeitung nach H. Sachs^
Sieh J, Bolte^ Das Danziger theater* Hamburg und Leipsig 1895. a.S6f.
Georg Lucz, trabant, widmete diesea spiel als von ihm veifaOt dem en-
herzog Ferdinand; vergL dazu Karl Goedeke, grundriß II, s. 406 ar. 388.
8 6 h&t folgende abweichungen von A : 2 kempfer in den ichran-
cken. 5 diesem, 15 stat
4, 2 kain ach ad. 5 zwaj trabantan vnd. 6 rattel. 13 ser«
21 leib aigeoen 22 So wirs frejen mit. 24 der kainer. 28 rnftot
31 küncklich. 32 gmaine. 34 gmain vnd der rat.
5, t lassen nit. 7 leib aigenen. 34 naigt.
G| 4 eur mayestat den prieff. 22 vnser, 24 Ser groaen scbadeo
wider. 27 Habi3n »er. 30 nüeczt, 31 verderblichen, 32 Derhalbeiu
küncklich» 35 Der wer fdr paide atete guet.
7, 8 «chad g&gen. 9 machen, 18 gebn, 21 wer noch geirtnt
31 ?ntergebn
8, 6 volck gweltig vnd pr. 7 seczet. 13 weng. 15 lie
18 kriege, auch gar vrdrüez. 27 thw. 28 boI B4 wo In. 35 Die ai
9, 5 Herolt ge! hais. 14 Die stat boI. 27 Daa. 28 Ug de«.'
31 Da »teil 32 Stellen gern est mit harniach weer.
10, 3 geomet. 4 Das der krieg eich frej müg. 14 liebi
16 küne. 29 von] an (!).
11, 3 mein. 31 dewrer.
12, 6 die Körnen 8 kampfstüeck. 16 elioh. 2a fraidsger.
23 von] an (!), sieh ku 10, 29, 27 Zw kämpfen den.
13, 9 Lieber. gesegn. 20 vnzwdrent. 26 Wir wola bewi.^
27 traurn. 28 gelüeeklich.
14, 12 dapfr. 13 Schawt. 17 Bprüng. 20 wirt tiidergeschlageii^
25 «ch wenden 28 jüngster {]]. ligt.
15, 27 kampfatQecks 29 auf. *51 amechtig d. i. anmechÜg.
16, 14 achreit. 28 Rom der stat 34 Aigen vnd ewig.
17p 1 euer küniclich. 5 eur. 7 krieg deiten. 14 zw hant
28 elent drawring,
18, 8 Horacius der jung {[). 16 eren. 17 das leben.
1
bd. 8
541
13 wilt mich auch. 19 ein die» 23 gichweyeti-
I
lü tue
22 Er-
15 frey]
\i
19, 7 gar eleni. 13 wenger den zway, 17 wem gleich aucb.
2ä habrt.
20, 4 gehört
24 vetem«
21, 3 kttiiiclicher. 8 gent aus. Auch flcbleichen alle dotten dar-
fui, 19 sendicliche (!> 24 Foferscbuld '25 Yu; sieh das regisier.
mörderische.
22, 2 TDpildfl. 4 Deinr. aeint wir gar entsesgen. 6 schenitichen.
16 den gmelteo 34 das.
23, 11» Frechen wir ¥ii6er aign.
24 f 9 verloren. 14 pin auch. 15 wo luir den auch
nemen wQert 18 den in Rom. 19 drauren müest vnd
worben. 28 mag.
25, 4 haubet 13 gferling, 14 in gleich frey ledig.
•ein« 24 reuoziren. 25 des. quetiren.
26, 3 kOnckliche. 7 mein. 11 verwegen. 15 bis 80 auf bl 310
Von H. Sache nachgetragen. 31 Ewig lob, preis, mm, danck vnd.
32 kQucklicher.
27, 8 wagten ir tewre«. 9 Ea = ehe eie. 13 auch gar nit ver-
•chonen Der in hohen, edlen. 20 ersamkeit. 22 pelC^uen. 37 nam*
28, 3 nam. 6 das aufnemen. 8 wünscht ir von Nürnberg.
L 29 bi« 53 sieb band 20, b. 47» und s. 559.
, 54 bis 80 Die lesarten der bandBchrift sieh band 20, 561 bia 564
und vergL band 20, *i4 bis 112. Gedruckt ist die komödie des achten
bandea bei Joh. Oust. Büäcbing, Hans Sachsens trauerapiele. Nürnberg
1824. band 8, a. 125 bis 158.
81 bis 106 im aiebenten [verlorenen] sprucbbuche: ,tragedia; Der
ritter von purgund 698 vers.* Berlin, cod, mscr. germ. 576, 24; ist nach
A geschrieben, Einzeldrnck Iöl4 s. in der bibliagraphie im nächsten
bände. Lützelberger- Frommann, Hana Sachs. Nürnberg 1891. s. 239
bis 269. ltJ4li Oktober 16 in Dresden Ton Erfurter Springern agiert:
FQrstenau. Zur geacbichte der musik und des theaters am hofe zu Brei^-
den. Dresden 1961. l, \06, Vgl. Seuflferts vierteljiihrschr. 1888. 1,
277 biü 280. Goedeke, Dichtungen von H. Sachs, l, a. 241 und band
22 dieser sammlung, s. 412. Sieh auch R. Köhler; Jahrb. t roman.
und engl, lit 1h6L lll , g, 57. /l'ragedia von zweyen rittem au'.^ Hoch
Burgundia* wollte 1593 der puppenspieler Andreas Hothe in Dan^ig spie-
len. Sieb J- Bolte» Das Dansiiger theater. Hamburg und Leipzig 1895 s- 27.
107 bis 130 im siebenten [verlorenen] apruchbuche: .tragedia Falsch
kaiaerin mit dem graffen 166 [versj.* Vergl. band 22» s. 232 bis 233.
Sollte 1574 in Nördlingen aufgeführt werden: Schnorrs Archiv 1885. 13,49.
131 bia 160 stand im siebenten (verlorenen) tspruchbuche: ^Comedi
Die kaiserin mit dem ausezigen 324 [vera].* Einzeldrucke sieh bibl.
in band 24. Gedruckt bei Joh. Gustav Bßsching, Hans Sachs. Nürn-
berg 1824. 3, l bis 37. Vergl Gesta Homanorum 249 (Oesterley , wo
542
1x1 9 j
2, 3, 35 zü lesen iet). Äuffabrung in NQmberg sieb Seufferts Yterteljahr-«
«chrift 1890. III. 36.
161 hh 196 vergl. band 17, a. 529. Gedruckt bei Job. Orut BQ-
Btihing. Harn Sachs. Nüroberg 1824. band 3. 8. 191 bis 23a
197 bU 218 im achten [verlorenen] «pnichbucbe: ^Cornedi Maclus
äcenola der romer 645 vers/ Wien, k. k. hofbibliothek, Vergl. Kirch»
bof, Wendunmutb 1, 15.
219 bii 260 sieh band la, 8. 593 bis 595. Gedruckt: J. G. BtUcbing.
Hana Sacba. Nürnberg 1824. band 3, a. 239 bis 294. Aufgeführt 1575
in Nördlingen; Scbnorra Arcbi? 1885. 13, 49. ,01wier und Artm'
w^urde in Dan zig am 28 Februar 1594 von ktUrBchneni gespielt. Sieh
J. Bolte, Das Danziger theater. Hamburg und Leip^tig 1895. a. 28L
59. Vergl. öervinus^ Geacbichte der deutschen dichtung, U*, s. 349,
261 bis 299 im achten (verlorenen) aprucbbucbe: «Gomedi Ritt
gatmj mit der berzogin IQIA [vera].* Über eine aa€11hning des Galmj
vergl J BoHe, Daa Dan Kl ger tbeater, Hamburg und Leipzig 1895 a^
300 bie 339 im aiebenten (verlorenen) aprucbbucbe; «Oomedi Bian-
cetfora mit dem pfaben 1114 [veraj.'' Sollte 1576 in NOrdlingen nuf-
gefQhrt werden: Schnorra archiv 1885. 13, 49 und s. 56 anm.
840 Ma 865. Vergl band 2, 237 und dazu band 21, 361- Ül
eine auffOhrung in Schneeberg 1665 aieh M. Fürsteuau, Zur gesehichtcj
der muaik und des tbeatera am hofe au Dresden. Dreadcn 1861. 1,225
366 bia 387 im mnfteit aprucbbucbe, bl. 193' bia 204. Einaeldruck
aieb bibliogr in band 24. Vgl. band 2, 216 und dazu 21, 360lI
Vielleicht aufgeführt in Nördlingen 1606: Schnorrs Archiv 1885. 13,71.
Sieber 1646 am 18 Oktober nach dem churfüratlicheu handkaleiider,
Dresdn. hs. Q 270: In der Rieaenstube haben die Erfurtischen Springer
eine Tragödie von Lorenz (die^e iat von Hana Sachs) agiret. Sieh Für-
sten au, Zur geschicbie dermuNik und des theatera am hofe xu Dresden.
Dreaden 1861. \, 235. S bat folgende wichtigere lesarten: 7
12 E Meaaina. 1 6 maide. 26 weil der v.
357, 4 E Meaama. 12 Zw dem.
368, 4 ewer will v. 15 kleinen (t). 17 ist auch ein.
35 Vnd pacblulich (1).
369, 1 vnferprQchlicb. 3 spricht 9sw ir selb. 7 w&is. 23 iß;
vergl. achwank 159, 15.
37ü, 5 Gueter aittn. Htil vnd vndadebcb. 14 hast mir« p1uet»^H
18 spricht vnd gibt ir daa kettlein. 23 Darin sehen sein. 25 nenibi^|
ketten vnd prieC 26 den kurczen. 27 meine. Nach 29 Sie getit
paid hinaus. 30 aecundua,
B71p 1 Darin ich also flam. 3 Das ich abnetn an leib. 5 vmb-
fangen. 17 atewr. 23 ptauck mich. 24 In guet ich dein di
gedeuck. 27 Doch denck ich.
372^ 3 prüeder kurczn st. 5 aambt in. 15 euch herczUcli. 17 <
nie dQrffen. 18 ich euch» offenwaret 25 liebe mich.
873» 23 Ic« pin. 27 U>roBC*o.
374, 2 legn Terfalbe.
28 thereiu».
375, 1 wöl wirn vor gericht 6 wüert 32 Da er.
376, 17 niemandt sehn] nimbt aeben. 21 er Ym »olicbs. 25 in]
fehlt S, 3t So pleibt all g&ch beiinlkh vnd.
377, 3 Wir zwen wollen die schmach wol. 4 rappim durcbatecben.
5 herein. 9 Lorenczo mit 20 ge mit vns auf. 22 tuaid. 26 Lo-
rencxen. er plickt auch herwider. 29 Lolenczn [!j tiichs gewer.
378, 3 baimwercÄ. 13 haben in ausebickt. 14 Zw schicken fl).
379, 2 quartos. 3 maid. 14 Dein praeder haben mich e.
16 peepruecat. 17 iren wem. 18 Sie meioen dotten leib pegraben.
26 clegling. 30 es in w, 35 Lisabetta wint ir hent s
380, 8 ?rlob sollen wir hinaus. 24 wert. 25 Werd vng noch in ala.
381, 11 das dotten. 13 er. 24 schmeckent thw. 26 einen
grfien. 27 hanbet 28 Auch,
382, G der ist petr. 13 aignen. 18 frenntlich scbmueoken.
28 ueber ailffe. 30 quintus.
383, 4 Halst vnd kQeset vnd. 13 Vnd h5rn. 17 ir heimlichen.
18 pia ich den scher ben pring. 20 ht ein wanckelinüeÜg d. 24 da.
884, 1 mim ewer. 4 Der wirt dir wol den. 13 gebn ist woL
27 knechte«. 28 vna erstochen. 30 Ntin mues*
385, 5 föraehen. 9 faren dar 15 Weil wir gar nicht 19 zw
fuem vnd. 20 werd. 22 E wan ausprecb. 30 haben gwis g.
32 Haben all ire sohecz.
386, 3 pitrikait 6 gemach fns füer fues ret auf dem weg.
12 Der heroU drit hinein vnd peachlewat 15 örnlich. 29 Pi« sie,
ledn, 29 wol: sol. 32 auch wol hüetten. 36 Auch. 37 ainr in-
ordenlichen.
387, 21 ZV. 590 [vers].
388 bis 398 im zwölften Bpruchbncbe. bl 233 bis 239. mit folgenden
Jeaa-rien: 14 im gesieget 18 Olimpiadem. 22 Kam also. 24 er.
389, 3 pekent (!). 8 noch ain g. 9 Der wart Olimpias ser gram.
19 Wart. 28 aufriebt. 29 mm vnd lobs.
390f 2 Ynd bueb Älexandmm entpor. 9 p rächt seim v. Hscharpff
A. 15 pezwang. 16 Das znm thail. abgf allen. 18 Athenn. er
hoch geert (?). 27 auch die »tat D. 30 «täte. 31 dem. 38 Den
Philippns V. 89 Penjen; vergl 391, 15.
391, 5 vnd durstig. 12 seiner. 16 Doch. 18 Die gros bawbt*
«tat in Lidia. 20 die gwaltig, 22 Fund im terapel. 25 wurt,
30 Paphliganer. 34 Von dem lag er dot kranck. 36 zu] sich.
87 mit groaem.
392, 7 Statira. 13 pracht hinein. 16 Des poeten Homeri. 17 ain
erwirdigen schacz. 19 Sich wider rüestet zv der. 21 VViderum,
25 EQng. fluecht hdrt 26 gfangen. 29 Auch das. 30 mit grosem.
22 alles sein kriegsfolck gemein« 36 Ynd thet auch gar tiranisch
544
bda
Tberwuni. 8 atorm. 9 aeüi.
14 indiBchen. 18 Calanttm.
36 im A. 38 occi&iii»cli. .
6 kflnig raist 10 Paide tli
22 götteni opfert 25 Dm.
wern. 37 PhOotum. 1
393, 8 Das Bicb durch achleclifc red liet. 7 Vnd im htiimlich dtt.
10 kvtch, in. 22 auch aUem volck g. 24 Da» CaUsteues. 39 er^
weiter. 30 Auch BJnt. 31 Die tm Bein doi hetit«ti geflchworn. S7 sUi
nach der andren.
394, 1 Tokks auf dem weg im. 4
12 Idoch wurt er liail von der not.
28 Bolt 32 plieb. 34 Vnd e er im.
395, 3 auflgstiegen. 5 geBteiien.
l. vnd ZV iiK 19 kOng C. mit natu.
27 Küng. 34 Daa. 35 würd. 39 zaichn.
396, 4 Sein auf die, 9 Peim kÜng, tiilt all sein f rennt verdacht
13 hauptleutn. 17 Dem. 18 wider twent. 21 schneller elL 29 tf
het gnumen. 32 dem] fehlt S. 33 Zum dot zv siben anefing.
36 Ton de» kunigea leib die sei.
397, 15 sein herschaft 16 doch oft get zv, 19 auch, da*.
23 ZV dem ar-hadn. 25 seim vaterlunt, 26 Genugsam pliehn. 21 Anelü
»ecz ich, ob. 30 reich weittert vnd. 32 oft erst vnglaeck. 37 oder durcli.1
398, 3 Oder mit plueting krieg. 4 den kriegafuersten. 5 «olchi
gleich. 7 aigen vTid natürlich. 11 sambt leib vnd leben. 12 got
darfon, 24 Pey allen fnersten. 26 400 [ver«}.
399 hie 404 im zwölften Bpruchbuche, bl. 230 bi» 232: ^Das leben
vnd ent des mechtigen künig Darii in pertia** mit folgenden lesartenr
5 Persiam. 11 fler junger. 12 vil laida gethon. 17 Dreisg danteiit
vnd drey an den tros Zw fua vnd fünf tauaent zv roa, 23 dae
im lant Weliches Thawrna ist genant.
400, 4 Aus dem. 7 dem hantütraioh. 8 Da paide kUnig wufde
wund. 10 atadien. 15 Sein credencz vnd gemünztes gelt 17 Aue
dea kunigea dochter. 19 sie züechtig mit Worten milt 20 Tnd thelf
in aller zuecht »ie. 28 Entpot 24 Zw lOsaen aeine Hebe pfanl«
25 Bchluega ab. 26 das künigreioh. 27 solioba meaiet sich geleie
32 paide h. 34 Doch. 38 Darfor, 39 küng, gezwungen.
401, 4 wurn pey ailffdausent 8 virczg. 10 discb, penck, «tu«
vnd. 11 von zobl vnd weh. 15 war durcbaeczt 19 jung
21 hauptleutn vnd. 22 kunckling sal anstiea 23 in glat ab nf
aschen. 27 Seinen. 32 Zum driteu m.
402, 1 Alao künig D 2 dem pe.«?teD adel. 8 in »etber gfangen*
10 legt in an awwe (I). 11 feint naheni kumen. 15 Zw. 20 waaaeft.
21 S>: Dein. 25 er pewissen. 31 In 35 zebern (wie Keller ver^j
mutet hat). 30 kunckling. 38 nach dam. 39 Lie« In aein erzet,
40d, 8 herm ain v, 9 würgen gar. 13 ide gipfen. 14 mörder* ]
18 vergalt sein vntrew. 20 aeim gwaltigen. 24 Hie. 25 Das kdnj
reicb auf erd pstendig. 27 gwaltig, weis, dapfer. 28 Hai es doeh
nur Bein patendikeit. 29 geornte. 37 alle alte reich zergangen.
4U4, 2 Perflier* Sirer» L. 3 vnd der Albaner. y thier» vergifte
U.8 545
10 Also iflt ics auch im. 14 zerget. 16 wir die cristlich g.
Unter dem datum 200 [vera].
405 bis 408 im zwölften spruchbuche, bl. 125 bis 127: »Drey treum
so aa kaiser angnsio sint war worden* mit folgenden lesarten: 7 vor
her. 14 Mit gwalt. 17 sein krön. 20 wnrt. 24 Aim. 27 Da
war. 28 ainem (!).
406, 5. 20 adalar. 11 aus geriebt. 19 Den (!). 30 prechtig,
goÜiiig. 83 Wer dieser.
407, 2 Kaiser Julius. 3 sum. 4 So pald. 8 ainer. 10 het
11 gemainen. 16 Wart, nach k. 29 an sein geheum. 86 Den träum J.
408, 8 sie imer sein. 9 Wan treum sint phantasey allain.
12 Solch treumb. 15 sol ain Grist. 18 19 tag. Unter dem datum
120 [Ters].
477 bis 480 im dreizehnten spruchbuche, bL 253 bis 255, mit fol-
genden abweichungen von A: 3 thunt. 6 hab so w. 11 Verendert.
kflnicklich.
478, 8 selb. 9 thiranisim. 12 Ynd wer darw. 13 Den
slaniffet er pald an dem 1. 18 In mit zv dempfen. 21 Dem
irembdn kr. günst. 25 Ynd in E. 27 seinu
479, 2 nicht mer mislingen. 3 Fing recht an. 6 anderm.
9 ihet im. 10 herter. 15 nach all seim. 16 sie] gar. 19 Ir kam.
88 wol] erst SO ains lantherren gn.
480, 6 Der vntrew künig wnrt gefangen. 7 ain st. gehangen.
11 obrikeit. 20 Dem. 22 pey sein vnterthon. 23 der selb hawff
bebt an. Unter dem datum 130 | vers].
501 bis 504 im dreizehnten spruchbuche, bL 257 bis 259, mit fol-
genden lesarten: 6 Delphos. 10 wart. 20 er wurt alt. 21 erheben.
82 legen. 25 sin. 26 aber das weib A. 29 aufziben.
502, 6 Vor dem der vater sich. 9 hat er in erkenet eben.
10 Pey seinem aigen schweri 12 entpfing. 16 fuer lob zv er-
werben. 18 Derhalb vor vnd nach der kOn mon. 19 Het neun.
20 wilden th. 21 Vnd an raubisch mörd. 25 Speisset auf das
pest. 82 dran, den a. 36 zal jagbund. 37 Hieb es mit sein
lenen« 38 Das schier das gancz lant het erOst.
503, 4 den. 5 hinab. 7 fünften Glamastem auch not 10 het
vmpracht. 13 im in dem gras. 14 Die er haimlicb erstechen was.
19 Wandrer. 20 Vnd legt sie. in. 22 Hawt er im ab. 24 Den-
selben, er] fehlt S.
504, 7 Kert er mit den k. 9 Mainet sein vater. 15 Detten
nach mm vnd e. 19 landzwiugern , mördem vnd. 22 mocht.
Unter dem datum 130 [versj.
505 bis 508 im dreizehnten spruchbuche, bl. 255 bis 257 mit fol-
genden lesarten: 6 vnd merckt doch gwis. 10 wunderperlich.
18 fmme. 27 Doch.
506, 2 Rum, lob vnd preis dardurcb. 5 durchbin stridt. 8 seinen
xxui. 35
&46
wunderparen »iegen. 13 dieser, 32 Die weil er Äuf. 35
vor. 87 drik. 89 die Catua.
507, 2 Drunib Hercules zt dot id scbbieg. 5 grewlich. 9
ab. 15 verj. flicht. 26 ir] fehlt S. 27 mehr] vnd* 38 Der
guelden opfel 35 Der guelden öpfel. j
508, 1 weit mer von m ordern vnd r. 4 hat der held all. 5 M
doi geflch lagen vnd gefangen. 8 frumen war genent. 19 Vber-
lande on groae gfar. 21 Die. 25 ent nöm^ 26 pegert. üuter.
dem datam 130 [vers].
Zum 9 bände.
d
3 bia 11 Gedruckt ala 9 faatnachispiel. In der idee berfihrt ea sirh
mit dem 13; vergl. auch das 78 faaln. und band 17, 255. Ä. L. Stiefel,
Ueber die quellen der Hana Sachaiachen dramen: Germania n.
(S6) jabrg. 8. 10.
12 bis 22 Gedruckt als 13 fast« achtspiel nach Han§ Baeh8eiii|
achrift. Abschriften uub dem 16 jahrh. finden sieb in München,^
4503b, 3 und im kloater Einaiedeln, nr. 686» a. 122 bis 132. DeiTdiä^
zeldruck Weller» Huna Sacbs-bibliogr. nr. 191 beaÜKt die Berliner kgL
bibliothek.
23 bis 34 Gedruckt ala 16 fastnachtspiel. Sieh dazu daii 3 bä
eben» P. V f, Carl Drescher, Studien zu Hans Sachs. 11. s. L Ä.
Stiefel a. a. o. s. 11 and narhtrag: Germania 25 (87) 8. 207.
35 bia;4ti Gedruckt als 18 fast n ach tspiel. Sieh dazn das 3 bi
cbenp Ä. Vlll f. Vergl. Valentin Schmidt, P. Alfonsi disciplina cleri-
calis B. 136. Leonb. Lier, Studien zur geschichte des Nürnberger fas^
nachtspiels. I. diaa. Nürnberg 1889. (Abdruck aus den mlttheüung
des vereinB für geschichte der stadt Nürnberg 1889. 8, 87 bis 16
s. 54. A. L. Stiefel: Germania 24 (36) t. 11.
47 bia 59 Gedruckt ala 21 fastnachtspieL A. L, Stiefel a. a. o. «- 14.
60 biß 71 Gedruckt als 36 fastnachtspiel Vergl. B, WaVdis 111. lg
und H. Kurz zu dieser fabel J. M Wagner, Archiv f. d. gesch.
dtsch. spräche. Wien 1874. s. 325 bis 328. A. L. Stiefel a. iL o,
72 biä 84 Gedruckt als 37 fastn ach tspiel, dazu blLndchen 7, s. XtV.
Leonh. Lier a, a. o^ s. 57 und 69. Das spiel begegnet sich im aioif
mit einem außerordentlich heiteren zwiachenspiel von Catderon: Der
dragoner. Sieb Edm. Dorer, Naehgelasaene sehnfteu. hg, von gnif Schack.
Dresden 1893. I, 206 bis 217. Der kern der handlang auch in Louis
Schneiders stück r Der reisende atu den t Sieh Schnorra archiv 1886. 14,448.
A. L Stiefel a. a. o, s. 22. Georg EUinger: Herriga archiv 1692. 8d|j
85 bis 95 Gedruckt ala 38 fastnachtspiel. Vergl band 22,
233. A. L. Stiefel a. a. o. a. 28.
96 bis 107 Gedruckt als 46 fastnachtapiel. A« L. Stiefel a, a.
i. 27. Auguste Ehrhard, Les Comedies de Moli^re en AUemagn
Stiefel,
m
bänfl
:leri-
■1
.14.
in. i«
• äff
bd. 9 547
Paris 1888. 8. 44.
108 bis 119 Gedruckt als 28 fastnachtspiel. Vergl. John Dunlop-
Liebrecht s. 257 nr. 881. Leonh. Lier a. a. o. s. 57. A. L. Stiefel
a. a. o. s. 17.
120 bis 185 Gedruckt als 62 fastnachtspiel. Vergl. Carl Drescher,
Studien zu H. Sachs. II, 1. A. L. Stiefel : Germania 24 (36) s. 43 bis 46.
186 bis 189 Gedruckt als 202 fabel. Vergl. Nürnberger festschrift
>. 144.
140 bis 148 Gedruckt als 203 fabel. Vergl. NQrnb. festschr. a. a. o.
144 bis 147 Gedruckt als 204 fabel. Vergl. Nürnb. festschr. a. a. o.
148 bis 151 Gedruckt als 205 fabel. Vergl. die 800 und 386 fabel
und die Nürnberger festschrift s. 145.
152 bis 155 Gedruckt als 206 fabel. Vergl. Nürnb. festschr. a. a. o.
156 bis 159 Gedruckt als 207 faM. Vergl. Nürnb. festschr. a. a. o.
160 bis 163 Gedruckt als 208 fabel. Quelle sieh fabeln und schwanke,
biind II, B. XIX. Nürnb. festschr. s. 87.
164 bis 167 Gedruckt als 209 fabel. Quelle sieh fabeln und schwanke.
band II, s XIX. Nürnb. festschr. s. 145.
168 bis 171 Gedruckt als 220 fabel. Quelle sieh fabeln und schwanke.
band II, s. XIX Nürnb. fesUchr. s. 145.
172 bis 175 Gedruckt als 221 fabel. Vergl. Nürnb. festschr. a. a. o.
176 bis 179 Gedruckt als 222 fabel. Quelle sieh fabeln und schwanke.
Hand II, s. XIX. Nürnb. festschr. s. 145.
180 bis 183 Gedruckt als 223 fabel. Vergl. Nürnb. festschr. s. 146.
184 bis 187 Gedruckt als 224 fabel. Quelle sieh fabeln und schwanke,
band II, s. XIX. Nürnb. fesUchr. s. 146.
188 bis 191 Gedruckt als 225 fabel. Quelle sieh fabeln und schwanke,
^and II, s. XIX. Nürnberger festschrift s. 146.
192 bis 195 Gedruckt als 226 fabel. Quelle sieh fabeln und schwanke,
^and II, s. XIX. Nürnberger fesUchrift s. 146.
196 bis 199 Gedruckt als 227 fabel. Quelle sieh fabeln und schwanke,
^^itid II, s. XIX. Nürnberger festschrift s. 146.
200 bis 205 Gedruckt als 228 fabel. Nürnberger festschrift a. u. o.
206 bis 209 Gedruckt als 229 fabel. Nürnberger festschrift a. a. o.
810 bis 213 Gedruckt als 231 fabel. Quelle sieh fabeln und schwünko,
^«^-«id II, B. XX. Nürnberger festschrift s. 146.
214 bis 217 Gedrucktals 282 fabel. Quelle nieh fabeln und sohwanke,
^^^"Äid II, 8. XX. Nürnberger festschrift s. 147.
218 bis 221 Gedruckt als 233 fabel. Quelle sieh fabeln und schwank«',
^«•*id II, 8. XX. Nürnberger festechrift s. 148.
222 bis 225 Gedruckt als 234 fabel. Wie bei nr. 233.
226 bis 229 = 236 fabel. Sieh auch fabeln und schwanke, band TI,
*- XX und Nürnberger festschrift s. 148.
230 bis 238 = 237 fabel. Wie bei nr. 236.
284 bis 237 = 244 fabel. Quelle sieh Nürnbergtjr feHtHchrift s. 148.
35*
548
238 l>ii 241 = 246 fabel Wie bei nr 244.
242 bis 250 Gedruckt als 144 schwank.
bis 261 = 146 tchwank.
Nürnberger festschrift s. 121 1
251 bis 255 ^ 133 schwank.
Ver^l.
VergU
Nürab. fesUcbr. «, 122.
276 bis 278 =^ 173 Bchwaol
Vergl Nümb. festscbr, 9, 124 bis 1*7.
7ergL band 9, a. 548. R. Bsiaiii
NQni
I
262 bis 266 == 157 scbwank.
daau ß, 472*
267 bis 270 =158 aohwank.
271 bis 275 = 164 achwauk.
279 big 283 — 169 acbwank.
284 bia 287 = 177 schwank,
hach bebandeli den atoff in nr. 7 seiner abenteuer und schw&ake.
berger festachrift a. 128.
2S8 hh 292 = 179 schwank. Vergl fabeln und schwanke, band II«
s. XVIi
293 bis 297 ~ 180 schwank. Vergl, den nachtrag in band 11, «, XVn.
K. Öoedeke, »chw&nke dea 16 jabrh. s. 47 und NQmb. feeUchr. 9, 130.
208 bis 302 = 181 achwank. Vergl. Nürnb. festachr. a. 132.
303 bi» 307 = 182 schwank. Vergl nachtrag band II. ». XVII
und Nürnberger featBchrift s, 137,
308 bia 311 ^ 184 icbwank Vergl nachtrag dazu band U, n. XVILI.
312 bia 315 = 183 achwank.
316 biB 319 ^ 185 schwank. Vergl nachtrag dazu band 11, s. XVIE
320 bis 323 = 186 achwank. Vergl Nürnberger featacliria a, 136^
324 bi3 327 = 187 ach wank. Vergl Nürnberger feBtachrift ft 18^
328 bia 331 ^ 188 achwank. Vergl Nürnberger fesUchrift a. 83.
332 bia 337 = 180 achwank. Vergl. nachtrag dazu band II, a. XVIII
und Nürnberger featschrift a. 141.
338 bis 341 = 190 achwank.
342 bia 345 — 191 schwank. Vergl . nachtrag dazu band 11, s. XVIll
346 bia 349 = 192 achwank. Vergl nachti-ag dazu band 11, a. XVIU
und Nürnberger featschrift a. 142.
350 bia 353 — 193 achwank. 354 bis 360 :== 194 achwank-
361 bia 364 — 195 schwank. Vergl NOmberger festachrift 8.3551-
365 bia 370 ^ 196 achwank. f
371 bia 375 ^ 197 schwank. Vergl nachtrag dazu band II,
a. XVni und Nürnberger festachrift b, 142.
376 bis 379 ^ 198 schwank. Vergl nachtrag dazu band II, a. XVIIL
380 bia 383 ^ 199 achwank. Vergl nachtrag dazu band II, s. XVIU.
384 bis 387 ^ 200 achwank. Vergl nachtrag dazu band II, t. XYIU.
888 bia 391 = 201 achwank. Vergl Nürnberger feaUchrift a, 149.
302 bia 395 = 210 achwank. Vergl nachtrag dazu a. XIX und
Nürnberger featschrift a. 151, H. Sache bebandelte densell^en stoff imi
achwinden Frauenlob am 1 Juli 1546: Der künig drinckt ,Ea ist ein]
g^'^onheit vnden an dem reine"^ (MG 8^ 126 bis 127).
396 bis 399 ^ 211 achwank. Vergl Nürnberger featechrift «. 15K|
400 biß 403 = 212 schwank. 404 bis 407 =218 achwank.,
b(L9
&49
408 bis 411 r=z 214 schwank. Vergl. NQrnberger festschrift s. 153.
412 bis 415 = 215 schwank. Vergl. Nürnberger festschrift s. 154.
416 bis 419 = 216 schwank.
420 bis 423 = 217 schwank. Vergl. nachtrag dazu s. XIX und
R. Banmbach, abenteuer und schwanke nr. 14. Außerdem E. Qoedeke,
schwanke des 16 Jahrhunderts s. 220 und Val. Schmidt, beitr&ge zur
gesch. der romant poesie. Berlin 1818. s. 65.
424 bis 429 = 218 schwank ; auch bei Nasser s. 109.
480 bis 4S2 = 219 schwank. Vergl. Nflmberger festschrift s. 154.
488 bis 487 == 285 schwank. Vergl. nachtrag dazu s. XX und
Nürnberger festschrift s. 154.
488 bU 441 = 288 schwank.
442 bis 445 = 289 schwank.
Nürnberger festschrift s. 155.
446 bis 449 = 240 schwank.
450 bis 458 = 241 schwank.
454 bis 457 = 242 sehwank.
Nürnberger festschrift s. 158.
458 bis 461 = 243 schwank.
Nürnberger festschrift s. 91.
462 bis 465 = 248 schwank.
Nürnberger festschrift s. 158.
466 bis 469 = 249 schwank.
Nürnberger festschrift s. 159.
470 bis 478 = 246 schwank.
474 bis 477 = 247 schwank.
478 bis 481 = 250 schwank.
482 bis 485 = 251 schwank.
490 bis 498 = 253 schwank.
494 bis 497 = 254 schwank.
498 bis 501 = 255 schwank.
Vergl
. nachtrag dazu s. XX
und
Vergl.
Vergl.
Nürnberger festschrift s.
nachtrag dazu s. XX
157.
und
Vergl.
nachtrag dazu s. XX
und
Vergl.
nachtrag dazu s. XX
und
Vergl.
nachtrag dazu s. XX f.
und
Vergl. Nürnberger festschrift s. 160.
Vergl. nachtrag dazu s. XXI.
486 bis 489 = 252 schwank.
Vergl. Nürnberger festschrift s. 160.
^teh auch Hans Sachs, band 11, s. 468.
Vergl. Nürnberger festschrift s. 160.
Vergl. Nürnberger festschrift s. 161.
Vergl Nürnberger festschrift a. a. o.
Vergl. Nürnberger festschrift a. a. o.
Vergl. nachtrag dazu s. XXI und
521
502 bis 505 = 256 schwank.
506 bis 509 = 257 schwank.
510 bis 513 = 258 schwank.
514 bis 517 = 259 schwank.
^^^rnberger festschrift a. a. o.
518 bis 520 = 262 schwank.
524 bis 526 = 261 schwank, erweiterung von nr. 88.
dazu s. XXI.
527 bis 529 = 263 schwank. Vergl. nachtrag dazu s. XXI und
"^»Tiberger festschrift s. 163.
530 bis 588 = 266 schwank. Vergl. nachtrag dazu s. XXI.
534 bis 587 = 265 schwank.
bis 523 = 260 schwank.
Vergl. nach-
550
588 bia 541 — 267 schi^ank.
Hans Sachs, band 11« d. 468.
Vergl. nachtrug da»u ü. XXt und \
13 mer heracbeii ob mh, 20 mir
SO puerdlei«,
10 rieht ich auf meiuen.
25 An zai wie. ^1 wart
17 hat.
21 antlicZ'
34 auf die ImiepJ
Zum 10 bände.
]5 bis ^B im dreizehnten äpntehbuche , bl. 33 bia 56' mit folgen«'
den leeiirten : 10 am mitel. IE xnaxd. 15 gering hielt 16 die
sie ßtraft loff, 17 wart,
16, 5 vnd dem, 15 niaid. 29 alles, 32 nach ab: Actus primuf,
17t 6 im pesten. 14 maid. 25 einher. 26 maid (bo immerK
!J1 Pin nun sibenzk.
18, 12 aolat
19, 5 hande ei-welfc.
ui^iit 37 her gangen
20, 28 kund lassen.
21, 9 Eünig auch.
22, 18 Ob indert g.
24, 7 da« got vTimQglick,
25| 26 vmb der
26| 22 zainzig: zwainzig.
27, 19 nit vüer aus. 3 t uachtsel.
28, 4 ser vil 20 Derhalben. psorgen.
30» 3 selb mit g. 11 vns all geren r.
31, 1 Wo nit daa. 16 aufrueflFen. 30 gangen sein.
32, 21 Deock woK es sey noch lang dabin. 31 fehlt S.
nung. 35 bab gehört vor vil, 36 hören] also,
33, 13 Aide. 15 hie gelt vnde. 16 haben gueten.
morgen, 26 Vnd zv der fl.
34, 4 pQrdlein, 9 der.
35, 16 himi nit lassen, 36 Ach nit.
B6> 18 hab. 21 In der etat Sodom zehen.
37, 9 auf ein. 11 ich wil, pett. 36 die mensihtMt
38, 15 dochfcer ivgl 89, 11).
39, 33 Die.
40, 9 Haa 25 ich gester.
41, 8 vnd auf mein ganz r
42, 9 maid riiider vnd scb
29 kumet pald.
12 stelzen.
32 war-l
25 Vnd I
37 aller,
26 lant niiiid vnd.
43, 15 solichs got
44, 10 waislein.
45| 7 aune aus dem.
46, 4 das ir.
47, 8 auch die maid
48, H mich dort von.
49, 1 Ein weillen d.
50, 4 laaae mein sun
25 frölich duerflfen. 37 maidn.
32 get gar kain dropfl mar«
32 ila dreuck deinen.
d 10 551
51, 20 aignen.
52, 21 dir got angesaiget.
58, 1 Vnser frawen Tnd YiiAern herren . 1 0 vor schieden 1 1 Ynd nun der.
55, 9 bat 10 Auch.
5d, 15 mayestat.
57, 5 Ennn = sie kOnnen.
58, 12 fehlt 8. Unter dem datom 1332 [vers].
59 bis 76 im achten (verlorenen) Bpruchbache: Tragedia Die
>feiimg Tsaac. Sieh Weller, Hana-Sachs-bibliogr. nr. 187. Nach
im gener ahregister sind es 522 verse. Höchst wahrscheinlich muß
IS datom laoten: 1553 November 4.
76 bis 95 im achten (verlorenen) spruchbuche : Tragedia Die kint-
nt Mosi 662 vers. AnfgefQhrt in Nördlingen 1580, vergl. Schnorrs
:chiv 1885. 18, 50.
96 bis 129 im elften spruchbucbe, bl. 1 bis 19 mit folgenden les-
rten: 4 Hail gnad. 7 knmen euch zw. 10 an. 12 Wie der
nrr J. 25 sieg] guet
97, 6 murrent. 16 in auch. 17 Yerlempt 24 auch offen.
l dem gottes knecht. 38 Also aber.
98, 80 n&ercht.
99, 22 Das. 25 Wie den.
100, 3 swen guet. 24 pschüecz. euch all. 28 in dem.
101, 9 gweltig. 12 es sein.
102, 1 sie warn. 7 Felstw. wirst. 10 dem. 34 last (1).
^ und) fehlt S. 38 eretet.
103, 2 wir. . 4 vnd auch parmung. 15 lassen vbert. 16 hinaufs
fopirge. 17 Da pleibet.
104, 16 Auf (!). 19 weer. 32 wert.
105, 12 richtetz den. 37 Get lawffet.
106, 5 Das sie mit gwalt nit kumen rein. 6 Sunst wir alle,
^ethüerst. 19 schuche. 30 haljarhom (Josua 6, 4).
107, 10 haljares. 11 nichs. 13 vorm. geruestet. 25 Pegawcklen.
108, 16 bis 19 Ynd verpant als, was oten hat! AUain fueret mit
'H heraus Raab, die hueren, vnd das ganz haus, (Josua 6, 17) Die
^r poten verporgen hat! Nach dem verprennt die ganczen stat
^ verhfiet. 23 wirt. 37 hencken thun.
109, 10 haimling.
110, 10 ellent 11 Hin. 23 herm. seine. 36 ant nasen.
111, 15 sie nur f. 17 forwer. 19 der i. hauff. 24 leug nun
Ifct. 25 grfintling. 31 silbers zwar. 32 Ynd ain gueldene
^^ea dar. 33 pegerden.
112, 23 denn] so. 25 sich mit etlin^. 34 hacht.
113, 29 friden pund.
114, 5 rot (1). 8 Sam kum wir aus gar. 37 Sihon (vgl. 102, 26).
116, 6 anzvnemen. 13 hauptman.
552
hl 10
117, VJ divt groK aUL 20 auch sdtn),
1 18, 32 so ißt. 3S hurt wart 34 gen : peytten. 35 nicht, vm w.
113, 2 Vnser,
120, 1 etat. 7 wir wollen. 12 Gletcfa wie der saut ist au demineisr.
121, 33 vor an dem.
122^ 2 vorruecken. 11 üiu Btainere. 13 gewalacli. 23 des ptU
28 Nun hen- zv (lierzu Joaua lU, 24). 32 selb die gr.
123, 5 im etreit. 18 inü|r s. 25 ist st 31 pirg Tmadam.
124, 7 Auch gössen (Jos. 10, 41)-
125, 20 von andern. 35 morgig« tage«. 37 zv L
126, 3 alle> 9 Merom.
127, 10 lijlil" tk-r gottes haut lö er das lt. 38 rerhsuwicn.
128, 7 im] feMt S, 14 gott] fehJt S. 17 pluet deiinig (?) verkl
23 vor.
129, 7 tuer. Unter dem datiim 1036 fvers],
130 bis 146 im elften spruchbuche, bl 240' bin 250, VergK den
meistergesang im langen tone des münch von SaUburg : Jael mit dem
hauptman Sissera ^Das vird im richier puech sagt da«* 1556 Janniir
16 (MG 16, bl. 201* bis 210). S hat folgende lesarten:
130, ö feinde dempfen. 10 histori man, 12 volokj vorck.
13 zoren. 14 Der der Caniiter. 20 zv got. 27 eyiere,
131, 1 In die büeten Jael entron Aus der scblacht gar forchteatn
hinab. 7 aim schmidhameT. 11 xv nie. 13 wert m als vurwar.
14 Hörea. 21 drincket (I). 28 Der zeit l.
132, 2 gepoten- 3 Wer die hier freffenlicheu prechen,
halben nimet. 12 Sunt vnd laater. 13 vnd abgotrey
kawffet wom. 22 zv diser. 29 auch sfcet.
133, 5 ich geb ain. 6 Das, 7 BetL 14 Vnd wir.
18 eltsten. 31 mit sÜnden sie. 32 Das nimant.
34 Geben andern dingen.
134, 1 eltiten. 4 zoren. S der tirannej mach 7
veltL 16 Vnd es von Sünden. 22 Pekennet icz. 23 Vnd
nauh der. 28 Weil dem also ist.
135, 2 selb* 9 Dort* 10 got zv hilff. 20 Nem.
mit 23 Schicken Sisserani, den. 27 eysren.
136, 0 in weibes. 12 Nun ao wil ich gen. 13 Au8 N.
34 wer] wöll.
137, l Beral (so immer), 3 Er wert. 7 hat lueflt. 8 Thoet
öich vor vna thuecken. 9 Pald. hören. 10 So thunds. 17 Vnd
zuegt. 23 eysren. 30 werens 32 voring schlappen. 34 kappeü.
ISB, 6 peut noch auf. 10 Ynzalich. 11 anschlag. 13 Auf da«
wir 1. 15 Wan wo 1. wdrt. 26 Vnd. 33 vnterwundn. 34 dieaar grosen.
139, 9 grewff. 11 die. 30 atucbeln, sicheln vnd. 32 mit
vnsem spicz anrennen. 36 wirt got,
140, 2 etling jaren. 6 das selb mich xv frewd. 7 wef^
17 woJe
83 strafV]
hä. la
553
11 Thund als wöllena. 17 PesichtiKen vn^er feit l« ^^er (!). 20 niitj
vnd 25 ajit mich tuclisen.
141, 2 veren, 12 gleich ob der suppen gniwt. 20 Ir rüeetuug.
eysren*
142, 2 grewift. 7 entrint] flewcht. 13 weih Heber, selber.
^18 thund. 20 von dem. 21 Geit der scblacbt zv. 28 Das
er eeim K 28 verren.
143, 2 sag an. 4 der] fehlt 8. 8 Eumb rein, ^ dicli. 13 gleich |
mir. 16 hie] bo. 19 ge daffüer. 25 verseben. 26 Nichs arg»
dir, 30 Küen vnd auch Jitr. 33 recht er vtid pill.
144, 4 dw vor mit freff. 21 Der vmb bilff pat in. 27 seineQi
mort. 29 künig J. dempfn. 31 8er hark. «waiDzigst. 34 auH eyfferigem.
145, 4 herren. 10 droffen w. 13 Ob altn weibn, 14 SiBserani
IV drincken, 15 Als er in herteo schlaff war «incken. IG Deck/*.
18 nagel. 36 j^uelden. vmb den. 40 liel>en than.
146, 26 Hilft aeim volck aus. 27 sein gotlich. Unter dein
datom 532 [versj.
147 bis 168 im zehnten spruehliuche, bl. 108' bis 120, mit fulgenden
letarten: 6 aunderm. 19 icbrier.
148, 7 ZV höret. 19 Darinen, wonen wier 22 koren, ruebn
vnd kr» 39 Eysen, geret,
149, 15 dineat haus. 33 euch auch der m, 38 vngegment.
150, IS wil da mein waiczen auadr. 27 sein iczunder. 33 der
gegeben.
151, 25 priugt ein korb. 32 den korb nider. 33 ruert in mit
»dem fttab, get eiJlent.
152, 8 Der gnedig ist av aller zeit Vnd ieinem falck hilft in dem streit.
153, 6 Wie mir pefalch des henren m. 15 hat die uebelthat ge-
lhon. 22 sttfnext. 35 wöln füer s.
154, 5 Dars5w B. a, abrochen. 6 das da^ uebel w. 38 vor alter
baben pseeaen.
155, 10 Mid. hauptmou. 11 haben auch. 16 haben aineu g.
21 als pal d. 23 nichs. 30 Las pertielfen M.
^m 169 bis 185 Die 1 es arten der handscbrift sieh band 12, s. 568.
'^B ' 186 bis 215 im zehnten spruchbuche, bl. 120 bi» 135', mit fulgenden
Ipbflarteu : 6 gegen. 6 triigedi pey euch zv. 17 Von eim. 22 as. 23 kund.
187, 4 wurt. S vor, 11 abforacht
33 Tud auch. 39 wen vns got
18R, 2 kert. nichien. 9 noch mer.
34 wil haim zv. 36 gevk'onet
189» 16 nasir gottes. 30 verlobet,
ferr sollen dir zv 1er.
190, 8 hat seinn, 24 ir] mer.
191, 8 Dein, em vnd. 14 dises. 22 diaen,
ein. 25 Derhalb künden wir.
12 in dem. 17 aim geipOt,
12 mehr] hab. 15 Des.
31 «einem he in vnd got.
24 Derhalb ist
5&4
bd. lOl
192, 24 |?!eicli vnaer nmu 25 kumb mein sun.
198, 26 waiß was. 28 hinach: fein gemadi, 29 Vnserm. 80 bi»
194, 4 j^etit ah] fehlen S, 5 gesehen, 10 Mich woU xervisen ind
iyi«i>ning. 17 drinueii. 18 geweft, 30 morging, 31 ratschlag.
195, 2 dem. 8 Die dw mir elich pist 16 Vad mit dir üll^r
fr. walten. 20 freud zv.
196, 2 So habet ir 7a\. 6 alten den, «o «int 7 obem g. 25 bu]
ein, 29 das haimlich. SO A1]4iiii schweiget nun
197, 12 Ky das otfenwar ich dir nit. 14 Zum aü. ich dich pil.*
198, 1 da wil ich dir daa. 7 freeser auf die. 13 Goliat bis Ift
fehlen S. 20 Nun haben wir, 23 Simeon bat aber. 24 ir h\
lieh verporgen. 25 Nun dürf wir kains verluest pesorgen.
199, 8 das reczel ir, 8 hinab gen A, 13 Meiner br. aber
ich nit. 16 Gk^ich hewt. 17 ider haim z. 31 die] fehlt S. 22 mil
dem rat vna. 24 an] hin. 28 fort auf euch,
200j 3 kam ich zv. 4 Nahet zv m. llwereat 20 philifitiiieiii
on all gnaden. 24 wil auf dr. 25 wil auch alle. 37 Ach wede»gr<
201, 3 vnd auch d. 5 verprent vnd verdort eben. 15 Vas*
19 Ach Daten b. achw. hat. 21 Dib h. g. der S. 28 auch.
202, 4 straffen euch am 1, 9 in. 19) fehlt ??. 21 wir sint herab
208, 5 mit dem k. 7 aber mues ich hie. 17 Vnd wasser
daraus geschickt. 19 disen aining tninck mit wun. 20 fort eol
dieser ort. 26 Simson so grosen. 34 Verderben vnser l.
204, 9 Bollen die knecht z. l^ Erlegen den starcken S. 33 per-
H. 36 merher. 87 pring new zeitung her.
205, 1 woH t. 3 ie als veromet, 6 Dämon, holstw ein- 88
Sereck. Bl nur sein st. prechen. 82 Sunst knnd wir vna lui im
uit r. 34 Kein vnkost vns nit.
206, 8 kein mue nit. 9 dw doch h, 10 Simson sain stercke hd
1 1 Vnd wie man im die precben det* 12 Ider fuerst geit dir v
Holch ding, 17 sey fürstlich seh, 28 ans Tntrew. 33 von Fl
207. 1 1 derhalb zv dir ein pit. 15 was dein hercz p. 18 wissen pegereft»^
208, 17 anplick (!). 32 dast so üebel
209, 10 dein h. flechten. 14 Kain pit ich dir-
210, 2 noch nit kent. 12 fehlt S, das mit diesem verse bl. ISS'
hätte beginnen sollen. 33 Wie die herlichen z.
211, 10 nit kempt noch. 19 harten. 22 zv «aln.
212, 9 Im ganczen.
213, 1 mueg gerechen. 5 ins r. 15 der jemerlichen
paid 8. 30 Welche in da v.
214, 7 verkünt seim volck z. 10 dem gwissen w.
pedewt das j. 19 Sein volck vntrew , gotlos , vnfniinb.
28 Vnd gab in gar auf 26 Des er am er.
hart verachmehet. 37 in legt ins grab.
40 durch sein gütlich kraft erst.
I
not
18 Welch«
21 clar^
wuri gar gepf. 27 Ga
38 Aus dem er an dem.
M la
565
28 neu:
24 nach-
7 Lies
215, 3 O weit mev deu »uin lehn. 11 i\viu 25 Sarouh, 33 mu
31 ta^- Unter dem itattim 854 [vers], das register de^ zehnten spruch-
^Imches giebt lui 862 [versl.
216 biB 240 Die lesarten der handscbrifi Rieh band 12, s. 568.
241 bis 261 im achten (verlorenen) Hpriichhacho mit 660 verseil.
^YergL 2«itfichrift für deutsche pbilobgie 1886. 18, 406 big 423, hesou-
m 412 f.
262 bis 287 im elften spruchbuche, bl 326 bis 33Ö' mit lolgendeii
lasarten: 5 edlen] werden. 11 Sieh 1 Sam, 26 bis 2 Sani. K 13 Wie
Daaid niust \Axt\*. 23 Der. 27 träum noch prophetten.
^ott (druck fehl er). S hat: Wan got wonet im nimer pey,
26S» 4 wnrt« 9 lies Dauid 2V potten Ion, 21 liebn.
ii hon Spot vnd seh. 36 von. d9 dem «taineii.
264, 1 Allaln vnd deine fües wokt d, 6 laidlein nit,
"dich dabin. 10 fehlt S. 12 es selbert. 14 Sein vnschuelU im selb
thest. 30 Das dw Dauid nemeat zv. 31 Best eolcb uebel nit 33
^eil got 34 halfF.
265, 2 Mit »ambt allen menderen »ein. 9 Da mustw laufen vom
nach jagen. 10 deinr. 23 In der purg. 25 an dae e. 31 Get hin
vnd in anapehet. 32 Wo er vmb in der wueaten ssewcht. 35 vom]
im. 37 nem mit drey d äugen t
266, 5 huegl 34 in ainer ächlacht.
267, 14 Ainr. 20 der mon. 28 verfolgt mein herr sein, 32
prantopfer. 34 sin de. 35 geren,
268, 2 den frembden. 4 herren. 5 pist auszogen sag mir doch.
16 gar] aer. 25 Mich retten.
269, 14 wais (vergl. 274, 15 nnd 277, 36). 15 deim. 16 gern
Tnierhaltung. 17 In seini lant aambt all deinen m. 18 hie] von.
25 gen Gat. 32 nit haben fr. 34 halb so deweht mich «ein.
36 im, 37 icz zv rechen.
270, 7 mir. 9 geist, 11 aechshunderi
271, 2 vnde. darin. 5 vnd auch pey n.
12 Vnd ander dapfer kriegealewt. 14 sint.
272,5 im, 6 machn. 12 vertrawt. 15 alle trew g, 18 seinem herrn,
273, 13 vnd macht. 18 der alt ist dot. 31 priester dort; emiort.
274, 2 gelangen. 10 wirt knrser z. 15 fragt sie alles waist.
24 suecht in aeiner. 34 mich haimauecht. 36 mich achir nimer nem.
275, 16 ausgerentet 18 Föeren. 22 Geraten hie zv kainer
räch. 24 mir doch vor.
276i 9 dir all dein. 19 geheumb (!). 25 ist. dir feint ist
2d deim r veraioaen.
277, 3 morgen dot vnd pey, 6 pist ser hart. 19 leger kain
peift. 21 hungrig. 36 wait (vergl 274, 15 und 269, 14).
278, 10 darav. II greuffen. 25 i«t so ain. 34 Werden sie
Sern vub kein* 35 Also wOl wir sie schlagen wol.
36 Ge ernholt vnd.
8 rattet zw 11 ire.
17 Durch.
556
hLm
279» 5 achaffhirten. 6 Auch vnaer vil. 12 Keua«, dir i%
zvfal. 23 stein. 35 sagt, philistitier*
280> 4 hari] heut. 13 herre dein wil der 26 Herzvkumeu
vnd mich e. 27 deii| anrli, 29 Hörst nit kuiiib her. 36 dar] auf
281 j 4 selb entleibn. 20 In viiserg gocz, 22 Hachtx auf!.
32 heini gangen gen, 3S Haben ir dotte leib mit trawren. 34 Wider gnumen.
282, 3 ganczer siben. 16 Wer Z. die »tat nit verrenL 17 den
gotloaen A.
283» 32 armen,
284, 36 als ob er.
285, 8 plieben«. 9 Waren, den adler schwind. 29 iintj
37 kQng Saulis. 39 Die sach der mich zum kQng erweit.
286» 1 mich in seinem schucz erhelt. 9 Diese. 10 Drin, der-
liehen, 11 Vuterschied (lieh durchgestrichen) zwayer, 90 Ao»
lauter muetwiln. 29 er] doch. 32 vol (!). 33 den] ain*
287, 13 Den. 22 grün, plue vnd auf wachs. Unter dem datum 800 [ren^
288 bis 307 im siebenten (verlorenen) flprnchbnche mit 602 reu
308 bis 318 im elften spruchbnche, bl. 388 bis 393', mit folgen-
den lesarten: 5 tragn ain achön. 6 Der h. 8 An dem neunden
capitel Buech. 9 küng D, herleich. 11 als] vnd. 12 in not* j
16 An dem er. 19 Wer arm, da schickt Dauid. 21 er hanck,^
23 Sunder als guet im. 24 Was er. 27 als vmb lieb willen,
309, 6 herrn. 16 Rimon vnd. 22 im] auch, 27 Der doch ist
28 al1| Saul. 33 Das er. j
310, 8 wart 7 darnach. 24 feinden geben gl. 30 als vnser.
39 All seine werck sint recht ynd guet.
änderst nit. 6 Der seczet 9 künig neben. 16 »ej
19 mich (!). 20 Auch vor. Saul pehüei 21 inouBa
25 puerg. 31 herr. 34 gsalbet
Hab dELS icz als. 8 lob im höchsten.
23 kan. 32 trewer lieb zwajr pr.
34 herren.
311, 5
preis er,
pluet lang.
312, 1
318, 13 Lodabar pring.
38 auch ob den nachkumn.
314, 7 Snmbt seinem,
thon. 22 sun von. 28 nacbstelet.
hebt in auf, bereit in vnd,
315, 2 genad stillen. 3 ecker geben,
dient, genaden. 30 icz an.
816, 6 deines herren suns gun. 16 dreschen Tiid auch. 90 sv.
27 Perait sint wilpret fögl. 29 D. nembt Mephiboset pey der hant md,
317, 5 Ein, 8 sten dort vor gottes gericht. 9 Da er gol sol
ein rochnnng geben. 10 Von seinem geprechlichen leben. 17 nucs
oder er. 20 er doch nur sein. 26 gaistling. 27 der sQiider.
33 criften thaet all. 35 Aus gnaden im.
318, 2 prot an seim disch. Nach 6 zählt S die vier personen
der comedi auf. Unter dem datnm 346 [vers].
16 Noch wenger gerat an. 16 groafater.
32 Des sei dich het. 34 Daaid
4 fehlt S. 23 Yiifer«
bd. 10 667
810 bis 841 im achten (verlorenen) spruchbuche mit 668 yersen.
AnfgefUhrt in NOrdlingen 1580: Schnorrs archiv 1885. 18, 45.
842 biB 884. Vergl. band 15, 200. Handschriftlich im zehnten
tpmchbQche, bl. 194' bis 206, mit folgenden lesarten: 7 tragedia zv. 22 es.
848, 6 rieh siinst m. 7 Dasselb wir zum peschlnes als wem.
10 Tilde eben. 29 schäm entecken.
844, 5 kfinig. haus. 10 Qeleich. hoffgrind. 12 Pesam seyen.
18 mir. 19 starckem. 24 vnd vngmessen. 27 schreyt stet zetter
vnd w. 80 Eben wie. 88 Des.
845, 8 mein lieb sech er mir on. 28 des.
846, 8 so mit 21 Was dein. 24 zv müest gen. 28 kOnen r.
847, 5 Beinr Schwester deiner liebe. 16 kün nit. . 25 sich
henlich sent. 88 gesund knrzer.
848, 5 in deim g. 11 YnQcz ist dir die arzney. 16 Wus.
18 Herr vaiter ich peger allein. 28 Von w. 25 Das peger ich
an. 26 Warhaft ans. 84 phuet dich got ewich.
849, 8 ich wnerd von. 17 in d. 27 kochen im zessen g.
850, 1 auf rie. 28 Aach loff im oft her ein notröt Ynter dem
anglicht sam vor nOt. 80 zoren.
851, 19 der meinen. 20 Das selb pekuemert mich so ser. 28 wQrt.
852, 16 Ynd sein knecht sties. 17 Spert.
858, 9 mir den tag nichs. 10 üebl. 18 Gewislich pald.
16 Mir wil zw eng werden d. 24 and 25 setzt S am. 24 wil flihen w.
854, 2 im het. 18 Also vngstüm vnd. 28 Thaecz mich im
henen mein. 85 Das er dem pöswicht thaet kein.
855, 24 Die straff der. 82 Dw mein. sag.
856, 18 Darnmb, mein sun, Wird ich nit zv dir kamen thun.
857, 17 ans. 18 Morgen so wil ich euer w. 28 seiner peyw.
entsogen. 29 so dueckisch mich an.
858, 29 Ysal, der h. k; stil, stil, stil ! 31 Ge pald nein rieht. 83 Duet.
859, 2 einr d. a. ein drunck. 3 Merckt w. 4 mit wein. 8 kein
enteeczen drab. 11 meim] kain. 14 kum. 17 Schlagt in zw dot
vnd. 18 schewen noch. 19 Ich wil. mit gen. 22 Dammb. Am-
nion tot. 27 pefolhen. 32 doch verschinen seit zw.
860, 3 sint mfissens. 10 die gest zv dische. 19 Noch hewt
pesalen. 20 wider in den. 28 Feiten. 26 scbir mit im g. 30 Wo
gest vmb Ysal las.
861, 1 ant in leicht s. 13 wil aim pr.
862, 14 erlebt so tra wring t. 36 die reiten.
863, 8 aufsten: gen. 4 wollen in entg. 9 tragen mit. 21 Des
w. 23 heilling. 27 der s.
364, 7 wirt ir. 27 Welcher hat gnueg fuer vns gethun. Unter
dem datum 702 vers.
865 bis 881 stand im siebenten (verlorenen) sprachbuche: «Trage-
dia künig Danid lest sein volck zelen 530 [vers]."
558
M, m
382 bis 401 atand im siebenten (verloreneu) spruchbuche: ,Kunigj
rehabeam mit sein jungen ret 562 [vere].*
402 bis 423 im elften gprucbbtiche , bl. 874 bis 3SB, mit rollenden j
lesarten: 9 Welich geschicbt preflcribirn U iBabellt die arg k.(
25 inu. 28 wurden. 30 ver/ueg.
403, 15 dem. 20 Welcher gerad 1. 22 biindert 23 B&(»taft|
weintr. 25 gezogen.
404, 5 in pitten. 17 fmechte. 19 mim. 20 ich n. mirn. :i5 Mit äilbrßiaJ
405, 10 ttbr 1) ander auf erd- 18 Pit ir wölt. 18 Widernmlif
her an. 21 essn.
406, 6 Sag, lag. 12 das ich im aolt. 13 peaaem. gewero.
83 kunsen» 85^Leioh her dinten vnd federn mir.
407, nach l Sie schreibt, peschleuit den priefl' vnd «pricht, 2 bii
16 fehlen S. 18 «igeln ob sain kumb. 19 priefT mit k. gewali
24 Hin gen J, in die. 25 sie das verpringen g. 33 Penna der r. mtf
Stilbio, dem r.
408, 2 Daa er so ernstlich hat. 5 hiaW] noch, 15 deß. 21 Vorl
des küniges griraen z,
409, 1 er achatF. 5 Btraff] räch, 6 wir den kting fQerBOrgetuj
7 heuting. 22 Dünkt doch, es. 27 ainen schlechten, 32 Picher ^
der ander vnÜat. 33 gantz] fast
410, 1 meins. 3 Nabot oben an, 11 anruereu- 34 Wo da» vor dem
411, 21 [n seinr. Dann muß auch der punkt atn ende von 30 g«^-
riehen werden. 22 mein räch, 24 bis 27 fehlen 8, 28 Der
icbter 8, nachdem man in verfltainigt hat,
412, 2 Dem künig versehreiben on. 8 Nun w- 21 noch rmb.
23 gesteinigt. 25 hertzlich (drüekfehler 1) 26 volliclich. 32 des Na>>oi*-
413, 10 den. 18 leren, 19 Das. 28 Vnd. 27 »ölen, ^rhreckwB
32 Hast mich iemale dein feint erfunden.
414, 4 Hinemen, 13 Ich gancz hab ausgerewtet da. 15 vnd den
17 9 linden gemacht, 21 hat aer gros uebci. 29 an.
415, 11 Fetten. 15 Ahab ? (? am ende von 14 muß getilgt
den), also] fehlt S. 83 tbw fuertrachten.
416, 4 in, 7 zieh. 12 keckerm. 26 guet getrachtet
417, 9 gschicht. 20 ausrichten.
418, 19 wirt. 20 eisrene. 22 ejfren. 28 Wirst. 24 anfreifc
28 vor petracht.
419, 24 erenholt.
420, 3 nichs. 8 gelüecklicb. 24 iglicber.
421, 8 Nach dem ain j^aiat herfüre drat. 26 nur] mir. 31 verkrich
422, 18 sieg vna volgen wirt daraus,
423, 5 künig Achab in dem, 8 dergelelch. 16 ans 27 fn
ding. 28 beide] alle.
424, 9 wir Ramot z. 10 Die atat atuermen vnd sie er?teigi?
34 acbwiuder. 35 Wil schicken ain vergiften pfeil (pleil iflt druc-<
bd. 10 559
fehler). 86 Im pald scb.
425, 2 der belt die wunden zv vnd. 3 Füer mich pald. 15 heuiing.
20 fhimen mon N. 29 icsnnd gechehen. 81 eelbs. 32 Ich red.
426, 7 ▼erpaiczt 29 Darmit zt schüeczen 1.
427, 28 AU, die. an dem.
428 Unter dem datnm 784 [vers].
429 bis 448 im elften sprochbache, bl. 84' bis 92, mit folgenden
lenrten: 1 Ein comedi mit 7 personen der prophet Elisa mit der
Witwe mit den oelkmech hat 3 actos. 7 Die dint zv gottes er vnd.
18 lie den nii 21 sie. 24 tho. 29 hört| holt (!).
480, 4 Bey wir. 6 weret gar zw. 20 vnd hartselig, gar. 21 ir (!).
81 Sollen genczlich vnd gar ergeben.
481, 1 uns] fehlt S. 3 Icz rauesen wir liegen. 4 sein. 5 icz
Uli der proti (1). 21 anzaiget 26 mit mir gedult. 28 Mein Herr
wie vil. 83 heb. 34 Jerlich was von der.
482, nach 7 hat S: Poz Veltn! ist mir der vogl entpflogen, Auf
den ich hab so lang verzogen ? 8 Ich hab nur anff das. 17 herzen-
laidt. 26 Ey ey. das ser. 30 ist als hin.
438, 11 ench noch ein weile. 21 zv. 24 mein sün zum trost im h.
484, 3 im ie nit. 4 in mein. 5 ich mocht zalen an dem. 7 ein
strenger h. 10 etwan aas ain. 19 mir pald helffe. 20 mir angst
vnd. 82 saiten. 88 auch oft. einr.
485, 1 nie vast nach. 2 paid daillen. 7 daidung. 9 Nun so pin
ich hent 15 Ach 1. 20 dir helffn, ich wil es thon. 31 Mein Iierr,
was vermaint ir darmit?
486, 14 Wils haben. 17 gericht peygesten. 25 Deim. 29 ermest aller.
487, 17 ich in gerichtes. 26 schueldhem lassn. 27 ich) fehlt S.
eUendt] ainsam.
488, 8 wart das vifer. 27 sein herr war. 31 Zum leben im.
^ gent alle ab.
489, 11 war claren. 17 vnd hiltf ich. 19 weib. 21 lauften
^^ch. 26 seim leben. 33 mir| fehlt S.
440, 6 Zv werden von dem Schuldner frey. 9 maid hat gar iiichH.
^ö Den nur diesen leren. 13 nachtpewerin. 15 derselben. 19 dem.
^^ gottes nam. 22 Das magstw. 81 dw mags wol. 34 Deiui
**^öilling wort ich glauben wil.
441, 9 durch seinen geiste. 10 got. 15 Mesoch lang mir. gschirr.
*^^ alle diese gschir. 35 vbring.
442 nach 1 "hat S : Sag got, dem herren , darumb danck, Der dir
'^^^f aus not, angst vnd zwanck ! 8 Nun traget das öll pald hinaus.
^ ganczen. 11 schlauen. 16 aus. So get die witfraw mit ab. 23
K^trewen. 32 waisn pefelhen.
448, 7 Das witfrewlein. Unter dem datum 430 [vers]. Rechnen
^^ir die vier im drucke ausgelassenen verse hinzu, so sindK in Wirklich-
keit 430 verse.
560
444 His 467 im achten (verlorenen) aprucbbuchi- .Tragedia Di«
pelagerung Satnarie 700 fvers]",
468 bis 490 im nchten (verlorenen) spruchbacuu : , Tragedia Bc*
lagerung Jerusalem k. »ennach 70Ofvers|.* Aufführung in Kaufbeoren
1619: Scbnorra archiv 18Ö6. 14, 289.
491 bis 508 im zehnten spruebbuche, bl. 287' iiis 297. Den eins4-
druck vom j. 1598 sieh E. Weller, Hans-Sachs-bibliographie nr. 181
S hat folgende abweichungen von A; 4 erbeni. 7 wir her an» ▼.
18 warnj fehlt S. retersi, 21 artlich.
492, 1 kOnig noch vil st. 15 haben. IS küniglichee mal. 22 pestelt
23 Sampt andern. 28 möcht entaten.
49a. 14 80 ferv. 23 Ir duerft es. 31. 32. 35. 36 goelden.
36 ScUenck ich im ein,
494, 7 «elbert, 22 in ödem. 32 wert. 35 Gores (vgL r. 505,15).
495, 7 Corea. 23 Eb.
496, 5 pratic. 17 euch.
497, 25 wert
498, 11 sey.
499, 3 Weisheit.
500, 26 aus u«
501, 1 die leibshüeter.
502, 31 nimer thun %,
503» 8 den pr.
504, 5 gaist ist geflossen.
505, 35 euch.
506, 20 le füer yni selb.
507» 18 Welcher. 33 alaant.
508, 4 sein gdtlich m. 15 gnad wünschet vna. Unter dem dati
580 vers.
18 gelueat. 19 thnnt.
27 man thuet vertr.
27 Auch ist.
20 gen 35 Gulden.
Ziifii 11 bände.
1 bis 26 stand im siebenten (verlorenen) spruchbtsohe : «Jeremi
der prophet 776 [vera]* und wurde gedichtet zwischen dem 17 Mi
und 22 Oktober 1551.
27 bis m. Vgl. band 7, 43L Handschriftlich im elften
buche, bl. 278' bis 300, mit folgenden lesarten: 15 gottet temi
16 gaelden. 19 »agen thet. 20 Das doch k. 26 werffen seit
darnach.
28, 7 mit dem ochsen. 8 Pis er xv, 16 schrieb, 21 Der selh^ ^♦^
wart verhast nach dem. 27 Flieh von. 31 Vnd boret der hisfcori i ^^'
29, 5 Von Silber, golt. 8 Babel Nun wer vnaer. 9 aolat ^ '
Vom. herren kinder. 14 Die selben vnterh. 16 Anfo peat vnd d^^^^'
17 lerten, 10 vnde. 29 nennen, 36 Acb.
30, 3 mil tranck vnd auch mit, 4 Mit claidung Tnd auch ^
bd. 11 561
5 Left vnd (? vns) die edlen. 9 so] sein. 12 man dancksagen sol.
13 Ynr das das vns got auch. 20 in der] diser. 25 mit menschen
hand gemacht 30 müg. 31 Knient. gepet.
81, 5 sich trawrig nider. 26 mit zeitting. 34 zerstört.
32, 1 ir erlangen seh. 2 Vnd. 10 Eur a. die thuet 12 Das
euer konst ist 13 Get mit listen vnd. 17 ich merck. 22 Wie.
26 es. 29 Der solich kanst wais oder kon. 31 solch frag vns. Die
warsager gent ab. 34 Pald las.
33, 1 mir land. 3 pelogen. 4 ain tag zv dem.
34, 5 geit 13 Verleiest kraft sterck vnd w. 16 hastwgn. 25thet
35, 10 im erschin. 15 Doch das. Dann maß punkt ans ende von
14 gesetzt werden. 19 gnaden gunst. 23 ser hoch, erschröckliches.
28 Sein fües vermischt laimen mit eisen.
36, 5 die d. 13 das guelden. 20 dem eisen sein. 21 dahen.
31 Das selb wirt alle. 32 müesen alle. 33 dvr sähest. 38 traums
anslegong.
37, 12 Vnd. 14 liebn getrewn. 26 Weil gottes gaiste. 33 henting.
38, 9 das allen. 16 den künig selb pekem. 31 Schvreigt der
wort aller vberal. 37 hawbtlewt.
39, 2 galdes. 5 volck durch. 7 Merckt. 20 Ganz.
40, 8 In solcher vnderspenikeit 10 sunst eret i. 29 Soltw k.
doch. 33 Nicht pewegen auch gab.
41, 22 das flammente.
42, 22 reucht auch an in gar. 23 wems. 24 Vnter des himels.
30 Erlost hat, trawten. 33 gewaget all ir. 35 Sunder wolten eren
alein. 36 Vnd anpetten den i.
43, 11 gwalt vnd lantfogtej im l. 22 Darumb erenholt so ge hin.
23 Rueff. 33 Dem küng z. a. deut
44, 2 gepeute mit vns allen. 3 Nach deim willen vnd wolgefallen.
1 1. 14 das] als. 30 mit starcken e. 33 mit dem fich. 34 Mit 40 höhest
45, 2 giebt sie auch. 25 Das. 32 mir was pedeut.
46, 1 Der raicht hoch an. 12 abr. 13 faren. 16 ejsren. 20 sint.
21 bis 28 fehlen S. 33 mit sambt der. 39 Drumb.
47, 4 hast die straff. 8 Derhalben wirt nun. 9 Solch forcht.
*^ engel oder die stim s. 18 Werst 21 zeit] jar. 25 er die.
^ dobt vnd wüet kraczt 80 her künig gschehen. 31 Hab solch
8«perd nie von im. 37 imer würgen.
48, 7 Ganz lang recht wie der. 8 adlers. 9 sampt allen edem.
^ £r ist auch ganz. 13 mus. 16 bis 24 läßt S weg, trotzdem daß
^^'^ber dasteht: Aspenas der füerst 8[pricht].
49, 5 kunckling. 6 thon. 11 gewurcket. 15 hofferting. 20
Pmeder der künig ist dot. 21 Welchen, demuetiget. 30 thun.
50, 1 künig. 14 er icz hat den. 16 Kumbt weicht. 25 vns
*^lain die guelden. 27 las vns all. 30 hüelzen.
51, 1 Mein har vor angst sich gen perg strecket 11 her gefor-
<Uiii 8Mht. xxiii. 36
>62
dert hat» 24 geBchrift dewtan. Sl die] der.
52, 6 war. 17 in im. 27 in den.
53, 21 alle künig, L 22 woU, den dötiet Bein
54, 3 vber got erhaben, 8 Mit deim boffgesind vnd. 1
21 auf der wag. 28 Hacht, den h- 30 fürst nach. 33 dw dei
55, U Meden «ein lant wölln. 12 stator. 13 Er«t hat
dea V. 21 alle pf.J die stÄtpf. 22 lassen. 24 In die atÄ-t
27 Sol man den nit von vnglueck jehen, 32 Vnd verlenat dei
33 ¥nd feit. 38 der.
56t 2 Dort. 9 herdtch von min 15 nichs vrerd, 17 ^M
30 Wie es fortbin im reich sol pl "
57, 10 mit liat in* 11 seinen glauben. 13 Sunat ich. 17 1
58, 17 nuecz vnd. 21 eur lieb k. 30 meinem. 82 ieglid
59, 4 Siehst dort knien d. 29 Pet altag drey maK 33
60, 1 Afipenas. 5 Bähen. 7 angBiehi bet. 27 die straf)' i
30 gepot. 32 mer vmb dich im. 34 Zw grniid so ging dein
61, 2 Hinab werffen int leben gr. 12 Daniel biß 25 fe
27 vns vor des grabens thüer: widerumb richten flier. 29 Jg
32 Vnd im thun ain geferling. 36 vor laid mir. ■
62, 3 mein frumen D. 8 klingen. 11 Mich dQnckt der
im. 20 durch haimlicb düeck. 21 solch, auf seinen. 24 w(
27 vol argliat petrneg. 28 Einr hawt. 33 Welch man.
63, 10 dw gethienet hat so eben. 14 hat gehalin mit gwa
19 auch vor dir. 24 Wan er hat vertrawt seinem. 30 Ir trabaotei
64, 4 Kain üehel lest. 16 so wol wir, 17 meixi
ewig on, 36 leren eollen,
65, 7 imd 8 setzt S vor 5. 8 sie] in. 10 leren
vnd sein. 15 Von ir. 16 GeJi 22 Die. leren. 23 Wo.
B(ihlie0t hl 299; die zweite seite, bt. 2^9' beginnt mit 27. l
ein. 33 Weil, renck, 34 Manch frume-n. flai^jchpenck. i
wo sie vntrew erenwichtig. 37 Pint, so. solicb knal>en. 3
39 neiding. 41 leren.
66, 1 Sich trew auffrichtig. 7 Der Beim. 8 Das im nit s
9 Vntrew trift sich selb. Unter dem dattim 1250 [vers].
67 bis 79 Vergl. den meiatergeBang im bewerten tone dei
SachB: Der got bei „Am lezt^n Danieli« stef 1531 April 21 (MG
Im dreizelinten Hpruchhuche, hl. 132' bis 138', mit folgenden le
5 So haben wir vna f. 6 zv halten, 9 erenes. 11 malti
12 all] zw. 22 libgotz pfaftn. 23 in der bibel. 24 In |)D
angebangen, 25 drey faist^n. 27 guet deg: eintreg.
68, 1 svgerichL 8 nachl 26 Spejaen in mit lügen, 83
69, 4 aent. 9 des. 12 nach thuet. 13 woU vns pr. 15
so st^iff. 16 gleisneriBchen. 18 sint. 19 vns kain laid geac
23 Daniel der weis jfldieeh mnn. 25 hat des. 26 Dardurch.
wol pe^. 37 Zv, _
bi 11 568
70, 3 als. 11 Nan. 30 hewchlerischen. 34 Virzig. aimer wein.
71, 7 all bofflewt. 11 ich dien den.
72, 4 Der im selber nit. 8 Erfind sichs. 11 gottes oberst priester
drej. 27 ir sambt weib.
73, 10 sigil. 11 petschir ring. 17 Finstw. 21 Daniel der g.
25 Entweichet durch. 27 Tor. 29 dar. 85 Her kfing, ich hab noch
was XT than. 36 ainen.
74, 1 pfaffh petrueg. 3 Auch sunst. 6 seet den aschen mit hant
im tempel hemmb. 9 du| ir. 10 soltn. 12 le anch nit narrn ge-
wesen sein. 24 lose. 80 mer sey finden. 31 So vermaint der.
75, 2 Bei, es gilt dir ain gneten. 4 Ynd dw. 24 weng. 26 halt.
27 bin %y dem altar des got bei. 31 sich den altar frey. 33 so] fehlt S.
76, 1 freffenlich. 2 wil gen. 5 Schaw anf des tempels. 11 Ja,
ich hab dieser ding guet 12 sich. 14 fnestapffen. 17 Dein Bels
pfaffen sein die. 21 sigil. 24 muessns dir wol gefencklich. 26 rein.
27 bis 29 fehlen S.
77, 8 Mardoch. 9 wiltw. 11 Schawt. 14 Ynd verzerten den
alles. 20 Mit ewrem. 28 Das hab pesorget ich v. 30 bis 33 Das
wir mne8[en] pezalen gar, Was wir lang trieben an dem ent: Icz get
es Tns gleich in die hent. 36 Ynd sein gozen tempel.
78, 1 Das alles magst z. 3 meim folck gancz. 16 Das der.
17 hat dnrch yrt 22 Wir Gristen. 28 holz vnd stain meften. 37
Das das z. vnd kreftig wachs.
79 Unter dem datum 368 [vers].
80 bis 96 im siebenten (verlorenen) spmchbache: «Gomedi Jona
der prophet in 4 (nicht 5) acten 510 [vers]*.
97 bis 131 Die lesarten der handschrift sieh band 13, 595.
132 bis 161 im achten (verlorenen) spruchbuche : «Tragedia Herodes
^it seinen suenen 858 [vers]'. Vergl. Aug. Hartmann, Weihnachtspiele
^ Oberbayem. München 1875. s. 13 und 158. Sieh Marcus Landau,
^*e Dramen von Herodes und Marianne: Kochs zsch. f. vergl. litt.-
«^ch. 1895. n. f. 8, 175 bis 212.
162 bis 197. Vergl. Aug. Hartmann, Weihnachtlied und weihnacht-
•Pi^l in Oberbayern. München 1875. s. 12. Aufführung in Nürnberg:
^^fTerts vierteljahrschrift 1890. III, 37. Handschrift im elften spruch-
^^^lie, bl. 194 bis 214, mit folgenden lesarten: Ein gaistliche comedi
^^^T tragedi : Die entpfencknus, gepurt Johannis vnd Gristi, hat 24 per-
*^^X vnd 9 actus. 7 hörn vnd sehn zv mal. 8 Halten ain gaistliche.
*^ Bndren. 13 andren. 17 die. 18 Ynd Maria, entpfing. 20 Jo-
*®X>li (druckfehlerlj.
168, 1 küng geporen. 2 schriftglerten fragt. 8 Ynd darnach
•^* sagt. 5 zkumen. 8 engl. 12 Joseph warnet. 21 in prister-
"^Hem gewant 22 kniet vur den rauch altar, spricht mit aufgehaben
^^»iden. 27 So hart. 30 Dem.
164, 8 solichs gschehen. 12 werd. 13 wer als. 15 fluech vher
36*
564
UA\\
vnd dem. 18 precKuug des aining. 36 Sich ich.
165| 3 flech. 36 Wiratw eratumen,
166» 6 bin get. 9 d«n hat im prawch. albegen. 20 get hiuaw:
hftim ZV haus, 25 Hat in aim. 32 Beim voick helfen. 'M kaifa
167, 7 dinetmaigt, 13 Mit eczen. 25 vntr.
168, U hes höchsten kraft. 16 das heillig. 17 Welches.
169, 2 iw die. 5 So. 9 des höchsten. 15 Zeit zv gepern
170, 2 So] Ich. ? Icz, 8 aeistu. 33 maget,
171, 12 1er in armuet
172, U pet. 21 gepei 35 erfrewt in got.
173, 5 andewten, 10 Den wöl wir icz pfichBeyden z, 23 ni
recht 30 aol man daa Idnt.
174, 2 nembt. sein arm« 7 hailes vnd ewiges. 8 seins dini
5 Als, 10 heilling. 19 aller, 23 kindlein.
175, 4 ist schier. 7 hailUng.
176, 3 Ach, 29 drinckn, schlaffen. 38 gottes forcht.
177, 9 Fuercht. 12 heilling. 15 wirt ie vor allen sach^n Sei»
Tolck von seinen (!j. 23 meiner. 28 ir] »it (f).
178, 14 scheczen. 30 nit.
179, 2 ich zum thail. 26 ist es. 28 noch] ic.
180, 5 seinem grira. 28 der new.
181, 3 schweb, 12 gangen sint. 29 geporen. 33 dos nach d*
gaecz. 34 Beis kindlein auch.
182, 16 in den. 19 aey geheiUigt. 27 deim, verjeben.
183, 13 nembt. 14 auf iren arm. 23 dise solden, ? golde
184, 12 vnd dem. 13 zv rieht, ghrechtlkeit, 15 da« Belt^^
18 icz ist die zeite. 21 warlich. 26 heilling. 27 einsprechmtg d*^
heiUng. 39 Haimwercz.
185, 20 Caspar. 22 Hab.
186» 7 vnd auch die versteer. 9 newr. lOkönckreich. 12 ni*
25 Es. 33 Aiu alt prophezej zaiget.
187, 10 iiichte die klai^st. 27 vnd listing.
188, 9 schedling. 22 in groser.
189, 8 pitter leidn auf ertreich. 14 dotljng. 19 Nem. 30 kfl:
Sl mir. 34 fer.
190, 8 thw. 28 het.
191, 4 erejlen. 6 der. 10 geporen. 11 kllnd, 32 hat
192, 3 vnd mein. f> kneblein zwijerig. 17 kneblein. 19 kintf
21 Sonder mues also jung sein leben. 22 Von meiner hant. 26
aiii kind vnd M.
198, 1 in waldes. 8 leiblein. 9 in liegen. 23 das kind.
vurpilde.
194, 1 Ynd Tnser tuen tot üebel phQet. 4 sehreit 14 kindW
19 herzen. 31 mir das kind vnd,
195, 4 wuers der küuig. 28 vnschuldiiig.
.d. 11 565
197» 3 VDd ins. 33 vnschulding kinder. Unter dem datuni 1 100 [vers |.
198 bis 212 im sechsten spruchbuche bl. 214' bis 222', mit folgenden
ssarten: 4 lieb, gnnst vnd. 8. 16 heilling.
199, 15 forcht. 23 wonen (nämlich wir beide). 25 lieb.
200, 8 Lest ir euch seine wort petawben. 9 So seit ir. 14 doch
» B. 17 meffent. 30 worffschawffel. 37 thnet pues.
201, 3 gworffen in das. 4 leren. 16 witib. 27 ich nun schick
ach. 85 Dein.
202, 29 Diser los man.
203, 5 den. 6 heint 18 künckling. 22. 2U stund. 32 rat
w iw.
204, 5 der sach nach trachtet 17 zewgen, sam seyr. 19 Als den.
OkOm.
205, 1 Da er. 10 mit wol. 20 schwanckenden. 37 vnserm.
206, 1 wolrichender. 26 hewting. 27 -reich allein Den ganczeu
ag hie zw verzeren, Mit aller knrozweil auch zw meren. 34 sambt.
7 Sos. gefellig. *
207, 3 meinen hem. 7 hoffelich. 9 junckfrewlein. 24 mit
inem. 28 mich miltreich.
208, 2 Fodr. 8 hertem. 17 in die. 23 ir sein. 30 eur. 31
Billig sey.
209, 1 meinr. 12 Doch ge. 27 auf die. 31 Nembt. des dotten
anbet
210, 2 So hab sechs. 24 Mein herr kanig. 27 icz also. 30 heilling.
211, 5 dem gar nichsen. 7 vnd anschlich. 9 geren. 19 hab her.
212, 9 forcht. 14 thuee sis.
213 bis 241. Die lesarten der handschrift sieh band 12, 539.
Aafffthrung in Eaufbeuren 1630: Schnorrs archiv 1880. 14, 289.
242 bis 255 stand im siebenten (verlorenen) spruchbuche: .Lasarus
irt anferwecket 386 [vers].'
256 bis 311 im zwölften spruchbuche, bl. 183' bis 212'. Im j.
>60 ist diese tragedia in der churfürstlichen statt Amberg gedruckt
Orden. Sieh £. Weller, H. Sachs-bibliogr. nr. 177. Der text dieses
ruckes stimmt so sehr mit der handschrift des dichters überein, daß
ie yermntnng gerechtfertigt erscheint, es habe Hans Sachs zu die-
ir ausgäbe selbst eine abschrift gefertigt. Als beweis können auch
ie febler gelten, die sich im drucke finden, z. b. Pilato statt Pilate.
ergl. band 1, s. 305 bis 315 und dazu band 19, s. 437. Wo hand-
ilirift (S) und der einzeldruck (E) nicht übereinstimmen, gebe ich es
Monders an, sonst sind folgende abweichungeu von A beiden gemein-
un: 6 allwegen E. 10 Vnd. 11 Woll. 16 vnd der. 17 und 18
;tst E vor 15 und 16. 22 dis clerlich. 23 wirn. 25 dest ordenlicher.
257, 2 sollen. 5 helt. 19 in die. 20 Das (!) S. 21 jueden.
3 Vnd Hohen Priestern den E. 24 Mus werden verspot E, gehönet S.
7 Hernach. 33 mir hie. 34 streiche komma. 38 Das. ersterb.
566
u, n
2hS, 1 8türb| lierb. 2 airiig] haimllcli S, warlich K. 3 Wo a
stirbt £. gtnain E« 5 Wies, haben. 24 osterlamb den. 2o wir eij
deD QBien. SO HochprieBter* S3 nun] hie S, da 6. dodi] deik.
H6 gaclieheri.
259, 5 gemachefe vil 8. 10 war E. 13 Oder mit 30 Hangen, S7 Den,
260, 7 wider. 12 Thewdae, 21 U b\ m E,
261, 12 zum dot 8, 16 thon: Ion.
262» 5 seinr. 17 Darin er geit S» Orinn er jn geit E. 18 Dar-
nack 19 demuet ser S. 20 Qeit 21 golleuä lieben tbon. 23 ausg^io
263, 4 zeuch. 5 fort nit mer esaen mit euch. 7 ich kum.
18 ttsatamentea, 20 Die Bünde dardurch, 35 pin ich der, nach
dem man fragt.
264, 3 hört S, hör E. 9 und) Das. 15 vnd den. 18 Petre.
Petre. 34 kauffe.
265, 8 last. 10 lach] schuerz. 17 des. 22 dein fuea nit
28 an. 28 gewaschen ist der ist raiD. 31 eich aolichs.
266, 12 schrifte. 14 sich in schwerem drawran S, «ich gelejch
in tranren E, 17 Er wirt S, Er muß E. 31 in wider anf ero.
32 Gar. 36 an einander.
267, 1 auch. 11 auch alda. 16 mit mir. 17 erkenne schir,
18 lieb vnd thw. 20 lobgsang vnd als den S, Lobgesang ?nd den £.
29 Mit sein j. 33 kellich. 36 er thuet.
268t 10 Ge ich an. 13 seinen jnngern.
19 Den fahct vnd. 28 euch. 27 Malchus.
35 gepruemeU
269, 6 geergert 31 rünstern.
270| 0 vnschneldig. 11 werd.
271» 5 Hie. 14 zv thw aten S.
26 Wan. 20 peim. 32 schrifte.
272» 6 pey euch gewest, 12 lenger nit.
piudet in nur hart. 23 die klaider.
273, 16 Von des h. priesterB E. 17 ghönt vnd Ö, Wie er aie g.
n. wird gschmecht E. 25 ist 33 gab.
274, 9 vnd den. 10 lengst peschreiben. 16 vor vns. 17 da^
19 so raues wir. 20 Liatig S, Listen E. handeln an diesen, 23 iMn
S. Da» E, 31 gerewBch, 34 Darin S. Dardurch E.
275, 4 gfangen habn. 5 wir aber, 14 Das dw.
276, 10 Caipha. 12 vanj schont thon,
277, 19 Icz dw von vns pe«alet. 23 thuet gleich. 27 Die er lengüt wel^
278, 8 dOrff. 10 Get aus mit pitterlichem. 25 gmaim. 37 stant — ^
279, 16 kurae, 20 im pegirlich ou. 22 ainen. 35 vOr gar,
36 groseni rumor.
280, 10 Salbung. 24 Vilvaliiclichn. 28 Mues es S. Mus
E. 34 maus.
261» 2 erbre. 8 der. 9 Komma seu tilgen. 13 Vnd
16 rechtn andreffl E.
32 pald SV im Tnsem,
20 hoft in dein^in.
21 zuckt von leder. 25 Petre,^
17 es.
13 Facht
I
I
t wÄ^
bd. 11 567
offenlich« 16 Verkeret. 33 sun: nun.
282, 6 zvr. 8 kamen thun. 15 dürff. 21 das crewcz.
22 dodes sol.
283t 2 pin ir 8, pin ye E. 6 Darumb kanstw das nit verlangen.
8 Ja bab icb d. m. mit angn £. 10 Das mich Oott sehend , straff
mde plag. 15 e kreet 16 Werd S, Wflrd E. 17 Des hab ich.
18 Zw drey malen. 20 ainen. 34 darst S, darffst E.
284, 7 die thaet mich S. 11 sich nit 13 Die weil es S, Die
waylen es E. 17 pilgrim S. 19 rathans S. 27 Vnd den. 28 Ver-
mercket 30 Tersnecht. 31 Das er den herren ledig mach. 33 der
möcht. 34 Das er.
285, 3 sag da her nach dem £. 4 Was ist neQs £. 5 Werden
d. J. ostem E. 9 Haben sie einen £. 10 Die Hohenpriester £.
18 Gebolffen trewlich. 19 hartneckisch. 33 in der.
286, 2 römischen Rechten E. 12 Pilate (Pilato £) thuet ain
gang heraas. 13 rathaus S. 17 Vberantwortn nach deiner.
21 ein klag E. 28 ewrem.
287, 3 selbert ainen. 7 Wan paid dail man ferhOren sol. 31 er-
kom. 82 Vnd darum in die weit gepom.
288, 8 Derhalb wil. 14 solichs. 23 küngling S, küngklichn £.
289, 6 Der. 11 gar wolt. 17 Drob wurden- alle paid.
30 Tergleichen. 33 gedOs.
290, 5 Vnd. 12 deim lant. 13 Solst. 24 zaigstw mit.
35 dninter zv. 36 derselb.
291, 6 auch ain wunder S, auch ein zaichn £• 13 Auch von
dem S, Sonder von allem £. 15 thoren. 16 hin mit hon S.
17 Widerumben mit ewer Rott £. 28 selb. 34 des.
292, 1 erhalten mit sein S, jm damit zurettn sein E. 2 Die.
^ wescht. seine. 14 errete. 15 im widerstreben S. 26 aufpracht.
28 ein. 32 Welicher Cristus. 38 euer h.
293, 7 ist B. 29 römischem.
294, 2 eingemacht S, eingeduncktE. 11. 17 scepter. 18 Welches
«'©xi ist S, Welches auch ist E. 28 Das volck sein selber.
295, 6 Wan ich 6nd gar kain schneid an im. 23 macht.
^"^ Yor] fehlt SE.
296, 4 Pilato E. 30 mir zv. 31 frischem.
297, 7 vnsre. 8 eest S, ehest E. 21 das p. 32 schweren val.
298, 1 aufgeleget. 2 herren den nachdreget. 3 weibern.
IDamach. 26 0 m. 37 Mit den vbeldettern.
299, 36 vnperhafte.
300, 2 thuet her vber S, vns herfallen E. 27 vberschrift. 20 iiiachi
^^^=^8. 33 solst
301, 7 gnabt 17 er doch nit 25 hat änderst
302, 9 wirt abschaiden. 21 Wie verlestw.
303, 11 ringt warlich mit im der dot. 13 Schaw wie lechzet das.
568
W
W verschaid S. iat vcrftchieden E.
30 4 r 26 tUeteu sie erlangen. ^ vnut.
305, 23 äieigt in ab. 14 man in peitet S, itiMl bettettr I
26 und 29 fehlen SE. 30 O ecliöpfer. 3d in dieter. 35 iil !
des lebena prtin.
306, 1 Wie gar ligt aller trost da rndn K 2 em vertpol, rer-
hont: doren kr5nt. 9 gar troätloB S, gar permViklich E. 18 wider
veraüent R. M versönt vnd veraint E, 21 An« ende punki. 23 Aiwli j
wirt Cr. 33 pentatten.
307, 9 De»* 35 warbafter. 38 wir nach folgen.
308, 1 Im nacbgfoigt haben fiid jüfebort Sein Predig vnd heylig
wort, Schawen, wo man bin lege jn E. 20 Tnare, A4 Das e» da
wider brecht z. E. 29 Welcher* 31 hi gancB.
309, 1 pezalet ynser. 5 lemelein. 33 ainig geliebter. 39 Wo) wir.
310, 15 Iiiu
311 Unter dem datum 1584 [vers|.
312 bis 342. Vergl band 1, 319 bis 323 und Die cleglich »er-l
Störung der beilligen stat Jerusalem in dem langen Regenbogan •Ditj
xeratöning Jerusalem* 1540 Juni 3 (MG 5, 98* bis 104), einxeln ge-J
druckt sieh E, Weller, Hans Sacha-bibliographie nr* 210, A«
in Nürnberg: Seufferta vierteljahrschrift 1890, III. 36 T Die
hat H. Sachs in seinem aiehnten sprucbbucbe, bl. II bis 31, anfg^'^
Bcbrioben, Die wichtigeren, von A abweichenden leaarten sind folgender
1 Die Zerstörung Jerusalem dragediweis mit 17 pertonen zw recedireikl
6 versamelung. 8 Sey wir, 14 peschreibet. 16 seinett. 2\ audj
macht, 24 freffel vnd hochmuet. 27 wart, 28 nun.
313, 34 püecken. 38 und 39 stellt S um.
314, 2, wol in dem. 14 prauchest. 19 schon dein.
316, 1 Vn» 5 schneid manchen redlichen, 12 Abr
14 mörd lachen, 19 noch vnterthan. 20 Simon (so immer). 29 ge
316, 7 leben, ich »ag. 8 -pfleger üebertag. 9 Den w^Sll wfc^Ji
ZV. 14 gepüer ein grosem. 21 gen o. 29 mancher sobnöde^ ^s
vbeldat. 33 werden. 34 Wirt.
317 nach 11 fügt S hinscu: Pit got vmb gnad, last ab von sündeic^
Welche pey got theten anzüenden Solch vuser «tra6F, eo ist vor nwgeic^n
Wie ir daa selbert nit küent lawgen. Nach BS fdgt 8 hinsm De^»
gemain man würt vnis anhangen, Den auch nach freyheit ist verl&ngei^^
EIS, 4 fürgang. 18 eivrigem. 32 ice zfressen vnd steaiiffea.
319, 13 dötten. 14 Sam sey. 82 ermören. 38 Sam,
320, 25 Sollen der aufruer.
3^1, 3 im. 11 Abgsecifit^ wen wir in tbun. 36 trewlicb wdlr
322, 2 im. 13 thund.
823, 3 angesagt. 10 yint erschröcklich. 22 Wie 38 sie t? <
325, 1 Jtapata. 2 hab. 6 pey im pleibet. 17 frunckbei ^
25 Derhalb hat guet xv.
bd. II 569
826, 19 die heillig g. 20 seit. 34 gaiicxer.
327, 2 Doch wer. 7 ain gschrey.
828, 27 ist, die also.
329, 1 ab hat thon. 11 nie. 12 pezeuget. 20 in acter.
S sein. 81 Sam. 40 liebes kind.
380, 7 aasdorret. 86 Seit ir. 87 erwuergt.
381, 88 Dencken. 34 drein.
882, 10 Raab, mort vnd schentlicher. 28 stat sambt jungen vnd
Jten. 82 sein. 88 wOls.
388, 6 reden mit den. 7. 8 wQerd.
384, 2 wiL 18 gar weder f.
885, 13 zoren. 27 noch helft'n.
886, 8 Bchopff ZV 1. 9 Erligen. 19 gnad sieb. 30 solt man.
887, 2 So wir die drit mawer vnt. 14 pey vns zv dot den.
388, 8 peecheding der Römer. 35 wil gen nemen ain vier.
389, 18 mer dot schlagen. 19 Doch last den thempel gottes
iteni. 21 prinet schon: zQndet on. 38 Vnmueglich wer.
340, 10 vestang. 35 redlein-faerer.
841, 5 sein. 26 In der seint. 38 das.
842 Unter dem datam 1000 vers.
343 bis 358 Vergl. band 12, 569. Der meistergesang in der gesang-
ireis des Hans Sachs vom 12 Februar 1557 ist einzeln gedruckt, sieh
V7eller, Hans Sachs-bibliographie nr. 123. Aufführung in Nördlingen
1580: Schnorrs archiv 1885. 13, 50. Hans Sachs hat die tragödie in
ninem yierzehnten spruchbuche, bl. 26 bis 84', aufgeschrieben. Die
irichügeren, von A abweichenden lesarten sind folgende: 10 sanctus
^mbrosius Der heillig pischoff pschreibt alsus. 15 vnd was gar. 21
embter entseczt, lands. 24 Die cristlich junckfrawen. 25 Sambt eim.
844, 15 alle menschen. 29 aber hab von kaim.
845, 6 Schlahen, das sie paden im. 16 vnghorsame. 18 Herr k.
9 pis her gar hart.
846, 1 kaiser, schaw on. 5 Welche, alle. 20 seinen dot.
347, 3 Der Gristum raubt seinr gOtling. 13 rcichtums, adels vnd
einer er. 19 sun, den. 21 die keczerey nöm on. 24 Vnd mein r.
5 So löblich ist in o.
348, 2 fuercz hin mit gewalting. 8 alle. 12 vnd auch gancz vnsinig.
349, 1 hilffe. 15 heilling. 23 So aber das selb nit mag.
350, 5 cristling glauben. 7 erling. 14 Lieber auch mein zeitliches.
t4 pet.
351, 6 solch yrtum vnd vngelauben. 8 mein ainiger. 18 wider-
eit. 20 Vnd auch nach deiner ere.
352, 15 hast das. 20 öffenlich. 30 fehlt S. 34 Mit sein listen
WS. 35 Selez, der ander trabant, lauft ein, feit in an, im hinfarn
i[pricht] Gotfrid.
858, 1 wil willig. 16 Den iren gl. 18 Sie hüten den für yrrtum mer.
570
bd. 11
18 Die junckfraw iiiich. 25 HM#t nach
13 Ich wil gen mit dem dode mein.
18 Pin gleich. 24 gewialiehea
29 Welcher nach
Unter deoi
354« 5 fund. 12 iiau8.
verfallen mit dem,
355, 5 vad groser, 6 zv dem
li auch) im, 15 Der n. 17 Des,
356r 8 und 9 fehlen 8. 11 des.
hotten.
357, 2 holdseliger. 6 habn. 25 wider ?iiib.
dem Keitlicheo.
358, 5 Die jabreazahl 1558 ist verschrieben für 1559.
datuiii 470 [vera],
359 bis 373 im siebenten (verlorenen) 8pruchbuche : nOomedi WtX*'
jirueder mit dem eiigel 400 [versj. Das datum muß wahrBcheinlich
lauten: 1551 November 23. Sieh band 21, 349 »u band 1, 401) nnd
K, Goedeke, schwanke des 16 Jahrhundert« s. 35.
374 bis 385 VergL band 12, 569 f. und die Vorbemerkungen ^tim
67 faatmichtapieL
386 bis 39D ist als 52 fastnachfcspiel gedruckt
400 bis 450 Die abweichungen der handschrifl, IS 12, bl 239 bi«
268, habe ich im 12 bände, s. 570 f. gegeben. Von aufführungen in
Nördhngen 1578 wird in Schnorrs archiv 1885. 13, 44 f., in Kaufbenren
ebendaselbst 1886, 14, 239 berichtet Eine handschrift davon aus dem
16 Jahrhundert besitzt Mönchen, cod. genn. 3635: viele stellen dam
sind in katholischem sinne geändert, Vergl. auch August Htutmann,
WeihnachtUed und weihnachtapiel in Oberbayern, München 1875. s. 13.
Der einzeldruck, der erhalten ist, stimmt wie der Ton dem passion, der
auch in der chur fürst heben statt Ämberg gedruckt ist, auffällig mit iler
handschrift des dichtera überein. Er läßt z. h., ich trage diese beide q
stellen hier nach, s. 404, 31 und 32 ebenso wie S weg und liest 429, 21
lebten wie S^ ferner schreibt er 409, 5 Minuiten und hat den zusatz
auf s. 445, nach 3 wie S. Wichtige abweichungen habe ich darin ge-
funden zu 425, 31 : k-h Ena Mutter hab geporn Menschlich geechlechl
vnd Gottes zorn Sein fluch vnd den Göttlichen has Hab ich verdient
durch meinen fra« üis in mein tsel vnd gmüete kam Aigne lieb vnd
vngehorsam Dardurch ich gaietlich war gesterbt Solch Goitlosigkejt
bat (so auch S) geerbt Autf menschlich gschlecht bis das doch kam
Du der gebenedeyet sam und su 435, 13 : Etlich haben abbrechen thon
Der taglöner vnd maid liedtlon.
451 bis 461 Die lesarten der handschrift sieh band 12, 572»
462 bis 467 habe ich in der zweiten aufläge von Jtilius Tittmi
dichtungen von IlanB Sachs. Zweiter theil Leipzig 1885. s, 187
bis 192 nach der handschrift, S 14, bl. 106 bis 109', verbessert heraus-
gegeben. Sieh Rudolf Genee. Hans Sachs. Leipzig 1894. s. 434 bis 439.
Die wichtigeren» von A abweichenden lesarten der handschrift sind;
463| 1 laider ich sag, 7 Haimiuechten. erczte. 8 folget keiner.
11 Ir. 12 het nirgent. 16 Der aet geb got dort ewig fhd^ 18 gnib
571
1^. 20 wuyL 26 Wurt. 28 8o geh wind ¥ud gecbling. 31
•ie aar.
B4, 2 fcrew ich. 3 ir erfund ir. 12 gmiihel nicht. 14 \ade.
dacht. 17 Meiner verschiden gmahel. 19 mein. 20 lii^be.
pr wolte n. 26 gleich einem. 32 Derhtilb mich j^leich. 33 Idoch
w die. 36 mich ir zwkunft. 37 sie. 88 dw abgschiedner,
^, wie Gr.
S5, 4 hailant diese. 5 berczlicben, 9 In starckem. 11 Darin
ih auch. 17 frolocknng mit sennen gt. 20 Auf die. 21 leib
25 ich fragt 27 Vnd wafi die aelen. 30 Der gaiat antwort.
Ii^ mag. 35 sein seligen.
B6» 1 Nit weiter, dencken. 2 nach seim «eitling. 5 Auf no-
lolt auch. 6 wirt dir da«. 7 Fort auch nit 8 gaistUng.
e. 11 Auch bat gehört kein leiblich. 15 Füer wune , frewd
t. 19 ¥nd dem geeicht. 24 Vor swainczg jaren mit gleichem.
i. 27 Als. 28 Wie, 32 Sprach: Das dw fragst 34 mtil
»t selb dahin.
17, 1 geprechlichen. 2 thw geben. 9 werd»
70 Die anmerkung zu 463, 3 ist falsch. Goedeke hat in der zweiten
fe dea grundrisses den 27 Mars 1560 alti todestag der Kunigund
ia angegeben. (Band II, s. 408; a. 434 ist der 25 März druck-
), Er nahm die ?orrede zum generalregiater zu hilfe , in der es
ifang heißt: 1560 ab . . mir gleich mein liebe gemahel yer-
l am 17 tag Marci, das iat der 27 märz nach dem neuen kalen-
Kach dieaem hat er in dem wunderlichen träum gerechnet.
Zum 12 bände.
' bi» 14 im ersten (verlorenen) ipruchbucher bl 137: ^ Dragedi Die
da mit 10 person 346 vere.* VergL band 22, 448 und in diesem
Ade, 8. 27 bis 29.
i bis 89 Am 25 Mai 1546 hat H. Sachs zuerst in seinem fünften
Ibuche, bl. 232 bia 243', diese comtedie aufgezeichnet. Hier ist
ch der zweiten bearbeitung des stoffea, die sich im neunten apruch-
findet und deren leaarten ich in bwad 12» s. 572 verötientlicbt habe,
Bkt worden. Vergl. band 2, a. 300, 27 und däa sechzehnte nieister-
jbuch, bl. 74' bia 75' Die histori Thiti vnd Gtsippy ,Ea peachreibet
alduB* im erwelteix tone de» Mathe» Schneider von Croning, ge-
rt am 5 November 1558. Valentin Schmidt, beitrage zur geachicbte
Jmantibchen poeeie. Berlin 1818, s, 112. iieöammtabenteuer I, C.
pke, gnindriG band I, a. 84, 4* Qesta Homiinorum nr. 171, Oeater-
I 740. Onabh&ngig von Hans Sachs ist Schwartzenbacba oomedia,
Job, Bolte in der Allgem. dtsch. biogr. 1891. 33, 216, Die leearten
5 sind folgende: 1 Ein comedi mit 10 peraonen zw aigiren die
^etrewen freunt Titus vnd Giaippus vnd hat 5 actus.
572
u, vü
15, Siieralt. neipt aieh] lebU S. 10 'niitu« liöist 15 icw. 22 worteo,
Tnd, 24 achweigt vnd höret 21 Titus drit ein» spricht wider lich'
aelb alao.
16, 3 widerfaren. i jaren. 5 nie. 9 Er get im pegeg^et Gisip'
pua spricht. 11 der Römer] f, S. 15 j^ehen. 18 Da. 20 den die
gac hefte. 21 liebet-. 23 iet. 24 geatorben, 25 erworben. 31 Ti-
tu8 spricht,
17, 1 Gleich iozuiid. 8 ktimena. 10 Mb 11 hat S nur Gifippiu »t<
auf, apricliL 16 bis 17 Sie seczen aich alle vnd Ariatippua, der achweher^
apriebt. 21 Da wir aambt jungen vnd den. 22 die hochzeit gueL
23 Voleudon mit frolickem muet. 25 Herr schweben 16 Went eut'b
am pesten. 32 ea] das. dann] den. 35 kemn&t
18, 3 und g.]geiDacbaam, gut] woK 5 allgemach. 10 bis 21 fei
S. 22 Hitzen , spricht zw im selb, 26 bia 27 Aof erd nie scböi
frawenpild Von frawen leib ie wart geporen. 28 auaerkoren. 29 «w.
geben. 30 leben. 32 hercz, lieb vnd. 33 es kau nicht geaein, 34 dem|
mein. 35 denn] den. 36 peküetnem. 87 Wie lest dw dich die lieb.
19, 6 denn| den. 7 Beim] Dem. 10 wenn] wan. 11 Fur ae.
weder gaecz noch pot. 18 Prueder mit BchweBtem. 14 gschichi diese.
15 ainr «eins freundes. 17 gleich] thun. Nach 19 in S noch: Tor
lieb wil mir mein hercÄ versincken Ich mag nicht mer essen »och
drincken. 22 daal ea. 23 möchst. ich) nicht. 24 der) ir. 25
Möes ichs. 27 änderst. 29 fehlt S. Statt 30 bis 20 nur: Gisip-
pu8 get ein, Tikuö sicst drawrig, Giaippu« spricht»
20, 5 Zitrent vnd. 6 sag mir es. 7 Titus spricht. 10 dem
wen. 12 herczeng doch nem gar. 15 der Römer] fehlt S.
20 trew vnd. 21 waren je. 23 angst vnd. 25 mir im entetu!
26 Mein bercz paut, 29 vnd ap rieht 31 so in klainer.
21, 1 verbeten. 2 gleich vnerlich. 8 peschulding nit da«. 19
bat der schone gab, 15 Dai-uiit unnd gmdt] gemOt, 19 So «oll
ica. 28 fallen. 29 allen. 81 der Römer] fehlt S. 88 leben. 34 wiui|.
da», geben.
22, 2 Giaippua spricht. 6 wird) wurt. 8 zwging. 17 malj
stund. 19 der Römer] f. S. 21 Den höchsten drost 23 Idock
28 GisippUB spricht. 32 Wen den. 34 Vnd wen. 36 hin] pali.
28f 2 und 3 in S umgestellt 3 In masen. ichs] ich es, 8 lieber*
gebn. 14 verloren] erstorben. 15 ich mir was. 17 nun] ict« 18
beyde ab) aus paid 19 bis 24, 9 knecht gehn ab] fehlt in S,
24, 13 blieben] pk her. 15 der Eömer] spricht 19 Idoch.
21 knmbt und] f. S. 24 Titua spricht 25 Sieh] was. den] ain.
27 Sag mendlein. 31 und 32 fehlen S.
25, 1 ab] hin, 2 0 wer mag das vnglueck sich drehen, 3 meiner
not. 4 der ist] ist mir. 6 Rat wie sol icht sach greifien an«
9 gscbehen in kainen. 10 muea. 14 kumpt er spricht, 15 bis 17
fehlen S. 20 Ein ding dir oä'enwaren wern. 25 bist doch meia
Lie ■
m
»w. ■
R 12
573
88 Wii, ich dich wol. 31 dir xu.
26, 2 Tnd zw nicht 6 Sie laoft hin» GisippnB bc breit nach, 7 Hör»
hör. 11 Schaw ! icz kamens auf mein binfari 12 Hie kumpi
Sophronia, ach wager vnd der achweher, spricht 14 hei loser. 15 namstw.
17 0ea mufi das atreng gericht dich straften. 18 getrawt solcher
dQeck. 19 Es ist. 20 öiaippua apricht. 21 aobweher, 23 edler |
vnd. 25 disenj.* 26 spricht] fehlt S. 27 am] aim. 29 TituB spricht.
35 ehret] erett.
27, 1 Wan ichs viel lieher hab wan er. 2 man peclagen vas
aber. 3 dueckiach vnd haimlich. 4 ie mit. 6 nit. 9 sprach
sie gntwilliclich : Ju. 10 vermeheUv 13 nicht drogen. 15 ie|
recht. 17 habn in trewem. 18 aidn.
lc% nicht warten kon. 83 schweher
38 Vnd foer sie in,
dein] die. 11 Weil ea got hat also
13 ah] aus. 15 bis 16 Aristippua get
20 Des hat
kittel kaum.
19 Mit mir lasen,
spricht. 35 auf
24 ich
den tag.
28, 1 gmahel und] eliche,
sertrent 12 Pleib ich nun.
mit polippo vnd den zwen achergen ein vnd spricht.
eis. 21 Auch sint die schuldiger. 28 ist in aim
25 betten. 26 waia nimant nit. 27 sein] der. 29 Athen er
doch nicht. 30 heim) nur. 31 heiloß] erlös. 32 Sie gent aus
p38 on ain schergen. Gisippus im kitel drit ein, ain sack am hals
vnd apricht. 33 bia 29, 28 fehlen S.
29, 32 nun gar nichsen. 33 Pin kamen icz in die. 36 Sag. freunt.
30, 1 Der scherg spricht 2 Ja er. 3 ietat] palt, 4 nur] hie.
5 dort) gleich, 6 Scenarische bemerkung in S: Titua knmpt get
iwayznal auf vnd ab sieht in wol spricht nichte get wider aus so
spricht Giaippua. 8 bis 11 fehlen S. 13 meins freunta freuntschaft
gar, 14 icz gar nimer. 15 eacb| sieht, 17 in diese armuet
21 nur] ain. mein angst vnd not. 23 Etwan kumbt ainer pringt
mich um. 24 bis 31, 34 fehlen S. Dafür bloß die scenarische
l bemerkung: öiaippius get hinaua Varro get ein mit zwayen achepfen
siezt zw gericht vnd sagt.
32, 1 herm] schöpfen- 2 Vns ist verkuntschaft ain. 3 Der hat
[die nacht beint. 4 Des pluet aol werden icz gerochen. 5 Die zwen
richergeiu pringen Qiaippum der ein spricht. 7 Den wir euch haben
P^udget an. B Ben fand wir in aim, 11 Ein man mit seiner haut.
12 Dammb man in ans crewcze schlag, 13 richter spricht. 14 auf
die. 15 apricht] f. S. 18 Varro der richter bpricht 20 Die ir habt
gachworen zum gericht. 21 Der erst schöpf 23 Gehencket zwischen
himl. 25 Der ander schöpf. 27 bis 30 fehlen S, 31 Varro der
richter. 83 Vnd henckt.
33, 1 bia 2 Er bricht den stab, so kumpt thitus peschawt den armen
fnd spricht. 7 richter] gericht. 11 den] tlaa, 16 grobem laster,
17 veraechter. 23 richter] Varro. 30 In dem kumpt publius der
recht morder apricht, 33 den] das.
574
bd. n
34f 2 Mein. 3 das] du. 4 itn gemewr] in dem gmewr. S da»
gleich, 15 Der doch ein ider. 17 ich nach grau den paa. 19 Gieip-
pus spricht. 22 Varro apricht 23 Mein Thite] Tite. habt ir,
25 kein iieher. 29 Vüito spricht 84 Seit] «elb,
35, 3 ledig mit in. 4 alle drey] aldrey. 5 unnd] f. 8. 8 nur pald
mit mir haiiu aw. lf> Pesre, 14 Actu« quiutus. 15 GiRippnt wo)
^eclait ß^en ein mit tito » der apricht, 1 7 10 dir. 18 £ü anniiet
24 So. 26 das ging, 27 Eb praeht ein schad den andren schadem
26 so gros. 29 in höchste. 32 dich 2w hause «aeohi. 34 in angsten«
35 dan mord.
36, 8 deinen. 10 wol gelonet. 13 Das.
gm ah et. 18 aol sw. 20 So mach. 21 nmchnj
28 den. 29 Den weil du mich thust verern,
37, 1 alle. 2 freuniaehaft, reiclitum,
willig^ 4 dirs als 6 mensch HiinBi. 9 in.
14 Gieb. 15 Zw aiaf
fehlt S. 25 Vberflung#,
31 det ins elent
3 dir als von hercseal
11 dein aller liebstej
15 Ua annampBt: kampst. 21 ein warer. 23 ain. 24 nac-htmalj
25 Da wellen wir den. 26 Auch weiter haben. 28 vnd noch zwiseb
37 Die Äwen geiit aus. Der heroU peachleuat
B6, 2 Doch vast. 4 WeHche. gleich. 6 Beroaldus. 8 da« eia
man fliehe. 10 sonst ein, 12 liebe prini 18 fewer. 23 geleich
vnd, 26 Wo was. 27 aecz gut, gwalt vnd, 28 dis. freunt^chafl j
mehr. 29 er im, 82 truehsal angst vnd» 34 milte danekparkeit 1
35 Gen. 36 Von dem man giiCÄ.
39, 1 Tnd nouh vil 7 vna von Nürenwerg. 8 big 23 die penonen- ]
Kahl ist in S geringer: L Der herolt; Gisippus steht vor Tiius, dann
folgt: »Sophronia, die prawfc; 5, Aristippus der schweher vnd 1 icb^ipf;
6. Polippus der schwager vnd 2 schöpf; 7. Varro der richter; 8. D«
erst Bcherg vnd auch pot; 9» Der ander scherg; 10, Bubliue Ambtntna
der morder. 24 Änrio aalutis 1546 am 25 tag May.
40 bis 63. Die lesarten der handachrift sieh in demselben bände
i. 573. H. Sachs dichtete am 13 Mai 1546 in der gesangweise dei
Römer: Die getrew fraw Genura «Zw Genua ein kauffman saa^ faies
Bamaba* (MG 8, bl, 90' bis 91'). VergL GesammtabeTi teuer 3, s. CIII,
dazu noch Germania 1, 264; Ebert« jahrb. 4^ 107 und Orient und
Occident 2, 313 f. Pfisaow» Carmina popuL Graeconim recen^s. 355 f*
nr. 474. Arthur Rochs, Über den veilchen-roman und die wandemofS
der Euriant-Bäge. Diasertation. Halle 1882 (LitteraturbL f. germ. und
roman. philoL 1883. nr. 7 sp, 271).
64 bia 87, Die lesarten der handachrift sieh in demselben bände
a. 573 f. II. Sacha dichtete am 1 März 1538 in »einem klingenden tone :^_
Die göttin Circes ^Homerus i>eechreibet von ainer frawen* (MG 4« Ul^
253' bia 254'). VergL Geata Romanorum, Oesterley, nr. 20 a. 716,
88 bis 114 stand im siebenten (verlorenen) »pruchbucbe: ,Kuni|
au» Franckreich mit den^ k 706 [vers]«' Vergl. den meisiergeeang iml
»4uh warben t^one H. Vogels: Des forst.era aun wart künig «DB^bertiif|
bd. 12
675
^55
ein kuii% alt* 1548 März 14, gedruckt bei K, Goedeke, dicbtungen
von Haus Sachs I, s. 255*
115 bis 141 im achten (verlorenen) tpnichbuche: »Comedi Der alt
purger mit 3 Buenen 732 [ver8|.* Abgedruckt bei Göz, Hang Sacha,
Xuniberg 1829. 3, 118 big 154 und hei fiö&ching, Hans Sachs, Nürn-
berg 1824. 3, 38 t VergL auch band 12, s, 575. Einen einzeldnick
der comit'die werde ich in der bibliographie im 24. dem schluBbatide
dieeer ausgäbe des Hana Sachs, beschreiben.
142 bis 186 im achten (verlorenen) aprncbbucbe: ^Tragedia Tri-
sirant mit ysalden 1240 [vers],* Hans Sachs dichtete fönf meisterge-
.Qge Über die geachichte von Tristan : a. im langen tone des Poppen
strant der liebhabent »Äins küni^rs tun von loneis genent Tristrant*
551 Dezemljer 4. b. im senften tone des Nachtigal Herr Triatnint mit
der künigin »Als herr Triatrant die künigin zart* 1551 Dezember 5. c.
in der kelbenveis des Hans Heiden : Herr TristrancsE kämpf mit Mor-
hold »Morhold ein held, der vier man» etercke hat* 1551 Bexenil^er 7,
d. in dem vergessen tone des Prauenlobr Herr Tristrant mit dem
trachen »Als der kün held Tristrant fuer in Yrlande* 1551 Destember?
e. im plaben Kegenbogen: Herr Tristrant im narrenklaid ^.Als herr
Tristrant vertrieben waer* 1551 Dezember 11.
187 bis 226, Im achten (verlorenen) spruchbuche , ungefähr bl,
192 .Tragedia Fortun atus mit dem wünsch hu et mit 22 personen in 7
actuH vnd 1132 vereen*. Gedruckt bei Jok Gust. Büsching, Hans Sachs.
Drittes buch. NOmberg 1824. s. 72 bis 124. Arnold , Hans Sachs
(1884). 2, 215 bis 254. Tittmann, dichtungen von Hans Sachs. 2 auf-
läge, Leipzig 1885. s. 112 bis 155. Dort i.st v. AM A v. Kellers Ver-
mutung, wo zu achreiben, durch druckversehen nicht aufgenommen,
nur die richtige interpunktion steht da. Über das märchen vom
Fortunat sieb auch Valentin Schmidt» Forfcunatua und seine söhne,
eine aauber-tragoedie von Thomas Decker, Mit einem anhang ähn-
licher märchen dieses kreisea und einer abhandlung über die ge$chichte
von Fortunatus. Berlin IS 19. a, 206 spricht Val. Schmidt über die
tragödia des H. Sachs, Grimm, Kinder- und hausmärchen 3, 204 zu
nr. 122. Reinh. Köhler, Eine littauische sage und daa deutsche Volks-
buch yfon Fortunatus: Mitteilungen der Littauischen litterar. gesell»
»chaft 1884, heft 0. Paul Hanna, Die deutsche Fortunatus^dramen
wid ein Kasaeler dichter des 17 Jahrhunderts. Hamburg und Leipzig
1892. ^- Theatergeachichtliche forachungen Hg. von B. Litzmaim,
Heft V* Der Kasseler dichter hat nach Hans Sachs gearbeitet s. 31 f.
227 bis 240. Im neunten spruchbuche, hl. 7' bis 14, Die leaarteu
ih band 12, s. 576; vergL auch band 13, 597 und Kirchhofs wend-
uth 1 , 18 (anag, von Oesterley V» s. 30), Aufführung in Nürnberg r
uiTerts v i er te 1 jähr sehn ft 1B90, lll, 36,
241 bis 264 Die lesarten der handschrift sieh in demselben bände
;edruckt bei (Juat4iv Büaching^ Hans Sach ematlichc.
576
bd. n
trauerapiele u. s. w. Nürnberg 1824, 3, 8. 159 bis 190. Arnold, Hanf
Sftohs 2, 2Ö8 bis 292. HaDs SachB dichtet« am 8 Oktober 1547 in der
rorweia Pfalsteii von Straapurg: Persanea reit Aristotilem «Alexander^
(MG 9, bb 263). Im anschluß an A, v. Keller« auÄfttbrliche annierknng
setze ich die ergünznngen hierher; Hans Sach« erwähnt den Aristoteie«
band 2, 291, 2 f. Anspielungen auf die sage sieh in Branta narren*
Bchitf' 13| TS und Zimmeriscbe chronik IV, 230, 4. Bearbeitungeti : Jobu
Vimbrugh, Der von der liebe betrogne philoeoph. LustepieL Göttitig««
1750. 8,; Der von der liebe überwundene weltweiae, Muaikal. zwischen'
spieb Berlin 1751. 8; Saintfoix. Der von der liebe betrogne philo«oph.
Lnstspie]. Frankfurt und Leipzig 1752. 8.; A. F. E. Langbeitii Da«.
diimenpferd im 23 bände seiner sämtliübeD scbriften; Karl Liidwij
Kannegiesser, Verliebter irrthnm in seinen dramatischen spielen:
Bkiunibach, Aristoteles und Pbylliss in seinen abenteuern und scbwäjicken
nr. 13 ä. 1Ü9. Bildliebe darstellungen; Im Louvre in der coUactia
Sauvageot habe ich im 4 nimmer mit der bezeichnung C. 98 ein relial
von vergoldeter bronce gesehen, das die ««ene vorführt, welche der!
komödie den namen gegeben hat. Ferner: Martin Ziiainger, Atiatot-elei
und Phyllis, abgebildet in Alwin ScViult», Deutsches leben im 14 und
15 Jahrhundert. 11, 388^ lig. 455, und zwei kupferstiche: Brosameft
Bartach nr. 18. Georg Pencz, Bartsch nr. 97 und Seb. Beham, zweifel-
haftes blatt bei Rosenberg * Seh. und Barth. Beham. Leipzig 1875.
a. 183. nr. 9. Andere bildliche darstellungen bringt die anmerkoiig zur
Zimmeriscben chronik IV, 320, 6 und Earl Ooedeke, Pamphllas Gengen*
bach s. 503.
265 bis 27Ö Die lesarten der handschrift sieh in demselben bände
a. 577.
279 bis 316 Die lesarten dar handschrift sieh in demaelben
s. 578. Wieder gedruckt bei J. G. ßüsching, Hans Sachs enuili
truuerspiele. Nürnberg 1824. 3, 295 f.
317 bis 341 Die lesarten der handschrift sieh in demselben bai
8. 579.
342 bis 386 Die lesarten der handschrift sieh in demselben bände
s. 579.
387 bis 403 Die lesarten der handschrift sieh in demselben
s. 580. VergL Georg Ellinger, Alceste in der modernen littermtofjl
Halle, buchbandlung des waisenhaufles 1885. II, 57 s. 8. Quelle sie
dort auf s. 54 f. , analyse der tragddie 8. 3. Da»u ssch. f. dtscli
pbilol. 18, 3.
404 bis 431 Die lesarten der handschrift sieh in demselben bandet
8. 580. Nürnbei^ger festschrift s. 267. Paulis schimpf und ernst nr, 231.
Jesterley s. 500. Vergl. Hans Sachs band 2, 271 + 21, 363. CiU-i Dre*,
ber, Studien zu Hans Sachs. 1. Berlin 1890. s. 55 bis 59.
432 bis 450 Die lesarten der handschrift sieb in demselben bände ^
581. Quelle: Lukians gespräch Tojtaris oder ül>er die freundscbafW i
577
451 bis 487 Die lesarten der bandscbrift sieh in demBelben bände
I. 5$L Wieder gedruckt ist die kotoödie bei J« 6 Büacbing,
HttOB 894:hi ematlicbe iranerBpiele. Nürnberg 1824. 3» 347 f.
Siseii aonderdniek aua dem jähre 1611 nennt £, Wetler« Hans Sacbs-
btbUognpbie nr. 189. Zum stoffe vergl. band 21, «. 362 so 2, 25L
Frie4r. Wilh. Val. Schmidt, Die märchen des Straparola. Berlin 1817,
•L 2^72» Die Übereetzong Warbecks nach seiner handachrift hg, von
Johttuies Bolte. Weimar, Verlag von Emil Felber. 1894. LXYU.
87 «. 8.
488 biA 52o. Die lesarten der handschrif t sieh in demselben bände
a. 582. Wieder gedruckt bei Arnold, Hans Sachs 2, 338 bis 376.
526 bis 5tU. Vgl. dazu s. 5S3. Zu der quelle sieh Karl Biliz,
Zur deutschen bearbeitung der Melusin asage : Festschrift zum siebzig-
sten geburtstage Rudolf Hildebrands. Leipzig 1894, s. 1 bis 15, Zar
dramatischen bearbeitung Jacob Ajrers vergL Th. WolfT^ Zar keiintniB
der f^ttellen Ton Jacob Ayrers Schauspielen. Progr. Berlin 1875. 4,
m Zum 13 bände.
l bis 51. Vergl dazu s. 597, Sieh Goedeke, grundriß H s. 357*
Arnold, Hans Sachs 2, 292 bis a^.
K 52 bis 83 ist auch in der Münchner bandscbrift Cgm. 4503'' nr.
W^ aufgeschrieben. Ver^^U Heidelberger jahrbQcher lö37, g. 678* Ähn-
liches citiert Valentin Schmidt, Straparola s. 70, 294. Zum ersten
geböte vergL Hans Ciawerts Werckliche bistorten. Morale so bistoria
33 (Braunes neudnicke nr. 33).
84 bis 109. Vergl. Philipp Strauch, Deutsche prosanOTellen des
Ujahrh 1. Marina: Zeitschrift fQr deutsches alte rlhum 18S5. 29, s. 325
bis 342. Max Herrmunn, Die lateinische »Marina*: Seuffert» viertel-
■ itthrschrift 1890, 111. a. 1 bis 27, besonders 19 bis 21.
110 bis 14 U Vergl band 22, s. 505 bis 506.
142 bis 171. Hans Sachs hat die Übersetzung Michael Herra von
^lutarch, G fiter sitten . s. clxxxviij benutzt.
172 bis 213. Das stQck steht auch in der Münchner handschrift
Cgm. 4503- nr. 8.
214 bis 243. Die oper von Michalovich : Hagbarth und Signe be*
l^andelt denselben stoff« Vergl auch die NQmberger festschrift s. 270.
238, 24 Das aiotiv findet sich auch in HoHnahed, aus dem Shake-
^pere schöpfte.
254 bis 288. Vergl dazu a. 598- J. Ayrers comedia von Nicolay,
BIO verlornen söhn, ist eine erweitern ng dieser comödie von Hans Sachs.
332 bis 377. Ludwig EttmüUer. Herbstabende und winternächte.
^Stuttgart 1867. band 3» s- 365 bis 402. Nach der handschrift ge-
krackt in Braunes neudrucken nr. 29. Damach Arnold, Hans Sachs*
^erke, 2, 39X bis 432. In dem ueudrucke bei Braune sind folgende
578
Änderungen nötig: v. 62 an das ende kolon zu Betten, y. 99 ttreic^e
daB konima nach Bewfnden. 155 ausrufezeichen, 156 fragezeicben an»
ende, v, 2*^7 ? frawn, S frawen. 281 lies: legn. 290 hat S Tielleiebt
griieft Btati glneft gescbriehen? Yergl. Nürnberger feetschrift •, Wh,
521 streiche am ende das komma. 660 aeUe statt des punkte« ein
komma ana ende. 714 lies: babent und vergl. dazu faatnachi^piel
1, 4 und fastn. 21, 306. V. 736 liag: geo sol. 774 »iisrttfeieidwB
ans ende. 1094 liea: wegii.
427 bk 457. Vergl dazu s. 598.
458 hh 476 Hana Sachs dichtete am 2 Oktober 1515 in der al-
ment dea alten Stollen: Phebna mit der Daphne «Als Pbebus die
schlangen erachues' (MG 7, 298).
547 bia 579 Die leaarten der handschrift sieb band 14. 8. 3^4 T
5B0 bia 591 Gedruckt als 44 faatnachtspiel.
Zum 14 bände.
1 bis 11 VergU A L Stiefel, Über die quellen der Hans Sachsidcben
dranien : Gemiania neue reihe 24 (:i6) Jahrg. b. 3 und 25 <37J s. 204-
12 bi8 25 VergL A. L Stiefel: Germania 24 (86) jabrg. a 2t
47 bia 59 Vergl. Ä. L. Stiefel a. a. o. b. 12.
60 bis 71 VergU A, L. Stiefel a. a. o. s. 13 f.
72 bis 83 Der titel dieses im Jubiläumsjahr häufig aafgefCÜirte
spielea muß heißem Der farendt fichuler (erg.: geht) ins paradeiü
8ohon R. Baumbach bat deshalb «einen schwank, ehe er die lesart von
Hana Sachaena handachrift kannte ♦ die reiae ins paradies betitelt. Vergl.
Grimm, Kinder und hau smUr eben S, 184 zu nr lU4« Goedekc. Schwanke
des 16 Jahrb. nr. 193. A. L. Stiefel a. a. o. s. 14 und den nachtrag
da£u: Germania 25 (37) s. 208; ferner derselbe, Der «clericufl «qnet,
des Job. Placentiua und das 22 faBtnachtepiel des Hans Sachs: Kochs
zeitsclirift für vgl. litt.-gesch. 1891. n. f. 4, 440. Sprachlich erneuert:
R. Genee, H Sachs. Berlin 1888. a lÜL In freier bearbeitung Ton
Gustav Burckard, Hans Sachfl-dramen Berlin, F. Fontane 1894. s 65 bis 77.
99 bia 110 Vergl. A. L. StiefeL: Germania 24 (36) a. 15 f. Benutzt
von Edmund Dorer in aeinem Ü fastnachtspiele : Frau W&hrheit. Dres*
den 1885. Sprachlich erneuert von R. Genee, H Sachs. Berlin 1888 s. 91*
109p 29 lies: mich ie und föge als anm. hinau: ? ie fehlt ACK.
in bis 123 Vergi Goedeke, grundriß I, 83K IV, 24. A, L. SÜef^
a. a, o 8. 16.
124 bis 138 Gedruckt als 26 fast n achtspie L Gö«, H. Sachs IV, 145.
Vergl. V. d Hagen, Einleitung zu dem altdeutschen gedieht Ton Salomo
nnd Markolphus Berlin 1809. V. Schmidt, beitrage zur gescHtchte
der romantischen poesie. Berlin 1818. s. 99. Dekameron 9, 9. Leonh*
Lier, Studien zur geach. des Nürnberger fastnachtspiels. Diss, NQmberg
1889. 8. 55. A. L. Stiefel: Germania 24 (36) s. 16 f. MO 11, 34S tiai
urteafl
I
579
anderen Inhalt als daa apiel.
139 biB 153 Gedruckt als 30 fastnachtspiel
154 bU 169 GedrMckf. als 32 fastnachtspiel Vergl. A. L. Stiefel
a. a. o. 3 19 f. und den nachtrag da^tt: Germania 25 (37) s. 208.
170 bis 183 Gedruckt als 34 fastnacbtspiel. Vergl. A. h. Stiefel:
Oennania 24 (36) a, 20.
184 bis 197 Gedruckt als 35 fastnacbtspiel; dazu vergl 7 bänd-
cbeti der faätnacbtapiele, s. XIV und A. L. Stiefel a. a. o. s. 20.
198 bii^ 219 Gedrackt als 39 fastnachtspiel.
220 bii 232 Gedruckt als 41 faatnachtapiel; verg^l. da/,u 7 band-
eben der faatnachtapiele, u, XIV. Der relativsatz in der aniuerkung
xtt dem schwanke muß wegfallen, sieb band 17, 406 nnd den 49
■chwank. A. L. Stiefel a. a. o, s. 24.
2S3 bis 250 Gedruckt als 42 fastnacbtepiel ; vergl. dazu 7 band-
eben, 9- XV. Sprachlich erneuert von R. Genee, H. Sachs. Berlin
1888. t. 112. A. L. Stiefel a. a. o. s. 26,
251 bis 261 Gedrackt als 47 fastnachtspiei Vergl. A. L. Stiefel,
über die quellen der Hans Sächsischen dramen: Germania 24 (36) s,
27 bis 29 nnd den nacbtrag dazu: Germania 25 (37) s. 209.
262 bis 275 Gedruckt als 49 faatnaclit spiel. Vergl B. Waldis III,
^ 17 mit den anmerkungen von Heinr. Kurz band 2, s. 116, Femer:
Kunst über alle künste ein bös weih gut zu macheui bg. von E. Köhler.
Berlin 1864. s. XLÖ. A. L. Stiefel a. a. o. s. 29.
276 bis 287 Gedmcktals50 fastnachtspiel A. L. Stiefel a.a.O. 8.30.
288 bis 303 Gedruckt als 51 fastnachtspiel Ä. L. Stiefel a, a. o. s. 31 f.
304 bis 319 Gedruckt als 53 fastnachtspiel A. L. Stiefel a. a. o. s. 35.
320 bis 332, sieh a. 337. Gedruckt als 60 fastnachtspiel Vergl
Eduard Grisebach^ Die Wanderung der novelle von der treulosen witwe
dnteb die Weltliteratur. Berlin 18B6. A. L. Stiefel a. a. o. s. 41 f.
Zum 15 bände.
17 bis 28 Die lesarten der handschrift sieh in demselben bände s, 555,
31 Zur zweiten zeile von unten vergl band 17, 5S7 zu s. 524
87 bis 135 Vergl den ritter vom Thurn (1538) hl xxv : Von der
klingin Vasthi. Hester 1*
141 Zum stotfe vergl. Goedeke, grundriÜ bd. 11, s. 254 nr. IL
200 Vergl. band 10, s. 342 bis 364.
276 Vergl dazu s. 559 f. und den ritter vom Thurn (1538) hl
xliv': Voigt die schiin histori Susannah» der haufifrawen Joiakim. Hana
Sachs behandelte den gegenständ auch in der fl am weis des Wolfram :
Die kewsch Susanna , Daniel der propbet peschreib* 1542 November 6
(5 meistergeaangbueh, hl. 264' bis 267')
319 Das evangelium steht im achtzehnten spruchbuchef bl 207 bis
208' mit folgenden lesarten: 4 Jesus. 5 Saget. 9 in verdamnns*
37*
20 S lehn.
S2Ü, r> durcl^echtung ; anfechtung. 9 Dir i, 10 hftilB&xnfliL
U dir gaiätlkk helffeii, 1& Punlit ans ende, 23 durch jrtumtk
24 maint z. 26 pfacht, reicMtmi viid. 28 Zv dheu.
321, 1 Hochrüemlicb yrdisch gaben geben. 8 dw daDcksagen :
baimiragen. 13 Die gab sieb oft gar scbwmd. 17 aof deim.
20 dein. 2^ Stieicbe komma. 24 Setze komma nacb ploet 29 ele&t,
wönscht vns. 30 1568. 31 90 [vera].
399 Die epütel iat eine erweiierung des meistergeaangei in Huu
SachBena rosentone: Deia 5 7.uti H^mem ^Das fQnfi zun Rdmem an»-
erkom* 1544 Miii 20 ^MG 6, bK 162). Da H. Sachs den vierten folio-
baml selbst zusammengestellt hat, können die erweiterungea von ihm
berrühreD, Als datum ist wie so oft der eine teil des urspranglichen
datumn benutzt worden.
Zum 16 bände.
h. L
22 bis 56 YergL auch ü. Lauterbeek, re^entenlmcb 155d.
A llondtirf. promptuarium eiemplorum 1597. 2, 227^
217 Die bi^toria iat neu bearbeitet worden von R. Uaumbach, aben-
teuer und schwlinke nr. 15.
221 Nochmals kam Hans Sachs auf den stoff zurück am 22 Jnli
1555 in dem verschreuckten tone des Caspar Pecz: Herzog Hainnch
der leb von Praunschwick »Als vom Praunscbwick herzog Mainrich*
ifünfzebntes meistergesangbuch, bl 151'), gedruckt liei Lützelberger
Fromniann s, Ö5. Sieh nuch Vaterländisches archiv» hg, von Spiel
1820. band 3, ». 235 und Tettau Erfurter drucke: Jahrbücher der kgL
akademie gemeinnüt/.iger wisse uscbaften zu Erfurt, l^eue folge. 1870
heft VI, a, 268 f.
228 Sieh das bild Lucas Cranacbs ,FJn roerwunder fort eim bem
sein weib hinweg* i Chn Sohuehardt. L, Cranach. 1851 I, 208. Carl
Drescher, Studien zu Hans Sachs, l Berlin 1890 s 60 bis 97.
280 Vergl Kirchhofs wendunmut 1, 80 und Oesierlejs nacb Wei-
sungen dazu 5, 8. 29.
294 Vergl, die kurze bearbeitung des stofi'es vom 2 November J hhb
im neunten spruchbuche, bL 282 bis ^3 == band 23, s, 82 bis 83.
302 Vertf] den meistergeaang im dreizehnten meistergeiangbacl
bl. 166 bis 167 in der lilgt-n weise de« E, Vogel: Tiranoey des k
Theodosii ^Als kaiaer Tbeodoaius* 1553 April 2L
456 bi«i 459 Des stoffea wegen ist zu vergleichen Walter
hg^ von Herrn. Knnst s 146^ mit anm,
460 bis 463 Vergl Walter Burley s. 144«.
1
cbe,J
Zum 17 bände.
29 Den »chwank «ieh band 22« 303.
52 bis 64 Vergl Carl Dreacher, Studien y.u Hans Sachs.
ri, a 16
bd. 17
581
I
DO«] A. L. Stiefel m der Germania 3S, 35 f.
65 bis 79 Außer den im 7 baüdcben, b. XV der iämmtlicben fast-
nacbtfipiele gegebenen nachtragen vergl. Leonbard Lier. Fastnachtapiele
I, «. 57 und Ä. L Stiefel in der Germania 3ö» 39 f.
97 biß 111 Vergl Otto Roquette, Ulrich von Haalach: Mönebner
Allg. «ig, 1888, nr. 3t6> B. 1889. nr. 6, B.
112 bU 125 AuBer den im siebenten b&ndcben der aämtlicben fast^
nacbtepiele. a. XV nacbgelragenen v ergl ei cbas teilen sieb Carl Drescher,
Stadien zu Hans Sachs. 11, s. 6. Bernhard ten Brink, Geschichte der
englischen litteratur. Straßburg lö77, 1, s, 318 f. E5lbing, Englische
Studien. V,
H 126 bid 140 Hans Sachs dichtete am 26 März 1537 itn grünen tone
" dea Mügling Die fraw mit dem speck ,Es bet ein fraw ain mon* (Mli
4, bl 218' bis 219'), gedruckt bei Job, Bolte, Val. Schumanns nacht-
büchlein s. 380 f. Sieh die weiteren l)emerknngen s 413 f, Quelle für
Hana Sachs war Pauli nr. 135. Sieh A. L. Stiefel in der Germania 36^ 46*
K 141 bis 155 VergL A. L. Stiefel a. a. o. s. 47.
^^^ 170 Sieb dazu s. 532 und band 18. 559.
^^^B 183 bis 197 Der meistergeaang , der denselben stoff" behandelt, ist
^PR 31 August 1549 gedichtet und beginnt: ^Zw MegeldorC*
^ 198 bis 217 Hans Sachs bat dem Neidhart- stoffe mehrmals seine
teilnähme zugewendet; sieh MG 4» bl. 266' bis 267' in dem hoftone.
Donhewsers: Der Neidhart mit seinen listen .Ein ritter wont in Öste-
I reich* 1538 Mai 29 und MG 5» bl. 14 bis 15 im vergessen ton Frawen-
lob«: Neytbart mit den pauren, die peschoren rot ,Ein dorf in öatereicb
heist Zeiselmawer* 1539 Januar 18. Anfierdem vergl. Keller, faetnacht-
•piele des 15 jabrb. a. 191. 393. nachlese a. 338 und A. L. Stiefel
in der Germania 3<3, 56.
1218 bis 223^ vergU dazu s. 533^ Gedruckt als 268 schwank.
224 bis 227 Gedruckt als 27 t schwank.
228 biB 229 Gedruckt als 270 schwank.
231 bia 232 Gedruckt als 269 schwank. Quelle sieh band 17, 533.
■
urap]
bat
Vergl Nürnberger festschrift s. 163,
240 bis 242 = 277 schwank.
Vergl. Nürnberger festschrift a. 163.
251 bis 254 = 281 schwank,
264 bia 268 = 284 schwank
Vergl, Nürnberger festachrift s 165.
VergL Nürnberger featflcbrift s. 166.
Einen ähnlichen fall, daB man einen
einem anderen stocke bestimmten hoksLock verweniJet
bat. sieb bei Julius Tittmann, Dichtungen von Hans Sachs. Zweiter teiL
Leipzig 1885. a. 48.
280 bis 284 — 287 schwank Vergl Nürnberger festacbr. s. 165.
285 bis 289 — 288 schwank.
2^^ bis 236
m bis 239
243 bis 245
246 bia 250
255 bia 263
269 bia 272
273 big 275
276 bia 279
ursprünglich zu
272 schwank.
273 achwank.
278 schwank.
279 schwank.
282 schwank
283 schwank.
285 ach wank.
286 schwank.
^^^^^S^^^^^^^^^^^^J
^^m 290 bis 294
— 290 schwank.
Sieh 8. 5S4 in demselben bände imd 1
^^^ den nachtrag im
2 bände der schwanke s. XXL Naroberger feeliQ^gJ
■^ B. 167.
^^H
^K 295 bi8 298
= 291 schwank.
299 bis 303 ^ 2^ schwank
^^m 804 bis 308
z:=: 293 schwank.
Nurnb. festschr. s. 168.
^H 309 bis Sil
= 294 schwank.
Nümb. festschr s, 168.
^^m 312 bis SU
= 295 schwank.
^^1 S15 bis ai8
= 303 schwank
Vergl band 22, s. 200 bis 202.
^H 319 bk 322
= 305 schwank.
323 bis 325 = 304 schwank.
^^1 320 bis 330
= 306 schwank
^^1 331 bis 336
— 307 schwank.
Sieh band 17, s, 534.
^^V 337 bis 342
= 309 schwank-
dazu nachtrag s. XX IL
W 343 bis 348
- 310 Bchwank.
Vergl AUg. dtsch. biogr. 1890. 30
■ 322. Nümbergei
- festachrift s. lf^9. ^^^
m^ 349 bifl 354
^311 ach wank;
sieh nachtrag dazu a. XXIL ^^H
^^B 350, 23 lies:
Nit.
^M
^H 355 bis 3^0
^ 313 schwank.
Sieh Nürnberger festechrift s. ITIV
^H 3dl bis 364
^ 314 schwank.
Sieh Nürnberger festscbrift «. 170.
^^m 365 bit 369
= 315 schwank.
Sieh Nürnberger festschrifi a. 170.
^^1 370 bis 374
^316 schwank.
^^M 375 bis 381
— 317 schwank.
Sieh Nürnberger festscbrift s. 173.
^^1 382 biB 388
= 318 schwank-
389 bis 393 = 319 schwank.
^^H 394 bia 398
= 320 schwank.
^H 399 bis 401
= 321 schwank;
nachtrug dazu e, XXIL
^H 402 bis 405
^ 322 schwank.
406 bis 410 ^ 323 schwank.
^^m 411 bia 415
= 324 schwank.
416 bis 419 ^ 325 schwank.
^^1 420 hk 423
^ 326 schwank.
42 1 bis 429 ^ 328 schwank.
^^m 453 bis 455
^ 296 fabel.
456 r»is 458 = 297 fabeL
^^m 459 bis 464
= 298 fabel, sieh nachtrag dazu s. XXI f. |
^H 465 bis 468
= 301 fabeL
469 bis 471 ^ 302 fabel, 1
^^m 472 bis 475
= 299 fabel
475 bis 478 = 300 fabel 1
^H 479 bis 483
= 341 fabel Sieh Nürnberger fesUchrift s. 92, J
^^M 484 bis 487
^ 345 fabel
488 bis 491 ^ 346 fabel 1
^H 507 biH 510
= 359 fabel
511 bis 514 = 358 fabel 1
^H 515 bis 519
= 347 fabel Sieh Nürnberger fesUchrift s, 178. |
^H 520 bis 523
= 381 fabel
1
^H 524 bis 529
Vergl meistergesangbucb 13, bl 1 bis 1': Die summ 1
der gedieht in d
er spruchweis des H. Sachs 1552 JnH 19. ^^M
Zum
18 bände. ^H
21 Vergl, Öoedeke. gnindriU
§ 126« wo atif die bearbeitong d8B
ganzen psalters
von Hans Sache
hingewiesen werden muOte. PL V
Wackernagel ♦ Das deutsche kirchenlied HI, s. 73. 1
473, 16 ? hebe. AK hübe. Luther: Ich hebe meine aagen auf. 1
S89
1
Meisiergesang : Ich heb mein äugen wol Auf xw den pergeti hoch.
Zorn 21 bände.
291 big 293 == 105 schwank. Vergl. nachtrag daxu band 2, »» XV
und Nftmb. festacfarift s. 102.
294 hU 296 — 114 schwank. Vergl nachtnig dazu band 2, s. XV
and Nürnb. fesUchr. b. 107,
Zum 22 bände.
I>er druck des im Jiimiar 1895 ausgegebenen bandes war aohon »in
II April 1894 vollendet, während der zweite band der schwanke erst
lua 14 September 1894 im drucke fertig wurde. So erklärt es sich,
d»0 manche der folgenden nachtrage erst hier gegeben werden können.
Der anregung in meiner Festrede (NUrnberg 1894. Verlag der Job.
PhiL Ran'Bchen Terlag^bucbbandlung) auf a. H bis 15 folgend bat mein
freund Julius 8abr mehrere kunstblätter gefunden, die au Bans Sach-
sens dichtungen in beziehung stehen. Die zu band 22 und 28 hat er
mir selbetloa £ur verfDgung gestellt
196 Vergl da« große jagdstück, dos diesen gegenständ darstellt bei
R, 2. Becker, Holsschnitte alter deutscher meister in den originalplatten
gesammelt von Albr von Derscbau. Gotha, Band I. 1808. D, 6, Band IL
1810. B 44 Lucas Cranach. Auch, freilich wesentlich anders von Georg
Pencx dargestellt: sieh Bartsch, kpfst. nr. 9L JuL Sahr.
276 Vergl. R, Z Becker, Derschamsche sammlung. Band L D, 9. *L 8.
284 VergL J. Bolte, Tijdschr, voor nederl. Taal- en Lctterknnde
14, 134 f. Ob der kupf erstich von Sebald Beham, Bartsch nr 160, vom
j. 1529 zu dem gedichte des Hans Sachs paßt, ist ungewifx Möglich
ist es wohl. Der späteren seit encbian die darstellung Behams un-
züchtig, zu Hans Sachsens Zeiten wurde das nicht ao aufgefat^t; so dal^
seine moralischen verse immerhin dafür bestimmt sein konnten. Hans
Sachs ging oftmals aber die gefahr liebsten Situationen harmlos und
moralisch hinweg. Vergl Adolf Rosenberg, Seb. nnd B. Behara. Leip-
zig 1875. s. 66 und 106. J. S.
294 Die geschichten von der Virginia und der Lucretia (s. 448)
sind oft dargestellt worden. Beide z. b. von Georg Pencit Virginia
tieb Bartsch, kpfst> nr. 84 und Lucretia sieh Bartsch nr. 78, 79; von
Brosamer die Lncretia, sieh Bartsch, kpfst. nr«9; von Scbäufelin Bartsch
nr. 84, von Seb. Behamsieh Bartach. kpfst. nr. 78, 79; Barthel Beham,
Bartsch, kpfst, nr. 14, 15, 68" und Rosenberg, Seb. und B. Beham ». 75
und 102; von A. Dßrer die Lucretia, Ölgemälde 1518, jetxt in der
nlten pinakothek in München. Jul. Sahr.
S12 Als liebespaar sind Pyramus und Thisbe dargestellt mit fünf
anderen ähnlichen darstellnngen als fries in zwei streifen bei R. Z.
Becker, Derscbau. Band 11!. 1816. D, 29. K. Th. Gaedertz, Zur kennt
nxM der altengli^chen bQhue, 1888. 8. veröffentlicht einen holzschnitt
684
bd. S8
von Lucas Craoach : Pyramuß und Thisbe, Hant Sch&ofelin «ieli Ba^rteci,
kpfst nr. 95. Jnl Sahr.
316 Adolf Roaenberj?» Seh, und B. Bebam, Leipzig 1875 fahrt unter
den s^weifel haften blättern Seb^M Bebam« als nr. 14 auf: Mdnchet von
einem netze im walde iimatellt und von tenfeln in den höUenrachen
gejagt mit der inscbnft: Dati niQnich und pfaffen baid {»o\) Niemaiid
ZM Heb noch zu laid. Jul. Sabr.
329 Monatareime: , Genner bin ich genannt* (Serapeum H» 150.
Germ. 8, 107- Ana, f, künde d. dtsch. vorzeit 1865. 319. 347. 1872, 215.
Heidelberger cod. pal. germ. 276 = Bartacb 557» LI. 7'). .Wilto da»
jar mit 8&ldeu leben* (Cgm. 270, bL 187 — Heidelberger cod pal
genn. 809, bl. 63'). „Us in dem jenner alle jar* (Altfmania 5, 2441
Logan 8. 398 hg. Eitner. — Lat-ein. reime »In iano claris* im Heidel-
berger cod. pal. germ. 277. 128; 300, 13; 267. 1; 252, bl 67, J, Holte
337 Die erkläJTung zu einem bolzecbnitte von Seb. Beham ; deb
Pasflavant nr. 195, G. Hirth, Kulturgeschicbtlicbes bilderbucb. 1, 216
nr. 348. Adolf Rosenberg, Seb, und B. Beham. Leipzig 1875. nr. 271
Die bei R. Z. Becker, Derafhaubcbe ßammlung. Band III . 1816. B, 80
und 88 ausgehobenen platten enthalten kopiea Behama; sieh Eoten-
berg unter den zweifelhaften blättern nr. 16. J. Bolte nnd J. Sahr.
368 Vergl. Logau, hg. von Eitner, i. 109, 293. j
408 bis 409 = 95 schwank. Vergl daau Nürnberger festschrifl «. 91.
414 bis 415 Vergl. a. a. o. 8. 92.
416 bis 417 Vergl a. a. o. b. 93,
420 bia 421 Sieh nachtrag in band 2 der fabeln und achwUnke.
8. XIV und Nörnb. festachr. s. 93. |
422 Daf^ dieser aprucb nach einem bilde oder zu einem bilde ge-
dichtet ist, läBt eine ähnliche daratellung vermuten : R. Z. Becker» Der-
Bchau. Bd. IL 1810. C, 14; dort stehen die planeten Batum, Japiter i
und Mars in conjunciion^ dabei die Jahreszahl 1533.
424 bia 426 Nachtrag dazu: fabeln und »chwlnke* bd. 2, a. Jl\
und NQmb. festscbr, 8. 93.
427 bia 428 Nürnberger feBtachrift a. 97.
429 bia 430 Nachtrag dazu: Fabeln und schw&nke, band 2, s.
und Nümb. featachr. a. 99.
4SI bis 432 Nachtrug dazu: Fabeln und achwünke, band 2, s. XV
und Nürnb. featachr, s. lOM. ÄhnÜches bietet der holzschnitt bei R. Z.
Becker, Derechanieche Sammlung. Band li 1810. D» 25. J S.
433 bia 434 NQmberger featacbrift a. 102.
448 sieh zu a 294.
454 bia 455 Nachtrag dazu: Fabeln und acbw&nke, band 2, m. XVI
und Nürnberger featachrift a. 102,
460 bis 461 Nachtrag dazu i Fabeln und schwanke, band 2, s. XT j
und Nümb. festBchrift a. 104,
468 bis 469 Nachtrag dazu : Fabeln und schwanke, band 2, a^ XY j
585
ond Nllnib. festscbr. 8. 107.
479 bii 486 Vergl. dasu Emil Haueis . Ein lobspruch der stadt
Salibarg yoii Hans Sachs Wien 1895. = sonderdrnck aus den mit-
teilungen der gesellscbaft fOr Salzbnr^er landeskunde. band XXXIV.
Dort wird als quelle nachgewiesen: Hartmann Schedels buch der Chro-
niken nnd geschichten. Nürnberg 1493. und als auftraggeber des Hans
Smchs der bnchdrucker Hans Baumann, über den Haueis mehreres bei-
bringt Sieh auch band 22, 395 und 399. In der anmerkung auf s 479
ist auf der Torleizten zeile zu lesen 1554 statt 1544.
481, 31 lies: Pawten. Letzte zeile lies: 34.
489 bis 490 Nachtrag dazu: Fabeln und schwanke, band 1, s. VII
nnd Nürnberger festschrift s. 111.
495 anmerkung z. 3 lies: 235 die.
497 bis 498 Nachtrag dazu: Fabeln und schwanke, band 2, s. XV.
499 bis 500 Nachtrag dazu a. a. o. Vergl. auch band 5, s. 71 bis 77.
507 bis 509 Nachtrag dazu: Fabeln und schw&nke, band 2, s. XV.
515 bis 516 Nürnberger festschrift s. 113.
517 bis 518 Nürnberger festschrift s. 114.
529, 20 bis 25 sind aus versehen zweimal abgedruckt.
542, 11 Der punkt am ende muß wegbleiben. Zum texte vergl.
band 20, 536, 24.
Zum 23 bände.
6 Vergl. den holzschnitt bei R. Z. Becker, Holzschnitte alter deut-
scher meisten Ootha. Band I. 1808. D, 7 Mumers geuchmatt. Ein verwan-
dtes thema bebandelt ein holzschnitt ,Wie die Jungfraw mit der leim-
itang leufft mit 18 versen: ,Mit der Leimstang komm ich gegangen
Zu den, die nach mir habn verlangen* (Hannover, stadtbibl., coli. Hoh-
meister 59). J. Holte.
61 Das künigs-mal ist wohl der schmaus am dreikönigsabende, der
auch königreich genannt wurde. J. ßolte.
67, 1 S gfaffet.
65, 27 8 Tuerten gsell
71, 35 S gewonleit.
72, 41 ? wolfart, hail.
101 Zuerst veröffentlicht von Charles Schweitzer, Etüde sur la Vie
et les (Euvres de Hans Sachs. Nancy 1887. 8. s. 449 bis 151.
117 In der anmerkung zu z. 5 mufi es heilten : Fromniann ver-
mutet: hat er.
118, 25 N Nit tretten. B Eintretten.
122 sieh oben band 23, 585 zu band 7, 421.
188, 15 lies: hannen-steigen.
143, 14 ? haftet
169 Dargestellt von Georg Pencz , sieh Bartsch nr. 87 (Virgil im
586
bd.381
korb TQD den Eötnern verlacht) und ur. 88 (Di© Römer xOmden ihit .
lichter an dem betr. körperteite am pranger an]. Jal. Sahn
181, 4 ? menidich.
183 Km gedieht zum achwerttati»c der Nürnberger niesserer i. >j
1600: Alemannia 18, 82.
186, 12 ? in. S mit.
2*26 Derselbe gedanlte ausgeftthrt; Alemannia 17, 260 f.; g«geii-^
atdcke sieh J. Bolte zu Yal. Schumanns nachtliQcHlein «. 401.
2W, 17 Set7.e pnnkt ans ende« statt komma.
250 sieh band 17, s. 524 und s. 557.
257 in der anmerkung lies: mei^^te^gesaIlgbuche| anstatt .«prtiehbaebe
329 Andere nionat«reime stehen im Wiener cod. 5158, bK ] an
dem 15 Jahrhundert); bei Birlinger: Germania 8, 107; bei K Bartsch«!
Beiträge zur quellenkunde der altdeutschen litteratnr. 1886. s, 297 ,Vm
sint zwölf monat in dem jar'; bei R, M. Werner: Seufferl« vierteljahr-
schrift 1893. Vf, 297; bei Weinkauff, Monatsschrift für rhein-wettflLL
geschjchtsforschung 1875. s, 583, Anch Abraham a S Clara (Abrnh»'
mische Lauber-Hütt 1723, 1, 1, 2, 256) Iftßt die monate mit klagen üb«-!
die Bündigen roenachen und mit sehnsöchtigem gebet nach der geboH
Maria auftreten. J. Bolte.
354 Den Türkenfeldzug von 1556 hat auch W, Schmeltftl beeongen;
vergl, F. Spengler, Wo!fj?ang Schmelfczl. 1888. 8. 80 f. ^m
854, 4 lies Rechsund fünffaig. ^|
360 Ver^l. Emil Weller, Hans-Sachs-bibliographie nr. 219, Lur
wagen, an dem hinten und vom pferde angespannt werden, erscheint
als bild fruchtloser bemühung k. b. zschr. f dtsch. philol. 22, 326,
H65. 367 Lorenz Wesaels Hed auf Zriny (f 1566 September 7) bei
Fn,. M. Böhme» Altdeutscliea liederbnch. Leipzig 1877, nr. 408. Krk<
Böhme, Liederhort 2, 106.
373 Der unterjochte ehern ann ijit auch von Balthasar Jenichen
dargestellt worden (vergL Andresen, Der deutsche peintre-giBveor.
Leipscig 1865. band 11, nr. 252). ^
375 Die vergleichung der weiblichen altersstufen mit neun ¥Oget^|
stimmt Dberein mit den 1 525 hergestellten reliefs der Annaberger kirche,
die P. Jeniaius (Annaebergae bistoria lß05 s, 34. K. Goedeke, P. Gen-
genbach. Hannover 1856, s. 5B1) beschmbt, nur haben elster and pfa«
sowie gans und freier ihre stellen getauscht. Über andere darstt^lluufj
derselben tiergestalten sieh Zacher: %eit«chr, f. dtscb. pbiloL 23,
Vergl. auch die holzschnitte von Joat Amman : Andreaen, Der detttecb
l)eintre-graveur Leipzig 1864. nr. 88 und 89. je 10 blati.
385 Die hier mit den Wirkungen des weines verbundenen fönf tic
(sehaf, löwe, achwein, äffe, esel) sind aus der fabel von den vier eige
Schäften des weins entnommen. Sieh band 4, 237 und dasu band 21
404- iiiißerdem Pauli nr. 244 und R. Z. Becker. H. 8. im gewande
ner xeit bl. 22 und Becker, Derschau. Band ilL 1816. B, 81. 84
i. n
m?
Zweifelhafte blätUr von Seb. Bebam, nr 15; A. Rosenberg, Seb. und
ß. B^haiti. Na<:biragen kann ich, daß C. Drescher den epruch im
zweiten (verlorenen) Bpruchbuche, bL 279 iiftohgewie«en hat. Vergl,
Nürnberger fesUchrift a. 200 nnd 2U.
388 Ähnliche reime erscheinen auf den bei Weller, Annalen 1,
E'ISl f nr. 153 bii 155 aufgezahlten landeknecbtabildem.
401, 16 Vergl Karl Wassmannadorff, Sechs fechtichalen der Marx-
brQdsr und federfechter, Heidelberg, 1870. Buchhandlung von Karl
OrcMM. 8.
404 Klingt an an das beliebte lied ,Rosina, wo wa» dein geatali*: Am-
braier Hederbuch 1582. nr. 174. Goedeke und Tittmann, Liederbuch
aus dem sechzehnten Jahrhundert. Leipzig 1867. b, 26. Die melodie
ut sä gründe gelegt band 22« 98.
406 Entlehnt viele zeilen vrOrtlich aus den b. 883 und 4G4 abge-
druckten liedem.
428 In der eraten zeile nach dem datum lies: stoltens und dos ab-
gesange«.
437, 20 Hau» Sachs hatte Am geschrieben und strich den letzten
grundstrich, 8odaf3 es vrohl aussieht wie Auf. Sicher aber ist zu le^en An.
441, 9 glawbten. Das t ist zwar nur wenig höher als sonst ein
gmndatnch geachrieben, es steht jedoch da.
444 Die spinnende sau erscheint auf einem relief in Ronen, sieh
E. de la Qn^ridre, Recherches historiques sur les enseignes des miiisons
particuli^re«, 1852. s, 17. 56; hei Wright» History of Caricature and
Grotesque. London 1865. a 93-, bei Jaime» Musee de la Caricature.
Paris 1888, 1, taf. 161 Di auf einem holzschnitte aus dem 16 jabrh,
dm Berliner kupfersticbkabinetts. J. Bolte.
446, 21 Gemeint ist die Stiftung des herzog« Hermann, der am 27
Mjirz 973 starb. Für die lesung gibB kann ich nicht einstehen- Zuerst
stand vielleicht da velß» H Sachs änderte dann das v in g, maclita
einen punkt in die mitte über g und e und schrieb statt l ein o, das
mit dem ursprQnglichen 1 wie b aussieht. An atibs aber, weil herzog
Hermann ein armer edel mann von Stibshorn gewesen sein soll^ ist nach
dem ersten buchataben nicht zu denken.
470 Cher die fabel von der tochter, die ihren zum bungertode ver-
urteilten vater sttugt {Kiraon und Pero)» die schon in pompejanisohen
Wandgemälden und terrakotten» im 16 Jahrhunderte aber z. b. durch
L Cranach und die Beham» (B. Beh&m =: Bartech, kpfst. nr, 11; Seb.
Bebam =: Bartsch, kpfat. nr. 72 bis 75, darunter nr, 75 kopie nach
Barthel Beham) dargestellt worden ist, vergl. Oesterley zu «eata Roman,
cap. 215: Crane zu Vitry, Exempkv. London 1890. nr.2S8; H. Köhler:
Jahrb. für romau litt. 14, 25; Yiollet Le Duc, Ancien theatre franyais 3,
171; Preller, Rom. mythol. Berlin 1888. 2 \ 263; W, Heibig, Wandge-
mälde der vom vesuv verschQtteten städte Campaniens. Leipzig 1868.
nr. 1376 j SogUano in Pompei e la reg, sotterrata. 1879. 2, nr, 599;
588
bil
Rohden» Die ponipejauiuchen terrakotten. 1880- a. 57» imf, 47. J. Mi
476, IQ dtatt prcnck ist zti lesen: pomb: denn der letzte buch
erscheint mir nacb nochiDaUger prüfung der haDdäcbrift docb wie <
b , dal> aber das r nicht daataud ^ hielt ich für ein verseben , wie i
Hans Sachsen oft begegnen»
492, 9 ? kriegea-leut.
508, 1 lies: falacben,
531 7M band 7, 340 z. 4 lies gangeu statt giuixen
53S z. 6 lies 448.
Zu band 5, 159 tragt J. Bolte nm^h: Hasen hängen den Jäger, si^h
Spielkarte des 15 Jahrhunderts, abgeb. im ans. f. k d, discb vomeii
1857. tftfel 217, nr. 4.
2it band 15. s. 276 trügt Jnl Sahr nach: Die geschichie der Sa*
sanna ist, wie die der Judith. Eaiher u. a. ein lieblingsgegexutaad
auch für die damalige graphische kunit. Es haben Snsanna z. b dar-
geBtellt Schäufelin: BarUch, nr. 13S =^ Becker-I) erschau, band II. B,
33; Fencz: Bartsch, nr. 36. 27; BroiraTOer: Bartsch, nr. 3, aat^erdem
noch n\» holasBchnitt; Seh. Beham, Gemalte tischplatte fdr den en-
biBchof Älbrecht von Mainz mit ?ier szenen aus der geschichte Darids;
derselbe als holzschnitt, nr, 47 aus seiner biblischen chronika (vergl.
A. Rosenberg. Seb. und B, Beham. Leipzig 1875, s, 90, 118). Jo«t
Amman unter den 12 blatt in kupf erstich: die berühmten fraaen de«
alten teatameuts (vergl, Andreaen, Der deutBche peintre-graTeur. band I,
LeipEJg 1864. kpfst. nr, 18 bis 29j.
589
Zeittafel.
IftSft 7 Ein ntuwer tpniehy wie die goyttlleheit und otlioh haodtworcker über
den Luther olftgen e. 606.
1516 Der arm gemaio eiel i. 13.
1517 Baebuf, ein gott aller trineker. Epicurai, mein better freundt ■. 400.
1518 Mai 14 Reimen iw der abeontrafaetur dea kOnatreiehen malen tw Nüm-
hwg: Albreeht DOerera a. 16.
1531 7 Dreyeriey klagred dreyer weibibild : Luereeie, Thiabei und Virginie a. 27.
1547 7 Ein geapreeh eyner bnlerin und einea ligenden narren unter ihren
fttAen f. 6.
1547 Norember 15 Das plld der waren freuntaehafl f. 123.
1540 Hirt 30 Vorrode tu Niolae Prauna werken, die Ilana 8aeba für deasen
brttder tnaammengeaohrieben hatte a. 3.
1550 April 30 Das orittlich leident heiot a. 124.
1553 Der 118 paalm in dem thon: Herr Criat, der ainig gotoi-tun f. 8.
1553 Norember 6 Ein geapreeh mit den 0 mueae, wer doch uraprQnckliober
nrtaoher 107 der anfmer im Tewtaehlandt a. 17.
1553 NoTomber 36 Die ander achlaoht , »o margraff Albreeht verloren hat
anno 1553. den II September a. 32.
1554 Juni 37 Ein geapreeh der gfttter wider don aufrUeriaohen fueraten mar-
graff Albreeht und ander fueraten und atet Deutaeblanda a. 34.
1554 Juli 10 Ein paaquillua Ton dem aehlos tw Blaaaenburg a. 46.
1554 September 13 Die unmUeaaig fraw aohaickheit a. 52.
1555 Jannar 13 Das pritaehen-gaang aw ainem kUniga-mal a. Ol.
1555 Februar 0 Der heftelmaoher-geaellen Ordnung und gwonheit der gaellen*
■chtnek a. 04.
1555 Mai 28 Sehenck, geaet und hantwerckagewonhoit der geaellen und junger
der ringmaeber a. 00.
1555 September 17 Der gaiat mit den klappertn kettn mit dem philosopho t*. 74.
1555 Oktober 3 Der arm altrenn mit dem reichen geyiigen purger a. 76.
1555 Oktober 30 Die wunderlioh waraag aua dem prunen Tom dewffel a. 78.
1555 Norember 1 Eaeulapiom ersehlueg ein doneratral und praoht ein räch
die ander raeh a. 80.
1555 Norember 3 Der jung getrew fuerat Ancburua in Fhrigia a. 83.
590
ihhb November b Ü«c ()«i^ch1u«i oder tnUtts in iIm 9 tpraeeb-poMlt t
1650 Märt t7 Eio f&aiiaofatapij mit 4 peraoii : Die kuplet feh«!eg»r
»ILcii kaußitnan i. 36.
1666 Mai l Die ktndormtirder e. 101.
t&&6 Seplamber 24 Ewlendpiegcl wart ein maler i. 104«
1&65 September 30 I>le «umEi ull iii«iner gedieht »nno tatolU 15&fi, un l%\
Srptombris b. 107.
Ibb^i Jan aar G» Drej misiefT drejer frirniden ktinig sw ainem enr«lltii kAÜI
naf oberit«n in aein ki^nigroiob •< 110.
Ibbl Februar 6 Geipreoh von der bimelfftrt toArgrftff Albrecbti «nno IS5T i. lU»
1£»^7 Juni 26 Ein wutidergepuert ainea kindei mit omem »or groten kopITi. Itl.
15^7 Afiguit 4 Bin g»nz gereimpte ku^rlen ntter pl«tter f, 128.
1667 Oktober b Der petohluea in dijt H poecb s. 133,
\bbl Deietnber 23 Fai^naGbitpkl: mit 4 perion« den witeober und Aod^r pt»
«ehwt^rd betreffend s. 136.
1 5 &8 Februar 1 1 G etpreeh ktlnig Atexandri Ma^i mit Diogene, d«tn pbilosopliof. Il4;|
I&5B August 37 Kur^e anERigung der i^ehlaebt, »o t'ich twi^eben kOeg Pktn^
nua Engolnnt und kUng auf Frnnokreieh anno 1558 »m 13 Juni in ?Um*
dem pegebeu büt i. 154.
1550 Jntiimr 7 Ain |)rtt8ebenge8ftag auf &i& groben karökcfl ». 1(8.
IbbSi Mars ^ Der parger-danot e, 100.
l&AO AuguKt 4 Kin ganoi gereimpte karteo ji, 164.
1 &60 Januar 3 Der FiUui im knrb tvr lobmaeh f. 160.
1550 JuU ? Die bAntnerckK-dafel der kikndel-gieiser s. 171.
Iden .lull 5 Der tniwrig tmunib ?. 174.
1500 Juli 6 EpiUpbiuni defi Zulpergers^ tu Linui pegraben i. 181,
1660 Juli 8 KpitAfium gruCr Wnlfgangs von Sohauoberg 8. 182.
1600 Juli 16 Der mearer tohwertas«« Im 1540 jar t. 188.
1660 Oktober 12 Ein tr»godia mit 22 perflonen: Artoxerxes, der kauig t^vw«,
mit seinem umncberte; unfalt der »einigen b, 18&.
1561 April 21 Ein weltlauff t. 220.
1561 Mai 30 Die geBobiobt i, Barbaro b. 228.
1561 Mai !$0 Bittori b« EraBmi, ein pisehnf der itatt Campania », 229<
1501 Mai 30 Der engitj<eh gmes 9, 230.
1561 Mai 'Sd Maria mit Etlttabet, Lac« 1 «. 231.
1561 Mai 31 Der träum Parldis «. 232«
1561 Juli l Da« klaglied Jörg Sebenokea ob seiner Tertlorben efrawui t tU
1562 Muri 14 Ain lubgeBang : Der pfalagrülin au Ambarg widarkviifl t. 2S0-
1562 Mir» 23 [Epitaphium Pautua Knitner« a. 236»
1 562 April 6 Die reimen nuf das g^Bohencket drinflkgeaobirr Herr WoliTEern i. tit
1663 JdIi 12 DI« IS IßfTel-reimen s. 24D.
1563 Juli 13 Ain lob der muiiea aus dem naman Beroliardni Aaieiirtlebt. HL
1563 Juli 13 Der nam Miebael Keciman p. 243.
1563 Juli 13 Der nam Norimbergensit. Der 121 paatm i. 244.
1563 Juli 14 Der nam JobauD Sachto, darin aniaigt die tal aeiner gadiebl 1. S4&>
i
591
15 Aagoft 7 Ain lehwanek : MQnioh , petler and Unoikneoht , droy hoaton
•iM dneebi s. 246.
»3 NoTember 19 Der beMhluea in dis 1 6 pnoeh der «praeoh, darin angeczaigt
wird die eoma al meiner gedieht aaf diese xeit f. 250.
»ft Mai 21 Ain sehOner perolirajen Ton Somer and Winter s. 253.
S AagOBt 25 Ain hoobieit-lied im tlkon : Ich traw keim alten «techgeug mer 9. 257.
16 September 11 Lobepru^eb der statt Mttneben in Payem s. 264
\b Oktober 19 Ain eobOne fabel s. 267.
ift Oktober 30 Beeohreibang aller sUnde s. 271.
ib Doiomber 9 Epitapbinm des Veit Asmns Ton Seokendorff s. 328.
(5 Doiember 2B Ain pnelied ainer erlichen tugenthaften junckfrawen s. 2&0.
16 Ain kuen riterliobe tbat Ton gralT Nielas Ton Serin in Ungern an dem
Tliaefoken s. 367.
\6 Janaar 1 I>ie vierte stropbe snm bnblliede s. 260.
(6 Jasaar 14 Die reimen der iwOlf monat s. 320.
(6 Januar 30 Ain bocbteitlied aaf des Mueffels docbtor hoehseit s. 261.
(6 Febmar 0 Die reimen an die herberg bw Paden im Wilpad s. 334.
16 Februar 10 Die reimen auf das pretspiel s. 335.
16 Mirs 23 Ein kurexe Termanong, sich Ton sUnden abwenden, auf das nicht
die harten straff gottes aber uns kamen s. 344.
16 Mira 38 Das alt und newe testament s. 336.
16 April 3 Ain pueliod mit Terkerten namen s. 262.
66 April 0 Ain lobsprueeb der krönnng kaiser Maximilian des 2. f. 337.
66 April 10 Die reimen auf das silbren kestlein s. 342.
66 Mai 4 Die scblaoht kaiser Otto des ersten und pischoff Ulriohs vor Angs-
paiek mit den Ungern auf dem Lech Feld im 057 jar s. 348.
66 Mai 4 Der glueokspfening M. Jobann Kauffmon seinem daaff-toton s. 352.
66 September 4 Das gros gesohencket glas su Heffenfelt s. 353.
66 Oktober 17 Ein niderlag des dUrckischen kaisers xw der teil Calixti
des driten s. 354.
66 Norember 22 Die jünger Christi sprechen s. 356.
67 Januar 6 Die pildnus Cristi s. 357.
67 Februar 15 Der sprach aaf den edlen staio s. 362.
67 Februar 18 Reimen aof des Muffels klainat 9. 363.
67 April 14 Reimen auf das silbren klainat s. 364.
67 April 14 Reimen tw graff Niclas Ton Serin seiner contrafaotur s. 365.
67 Juni 0 Die 4 tail des jars s. 368.
67 Juni 24 Ein reim umb die guelden sobewren s. 369.
67 Juli 5 Das prawtlied Ton Unbard Oöswein mit junckfraw Susanna
Freidlin s. 370.
67 Juli 17 Reimen auf das silbern weinfeßlein s. 372.
67 Juli 25 Der arm frawen-mon s. 373.
67 August 20 Reimen auf die guelden scbeuren-glooken a. 374.
67 August 30 Die sehen alter weiblich geschlechtes, sehen vögeln ver-
gleiehet i. 375.
592
1667 SepiiinUr 9 EpIdAphium llatu Eiutifta d«t jting«D Lt^nn&dmn t. ITC.
1A67 SeptembAi' 32 Heinieii auf dio iilbreo kartbAuna •« 377.
1567 November 12 Dor Umpel Je« grAbs CHüU aboontarfot t. S78.
1667 Det«iiib«r 1 Am lobipruecb der batibtaui Wien in Otteireich f. 501,
1 IÜ6B Jaouar 17 Alu ^hOnfls Ued ainor «rHchec jutickTrawen tn aignem ibon
mit ir«m d»iii9d in 6 pacbaUben t* 381.
1568 Januar 20 Ain lobfio« JaDokfra« lob an leib und gmUM tw lingto im
ToriKen thon ». 383.
1608 J&naar 26 Die reimen auf tlia 0 tnegent Baebi, de« ffoingotes f 386.
1608 Febriinr 34 Reim«n »uf den groaen wilkomb e.^ 387.
t6D8 April 0 Die oontrafaotur iai|^t an den Togel Morops mit geiUlt« färb««
und nntur, wie in PlinluR und ander mer peiebreiben a. 440.
1668 April 14 Ain toböna puelied ainer erlicben fraweo mit aim iiAiMft li
den «nfengen «. 31 r.
1 668 Jynl 1 Dt« reimen bervo^ Hansen und doctor Martina, so vor d«in «rvae«
pakl knien a. 3I4<
1608 Juni 2 Die reimen auf ein grabftain WoLff Caniinger« «. Sl6,
1608 Joni 7 Auf den gnalden KoMMing s. 310.
1608 Juni 23 In den gercbonckien pe«ber Sigmiind rt^yerabvot, »o er aioi
erbern rat albio aobenckf a. 317.
1608 Juli 3 Meines Adam gedeDokdaffel a. 309.
1668 Jnli 7 Lancsknecht miL dem k««. Eeimen a. 388.
1608 Juli 0 Ain puelied: Des puelera abachnldeu mit 8 putibataben t, 391*
1608 Juli 11 Ein [luelied r Des herczen clug, antwcirt und drn»t i. ^94«
1608 Angii«! 10 Die reimen anf die «wo gülden atshaltn s. 390.
1 608 August 1 1 Keimen tn der geiruiUeu hia turi an Peter Feiten pebaasaimg a. 39Tt '
1668 Aiiguat 28 Ein geaprecb, darin dor diobter dem gefuerslen abt la Aflen-
paoh aefn valete utid lecieo aprucb dedifliret a. 318«
1608 September 13 Ein danckaagung der glueckreioben gaben do» erh*rn
berren Hainricb W altera a. 358.
166B September 16 Wer den wagen apant hinton an, V erdin t aeh an t uoa naeib-
rew diirfon s. 360,
1608 September 16 Die eraten 22 puohatjiben Dea berren namen jnnen-babefi • 398.
1608 September 2i Ain kbopruoch der atat Franokfurt a. 399,
1608 Oktober 6 Epirlapblura Endres ThUeroke a. 403. ■
1668 Oktober 10 Ain aobon Lied ainer toegenthaften sebanen jaoekfrawen niTT
irem namen der 9 puchittaben a« 404,
1608 Oktober 13 Dn>a lob ainer eriiehen junckfrawen mit 9 puobttaben s. lOO.
1668 Oktober 22 Keimen in die drey magelen den kindern von irer anfruwen ■*_4ti-_
1668 Oktober 28 Heimen auf dio 3 birsen-lowohter i. 409.
1608 Oktober 30 Ain elag der harnia^uh-kamor a. 4L0.
1668 November 18 Der kaafber mit dem pitUen-pinder a, 411.
1608 Norember 20 Ein lebaprueob der retebttiU Nörlingen in S^hwabeii i.'
1508 Norembor 24 Ain Anfang ain<>!K puelera Lied s. 416.
1608 November 20 Ain seh^n lied atnea geielen uit ainer junckfmwen iler
■*4ti^
•.411^
593
li«b in frMUMiMhar sprach ■• 417.
1568 DeMmlMr 8 Ain lehOn janekflnw-lob in frnniotiMhar nieloday mit 9
poehtUben i. 4Sf.
1568 DMembar 9 Eeinmn nnf die eradenesmeHer das enrAlntan ron Saohsan n. 432.
1568 DoMsber 9 Reiman nof du trinoksobir der S strnnien-ayer s. 42S.
1568 DtMHbMT 19 aoebMitreimen •• 424.
1568 Detember 32 Gottei ■ahopfong aller ereatnr im anfang, aneb nnier eitern
Adam nnd Eva lebweren fal nnd aastreibang am dem paradeis «. 435.
1568 Detember 29 Bpidaphiam berr Albreeht (Jraieien n. 437.
1569 Jannar 1 £in antwort ainer erliebeo junekfraw ainem liebhabenden ge
•eilen» der lieb rerhairat bat s. 428.
1569 Jauiar 1 Der wnaderpar traam ron irdleeber frend , woluest, praebt nnd
relebtnm und irem ersebreeklieben ende i. 439.
1569 Jannar 3 Reimen auf die silbren kindslUedel s, 434.
1569 Jannar 15 Die reimen aber ain ganet kriegsfolek tw fnes and tw roD a 435.
1569 Jannar 20 Die krebi im etel. Ain fabel f. 437.
1569 Januar 20 Ain fabel: Das augenfewer s. 322.
1569 Jannar 22 Die 5 fabel Ariani: Der rüwent fro^ch s. 441.
1569 Jannar 23 Der panersman, mit seinem werckseng peklaidet s. 442.
1569 Februar 19 Bin lobspmeb and eontrafaotar Kegenspurg s. 325.
1569 Febmar 25 Die reimen auf die gnelden scbewren i. 443.
1569 Min 16 Der groben sew roeken-stneben s. 444.
1569 Mllrs IJ Eis lobspmeb der stat LQnenbnrg und irer gelegenheit a. 445.
1569 Min 19 Ain sehOns puelied ains gesellen mit ainer junekfrawen. Klag
nnd antwort mit aim verkerten namen s. 448.
1569 Mirt 21 Die meehtig stat LUebeok mit irem Ursprung, bandel und kriegen
angeiaigt s. 460.
1569 Mitn 20 Die 12 fVawen des alten testament, fon den die mender sind
gedenseht nnd petrogen worden s. 453.
1569 April 23 Der faisten gens sorgfeltig olag Auf den kunfting sant Mar-
tens-tag s. 456.
1569 April 25 Der lanpreeber s. 458.
1569 April 35 Der gefangen leb ron frawen-lieb s. 461.
1569 April 30 Contrafactur Hamburg, der nauibaflen stat in Sachsen an der
Bib, sampt irem pistnm und rogiment s. •J64.
1569 Mai 7 Vergleiebung des menfichen-Iebon diser seit Mit der sunnen tichein
auf erden weit s. 468.
1569 Mai 14 Bomana, die seugent dochter s. 470.
1509 Mai 20 Ain gepet, aus dem driten psalmen kUnig Darid gesogen, .ils in
Absalom, sein sun, Terjaokt s. 472.
1509 Mai 20 Ain gepet au» dem IS pnalm David, da in got yon all üeinen
feinden erlOsset bat s. 473.
1609 Mai 21 Reimen auf ain silbren pecher a. 474.
1609 Juni 24 Reimen auf die Tcrguolten schUe!>sel a. Alb,
1509 Angnst 0 Reimen in das huus s. 476.
xxui 38
594
1569 Angust 18 Das epidapbinm Unula Kor«np«rg6rin s. 477.
1569 Aaguit SO Aaf die geiohenckten ffildtn lehewren p. 478.
1569 Oktober Der geioheneket peeber Ton den 18 jnnokhern i. 479.
1569 Oktober 88 Der gros lilbren ffcbAW-grocehen a. 480.
1571 Keimen tod twayerley gesten, gneten und pOasen a. 488.
1572 Oktober 3 EpidATium and cUgred der erbem und dnegoBthafian tnwm
DorotbeA ob dem Abaehied irea lieben genuthel und herren, herr Janai*
mns im-hoff; mein leett gedieht a. 483.
1572 Oktober 21 Der reich gefUerat abt mit aeinen haabtleatten nd rit-
uuuatem a. 486.
1572 Oktober 3 0 Ein saeeht-apmeoh meiner lieben bAoafrawen Barbara 8eohain i. 4Si
1572 NoTember 18 Daa geachenoket glas a. 485.
1572 Def dUrokiachen kaiaer hoffgeaind, harren und frawan, tampt irea pt>
felob und emptern a. 490.
1573 Mars 19 Lobapmeoh der eriatlichen oonfeaaion tw Angapurg, puaoklMMB
im 1530 jar a. 495.
1573 Mai 15 Daa new fenlein deutaeher laneskneeht •. 406.
595
Register.
Unter den melodien sind die in band 22 mit aufgeführt.
Igen 228, 21.
= oder 220, 10.
llig 592, 82.
srieben 109, 9.
»tolen 108, 25.
«ftig 81, 88.
«it6rfe[i]t 5, 17. 16, 4.
liebes weib, warumb bawst
eh 873.
Uee 105, 15.
en nnd trachten 28, 10.
50, 5. 81i, 6.
er 45, 9. 50, 5. 119, 88.
n. Meines Adam gedenck-
fel 809.
laeter 875, 10.
n 87, 11. 90, 32 u. o.
Q, Sich, 175, 5.
trechen 49, 84.
«ticha 242. 248. 244. 245. 259.
2. 811. 370. 381. 383. 392. 404.
S. 416. 420. 424. 428. 448. 495.
n 281, 26.
acht Alcibiades, markgraf von
andenburg-Eulmbach 32. 34.
, 2. 113.
ftnder mit Diogenes 144.
ron 111, 15.
spach 818, 2. 13.
1569 jar 477.
fUnffsehnndert - neun • und-
^hsg jar 480.
Als ich in meinen jungen jam 174.
Als man zeit füenfzehundert jar 17.
. Als man zeit fünfzehundert jar 84.
Als man zeit fünfzehundert jar 118.
Als man zeit fünffzehundert jar
Und siebn-nnd-dreysig 858.
Als man zeit fünfzehundert jar
Und virzig 183.
Als man zeit fünffzehundert jar
Und sechsundffinffzig 854.
Als man zeit fünffzehundert jar
Und darzw sechzig 809.
Alten 283, 13.
Alter, Die zehen alter weiblich
geschlechtes, zehen yogeln ver-
gleichet 875.
Altmann ringt mit einem 161, 9.
Altreus, Der arm a. mit dem reichen
geyzigen purger 76.
Am 15 tag Februari ist worn 352.
Amberg 236, 2.
Amenreich, Bernhard, 242.
Ampel 379, 12.
Amphion 275, 27.
An einem suntag es geachach 64.
Anchurus , der jung getrew fuerst
in Phrigia 82.
Angienen 105, 37.
Anroten, Sich, 40, 28.
An sant Michahels tage 253.
Ant thun 161, 33.
Anten 94, 2. 221. 19. 228, 2.
^^^^1
H Antfogel 274. 36.
Barbirer 274, 19. ^^^H
^B AntheuB 37, 5.
Batseba 454, 15. ■
^H AnzaigUQg der Bchlaclit , so
sich
Fawman , Daniel , kiind^lgier^er 1
^H zwiBcheii küng Philips aus Enge-
171, 15.
^^^^ laut und kflng aus Frnnckreicb
BegewelUgen 28, 13.
^^^F anno 1558 am 13 Juni in
Flan-
Begnad den got, welcher erdacht
^V dem pegeben hat 154.
242.
^H An/opfeii 372* 2.
Behobeln und betchneiden 158,28,
^m Appodecker 274, 10.
Peystendig 36, 39.
H Arabo 274, 9.
Beißen sieb mit den katzeu 96« 17.
H AristotimuB 120, 9.
Beiten 28, 30.
■ Arlas 277, 18.
Beuten und borgen 500, 2.
^m Amolt auf-d«r-pttrg 479, 2.
Bekömert ist mein irawrig hart
■ Ankerbe 247, 30.
483,
^H Artoxerx&B, der kümg Persie
, tra-
Perde 383, 18.
^m gedia 185.
*
Pergherr 280, 24.
H ABtroQim^ä 273, 28» 29.
Pergknapp 280, 16.
^^^^ Atem- utidBchlangeng^chmaiH
ifindt
Perckrayen von Sumer und Wbl«r
^^^B Blüh gern zam in einem
kr als
253.
^^^
PeBchiea 58, 5
^H AthenodoroB 74, 10.
Pefichlue« oder Taleie in dw S»
H Aczel 863, 5.
Bprueebpuecb 84.
^M EcipfimiBT 145, 4,
PeachlaeßindaBll spracbbucb ISSt,
^H Aufbieten 195, 25.
Beschlnes in das 16 »pruchbuch 2SÖ.
^1 Auffrebzen 253, 17.
Beschreibung aller stünde auf
^M Auffmercklicb 129, 6.
erden 271.
^m Aafsacz 56, 6.
Besenden 28, 10.
H Aufspratr^en 119, IS.
Peaucben 471, 9, 19.
^H Augenblicken 6» 18.
Petten 373, 9.
^M Augendinnt 57, 23.
Petpret 45, 13.
^m Augen-fewer, ain fabel, 322.
Petraifen 62, 34.
^M AuBpacben 40, 16.
Petechweater 98, 30.
H Ansknmeti 218, 29*
PeUtat 18, 1.
H Auiricbteu 248, 6.
Pierprewer 283, 25,
^m Ausicheren 12^ 19.
Pild der waren freunUcbafl I2i
^1 AuBchweißg 88, 15.
Pildnus Criati 357,
H AuBzueg 69, 30.
PirgBchnelenen 256, 3.
Piachoff 273, 10.
H B sieb au oh P.
PitlicU 111, 29.
H^ Bachus, den wein-gott, man
mich
Plochhaus 287, 17.
H nent 499.
Bocacius 384, 12,
^H BacbnB, ein gott aller trinoker.
Bocaciua (quelle) 470»
^H Epicurus» mein beater freunt 499.
Bomer, Bartbel, 261, 7.
■ Barbara, S., 228.
Prawtlied von Linbard 6Ö»W«4» J
■ Barbe 283, 12.
"H
597
; 24. 203, 24.
Gredenczer 62, 31. 32.
dem p. tban 196, 36.
Grenz ynr sich tbun 55, 26.
11, 21. 131, 7.
Cristlich leiden! hercz 124.
mbach, Bernhard, 378, 1 1 .
Crocodilns 346, 1.
279, 5. 6.
Wandern 6, 26.
D rieh anch T.
ist wie der ander pueb
Daglaiftnng 464, 9.
Daidigen 94, 30.
aer erlichen frawen mit
Daiding 324, 29.
len in den anfengen 311.
Daig 165, 23.
oer tngenthaften junck-
Dal, Zn d. schlagen 194, 26.
259.
DamanciuB 121, l.
tt verkerien ntimen 262.
Danans 275, 18.
t 160.
Dancksagnng der glneckreichen
, 7.
gaben des erbem herren Hain-
rieh Walters 358.
3h K.
DarTontmmpfen 38, 28.
6.
Das erber hantwerck dieser stat 171.
281, 15.
Das gsecz im alten testament 336.
20, 14.
Das ist der drincker newerpand333.
;, 29. 30. 24, 12. 13.
Das new fenlein deutscher lancz-
!75, 12.
knecht 496.
Wolff, 315.
Dauffdot 309, 9. 352, 2. 480, 15.
173, 1.
Dedalus 287, 18.
193, 23. 24.
Delüa 454, 9.
hellisoh schifman 1 18,19.
Demuet 281, 13.
}, 11.
Den 9 muese der knnst 363.
26.
Den sechsten monat gesendet hat
120, 28.
230.
U, 6.
Der erber herr Wolff Kern 239.
j,n.
Der faisten gens sorgfeltig dag
! 120, 10.
Auf den kunfting sant Mertens-
4. 15.
tag 456.
[, 14.
Der gaist mit den klappertn kettn
187, 29.
mit dem philosopho 74.
120, 14.
Der geitzig clagt auß falschem
187, 19. 500, 11.
mut 505.
Lcz 276, U.
Der gefangen leb von frawen- lieb
274, 13.
461.
lur 278, 3.
Der geschichtschreiber Plutarchus
bor Hamburg, der nam-
144.
stat in Sachsen an der
Der graffen von Schaunberg ge-
.,
schlecht 182.
88, 29.
Der reich gefQerst abt mit seinen
16, 11.
haubtleutten undritmaistem 486.
^^^^^f III ^^^^1
^H Der trawrig trautnb 174.
Einkwelen 279, 18. W
^H Des dürckiachen kaieer ho ff gesind
Einletben 85, IL ■
H 490
Einrinuen in achueld 86, 10. B
^1 Diadorus Sicaliis 78.
Eins mala »ach ich an einer wmnl ^
^m Die herberg stet in goteabant 334.
124. J
^m Die poeten haben gedieht 122.
Eins anntaga wolt ich haben ta«l89. H
^m Die unmüeaaig fraw Schalckheit 52.
Eins tagea fragt mich ein tlt ■
^t^^ Die 12 frawen dea alten testanient,
mon 133. fl
^^^H foD den die mender sind ge^
Eins taga vergangen in dem »nmer "
^^^^T deuBcbt und petrogen worden
52.
^r
Ein tragedia mit 22 peraooen :
■ Diettathaft 268» 18,
Artoxerxea, der künig Petm«,
■ Dinclvel 357, 12, 498, 23.
mit seinem mancherley unfatt
^H Diese oben conträfactnr 304,
der Beinigen, und bat 7 »ctna l».
^H Diaer klain wilknmbf kün»tenreich,
Einzechen 91. 7. i
H
Ejsen. adj. 74, 16. ^^M
^m Diiist6B4rab 370, 20.
Rlent 114. 10. ^H
^H Dioniaiua 120, 8.
Elias von GÖrlicx, kandelgielWr^
H Diacant 275, 22.
gesell 173, 2. fl
■ Diatler, SeboH. kandelgiefier 171,16.
Elicb 88, 2. 105, 9. fl
^M Dobaegen 91^, 2.
Emathion 37, 6. ~
^m Doctor-froach 459, 2L
Endr63}, Adam, söhn det J»cob IC.,
^B Doctor mediciiie 274, l.
Stiefsohn des H, Sachs, 309 M
^K DomianUB 120, 13.
Endrest Jacob, kandelgießer. MtlH
H Dotenmal 22t B.
ihm war Barbara, geb. Harscher, ■
^H Dreyerley klaj^ed dreyer weibft-
Sachsens zweite frati, in 6c«t«r9
^B bild: Lucrecie, Thiabea und Vir-
ehe yerheiratet 172, 1. f
^H ginie 27.
Englisch graee, Der, 230,
H Drendel 59, 24.
Enuch 2O0, 24. 32. 203, 37. «W,^
25 n 0. M
Epitaphium Paul Kaatnert 238, >
■ Drewten 16, 14, 165, 9.
■ Duna 193, 27.
■ Dürer, Albrecbt, IC. 318, 7.
Epidaphiiim Ursula Koren pergeriB
H Düergen 496, 14.
477.
^m Dul^mich 114, 19.
Epidaphium Hana Bastian , **^^
jungen Leonröders 376. fl
^V E sieh auch Ä.
Epitaphium des Veit Asmut toi^^
^B Eberhard im part, graf von Wir-
Seckendorff 328. ■
H tenberg, 334, S.
Epitaphien des Jörg Zaiperger, t-^M
^B Ecbzigen 117, 29.
Lins pegrüben 181. des grafedfl
■ EdecbB 254, 15.
Wolfgang von Schaunberg 182.
H Egeflter 98, 29.
■ Ebäft 65, 31.
Dorothea ob dem abschied ire»
^H Em reicher man zw Ltiebeck saa 76.
lieben gemahel Jeronimui im-
^H Einjagen einem ein acbaiB 93, 25.
hoff 483.
H Einklenck 69, W. 277, 28.
EnidmuB, 8., 229. M
599
Erato 28, 8. 9.
Erpaim dich mefio, o got, 314.
Erpeiten 198, 6.
Ereffeni 4, 86.
Erem 459, 14. Vergl. 6 schwank,
T. 78. K. Goedeke, dichtnngen
Ton Hau Sachs L nr. 38, 43.
Eifawlen 176, 18.
ErMren 254, 25. 255, 25.
Erkiesen 27, 22. 370, 28.
Erlaubnng 379, 21.
Erleicbten 246, 20.
ErUcs 288, 10.
Emen 111, 9.
Enam 210, 11.
Enchfltten 60, 4.
Ersehen 198, 7.
Enicsen 49, 6.
Srtningk 66, 8.
Erstehen 91, 86.
Ertpiden 82. 5.
Esaw 275, 9.
Esch 288, 11.
Eseher 285, 7.
Esenlapinm erschlneg ein doner-
stral, und pracht ein räch die
ander räch 80.
Es ist gleich das fiech wie der stal,
sagt der dewffel, jaget er seiner
mueter websen in hintern 50,25.
Es saget ans das 4 capitel 250.
Es schreit das gancs menschlich
geschlecht 186.
Es schreit mein gmQet und hercze
284.
Esel, Der arm gemain, 12.
Ewlenspigel gen Marpurg kam 104.
Ewlenspigel wart ein mnler 104.
Eoterpe 19, 17. 18.
Eva 453, 4.
F sieh auch V.
Falcsen 274, 82.
Faren 460, 8.
Farzen 166, 27.
Fasnacht-spiel mit 4 person, den
wuecher und ander peschwerd
petreffent 186.
Fasnachtspiel mit 4 person: Die
kuplet schwieger mit dem alten
kauffman 86.
Fast 204, 14.
Fazüet 159, 22.
Fech 286, 19.
Federklauben 158, 10.
Fehenhauben 286. 18.
Feyem 91, 5.
Feisten 90, 7.
Fellen durch den korb 870, 24.
Versen-geld 38, 19. 38, 25.
Fetschen, Sich, 459, 35.
Fewchtinger, Michel, 818, 28.
Fewer-new 319, 21.
Feyerabent, Sigmund, 317.
Filius = Virgilius 169.
Filczsocken 286, 32.
Financzer 56, 4.
Findenfeler, Hiob, 479, 4.
Fingerlein 6, 13. 64, 21.
Fischgeyer 375, 13.
Fledermaus 375, 20.
FleiGen, Sich, 92, 5. 468, 14.
Fiindem 64, 28
Fraidig 38, 23.
Franczosen 274, 24.
Frawen, Die 12 fr. des alten testa-
ment 453.
Frawen-mon, Der arm, 378.
Frawenzimer 61, 26. 62, 19.
Freidlin, Susanna, 370, 2.
Freyen 37, 23.
Freyung 344, 12.
Freuntschaft , Das pild der waren
f. 122.
Fridstand 451, 37.
Fristung 50, 17.
Fruncklich 102, 32.
Fuchs läutet mit dem fuchsschwanz
456, 28.
Fuechschwenzen 20, 22.
W^ Fug 201, 17. 202, 5»
Gemel 105, 5. 7. 3U 33.
■ Füeglioh 216, 33. 218, 26.
Gena, FaLste g. clagen 456.
■ Fülcz 219, 19.
Geprenck 69, 15.
■ Fund 15, 8.
Geradikeit 107, 10.
H Fündig 280, 28«
Geraissig 193, 13.
H Fünffkirchen S67, 4.
Gering, Mit geringen = leiobt-
^H Fünfzehundert-drey-und-eechsg jar
bescbwingtfim fue» 276, 9.
■ 328.
Gerion 37, 8,
^B Fueroi bS, 5,
Gerüech 46, 3.
^H Furmschneider 278, 28.
Gerumppel 74, 6.
^M FarBcbneider 63, L 2.
Geschrift 278, 25, 279, 28.
GeechwÖll 74. 20.
H Gaden 170, 3.
QeBchwund 15, 10,
■ Qal 222, 31.
Geadiwürm 23, 22.
H Gangader 202» 32,
Gesegen 374, 24.
H Garoff, Hans, 479, 'S.
Gesehen 487, 35.
H Gart, Lauften auf der garl 246, U.
Gesein 89. 25. 33. 161, 20.
H Garten 247, 13. 248, 12, 35.
Geipon 158. 4. ^H
H Gaul hoch saieln 56, 18.
Gespor 35, 6. ^^^
■ GepeQt 65, 7. 49B, 26.
Gaiat mit den ktappeitn ketln mii
■ Geper 28, 12.
dem philosopho 74,
■ neperlJch 210, 16.
^m Uepei, aus dem driiao paalmen
gefueraten abt zu AllieTBpa^h
^H gezogen, 472.
sein valete und lecsen eprtich
^m Gepet, aus dem 18 psalm gesogen,
dediciret 318. M
■ 473.
Gesprech eyner bulerin ond eiiWiS
■ Geprüeder 3, 2.
ligenden narren unter ihratt fl
^H Gecken , Ein g. einem nachstechen
fÜ8»en 6,
■ 87, 16.
Gesprech kOnig Atexandro Magno
^m Gecleng 74, 15.
müDiogene, dem philosopho 144.
H Gedeucktafel das Adam Eudrm 309.
Gespräch mit den 9 musen , wer _
die aufrühre in Deutaclilfttid bec^fl
Torgerufen habe 17.
H Gedens 456, 7.
K Geding 319, 2,
■ GedÖB 74, 19.
Geaprech von der himelfart mM>
K Gedreüht 52, 22.
graff Älbrecbts anno Ibhl 113.
■ Geferden 213, 8.
Gesprechtnue 18, 34. »
H Geferung 280, 33.
Gestehen 159, 23. fl
■ Geh 221, 4.
Geatenck 118, 38. ■
■ Gehewa 52, 21.
Gesterben hungers jemanden 114^1
■ Gelaid 87, 8.
■
■ Geling 208, 17.
Gestendig 52, 23, J
■ Gelte 284, 22.
Gestrews 52, 20. ^^H
■ GeliÜch 459, 34.
Gesund, aubst., 4, 14. ^^H
■ Gemach 93, 8. 95, 3L 114, 18.
Geutten bei Hraunschweig 32, 4« H
■ Gemecht 102, 5.
i
6ewonIieit6$, 84. 66. 16. 67, 17
Oewlbiii 28» 88.
Geuit 490, 17.
Gin& 4M, 17.
Giien 888,88,
GIm, Du gwchenokei, 485.
GlMchewbe 288, 16.
Qleieh und gleich gselt sich xamen
gern 41, 7.
Gleiien 80. 8.
Glimpf 10, 15.
GlitMhen 244, 7.
Glicien 285. $1.
Gloch 6, 28. 56, 19. 63, 27. 383, 9.
Glooklenkorfo im alter tragen
450, 15.
G6gel 254, 20.
Goltgolden 77, 14.
Gorgel 108, 2.
GoBwein, Niclas, 485.
GOswein, Linhard 370.
Got Archten ist die recht Weis-
heit 476.
Got hat in die edelen stain 362.
Gottes = Gott des 58,20. 845, 11.
Gotachalck, der Obotrite, gründet
die borg in Labeck 450, 10.
wird erschlagen 466, 28.
GraniKh 811, 86.
Gradger weg = verbotener weg
48, 17.
Grat 346, 10.
GraTelingen, Schlacht bei, 154.
Grebnns 181, 10.
Greffiingen = Gravelingen 154, 11.
Greinen 240, 22. 482, 6.
Grisgramen 117, 29.
Grobian, Sant, 158, 5.
Gronen 87, 25. 240, 22.
Groner 93, 23.
Gr^schlein 70, 2. 6. 10. 32.
Grandel 283, 10.
Oomppen 13, 27.
Gundelshaim bei Bretten 477, 17.
Ouni 281, 34.
28. Götzen 87, 28.
Haderhaftig 324, 28.
Hadern, Ans den h. schotten 3, 18.
Hafen 63, 20.
Haffner 288, 21.
Hajen 130, 14.
Hailfart 72, 41.
Hailsprunn 477, 0.
Hai 256, 27.
Haller, Sigmung and Helena, geb.
örtlin, 480, 6 f.
Hamburg in Sachsen, die mechtig
sUt 464.
Hangen, Mathes, sieh Vitel.
Hantgeschrift 3, 14.
Hantwerck, Geschenckt, 69, 17.
Hantwercksdaffel der kandelgieLWr
171.
Harpfen- und lawtenspiler 276, 20.
Harscher, Albrecht, kandelgieOer
171, 17.
Haw-in Dewffel, Hans, 318, 21.
Hawsen 283, 14.
Hawsen, Peter von, barbirer. 480,
13.
Hecker 101, 8.
Hecklein 64, 20.
Hector 105, 14.
Heciiba 105, 24.
Heftelmacher-gesellen 64.
Haidelberg 236, 22.
Heinrich der lOwe 450, 26.
Helffershelffer 49, 23.
Heliogabolus 120, 12.
Helmlein durch das maul ziehen
88, 18.
HerausnOten 247, 17.
HerauBscheczen 459, 34.
Hercules 36, 38.
Herdt, auf dem narren gefangen
werden 6, 14.
Hermlein 286, 20.
Hemeisen. Kndrfla, 318, 6. 319
anm. 320 anm.
^ ■
^H Herr, wie sind meiner feind so
Hat, Die beste h. mi. die im d«rl
^M m 472.
menscb selber thut dO. 40. W
^H HerschuDf^ 25, l.
1
^1 Hertmewtet 361, U.
Ich, Antoni Pfann, sohenok da* 1
H Hortrumel 276, 2a 29. 277, 4.
gla« 353. 1
^H Bertnimen 199, 7.
Ich pin ein reich gefQrster abt 486.
^V HercK, Das criatlicb leident k 124.
Ich bin ein «chöne bolerin 6.
■ Herzenholt 83, 21
leb pring keU» reitf und echne 368
^m Herczlieb, mein herr gotti hab ich
Ich hab dir geben in dein hent 887
^B dich 47a,
Ich hab gleich 6000 gedieht 245.
^H Herzw, hensw, ir lieben gaelln 158.
Ich, Hainrieb Walter, hoch ver*
^H HeaioduB, der alt poet 267.
traut 369. J
^H Het ich mein i&eit ver%eret 226.
Ich hals da« weingwchos 377. H
^H Hewt früe thet mich ain doctor
Ich apiel wol gern KHS. i"
^H fragen 107.
Ich wiiis, mein erlöBser lebt nocb
^B Hewt mm ich in Franckforter mea
315.
■
Ich wünsch dem preutkam und der
■ Hib«rbiu6 287, 9.
prawt 257. 261.
^H Hie nach werden gexaiget an 271.
Ich wünsch ein new gy#t selig jar
^H Hie Bchaw ein efoick, fraw und
259,
^m mon B60.
Uuminiren 279. 7. ^
^H Hirnach set all ao verzaichnet pur
Iliuministen 506, 10. .^^H
■
Htes 286, 20. ^^M
■ Hilfflich 54, 9.
nteBbaut 97, 24. ^^^
^M Himelfart margrafl' Albrecbtz IIB.
Im anfung frQe glanczei di^ «uu
■ Hinteasikait 3, 9, 19.
468,
^H Hintereicb verstehen 47, Sü.
Im Augatman von Serin der graff i
H HochzeitHed, Ein. 257.
367. M
^m HochzeitHed auf des MueiFela doch-
Imhof, Jeronimua 483, 3 ^ä
H ter hoch^eti 26L
Ingesind 224, 11. 1
^H Hoffgesind des dürekiBchen kaiaer^
Ingewaid 102, 12. M
^H lierren und frawen 490.
Innen-werden 88, 13* 195, 34. M
^m Hoffmann, Balthtiear. 479, 5.
In Nicomedia, der stAt» 228. ■
H Hoffwalt = hoH'gewalt 466. 9.
Ir CriBten, lat nns singen 8. ^
^H Hoben) antsperg 50, 12.
Ir berren, hört ain wnndertbai 126.
^H Holbuppen pachen 458, 26.
Irren jmdn. 36, 34.
^H HoTi sprechen 50, 32.
Ist das nyt ain cleglicbe klag WL
^H Hört zw ein erschrocklich geschieht
^KKM
■
Jach 328, 5. ^^H
^m Horweck. Criatowan, 479, 2.
Jacincken 281, 14. V
^M Hosen ainea duechs 47, 11.
Jamertal 224, 16. ^^ä
■ Huecb 283, 14.
Jehen 231, 23. ^H
H Huerenkind 105, 39.
Jeaw, dw warer bailand 356. ^^H
^1 Hurnsack 98, 9.
Johann F ried rieh, herzog lu Sacbeei^S
■ Huerenwaybel 498, 14.
314. ■
608
Johann Herolt ein fabel schreibt
80.
Johannes Bocacius schrieb 470.
Jadit 454, 84.
Jnlianos 120, 13.
Jnnekpmnen 110, 6. 17.
Jnnckfrawlob, Ain schöns j an leib
und gmflet 388.
JüDger Criiti sprechen 356.
Jupiter 81« 11 a. o.
K sieh auch C.
Kaiser, Der dOrkische, 490.
Kaliknt 165, U.
KaadelgieGer 171.
Karthanna 154, 9. 877, 1. 488, 17.
Karte, Ein ganz gereimpte k. alter
pleiter 128. 164.
Kastner 57, 18.
Kastner, Paul, 288.
Katsen, Mit denk, sich beißen 96,1 7.
Kauffmon, Johann, 852.
Kelergschos GS, 9.
Kern, Wolff, 289.
Kemer, Benedix, 479, 3.
Kosten, kastanie, 456, 22.
Ketsman, Michael, 243.
KindermOrder 101.
Kirste 165, 28.
Klaglied JOrg Schencken ob seiner
verstorben efrawen 2H4.
Klagreden der Locretia. Thisbe und
Virginia 27.
Klasnr 280, 11.
Klecken 77, 3.
Klefterich 822, 22.
Klinge 52, 14.
Kloeft 28, 83.
Kinns 29, 18.
Knalzen 121, 18.
Knollet 111. 22. 163, 5.
Koch, Melchior,kande]gie(3er 171,11.
Kolman 488, 5.
Korb, Unter dem korb zustechen
39, 37.
Korenperger, Parti , Verwalter des
klosters Hailsprunn, 477.
Kragen 277, 13.
Krantz, Albertus, 464, 0.
Kreisten 90, 6.
Krele, krell 228, 21.
Kressen 288, 10.
Krona 280, 28.
KrOs 288, 8.
Kugel, Zwischen k. und zil kom-
men 56, 21.
Kfleisch 322, 9.
Kuplet, Die k. schwieger 86.
Kueris-schuech 285, 19.
Kutaniren 285, 28.
Kaetten 456, 21.
Lab 19, 27.
Lägel 284, 26.
Laichen 40, 12.
Lantfogt 804, 18.
Lanczknechte 496.
Lanczwerung 280. 32.
Läpp 130, 21.
Las uns den rayen sitlich fueren
160.
Lasterpar 252. 8.
Lawten-macher 277. 6.
Lautraissig 248, 14. 456. 27.
Lechfeld, schlacht auf dem L. 348.
Lecker 99, 5.
Ledigen 278, 14.
Leibschad 197, 19.
Leichnam-angst 93, 18.
Leichtsiniger mut 76, 12.
Leilach 91, 2. 8. 11. 19. 93, 7.
Laist 222, 14.
I.eitkauff 318, 19.
von Leonrot, Hans Hastiun 376,1.
von Leonrot, Philip]) 376, 4.
Lerman 56, 22.
Letten 288, 5.
Letzt 7. 9.
Lewfflein '276, 15.
Lied, Ain Bcböns lied ainer erhöhen
^^^^^^^^^^^^*^^^^^^^^^^B
^^^H junckfrawen in ai^ßetn thon mü
Magöllein, maigellein s^ InHnpe^f
^^^i ireni namen in 5 pDchstaben 38L
329, 2. Vergl. band 1, 3$6, 10
^H Linder, Casper, 479, 3.
Abbildung sieh im anx. f. kuoHe
^M Lintwurm 53, 1. 347, 8.
d. dtsch. voraeit 1874. 270.
H IWim (quelle) 28, 33. 31, 35.
Maye U, 20. J
■ Lo 285, 9.
Main und mort 452, 26. fl
^H Lob der musica 242.
Mainoz 2B0, 6. ■
^m Lob sey got in dem hoclisten tron
Malvaaier 488, 6. M
H 236.
Man sagt, wie vor jaren zu Rom '''
^m Lob»pruch der cristliclien confes-
169, 2.
^1 aion zw Augspurg, pdschlosflen
Mange 286, IL J
H im 1530 jar 495.
Mangan 286, 12. 14. J
^H Lobspruch derkrönung k aiser Maxi-
Mantone 78, 6, ■
^H miliiiu deB .2. 337.
Maria mit Eüaabet 231. ^
^H LobBpiuch der stadt Lübeck 450.
Maria stund auf in den dagen 23L
^H Lobspruech der statt München in
Marpurg 104, 2, ^
^1 Payern 264.
Maximilian .2. 387. ^
^m Lobspruech und contrafactur Re-
Mayer, Lucas, David, Michel, 478l
^m genspurg 325.
Mechlisch 285, 26.
^M Lobspruech der haubatat Wien in
Mein hercz bat mir umbfangen 881,
^H Ostarreich S04.
Mein got, ich aag dir d»nck und
H L5lfetreitne 240,
eer 248.
■ Loica 277, 27,
Maiatergeaang 84, 12. 23. 107. 2L
H Lordl 284, 14.
133, 27.
■ Losen 221, 13. 323, IL
Helen 279, 17.
■ Lot ^53, 9.
Melodie
H Löttig 25, 22.
im eignen ton
^H LQebeck, die berüerabt, niecbtig
Als ich im lant 22, 477,
H Btat 450.
in einem beaondem ton 22, 509.
^H Lucas, Dftvid, die Mayer, auB Heb
Ach. Jupiter, heatw gewali 22,104,
H
Ach, unser vater, der dw pitt
^H Lucretia bin ich genant 27.
22, 880.
■ Lübig = LQbeck 284, 27.
Anna, du anfencklich pist 22,100.
H Lueck 253, 24.
Confitebor tibi domine in t^.to
H Lündiacb 285, 26.
oorde 22, 109, ■
H Luther 8, 9. 314. 505, 2 506, 17.
Der Duerck und der i»t :^or»^l
H 20. 22,
worn 22. 179. ^
^B Luxina 88, 6.
Das lied von Doli, d. h. auf die
einnahine von Dole i. j. 1479
^H MaccaroniHche Zauberformel 99,14.
22,94, 23,226, Die weise *ieh
^H Mach dich auf, bereis, sin und muete
Fm, M Böhme , Altdeutschei
H 383.
liederbuch. Leipzig 1877 nr 874;
^^^H Machometisten 111, 14.
vergl B. V, Liliencron, Deut-
^^f Made 20S, 27.
»ches leben im Volkslied um
^^^ Magdalena SU,
1530. (1884) nr. 5 und Erica
605
Böhme Liederhort 1,245. 2, 100.
8, 176.
Es ist das bail uns kumen her.
Sieh Franz M. BOhme. Alt-
deutsches liederbuch. Leipzig
1877. nr. 624 und Erk-BOhme,
Liederhort 8, 685.
Es kam ein alter Schweizer
gangen 22, 151.
Herr Grist, der ainig gotessun 8.
Sieh Fn. M. Böhme, Altdeut-
schesliederbuch. Leipzig 1877.
nr. 128.
Ich dag den tag und auch die
stund 22, 221.
Ich traw keim alten stechzeug
mer 257.
O herre got, begnade mich 22,161.
Bosina, wo war dein gestalt 22,98.
Sant Ghristoff, dw hayliger man
22, 102. Sieh Frz. M. Böhme,
Altdeutsches liederbuch. Leip-
zig 1877. nr. 614.
So wolt ich geren singen, wenn
ich vortrawren kQend 22,399.
In prueder Feitten thon 22,141.
169. 174. 378.
Wach auff meine hertzen schöne
22, 91. Sieh Frz. M. Böhme,
Altdeutsches liederbuch. I^eip-
sig 1877. nr. 118.
Wie man des herren rock singet
22, 188.
Ifelpomene 20, 4. 5.
Ifelnsina 58, 8.
Ifemorial 86, 6.
3fensch, hab geduelt in dein oleiii
484.
Ifensuer 276, 12.
Her, Der, 64, 11.
Mercurins 232, 6.
Merfeine 53, 7.
Mesrer-schwerttanz im 1540 jar 183.
Messen 78, 16.
Heuchler 110, 12. 222, 10.
Mewlen 254, 26.
Mich kaiserliche majestat 365.
.Midas. Unji in Phrigia 82, 2.
Milchhaffen 97, Ti.
Milesius 273, 36.
Minerva 284, 18.
Minos 121, 1.
Mir liebt in grOnem Mayen 311.
Misieff dreyer fremden k&ni^ 110.
Misteria 40, 10.
Mit nam Lasarus Engel hart 474.
Mitsam 217, 26. 461, 16
Mueffel 363.
Manichen 107, 28. 133, 30.
Manchen, die stat im Bayerland
264.
Muncket 87, 24.
Mundicion 38, 27.
Murret 87, 24.
Musica. Lob der, 242.
Muetemackat 232, 10.
Mutzen 6, 9.
Nabis 120, 11.
Nachdem der herre von der Mas 154.
Nach dem und m argraff AI brecht
hat 32.
Nach den pergen auf heb ich
schier 244.
Nachrew 7, 11.
Nachstechen einem ein gecken 87,
16.
Nachtewle 375, 18.
Nah, den nächsten (nämlich weg)
46, 7. 11.
Die narren sagen die warheit,
treff unter oder ober an 106, 2.
Narrenschiff 165, 27.
Nativitet 480, 21.
Nechten 162, 12.
Negelein 166, 16. 167, 8.
Nero 120, 12.
Nestel 62, 2.S.
Newen 282, 18.
NicephoruH zaigt clerlich on 357.
^^Hf ^^^m «06 ^^^^1
^m Nicocrates l'2a 11.
FasMw 246, ^^^^|
^H Niderlag des ddrckiacheu kaisers
Patroclua 105, 17. j^^|
^H zw der aeit Calixii de« driten 354.
Patroniren 279, IL ^^^B
^1 Nieten, Sich 62, 5. ^^, 8.
Paezen 280. 28. M
^B Nigromant 169, 4.
Paus, Nach der p. 62, 10. fl
^m Nistelo t65, 12.
Paviment 379. 8. H
^H Nimmerthun ist die peete puee
Peyln 145, 4, ■
^V 48, 1£}.
Pelczen 868, 10. ■
■ Non 487, 9.
Permenter 284, 28. 506, 15. ■
^H Norimbergensia, akroBticbisch 244<
Perfloniren ^83, 27. V
^M Not, adv. nötten 59, 18. 97, 28.
Perapectiff 278, 2. ■
^B Noten 210, 31. 249, 7. 254, 8.
Peter imhoff 479, 3. H
^H Nun hürti wunder-selc^atiie mer
Petrarcha 3, 4, V
^m
Pfal 204, 24. 26.
^H Nimenpeck, Linhart, 107> IS.
Pfann, Antoni, 358, 2,
Pfeningniaister 130, 26,
^H Ü Cmtenmetiscb, schaw die ligur
Pfenwert 499. 23.
^m
Pferchen 62, 24.
^H Oberma^er, EndreF. 129, 15.
Pfincaing. H*ina , Toa HeaffenftsU
^m Oberoehen im Elsaß 101, 4.
485, 3.
^m Obersten 110, 2.
Pfincring, Merten, herr ita Hcnlfen-
^H Ochs, Der flingent o. 460, 1.
feit 353. ^
^H Oracion 36, 26.
Pfincztag 479, 10. ■
^1 Orhan 274, £JL
Pfragner 499, 24. ■
^K Orlüffel 64, 21.
Phalaria 120, 10. ^^M
^m Orphen 288. )S.
Piket 286, 28. ^^M
^1 OrpbeiiB 276, 18.
Piramus 30, 9. ^^H
^H Ortenberg aieb Anna van ^chaun-
Pieret 5, 12. H
^B berg.
Piraen 107, 12 ■
^M Otto der erste 348.
Plackerey 60, 19. ■
^M Ovidiua (quelle) 30« IIb.
Plasaeuburg 46. H
Plerr 99. 24. ■
^M P Bieb aucb B.
Pliuins der ander peweiai 74. ^
^H Packt machen 27, 13.
PlutuB (meint Pluto; 39, 17.
^1 Pais 284, 30.
Podagrische, Der — tra^im« etn
^m Pan 276, 1.
dialogüa von Niclaa Praun ver-
V Pappagey 164, 2, 165. 2. 5. 8. 12.
faßt, von Hau« Sachs bevor-
■ Paril 281, 15.
wortet 3. 21. 4, 26 f
H Paria 105, 16.
Polimnia 21, 19. 20.
^B Paris, der köene held 475.
Pollern 74. 4.
^H Paris von Troya, de« künig« buh
Pomb 476, 10; sieh zu dtoMt «t^lte
■
a. 587. 492. 1.
^M PaßquilltiB 5, 13.
Pongrate 88, 8.
^H PiMquillus ?oii dem schlos sw
Poaatieflr 276, 19. 20.
^^^^ Blaaaenburg 46.
Poatlirer 280, 1.
Potifar 459, 24.
Poti leiohiiBiii-aiigBi 98, 18.
Pnftic 28, 11. 25, 28 u. o 118, 11.
Pnuni, Niolas, 8, 12.
Piechhaltig 459, 23.
PienokiMli 361, 13.
PrenOB 283, 11. Qrimm, wb. 7,2105.
Preeien 282, 27.
Priamiu 105, 18.
Frindpal 20, 31.
Prüter 273, 19.
PriUche 62, 35. 63, 5. 18.
PritMhen 61, 22. 27. 62, 10. 15.
20. 25. 30. 68, 10. 13.
PritschengeBang aaf ain groben
karcken 158.
— auf ainen pueller 159.
-> iw ainem kOnigsmal 61.
Procarator 277. 24, 25.
Proaerpina 39, 17.
PMÜren 487, 14.
Ptalm, Der 118, in dem thon:
Herr Crist, der ainig goies-sun 8
Sieh De Wette IV, 12 41. r.1. ,
Erlanger aoBg. 41 , 1 f. Operu
ezegetica XYII, 304.
Puelffem 90, 7.
Pnelsen 280, 21.
Porgaci 62, 22. 274, 14.
Pugim 165, 24.
Qnadem 459, 26.
Qnintem 277, 14.
iUohel 453, 19.
Raehtal 24, 15.
Radwerbe 164, 4.
Raiger 274, 83.
Bainfal 488, 6.
Raii daen 56, 34.
Raisdrahen 285, 18.
Ranck 96, 2. 7. 10.
Ratenpeck, Andre, 319, I.
Rawenkolm (Rauhe-Kulm) 50, 12.
Rawug 492, 35.
Raotenglas 288, 18.
Rebecka 453, 14.
Recebt 274, 6.
Regenaporg, die alt peruembt reich-
Btat 325.
Register 92, 14.
Reimen auf das pretspiel 335.
Reimen auf das gros geschencket
glas zu Henffenfelt 353.
Reimen von zwayerley gesten,
gueten und bGsen 482.
Reimen auf den glueckspfening
Job. Kaufmanns 352.
Reimen auf ein grabstain Wolif
Ganzingers 315.
Reimen an die herberg zw Paden
im Wilpad 334.
Reimen auf das silbren kestlein 342.
Reimen auf des Muffels klainat 363.
Reimen auf das silbren klainat
364.
Reimen der zwolff monat auf die
zwollf magGllein .329.
Reimen auf den guelden Schilling
316.
Reimen zu graff Nicias von Serin
seiner contrafactur 36'>.
Reimen auf das geschencket drinck-
schier herr Wolff Kern 239.
Reimen auf ain silbren pect er 474.
— pecher 479.
— auf die silbren karthauna 877.
— auf die grosen schewren 333.
— auf die gülden schewren 478.
— um b die guelden schewren 369.
— auf die guelden schewren-
glocken 374.
- auf die verguelten scliüessel
475.
Reimen auf das silbern weinfeß-
lein 372.
Reimen in das haus 476.
Keimen zw der abcontrafactur
Albrecht DUrers 16.
Keimen herzog Hansen und doctur
^^^
^H
^^^B Martina, bo vor dem creacz patd
Scharlach 214, 2. 7. 10- ^^|
^^^p 314.
Schätzen 96, 19. ■
^^^^ Reimenwerck 85, 8.
Schaw an, ob dw erkennen wüd 16. "
■ KeiBser 278, 19. 20. 279. 2.
Schanbe 100, 15, !
^H Reitwetschger 7S. 10.
Schawgroschen 480. J
^m Rentschreiber 129, 20,
Schaunberg, Wol fgang graf Tonl»2.
H Res 279. S4 28». 20.
Schaunberg, Anna gräfia von, get
■ Resch 240, 9.
gr&fin von Ortenberg 182, 16. j
■ Reusen 28B. 9,
Schenck der ringmacher 69.
■ Ricken 281. 21.
Schenck, Jörg, 234. .
^H Riebejaen ßndett 9*2, 2
Schenler. Hans, 479. 4.
^H Ringüclieti 77. 2
Scherge 94, 11 18.
^H Ringmachergesellen 69.
Scherl. Hans, 479, 2,
^H Ringsgwatit. Zacharias, 479,
4.
SohecÄea 12, 4. 50, 31 56, 7,
^V Ritterr^erung 247. 19.
Schewben 281. 12.
^H Romaua, die »eugeat dochter 470.
Scbewren 281, 7.
^m KoslkM S83. 17.
ScheTivren 369. 1, 8.
^m RÖBselwuerBt 68, 3.
Scbeiiren-glocke 374-
^H Ruecb 166, 6.
Schiffpatron 275, 10. 11,
H Rucbtbar 28^ 22. 46, 4.
Schimpf 19, 14.
^H EueckeDprot 282, 23.
Schinden und acbaben 13, 28.
^m Uiieger, Anthoni 479, 2. — ,
Jörg,
Schlacht. Die ander, so tuargraff
H 479, a
Albrecht verloren hat anno 1558.
^H Runiretig 38, 20.
den 11 September 32.
^V Rueppbu 283, IL
Schlacht kaieer Otto det enti^ii J
und pißchofl ülrichi vor Angt^^
^Lh Sachs, Barbara. 484.
porck mit den Ungern auf dtoifl
^HB Sacha, Hane, akrosticMsch 245.
Lecbfeld im 957 jar 348. ^
^^^ Sacicpfewtfer 458, 18.
Schlaft-hawbe 213, 1. 13.
^1 RalsEbur^^ 18, 10.
Schlag atn mesaer 206, 16. 19.
^m Sanireu 275, 25.
208, 9,
^1 SatuniuB 21, 20. 33 u. o.
Schlahur 287, 29. ^^_
■ Schabab 6. 25. 159, 19.
HcblaiffJein 64, 20, ^^H
■ Schach 200, 6.
Schiairlade 287, 24. ^^M
■ Schacht 280, 20.
Schteckerhaft 241, 12. ^^1
^m SchaiB, Einjagen ein s, 98,
26
Schlicken grol»e procken 99, 2(V. V
■ Scbalaczen 460, 17.
Schlaepfwinckel 47, 21. ^^M
■ Schalckheit 52.
Scbmanhbuch 119, 16. ^^H
■ Scbakkstack 201. 19.
Bchmachwort 196, 33. ^^H
H Schamlot 100, 14.
Schnacke 203, 24. ^^M
^H Scbampadaliin 227, 23.
Schnelene 256, 3. ^^^|
^m Schampar 72, 11.
Schnur 206, 25. ^^M
H Schamparschellen 241, 24.
Schoppen 456, 21. ^^1
■ Schanc2 130, 5. 220, 3. 487,
27.
Schultum 93, 32. 94, 33. ^^M
^M Schancz gewinnen 487, 21.
1
609
Schwanck: M&nich, petler und
Imncsknecht, drey hosen uns
dneehi 246.
Schwanck, In s. bringen etwas 219, 8.
Schwarte 99, 6
Schwegel 275, 81.
Schwerttanz der mesreri.j. 1540188.
Seorpion 41, 85.
Seckendorff, Veit Asmus von, 328.
Secretarios 62, 11. 12.
Seiteinmal 4, 9
Seycsman, Erhart, kandelgießer
171, 13.
Seliges glfieck, lob, er und danck 370.
Seneca 8, 8.
Sengel 288, 10.
Serin (Zriny), graff Niclas von,
865. 867.
Sew-ferschneiden 458, 29.
Sider 94, 2.
Sirob 274, 6.
SiHera 454, 4.
Sitlich 60, 6.
Sold 198, 19.
Sommer nnd Winter 253.
Sorgfeltig 213, 4. 456, 1.
Spelnncke 80, 4. 378, 24.
Sphera 37, 86.
Spinnenfeint 195, 14.
Spinerin im korb 459, 4.
Spitaknaister 181, 8.
Spiczfnndig 221, 20.
Sprichwörter sieh atemgeRchmaiH.
pneb, es ist gleich u. s. w., gleich.
hut, narren, nimmerthun , atal.
■tat, toter man, was angen o.
8. w., wasstecz u. s. w., wer da
n. s. w., wer den, wer überhöm, zil.
Spruch auf den edlen stain 362.
Sprach, wie die geystlichkeit und
eÜich hantwercker über den
Luther clagen 505.
Stadium 197, 6.
Stal zumachen, wenn kalb und
kiih verloren sind 7, 14.
Hau Baeha. XXIII.
Stat 39, 3. 216, 38.
Stat macht den dieb 29, 1.
Stat geben 27, 18.
Staub 456, 12.
Stauben 28, 19.
Stauchen 65, 7.
Ste auf hercz, muet und sine 262.
Stechzeug 257, 2.
Stegmon, Adam, ein hecker 101, 8.
Stegraiff, In dem st. neren 56,38.
57, 5.
Stellein, Adam, 309, 9.
Stempfen 280, 12.
Stenren jmdm. 39, 16.
Stiz, das hellwasser, 117, 14.
Stockfisch 112, 8. 10. 19. 27.
Stockfisch plewen 282, 19.
Straßburg 101, 5.
Strax 5, 3.
Strebkaczen ziehen 131, 25.
Strelen 132, 27.
Stabich 284, 26.
Stfiedfaul 241, 5.
Suedelkoch 129, 28.
Suma all meiner gedieht anno
salutis 1556, am 30Septembrisl07.
Suma al meiner gedieht (1557) 133.
SQndenrues 60, 22.
Sueppen-wuest 132, 6.
T sieh auch D.
Taglaistung 59, 29.
Tail, Die 4 t. des jars 368.
Daubenschlag 94, 15. 31. 96, 23.
Daicken = ? decke 247, 6.
Tempel des grabs Gristi abconter-
fet 378.
Thalia 21, 3. 4.
Thamar 454, 20.
That, kuen riterlicho th. von grafi'
Nicklas von Serin in Ungern
an dem Thuercken 367.
Thekoa 454, 24.
Thenen 95, 5.
Thenor 275, 22.
610 ^^^^^^^1
^^H Therm aniren 248, 20.
ünferziegen — anventüglich 75. ■
^^m T6r))8ieare 22, 24. 25.
Unferzogelic!h 96. 31. 1
^^H Dewffelin 59« 16.
Unfrieden, Zu u. 209, 14, M
^^^1 Tbimotliea, getnabUn de» Anchu^
Ungelachseti 132, 12. ^M
^^H 88, S.
öngemuet 200, 23. ^H
^H Thiniacea 2M, 22.
Uniue&t, Hans, 132, 6. ^H
^^^H Thitbee wart mir tnein nam
er-
Uumüeasig 52, 1. ^^^|
^^M kom 29.
ünnosaig = ? unentbehrlicb SS^B
^^H Tbun uDil lassen 53» 17.
Uns saget die bibel gancz clar^fl
^^^H Doter man paist nimant i9, 2.
Uns sagt die cronica f&rwM^^^
^^H Trachten 91, 11.
Unterstehen 52, 10. ^^M
^^^1 Tragedia: Artoxerxea, der künig
Untertitel 5, 10. ^^|
^^H Peraie, 185.
Unziffer 23, 13. ^^
^^^B Traum Paridis 2^2.
Urania 23. 3. 4. J
^^H Trawen 215, 33.
Uratent 238, 9. ^H
^^H Drincksehier 234, 1. 25.
Uerte 65. 40. WM
^^H Troffantes lesen 61, 5.
Uerten-geaell 65, 27. 70, S 7. 2S
^^H Trogenhaft 241, 3.
^^m Troya 1Q4, 11. 105, 13.
V sieb auch F.
^^M Thurnia 280, 31.
ValeriuB Maxiraua 28, 32,
^^H Thumicz 202, 27.
Valete in dis 9 spruecbptiecii 84.
^^H Durteldaube 375, 6.
Venus-taegent 222, 15.
Verfrören 255, 21,
^H Ueberguelt 105, 2L
Vergeben 207, 5. 31. 208, 2. 220, l^
^^H Überhand gewinen 31, 3.
Vergewisaen 212, 10.
^^1 Uberacbwal 193, 18.
Verglaffet 105, 26.
^^V UberBÜesset 230, 7.
VergleicbunK des menscben-lcbea
^^H Ubertrang 19, 20.
dieser steit Mit der aanneii tßh^
^^^H Ubertüer, Auf die o. senden 221,
35.
auf erden weit 468.
^H UbertufDen 498, 22.
Verhocben 279, 10.
^H Ueber-wol 88, 20.
Verkunt^chaften 95, 20,
^^m Umbluegen 227, 12.
Vermanung, Bich von fiQnden f^^
^H Umbstrewnen 458, 21.
wenden , anf das nicht 'l'^
^^M Un 44, 3. H. Sachs gebraucht d]
eee
mancherley hartten straff gott«
^^H form wie sonst an, z. b. 46,
20
über uns kumen 344. ^_
^^H oder on, s. b. 89, 26 für ohne
Vermenteln 22, 32. ^^M
^^^H manchmal, vergL flcbwank 36,
Vermeren 28, 29. ^^B
^^1 106; 58, 83; 198, 37.
Verpaist 39, 19. ■
^^M Unperedet 87, 29.
Verpfenden 67. 21. ■
^^H Unpeschwerd 54, 26.
Versal 279, 30. ■
^^1 Unpllligen 50, 8.
Yersalpuchstaben 378. 25. ■
^^H Undewen 108, 5.
Versehlaifen 463, 3, 1
^^m Undötlich 381, 28.
Verschlicken 247, 28, 31. 1
^^m Ünelicb 105. 35.
Verscblissen 470, 7. ■^^M
^H Unfer 488, 21.
Vmcbmach 204, 20. ^H
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^1
611
Sich, 5U, 34.
d 254,85.
12, 10.
1, preter. verwielt 181, 10.
, Sich, 49, 22. 50. 16.
ieh Schmeller-Frommann
J73. (Grimm, Wörterbuch
1049, 2) paßt auch auf
rwegen.
6,7.
27.
leis ich mit nam 31.
•rg und Luda, geb.
Hangen, 478, 4. 5.
^ jaren sich zutrueg 246.
83, 3.
278, 30.
58, 1.
9, 21. 213, 13.
285, 19.
ifhawen 57. 6.
u w. pringen 56, 8.
[ans, kandelgießer 171, 14.
274, 28.
)7, 84.
Hainrich , aus Orssoy,
!w Nürnberg, 358. 369, 2.
Gertraut, 369, 4. 5.
7,2.
283, 4.
isiren 248, 19.
Die wunderlich w. aus
men vom dewffel 78.
1 sehen, das le wgt nit 98, 4 .
krachet , das prichet
), 9.
er 284, 25.
6. 490, 17. 25.
885, 17.
Q 375, 4.
158, 29.
it das vas zopft on 372.
10.
Ein 226.
Wer da wol achmirt, derselb fert
wol 57, 26.
Wer den wagen spant hinten an,
Verdint schaut und nachrew
darfon 360.
Wermessig drincketguetenwein482.
Wer ueberhGm und -sehen kon,
derhencket ejsren thüre on 81, 34.
Vergl. band 17 . 510, 7. 523, 7
und band 21, 375 zu 3, 176, 26.
Wessem 63, 8.
Webse 50, 26.
Weil 87, 6,
Widergelt 4, 11.
Widerkunft der pfalzgräfin zu
Amberg 236.
Widerreden 28, 21.
Widersins 205, 13.
Widerspenig 65, 26.
Widerspil 196, 24.
Widmen 198, 3.
Wie der tewffel seim knecht Ionen
118, 14.
Wie ein kue in ein meußloch 1 1 8, 18.
Wien 304.
Wilpad, des margraffen von Paden
päd, 477, 14. 16.
Wilkumb 374, 3. 21.
Willig 151, 6.
Wilpadrayen 255, 7.
Windspiel 62, 28.
Winter und Sommer 253.
Wir (apokopiert für werde) 109, 29.
Wir. küng aus Schweden, ent-
pieten dir 111, 37.
Wir, küng aus Zippern von gotes
gnaden 111.
Wir, künig Felix zw Yndian 110.
Wismat 279, 25.
Wolauff! wol her! seit alle froh! 159.
Wol ff zaigen auf dem rüeck 40, 14.
Wolgeperig 110, 22.
Wolgehaben, Sich, 200, 14.
Wolher , wolher als hoffgsind
gleich 61.
612
Wundergepuert aines kindes mit
einem ser groeen kopff 126.
Wütend her 117, 21.
Zadel 56, 31. 494, 40.
Zainen 229, 20.
Zaiperger, Jörg, in Linz 181.
Zanprecher 458.
Zehenjerig kindisch und klein 375
Zeit pringt rosen 161, 13.
Ziegler 288, 3. 4.
Zigler, Damian, 181, 20.
Zil 500, 1.
Zil, Die wolff fressen kein zil
(keinen zieltag) 476, 22.
Zinck, Andreas, kandelgießer 171,
12.
Zipperlein 3, 22.
Zobel, Heinrich 369, 3.
Zol, Der gülden z. am Rein 161, 30.
Zopffnnn 506, 16.
Zriny, sieh Serin.
Zw der zeit als kfinig Midas 82.
Zu fHd und rw seiB 194, 22.
Znaigen 217, 29.
Zneber 111. 10.
Znechtspraech meiner lieben haiii-
frawen Barbara Sechain 484.
Znchtwagen, Der, 860.
Zngenosen 66, 80.
Zum gaelden ast peim weissen
tuem 69, 4.
ZQncken 275, 31.
Zuschicken 66, 25. 26. 70, 14.
Zwschicker 65, 27. 66, 22. 34.
Znrertrawen 98, 1.
Zwerchpfewffe 275, 31.
Zwispeltig 824, 12. 14.
BIBLIOTHEK
DES
LITTERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART.
CCVIII.
TÜBINGEN.
OSDBÜCKT AUF K08TKN DES LITTERARI8C11KN VRREIM8.
1896.
PEOTECTOR
DK8 LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGARl
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
VERWALTUNG:
Pr&Bident:
Dr. B. Fischer, profesBor an der universtt&t Tübiitgeii.
Kassier:
KAtimleiratb Rollert iiDiTeniitätfi-actimr in Tübingen.
GESELLSCHAFTSAUSSCHÜSS:
Dr. B a e c h t o 1 d , profeasor «n der urtiveraität Zürich.
Gebeimer regieTunguratb Dr. Barack, obarbibliotbekar in Straßbnrg.^
Professor Dr. Böhmer in Lichientbal bei Baden,
Dr. Hertz» profetaor an der technischen hochschule Mönchen.
Director Dr, Heyd, oberbihliothekar in Stattgart.
Dr. Martin, professor an der univereität Straßburg.
Dt, K, T. Maurer, professor an der nniversität München»
Dr. Sievere» profeesor an der imiTerfiität Leiptig.
Dr. Steinmeyer^ profeasor an der uniTersität Erlangen.
Dr, Strauch, professor an der tiniverBitftt Halle.
Dr. Tobler, professor an der uniTerHitäfc Berlin.
Geheimer reglertingirath Dr. Watten b ach, professor ander aniTer«
■ität Berlin.
Die Reise der Söhne Giaffers
ans dem Italienischen des
Christoforo Armeno
übersetzt durch
Johann Wetzel
1583
heransgegeben
von
Hermann Fischer und Johannes Bolte.
GEDRÜCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART
TÜBINGEN 1895.
ALLE RECHTE VORBEHALTEN.
DRUCK VON H. LAUPP JR. IN TÜBINORN.
Vorrede.
In die arbeit an diesem bände haben die beiden unter-
zeichneten sich dermaßen geteilt: von H. Fischer rührt die
herstellmig des textes sammt apparat her, in den anmerkungen
die abschnitte A 1. 2. 3 (seite 177 — 195), sowie das register;
Yon J. Bolte die abschnitte A 4 und B der anmerkungen
(seite 195—224), sowie s. 177, anm. *, s. 178, anm. * und **,
seite 178 f.: ,0b Christoforo — folgen weiter unten."
Im tezt ist der druck von 1588 buchstäblich getreu wider-
gegeben, auch der gebrauch der majuskel und minuskel, die
interpunction und die absetzung der zeilen schließen sich genau
dem original an, dessen coUationierung zu übernehmen herr
Dr. Gh»ef in Wolfenbüttel die freundlichkeit gehabt hat. Nur
in folgendem ist vom original abgewichen. Die abbreviaturen
sind aufgelöst ; dabei kann, da der originaldruck in bezug auf
dieorthographie der nicht abgekürzten Wörter manches schwanken
zeigt, nicht durchaus für die buchstäbliche richtigkeit der auf-
lösungen eingestanden werden; i und j, u, ü und v sind nach
dem lautwert geschieden * ; statt ä, 6, & sind ä, ö, ü gesetzt
(siehe auch die anmerkungen); Schreibungen wie Jn sind mit
In etc. widergegeben.
Unter dem text finden sich gelegentlich bemerkungen über
die lesarten des originaldrucks; darunter regelmäßig die ver-
gleichung des Wortlauts der italienischen quelle. Das italienische
werk ganz abzudrucken, war unnötig, da es durch Heinrich
♦
* Aber in „je* and seinen compositis ist j belaßen ; in Basel-Stadt
werden sie heutzutage mit j gesprochen, s. Hofmann , Vokalismus von
Basel-Stadt s. 70; Heosler, Gonsonantismus s. 89 ; daß das schon älter
sei« iBt nicht unmöglich.
VI
Gasseer 1891 im zehnten heft der Erlaoger Beiträge zur eng»
lischen Philologie publiciert worden ist. Von wert schien aber
die mitteilung derjenigen steUen zu sein, an denen der deutsche
Übersetzer von seiner vorläge abgewichen ist, und es schien
nitlich, in dieser raitteilung eher zu viel als zu wenig zu thon.
Die Orthographie des italienischen textes ist durch J. Bolte
nach dem Berliner exemplar des drucks von 1557 geregelt
worden ; in der interpunction und der setzung von majuskehij
ist aber im allgemeinen Grassners praxis befolgt worden, um de
text übersichtlicher zu machen.
Mehrere erklärungen orientalischer namen haben die unter-
zeichneten Herrn Dr. C, F. Seybold in Tübingen zu verdanken.
Die möglichst knapp gefassten bemerkungen zur geschichte
der erzählongsatoffe bernhen großenteils auf der in der Zeit-
schrift für vergleichende litteraturgeschichte 2—4 veröffent-
lichten wertvollen arbeit von G. Huth über das italienische
werk Christoforos. Die frage nach den unmittelbaren qaellen
des Armeniers wird hoffentlich einmal durch einen genauen.
kenner der persischen litteratur gelöst werden.
Tubingen . . . ^qq„
-^ ^— im August 1896.
Berlin ^^
vn
Inhaltsverzeichnis.
Vorwort V
laliftlttTerieielinii Vn
Toxi 1
Anmorkangen:
A. Zur getchiohie des deutschen werkes:
1. Das italieniBclie original 177
2. Wetieli fibonetsnng 179
8. Sp&iere auflagen von Wetee!« werk 192
4. Anßerdeuteche bearbeitnngen des italienischen werkes 195
B. Zur geschichte der einzelnen norellen 199
Bogitter 225
Nachtrag.
Zu Seite 29, 21. 42, 13. 48, 6. 136, 2. 144, (>. 152, 17
siehe seite 193 **,
[•1] Erste theil
Neiiwer knrtz-
T\reiliger Historien, in
welchem Giaffers, deß Kö-
nigs zn Serendippe, dreyer
Söhnen Reiß gantz artlich
Tnd lieblich beschrie-
ben :
Jetz neuwlich auß Italiäni-
scher in Teutsche Spraach
gebracht,
Uu r c h
Johann Wetzel, Bürgern
z n Basel.
Getruckt zu Basel, im jar
M. D. Lxxxm.
*
Zeile 2. 3. 9. 13. 16 rot gedruckt.
Peregrinaggio | di tre giovani fi- | gliuoli del re di | Serendippo, |
per opra di M. Gbristofo- | ro Armeno dalla Persianä neir Ita- | liana
lingoa trapportato. | [Vignette.] | Co'l Privilegio del Sommo Pontefice,
et deir Uln- | siriß. Senato Veneto per anni X.
Giaffers Bohne. 1
[Seite ♦ 2 leer.]
3] Vorred an den guther-
tzigen Leser.
Als ich vor wenig jaren, freundlicher wolmeinender Leser,
ch ein zeit lang zu Venedig gehalten, ist mir neben viel
dem schönen, lieblichen und kurtzweiligen Historien, auch
jses Büchlein, so kurtz zuvor durch Christophorum Armenium
ß Persischer in Italiänische Spraach transferiert worden, zu-
standen : welches mir, nach dem ich es mit fleiß durchlesen,
sehr geliebt, daß ich es auch Teutscher [ * 4] Nation, meinem
il geliebten Vatterland, mitgetheilt zuwerden, würdig geacht
b, und das fümemlich auß zwo Ursachen.
Erstlich, weil ich wargenommen, daß diese gantze History
hin gericht, damit hierinn, als in einem Spiegel, klarlich er-
leine, daß Zucht und Ehr, Kunst und Weißheit, sampt an-
ren Tugenden , einem jeden Menschen , reichen und armen,
5 höchste zier seye : also daß billich alle Christenlichen Eltern,
il mehr ein schätz grosser Tugend, denn grosser Reichthumb,
ren Kindern zuverlassen, sich befleissen sol[* 5]len: und das
memlich wegen der ehr Gottes, demnach zu fürderung ihrer
*
AI clarissimo | Signor Marc' Antonio | Giostiniano, fo del | Claris-
do Signor Girolamo, | Procuratore di S. Marco.
Havend* io in questi giomi di caldo, clarissimo et prestantissimo
pQore, come per via di diporto, coir ajuto d'uno carissimo amico mio
ir idioma Persiano nella lingua Italiana la presente operina trapor-
Aj tutto che ogni altra cosa piu tosto io mi rivolgessi per lo pensiero,
3 di haver quella col mezzo della stampa k publicare; nondimeno
ito dalle persoasioni di cui grandemente mi ama, mi sono lasciato
Innre ä mandarla in luce. Ma percioche mi 6 fatto intendere, che
i anco, si come nel paese mio avenir suole, de gl' obtrettatori e mal-
'«nti assai si ritniovano, i quali non sapendo del lor' ingegno al
mdo fmtto alcuno di mostrare, ä fine che si creda, che anco eglino
1*
aller, der Alten neoilich und Jungen, zeitlichen und ewigfn
Heils, hieneben aber auch daruinb, damit wir nicht von den
blinden Heiden mit Tugenden überwunden werden. Denn auch
under diesen treffenlicli viel gefunden worden, welche ob sie
r. gleich den waren Gott nicht erkennt, ja keins wegs annemmen
wollen (wie denn sollichs der heilig Augustinus bezeugt, da er
also spricht: Die Römer haben aller Völckern Götter angenom-
men» den Gott und Gottesdienst aber der Hebreerria [* 6] da-
rumb daß er allein und ohn Mitgenossen verehrt sein wollen,
10 außgeschlossen) die Tugend doch für das höchste gut gehaltea
und geehret haben. Daher denn Sophocles sagt. Allein der
Tugend schätz sey bestendig und ewig. Und Euripides, die
Tugend leuchte auch den verstorbnen. Item an einem andern
orht schreibt er aufl" dise weib ; Den Menschen ist nit allein
36 das gleisaende Silber und Gold ein gute Miintz, sondern auch
die Tugend, welche das verborgen gelt ist zu jedermans ge-
brauch. F^ato der fürtreffeo liehe» unnd von etlichen Göttliche
Philosophus genen[* 7Jnet, zeigt under viel andern der Tugend
lobsprtichen an. Es müssen aller Güter hauffen, alle Reichthumb
ao der Tugend weichen. Sollicher Exempleii^ unnd was weiter»
zu einem rechtgeachaffnen leben (der Seelen artzney auGgenom
raen) dienet, sein ihre Bücher voll: also daG wir Christen (soi
von dem waren Gott und seinem Wort, auch wie er von unt;
♦
possano giudicare, U piu delle fiate V altrui fatiche biaBimando, credonsi
d'aggrandire ; k ci5 conosco io eaaermi neoessario di ritrorare alcon
riparo, iiBsicurando in alcutia maniera dalle lor lingue il mio Hbric-
ciuola, il che agevolmente m* aveggio dovermi venir fatto, dedicaadulo
et presentandülo alla clarissima Signaria vostra , fautrice perpetua di
tutti i virtuosL II cui nome sendo per le rare conditioni, che in lei<
fiODOf tanto celebre et illnstret mi rendo certo, che dalla lor malediceosft
qnetli sia per gramieniente iapaventare: oltre che io anco un* altro be*
nefieio ne verrö *\ conaegQire, che seudole tanto ubligatOf quant' io le
aono per le molte cortesie et amorevolexza, ch* ella ha verso di me in
ogni tempo aaata, ne potendole per la picciol forttma inia segno al<
cuno dl grate animo dimostrare, col dedicarte la preaente mia fatii
far6 9t, ch* ella ai accerterÄ almeno, che, poscia che la gratitudme dell'
animo io non le posso altrimenti far paleae, conosco d' esaerle tenato
et ubligato da dovero. Hestamt dunque di riverentemente supplicaria
i\ degnarai di accettare il picciol mio dono con quell* animo, con che
io gliel fo. In riconosceoKa di che et di inolte altre cortegie anoora
{
I
in '
cafl
itO S
r)a1
▼erehrefc sein wolle, der unwiissenheit uns keins wegs zuent-
schiildigen haben) wenn wir ihre Bücher lesen, billich scham-
roth werden solten. Dieweil denn auch (wie obgemelt) di(i
Büchlein nichts anders, denn [* 8] ein kartzweilig lob der Tu-
6 gend ist, nnnd billich genennt mag werden, hab ich mit dieser
arbeit, so ich hieran gewendt, vilen guthertzigen Leuten ein
wolgefallen zathun verhofiFt, nit daß ich sollichs groß noth-
wendig zusein vermeint (denn mir unverborgen, daß vorhin von
allen nutzlichen, nothwendigeu unnd kurtzweiligen sachen über-
10 flüssige Bücher so wol in Teutscher, als anderen Sprachen ge-
schrieben unnd öffentlich zukauffen sein) sondern weil auch dieses
neben andern guten Büchern wol und mit mehr nutz, denn ich
aber sonst viel Schrifften weiß, mag gelesen werden.
[* 9] Die ander ursach, darumb ich diß Büchlein vertol-
15 metschen wollen, ist die, daß ich disen unbekanten Authorem
mit sonderbarem fleiß und grosser kunst dahin zielen gesehen
hab, wie alle Melancholey unnd Traurigkeit vertrieben, unnd
gate Oesundtheit erhalten werden möchte. Denn Traurigkeit
nnnd hertzbeschwerden nicht allein den Leib, sondern auch den
io Oeist deß Menschen offter mals betrüben und krencken, ja das
Marck in den Beinen auGnagen und verzeren. In diesem Büch-
lein aber sein viel schöne, und alle schwermütigkeit zuver-
treiben taugenliche [* 10] Gesprech begrieffen.
18 Denn .... verzeren] sie!
che da lei ho in diversi tempi ricevute, tutto che debole soggetto io
mi conOBca, prometto k V. clarissima Signoria, et in questa cittä, et
in qnalunqoe altra parte del mondo dove io m' habbia ä capitare, di
non havermi ä ritrovare mai stanco di predicare le molti lodi, che in
lei sono, et d* inalzare inßno a1 cielo V illustre et honorato suo nome.
Et le bacio riverentemente le mani. II di primo d'Agosto, 1557.
Di V. Clariss. S. Ubligatissimo
et atfettionatissimo servitore,
Christof oro Armeno.
P r 0 e m i o.
Lodato sia seinpre il signor Iddio. Creatore di sette Gieli, di quattro
elementi, et di ciascuna altra cosa, che sopra la terra si vede, fattore
deir huomo, animale k tutti gli altri superiore, k cui non polo delP
intelletto, coi quäle havesse la divinita sua k contemplare , ma della
6
Dieweil denn du, lieber Lesor, auß dieeer History lüchtl
allein gute Lehr und ünderweisung , sonder auch viel freud
und kurtzweil nemraen und fassen kanat, wollest dich ein wenig]
öelt und zeit hieran zuwenden nit dauren lassen : wird dich on |
& zweiffei ^ so du es änderst von anfang zu end mit fleiG Ici
und betrachten wirdst, nicht gereuwen. Denn es auch durch
mich dermassen verteufcschet , und alles das, so zarten ohren J
verdrießlich oder ergerlich sein mögen, dergstalt moderirt tiodfl
beschnitten worden, daß es von alten und jungen Manns [* 11]
iti und Weibspersonen wol mag ohn scheuhen und ergernuß ge-
lesen werden.
Wiewol ich nun in dieser meiner Arbeit, sie seye wie sie
wolle, auff nichts anders, denn wie ich andern Leuten zu dienst
unnd gefallen sein könne, gesehen, hab ich doch wol zube-
iß sorgen, es werde mit mir, so wenig als mit andern, jedermao
nicht zufrieden sein, sondern sich der Mißgünstigen unnd Tad-i
leren gnug finden. Dieweil ich aber die art der Welt wol weili,
uund lestern unnd schmehen nicht neuw sein langest erfahren^ 1
kan ich mich jetz desto besser darein schicken, f* 12] Ver-j
20 hoÜ' aber nichts destowen iger, ich werde so wol als ander Leut,!
neben den Feinden auch Freund haben ^ die mich mit HipponacteHJ
welcher will, daß man kein zeit müssig hinfliessen lasse, wider|
die Neider verthedigen werden. So ich denn solches vermercke
lingua ancora» con che gU potesse de! ricevuto beneficio gratie rendere»
fece dono. Ritrovandomi io povero peccatore Christophoro Armeno della
cittä di Tavris nel paese mio, ud^ piu fiate da diversi a ragionare, nellt
parti di Franchi gran numero d' buamiiii di nobile et ulto ingogno do
tatJ ritrovarai , il che dalle belle et raaravigliose coae . che presse
laro si ritruovano, agevalmente si potea comprendere. Ond* io «nti
\n granclbäimo disiderio di vedere cotal paese, easendo inassimanieoti
a Chriatiani aoggetto, dove i riti della religioiie di Gieau et i castoii
di prcncipi di quella harret potuto couosjcerei il che, eaaend* io ChristifiDO
eempre eomuiamente diaiderai. Onde colT ajuto del ai^or Dio tielU
Franchia aviatcuni, il primo luoga, dov* io capitai, fu la citt^ di Venctii
hiquale , perciö che nel mondo tutto rnua' altra ad easa simile aon
ritruova, credeai, che colla mano del Signore et non d* altri da pria
cipio sia atata fabricata. Ella h nel aiare situata, et in ojsrni sua pur
per terra et per acqua vi si puö andare: peroio che aeinpre alcanlj
harche copetie, che ai chiamaao gondole, ai ritruovano, le quai dov
7
I will ich dir, günstiger Leser, zu danck und ergetzligkeit, alle
fc beschwerliche Melancholey hier durch zu vertreiben, in kurtzem
mehr Theil dieser Matery in Truck verfertigen : es seye denn
sach, daß mir und dem Trucker irgend ein Bdcherreuber (wie
»denn deren etlich hin und wider gefunden werden, so inen
[* 13] kein conscientz machen, ire sichten in frembde Erod zu-
schicken, und da sie nichts geseet haben zuschneiden, und also
iren nutz mit ander Leuten schaden, wider Geistlich unnd Welt-
lich, auch aller Völckem unnd das natürlich Recht , ja wider
10 alle Christenliche liebe, zufürderen) frevenlicher, unverschampter
und ehrvergeliner weib eingriff thüe, mir mein arbeit, dem
Trucker aber sein angewendten kosten abstäle, unnd diesen oder
folgende Theil ohne unser wüssen unnd willen nachfcrucke. Denn
also wurde ich viel lieber mein grosse müh mind arbeit an
iii andere geschefft wenf* 14]den, denn solchen undanckbareu unnd
unwürdigen Rauhvöglen witjer meinen willen dienen wollen,
welche inen woleineu grossen und weitbekanten Nammen machen,
aber nit anders, denn dieser, so den Tempel Diane zu Epheso,
welcher wegen seiner 0 beraub grossen schöne unnd köstlicheii,
20 under die sieben Wunde rwerck der Welt gezelt ward, verbrennt
hat. Es solten auch solche Leut» so sie sich vor der Welt nicht
I^chemen wölten, jedoch Gott förchten, wider welches außtrucken-
jliche Gebott, nemlich, Du solt deines Nächsten Gutt nit be-
qne (* huomo vuole, lo coiiducano I palagi et habitationi per la maggior
parte hanno due porte , Tuna e aopra Tacqua, per dove tutte \e cose
alla famigUa necesaarie colle barche si cooducono, Taltra Ä sopra 1a
sirada, per dove cioscuno entra et eace k piacer auo. In questa citti
altri animali, che buomiai et donne dt bellbdma fonua et statuia non
Bi veggono; ove nelle nostre gPasini et camelii caminando di continuo
incredibi] molBBtia ci sogliono dare. Le etrade soiio nettieBime et mal-
tonate. Molte chieae et belliseimi palagi, et dl gran valore, vi Bi veg-
gono »Sonovi anco molti bospitali , ne' quali gl* haümini dalle donne
separatamente habitaDO et sono tutti mirabilmeDte serviti: hanao i
suoi panni biancbiaairai et i auoi medici, che de gF infermi banno con-
iinua cura, i quaÜ di ciaacuna cosa sono aovenuti, Quivi ai fa gran
lustifcia, ne si comportii, che ad alcuno aia fattii ingiuria, et Bfomaai
iiascbeduno, quanto puö* di eaaequire il commandaraento di Dio. Vi
eai »Otto le leggi, et quelli cbe rainistrano la giuatitia, sono buomini
di molto aapere et di gran bontä dotati. Sonovi oltre di cid molte
stanze , dove aenza alcuna pigi me i [loveri forasiieri sono alloggiati ;
8
gären, sie handien: [* 15] darzu gedencken, daß die ungleu-
bigen Heiden in fromm keit ihnen weit fürzuziehen aeind: denc
Aristides, wegen seiner auffrichtigkeit ^ der Gerecht; genenni,
gefragt was gerecht were, gab antwort: Nichts frömbds be-
ö geren, etc.
Damit ich aber dir , guthertziger lieber Leser , nicht
weiter mit meiiiem schreiben überlegen aey, ist letztlich aa
dich mein schließlich bitt und beger , wOUest diese meii
kleinfüge Arbeit mit solcbem gemüt anneminen und verstehn.
iü wie sie von mir (nemlich guter wolmeinuug) an tag geben
wird, Hiemit will ich dich und mich , auch unser [♦ 16]
allgemeines Vatterland Teutsche Nation, sampi allen an*
dem frommen Christen, in den schirm deß AUmechtigen be-
Iblen haben. Geben zu Basel, den ersten Februarii, im Jar
1« nach Christi unsere Herren
Geburt , M. Ü.
Lxxxm.
12 TeaUche] sio i
I
di cbe ne posso fare io ampla fede, il quäle per lo apacio di tre onni
BODO in tina Btanza iillo atato mio convenevole eeBza pagamento alcunn
continuamente dimorato; ne in alcuna altra citt&f laquale pin elemn-
ainaria, ne piu veraa i poveri compassicmevo! »ia, mi ricorda d* essere
mai capitata. Ond' ia di ei bei costumi et riti iiinamoratOf del paeM
tnio del ttitto iscordatoroi, se pure alcuna volta mi casca nel peaaiero
di ritornarvi, pare, che incontanente da ciö il genio mio mi ritraggiL
Quivi havencjo io conosciuti gV huomini in ogni professione moltostn-
dioai, per le molte cortesie, ch' io ho nella cittä loro ricevute, ho vo-
luto per loro diletto coli* ajuto d^un cariasimo amico mio dalla tinga^
mia nell' Italiana uno peregrinaggio di tre giovani figliuoli del Re dt
Serendippo traportare : il quäle perche io mi fo ä credere » che per 1»
bellezza 8ua habbia molto i leitori a dilettare, spero di doveme delU
buona loro gratia far' acquisto.
[1] G i a f f e r s d e ß Königs zu Ö e-
rendippe, dreier seiner Söh-
nen reiß, und was ihnen begegnet.
Auß Italiänischer Sprach in
^ gut hoch Teutsch ge-
bracht.
In Orient, das ist, gegen auffgang der Sonnen, wohnet vor
alten zeiten im Land Serendippo ein großmechtiger und ge-
waltiger König, mit nammen Giaffer genennet, der hatte drey
10 Söhn: und als ein weiser Mann, dieweil er vermeint das nach
seinem todt seine Söhn das Reich ehrben und regieren wurden,
anderstehet er sie in allen tugenden so einem Fürsten gezim-
m^i, aufifzuerziehen und lehmen zulassen. Verschafft derhalb
in seinem gantzen Land die fürnemsten und gelehrtesten Leut,
16 in vielen Künsten erfahrne Menner, zu [2] beschreiben : welchen
er mit sampt seinen Söhnen ein Wonung nach aller ihrer gebür
und notturfft zurichten laßt: zu denen auch niemand kommen,
oder sie in iren studiis verhindern dorfft. Denn der König
als ein sehr verstendiger Potentat, wie oblaut, wol gedencken
Peregpinaggio | di tre giovani, figliuoli | del Rc di Serendippo.
7 In Orient . . . Sonnen] nelle parti orientali. 9 drey Söhn] tre
figlinoli maschi. 10 als ein ... . zulassen] conoscendo di dover
quelli lasdar signori di gran potere, come saggio et amorevol padre,
dilibero anco di lasciarli di tutte quelle virtu dotati che k prencipi
•ono richieste. 13 Verschaift .... beschreiben] Onde fatta gran di-
ligenza per tutto lo stato suo, condusse alcuni huomini in diverse 8cien'4e
singolari. 16 mit sampt seinen Söhnen] zusatz des Übersetzers.
18 oder . . . verhindern] zusatz. Denn .... wirdig weren] accertandoli,
che cosa maggiormente grata ä lui far non poteano, che ammaestrarli
di maniera, che potessero essere conosciuti per degni figliuoli di lui.
10
mocht das er seiBeii Kindeii nichts köstlich ers beweisen koiiie,j
denn in allen tagenden und frey^n Eilnstea sie underrichtenl
zulassen, damifc man möchte sehen daG sie eines solchen Vatter«
wol wirdig weren. Auff das aber die Preceptores, Schul oder
b Znchtmeister ires Herren und Königs bevelch mit allem fleili
und ernst, und wie sie zethun verpflichte nachkommen, so ander- j
weisen sie die jungen Herren dergestalt, und mit solchem eyfer j
(dieweil sie ohne das und von natur mit sinnreichen Geistern f
fiegabet) daß sie all ires gleichen alters und Stands, selbiger]
10 zeit» j 3 1 weit übertraffen» ja Königlichen Kindern sich wol ver*l
gleichen theten. Solches» und wie die Söhn deß Königs ml
gewaltig in allen Künsten^ auch fürtreffenlich gelehrt und äu-
genommen haben, wirdt dem König selbs angezeigt: der aber
wil nit glauben das es mflglich sey, das seine Söhn in so kurtÄer
lÄ zeit also geschickt oder gelehrt worden seyen , understehet es
eigener Person zuerfahren, und beschicket nach verscheinimg
etlicher Tagen seinen eltesten Sohn, hept solcher gestalt mit
ihm an zu reden:
Mein lieber Sohn, du weist wie lange jar ich die beschweni
20 und bürdin der regierung meines Königreichs getragen, auch
jederzeit nach allem meinem vermögen undersfcanden hab mein
Volck in solcher liebe und aller treuw zu regieren, das es menig-
liehen nützlich, und Gott bevorab wolgefellig sey. Nun aber,
[4] dieweil ich in ein hoch und groß alter kommen bin, und
n die sorg eines so grossen Königreichs und meiner Underthanen
so lang geduldet, hab ich mir gentzlich ftirgenommen, ich welle
die überig mein kurtze zeit und tag (wie viel derselbigen, wie
lang die zeit, ist Gott, mir nit, bewüst) an mich selbs ver-
10 ja Königlichen .... theten] zuBatz, 11 Solches , , , , t
geseigi] H che havendo eBsi fatto un giomo intendere al Re. 16 naek^
. . . Tagen] ne guari di teiiipa ateitef ehe, 19 die bescbfrard'^
. . . Königreichs] il iiarico d*uno tanto imperio et il governo di co« gmfl
rcgno. 21 mein Yolck] i mei popoli et vassalli. 22 in solcher hebe
und aller tretiwj con quello amoro et carita. da« es . . , wolgefdlig
9ey] ch* io ho potuto maggiore, et di esseqnire , qaauto piu per me ^i
h potuto, il com m and amen to 4i Die, 25 eines so grossen . . . Under-
thanen] de^ miei eudditi et delle proviacie al r^no mio aoggette«
27 (wie viel , . . bewüst)J susatz.
11
wenden, und meiner Seelen heil unnd Seligkeit (weit köstlicher
denn aller Welt gut) wamemmen und betrachten: will auch
mich in einem Kloster, nicht weit von hinnen, in aller ge-
heim und stille halten, den lieben Gott mit reuw unnd büß,
I aller meiner sOnd und missethat, die tag meines lebens begangen,
nmb Terzeihnng bitten, ohne zweifei nachlassung derselben, und
lestlich das ewig leben erlangen. Dieweil du denn mein eltester
Sohn bist, so hab ich dich auff diu mal darumb zu mir be-
rdfft, das ich will daß du fUrohin [5] die regierung und Ycr-
!• waltnng meines Reichs an und auff dich nemmist. Und für das
erst, ist mein bitt an dich, du wellist dir deine zwen Brüder
in aller treuw, liebe und freundtlichkeit, ja als wenn sie deine
eigenen Kind weren, jederzeit bevolhen und angelegen sein
lassen. Demnach, und vor allen dingen, so gedenck daß du
»(Göttliche Maiestet in allen deinen wercken, thun und lassen,
Tor äugen habist. Halt einem jeden, er sey reich oder arm,
gleiche gerechtigkeit. Laß dir die Armen, deren du viel in
mancherley stenden hast, angelegen sein. Hab alte Leut in allen
ehren. Lasse die Bösen und Lasterhafften ungestrafft nit hin-
10 gehn. Hab hinwider die Frommen auch alle deine ünderthanen
lieb, und in summa, so gedenck daß du Gottes Gesatz, die guten
Statuten und Ordnungen dieses Reichs, so du anders glücklichen
regieren wilt, vor [6] äugen habist, etc. Von solchen werten
deß Vatters, konte sich der Son so sehr weis und verstendig
S6 was, nit genugsam yerwundem, bewiese erstlich dem Vatter
*
1 heil unnd Seligkeit] salute. (weit . . . gut)] zusatz. 2 war-
nemmen und betrachten] io rivolga il pensiero. 4 den lieben
erlangen] dove chetamente io possa considerare i peccati
miei et V offese fatte k Tanima mia, facendone quella penitenza
maggiore, ch' io potrö, per acquistare la misericordia del signor Dio,
et impetrar da lui d* ogni offesa perdono. 9 die regierung . . .
nemmist] succedere nel governo di questo stato et imperio mio. 14 Dem-
nach, und Tor allen dingen] dipoi. 15 in allen . . . lassen] in tuttc
r operationi tue. 17 die Armen . . stenden hast] quelli, che in
pOTero et misero stato si ritruovano. 18 Hab alte . . . ehren] rac-
cogliendo sempre et honorando con ogni sorte d' ufficio gli huomiiii
vecchi et di eta grave. 19 lasse ungestrafte nit hingehn] castigando.
21 daß du Gottes .... vor äugen hahist, etc.] per essequire le leggi
et ordini di sua Divina maesta et di questo imperio. 28 worten]
parole et diliberatione.
12
gebiireude reverentz, öugende: Ällerf^neJigster Herr, ich hah^
genugsam verstanden was ir euch filrgeuommen, was auch von
euch, mir zuverrichten, aufferlegt wirt Mich aber bedunckt ai
were jß^antz schraächlich und unlöblich, so ich in euwerem leben
b das Reich regieren unnd besitzen solte* Denn wo findt tuao
in der gantzen Welt ein Liecht der Sonnen gleich ? Nun sein
ihr die Sonn im gantzen Königreich, derhalb mich nit bedunckt
das ein anderer dasselbige, so lang ihr leben, zu regieren under-
steho solle, und wiewol ich nit minder geneigt zu gehoraamen
u> denn ich aucli, Göttliches und der natur gesatzes halb zethun
schuldig bin, so welle doch Gott nit, das ich die[7]weil ir ia^
leben, welches der liebe Gott euch mit glückseliger regienm^H
lang erhalten welle, den Scepter euwers Reichs führe. Wenii
aber Gott der allmechtig euch auß dieser Welt in ewige selig^j
15 keit berüffen, die sorg und regierung au mich kommen wurde
wölte ich euwerer auff diß mal an mich Göttliche und getreu w0|
verraanung gethan, ernstlich zu hertzen führen, alle gerechtig-
keit lieben, all mein Regiment, das es zu der ehre Gottes und. '
wolfahrt deü gantzen Königreichs dienete, anrichtea. M
30 Von sollicher antwort deÜ gantz verstendigen und klagen^
Sohns, ward der König sehr frölich unnd wol getrost, befand
auidi in dieser ersten seines eltesteu Sohns prob, ihne mit
solchen tugenden gezieret sein, ilie einem gewaltigen Herren
wol gezimmen: thut aber gleichwol nit dergleichen, sonder
5i5 schickt in wider von ihm^ will die andern zwen [8J gleich dei
16 euwerer
gethan I sie!
1 Atlergnedigater Herr] Sire. 4 gantz schmächlich und unldb-
Hch] biaum^vol coaa. 5 Denn mvq , . , , understehn solle] so aaco, che
non Bi puo ritrovare occhio alcuno di grandezza tale, che soprafanii
i1 eigUo, et che niun aplendore si puo ritrovare k quel dei soleugoale,
vivendo voi, che aete il ciglio et il sole dei regno vostro, non giudioOJ
aceonvenirai, ch' altri V babbia ä reggere et poiaedere. 10 denn ich.
schuldig bin] zusatz. 11 so welle doch Gott nit] ma non fie gia mftij
14 auß dieser .... Seligkeit] k ae. 16 wölte ich , . . anrichten] deoondo i
»aggi et santi ricordi vostri, qnanto ptu per me si potra, mi sforsero
di giustaaiente et col timore di sua divina maeata reggerlo et ammini-
strarlo, 20 gantz verstendigen und klugen] prudeote. 21 lehr
frölieh unnd wol getrost] molto consolato et lieto. 23 einem ge^
waltigen Herren] k i^aggio et modesto prencipe.
IS
ersten auch probieren: bevilhet das raan den andern und raittel-
sten seinen Sohn tod stnndan zu ihme kommen heiß: dem-
selben haltet er gleich wie dem ersten sein bedencken für.
Als der aber seines Vatters willen verstanden, gibt er auff nach-
Ublgende weis antwort: ünedigster Herr, lang und glückselig
bestände eower Reich, und verleihe euch öofct Noe alter, sagen
mir, umb Qottes wiUen, were es auch müglich wenn jetz ein
Ameyssen auß seiner kleinen Uülin oder Wonung schluffe, das
sie ein gantz Königreich regieren könte? Was bin ich anders
to denn ein schwach und arm Amejslein V Wie solte ich die aorg
eines so gewaltigen Reichs über mich nemmen? Demnach, lebt
nit, ist noch frisch und gesund mein eltester Bruder ? welchem,
als dem eltesten enweren Sohn das Reich von Ehrbgerechtig-
keit nach euwerem [9| todt zustendig ist. Ab solcher seines
1^' Sohns geschwinden und weisen antwort, was der Vatter hoch
erfrenwet und wol zufrieden, danckefc Gott in seinem herfczen
das er ihme solche Kinder beschert hatt, schicket ihn von sich,
unnd bevilhet den dritten und jUngsten Sohn im auch zube-
berütFen : demselben er nichts anders denn er vorhin den andern
»«seinen zweien Brüdern, anzeigt Daraoif gibt er diese antwort:
Wie möchte , aller gnedigster Herr , dem Gott lange jar mit
viel glück und heil das leben verleihen welle, wie möchte, sag
ich, der ich noch ein jung Kind bin, ein solche schwere bürdin
auff mich laden? Ich erkenne mich nit anders denn ein klein
« Wasserbläslein zu sein, euwer Reich aber dargegen vergleich ich
dem unendtlichen weiten Meer: wie were es mir denn müglich
solches wie es sich gebürt, zuversehen ? Dieweil aber ihr 1 10 1
wüssen das ich noch ein Kind bin, kan ich wol gedencken das
*
1 den andern und mittelsten] i1 aecondo. 4 Als der . . . ver*
standen] zusatz ö Hülin oder Wonung] etanza, 9 regieren] re^-
gere et govemare. 15 hoch , . zufrieden] infinitamente »odiMfatto.
16 dancket . . . bertxen] i1 äignor Dio ... humilmente et con pietoao
core rijagratiö. 17 solche Kinder] ai degno figliuolo. 18 den dritten
und i'üngsten Sohu] il minore. 20 DarauE . , , . antwort] ä cni il
^ovanetto riapondendo incomincio a parlare in cotal gnisa. 21 mit
viel glflck und heil] in felicita, 23 schwere] grave et importante.
27 solcbefl wie , . , zuversehen] uno tanto imperio amministrare.
28 daa ihr . . . wellen] mi betfate, et comandandomi coae di tanto
-jnomeuto, de casi miei vi prendete diletto.
u
ihr nur schertz mit mir treibet, in dem ihr ein sol
verseilen nnmilglicli ding auffladen wellen. Ich Herr, wiewol
ich noch jung, so bin ich aber (Gott sey lob) deß ver8taiida,J
das ich wo! merck das in alle weg ir nur den spott mit miri
ö treibet. Unnd wenn gleich das nit were, hab ich nit noch zwen (
eitere Brüder, denen ir solche bürdin der regiening aufferlegeii
könten? Diser gescheiden und schönen antwort deß JüngUnga,
verwunderte sich der Vatter über die masaen sehr, mercket
auch wol das er ein gantz spitzfündig und herrlich Ingenium
1'^ oder verstand hatt, welches denn im unsegliche freuwd in seinem
hertzen erwecket.
Als nun der König mit seinen drejen Söhnen, wie gehört,
gesprecb gehalten, ir Weisheit und grossen verstand, so sie in
kurtzer zeit wi[ll]der all sein hoffnong erlehrnet, zus&mpt der
»ft weisen antwort so im ein jeder geben, vernommen, nimpi er
ihrae für, damit sie aller Weisheit vollkommen werden, in fröoil:
Land sie zu schicken, autf das sie derselben sitten, leben
gebrauch, sampt anderm das Königlichem geblüt notwendift'^
und rümlich, erlehmen, und zum gipffei der Weisheit kommen
2Ö könten. Beschickt sie den andern tag wider, thut der gleichen
als wenn er sehr über sie (dieweil keiner die sorg deß Kuoig-
reichs auff sich neramen und ihme gehorsam sein weilen)
zörnt were, und sagt: Dieweil under euch meinen dreyen Soniüll
keiner gesterigs tags gewesen der mein geheiß und beveleh
»6 annemmen oder verrichten wellen , deß ich mich keins wegi
versehen hette, so sehen euch für. das ir in acht t«^en auß
allem meinem Land ziehen, und nach verscheinung gemeltar
4 das ich . . . treibet] che conosco le forze et poter mio, et mi
aveggo, che ad ogni luodo mi beff&te. 6 aufferlegen könteu] hmr^m
reste . . . assignata. 7 gSBcheiden und schönen] accorta. JDn
lingB] faneiullo, 8 mercket . . . , erwecket] et bavendo in lui un
mirabile accule/sa d^ in^egno Hcorta , ue rimase infioitamente coaiw
lato. 14 wider all sein hoftnung] zusatz. IC in frömbde * .
könten] che andaasero k vedere del nioiido , per apparare da dive
castamt et maniere di motte nationi coir isperieiiza qnello, di
coUa lettioire de libri et discipUna de precettori s* erano di gia ftt
padroni. 23 meinen dreyen Söhneu] zu^atz. 24 gestertgis tAg»)^
zuaaU- mein . . . , verrichten] il commandamentö tnio esseqosre
27 und nach .... finden lasse] zusatz.
15
zeit kei[12]oer mehr sich darinn finden lasse. Denn als onge-
faoraame Kinder, will ich euch nicht mehr in meinem Reich
wtissen noch gedulden. Von solcher unversehener red deß Königs
erachrecken die betrüpten Jllngling sehr hefftig: dieweil sie aber
* den willen ires Vatters verstanden, begeben sie sich ohne ?er-
zag auff die Reiü, ziehen dem gebott nach anß ires Vatters
Reich- kommen in Berami eines gwaltigen und mechtigen Keisers
Land. Als sie nmi nit weit von der Hanptstatt deß Lands
waren, kompt ein Cameltreiber zu ihnen der hatt ein Camel
loTerloren, fragt ob sie das nit aufF dem weg irgendt gesehen
betten : und dieweil sie die tritt oder fußstapffen deß Thiers
gespürt und gesehen hatten, jedoch aber das Thier selbs nit,
sagten sie ja daß sie es auif der straß gesehen: unnd damit
er ihnen desto mehr glauben gebe (denn als wei[13]se und
16 verstendige Jüngling, hatten sie viel gemerck und gewüsse zei-
chen deß verlornen Thiers gesehen) sagt der Elter: Guter Freund,
SBig mir, das Camel so du verlorn hast, ist es nit an einem
Aug blind? Der Mann sagt ja. Der ander Bruder sprach,
mangelt nit deinem Camel, zu dem so es an einem Aug blind
46 ist, auch ein Zan im Maul ? spricht abermals er ja. Der dritte
sagt, zeig an, hinckt nit auch dein Camel ? Er bestetigt es wie
vorhin mit ja alles, DiÜ Thier, sagten sie, haben wir zimlich
weit hinder uns gelassen. Der Cameltreiber gantz frölich saget
den dreyen Brüderen grossen danck, zeucht die Straß im, sein
' ^ Camel zu suchen , anzeigt , etliche meil nach , kan aber kein
i Camel das sein sey finden : gehet derhalb traurig und müd
wider zu ruck, findet den andern tag die drey Brüder nicht
^ireit von dem Ort da er sie den ver[14]8chienenea tag ver-
^^ 1 ungehorsame] disubidienti et malvagi, 3 Yon solcher unver-
^ »«hener red] Di quesbo accideiite. 7 Beraini] Beraino, 9 der
hatt . . . verloren] 4 cui era fiiggito nno gambello. 11 die tritt
oder fußstapffen] V onne et pedate, 12 jedoch . . . selba nit] zu-
tatz. 15 viel . . . Zeichen] molti iudicii. 18 Der Mann äugt ja]
AI che bavendo il (^ambcliiere rispcrato, che coai era. 22 Diß Thier
* . . gelassen] Questo gambello habbianio, dissero eglino» di certezza,
tion ha molto, incontrato nel Camino, et V habbiamo lüaciata buon
peta^o ä dietro. 25 ethclie meill ben veuti niiglia, 28 den ver-
^^chieneuen tag] zusatz.
16
lassen, bej einem schönen Brunnen sitzen, sieb mit eeseo und
triiioken erlabende , denen wie er wol fünif meil den weg ao
sie inie gewiesen gegangen were, aber sein Camel nit finden
können, klagende, derhalben er müy und arbeyt Tergebens an-
c gewendet. Und wiewol , spricht er» ihr mir meines verlornen
Cameis gewüsse zeichen gegeben haben, kan ich doch nicht
glauben, dieweil ich es nit funden, das ihr mir die warheit
gesagt haben. Der eltest Bruder spricht: an denen zeichen, die
du von uns verstanden, kanstu sonder zwei fei abnemmen, das
10 wir dich nit betrogen haben. Damit aber du uns die warbeit
gesagt zu haben vertrau wist, so will ich über vorige zeichen
noch eins dir ansagen : Dein Cainel war geladen , und trug
nemlich auff der einen selten ein Logel mit Butter, auff der
andern aber eine mit Honig. Und [15] ich, sagt der ander,
u kan dir sagen das auif deinem Thier ein Weib gesessen ist.
Und dasselbig Weib, sagt der dritt (damit du nnseni woi
desto mehr glauben gebist) ist groß schwanger gewesen. Ab
nun der Mann all diese gewüsse anzeigung fdenn es was ako)
von den dreyen gehört, und aber doch sein Camel vergebfi»
20 gesucht und nit funden faatt, macht er sein rechnung es könne
nit fälen, denn daG sie im das gestolen betten, nimpt im filr
solches in der Statt anzuzeigen, kehrt derhalb filr den Richter,
verklagt sie begangens diebstals halb , und werden die drey
au(i verraelten Ursachen in Gefangen schafft geführt» Solche g(
»6 Schicht kommet lestiich auch für die Ohm des Keisers selb« :
der entpfahet grossen verdniü darab, denn er keinen kosteojfl
1 scheinen Brunnen J chiaro fönte. eB»en und trineken] mangiai«.
2 denen wie . . . . , angewendet] Et quivi con esso loro lamenlMfr*
doai di non havere il gambelto ritpovato, lor diAse: lo ho bene venti
miglia caminati per 1a strada , che da toi m^ ö stata moetra, m4 in-
dtirno ho fatta tal fatica, percio che non ho sapaio mai 1* animale
ritrovare 6 kan ich . . . haben] non dimeno non posso credere, che
non mi habbiate befiTato. 9 das wir . . haben] »e uoi ti h&bbtftmo
hetfatx), ö nö, 10 damit ... yertrauwistj mk äßne che tu non liabhii^^
flinistra opinione di noL 13 Logel J soma. 16 damit du
accio che tu conoaca, che noi il vero ti diciamo. 17 groß «chwonge
gravida. 18 gewüaae . . , also] molti et veri iiidicii.
Verdruß] alcuna noia. denn er . . bedauren liease] facendo egii masfti
mamente usare ogni diligenza.
<
. gebüdfl
wange^H
groOToi^
17
mflj und arbeit sich bedauren Hesse, damit meniglich in seinen
LADdenidcher auff [16] freyer Strassen vor den Reuberen wandern
iiiOdlie: derhalb gantz zornig und betrübt, benlhet er den
andern tag in beisein deü Camelfareibers, die drey för sein Mt,
* zubringen. Als non der Keiaer vom Cameltreiber daß gantzen
handek, nnd was die drey Brüder im für Wortzeichen geben,
dem auch also was» genügsamen bericht vemouimen, kehrt
er sich mit sehr grimmigem angesicht gegen den dreyen Jung-
Ungen^ sagende: Ir haben gehört und verstanden was euch
w dieser gute Mann für gehalten , und dieweil er sein verloren
Camel auff dem Weg den ihr in gewiesen, neben fleissiger nach-
forschung, nit fnnden hatt, ir aber im so gewüsse anzeigung
gegeben, halten ich für warhafftig das ihr im das gestolen
habt. Dieweil ihr denn durch diese euwer mißhandlung und
»* Qbelthat den tod wo! verdient haben, wil ich dock, wegen [17]
angebomer meiner miltigkeit, auff das strenge recht nicht sehen^
und wil das unverzogenlich ir disem armen Mann sein Camel,
sampt dem jhenigen so darbey gewesen, widerumb zu seinem
gewalt stellen: wo ir das nicht thun, wü ich euch morgen
^ eines grausamen und schendtlichen todts, den ir wol verdienet,
hinrichten lassen. Die guten Jüngling, nach dem sie deß Keisers
ortheil vernommen, waren (wie gut zu erachten) etwas er-
schrocken, jedoch wegen irer unbefieckten conscientz oder ge-
wüßne, auch irer Unschuld, sich tröstende, antworten Key, Mt.
■•also: Aller gnedigster Keiser, wir drey sein Wanderer, unnd
das allein darumb, daß wir frörabde Land, und was wunderbars
in der Welt, begierig zu sehen, auch umb keiner anderer ur*
I flach willen, denn wie oblaut, in diß euwer Mt Land kom-
[18]men sein. Als wir nun nit weit von diser Statt waren,
2 auff freyer Strafen] susats. S gantz zornig und betrQH] tutto
tnrb&to. 7 dem auch aho was] zusatz. 8 mit «ehr grimmigem
angedcht] tutto tnrbato. 14 mißhandlaog und übelthat] misfatto.
17 «ein Camel , . , gewesen] i1 rubbato gambello. 20 eine« ....
la«en| di marte, k malandrini richiesta, vituperosamente moiire,
21 Die guten Jüngling] I giovanl 22 urtbeil] parole et diliberatione.
wie gut zu erachten] zusatz. erschrocken] doloroai. 23 conscientz
oder gewüßne] conscienza. 24 Kej, Mt-l gli. 25 Aller gnädigster
EeiBer] Sire. 28 in diß euwer Mt. Land] nel regno vostro.
auf f«ri eobs«. "^
begegnet uns diser Mami , fragte ob wir niclit ein Camel das^
er yerloren hette, irgendt auff der sia^ß gesehen betten: ded^f
(wiewol wir das Camel nicht gesehen, aber gnugsame anzeigung ~
hatten , das ein soHichs die Strasse gangen was) gaben wir
6 schertzweis die antwort, ja» Das auch er iinsem Worten glauben
gebe, fragten wir, ob sein verloren Camel nicht die oder dise
zeichen hette : sagt er zu jeder frag, ja. Das aber, aller gne-
digster Keiser, er sein verloren Camel nicht wider funden, thut
er uns sehr unrecht, das er sagt, wir ime das geatolen haben,
1^' werden auch unbillicher weiß solcher seh mach halb här ge-
führt : was auch wir da sagen , das ist die warheit , befindet
sichs aber anders, oder das wir diser gethat schuldig dein,
wellen wir gern den aller schmechlisten unnd [19] grausamsteu
todt, den euwer Mt. erkennen wirdt, gedultiglichen leiden. Der
Iß Keiser horte wol die antwort von den dreyen Jünglingen ge-
geben, wolt aber nicht glauben daß die sechs zeichen, daa va
loren Camel belangende, ohne wüssen oder ohne gefahr hette
angezeigt werden können, sagt zu inen : Ich kan nicht glauben*
koinpt mir auch nicht in meinen sinn, das ihr drej Prophetent^i
20 aber wol drey Strassenreuber seyen. denn in den sechs zeichen
dem Cameltreiber angezeigt, glaub ich wol, werden ir wÜssen
wo das Camel hinkommen sey: befilhet derhalb sie wideruinb
in gefengnuß zu verwahren. Es begibt sich hiezwischen das
ein Nachpaur deli so das Camel verlohren , seiner geschefilea
a^ halb über feld reiset, findet seines Nachpauren verlohren Caiuel
der es wol kemit, ftlhrt es irae heim. Als mm der Camel<*<
18 Bchmecbliaien] siel 17 hettp] sie! 20 denn] minuAkel !
5 ja] che V h&vevamo incoEtrato. 6 fragten wir . . .ja] dal sua
gambBllo gli deasimo que* segnali, che da esso gambetliere vi forono
detti: i quali esseodo ä caso riusciti veri. , . . . 7 aller gnedigsUr
Keiser I zuaats. 10 werden auch . . . geführt] ci ha condotti alla
preseoza voatra et iogiuriati, come voi vedete. 12 oder . , . , ftchfklditg
»ein] £UBatz. 14 euwer Mt] voi. 15 dreyen] s&usatz. 17 ohne
wüssen , . , gefahr] a caso. 1^ kompt .... »itm] zueats. 20 ätraaaeti«
reuber] Btradajuoli, che aodate aAsassinando le persone, che nel Camino
ritrovate. 20 denn , . . . sey] et per ciö lo cred* io, che pure inj
UQO de' sei indicü del perduta gambelloi quali voi havete al ganibellien
date, non havete errate, 24 deQ so . . . verlohren] del gamh
2d Ala « . . bekoiDmen] sueatz.
19
treiber sein ver[20]loren Camel wider bekommen, erkennet er
leinen fähler, gedenckt in was grosser gefahr debhalb die guten
' Jttngling standen » laulfet ohne verzng dem Keiserlicheii Hoff
HL, bittet Kei, Mt. gantz uoderthenigst die unschuldigen Jiing-
* ling ledig zelassen: denn sein verloren Camel sey wider fanden
worden- Als der Keiser solchs verstanden, iat er nit wenig
bekömmert, das ohne Unschuld die Jüngling eingezogen worden ;
freuwet aber sich zum höchsten, daÜ mit inen nocli nichts arges
förgenommen, befihlt daG von stundan sie zu im geführt werden ;
»0 welchs durch die Diener ohne verzug verrichtet wirdt. Als
sie nun für den Keiser kommen, entschuldigt er sich wegen
der falschen anklag deß Camelfcreibers , wider sie beschehen,
der gefengnuß halb : begert demnach raitt grosser bitt, sie wellen
ime anzeigen , wo bej sie so gewüsse Wortzeichen deß ver*
!• [21]lomen Cameis, welches sie doch nicht gesehen, betten haben
können? Dieweil nun die drey Jüngling deß Keisers begeren
zu willfahren geneigt, sagt der eilest: Allergn edigster Herr,
daß das Camel an einem Aug blind gewesen, nimb ich darbey
ab: Auff der straß da das Camel und wir gegangen, sihe ich
10 daß auff einer seiten das Graß vil böser denn das ander, imnd
dasselbig böß Graß eins theils zertretten, eins theils aber ab-
gefressen war. Das gute Graß aber auff der andern seiten
war gar schön und gantz, danmib ich nit zweifei das Camel
sey auff der seiten da das gut imnd gesunde Graß gestanden,
ifi blind gewesen : denn wenn es auÖ' derselben seiten nicht blind
gewesen, wurde es das gute Graß gesehen, das böß nit ge-
fressen, sondern dem guten uachgangen sein. Daß dem Camel,
♦
1 Törlören] seile 19 flchließt mit ver; loren atebt bloß als ctistos
maf seita 19, fehlt s. 20, 7 ohne Unschuld] sie! s. u, 15 verlornea]
cmiaB aaf s. 20 lobmeti.
2 deßhalb] per sua cagione. die ^len Jüngling) i giovaui.
4 Kei Mt] lo. gantz utidertheoigstj hiimümente et con grand' iatanza.
6 nit wenig | molto. 7 ohne unscbutd] non bavendo essi masaimamente
delitto älcuno commesBO. 8 freuwet . , . fürgenommen] Ansatz.
9 daß . . , geführt werden] che incontimente fnasero tratti di prigione
et alla preaenza sua comlotti. 10 AI» . . . kommen] znaatz, 17 Aller-
gm edigster Herr] Sire. 26 daa bdB nit . . . . sein] non b&rebbe mai
la bnona per la mal?agia lamiiata.
2*
gnedigster Herr, sagt der ander, ein [22] zan gemangelt, hab
ich diß gemerck, das ich fast alle schritt ein wenig gekeuwt
GraG, 80 vil durch ein solche weite eines Camelzans gehen
hette mögen, Irnb ligen sehen. Es sagt der dritte; Gnedigster
^ Keiser, waruiub das verloren Camel gehuncken hab, uriheLl ich
also : Ich hab die drey fußtritt anff der Strassen da das Oamel
gegangen, heiter und klar gesehen, den vierdten tritt aber hab
ich nicht sehen können: sondern da(i das Camel den einen hin-
dern Fuü nahin geschleifft hat, also das ich aller anzeigung
10 nach abnemmen kan, das Camel habe dahinden an einem Bein
gehuncken. DeB hohen Verstands und grosser weißheit ver-
wunderte sich der Keiser über die maß, begert gantz begier-
licben, und mit pitt, ime anzuzeigen wie sie die andern drey
zeichen erkennen haben mögen. Damit sie nun dem Keiser
16 seinen willen erfüllen, sagt der ein [23] under ihnen : Gnediger
Herr, dafi das Camel auff einer Seiten ein säum Butter, anff
der andern aber ein säum Honig getragen, hab ich solche an-
zeigung : Ich hab mehr den ein viertheil meil lang auff einer
Seiten der straß^ ein unzalbare menge Ameyssen gesehen, so
ao die fette deß Butters , welche auß der Logel geflossen , sehr
begerten. Auif der andern Seiten aber sähe ich ein ungleub*
liehe zahl Mucken, dem Honig nach fliegende. Das auch ein
Weib aufi' dem Camel gesessen, sagt der ander, ist diß mein
Vermutung. Ich sähe an einem ohrt auif der straC , daß daa
26 Camel sich nider gelaasen hat auff die knie (merck« das Camel
hat die natur, so man es ladet, auff oder absitzen will, das et
sich auff die knie niderlasset, weil es hoch) und daselbst ein
1
9 nahin] wcl 18 viertheil] gedruckt vierthiel
1 gnedigater Herr] Sire. sagt der ander] negiiitd il seoondo a|
diase. 3 CamelzaQ»] deute di tal aDimale. 4 Goedigster Keiser]
Sire. 7 heiter und klar] chiaranieute. den vieidten . . . gehuncken)
del quart^} m^ accorai, per quanto potevo per i segnall considerara, ch«
dietro ei Iq straecinava. 11 Deß hohen . . , weißheit] Deir ingeguo
et prudenza de giovani. 15 Gnediger HerrJ Sire. 18 viertheil meil]
un miglio. 19 80 die . . . begerten] che *1 grasso appetiscoDO.
22 dem Honig nach fliegende] che il niele tanto aiuano k paacolare.
23 auff deuj Camel geseaaen] vi fuase sopra. 25 merck , . . . i
zuaalz.
m
31
tt eines MeuRctien. welcher fiißtritt mich eines Weibsbild
sein bedunckt: [24] nichts desto weniger aber gedacht ich, es
auch wol eines jungen Manns tritt sein möchte: und damit
ich es eigenlich unnd wol wllste , siehe ich das neben dem
« fnßtrit gehamet war, und greiif ein wenig mit dem Finger
dareiu : nach dem ich daran gerochen, begreiff mich von stundan
etwas fleischliche anfechtunge. Auß f^emelter ursach glaub
ich das ein Weibsbild auff disem Thier gesessen. Der dritte,
daß dises Weib schwanger gewesen, sagt: Ich hab gesehen an
ikdem ohrt, da das Weib gehamet, an der Erden zeichen einer
■"Hand, derhalb glaub ich: dieweil sie schweres Leibs, hab sie
ihro nach dem harnen, mitt einer Hand von der Erden wider-
umb auflfhelfFen müssen (solchs, wer deb war nimpt, befindet
diQ der schwängern Weibern gewonheit sein, so sie ettwas zeits
1» gesessen« mitt einer Hand auff die banck greiffen, inen [25]
selbs uffzehelffen). Es käme der Keiser dieser Jünglingen ge-
schicklichkeit halb in unsegUche Verwunderung, understeht sie
mit allem fleiß zu ehren, zu lieben, und nach ihrer wirde uond
geschickligkeit herrlich zo halten: lasset ihnen in seinem eigenen
20 Palast ein köstliche Wonung zubereiten, bittet sie sehr freundt-
lich , sie wellen ein Zeitlang bei ihm verharren , so welle er
inen, wegen ihres hohen Verstands, allen geneigten willen er-
^heigen. Als nun die Jüngling dise freundtligkeit von einem
^BK»lchen Potentaten sehen und hören , sagen sie gantz under-
^Wienig und zum höchsten dem Keiser seiner gegen inen ange-
Hbottenen liebe gebürenden danck, mit erbietung, sich hinwider
ihme in allem seinem begeren ghorsame und underthenigste
l Weibsbild] siel 26 sich . . . erzeigen! sie!
8 eine« jungen Manna] di fanciullo. 5 ein wenig] lusat«. 6 be-
..... anfechtunge] incoutanente fai aaaalito dalla concn-
piBcenKa camale. 8 dae ein . . geBeaBen] quel piede di donna eaaer.
13 solchs .... uffÄehelffen] außatz. 17 understeht .... halten) de
quali egli facendo per il loro ingegno äiima. incredibile, dilibero in ogni
muniera di accare/.7.ar1i et honorarli in quella guisa, che al aingolare
loro valore era richieato. 21 so welle . , . erzeigen] accertandoli. il
nieglio che pote. della molta atima, che eg^li del pronto et alto loro
ingegno facea. 24 nnd hören] zuaatz. gantz . . , höchst^nl zasatE.
26 gebürenden danck] inünite gratie. 27 ghorsame und underthenigste]
BOBats,
22
dienst zu erzeigen. Auff diß werden sie gantz herrlich in de6
Keisers Palast erhalten. Es verschiene [26] auch kein tag^
das nicht der Keiser etwan drey oder vier stund bey ihnen in
irem Gemach sich mit schönen, seltsamen und wunderbareD
5 ge^prechen zu erlustigen, sich nit finden Hesse. Zu zeiten ver-
barge sich auch der Keiser in ein Kammer, nit weit von ihrem
Gemach, da er sie otftmals von hohen unnd wichtigen bendien
tractieren und reden horte, von welchen gesprechen er groß
lust und freud empfieng. Man gab auch diesen drey Jftng-
10 lingen von deß Keisers Speiß und Tranck in ir Wonung be-
sonderbar zu essen : unnd begab sich auff ein zeit, das man
inen zu mittag under andern lieblichen und köstlichen Speisen«
von einem iatten Lamb auch etwas fUr stellet, sampt einer
Fleschen voll herrliches Weins ; da hat sich abermals der Keiser
15 in die Kammer vorgemeldet, irem lieblichen gesprech heimlich ^
und mit grosser begird zu [27] zehorchen, verborgen. AI» stftj
nun zu Tisch gesessen, von dem Lamb und Wein, so ihnen der ™
Keiser geschickt, versucht, sagt der elter Bruder: Ich glaub
fQrwar daß dise R^ben an denen der Wein, so ans für gani
20 köstlich auffgetragen worden ♦ auß einem Grab gewachsen«,
auch nit anders gedencken denn das es also sey. Mich
dunckt, sagt der ander, es wtSrden mich auch alle Weisen der
gantzen Welt nicht anders bereden, denn daß diß Lamb, von
dem man uns fürgestellt, mit Hundsrailch auflferzogen worden
25 sey. Es schweig der dritt nicht lang still, sagt: Lieben Brüder,
mich bekümmert ein sach , so ich disen moi^en gesehen hab^
aub
mfxM
kiuM
bd-1
2 auch] nicht auf b. 26, nur aU cuäioi auf 25. 5 tich ait tinden j
liesaej sie! 19 dise . . . gewachsen] atc!
l Auff , , - . erhalten] Onde dal proprio Imperadore nelle pr
rate stanze accompaguati, realmente neir avenire furono trattati. 3 etwaa^
drey oder vier stund] quatr' bore al meno, be? ihnen . . . Ueie0]
con loro diverei ragion amenti facendo, non prendease della molta loro
prüden 2a et pronto inpfegno iniLnito diletto. 7 hohen und wichtigen
heudien] alte cose. 8 von welchen .... empfieng] da loro coolea-
tiaino bi parti?a. 10 in ir Wouung bei^nderbar] zu&at&. 13 onder
andrem .... etwas] un gras^ agnello fra mölti altri dilicaÜBtimi eibiJ
15 lielilichen] %nti»t%. heimlicbj itusatfi.
28
sehr übel: denn ich durch gewttsse zeichen genugsam, was
darauß werden möchte, verstanden und wargenommen hab.
Diser unser Herr und Keiser, von dem wir bis anher so Fürst-
lieh wol und freundt[28]lich gehalten worden, hat einem seiner
ft Käthen Sohn, schwerer mißhandlunge halb, von dem leben zum
todt richten lassen. Damit aber der Vatter den todt seines
Sohns rechen m5ge, trachtet er nichts anders, denn wie er den
Keiser auch umb das leben bringen könne, etc. Diß Gesprech
der dreyen Brüdern hatte der Keiser gantz wol verstanden : und
10 wiewol er von deß dritten red sehr erschrocken, thut er doch
nicht dergleichen, sonder gebt zu inen in ihr Gemach, sagende;
Was habt ihr für schöne gesprech? Nach gethoner und ge-
bürender reverentz sagen sie. Nichts sonders viel, denn daß
sie willens, die weil die mahlzeit fürüber, vom Tisch auffzu-
u stehxL Der Keiser aber wolt nicht nachlassen* begerende ihres
gesprechs auch theilhafftig zusein : denn er wol etwas, ehe Er
hinein kommen were, von ihnen gehört hette. [29] Auff das
sagen sie ihnie alles das , so ob dem essen von ihnen geredt
worden. Als nun der Keiser in solchem gesprech sich ein weil
ao bey ihnen gesaumbt, geht er wider in sein Gemach , schickt
von atundan nach dem so über den Keller geordnet, fragt ihn,
was ftlr Wein er den dreyen Jünglingen zu mittag fürgestellt
habe. Als er vom Kellermeister die antwort gehört, lasset er
auch den Rebman deö Weinbergs beschicken, in fragende, ob
a der Rebacker den er bauwete, lange zeit ein liebacker gewesen,
I.oder erst neuwlich zu einem gemacht worden were? Da ver-
iteht der Keiser vom Gärtner, daß vor zwey hundert jaren
diser Kebaeker ein Gottsacker unnd begrebnuß der Todten ge-
4 einem] licl
\ 1 gewasse] alcani, 3 Diser . . . worden] que«to fdgnoref da cni
noi tant« cortesi habbiamo ricevute. 5 schwerer , . , halb] per mis-
fatti. von dem , . . , richten] uccidere. 10 thut ... dergleichen]
diasimulato il dolore* 12 gebürender] zuaatz. IB Nichts] che per
air hora d* altro non ragionavano. 16 etwas von ihnen gehört hette]
Qditi gli havea. 17 Auff das] noa potendo ne sapendo essi la verita
twcultare. 18 alles] il tutto ordinatamente. 22 wa« fQr Wein] in
qnal parte del paeae fusse ötato fatio quel ¥ino. zu mittag] la mattina,
26 zn einem . . > were] di fabnche o campi nun coltivati fusae atata ik
coliura ridotta. Da , . , . GartnörJ inteae.
24
wesen sey: derhalbea er wol mercfeefc, daß es war were, was
der Jüngling gesagt hette, Nuo wolt der Keiser auch erfahren
deß andeni red, denn deß [30] dritten was nicht nohtwendig,
es wnste der Keiser vorhin wol, das er den Sohn seiner miß-
ft handlunge halb hatte richten lassen , gibt danimb be^ehl den
Schäffer zu berüffen, fragt in^ mit was SpeiL^ er das Lamb, so i
gester zu Hoff geschickt worden, erzogen und gemestet hette.
Der Schäffer gantz erbleichet und zitterende, sagt : Das er es i
mit keiner andern Speis, weil es noch jung gewesen, denn mit
lü der Muttermilch erhalten. Der Keiser aber sähe an der forcht
des Schäffers wol, das er die warheit nit gesagt hatt, und
sprach: Ich siehe wol das du mir ein betrug förgeben hast,
derhalb, wo du mir nit die warheit bekennen wirst, will ich
dich eines grausamen todts hinrichten lassen. Ach gnedigster j
iE> Keiser, sagte der Schäffer, so ihr mir das leben fristen wellen«^
will ich euch, was sich in der warheit verloffen hab, au-[31]
zeigen. Als dasselbig ime verheissen, sprach er: Herr, als_
dieses Lamb noch gar jung was, gieng sein Muter ettwas weii^
von der Herd weiden, ward mir von einem Wolff gefressen:
ao da hatte ohngefehrt mein Hund» den ich zu einem H fiter meinef
Schaffen hab, junge, da wuste ich kein bessern weg das junge
Lamb bej dem leben zu erhalten, denn das ich es auch dem
Hund zu legt, der es mit seinen jungen gesöugt hatt, hab auch
vermeint es ein sehr angenem unnd liebliche speis für euwer '
u Mt sein werde : also ist die sach, und nicht anders^ bescbaffeiL
Der Keiser als er diß verstanden, hept an warhaßlig zuglauben,
dieweil die Jüngling so gantz versteudig, da(i sie mit Prophe- —
tischen Geistern begäbet sein nillsten, lasset den Schaffer hin-B
ziehen, geht wider zu den dreyen, redt sie auff solche weiß an:
Alles das so ihr mir gesagt, hab [32] ich, daß es war sej,
3 was nicM nohtwendig] non era uecesaano, che aicimo n^interro-
gasae. 5 den Schäffer] il pastore della Bua greggia. 6 so gevter
. , . worden] che quel giomo per la tavola aua havea fatto uccidere.
7 erzogen und gemeßtet] ingrassato. 14 grausamen] crudele et napra.
gnedipfflter Keiser] Sire. 20 mein Hund] la cagna. 21 junge] i
fluoi cagnoiini, 24 sehr . , . . Mt.] degno cibo di voi, 25 aUo
beachatfen) ucciaolo, lo vi mandai istatnane et al maggiordotno yoair
lo con»ignai. 27 ao gautz versteiidig] havendo codi alto et d^
»pirito.
85
befDnden: derhalb bewegt ihr mich zuglauben, wegen eiiwer
edlen und sinnreichen Geistern , daß euvvers gleichen weiL^heit
in der gantzen weiten Welt nicht könne oder möge gefunden
werden. Aber lieber sagen mir, wie, oder wo bey haben ihr
A weissen * mercken mler abnemraen können, daß dem allst> ge-
wesen sey ? Da antwort der elter : Daß der Wein, gnedigster
Herr, den man uns heut ftirgestellet, von Reben die anß Todten-
grebem wachsen, kommen sey, hab ich diß gemerck gehept :
Die natur des weins, wie menniglich bewußt, pflegt deß Men-
to sehen Hertz frölich und histig zu macheu: so bald ich aber
deß Weins einen Becher voll außgetruncken, hab ich von stundan
das widerspiel in mir befundon. denn er mir in meinem gantzen
Leib ein über die maß grosse traurigkeit unnd raelancholej
erwecket hatt: |33] derhalb ich nicht anders gedencken kont,
i»denn diser Wein müste niergend anderstwo, denn ettwan auff
einem Gottsacker, oder auff Todtengrebem gewachsen sein.
Und ich, sprach der ander, als ich etliche bissen von dem Lanib
i geessen hat, entpfande ich daß mir mein Mund sehr versaltzen
^■Qnnd voller schäum was, kondte deßhalb kein ander rechnung
"jä machen, denn diß Lauib were von llundtsmilch erzogen worden.
Und dieweil ihr» gnedigster Herr, folgte der drit, mit grosser
begird warten euch zu berichten, wie ich den tödtlichen haffs,
fOmemmen unnd Widerwillen euwers Rahts, gegen unnd wider
euwer Key. Mt, hab sehen unnd mercken können: so aollen
f» ir wüssen, als man gestern von der straif des Sohns euwers
Rahts handelte, waren wir auch zugegen, so sihe ich daß sich
I euwer Raht, der Vatter deß argen [34] Sohns, in seinem An-
12 denn] mlnuakel!
1 wegen . , . Geiatern] sendo in voi una «i nobile et alta virtü»
come ö r arte delf indovinare. 2 euwers gleichen weißbeit] tre altri
huommi k voi »omiglianti. 4 wie . . . sey?] cbe indiclo havete voi
hoggi alia tavola havuto. per lo quäle le coae da voi raccontatemi vi
habbiate potuto imaj^nare? 6 gnedigster Herr] Sire. 8 hab ich
. . . befunden] zusafez. 12 in meinem gantzen Leib] zusatz, 14 nicht
.... kont] giudicai . . . havendo io in nie sentito cotale effetto,
15 ettwan . - Todtengrebem) di ulcnn cimitero, 21 gnedigat^r Herr]
Sire. 22 den tödtlichen . . . MtJ dell* animo del eouaigliere vostro,
pleno di mal talento contra 1' Imperial voiitra persona, 25 ala . « . .
handelte] ragionando voi V alLr* hieri sopra 1 castigo de' malvagi,
^;Ä7 der Vatter . . . Sohn»] ausatz.
26
gesiebt gaiitz imd gar verendert uund entferbt, «ihei demnach
mit gantz schentzliclien iinnd grimmigen Augen euch an, fallet
auff das in ein grossen durst, forderet Wasser, die hitzig and
entzündet Leber zu ercfiiicken und erfVisichen: darbey hab ich
& wol verstehn und abnemmen können, daß er nicht minder gegen
euch io räch entzündet, denn er hinwiderumb schmertzen, wegen
deß todts seines Sohns, entpfangen hatt. Der Keiser, als er
diese Jüngling gautz gewaltig und sinnreich stets reden horte,
ward er von der letsten red hochbetrübt, und sa^ zq inen:
10 Ich halt für gewüß, es sey die snch mit meinem Ralit nicht
üders, denn wie du mir angezeigt, beschaffen, und glaub auch,
werde der Vatter , darumb das ich ime seinen Sohn, «war
nicht umb nnschuld , sonder wegen seiner schweren miß-[35]
handking, hab richten lassen, mir nach meinem leben, den todt
15 seines Sohns zn rechen, trachten: aber wie möchte ich doch
solches auG seinem eigenen Mund vernommen oder verstehn?
denn icli kan wol gedencken , daß ich ine mit keiner torttir J
(*der niarter zu solcher bt*kantnuß bringen wird: diew^eil ich'
denn sein eigen bekantnuß nicht hab, mag ich ihne nicht wol
w rechtlichen zum todt condemnieren <ider verurtheilen. DieweilJ
nun ir gatitz verstendig und klug, weis ich ihr werden, wie"
der sach zethun aey, wol mittel unnd weg finden. Herr, das
mittel^ sagt der Jüngst, so ir meijiem rnht volgen wellen, Imb
ich an der hau iL Es hat tliser euwer Hallt, wie ich hab sagen
afi hören, ein Coucubin oder Beischlefferin, die er über auß lieb]
♦
1 verendert unnd entferbt] cangiarai di colore. 2 mit . . . Augen]]
con mal occhia. 3 ein gössen durst] la sete, die hiUig ,
frischen] la quäle auole il fegato rinfreacare. 4 hab ich . , * kdniien|l
fect ia giudioio, 5 daß er ... . halt] che minor offesa non baT6iia]
egli da voi ricevuta, che la morte d' uno äuo figlig. 8 gante
horte] in ciaicnna coaa viridichi havea ritrovati 9 von . , . betrübtl
di ci6 molto tnrbato. 10 gewQBJ |uu che certo. es sey , . . . tradb^l
ten] chel fatto aia, come uppunto tu mi lo hai aarrato, et che il coa-^
siglier mio nitro nel penaier auo non rivolga» che come potertni ucei^
dere, per vendicarai del figliulo, il quäle giustamente io per saoi mtt
fatti k morte condennai. 16 verneniTnen oder verstehn] farmi
fesbare, 17 tortur oder marter] tormento. 20 zum todt . . . f«
urtheilen] condennare. 21 gantz verständig und klug] di fiellittim^
ingegno dotati. 22 Herr] Sire, 23 hab ich au der band] fie proato*
^ CoQcubm oder Heise lilefferiuj concabina.
27
hatt, ihroauch alle seine heiralichkeiten vertrauwt und mitUieilt,
Zu dero schicken, nait vennelfSöjden, wie ir gegen iro, wegen
ihrer schöne, in brünnende liebe entzündet: ihr wüsten auch
nichts ander dem Himmel, das ihr nicht ihro halben (allein ir
£ gunst und liebe xuerlangen) gern thun weiten. Denn man sagt,
die Weiber haben lange Kleider und kurtze Sinn : wenn sie das
hören, wirdt, sie nit anders vermeinen, denn daß dem also sey,
und euch glauben geben. So denn ir also ir allerliebster Herr
eeia ; zweyfel ich nit, ir werden ohnverzogenlich von ihro, als
10 einer so es wol wirdt wüssen, alle arghst nnnd falsch euwers
Rhats, wider Kei. Mt fürgenommen, erfahren, Diser raht-
schlag gefiel dem Keiser unseglich wol : Berufft ein versteiidig
iinnd weise Magt, zeigt iro an, wie er gegen seines Ralits Con-
L cubin in grausame liebe entzilndet: begerte derhalb an sie, allen
pl milglichen fleifi anzuwenden, damit er ihres Leibs [37] theil-
hafft werden möchte, nnd sich auch nicht lang säumen thete
die sach zum end zebringen. Die Magt sihet tlas sie zu der
Frau wen sich verfüget , entdecket iro den willen nnd grosse
liebe, so ir Herr der Keiser gegen iro trage, gantz freundtlich
I, •
7 höreD. wirdt, sie] «icl
1 vertrauwt und mittheilt | suol far parte. 2 Zu dero . . . geben]
Ä questa dotina se voi haTeste mez.%0 di far intendere, che acte delF
amor di lei talmente presOi che vi eentite nioriref et che co6a non S,
che voi per lei non «iate per fare, aerapre che elia dell* araor vostro
YOglia accertarsi, havendo, came nella magg^ior parte delle donne auole
avenire, lunghi i capelli et corto il cervello, conoscetidosi bella, age-
¥olmente ai fara k credere, che disideriate, che essa delf amor auo vi
faccia dono, poscia, easendo voi suo prencipe et sigitore, giudico, che
incontanente liabbia in poter voatro a venire. 8 So . , . ick nit] et
in cotal guisa aono io certo. 9 als . . . wussen) ausatas, lU argligt
und falsch] machinfttione. U Kei. ML] la persona vostra. 13 Magt]
mewaggiera. 14 allen . . . mOchtef Kuaatz, 17 Die . . . verfüget]
Oode ella al comtnandamento di lui preata, ritrovata occaa^jone d^easere
con lei. 18 und grosse . » , trage] zuaatz, 19 gaotz . , , ♦ ge^
horchen] et di«sele. che agevolmente potrebbe egli 6 facendo il conBe-
glier morire, b vero operando^ che ella un giorno fusHe da puoi miniatri
rapita, haverla in pofcer auo , mä che parendoKe cid atto da tiranno,
ei non da giuatci ne hmnano prencipe» non voleva in cid alcuna rio-
lenxa uaare, caratnente pregandola^ che h piacere di lui Tolasae aceon-
aeniire.
28
sie bittende , sich in deß Keisers vrillen zu begeben , in be-
trachtun^, wo sie nicht gutwillig sein wurde, daß er wol ter-
schiiÖ'en köndte, dal> ir Herr heimlichen umbgebracht wurde,
oder sie durch seine Diener mit gewalt zu rauben. Damit man ,
b aber ihne nit für ein Tyrannen, sonder für ein gerechten und^
frommen Fürsten halte» will er kein solchen gewalt brauchen,
versieht sich aber, ir werden seinem willen gehorchen. Die
Frauw, nach dem sie der Magt red gniigsam verstanden, bittet ,
sie sehr^ irem Herren, dem Koiser, welle sie zu vil thauseodt
10 mahlen, der liebe halb so er gegen ihro trage, [38] von ihra
wegen dancken, mit auzeiguog: dieweil sie so eines geringen
Standes, köndte sie sich nicht gnugsam verwunderen, daG
solch gewaltiger und hoher Fürst sich mit seinen gedanckeal
so weit hinab Hesse : jedoch nichts destoweniger were sie gegeni
\t^ Keiserlicher Mt. eines ergebnen hertzens, unnd dienstlicbea
willen zuerzeigen geflissen: aber, dieweil ihr Herr sie so wol
verw^ahrte, also daß sie nicht ein augenblick, also zereden, auO
dem Hauli das er es nicht gewahr wurde, kommen köndte, und
dem Keiser, selbst begierliche neigung niittzetheilen platz haben i
ao mochte, weite sie ihro (doch daß sie es nieniandts, bey hoher
verschwerimg, äenn allein dem Keiaer, irem gnedigsten Herren,
eröffnen wölte) etwas heimlichs anzeigen. Als nun die Hagt
hoch geschworen verschw igenheit zu halten , hept das Weib i
also zereden an : [39] wüß, daß mein Herr, in deß gewalt ich j
M bin. ein grausame that wider den Keiaer, unsern allergnedigsteo
Herren, im sinn und in das werck zu bringen, ftlr sich ge-
nommen hat, denn er, w^enn es die zeit und gelegenbeit er-
leiden mag, den Keiser zu gast bitten , mid mit einem schon
allbereiten vergiflften truuck, sein leben ihme zenemmen nnder-
8 gnugaam) zusatz. 14 were sie . , . geflifiaenl ella era pre^U
ad ogni auo piiicere. 17 also daß .... köndte] zusatr. 18 uM
dem Keiaer . . , . anzeigen] a!tro, che un aol mestzo k cio ritrovare non
sapea, il quäle k lei scoprirebbe, ove perö primieramente eila gnt^rasse
di non liavere ad altri che all* Imperadore auo 8ignore, qiianto allbom
le dicea, di palesare. 25 ein grausiime , . . ♦ genommen hat] ha
contra Tlmperadore noatro prencipe uiio malvagio et crudel penaiero,
ne ha la ment« ad altro rivolta, che come posaa farlo morire. 27 «eit
und gelegenhett] occaaloae.
steht. Und wiewol ich das alles wal weiü, hab ich doch solch
greuwliche that dem Keiser, grosser Verwahrung halber, nicht,
wiewol ich doch kein mittel deshalb underlassen , oienbaren
können : Derhalb soltu dem Keiser. was du autt* diu mahl ge-
& hört, anzeigen^ nemlich aliso : Wenn er von seinem Raht zu
gast gebetten, werde derselbig, so bald die mahlzeit schier vol-
lendet, ime in einer Cristalliner Schalen einen vergifften trnnck
bieten: denselben aber, so lieb dem Keiser sein leben sey, [40]
soll er nicht, denn er gantz vergiftet sein werde, sondern seinen
w Raht trincken heissen : solcher gestalt werde der, so einem an-
dern ein Gruben mache, sich selbst darein feilen, und erlöse
hiemit sie vom schendlichen Verräter. Darzu habe er, der
Keiser, sie demnach ohne meniglichs verhindern, und nach seinem
wolge fallen uuverdrossenens willens. Die Magt , als sie das
Iß alles von der Frauwen geredt, wol wahrgenommen : nimpt von
ihro Urlaub, zeigt dem Keiser alles gantz urdenlich, wie oben
gemeldt, an. Nun vor kurtz verrückten tagen war ein mech*
tiger König dem Keiser Beramo in sein Land gefallen, willens
ime das einzenemmen, wider welchen Beramus der Keiser mit
xo gewaltiger Heres krafft aubgezogen , den Feind verjagt , und
ein grossen sieg erlanget. Zum zeichen der Ireud solliches
erkngten aiegs, schicket der [41] Keiser den fürnembsten Herrn
seines Hofs , herrliche Öchenckung , under welchen allen sein
Kaht zum besten bedacht ward: unnd dieweil er so Keiser-
a» liehen begäbet, vermeinet der Keiser hiemit ime anlati zu geben,
das so er lang im sinn gehept, in das werck zu bringen, wel-
che« auch beschehen. Denn es wirt der Keiaer nach wenig
tagen von seinem Raht zu einem gantz herrlichen, ja König-
lichem mahl geladen, darzu mit grossen freuden, fest und ge-
3« preng empfangen : nach dem er reiche und grosse gaben ver-
Wp«ii(
7 CriBtalliiier] ^ic\ H unverdroasenensj siel 21 erUnget]
lOt fehlt. 2^ K5ttiglichem] sie!
1 ich ... . weiß] di cid io sola coosapeTole sono« 2 grosser . .
halber] ztmat«. 8 so lieb . . . my] per mente. 10 solcher , , .
willens] che cosi castigaiidolo del misfatto^ gli dara la morte et trarra
me d&lle mani di si mal vagto traditore, ei in cotal guiaa m'harrafitimpre
tid ogni äuo piacere, 2S herrliche Schenckuog] doni. 26 welches
üuch bescheheoj Zusatz. 2^ gantz . , . Königlichem] reale etmagnifico.
30
(
ehrt* wirdt er zum Tisch gesetzt, welcher mit lieblichen unnd
sehr köstlichen Speisen besetzt, das mahl mitt allerley ktmst-
reichem Seitenspil und lieblicher Musiea gehalten. Als es nun
an der zeit, daLs man schier auffstehn wellen^ bringt der Raht
^ mit seiner eignen Hand dem Keiser in einer Christallinen
Schalen ein sehr [42] wolriechend Tranck, mit solchen woiien m
im darreichende: Allergnedigster Keiser, dieweil euwer Mt ^
als nemlich ein so mechtiger Keiser, mich armen euweren
Diener nit verschmecht, sondern dise mahlzeit mit mir ge*
"* noaseu : liab ich auch imderstanden (wie billich) Speis and
Tranck, so euwer Mt. gemeß, derselben fürzesteilen- Derhalbeo
hab ich zu lust euwer Mt. diß köstliche Tranck zurüsten lassen,
denn ich wol weiß, dergleichen gewüß in der Welt nit fundeo
wirt. Denn under andern tilgenden, so diß Tranck hatt, unnd
** zu erzellen tu zu lang, mag nichts gefunden werden, dai
besser und köstlicher sej, die hitzige Leber zu erfrischen unnd
erkülen. Der Keiser wie er von der Magt verstanden hatt, ™
wüste wol daß das diß vergiÖ'te Tranck was, so sein Ilaht TOf |
etlichen tagen , ihme damit zu vergeben , zugeröst hatt, [43]
2^ gibt antwort : Du weist, es ist nicht lange zeit, daß ich dir
deinen Sohn umb begatigne missethat vom leben zum todt hab
richten lassen : daher ich abnimm, unnd nicht zwei f eh du habtst
wegen deß todts deines Sohns, ein sehr hitzig und entzündete
Leber: bedunckte mich derhalb unbillich, unhöflich und nicht _
^^ daockbjirlich gegen dir zu sein, wenn ich dich solches Trancks f
(das dir heilisam sein , unnd wol bekommen mag) beranbete,
Ninipt hiemit gantz behertzet das Tranck in die Hand , nnod
*
1 lieblicheD UDQd avkr kÖBtlichen] dilicatissiiDi, 2 mit allerlej
. , . Muaica] con euoni et canti. 7 Ällergnedigeter Keiser] Sife,
euwer Mt] voi. 9 nit verschmecht, sondern] degnato. 10 wie
billich] per ogtii mio poterti. 10 Speis und Tranck] cibi et viv&nde.
11 euwer Mt.} della persona vuatra. 12 zu \mt euwer Mt] aXV Im-
perial persona voslra, köstliche] Eueat«. 13 denn ich wol weiß]
zusatss. lA under andern tagenden] oltre molte virtu, IG bester
< < . sey] piu poasa. die hitzige . . . erkülen] il fegaito dell* bnomo ^
rinfreacare. 18 Tor etlichen tagen] molto prima. 19 ihme * . .H
vergeben] a^u^atz. 24 unbillich .... danckbarlich) diacortese et poco "
amoreifole. 27 Nimpt . , > , soheneken wil.J onde ricevendola con
Tau im o, io te ne fo dono, il quäle conoacero esaerti gnito» ove bor hora
alla pre#enxa mia tu la beva.
81
spricht: Dieweil ich weiß, daß dir diß Tranck gesund ist, so
wil ich daß du das gleich jetz in meiner gegenwart trinckest,
denn ich es dir schencken wil. Ab diser red deG Keisers ward
sein Raht betrttpt, denn er besorgt sein fümemmen im fahlen
* weite, sagt : Diß herrlichen und sehr köstlichen Trancks, 6ne-
digster Herr, bekenn ich mich [44] nit, sonder euwer Mt.
wirdig sein. Der Keiser aber antwort, daß er ine, wegen
seiner Tilfedtigen gutthaten unnd getreuwen diensten, ime lange
seit erstattet, nicht minder denn sich selbs lieben thete: und
10 so ich, sagt er, dir diß Tranck abneme und truncke , daß dir
so hochnotwendig, erzeigte ich mit der that nicht, was aber
ich jetz mitt dem Mund geredt: denn dir kan es nützlich sein,
an mir aber, weil mein Leber kein hitz entpfindt, were diu
köstlich Tranck yerlohren. Als nun der Raht deß Keisers
ift standthafftigkeit sähe, unnd er das yergüi'te Tranck außtrincken
solt: besorgt er wol, sein falsch were geöffnet, und er ver-
rahten worden, sagt: Allergnedigster Herr, die Gruben so ich
einem andern gegraben, in die bin ich leider selbst gefallen.
dieweil ich aber wol weis, daß ihr jeder zeit von natur zur
so miltigkeit geneigt, [45J und ich euch manche gute lehr und
yermanung, so in euwer regierung euch unnd allen Under-
thanen im Reich zu gutem oö'tmals erschossen, gegeben hab:
bin ich neben underthenigster und demütigster bitt, guter hoff-
nung ir werden mir meinen grossen fehler verzeihen : unnd wo
tB ihr fürohin missethat halben (darvor Gott lang sein welle) einen,
deß Vatter an euwerm Hoif wohnete, richten Hessen, so wellen
denselben von stundan Urlauben, unnd keins wegs bey euch
mehr bleiben lassen: denn ihr sollen wüssen, nach dem ihr
m
19 dieweil] minuskel.
4 betrQpt] turbato assai. 6 euwer Mt.] alla imperial persona
▼osira. 9 und so ich . . . geredt] lo conosco il bisogno tuo, et, ove
qnesta potione volesHi k te levare, io non farei cosa degna deir atf'ettione
mia verso di te. 14 verlobreu | di nissuno giovamento. 15 standt-
hafftigkeit] iostanza. vergifite] da lui presentatagli. 16 sein falsch
. . . worden] che '1 tradimento suo fosae stato scoperto. 17 Aller-
gnedigster Herr] Sire. 20 manche erschossen] una ammoni-
tione alla vita vostra importantissima. 23 neben . . . bittj zusatz.
24 grossen fehler] error. 25 darvor . . . welle] zusatz. 27 von
gtondan Urlauben] zusatz.
meinen Sohn nmb seiner miaaethat willen richten, mich aber'
deß gleich wo! nichts entgelten haben lassen : sondern als wemj
solchs nicht beschehen , mich st^ts geliebet , mit Schenckung
verehrt, imd alle freuiidtlichkeit erzeiget: das mir aichts desto-
r> weniger nnmüglich gewesen» solchen grossen mei[46Jnen schmer-
tzen auü dem sinn in wind zeschlagen, hab auch euch niemahU
gesehen, daß sich nicht all mein geblüt im Leib verwandelt,
und euch den todt nicht getreuwet habe. Und wiewol ich mit
viel unzählbaren reichthuraben und grossen ehren von euch
10 begäbet, darzu mein Sohn urab kein Unschuld gerichtet wor-
den: hab ich doch meines Sohns halb, jedoch unbillicher weil«,
euch diß vergifft Tranck zugerüstet, damit ich mich an euch.
wegen deü todts meines Sohns, rechen möchte. Der Keiser
als er von seinem Itaht das scliendtliche fümemmen gehorti
"ö schenckt er im docli das leben: befihlet aber in von stimdiiti
von seiner gegenwertigkeit zutreiben , sein Güter in de
Reichs Camern zu verordnen , und daÜ er innerhalb dreye
tagen auO seinem Land hinweg sich mache: sagt hieniit Gotfcl
treuwlich danck, daG er [47] in so vor grosser gefahr leil
30 unnd lebens behütet hat: verehret das Weib, so diese ver-l
rlitherey geöffnet» gantz reichlich, verheuraht sie einem seiner i
fümembsten Herren an seinem Hoff: kehret demnach wider zu
Hoff zu den dreyen Brüderen, erzellet ihnen was sich ob der
mahlzeit zugetragen mid verloffen habe : lobet sie sehr hefftig, ^
«^ sagende: Ich zweifei nicht, dieweil ir mit so grosser Qber-fl
natürlicher weit^heit und verstand begabt sein, daß ir haben
können verschaffen und zu wegen bringen » daß ir mein leben
mir vor meinem schentlichen Raht errettet haben: ir werden
mir noch in einer sach , daran mir viel gelegen, hilflF unnd
30 raht beweisen : ich glaub auch vestiglich, dieweil ihr mich so
2 deß g'leichwol . . . bescheben] zusatz. 3 mich stets ... er-
zeiget] con quante carezze et doni che poscia m' habbiate fatlLJ
tO umb kein udbcIiiiIcI] a giaata morte. 1^ leibs unnd lebens] zasatx.«
28 was .... habe] tutto il flucceäso del convito de) consigliere. 2S Qb^r-
natürlicber] ztisatz. 2Ö daG ir . . . bringen] che tante cose habbiaU
saputo iridovinare, et che ... 28 scheiitlichea] disleale et malvag-io.
SO dieweil . . . haben] havendo io hoggimai acorto in cosa, che la nla
importava, il grande umore, che voi mi portate.
SS
>, daß ihr micli bey rlem leben erhalten, haben, werden ir
mir auch das nicht absehlagen. Als nun die drey dem Keiser
in allen sachen ire [48] hilff unnd dienst gnhtwillig ange-
botten. hept er an und spricht: Es ist von den alten Philo-
» sophig oder Weisen dises Reichs (welche meine Vorfahren in
hoher achtung and werd gehalten haben) ein form eines Spie-
I gek erfunden worden , welchen sie nenneten den Spiegel der
^Gerechtigkeit, und das aub diser nraach: Es hat gemelter Spie-
Hj^l solche tugendt an ime, wo zwen mit einanderen vor dem
r»« Richter zancketen, hiease er sie in denaelbigen schau wen : welcher
nun ein ungerechte sach hatte, deü Angesicht ward von stund-
an schwarte wie ein Kolen: der ander aber, so ein rechtmessigen
handel hatte, bleibe bey seiner natürlichen färb, und schiede
vom Richter als ein Sieger hin. AuL> der ursach bedorlft man
u auch vor dem Richter keiner Zeugen : sondern aiili krafft, und
wegen der tngent del* Spiegels, lebte menig[49]lich in guter
ruh unnd allem frieden. Debhalb diL^ Reich dem Paradeib selbs
(zu der zeit) sich vergleichen thet. Welchem Menschen nun,
wegen seines betrug«, sein angeaicht also schwartz ward, mochte
10 darch kein ander mittel zu seiner natürlichen färb wider kom-
men , denn dali man in in ein tieffen Brunnen hinab must
lassen , darion er viertzig tag und nacht bleib , und nichts
anders (allein zu aufFenthaltung deli lebeus) denn Wasser unnd
Brott niessen dorifte. Nach diser penitentz ward er wider au(>
th dem Brunnen gezogen, für das Volck gestellet : so er als denn
aeiue sünd bekemiet, bekam er sein vorige färb wider. Durch
dise tugendt und forcht deß Spiegels, lebt jedermann (wie ge-
hört) in gutem friden: ein jeder vernügt sich seines Stands,
man begab sich aulf das Paur oder Feldwerck. Was der
[enach bedorftt, was das Land [50] voll : ettliche arme Kauff-
1 erhalten, bähen, werden] sie! 13 bleib«] licl
8 hilff und dienat] opra, 4 PhiloBOpbis oder Weisen] filoaofi.
im hober . , . haben] batmo in ogni terapo aseai atimato. 8 und
daa auÜ diser uraacb] percio che. 12 wie ein Kolen] ssusatz. 15 auß
kratft, und wegen] merce. IG in g^ater ... - Deshalb] in tanta quiete
et paoe, che ... 18 siu der zeit] zusaty,. '27 tugendt and forcht]
timore. wie gehört] tmait. 29 Paur oder Feldwerck] agricoltura.
01« ttBf iiOliai». ^
34
leiit Oller Auülendische, so von aüJem Ohiien
koeimen waren, schieden reich in ihr Vatterland wider heim,
Uott hatte alle Feindes macht disem Land weit hinweg gewendet.
also dai^ vil jar menigÜch inn allen freuden unnd glücklich
6 lebte. Zur selbigen zeit regiert mein Groüvatter, der hatte 1
zwen Söhn, meinen Vatter, und sonst noch einen meinen Vettern,
welche nach dem tod ires Vatters sich nmb das Reich zanckien :
jedoch mein Vatier letztlichen das behielt. Damit aber meiTrl
Vetter sich an seinem Bruder, meinem Vatter, rechen k5ntei,J
vr> sucht er alle gelegenheit: Oberkompt letrtlichen diesen Spiegel,!
stillt in, und fleucht mit im in Indiam. Es hatte damals lodial
ein Jungfrauwen zu einer Königin, welche die regiemng onndJ
gantze sorg deü Königreichs einem irem für[51]nemb8ten Raht
übergeben. Dieser Jungfrauwen und Königin hatt mein Vetter
ift den Spiegel Überantwort, und sein tugendt iro erzellet: welche
krafft und tugend aber niergend an d erst wo , derai in disem
meinem Reich, gemelter Spiegel hette. In desselbigen Lands j
Hauptstatt, so am Meer gelegen, sähe man alle tag. wenn di«
Sonn auff gieng, ein grosse auffgethane rechte Hand antf de
IM Meer , welche den gantzen tag bil> zu nidergang der Sonnen,!
sich von dem ohrt da sie herfür kommen, nicht wendete: wennj
aber die nacht herzu ruckt, käme sie zum Gestad deG Meers,|
erwütschet einen Menschen , führet in mit sich in das weit
Meer hinauti ; unnd das hat sie lange zeit getrieben, Derhall
>& inn irem Land vil Volcks ein Zeitlang also verloren worden J
von welchem jamer die Ein woner betrüpt unnd traurig [52}l
über die maß gewesen: und damitt letztlich etwan ein mitieUJ
daß man dises eilends entlediget wurde, funden mochte werden^i
nemmen sie den Spiegel der Oereclitigkeit, tragen ine der Hand
3«> entgegen an das Gestad defi Meers, unnd vermeinen gentslieh'
S Gott .... gewendet] h nimici di questo imperio il signor Iddie
havea tutte le forze levate» 6 Vettern] zio. 9 an neineiu
Vatter] zuaatz, 10 überkompt , , , , ßtillt in] fece lo apecchio ruh
bare. 12 die reg^erang nnd gant/.e sorg] la cura. 16 krafft ou
tutend j 7.u8atz. 17 gemalter Spiegel) zusats, 23 weite] tu
24 lange zeit] di continuo. 28 daB man * . . wurde] 2usatik 30
meinen . . . zuverBÜhiieTi | zusatz.
35
die Hand Uemit zn b^^tigen oder zuversOhnen. Solches nimpt
die Hand für ein gutihat an, und wo sie vor alle abend einen
Menschen mit iro in das Heer hin weg geführt, nimpt sie jetz
eintweders ein Pferd, oder einen Ochsen. Dieweil nun dieser
»S^iq^l verloren, ist auch das Land umb vorige sein glOck-
seligkeit kommen: Derhalb hat mein Vatter stetigs nachge-
dencken gehept, wie er doch diesen Spiegel, zu nutz und wol-
ffthrt' dem gantzen Land , wider bekommen möchte : schicket
aoff ein zeit sein Legation zu der Königin, den Spiegel mit
i^pitt, neben erlegung [53] einer grossen summa gelts, zu be-
geren : welches mein Vatter umb so vil desto mehr zu erhalten
veimeinet, dieweil die tugendt solches Spiegels irem Land kein
natai were, hinwider aber durch verlust desselbigen sein Land
die erste wolfahrt verloren. Unnd wiewol der Legat, den
16 Spiegel zuüberkommen, sich sehr bemüht, was es doch als umb
sonst. Als aber der Ambassator noch vester anhielt, sagt letzt-
lich die Königin : Dieweil, wegen der tugent diß Spiegels, die
Hand an statt eines Menschen, alle tag jetz ein RoÜ oder Ochsen
nemme, welle sie ihme denselbigen geben, doch mit der con-
M dition und vorbehält , wenn sein Keiser verschaffen oder zu
wegen bringen könne, daß diese Hand irem Königreich und
Land gar keinen schaden mehr weder an Leuth noch Vieh,
zufüge. So nun mein Vatter solches zuwegen [54] hette bringen
können, were im ohne zweyvel (dieweil ihre Voreiteren guthe
« Freund gewesen) gemelter Spiegel wider worden. Weil aber
*
1 Solches . . . an] Et air incontro della mano portatolo, questo
beneficio ne ricevette. 3 jetz] non piu un^ huomo, ma. 7 diesen
Spie^l] lo. zu nutz . . . Land] zusatz. 9 auif ein zeit] zusatz.
sein Legation] uno suo ambasciatore. 11 welches .... dieweil] a
ciö facendola con diverse ragioni persuadere: massimamente dimostran-
dole, che ... 13 hinwider .... verloren] ove questo regno har-
rebbe nello primiero stato et trunquillita rimesso. 14 Unnd ....
worden] Mä non potendo le parole deir ambasciatore fare alcuno pro-
fitto, ritornato diese, che per lo beneficio, c^ havea all" hora quel regno
ricevuto dello cambio delF huomo nel cavallo ö bue. che seco ogni
giomo nel mare la mano portava, quella reina non lo volea altrimenti
reetituire, salvo ove da mio padre non fasse alcuno rimedio alla rovina,
che essa mano facea. ritrovato : mä che, avenendo, che da tanta miseria
fasse lo regno suo liberato, ella di buon cuore , essendo gV avoli suoi
staii molto amici de nostri predecessori, harrebbe lo specchio restituito.
3*
36
inein Vatter ein solche kunsfc niemals erfinden mögen, hat mun*
die alte ruh deÜ gantzen Lands , wie auch noch , bib anheni
luanglen müssen. Dieweil ir nun mit grosser weiÜheit umdi
edlem verstand begäbet sein , glanb ich gentzlich , so ir euch
6 in diser sach bemühen wölteii, köuten ihr Indiam von der gmu-
samkeit der Hand ledigen, mir auch meinen Spiegel wider be-
kommen, darzu mein Land und Leut in vorigen stand wider.
bringen. So ir solches mir zu vollbringen verbeisaen, will ich]
euch zu groBseu Herren macbun. Als nun die Jüngling deB
10 Keisers anligen vernommen . versprechen sie ihm (wegen vil-
faltiger gutthaten inen bewiesen) in Indiam zu verreisen, voo
dan|55]nen auch nit zu weichen, unnd für sein angesicht ohne
den Spiegel zu kommen. Von solcher red ward der KeisefH
überauli erfreuwet, rüstet sie mit den ftlmembsten Herren seines
lü Hofs, in Indiam zuziehen, auff den weg. So bald sie nun hin-
weg kommen, und der Keiser solcher hoffnung ist, er werde
den Spiegel durch die grosse fürsichtigkeit und hohen verstand J
der Jüngling widerurab zuwegen bringen, ist er gantz mutig™
unnd frölich, erlustiget sich teglich mit allerley Seitenspiel
20 und Musica, von allerley art die er haben mocht, verehret und
begäbet auch solche Leuht mit herrlichen Schenckinen: ver-
treibt die zeit in den lustigen und Königlichen Gärten^ mit
Jagen und aller kurtzweil, hiez wischen mit grossem verlangeoH
die zukunfft der Jünglingen erwartende. Es begäbe sieh zu*
SD der selbigen zeit, dafj ein [r»6] Kauffmann in die Stat kam, der
hört wie der Keiser alle die so der Music bericht, itera mitfl
den Seitenspilen wol spielen köndten, gewaltige, ja Königliche
3 ^oaaer weißheit unnd edletn verstand} si alto ei nobü ingegna
5 Indiam] quel regno. 7 mein Land . . - bringen I la quiete et feli«j
cita deir imperio mio ricoveraret©- 9 zu groBsen Herren] di graa
thesoro fiadroni. 10 anligen] Je paroIe et il bisogno. verspreche
»ie ihm] prontissimaoiente gli promi&ero. 17 die grosse . . . Terstaad]
per \o liottile av^ediuiento. 18 ist er . . , frdüch] felicissima vitatmp
paseava. 19 erlustiget . . . Schenckinen] et de suotti et canti grande
mente dileltandotti» da ciaaciina pai-t« del paese auo ü faceva de finii
siini cantori et musichi venire, i quali realmente donando , . . 26 w«
der Eeiäer . . . verehrte] v\m tanio i) dignore de siioni et caati si dtl^g
tava, et i grau doni, che per üi6 far «olaa.
87
ftbeD verehrte : der hat bey im ein erkautfte Jungfrauw, mitt
sonderbarer schöne begäbet und geziert, der Musica und aller-
ley Instrumenten oder Seitenspiel hatt sie auch ein solchen
verstand, daß sie meniglich in solchen kilnsten weit übertraff:
* da0 thet der KauflFmaon dem Keiser zu wüsaen^ die ward von
stundan berilfft: ehe aber der Kauffmann sie für den Keiser
^. fährt, verschaffet er daG sie vorhin schön angethan wurde,
Bdemnach führt er sie für den Keiser. Als er nun die grausame
^mchöne der Diliramma (also hieb die Jungfrau w) sampt dem
^HUeblichen gsaug unnd grosser j^eschickligkeit mit allerley In-
ffttmmenten, gehört unnd gesehen, wirdi er gegen iro ingros[57]8er
liebe entzündet^ bezalt sie dem Kauffmann, weil er ein sehr
reicher Keiser was, wol. Hesse sie mit gantz köstlichen und
Königlichen kleidern anthun, hielt sie so inniglichen lieb, daß
** er, wo in nit die ßeichsgeschefft verhinderten , stets bey ihr
was. Es begibt sich eines tags, daß der Keiser auff das ge-
jegt reit, unnd Diliramma mit ihme nam, ohngefahr einen Hirtzen
antraffen, sagte der Keiser : Diliramma, sihestu disen Hirtzen ?
den will ich jetzund achiessen : nun sag mir, wo oder an welches
20 ohrt wiltu daß ich in treffe oder schiesse : wenn du mir das
sagst, so wirstu sehen, dali ich in an dasselbig ohrt ohne fahlen
achiessen wilL Diliramma sagt, Gnedigster Herr, ich weiß wol
daß ir ein gewttaser Schütz sein, unnd wohin ir dtsen Hirtzen
zeschiessen begeren, dal* ir das wol thun können: dieweil es
2ft aber euch gefalt daß ich es sage, [58] so weit ich gern daß
disen Hirtzen mit unnd in einem schütz durch ein Fuß und
1 ein erkaufTte Jtingfrauw] una schiava, 2 der Masica , . . Sei*
teßEpiel] in qualutique «orte di mtiHica. 5 die ward . , . führt er sie
für den Keiaer] fu da lui incontanente fatto chiamare, et impostogtip
plie la giovane, 1a quäle Diliramma »i chiamava, bavesse alla presenza
aa ä conduire. per accertam del molto valor di lei nell' arte mtisicale,
fn dal mercatante il oommandamento di lui Benza alcuna dimora esae-
^auito. Onde vestita la giovane di honorati panni , venne co'l padroii
^■rio dinanzi k Behramo. 8 grausame] rara. B der Diliramma . . .
^^fcungfrauwt di lei. sampt . . , Instrumenten] et la soayita de' [d*] suoni
Hai canti. che alla preaeaza sua la giovane fece. 12 weil er . . . was)
ziisats. 20 treffe oder echiesse] percuota. 21 ohne fö-hlen] certa-
pente. 22 Diliramma J ella.
38
ein Ohr (rerraeinende äolclis unmöglich zusein) schiesaen theteo« '
Der Keiser aber, so mit hohem verstand begäbet, verheisset
solches zu thim, nimpk hiemit einen bogen, schiesset mit einer
hilltzeneo kuglen den Hirtzen hinder ein Ohr ; als der Hirtz
6 solches schötzea entpfunden , kratzet er sich gleich mit einem
Fuß (wie denn der nnverntluflftigen Thieren ahrt) hinder dem
Ohr: hiemit nimpt der Keiser eilendts einen andern bogen, j
seliiesset den Hirtzen mit einem pfeil und in einem schütz durclifl
einen Fuas und Ohr. Solches brachte seinen Fürsten und Herren» "
tii und wer zugegen war, grosse Verwunderung: hieniit wendet
sich der Keiser gegen der Jungfrauwen, und sagt; Wie nieinstu
Diliramma, liab ich deinem begeren gnug gethan ? Diliramma
lechlende sagt: Gnedigster Herr, het[59]teu ihr nit mich sampt
dem Hirtzen mit dem ersten schütz mit list betrogen, were
ib solches zuthun unmüglich gewesen , denn diser gestalt bette
auch ein jeder einen solchen schütz thun können. Als der
Keiser diese wort höret, beduncket in daÜ diese wort eiwas
zuscharpif, und hiemit sein ehr verletzt zusein, insonderheit weil
solches die fürnembsten Herren seines Hofs gehört; unnd wiej
ao sehr er gegen der Jungfrauwen vorbin in liebe entzündet, über-
trifll doch jetz der gehe und grimmige zorn solche liebe weit:|
und damitt er sein ehr rette, befihlet er seinen Dienern sie
der stett auüzuziehen, iro die Hend anfF den rucken zebinde
sie in einen Wald, nicht weit vom selbigen ohrt, damit diQ
tb wilden Thier die nacht sie zerreissen, zufüliren* Solches ver-
richten die Diener, füren die arm unnd traurige Jungfrau w
in den Wald, ziehen wider [60] zurück, befehlen sie den wilden^
2 Der Keiser] ßehramo. hohem] nobile et alte. Seinen bogen]
un' arco da pallotfce. 4 bültzenen kuglen] pallotta. 7 einen andern
bogen] r arco dalle saette, 8 deii Hirtztjn] al cerro, il qöale tntta
via si grattava. mit einem . > . schntzj in un colpo. 9 deinen
. . . war] k ciaactiiio de' suoi baroni. 10 Verwunderung] ammiratione,
uavendo in cio un* alto et sottile avedimento di Behramo scorto. wen-
det «iüh] con all^ra faccia rivolto. Ih diser gestalt , . . können]
coU* inganno c* havefce Uflato voi, ogn' altro huomo ancora harrebbe i
piede coir orecchia del cervo saputo conficcare. 22 damitt er
ebr rette] facendo^i k credere di non poter altrimenti V Uonor auo ri-
coverare.
Thieren, zeigen dem Keiser an, sein gebott erfÜÜIet; zuhaben.
Der Keiser, als er diß gehört, von zorn und liebe gantz be-
kümmert, zeucht sehr traurig wider beiiiu Hiezwischen gehet
die artue Diliramma mit iren Henden auff den rucken gebun-
» den, im Wald hin und wider, bitterlichen weinende : und die-
weil die nacht her zu rucket, befilhet sie sich in schirm deü
atlmecbtigen Gottes, hiemit, wo etwan ein wild Thier dahar
komme, sie zerreisse, mit grosser forcht unnd angst wartende.
Als nun die Sonn nidergangen , begibt es sich , da(> ettliche
^«Kauffleut durch den Wald reisen, die hören das klegliche ge-
^pBchrey der Jimgfrauwen , von welchem der Eltest und er inen
bewegt, wo und was ea sey, zuerfaren, demaelbigen nachgeht,
aihe, da findet er (denn Gott verlasset die seinen nit) die Jung-
frauw mit aufi* den rucken ge[61]bundenen Henden : unnd weil
^nie schon und jung, hat er groli mitleiden mit iro, löset ir die
Hend auff, bekleidet unnd bedecket sie so best er kont, unnd
führt sie mit ihme in die Herberg, fragt wer, oder von wannen-
har sie, und was ihr begangenschafft were, wer sie auL^gezogen,
dahär geführt, und auti was Ursachen das geschehen, Da kondte
Pman von iro nichts anders vernemmen, denn daß sie sich bib-
här mitt der Muaica unnd allerley Seitenspiel erhalten unnd
mit ttmbgegangen were. Der Kauffmann fraget den Wirt, ob
nicht irgendt ein Lauten verbanden: als bald wirdt eine ge-
bracht, der Jungfrauwen in die Hand gegeben, die hept an
S5 zuschlagen, darzu auch so liebüchen zusingen, daß sich menig-
1 erfailet] com piu tarnen te eaaequito. 2 Der Keieer] Behramo.
3 sehr traurig] tutto dolente et mesto. 4 die arme] tusatz. 6 in
Bchirm . . . Gottes] ä üio. 9 Als . . . mit iro] et cosi camiDando
sopra fa atrada coramune arrivata, piacque ä Dio, che, traraontato il
Bole, una compag^nia di mercataiiti, che allo alloggiamento andava, il
quäle da quel luopfo not) era molto cliscoato, la giovanet che in ai mi»ero
stato si ritroTava, odi k piagnere. Onde aeguendo il piu ve^^chio tii
loro la TQce di lei, et accoatatoleei, la vide, et easendo giovane et bella,
liebbe di lei grandissima compaasioue, 16 so best er kont] di alcuni
paniii* 20 denn daß . . . were] che l'esaercitio auo era la nm^icii.
22 Der Kauffmann . , . gebracht] Onde fattoHi dair hoste il raercatante
ano linto dare. 24 die hept so wol] la soavita et finezza
del euono et canto di lei adeodo , ne timiMe stupefatto, et delln virtn
saa innamorato.
40
lieh sehr verwundert: das gefeit dem alten Kauffmanu do wol,
daß er sie an ein Kinds statt annam, unnd mit ime in »ein [62]
Land fnhrt Beramuß der Keiser ist hiezwischen in seinem
Palast, unnd vermag die liebe gegen Diliramma mehr denn der
ö Äom, ist ine, was er mit iro zuvollbringen befohlen, übel ge-
rauwen, befilhet eben denselben Dienern, so sie in Wald ge-
führt, sie sollen efctliche Gespanen mit sich nemmen, sich wol
bewehrt machen , au ff die Pferd sitzen, und von stundan dem
Wald zu eylen, die Jungfrauw mit allem fleiß suchen, und
iu widerumb zu Hof bringen: gab inen auch die außgezogenen
ire kleider, damit sie wider anzethun. Solchem Keiserlichen
befelch kommen die Biener ohnverzogenHch nach, reitben die
gsntze nacht im Wald hin und wider, können aber die Jung-
frauw, weil sie der Kauffmann mit sich in die Herberg ge-
i& führt, niergend finden. Keren derhalb morgen wider gen Hof,
zeigen dem Keiser an, wie sie Dili[63]ramma die gantze nacbt
im Wald hin und wider mit sonderbarem fleib gesucht, aber
doch nit finden betten können, und dieweil im selben Wald
insonderheit vil Gewilds was, vermeint der Keiser nichts anders,
ao denn von wilden Thieren sie zerrissen sein worden. Von wel*
ehern wohn der Keiser in solchen unmut, daü er nicht mehr
schlaffen konte, kommet, falt derhalb in ein grosse kranckheit:
und wiewol er alle mittel , sein gsundtheit wider zu über-
kommen, nicht underlassen, ist es doch alles umb sonst, da-
sä rnmb er teglich deli Todts gewerfcig. Solches bekümmerte die
fÜmemböten Herren deG Reichs nicht wenig, berahtschlagen
sich ander einandern, weil die Artzet dem Keiser sein leben
nit erretten köudten, solte man fürsehung thun , so best man
möchte, ime mit krefftigen speisen sein leben, biß zu der wider-
I
I
S Bei-amu0 der Keiner] Beramo. 5 ist ine . . < ge ran wen} peti-
tito di ha¥er la giavane si cmdelmente trattata, et diliberando con
ogni Btio potere di rico^erarla, 7 ettliche Gespanen] ana gro^A coni-
pagnia. 10 gab . . . anzethun] de luoi patmi rivestit« et scioltelo
le mani. 20 Von welchem . , kranckkeitl Del quäl accidente dolo'
roHo, qtianto mai altro huomo al mondo fusse , da ^ande maünconia
afflitto, una grandib^sima mfermits gli aopravenne, la qaale del sonno
ai fattamente lo privo, 24 daninib , . « gewerüg] Onde in amaiil
diBe consumandosi« d' liorain hora lamorte aüpettava, 26 nicbi wenii
Bopra modo*
I
A
42
die [66] Königlichen Fürsten und Herren deü HofFs, mit kost-J
licliem Wein und etlichen lieblichen Speisen, sie in der Königial
iiatnnten besuchende : und als sie, was tnerct liehen und grossen'
schaden die Hand in irem Land jetzt lange zeit inen zugefügt,
n genugsam verstanden haben, geben aieauff diese weiß antwort:
Beramus der Keyser hat ans hergeschickt ime zu holen seinen
Spiegel, den eiiwer Königin in irem gewalt hat: so wollen wir
wie vor etlich Zeiten abgeredt worden, dargegen diß Land ?on
dem grossen schaden, so biß anbero die Hand, so alle tag aaff
10 dem Meer erscheint, euch zugefllgt, erledigen. Es zeigten die
Herren an, es were die Königin deb sehr wol zufrieden, wo
sie diß könten zu wegen bringen, solte inen unverzogenlicb der
Spiegel werden : scheiden hiemit von inen , doch vorhin miij
gegebner ord[67]nung, dati sie den andern tag widerumb bej
ib zeit zu ihnen kämen, so wolten sie mit inen an das gestad de
Meers gehn, und verschaflFen, daß diese Hand nicht mehr
sehen werden , viel weniger im gantzen Land einigen schaden^
mehr mit Leut oder Vieh hinweg führen , thun solte. Diese
neuwe zeitung erschalle durch die gantze Statt, erfreuwct siel
20 auch menigUch mit grossem verwundern : und dieweil
wüste das am folgenden tag die drey Jüngling an das MeerJ
gehn wurden, machet sich an der nacht unzelich viel Volefc
au ff, damit sich niemand ts versa umpte, und gienge dem Mee^
zu. Ära morgen früe kommen die Fürsten und das gantze Hoff»'
ifr gesind zu dem Palast oder Saal der dreyen Brüdern , giengeitl
mit einandem dem Meer zu, da sehen sie ein grosse rechte unni
iiußgethone Hand auii dem Meer [68] schlieflFen. Der elt
Bruder stellet sich gestracks gegen der Hand, hebt sein recht
13 Spiegel] gedruckt; 8pi geh 19 erstthalle] »cl
esBi per lungo spacio di tetnpo del lUnno* che la mmao in quel
facea, infürnmti.
6 Beramus] Behramo. 8 vor etlich weiten] amsat«. II wo
, . . bringen] liberato il paeae dall* infortunio della tnano. 17
weniger] ne. 18 mit . . . führen] «usatz, 21 tag] inattma. 23
mit .... zu] al luogo, dove baveano ä ritrovansi. 24 Pllrst«
consiglieri, 25 Pali^t oder Saal] palagio, giengen . . , i&q] i qn
inaieme partitisi, et buI lito al na^cere de* iole arrivati. 2Ö grosse]
snaatsE. 28 stellet ^lob] in pie levatost. sein rechte Hand] la
48
Hand aaff, in welcher er den Zeig und Mittelfinger auffrecht,
die andern aber under sich hept : nach dem das beschehen, so
acUeofft die Hand, die biß anhero dem gantzen Land so grossen
schaden gethan, von stundan wieder in das Meer hinein , ist
» auch nachmals von niemandts mehr gesehen worden. Von dieser
geschieht yerwunderte sich die grosse menge der Zusehem über
die maß, es wirdt auch der Königin solchs ohne Verzug zuwissen
gethan, die bevilhet wegen grosser freuwd, die drey Jüngling,
so noch am gestad deß Meers waren, mit gewaltigem Pomp,
10 Pracht und Ehr zu holen , und inen entgegen zugehn , mit
fehmerem bevelch, so bald sie in die Statt kommen, sie zu iro
der Königin gegenwertigkeit zufüh[69]ren. Dem gebott der
Königin kompt man nach, es werden die Jünglini^, nach dem
sie in die Statt kommen, für die Königin geführt, die sie mit
ift grosser ehr und herrligkeit entpfieng, bäte sie auch gantz freundt-
lich, iro nicht zu verbalen die heimligkeit, mit welcher sie ein
solch groß wunderwerck vollbracht betten. Der eiter Bruder,
so die Hand vertrieben, will die Königin irer bitt gewehreu,
nimpt sie bey der Hand, führt sie ein wenig vom Volck, damit
so man sie nicht hören noch verstehn möge, unnd sagt: AUergue-
digste Königin, wissen, so bald ich heut am morgen diese Hand
aaff dem Meer gesehen, hab ich gedacht, es wolle die Hand nichts
anders bedeuten, denn wenn fünff Menschen, die eines siuns,
gemttts und willens, könten funden werden, möchten sie die
» gantze Welt under iren Gewalt wol [70] bringen : dieweil aber
biß anhero niemandt, der solche der Hand bedeutung wissen oder
errahten können, ist euwerem Land biß auff gegenwertige zeit
ein solcher grosser schad von iro zugefügt worden. Derhalben,
nach dem ich heut an das Meer kommen, mit der hilff Gottes,
so was diese Hand bedeute, verstanden , hab ich mich gegen iro
7 solchs] tutto '1 8ucce88o. 8 wegen grosser freuwd] lieta etcon-
tenta sopra modo. 9 mit . . . zugehn] con gran festa et honorc alla
porta della citta ad incontrare. 11 so bald .... kommen] primo
che al palagio lor assignato ritornassero. 17 Der elter Bruder] il
giovane. 19 nimpt . . . Hand] zusatz. 20 Allergnedigste Königin!
Madama. 23 sinns . . willens] volere. 25 dieweil .... können)
et percioche volea esser intesa. ne alcuno sino al presente s'e ritro-
rato, che cid habbia sapnto indovinare. 28 schad] danno et maleticio.
u
I
gukehrt, zwen Finger meiner rechten Hand auff, die andem drey
aber nid sich gehept, damit anzuzeigen, daß sie die Hand weit
irre und fahle, denn nicht notwendig ftlnff Personen die gantze
Welt, 80 sie eins weren^ nnder iren Gewalt zu bringen, sondern
B nur zwo könten solch» und noch grössers, so sie eines gleich-
förmigen willens, verrichten und zu wegen bringen. So bald die
Hand difi gemercket, auch waar sein wol gewilit, hat sie schäm
halber sich under das Was[71]ser verschloflFen, wirdt auch nicht
mehr herftlr kommen noch gesehen werden. Die Königin, nach
»y dem sie solche red vernommen, verwundert sich sehr, merckei
wol daß die Jüngling mit Edlen und sinnreichen Geistern be-
gäbet sein : und nach dem sie von der Königin Urlaub genommen,
beleiten sie die ftimembsten Herren ires Hoffs an ir Losament.
Demnach berüift die Königin ire Habt zusammen, vermeinen
16 Beramo den Spiegel zuzeschicken schuldig sein. Da aagt der
elteste under inen: Es ist nicht weniger, denn daß diese Jüng-
ling uoserm Land ein grosse gutthat bewiesen, unnd von viel
beschwerden erledigt haben : wer weist aber, ob die Hand werde i
wider kommen oder nicht, und unser Land in vorigem jamerfl
2« und gefahr stebn werde? derhalb mich bedunckt, da(5 man vor
hingebung deß Spiegels, [72] dem Handel nach aller notturift
nachgedencke, und mit ernst erwege. Welchem die Konigin
antwort, sprechende; Wir sollen und können an der zusag öder
verbeissung deß Keysers Berami kein miß vertrau wen setzen: daß
Manch wir versichert seyen. daß die Hand nicht mehr komme,
weiß ich ein gut mittel, und nemlich diß. Der König mein
Vatter {hochlöblicher gedächtouß) der mich ein Regiererin diß
mcchtigen Königreichs hinderlassen, gäbe mir under andern
lehren und vermanungen, vor dem er auß dieser Welt verschiede,
I
20 derhalb] mmuskel
0 8o bald . . . werden] la feci di vergogna nel mare tnffar«, dt]
nianiara che piu non ^ per apparire. 16 Es ist . . * . denn daß] Nci
e dubbio, clie, per quanto si Ä in sino ad hora veduto, , . 17
. . . bewiesen] zusatz. 19 in , * . gefahr] ne primieri ierinini. 21 den
Handel . * , erwege] si debba haver molta consideratione, 23
der . . , Berami] delhi prom&seu h Beramo fatta. 24 inißverfcranTl
wen »etzenj mancare. 26 Der König , . . ged&cbtnuD] La felice
memoria del Ue, niio padre.
sagt: Mein Tochter, ich hab, wie du sieheSf
ad meines lebens erreicht, hab keinen Sohn, derhalb so
irstu nach meinem Tod das Reich ererben, das ist dermasseii
ein gewaltig und mechtig Land, daO viel grosser Fürsten
Fuimd Herren dich [73] zu eineno Weib begeren werden. Dieweil
aber ein jedes Land oder Regiment nicht minder mit Weisheit
denn mit stercke regiert, gemehrt und erhalten wirdt, gebeut
und begär ich von dir, dali du keinen zu einem Mann nemmist,
der dir nicht under diesen zweyen stücken (die er mir damals
10 erzellet) eins sagen oder auftlösen könne: so du aber einen, der
dich hierinnen gewären kan, finden wirst, der sey dein Mann.
Nun halte ich für gewili, diese drey Jüngling, so Brüder sein,
seyen, wegen ires Adenlichen ansehens, eines grossen Herren
Söhn: gehe einer under euch zu inen, frag sie bey dem Eyd-
15 schwur ir geschlecht irae zuerölfneu, so, wie ich glaub, wirdt
I man hören, da(i sie von hohem Stamm geboren sein, under denen
^■pinen will ich zu meinem Mann, so er mir under denen stücken
^^ins, vom König meinem Vatter mir [74] angezeigt, erklären
tmd aufflösen kan, haben: ich zweittel auch keios wegs, daÜ sie
iü mich nicht werden gewären können, denn mich bedimckt, dat
sie mit fürtreflfenlicher Weiüheit begäbet seyen. Wenn denn
ich under inen einen zu meinem Manu überkommen, haben wir
keins wegs zu besorgen, da(i die Hand unserem Volck etwas
Schadens mehr zufügen werde. Solche der Königin red gefiele
tß den Rathen allen wol, und gienge einer under inen den andern
tag zu den dreyeo Brüdern, luind als sie lang mit einuuderu
13 Adenlichen] sie!
1 ich hab .... Sohn] zasatz. 3 das ist . . . werden] molti pren-
^pi et gran flignori per acqui&tarlo agni meszo tenteranno per poterti
baver per moglie. 7 regiert . . , wirdt) si üogliono iLccreacere et
"conservare. gebeut und begär] commando, 10 sagen oder auff-
lösen] indovinare. 18 erklaren und auHösen] dichiiirire. 19 iüh
, , , können) II che agevolmente gitidico che habbia a »uccedere.
21 mit fürtreffenlicher WeiBheit] d* alto ingegno et di molta prudenza.
22 zu meinem Mann] meco insiememente dello stato mio padrone,
23 unserem Volck] a nostri popoli. 26 unnd als sie . , . leatlichen]
et con easi per buon E$patio diinorato, in un lungo ragionameuto fece
lor intendere.
46
geredt, aagt er lestlichen, dieweil sie diß Königreich von einem
grossen übel gelediget, so müste gewib sein, daß sie mit hohem
verstand und treffen lieber Weißheit hegabet weren, derhalb be-
gerte die Königin von inen zu wissen, bette sie auch freundt-
h lieh, iro ir geburt nnd Imrkommen zu eröffnen. Die Jüng-[75]
ling aber, so MB anbero solches niemandts gesagt, geben ant»
wort, sie seyen eines schlechten armen Manns Söhn, haben sich
ein Zeitlang an Keyser Berami Hoff dienst weiü gehalten , und
diljmals sein bevelch zuverrichten in dili Land kommen. Da-
j jo ruber antwort der Raht, dali weder die Königin, noch jemandt^
anders solches glauben wurde, denn das Adeliche Gesicht, die
grosse Vernuntft unnd Weiliheit, geben nicht S5U oder einige
anzeigung, dali sie eines schlechten herkommens weren: damit
aber weder ich noch ander Leut euch deühatb weiters bemüy,
15 80 sagen mir, wollen ir ein Eyd schweren, dab ir die warheit
gesagt haben? denn wenn ich die antwort der Königin bring,
und anzeig, ir haben bey dem Eyd behalten mir die warheit
angezeigt zu haben, wirdt sie euwern worten vollkomnen glaubeiD
geben. [76] Als sie nun sehen bey dem Eyd sich ▼ermanei
ao zusein, halten sie ein wenig mit einander raht, vermeinen auch
billich unnd notwendig sein die warheit zu sagen nnd eröüneo,
gehn zu dem Raht, sagen sie seyen Giaffers deß Königs za
Serendippe Sohn. Als die Königin solchs vernommen, wirdt sie
über die niali erfreuwet, vermeint auch, so «ie einen ander diesen
ifi dreyen zu einem Mann bekeme , wurde sie in einigkeit das
gantze Land vor dem schaden der Hand wol be waren mögen
bevilhet sie den andern tag für sie zukommen, und redt sii
12 geben . . . anxeignug] siel 25 eiDigkeitl siel liei ewigkeli
1 von .... Uli«]] daUa diBaTeniura della mano, 7 einea
gehalten] ili povere et private persone» che in corte di Beramo erano
capitati. 8 und . . , . kommen] zusatz. 11 denn . , . weren] si
per lo nobile aapetto, come per la molta prodenza et dottrtna loro
VS datnit . . . sagen mir] Fercbe io veramente bo, che malagevolmente,
che voi Biate di povere et private persone figliuoli, rai eara creduto,
k fine che piu per questa cagione ne io, ne aliri babbia k molestarvi
22 sagen] con qnanto sino k qnel giorno era loro avenuto, coit gii
mento manifestarono. 23 Serendippe] Serendippo. 24 erfreuwet]
lieta et contenta. 25 in einiglteit] in perpetuo.
(
I
^te,_
krvifl
ar»fl
J^
47
also an : Ich bab euch biü anhero, wie auch noch, urob euwcrs
hohen Tentands und grosser f&rsichtigkeit willen, deßglcich
umb bewiesene gutihat der Hand, so meinem Land sehr sched-
lich gewesen, in hohen £hren unnd Reverentz gehalten: so
ft ich nun hör, daß ir eines solchen [77] Potentaten Söhn sein,
erkenn ich wol, daß der verstand mit dem geblüt unnd der ge-
bart sich Tergleichen thut, derhalb ich auch billich euch vor
meniglich ehren und lieb halten soll: und dieweil ich Beramo
dem Eqrser den Spiegel, so er verschaffe die Hand keinen
!• schaden mehr meinem Land zu zeffigen, verheissen, so soll unnd
wil ich ime billich Qlauben halten. Darumb welche stund ir
den Spiegel wollen haben, soll euch derselbig werden. Mich
bedunckt auch unmüglich sein, weil ir von solchem hohen
Stammen geboren, daß ir nicht mithinzu auch gantz freundlich
» seyen, will euch deßhalb noch umb etwas ansprechen, euwerero
Verstand und Weißheit nicht zuwider, sonder wol würdig: eh
aber ich euch solches si^e, sollen ir verheissen, mir solches
nicht abzuschlagen. Sie versprechen der Kö[78]nigin, was sie
be^re, wollen sie iren geneigten willen, wo mUglich, erzeigen.
«0 Als ich noch, sprach sie, ein jung Freuwlein was, eh denn
mein Vatter (seliger gedechtnuL') auß dieser zeit verscheiden,
horte ich in oSl mit seinen Fürsten unnd Herren Gespräch
halten, und under anderm auff ein zeit, daß es mUglich werc,
daß ein Mensch in einem tag ein gantze Kammer voll Saltz
^ essen möchte, doch hette er nicht können wissen, wo einer, so
darzu taugenlich were, hette gefunden mögen werden. Nun
weiß ich, daß ir eines solclien fllrtreffenlichen Verstands sein,
daß ir mich auß diesem zweiffei wol berichten können, welches
znthun, ich euch freund tlich gebetten liaben wil. Auff diese
«® red gibt der ander Bruder antwort, und spricht: AUorgnodigsto
Königin, dieweil euch solches so wunder nimpt, so sag icli
*
8 dieweil ich ... . verheissen] perche, serondo '1 patto da me con
Beramo fatto, io sono tenuta lo specchio k restituirgli. 11 welche
stund] qualunque volta. 16 nicht . . . würdig] degna. 17 solches!
qaal ella si sia. 20 ein jung Freuwlein] fanciulla. 22 Fürsten
unnd Herren] baroni. 23 und under .... zeit] zusatz. 24 Kam-
mer] magazino. 30 Allergnedigste . . . nimpt] Madama, poscia ch'
in Toi si gran disiderio io veggo, di potervi di cio chiarire-
48
I
[79] euch, daß es wol müglich ist, daß in einem tag ein M(
ein gantze Kammer voll Saltz wol essen könne, iinnd wenn e«
euch gelegen, so entbeut ich mich solchs selbs zuverrichten.
Von welcher red die Königin sich sehr verwunderte, gab auch
6 iren Fürsten bevelch, den nachfolgenden tag solches xavcr-
suchen. Morgen frue kommen die Herren zu den dreyen Brü-
dern, führen sie an das orht da das Saltz gelegen: als man
nun die Thür geötfnet, gehet der Jüngling hinein, stosset einen
Finger in Mund, netzet in ein wenig greiffet demnach in das
in Saltz, und nimpt so viel im am Finger geblieben, isset es.
gehet wider binauG, heisset beschlieaseu, denn alles das, ßo er
der Königin verheissen, habe er voUkommenlich erfüllet. Deü
sich meniglich verwundert, denn da(i er solcher gestalt, was
er ver:äpro€hen, aubgericht hab, wöl[80]len sie nicht glauben.
n Er aber sagt ja, sie solten nur hingehn, der Konigin sagen,
wie er die sach verhandelt liette. Die Königin, als sie höriH
wie die sach sich verlotl'en, heibt den Jüngling für sie kommen,"
und fragte in, wie es müglich were, dali er, was er iro znthun ,
versprochen, ert^lUet hette, dieweil er doch nicht mehr dennJ
s« ein Kürnlein vier oder fünife, so viel im am Finger geklept,
geessen hette. Sagt er: Ein jeder, der mit einem Freund so
viel Saltz iaset, als ich in der Kammern geessen hab, unnd
hiemit was der freundtschafFt. schuld nnd pflicht sei, gezimme
und gebtire, nicht erkennen kan, wirdt er das nicht erfahren,
s6 wenn er schon zehen Kammern mit Salz (ich geschweige ei
6 fruej undeutlich; yielleicht früe zu lesen. 21 f. geessen] sie 1
2 Kammer J niagazino, 4 Von . , . verwunderte] Di che dal
la Reina molta iitnmiratioue, havendo allo alto ingegno de* giovaoi
riguardo, 6 Margen . . . geött'net] Ond^ easi al commandameuto pi
1a mattina per t^mpo levati et al palagio de' giovani aviatisi, al nti
zino, dove il aale era, li caoduasero et quivi fermatisi, k ministri oth'I
dinorono [I], che la porta haveeaero incontanente ad apiire: il che senxa
alcuna dimora e«sequito, .... 10 so viel , . . geblieben] alqaanie
granella. 11 gehet . , . beschHeatien] et a* baroni rivolto disse«
facesBero il magastino eerrare. 16 verhnndelt hette] bavea opei
ad accertare, che egli le harrebbe dellit operatione «na bnonissitno cötii
dimoBtrato. als öie hört] fattole ciö da' snoi baroni intendere.
18 und fragte in] 11 quäle dinacusi k lei giunto, et dimandato. 20 vier
, . . gektept] quattro. 28 der freundtst haO^t , . . gebttre] al debito
deir amicitia b* acconvenia.
ante
chM
49
eine) essen thete : sagt derhalb(^n sein zusagung genugsam er-
stattet zuhaben. Solche antwort gefiele der Königin sehr wol,
ge[81]dachte auch wol, daß solches ir Vatter iro zuverstehn
hab geben wollen, lobt den jungeu seines Verstands und Weiü>-
» heit, sagt weiters : Noch eins hab ich überig, so ihr mir solches
aafflösen können, wil ich euch mehr für Götter denn Menschen
halten. Gnedige Frauw, geben mir die Frag auff, sagt der
jüngste, ich wil understehn, so offt ir wollen, euch euwer be-
geren zu erfüllen. Die Königin bevilhet, er soll morgen wider
10 zu HofT kommen, wolle sie als denn im die Frag auffgeben.
Als nun aufT bestimpte zeit der jung erscheint, heisset sie jeder-
mann von ir hinauii gehn, behalt niemandts bey iro, denn iren
fbrnembsten Raht, und den Jungen, führet sie in ir Kammern,
geht über ein Kisten, zeucht fünlf Ejer hinauii, kehrt sich
ift gegen dem Jüngling, und sagt: Diu sein, wie ir sehen, fünif
Eyer, unnd sein unser [82] nicht mehr denn drey, nun haben
euwere Brüder in meinem lieich solche proben der Weibheit
erzeigt, daß, wenn ir mir diese fünif £yer in drey geleiche
theil, also daß ir keins nicht brechen, theilen können, solcher
so gestalt, daß einem jeden under uns dreyen gleich viel wirt,
wil ich euch für die drey weisesten halten, die man in der
gantzen Welt finden möcht«^. Ein schlechte Frag, sagt der
Jüngste, gnedigste Königin, habt ir mir aufgelegt : nimpt hie-
init der Königin die Eyer auß der llaud, legt drey für die
u Königin, gibt eines der Königin Raht, und das fünü'te behalt
er: Sehen, allergnedigste Königin, sagt er, daß ich es ohn alles
brechen gleich getheili hab. Das kan ich nicht glauben, wendet
die Königin für, ir müssen mir die sach besser erklären. Der
Jüngling bitt umb Verzeihung, sagt: l)'ut Eyer seind also |83|
30 gleich getheilt, ich hab euch drey geben, dem Herren euwereni
*
14 hinauß] sie! 15 dem] di\
4 Verstanda und weihheit] aottilo avedimento. 7 (Inedi^^e Frauw]
madama. 8 ao . . . wollen | qualuinque volta. 10 wolle . . . aiiH-
geben] zuaatz. 18 führet . . Kaiiiinerii| ziinatz. 19 solcher ge-
stalt . . . wirt] tra noi tre. 22 Kin schlechte Frag] Picciol oosa.
23 gnädigste Königin { Madama. 26 allergnedigate Königin] Ma-
dama. 30 ich hab eucli . . . glei(*h getlieiltj ihc huvendo il consiglier
Oiftffert SObne. 4
50
Rftbt eins, der hat vorhin zwej^ das seind auch drey, ich habl
vorhin zwey, unnd da eins, seind just drey, also hat ein jedes
drej, derhalben sein sie gleich getheilt. Diese antwort liesse
iro die Königin sehr wol gefallen, wirt gantz rot im Ange^
f* sieht, ist mit dem Jüngling zefriden, der nimmet von ihr Ur-
laub, zeucht widerumb seinem Palast zu. Als nun die Königin
allein bey irem Raht verblieben, sagt sie : dieweil es dem lieben
Gott also gefallen veöUen, daü diese drey jungen Brüder, eynes
so gewaltigen Königs Söhn, in diu Land kommen, und was niao
1« inen fürgehalteii, so gewaltig verrichten unnd aufflösen können,
hab sie iro nach der vermanung ires Vatters, fürgenommen.
einen under denen dreyen zu einem Mann zenemmen: und wie-
sie all [84] drey mit grosser Wfibheit begäbet, gefeilt
woi
len
lie-B
mir doch der zum aller beaten, so die Frag mit dem Sa Uz mit
t& grosser Klugheit anffgelöset hat, Diß der Königin fOrnemmen
labt ime der Raht gefallen, utind bevilhet sie die Königin, daÜj
er Morgen zu inen gehn solle, inen anzeigen, was der Königin
Vatter, sie die Königin, vor seinem Todt vermahnet, unnd die
weil denn einer under inen die Frag mit dem Saltz so meister-
so lieh auffgelößt, begere sie denselben zu einem Mann. Der Kahl^
geht dem bevelch nach, erzeilet inen den Willen seiner KönigiUtW
begert in irem Nammen, den, so die Frag mit dem Saltz er-
klärt, zu einem Mann, Als öte diß gehört, können sie och
nicht gnugsam verwunderen, kanten auch schwerlich glaub
36 deÜ Raths Wort wahr sein , beraht^chlagen sich erstlich
einandern ein gute [85] weil, vermeinen auch ein solchen Hea4
raht aiizenemmen sein, berütien demnach den Herren zusicll
und sagt der, so die Königin haben solt: Dieweil die König
uns biß anhero so viel ehr und guta bewiesen, unnd mich jeta
vostro et io due ova per quo nell«? brache, et voi niBsuno, de cinqi
du voi dat«mi, tre k voi consignatene, uno al coii^-igUere, et V altro
me »teäso* bavendone tre per cia^chedtitio , le ho gtiistaroetite tra ooi
tre partite.
4 wirt , . . Angesicht] tatto che arroBciese alquanto. 10 V(
richten unnd aufÜösen köntieo] saputo dichiarire, delle quali
allhora per tnolti» che n* havesse interrogati, non havea ella poiui
ritrovare chi akuna aoluta ti' havesBe. 19 so meisterlich anffgelöfi
ttichiarito. 29 m viel tihr und gut»] tanli begui d* amore.
I
wi irem Mann begert, so bitt ich^ ir wollen iro in meinem und
ineiner Brüdern nammen zum aller höchsten dancksagen» mit
Vermeidung, daß ich, was iro gefellig sej, gern erstatten wolle.
^Dieweil es aber billich utitid recht ist, dali solches ohn vor-
^wissen ires Vatters nicht be^chehe, dem sie in allen dingen
P^ehorsame zeleisten schuldig, wollen sie zu irem Vatter ziehen,
und ak gehorsame Kinder dieser sach in berichten, auch ohne
I verzog wider allher, die hochzeit za halten, kommen. Die Kö-
I nigin, als sie diß vernommen, beschickt in gegen Wertigkeit ires
l lo obersten Raths die drey Brüder , da wirdt [86] heimlich die
Ehe zugesagt» der Spiegel, Beramo den zu bringen, inen auch
^^eben, wirt darzu abgeredt, so bald der König ir Vatter diß
^Heoraths zu frieden, ohne Verzug wider zu kommen, mid die
F Hochzeit im Nammen Gottes mit allen freuden unnd aoleniiitefc
' 1» snhalten. Als solches verhandlet, ziehen die drey Brüder gantz
. frölich und wol zemut, mit dem Spiegel unnd reichen köstlichen
^Bchenckinen von der Königin begäbet, mit beleitung ires obersten
^Bahts, hinweg, kommen in knrtzer zeit in Keyser Berarai Land.
Der Keyser, als er die zukunfft der dreyen Brüdern, und daß
20 gie den Spiegel mit sich bringen, vernommen, wirt, wiewol er
sehr kranck wa«, hoch erfreuwet, vermeinende, dieweil sie so
fürtreifenliche sinnreiche Geister hetten, sie wurden etwan mittel
und weg finden können, damit sie in wider [87] zu voriger
leiner gesundtheit brechten. Da nun sie in die Keyserliche Statt
ikommen, gehet der Königin Raht, mit erlaubung, für den
teyser, unnd als er ime gebürende reverentz bewiesen, zeigt
an, wie ime deli Keysers kranckheit von hertzen leid sey,
•
*
IS semot] sie!
5 dem «ie . . . uchuldig] tatto che da hii fu8:äero stati iacacdati
' auch ohne versBug] et con buona licenza di tui incontancnte. 9 diß]
^B ditiberatione de giovani . , . et ehel iitatrimonio haveano accet-
18 and die . . . zuhalten] alla tsolenne celebratione delle no-Äze,
18 Keyser Berami] di Beramo. 20 wiewol , . . hoch erfreu w et] coiue
che in doh buoni lermiDi per V infermith sua si ritrovasBe, parve non-
dimeno, die »i rallegraase alquanto. 22 «ie worden . . . brechten]
Ja diaa Ventura «ua potease eaaer alcmio compeneo ritrovato. 25 mit
rlanbuDg] zuaatx. 26 ala er . » . bewiesen] baciategli primieramente
mani,
4*
53
und wegen der grossen WeiÜheit, und dem gautzen ludia be-
wieQner, der dreyen Brüdern, gutthat^ bringen sie ime deo
Spiegel, mit anzeigung, daü diese drey Jüngling Giaffers deL^
Königs zu Serendippe Söhn weren, wie auch zwischen seiner
• Königin und dem mittelsten Bruder die £he, so es dem König
irem Vatter gefeilig, zugesagt und versprochen were. Der
Keyser, nach dem er verstanden» was sich verlotfen, laut ?an
«tundan die drey Brüder beschicken^ sagt inen grossen danck,
dali sie ime seinen Spiegel wider in das Land gebracht, zeigt
I inen [88] hiemit auch an . wie er wegen der Diliramma ID
diese schwere kraiickheit gefallen sey » es habe im auch bib
anhero kein Mensch, wiewol alle Mittel nicht nnderlassen wor-
den, hellfen können, bitte sie derhalb, sie wollen nachgedenckei
haben, wie er sein gesundtheit wider bekommen und erlang(
i möchte, denn wo das nicht beschehe, aey er gewiü, dab er
kurtzen tagen das Leben verlieren werde. Als der Keyser sei
Ked geendet, erzeigen sich die drey Brüder, als wann ineo del
Keysers kranckheit sehr leid were, auch grob mitleiden mil
im betten, und sagt der Eltest: Aller gnedigst^r Keyser, di686itt<
1 ünfahl oder kranckheit, verhoff ich, wollen wir bald ein Hil:
und Artzney finden. Es hat euwer Mayeateth nicht weit voa
dieser Statt, ein gar weit, schön und^ sehr lustig Feld (unnd
an demselbigen Orth [89] ist die heimligkeit öder kunst^ so
ir euwer vorige gesundtheit wider erlangen wollen) daselbsl
lassen encb bauwen sieben schöner Palest, mit schönen
mancherley Farben gezieret: wenn nun diese gebauwen, L
euch dahin ftlhren, und verharren ein gantze wochen daselbsl,
und ligen alle nacht in einem besonderu Palast, am Montag
anfallende, unnd biÜ dat! ir in allen gewesen sein, verharrende.
selbst^
#»lh«i V
1 und wegen , . . * versprochen were] il successo della resUtutioDi
dello Bpecchio, et le prove da giovani nel paese deUa Reina fatte,
conie di GiaH^er He di Serendippo s' erano palesati d* esser figliuolij
et il »eguito matrimonio interamente gli iapose. 6 Der Keyser]
raiiio. 8 grossen danck] gratie infinite. 18 sehr leid .... het€ea|
gratitliasimo diBpiacere. 19 Aller gnedigater KeyaerJ Sire. 21 euwer
MajeHteth] vai. 22 ein . . > Feld] nna grandisttima et dilnitevci
cariipagna. 23 ist die . . . führen] ^ di mestieri, ove voi voglia
la primitjra siinita ricoverare, che aette belliasitui palagi variattien
caloriii facüiate fabricare. 29 und biÜ . . . umk] zusatat.
59
Und über das, sprach der ander, so schicken sieben euwerer
Ambassiatorn oder Legaten, in die sieben theil der Welt, und
lassen euch sieben schöner Jungfrauwen, der fümembsten Für-
sten derselben Ohrten, allhär führen, mit inen die gantze Wochen
i in einem jeden Palast, mit schönen, lieblichen und süsaen Ge-
sprechen, euch zubelustigen, und die zeit znvertreiben. Der
dritte Bruder sa^t, Lassen auch in den si[901ben ftlrnembsten
»Stettin euwers Reichs au(iröffen, dab man euch die aller für-
ireffeulichsten unnd kurtzweiligsten Männer zuschicke, so man
finden mag, da(i dieselbigen euch mit etwas schöner Geschichten
fider Gesprechen erlustigen, die selben schicken demnach mit
reichen schenckinen wider heim. Der Keyser bevilhc^ diese
drey stück ♦ von den drey Jünglingen ihm gerathen . ohnver-
zogenlich zu verrichten, das wirt auch alles in kurtzer zeit vol-
1» kommenlich vollendet, die Paläst herrlich und schön gezieret,
in einen jeden ein Jungfrau w unnd ein Mann, wie vorgemeldet,
geordnet, unnd nach der Jfiuglingen raht, lasset er sich an
einem Montag, in einer SenÖ'te, so von Silber schön gezieret,
in den einen Palast führen. Er liesse sich auch, und all sein
30 Hoffvolck köstlich und von Silber gewäbner Matery b€klei-[^l]
den : Man legte den Keyser, dieweil er von langwiriger kranck-
heit sehr schwach war, auff ein überauÖ schon und köstlich
Bett, und hiesse man die erste Jungfrauw zu im kommen, mit
welcher er ettlich stund von mancherley wunderbaren, lustigen
s6 und schönen Gesprechen, die zeit vertreib, Als es aber gegen
dem Abendt was worden, hiesse er auch den Mann, wie ge-
hört, zu im berüffen, dem selbigen ward von einem Herren deü
fieyserlichen Hotfs bevolhen, dati er etwann ein schöne neuwe
I
2 Ambaasiatom oder Legaten] ambasciatori. 3 acbOnerj zaaatz.
"5 schöneii . , . 8Ö»sen] dolci et piacevolL 8 die aller .... tnag| il
piu ecoellente novellatore» che in qualuntiue di eme tii ritruovi 10 etwas
*^ , , Geflprecheii] alcuna bella novella. 12 Der Keyaerl ßeraino.
14 in kurtzer zeit,] in nn medeaimo tempo. 20 HoffvolckJ famiglia.
köstlich , . . Matery] di panni d' argento. 22 achwach] debole et
ICO, 24 ettlich stund] per lungo »patio* wunderbaren . . . ,
bfinen] varii et dilettevoli. 25 Als worden] paaaata alquanto
hora di Ve»pro. 26 den Mann, wie gehört] il noveüatore. 28 ueuwe
. . Geschieht] noveüa.
54
zeittung oder seltzame Geschieht, vor dem Keyser erzehlete.
Der ist dem gebott, im auffgelegt, gehorsam, und tiacb A»m
er dem Keyser grosse und gebürende reverentz bewiesen, hebt
er also an zureden:
& Ira Land Becher regiert vor Zeiten ein weiser and ver-
stendiger Keyser, der hiesse mit Nammen [92] Mussulmanas,
uod hat vier Weiber : eyne, so seines Vatters Bruders Tochter,
die andern drey aher sonst grosser Fürsten Kinder waren. Die-
weil mm diser Musaulmanus, wie gebort, weiü und verstendig,
10 was er darzu auch sehr gelehrt, derhalb warden von ime alle
gelehrten unud tugendtliehende Leut, lieb und in hohen ehren
gehalten ; zu dem, so ofPt er höret solche Leut in seiner Statt
ankommen sein , liesse er sie mit herrlichen und gtattlichen
Gaaben verehren: Derhalb, und umb gedachter tirsach willen,
ift hat er stets viel gelehrte Leut umb sich unnd an seinem Hoff,
mit welchen, so hM er, gemeiner gescheiten halb, platz haben
mocht, die zeit, mit maucherley seltzamen und tugendt an-
trefFenden dingen, zu bracht. Es begab sich eins tags, daG ein,
Fhilosophus, den man ftlr ein treffenlif 93]chen, und der Ni
ao verstendigen überauB gelehrten Mann hat, mit dem Keyser üe-
sprech hielt, der batt in, dai^ er im etwas wunderbars voq
wüTckung der Natur erzellen wölte: denn weil er ein alter,'
betagter, danso ein viel belaß rier und hochgelehrter Mann were,
vermeint er etwas gedenckwürdigs von ime zuhören: unnd xwiir
i& der wohn hatte in, den Keyser, nit betrogen, es hebt der
PhiloHOphus an zureden, und sagt: Guedigster Herr, euwem
willen zu erfüllen, unnd euwer begeren zu erstatten, bin ich
*
10 warden] sie!
3 ^oese . < . bewiesen] baciate primierämente 1e tnani. S ein
. , . MuBSultnanns] uu »aggio et prudente Imperadore MusBuImaiio*
7 Vatter« Bruders] zio. b Dieweil gelebrtl Et percio ehe
era huomo di gran dottrina. U gelehrten .... Leut] virtuosi.
12 Statt] paese. 14 Derhalb , . , . willen] onde nascea« ehe
15 gelehrte Leut] cQtAl huomini. umb . . . Hoff] presso di i
IG gemeiner geachefftenj negocii publichi. 17 mancherley
dingen] varie et virtuose materie. 19 für ein . , . ICann] huom^r
d' infinita scienza. 22 weil . . < were] et per 1' eta, obe di gia era
grave, et per la molta dottrina di lui. 26 Gnedigvter Herr] Sire.
euwern .... geneigt] 2u»atz.
I
neben schuldiger pflicht, alle zeit geneigt: und dieweil ich gieTie
euwer Mayesteth grosse begierd, etwas wunderbars der Natur
zu hören, zuhaben, wil ich euch etwas erzehlen, daü ich wunder-
barlichers meine tag nye gesehen noch gehört liab» Ich bin
5 Tor wenig jaren in die Land, so gegen Nidergang der [94]
Sonnen gelegen, etwas zuverrichten, gereisefc, in welchen Landen
ich wol gesehen hab, daß viel gelehrter Leuten da wohnen,
auch in hoher achtiing und allen eliren gehalten werden. Nun
hat ich einen weisen und gelehrten Jüngling stets bey mir,
mit welchem ich jetz in die, demnach in ein ander Statt spa-
ladert unnd wandelt, da wir von viel und mancherley geltzaraen
aaefaen der Natur ofiFt zu reden pflegten. Auff einen t^g aber
sagt er mir, daß er ein solche wunderbarliche heimligkeit der
Natnr wißte, so die anderen weit Obertreffe, das were nemlich
diese: Er, so ofFt ira gefellig, nemme ein Thier, welches er
wolte unnd im gefellig were. das tödte er, spreche demnach
ettliche Wort über das getödte Thier, so kerne unnd schluffe
demnach sein lebendiger Geist, in deß getödten [95] Thiers
Leib, unnd lege hiezwiachen sein Leib, so lang sein Geist in
K» deß Thiers Leib were, unbeweglich unnd todt, unnd wurde das
getodte Thier durch seinen Geist wider lebendig ; wenn im denn
nicht mehr gefellig were mit seinem Geist im Thier zu bleiben,
kehrte er wider mit dem Leib deß getödten Thiers, darinn denn
sein Geist were, zu seinem todten Leib, spreche die vorigen
■6 Wort so wiche sein Geist auß deß Thiers, widerumb in seinen
eigenen Leib, so fiele demnach das Thier nider imnd were todt,
wie es zuvor auch gewesen, er aber wurde wider lebendig, und
kerne zu seiner vorigen gestalt Solches, als ich es horte, be-
duncket mich unmüglich sein zu geschehen, s^t auch daß mich
% eower Mayesteth] vi wunderbars] mirabil »ecreto. 5 in
die Land , , . , gelegen] nelle parti occidentali. 7 daß .... werden]
in que' paefli molt* huomiiii di alto et nobÜ iptelletto dotati ritrovarBi.
10 spatdert unnd wandelt] me n' aadavo. 15 Er , . . . Thier] qua-
lanque fiaia k lui piaceä. uceidendo un* animale di qualnnque specie
■i fasse. 17 kerne und schluffe] passando. 19 unnd lege . . . todt]
il iKTOprio corpo morti lasciava, 2ß das Thier { Tanimale irrationale.
27 er aber . . gestalt] egli nel primiero »uo atato ritornava. 28 Solches,
als ich es horte] la qaal ooaa, 29 sagt . , . . Augen | et cedendo egli,
tur I
ler-
56
sokhes oiemandts zu glauben bereden wurde, ich «die
denn es mit meinen aelbs eignen Augen. Aüff das, weil ich
mein lebttig grosser wunder nicht sehen möchte, kam ich in
ein so grosse begierd, wie ich solche Kunst sehen uimd lehrnen
h könte, und befleiL^ mich gegen dem Jüngling mit aller dienst-
barkeit sein gunst zu überkommen, hielte stets mit einbrünstigem
flehen uoiid bitten an, braclit nach langer zeit zuwegen, daß er
leatHch mich erhört, unnd erzellete wimderbare künst lehret.
Der Philosophus, als er diu dem Keyser erzeilet, sagt er : Wie
lokan das müglieh sein? wenn ich das nicht selbs siehe, wirdt
ich es nicht glauben, unnd wirdt mich kein Mensch solches zu
geschehen mügüch sein, öberreden. Damit ir, daC solchs wi>l
müglieh sey, glauben, so wil ich es, sprach der Philosophus,
mit der That selb^ beweisen; und begert im hiemit ein un-
iB vernünfftig Thier zu [9 7] bringen: da biesse der Keyser von
stundan einen Spatzen bringen, den nimpt der Philosophus, er-^
würgt in, und wirttt in an die Erden, murmelt etliche Wort"
öVier in, fallet von atundan todt autf die Erden, der Spats aber
wirdt wider lebendig, fleugt in dem Saal da sie waren* hin
2i> und wider. Ueber ein kleine weil, sitzt der Spatz auff den
todiuen Cörper, singt ein wenig, so steht der Philosophus wider
auff, unnd ist lebendig, der Spatz aber, wie er vor was, bleibt
todt Von welcher Geschieht sich der Keyser übersehr ver-
wundert, bekäme ein grausam grosse begierd solche heimligkeii
25 auch zu erfahren, bitt gantÄ freundtlich unnd trungenlich dei
Philosophum, im solche Kunst zu entdecken. Der PhilosophoÄ
durtft einem solchen Potentaten das nicht abschlagen, und zeigt
im alle heimligkeit an. Als [98] nun der Keyser dieser Ko^
ein Meister worden, tödt er gemeinlich alle tag ein Vogel(
ch«5 malagevobneule ciö mi potea persuadere, ne face atla pre»en&|
mia la prova,
4 solche , . - lehrnen] quello apparare. 6 sein fzumi zu Über
kommenl stusatz, mit . , . bitten] con miei continoi preghi. 8 «r
Äcllete wunderbare Ivüust) lo II unnd wirdt , . . Ilberreden] sasatz.
14 und begert . . . zubringen 1 fatemi hör* hora un' aniniale irrationale
qui portare, che il tutfco io vi faro ?edere. 20 Ueber . . , weil)
dopo buoii apatio. 23 Von welcher Geschieht j di che . . , , «
come al ülosofo ayeniito era. 25 gantz .... trungenlich] carameate.
57
dnllüffe mit seinem Geist, seinen Leib todit ligen lassende, in
Jeuselbigen, wenn er sich denn ^^nug erlußtiget, kam er wider
(ber sein Leib, gab im seinen Geist wider, und Hesse den Vogel
Ho<U ligen. Es ward auch dieser Keyser ¥on den seinen lieb
.'►gehalten, denn er das böÜ nngestrafft nicht hingehn Hesse,
hielt aber hierieben die frommen in grosser achtung unnd lieb,
lebte auch raeniglich in gntem frieden unnd stiller ruh. Nun
^^Jiiatte der Knyser an seinem Uoff ein grossen Herren und Raht,
^■er wußte, daß der Keyser ein solche knnst, wie obtaut, konte,
^■ler ward vom Keyser sehr lieb gehalten, das wuOte der liahi
^"wül, ?ert'Qgt sich eins tags zu im, unud sagt: Aller gnedigster
Herr, ich weiß, dab euwer Mayesteth mich [99] biß anhero
sehr lieb, und noch, gehalten hat, das ich darbey mercke, dal^
ihr nicht« so heimlichs nye gehept und noch haben, das ir mir
_iijiicht, als euwerem geheimesten Raht, außgenommen diese
iieimligkeit (hiemit die kunst nennende) darumb ich euch under-
thenig danck sag, geöffnet oder mitgetheilt haben: derhalb so
bitt ich euch, so hoch ich kan und mag» wollen mir auch das
nicht verhalten. Die weil der Keyser diesen seinen Raht sehr
|ii.lieb hat, Hesse er sich überreden, und lehrt in diese kunst,
^^ unnd thet von stnndan der Raht dieser kunst die erst^e prob.
Als er nun siebet, daß er diese ohne fahlen ergriffen, begibt
es sich auff ein zeit, daß der Keyser mit seinen Herren auff
das Gejagt reit, und als er und sein Raht zimlich weit vom
> audern HotfVolck kommen war, treffen sie zwen Hirtzen a«,
l sebHeffe] sie!
11 4 Eb . , - . ruh] et con questa arte dell' animo di molii de »uoi
'VassalH accertandoai, i malvagi caati^ando, et i bnoni con inolti premtt
ticonoBcendo , V iroperio suo in somma tranqaiUita tenea. 7 Nun
, , , , , verhalten) Di queato fatto il consi^lier auo avedutosi, »apemlo
^^egli quanto al iuo prencipe caro fasse, diviaando uno giomo 86 co, corae
^■li cotal Bua arte si fusne accorto, gH venne k raccontare, et dimoatran-
^'^dogli, che f-gli d* ogni auo secreto (merce di luij consapevol* era, in-
tiniti preghi gli porse, che ciö ani-o ja^l' havesse a palesare. 19 Die-
weil . . - lieb hat] onde araandolo 1' Imperadore somniamente et per
ciö disposto ad ogni modo di compiacerlo- 2Ü daü der Keyaer .
reit] eaaendo co '1 suo aignore inBiemo ito alla caccia. 25 Hirtzen]
cerve.
58
toen I
Jen: ■
4
die bringen sie iimb, [100] ond gedenckt der Raht, er bab«
jetz sehr gute gt5legenheit, ein scbendtliche That, die er lang
im Sinn gehept, in das werck zubringen, sagt: Herr, wollen
wir, die weil wir weit von unserer Gesellschafft sein, mit anaeni
fx Geistern in diese zwen Hirtzen, unnd uns in diesem schönen
grünen Wald und denen Büheln, ein wenig belustigen? Fl
war, sagt der Keyser, dein raht gefeilt mir, es ist nicht müg-
lich, denn daß wir durch dieses grossen lust entpfahen werden:
steig hiemit ab dem Pferd, band es an einen Baum, geht zum
lu Hirtzen, sprach die wort, der geheimnuß Ober denselben, lassei
seinen Leib fcodt ligen» fahrt mit seinem Geist im Hirtzen dahin.
Von stundan, als das sein liaht siebet, steigt er auch ab seinem
Pt'erdt, achtet aber keines aiibindens, laufft über deß todfcen
Keysers Leib, spricht die Wort auch, [101] lasset seinen todtea
iB Cörper da ligen , sitzet mit deÜ Keysers Leib auff das PferdJ
kompt wider zu der Gesellschafft, und reiten in die Statt: und
die weil er deG Keysers Leib unnd Form hat, ward er auch als
der Keyser von meoiglichem geehret. Nach dem sie nun in
Palast kommen, fragt jederman, wo der Raht hinkommen were»
20 da wuOte kein Mensch nichts von zusagen : deb st^jllet er sich
sehr traurig zusein, sagt auch er were vielleicht von der Ge-
sellschnfft zu weit kommen, und etwan im Wald von den wilden
Thieren zerrissen worden. Dieser Raht nun regiert das gantse
Reich, unnd was dem rechten Keyser zugestanden, verrichtet ■
aft er alles wol unnd fleissig. Dieweil aber Gott nicht wil, däli f
einig Laster lang verschwiegen bleibe, sonder an tag und die
Sonnen komme, begibt es sich, nach dem er bey den dreyen
deli Keysers [102] Weyber schon gelegen was, unnd auch zu
der sich legen wolt, die seines Vatters Bruders Kind was, und ■
w in der vierdten nacht, nach dem er wider vom Gejagt heim-
1
28 Weyber] aic!
3 Herrl Sire. 5 Hirtzen] cerve. in diesem , . , Büheln] |»«^i
queRti verdi colli. 9 xtim Hirtnen] Bopra iina delle morte cerveu
H im Hirtzen] nella <!erva. 15 sitzet . . Pferd) in qoeUo delT Im-
penidore collo apirito pasaö , et aopra del cavallo di lui montftto.
19 fraqrt .... were) dimandata k molti de* baroni del conaigliere no-
vella. 25 woi unnd ßeisäig| zuaatz, 26 aonder . , , komme] ti
I
Sien zxk ir ac das Bett le^t merckt sie wol, daß wider
■llen brauch, sitt und gewonheit deß Keysers, er sie umbfahet,
küaaet und trucket, und wugte aie wol, daß der Keyaer ihr
Mann diese Kunst kont. da Li er mit seinem lebendigen Geist
6 in andere Thier kommen könte, fiel ir auch ein, daß man seid-
hero den Raht nicht mehr gesehen hat: Unnd dieweil sie ein
gar rerstendig Weib was, gedacht sie von stimdan, der Keyser
ir Mann were zu grossem seinem Unglück betrogen worden.
I Dnnd wiewol der Raht den Leib unnd alle geatalt deß Keysers
lo hat, nichts desto weniger so springt sie behend ab dem Bett,
thut doch [103] nicht dergleichen, den betrug gemerckt zu-
f haben^ und sagt: Ich hab Herr, ein wenig vor dem ir euch
' tXL mir gelegt haben, ein wunderbar unnd erschrocken! ich Qe-
^ sieht gesehen, welches mir au ff diGmabl euch zu sagen verbotten.
^^Danimb hab ich mir gentaslich {biß daß ich siehe, was diß er-
^Pechrockenliche Gesicht für ein anßgang oder end nemmen werde)
Keuscheit zu halten fürgenommen, Derhalben so bitt ich euch,
ir wollen urab der ursach willen nicbt mehr zu mir kommen:
bdenn so ihr mich nicht erhören wurden, so wölt ich mich ehe
selbfit nmbbriugen. denn euwers willens pflegen, Wiewol diese
Wort dem Keyser sehr mißfielen, jedoch, weil er difi Weib
über die maß lieh hat, wolt er wider ihren willen, damit sie
sich selbst nicht leibloü machte, iren [104] nichts zu fügen,
unnd wundert in sehr, was doch für ein Gesiebt das gewesen
ü were, demselben stets nach sinnende, und nichts desto minder
alle Öeschefft deß Reichs , und was einem frommen unnd ge-
j rechten Keyser zuatendig, versehende. Der rechte Keyser was
^B jetz in ein Hündin verkehrt, ward von den Hirtzen selbst, unnd
^H 1 wider . . . gewonheit] divers am ente da IIa tiBata maniera. 7 gar
^B veratendig] di ^»elliasimo ingegno. 9 den Leib utind alle geatalt] il
" oorpo. 12 Herr] Sire. 15 biß daü , . . werde] zuaat». 21 dem
Keyaer] al falso Imperadore, 23 iren nicht« za fügen] di giacere con
lei ai ajitenne. 24 unnd wundert . . . sinnendel et äolamente, es'^en-
dogli il riDianente vietato , di iniraria et di aeco ragionare ai conten-
iava. 26 einem . . . Keyser] al vero et giuato Imperadore. 27 was
. . . leiden] essendo in cerva trumutato , da ogni aorte di disaventura
percoflflOf eaaendo da cervi maschi molto peraeguitato et d&' altri ani-
mali brtiti äpesse volte Öeramente batiuto.
60
iillt'ii tiiidercii Thieren sehr übel gestossen iinnd verfolget, und
wolten in niergend leiden ^ nimbt im nohthaib für, eich von
inen zuthun, unnd allein zu halten, kompt eins tags aaff ei»
Feld, findet einen Papengey, so kurtzlich gestorben . auff dem
Feld ligeii , gedacht, wenn er mit seinem Geist im selbigen
were, wurde er nicht ao ein arbeitselig leben mehr haben, als
in disem Thier der Hündin: sprach die Wort, imnd ward zu
einem Papengey, unnd fiel der Hirtz nider und was todL Er
ver[lü5]fügt sich zu andern seines gleichen Vögel, und was
I nicht weit von der Hauptstatt ein Vogler mit einem Garn, Pa-
pengey zu fallen, nubgangen* Nun sähe der Papengey woL^
daß der Vügler viel fahen wurde, gedenckt in im selbst, stchH
auch durch den Vogler (ob er vielleicht zu vorigem seinem
Stand kommen möchte) fahen zulassen, welches denn auch be-
. Schicht, uml wirdt mit aiidem Papengeyen in ein groli Kätin]
verschlossen: demnach, als der Vogler mehr zu fahen vermdnti'i
und das Garn wider zu richtet, bicket der Papengey, so einesi
Menschen Geist in ime hat das nägeleiu, damit das Thürleial
deß Käfins verschlossen, mit dem Schnabel hinweg: als nun
» das Thörlein offen, fliegen die Vögel all hinweg, allein er bleibtj
darinn. Es steht nicht lang an, der Vogler will sehen, wo »eine|
Vögel seyen,* [106] so er zum Käfin kompt, siebet er nichlj
mehr denn einen noch vorhanden , auch sein mtly und arbeil
den gantzen tag vergebens sein, wirdt derhalb sehr traurig,"'
t. unnd thut das Thürlein , damit der eintzig nicht auch hinaub
komme, zu. Der Papengey tröstet den Vogler gantz freuudt-
lieh und mit lieblichen Worten, von welchem er sich grölilich,
dali ein Papengey, so erst newlich gefangen, so wo! und weib-
lich reden konte, widerumb erfrönwet, vermeinende ein groß
Vögel] aicl
6 als . Hündin]
9 105] fUkchlicb 85 gedruckt
^ kompt .... Feld] suaatz. 6 aU . Hündin] sasafcs. 7 did
Wort] le parole, che cotal virtu haveano. 8 dt»r Hirtz] la cervii
lü nicht weit , . Vogler] urio uccellatore della citta »ua prlncipal«
11 Nun . . . wurde] susatz. 14 welches . * verschlossea] in uoa
luogo s' acroitcidt dove datlii rete potesse etieer coperto; et in cotal ^aii
dall' acellatore in catnp^\guia di molti altri ucelH et papagalti voll«.!
eaaer preeo. 26 gantz . . , WortenJ con aaggie et prudenti pürole.
28 daBj parendogli cosa impOBsibüe, ch'
6dt TOD di^em Vogel zu bekommen, unud redet deßhalb stetd
mit ime, und als er m so weiblichen aotwort geben hört, macht
er sein Garn zu samoien, geht mit dem Vogel von stiindan
der Statt zu, redj*t hiezwischen von mancherltjy sachen mit dem
ft Vogel, und die weil er in , wie gemeldet, gantz zieriichen und
mit grossem verstand reden ho[107jret, hat er ein gute hoff-
ntmg, grosse Reichthumb voo irae zubekommen. Als er nun
in die Statt unnd auÜ' den Marckt kommen, begegnen ime
etliche seine Frennd und Bekannte, stellen in zu Ked, hiez wischen
erhebt sich nicht weit von inen, ein grob Getümmel und Tu-
mult, und fragt der Papengej seinen Meister, was das für ein
wild geschrey sey. Er sagt, Die Leut sprechen , es habe ein
Edelman verschien ene Nacht bey einer verrilrabten unnd scliönen
Huren geschlaffen, dieaelbige habe in autf dibmahl angetroffen,
ifr bey seinen Kleidern erwüscht, unnd von ime wolle sie hundert
Kronen haben, denn sie von keinem niemals weniger genommen,
welches aber der Edelman zugeben sich weigere, und nicht
geben wolle, derhalb sich solch Geschrey erhebt habe. Der
Papengey^ als er solchs vernom[108]men, sagt: Meister, das
«0 ist fürwar «in böser Handel , jedoch so halte ich für gewiß,
wenn sie für mich kämen, ich wolte sie ires Gespans halb mit
einandern vereinbaren unnd vertragen. Der Vugler, so schon
allbereit deG Vogels grossen verstand gnugsam gespilrt, gibt
denen, so mit ime geredt, das Käfin mit sampt dem Vogel,
ime sorg darzu zuhaben, und zu behalten, lauffb den nechsten
dena Geschrey zu, und als er mit etlichen worten den Edelman
und das Weib gestillet, nimpt er sie bey den Benden , und
führt sie mit ime für den Papengey, unnd sagt zu inen: Wenn
l redet . . . ime] coutinuAudo il raggionamenio con lai. 3 mit
dem Vogel J eeco» 5 gantz zierlichen . . , verstand! con quanta ra-
gione et intelletto. 9 Freund und Bekannte] amici. 10 GetOmmet
und Tntnolt] tumnlto. 12 eä habe .... gescblaffen) ch* era una
fajuosa et belllBsiuia meretrire, la qaale, sendcai la nette dinanzi sog-
nata d* esaere con uno gentir buonio della citta giacinta. 16 Kronen |
scudi 19 dms iit , . . Handel] Mala co»a nel reto 6 , che percid si
fieramente babbiano insieme ä oontendere. 21 ire^ . . . vertragen)
doverli accordare. 24 denen . . . geredt j ä quegl* aniici auoi, che
nella piaxaa havea incontrati. 27 WeibJ meretrice.
ir euweren Gespann undStreitt diesem Vogel vertrauwen wollen,
so sag ich euch für gewiß, daß er ein gerechte Urtheil «wischen
euch beyden feilen wiii. Die Umbstender, als sie dieses hören,
verlachen sie den Vogler, veiiiieinen iminügf 109] lieh zusein,
.'. daG ein unvemilnfiPtig Thier solches verrichten könne. Der Edel-
mann, so solch wunder gern gesehen hette, kehrt sich g^en
»lern Weib, und sagt t Wenn du deß content unnd zu frieden
bist, dat^ der Papengey in dieser sach unnd unserena Gespann
Richter sey, verheili ich dir bey meinem Glauben, was er
10 siirechen wirdt, daß ich dasselbig halten, unnd darbey wiU^
bleiben lassen. De(i nun die Frauw auch wol zu frieden, stellen V
sich für das Käfin, unnd als der Papengey sie zu beyden tbeilen
verhört, auch verstanden, daü sie seiner ürtheil nachkommen^ ^
und zu frieden sein wolten , bevilhet er einen grossen Spiegel*
16 sarapt einem Stull herbey zubringen : als das beschehea , sagt i
er zu dem Vogler, er solle den Spiegel nemmen, und stracks
gegen dem StuU über in Henden halten: hierait kehrt der«
Vogel sich [110] gegen dem Edelmann, und sagt, daß er von^
sfcundan die begerten hundert Kronen autf den Banck oder Stull,
an gegen dem Spiegel über, hinauL^ lege, so das Weib ime ab-^
fordere. Deß wirdt die Frauw über die maß frölich , nichts ■
anders vermeinende, denn sich die hundert Kronen schon all-
bereit gewonnen zuhaben, dargegen der Edelman gantz trawrig, ^
zeit die hundert Kronen auff den Stull hinauÜ: Und ir Frauw, "
u sagt er, rüren die Kronen auff dem Stull nicht an, sondern die
nemmen, so ir im Spiegel gleissen und herfür glantzen sehen:
denn ihr bekennen, daü der Edeimann bey und mit euch ge-
schlaffen, so ist es nicht uobillich, dali auch ir ein solche Be-
soldung, so dem Schlaff nicht ungleich, darron haben. Von
1 Geäpann und Streitt] differenza, Vogel) animale. 7 Weib]
meretrice. 11 FratiwJ meretrice. 15 tiampt einem ^tull] luaat^
u> er . . . halten] recatogli dinanzi lo specchio, et aopra uno desco
ripoflto t al patron« auo dkse , €he quello in piede diritto havease k
tenere. 1^ den Banck oder Stull] i1 desco. 20 gegen dem Spi^gd
aber] zmati, 21 frdlich) liata et alJegra, 24 auff den 8tuU] al
dirim petto dello specchio. 26 so ir . . . ttebenj che dentro dello
»pecchio si acorgono. 27 denn . , . geschlaffen] esüendo il vostro col
gentir hnonio atato uno aogno. 28 ein solche Besoldung] la mercedt.
che per niö dimandate, 29 SeWu.ß'] sogno.
solcher Urtheil verwunderte sich das gantze Volck sehr heflRtig,
und ob sie gleichwol solchs mit iren Aii| llljgen gesehen, mit
ihren Ohren gehört, vermeinen sie doch kaum müglich sein,
daL^ ein uuvernünfflig Thier. mit solchem Verstand imnd WeiÜ-
• heit, ein solche Urtheil hab aussprechen können : Derhalb man
in der gantzen Statt von diesem Papengey sagte, und lestÜchen
für die Keyserin diese neuwe zeittung auch käme, die gedachte
gleich , dieweil dieser Vogel so wol reden könte , auch mit
«olchem verstand begäbet were, es were deli Keysers ires Herren
lö Geist in diesem Vogel, verschafft von stundan , daß man den
Vogel mit sampt dem Vogler für sie bringen solle. Die Diener
verrichten solchs, es wirdt der Vogler zu Hotf^ und den nechsfcen
für die Keyseriii geführt : welche, nach dem sie lang mit dem
Vogler geredt, wie er diesen Papengey gefangen, und was er
I» für tugenden an im hette, sagt sie [112] zu ime, wenn er iro
diesen Vogel zukaufen geben wolte, so wolt sie verschaffen,
aund ime dermassen bezalen , daß er sein lebtag nicht mehr
sich mit dem Voglen erhalten müste. Als diese Wort vom
Vogler verstanden, sagt er: AUergnedigste Fraw, wie? Der
20 Vogel, ich, und alles was ich hab, steht alles in euwerem ge-
walt, ich begär auch von euch nichts anders, denn dal* ir diesen
Vogel von mir zu einer schencke annemmen wollen, denn ich
euwer gnaden gunst viel höhyr schetze, denn die Reichthumh,
^es seye so viel es wolle, so ich von diesem Vogel bekommen
Pltoöehte. Ab solcher Red verwunderte sich die Keyserin sehr,
bette auch nicht vermeint, dali dieser arme Vogler mit solchem
^^^erst^nd begäbet were, nimpt hiemit den Papengey, verordnet
lern Vogler, wegen seiner freygebigkeit, jerliehen füntfhun-[113]
ert Gulden zu geben, laut auch dem Vogel ein sehr schön
1 das gantze Volck] il popolo, che preseDte vi si ritrovo. 2 mit
ihren Ohren gehOrtJ znaatz. 4 Verstand nnnd Weißheit] pnidenza.
5 Derhalb . , . 8agte| avenne, che perciö il nome del papagallo per la
citta tutta celebre et famoso divenne. 7 diese neuwe «eittoDg] ci6,
8 ao wol . . , begäbet were] di tanta ragione et prudenza era dotato.
9 Herren] manta. 14 wie er . . . bette] »opra la presur» et la virtu
deir aniniale. 16 vergchaflfen , nnrid] zusata. 18 Ale . , . . ver-
standen] le qnai parote dalla Imperatrice dette. 19 AUergnedigste
fraw] Diadonna. 20 ich und , . . bab] et io. 26 arme] zuaatz.
pit solchem VerütandJ di ai nobil animo. 29 Gulden j ucudi d' eiitrata.
64
I
und köstlich Käfiu machen, hencket ihn in ihr kamniem, unnd
vertreibt den mehrern theil zeits den tag mit allerley unod
seltzamen Reden, mit ime. Es war jetzunder diest*r Pa|ieügey
bili in zwen Monat tag und nacht in der Keyserin Kammern
^ gfewesen, aber niemals gesehen, dali der falsche Keyser bej der
Keyserin gelegen were, del^halb er auch über die mab wol zo
frieden unnd frölich was. Es begäbe sich auff ein a&eit , dsb
die Keyserin an einem morgen allein bey dem Papengey in der
Kammern was, sagt sie zu im: Ich siehe fürwar, du mein
10 schöner unnd verstendiger Vogel, die weil du den gants&en tag
von allerhand sachen mit mir so gantz klug unnd weiblich
redtst, dab du nicht ein unvernünfftig Thier bist, kau aüch
solches nicht glauben, ja viel [114] meJir halte ich, daÜ du
ein Geist einer edlen und hoheo Person seyest, unnd vielleicht
it, durch die schwartze kunst oder zauberey in einen Papengey
verwandlet worden: werui denn demselbigen, wie ich glaub, also
Ist^ bitt ich dich gantz freu ndtl ich , mir solches nicht zuver-
halten. Der Papengey, als er die wort der Keyserin, seiner
lieben Frau wen, verstanden, konte sich, wegen grosser liebe sa
ti^ er zu ir hat , nicht leuger enthalten , erzellet iro die gantza.
History oder Geschieht, vom an fang bili zam end, und wie er».
wegen deü treuwloaen und schendtlichen seines Hotfraths, biß
anhero in einem so jaraerseligen und ungltickhafften Stand ge-
wesen seye, etc. Die Keyserin gibt zu antwort, dass sie solche«
si, wol gemerckt , an der ungewohnten deß Keysers geberd mid
liebe, so er gegen ir erzeigt, auch wie sie sich ehe iimbgebracht
haben wolte, denn mit ime sich zu| 11 5] vermischen. So ir
wollen, sagt der Papengey, können ir von stundan wol mittel
und weg finden, mich gantz und gar wider zu vorigem meinem
»0 wesen und stand zubringen , und vom schendtlichen Rabi
2 allerley unnd deltzamenj vnrie. 4 bif3 in zwen Monat] per loj
apatio i\i duQ mesi. 6 über ... frölich] lieto et allegro oltre mi-l
dura, tutto cb' in m misero stato si ritrovasse. 9 sie] 1* Impemtnofs.]
10 schöner ... Vogel] siiggio et prudente acüinale 12 ein anver^ J
nQnfftig Tbittr] irrationale 14 edlen und boheit] nobil 15 echwaiiMl
. . . zauberey J arte nigroinantica. 18 atnner lieben Frnuweu] xuiatKJ
21 Historj oder Geschieht! bistoria, 24 etc.] xutatz. 2^ tnittei
uiui weg] rimedio. 3€ we«en und stand | Btato. scbeticlt]ich«o|J
malvagio et perßdo.
65
gebflrende räch und straff nemmen. Solches, wie es geschehen
kdnte , begert die Keyserin gantz begierlichen iro anzuzeigen,
denn sie in der gantzen Welt nichts köstlichers wünschen könte.
Wie solches geschehen kan, sagt der Papengey, wil ich euch
• anzeigen. Wenn der falsche Keyser mit meinem Leib zu euch
kompt, so erzeigen euch frölich und freundtlich mit umbfahung
g^fen im, und sprechen: Ich mag fürwar wol sagen, daG ich
die aller unglückhafftigst Frauw in der gantzen Welt sey : denn
Grott geb, wie sehr unnd einbrünstig ich euch liebe, ist mir
10 doch unmUglich, euwerem willen, wie aber vormals, zu [116] ge-
horsamen, auG Ursachen, daG mir euwer Person halb seltzame
gedancken einkommen : denn ir vormals oSt mit euwerem le-
bendigen Geist (euch zu erquicken und erlustigen) etwan in
ein todt Thier gefahren sein, welches aber ich jetz lange zeit
1» von euch geschehen sein, nit gespürt noch gesehen hab : so
ich denn daran gedenck, vermein ich nicht anders, denn von
schmertz unnd kunmier ich sterben müsse. So wirdt denn erst
der falsche Keyser, damit er einmal seinen willen mit euch
vollbringen möge, unnd ihr auch glauben. daG er der wäre
*o Keyser sey, euch sonder zweiffei geneigten willen und die Werck
erzeigen. So bald er nun mit seinem Geist in ein todt Thier
kommen, so werden ir denn, mich an dem trewlosen Mann zu
rechen, und gebürende straff ime widerfahren zulassen, gute
gelegenheit haben: denn [117] so bald das geschieht, so nem-
tt mend also bald das Käfin, lassen mich über meinen todten Leib
fliegen, so kan ich mit meinem Geist wider in ine kommen,
mein vorige gestalt und wesen wideruinb an mich nemmen,
*
1 gebürende . . . straff] intiera Vendetta. 4 Papengey] animalo.
6 kompt] k voi si voglia accostare. umbfahung] carezzare. 9 wie
. . . einbrünstig] quanto. ist mir . . . gehorsamen] ritrovandomi priva
(li potervi godere, come prima far solevo. 11 seltzame gedancken]
sospicione. 13 erquicken und erlustigen] sollazaudo. 16 vermein
. . . mOBsej io mi sento morire di dolore. 18 daniit . . . müge]
che niun' ultra cosa. che di giacere con voi. maggiormente iion disia.
19 unnd ihr . . . haben] e da credere, che incontanente per conten-
tarvi et accertarvi in cotal guisa. ch' egli il vero Imperador sia. col
Bpirito 8U0 in alcun morto auimale passando, ci dara occasione di poter
della i»erfidia di lui rigid amente vendicarsi. 24 nemmendj aprendo.
27 gestalt und wesen] stato.
Oiftffer« Söhne. 5
«6
und so das beschehen , wir widenimb mit einanderen frölich.
friedlich iimid einhelli^lich leben. Die Keyserin, nach dem ?i(*
vom Papengej verraelter mausen instituirt oder underwiesen.
begert oh n verzog enl ich die Wort in das Werck zu bringen:
5 denn auif den Abend t desselben tags, kompt der falsche Kevsen
seiner gewonheit nach, zu der Keyserin in ihr kammer, r«di
n]it iro von allerhand Sachen, biÜ lestlich die Keyserin von der
sach, vom Papengey iro angezeigt, zn reden anhept, unnd wa*
der Papengej iro ftlrgeh alten, ime alles erzellet. Der Keyser.
10 so nichts höhers und liebers, denn der Frauwen [118] gnmi
und liebe, zo haben begert, sagt, nach dem er der Franwe
begeren verstanden : Frauw, in der warheit, ist dem also,
ir meiner Person halb so lange zeit im argwöhn gestanden
so haben ir mir grob unbiO gethon: denn eben in der stund
ift da ir mir solches gesagt, will ich euch auß diesem zwei fei er
ledigen, d erhalben lassen mir von st und an ein Hennen herbringen
so mUssen ihr sehen unnd verstehn, dali bisher euwer argwöhn"
falsch gewesen. Es steht nicht lang an, man bringt ein leben»
dige Hennen in die Kammer, nnd wirdt jedermann hinaaG zu^
ao gehn gebotten, die Kammer, darinn niemandts denn sie zweyJ
sampt dem Papengey, beschlossen. Der falsch Keyser nimpt^
die lebendige Hennen * erwürgt sie mit seinen selbs eignen
Henden, redt die Nigroman tischen oder Zauberwort* fahrt mit
[119] seinem lebendigen Geist hiemit in die todte Hennen
arp unnd bleibt der Leib todt da ligen ohne ver/.ug. Als die Key*
serin das siebet, nirapt sie das Kafin, lasset den Papengey über
den todten Leib fliegen, der brancht seine Wort, unnd kompt
sein Geist in seinen todten Leib widerumb. der Papengey aber
1 frfllich . . , leben] lieta et tranquilla vita viveremo. 2 Die
Keyserin , . , bringen] Lequai parole dette c* hebbe V Jiniinate. subi-
ta mente al consiglio iH lui diede 1»^ Imperatrice intiera esaecutioDe.
7 biß . * . erselletj eil» nel »ermone gli venne quanlo dal papagallo
r era stato insegnato k rarcontare, 11 tiacb dem . . . verstatiden]
onde, 12 Frauw . , , erledigen] Gran torto nel rero, Haiiama. i
voi et ä me anco trappo lungamente fatto havete: perciö che, e«&Qn*
dovi per cotal cagione venuta la pcrsotia mia in BOBpicione, prima cht
hora* ove ciö m* haveate fatto inteudere. io v* harrei di cotal dabbio_
tratta. 17 wehen unnd verstehn] vedere. 23 die Nigromantisclie
oder Zauberwort] le parole negromaiiticbe.
67
bleibet iodt anff dem Platz ligen. Als solches die Eeyserin
erBeben, wirdt sie (wie gutt zu gedencken) über die maß hoch
erfreawet, und vor grossen freuden hept sie auch an hertzlich
sa weinen, umbfahet den Keyser iren Herren unnd Ehemann,
6 alao weinende, mit iren Armen, etc. Demnach nimpt sie die
Heimen (welche in der Kammern hin unnd wider gieng, auch
ir groß Unglück Tor Augen sähe) bey dem Hals, reisset iro den
Kopff ab^ wir£Ft ihne in das Feuwr, [120] so in der kamxnern
was, wie denn bey inen breuchlich, also daß kein Mensch am
>o Hoff solches gewahr worden , sondern sagende , der Papengey
(wie auch waar was) gestorben sey. Den andern tag darnach,
wirdt nicht allein dem gantzen HofiVolk, als den Mannspersonen,
sondern auch den Weybem ein gantz herrlich und stattlich
Fest zngericht, Nach demselbigen urlaupt er die anderen seine
1* drey Weyber, behalt nur allein seines Vatters Bruders Tochter,
so ine, wie gehört, wider auß seinem Eilend erlöset, mit deren
er auch demnach gantz friedlich und in glückseliger Regierung
lange zeit gelebt, etc. Nach dem diese Historia erzellet, unnd
der Keyser Beramus ein groß wolgefallen und lust entpfangen,
sobegpaabet er diesen Mann mit köstlichem geschenck, schicket
in reich widerumb heim.
[121] Zinstag. 2.
Es hatte sich von erzellter Geschieht Beramus, seiner
14 Nach] majnskel.
1 Als . . . ersehen] di che. 2 wie . . . gedencken] zunatz.
3 bertzlich] teneramente. 4 umbfahet . . . etc.] il vero Imperadore,
sno marito, Inn^amente abbracciato tenne. 5 nimpt . . . reisset . . .
wirfft] presa . . . tagliatale . . . gittarono. 9 wie . . . breuchlich J
xoiataK. 11 wie . . . was) znsatz. Den andern . . . zugericht] deUa
camera usciti, nna gran festa di donne et di cavallieri per lo seguente
giomo ordinarono. 16 so ine . . . etc.] et ricoverato dopo tante scia-
gure r imperio suo con lei in somma tranquillita et felicissimo stato
lungamente visse. 18 Nach dem . . . heim] II che poscia che M
noTellatore bebbe ä Beramo racconto, al fine della sua novella venuto
et da loi di preciosi doni presentato, percioehe grandissima dilettatione
gl* haTeacon gli accidentidi quell aapportato. havuta licenza nella patria
sna ricco sene ritomo. 22 Zinstag. 2.] diese und die folgenden Über-
schriften sind Zusätze des Übersetzers. 23 seiner kranckheit halb] zusatz.
68
raiickheit halb, etwas erholet, vermeint auch daninib, der drey«*n
Jünglingen Raht inie zu gutt^m End gereichen werde: derhalb
er sich am Zinstag in den anderen Saal oder Palast, in der
Sänlfte führen lasset, welcher überal , wie auch Er und sein
6 gantz Hofigesiud, mit schönem Purpur gezieret gewesen, gebebt
demnach die ander Jungkfrauw für ine zu kommen, mit weleber
er von manch erley Sachen ein gute zeit Gesprech gehalten,
unnd den andern Mann nach dem, für ine zu erschinen» in
bevelch gibt: und ab er für Beramum mit gebüreuder ehrer-
lü bietung kommen, wird im von einem Herren deü Hoffs. sein
Geschieht oder Neuwe zcittung zu er[P22]zellen befohlen« der
hept auff solche weii> an, und sagt:
In der gar alten Statt Benefse was auff ein zeit eiü mech-
tiger unnd gewaltiger König, dem viel Land unnd Leut under
16 wortt'en waren : und dieweil er (wie gehört) sehr reich
liesse er ime in mitten gemelter Statt ein gewaltig unnd schoi
SchloL% für sein bewonung, bau wen. In solch Schloß verordn
er deli Nachts zu Hütern, hundert grosser grimmiger Hunden:
über daß, so ein Mensch zum todt verurtheilt, ward er diesen
au Hunden fürgeworffen , unnd jemmerlich von inen zerrissen.
Üiser Könige hat nicht mehr Kinder, denn nur ein einigen^
Sohn , welcher neben viel anderen Tlmgenden , mit denen efW
von Gott begaabet was, alle anderen seines gleichen Jüngling
mit dem Bugen schiessen übertraf!', Die[123]weil nun, wie,
'i(* vermeldet, er ein eiiiiziger Sühn was, gedenckt ime der Vatter,
damit sein Sohn nach ime Erben seines Reiclis habe, ein Weil
8 den andern . , , gibt] sie ! 21 Kdnige] »ic!
2 derhalb] secondo il ricordo loro. B am Zinstag] il ni«rLedi
uiattiDa per tempo. 3 Saiü oder Palaat] palagio. 6 die aadtsi
JuDgktrauwJ la donzella del secondo oLima. 8 Mann] aoveilaior<
9 mit gebüreader ehrerbietimg] la mano baciaiagli. 10 von etu
Herren det^ Hoffb] dal consigliere 11 Geschieht oder Neuwe lailti
novella. 13 j^ar alten] antica. M Land unnd Leut] pae^i ei pr
vincie. 15 vine ^eh^rt) /.usatz. sehr reich] huunio di moUo pot^
IS gewaltig unnd äch5n] bellisBimo. 18 grosser grimmiger] fieri
rabbiofli. 19 über ciaG . . . /.errit^enj qunh oltre di ciö noleauo I
L'ondennuti i^ niorbe divonire. 24 wie vermeldet] zaaatii.
69
zu geben. Berüfft derhalb ine seinen Sohn eines tags, unnd
was sein will seye, zeigt er ime an, auch wie ime zu einem
Weib viel grosser Fürsten unnd Potentaten Kinder angetragen
weren worden. Der Sohn sagt, wie er dem Yatter in allen
ft dingen gern unnd billich gehorsamb sein solle unnd wolle,
batie aber ine gantz freundtlichen, dieweil er je, daß er sich
Terhearathen soll, wolle, daü er ime so viel gnad beweisen
ond erzeigen thOy, daß er die wähl habe, also daß er keine
za haben gezwungen werde, welche seinen Augen nicht ge-
!• fellig , noch ime anmutig seye : Denn, sagt er , ich muß die
tag meines Lebens bey unnd mit ihr wohnen. [124] Deß was
der Vatter wol zu frieden: Aber keine, so ime gefeilig were,
konte man finden : deß sich der Vatter über die maß sehr be-
kümmert, unnd wie der Sach raht zu finden, nicht erdencken
16 kondt Nun hatte der König an seinem Hoff einen Herren
unnd Raht, welcher ein sehr schöne Tochter hat, derselbigen
Tochter Seugamm, welches ein verstendig klug Weib was,
kompt für, wie deß Königs Sohn kein Weibsbild, so im zu
einem Eheweib gefellig, könne funden werden : und gedenckt,
M dieweil ires Herreu Tochter mit wunderbarer schöne begäbet,
möchte sie vielleicht deß Königs Sohn vor andern Jungfrauwen
gefallen, und gnad bey im finden. Trachtet derhalb nach Mittel
unnd Weg, wie sie mit deß Königs Sohn zu Red kommen
möchte: unnd als auff ein zeit sich die gelegenheit begeben,
» sagt sie zu [125] im, Sie wisse wol, wenn er ires Herren Tochter
(die alle anderen Jungfrauwen mit schöne, weißheit, form imd
gestalt übertreffe) sehe, wurde er sie ime, daran sie nit zweiffeite,
«
3 Fürsten nnnd Potentaten] prencipi. 4 wie er . . . wolle] d' essere
ad ogni volere suo presto. 0 dieweil . . . wohnen] c* havendo egli ad
essere 11 marito, fusse contento di lasciare k lui la scielta fare: percioche
dovendo prender mojflie, oon cui bavesse tutto il terapo di sua vita h
dimorare, quella, che ä gl' occhi suoi piaciuta fusse. et non altra, prender
▼olea. 13 Ober . . . bekümmert] doloroso oltre misura . . . misera et
dolente vita passava. 15 einen . . . Raht] il suo consigliere. 16 sehr
schöne] saggia et bellissima. 17 verstendig klug] di niolto valore.
20 dieweil . . . finden] che la figliuola del consigliere per la molta sua
bellezza gli havcsse ä, piacere. 22 Traclitet . . . begeben] onde ri-
trovata occasione d' essere con lui. 26 alle anderen Jungfrauwen]
ogn' altra delF etn sua. 26 mit . . . gestalt] di prudenza et di forma.
70
zu einem Weib begären. Dieseü der Seugammen Worten hö
deü Königs Sohn fleisgig zn, bittet hieniit sie freundtlich, iine
wie er sie sehen köndte, Anleittung zugeben. Die antwort ime
luind spricht: Fr Vatter, mein Herr, pflegt sein Tochter durci
ö die gantze Wochen in allen Thugenden und künstlichen lob-
lichen arbeiten zu underweisen unnd lehren zulassen, damit
aber sie zum wenigsten in der Wochen auch etwas ergetzlig-
keit habe, schicket er sie mehrertheils alle Sonntag au6' dast
Gejagt: derhalb so ir sie zn sehen begeren, wil ich auff künö*
lü tigen Sonntag, so ir uns in das Feld hinauf nachfolgen, solches
wol zu wegen [126] bringen. Deü ist deß Königs Sohn wol
content umid zu frieden, sagt iro danck , scheidet hietnit Ton
iro, sagt solches einem seiner Gesellen, mit welchem er sdcli
auff ktofftigen Sontag zu Roß setzet, unnd deü Herren Weib,
16 Tochter unnd Mägdt, so anff das Gejagt reiten, von ferrem
nachfolget, Es was ohngefahr ein halb Meil wegs von der
Statt ein alte Kirchen, daseibat was die Jungfiranw sampt irer
Gesellaehatft ankommen, und von dem jungen Konig an den
Zeichen, ime von der Seugamm angezeigt, gnugsam erkennt,
ao Auff disen Kirchthurn hatten sich zwo Tauben gesetzt, welches
die Jungfrauw ersehen, rüstet sich derhalb nach ihnen mit
einem Bogen zu achiessen. Als dieses deli Königs Sohn, wie»
wol er zimlich weit von inen was, siebet, nimpt er von [127]
stundan auch seinen Bogen , schiesset vor der Jungfrauwea
16 die eine Tauben, dass sie todt auff die Erden fallt : die ander
vom schütz erschrocken, fleuget hinweg, wirdt aber im Lufft
auch von der Jungfrauwen getroffen, und todt auff den Boden
gefeilt. Als dieses deli Königs Sohn gesehen, kan er sich ab
der grossen kunst unnd geschickligkeit nit gnugsam Terwitn*
15 ferrem] siel
4 durch die . . . zulafiaen] »endo la aettiniana tutta in opre fir-
tuose üccupata. 11 Deü . . . danck] delle quai parole reee i1 gio-
vane alla balia gratie infinite. 12 scheidet . . * iro] zasat«. 14 daß
Herren , . , Mägdt] k donne del coQäig]iere. 16 ohngefahr ein halb
Meil] preeäo ä tre mtglia. 17 alte] diTOta et antica, 22 Bogen]
arco da paUoite. 26 ▼om ecbuts] ssusais. 27 getroffen ,.. ge-
feilt J coila pallotta ancho egU ucciso. 29 grossen . , g^aohicklt|
keitj valore.
71
dern, schickt derwegen die Tauben durch ine geschossen, be^
semem Diener der Jungfrauwen, iro anzeigende, weil sie vie'
ein kttnstlichern Schutz, denn er, gethon, habe sie billich di(
Tauben gewonnen. Die Jungfrau w , als sie solch deß junger
» Königs adenlich Gemüth unnd Thugendt mercket, kan sie nicht
leiden, daß sie von einem in Thugenden deli OemQts über-
wanden werde, gibt im die Tauben wider, [128] befilhet denc
Diener , seinem Herren in irem Nammen demütig erzeigter
Ehr unnd Gutthat zu dancken, gibt hiemit ime auch ir ge-
>o schossene Tauben dem Herren zu schencken. Als solches dei
Diener verrichtet, verwundert sich der junge König ab dei
Adenlichen geschickligkeit und verstand noch mehr: Und wie-
wol er sie im Angesicht noch nicht gesehen, wirdt er doch
g^en iro in brünnende Liebe entzUndet, unnd damit er sie im
^^ Angesicht sehen möge, steigt er ab dem Pferdt, schleicht heim-
lich nicht weit von inen hinder ein Gesteud : daselbst was ein
schöner, lauterer und lustiger Brunn, zu welchem die Jung-
franw, dieweil ir vom Jagen hei(i worden, den Durst zulöschen,
kompt, entdecket das Angesicht, heisset iro in einem irrdinen
M Wassergeschirrlein zu trincken langen , unnd solcher gestalt
hat er [129] sie im Angesicht, und daß die Seugamm im die
warheit irer thugendt und schöne halb fürgeben, gesehen, ge-
denckt sie auch .ime zu einem Weib zunemmen, zeigt das auch
seinem Vatter dem König von stundan an: deß der König un-
^ glönblich sehr erfreuwet wirdt, denn er alle hoffnung, daß ein
Weib, so seinem Sohn gefallen wurde, möchte funden werden,
verloren hat, schicket nach seinem llaht, was seines Sohns be-
geren ime anzeigende, beschliessen miteinandeni in aller geheim,
*
5 adenlicbj sie!
2 Diener] palafretiiero. viel ein künstlichem] piu bei. 5 aden-
lich . . . Thugendt] si ^liueroso aito. 6 Thugenden des Gemüts|
gnindezza d* aniino. 8 dcmQtij>,r| zusatz. 9 Ehr unnd Gutthat
cortesia. 11 verwundert . . . mehr] il iigliuolo dei Ke il valore et
prudenza della donzella conäiderando. 16 von inen] dalla compagnia
delle donne. ein . . . Brunn] una boHissiina et chiara tbntana.
18 vom Jagen] per la fatica alla cacoia durata. 19 in einem irrdinen
WassergCBchirrlein] in uiio orcioletto. 24 uuglöublich sehr erfreuwet]
Ueto et allegro oltre miäuni.
72
den Heurath, autf gelegnere zeit, denselbigen zu offbeo^
tende. Der Jüngling, so in liebe grausam entzündet, ist fr^]
lieh, begert nichts Hebers^ denn so bald mnglich, die hocbseit j
zuhalten : Aber Gott wolt es noch nicht also gefallen , denn
6 es steht nicht lang an, es wirdt der König kranck, stirbt dem-
nach in kurtzen tagen, mit grossem leid [130] der seineü, ^
Der Sohn an statt seines Vatters, ist ein Erb deß t^ntzeni
Königreichs. Als er nun, was im Reich noht wendig, versehen,]
wirdt der Henrafch mit grossem Fest publiciert oder aui^ge-j
10 schrien , die neuwe Hochzeitterin in den Koni etlichen Palast;
geführt, und mit grosser solennitet und Königlichem pracht
die Hochzeit gehalten und vollendet Als nun der junge König
sich zu seiner neowen Hochzeitterin legen wolt^ sagt sie: Herr,
wiewol ich wol weiG, daG ich euch underworflfen bin, uund iu
ifi allem dem, so ir mir gebieten, gehorsame zu leisten in alle
weg verpflicht unnd schuldig, nichts desto weniger, ehe denoJ
ir an mein seiten kommen, will ich euch umb ein nicht un-*
gebürliche, sonder ehrliche sach, mir darinn zu willfahren, an-
gesprochen umid gebet[131]ten haben; als nemlich, dieweil ir
10 mich so würdig, daß ich euwer Frauw sein soll, geachtet haben, i
so bitte ich euch, ihr wollen neben euwerem Nammeo . auch]
den meinen aufi" die Müntz schlagen lassen. Diu begeren, ver-
meint der König, könte er ohne Verkleinerung seiner ehren,]
seiner Frauwen nicht bewilligen, unnd sagt: Frauw, so vor
»6 Zeiten die König, meine Voifahren im Reich, solches im braachl
gehept, sollen ihr für gewüli unnd ungezweiffelt halten, daß!
ich euch nicht allein in dem, sondern noch viel in grdsaena
2 frölich] di mirabil alleprezza per cio ripieno. 4 Aber ,.. ge-
fallen] mit, si come k Dio piacque. 6 in kurtz.en . . . seioen] lutati,
7 Der Sohn . . . Kdiii^eichs[ per la coi tnorte easendo il figtitiolo nel
re^mo eucceduto. 8 waa . . . nohtwendig] quelle coae, che alla eoü'*
»ervatione delle ciita et va^aali auoi faceano di mestieri. 9 oderl
auOgeschrien] znmiz. 11 mit . . . prachtj solenn erneute. 12 ge-J
halten und vollendetj eelebrate. 13 seiner neuwen BochsteittemJ li
donzella. 14 unnd in allem . . . scbnldigj et che k riö giusta coea
ch* io accoosentißca. 17 will ich , , . p»:ebetten habenj vi voglto
una honesta gratia suppticare. Id diewatl * . * geacbtet babeoj hjn^l
vendomi voi per moglie presa. 25 die KOnig] alcuno de' Hc. 26 flr
gewüb . . . halten] essere certa.
73
(wegen grosser unnd inniglicher liebe, so ich gegen euch trag)
gern zu gefallen sein wölte: unnd so ihr sollichs nicht glauben
wurden, sollen ihr es, so ihr etwas anders an mich begeren
werden, mit der That erfahren. Dieweii [132] aber solches
6 weder in diesem , noch andern Königreichen , biL' anhero im
brauch (meius wüssens) gewesen, so sollen ir mich hierinn
entschuldiget haben: denn wenn ich aufF mein Ehr, daran
mehr denn sonst an allen andern dingen gelegen, sihe. so kan
ich keins wegs dieser bitt euch gewären. Auff diese wort
10 sagt sie: Herr, fürwar ich hette nicht vermeint, da(: mein
erste Bitt an euch gethon. von euch mir abgeschlagen unnd
versagt were worden: aber darbey kan ich wol spüren, daß
ich euch wenig lieb, ir betten sonst mein erstes unnd ehrlich
begeren mir zugelassen : wüssen auch . dieweii mir diG mein
15 begeren von euch nicht vergönt werden mag, daß ich ehe den
todt, denn euch an mein Seiten zulassen, leiden will: denn haben
ir eawerer Ehren achtung. wie ir sagen , ist es denn nicht
billich, dab ich auch auff die [133] meine sehe? Solches der
Königin fümemroen, brachte dem König sehr grosse betrüb-
so nub, gedacht wie er sie mit list, da(i sie von solchem irem
begeren abstünde, überwinden könte : derhalb als er eins tags
lang mit iro von grosser seiner liebe gegen iro Gesprech ge-
halten, sagt er lestlichen: Frauw, ir wüssen. daG ir vor Gott
und der Welt mein Weib sein: daÜ aber ir biGliero (ich lasse
15 denn euweren Nammen neben dem meinen , antf die Müntz
schlagen) mich neben euch nicht leiden wollen, thun ir mir
grossen unbill: damit aber ir sehen, daG ich euch in allen
dingen gern zu gefallen sein wolle, so will ich nemmen Bogen
und Pfeil, unnd ein prob mit schiessen thun, so als denn ir
30 mir solche prob nach thun. im nammen Gottes, so bin ich eu-
2 unnd ao . . . i*rfahren] et <ii ciö facendont» voi prova. agevol-
niente potrete aco-rtarvi. 11 mir . . . worden] nosxarmi. 13 ir
betten . . . mag] non hav^ndo voi all' bonesto disiderio mio voluto
BOdisfare. havete ä sapere. 20 dah hI»« . . . iib«tünde] ch' ella piu
di cio non V havesse a ricercure. 22 jjrosser ziisatz. 2o vor iiott
und der Welt] nel vero. 28 ao will ich . . . »Mottos] ove voi coli*
arco et saette in mano la prova faciatOf che a me vederete tare.
74
«
weren Nanimen neben dem meineoi In die Munt*/ schlagen
zukssen, woi [134] zufrieden. Die Königin, so von jai^endt
ttufF, wie oben vermeldefc, in solcher kirnst underwiesen und
sehr wol ^jeübt was, ist der sach, so wol ab der König, xu-
B frieden. Es führt an einem abendt nach dem Nachtessen der
König sein Franwen in ein grossen unnd weiten Saal, heisset
ime ein niöschin Beckin, doch nicht fast grob, an einem ohrt
deü Saals auffstellen, zeigt der Königin dasselbig, unnd sagt,
darein wolle er drey Pfeil schiessen, geht hieranfl' mit der M
10 Königin an das ander end del.^ Saals, bevilhet auch die Liechter ™
alle zu verbergen, nimpt den Bogen, schiesset drey Pfeil ein* ,
andern nach (also daU man es wol thönen gehört) in das Beckin. fl
Nach diesem nimpt anch die Königin den Bogen in die Hend,™
schiesset auch drey Pfeil nach eiiiandern : den ersten Pfeil
"[135] hat man klarlich, den anderen unnd dritten aber nicht
thönen hören, doß der König hoch erfreu wet, vermeinende den
anderen unnd dritten, weil er nichts thönen gehört, gefahli ca
sein, sagt zu ihm selbst. Nun bin ich meiner Frauwen Bitt
unnd begeren ledig unnd frey, unnd wirdt dieser sach halb
20 von ihr nicht mehr bemüht werden , sie kan mir auch förhui
bey ihr zu schlaffen nicht abschlagen; heißt im ein Liecht bringen»
siebet seine drey Pfeil, so man treffen gehört, in drey Uieil
deli Beckins, nemlich an die aussersten ohrt, gangen sein. Den
ersten Pfeil aber der Könit^nn siehet man in mitten, die andern
tszwen, den einen oben, den andern unden im Backe stecken.
Von welchen kunstreichen schössen der König, mit grossem
verwundern, sehr erschrocken, denn er wol tredacht. solte f 1
(
1 dem meinem] sicI 25 Beeke] sicl 26 acböasen] sie?
4 ist der aach . , , ztirriedeii] ehe di oiÖ era conteota , al Re Ht-l
po»e. 6 groaaen unnd weiten] gran. 7 niöachiii] zusatst, oUrt|«
capo, 9 darein . , . achiessen] come dentro ?» havea trö »nette a
tiiure. 15 k!arlich| zusub. 16 hoch erfreuwetj lieto et allegro
oltre mii^uva. 17 weil er * . , gehört] zusat«. 18 Bitt atmd be^J
geren| alU dimanda. 19 ledig unnd frey] libero. 2\ ein LiecbtU
i lumi, 28 nemlich , . . ohrt] zusatz. 24 die andern . , , 9tecken|
et r altre due V una k capo all* altra vide confitte. 26 Von
achösten] Di che. 27 sehr erschraeken] grandemente confuso et ilob^
rato. denn er . . . willfahrenj Ma percioche egli, tatto che pattiutai
75
er, was er der Königin verheissen . nicht halten , daG solchs
Königlichen Ehren nicht gemeß sein wurde, hat aber gleich-
wol nicht im sinn iro zu willfahren: gestellt sich den anderen
tag, als wenn er un versehenlich mit Kranckheit überfallen. Die
& Königin, so weiß und verstcndig, damit sie dem König mit
irem begeren nicht überlegen seye, begert nichts weiters, denn
daß sie nichts underlasset, so zu widerbringung der gsundheit
deß Königs dienen mag. Ueber wenig tag hernach kompt dem
König neuwe zeitung von einer nammhafften Statt seines Lands,
10 wie die Eynhom in grosser anzahl mercklichen schaden theten:
derhalb vermeint der König, welcher sehr listig was, durch
diese gelegenheit sich seiner Frauwen verheissung zu erledigen :
sagt, wie er sich seiner kranckheit halb etwas bessers befinde,
annd so er [137] vollkommen wider gsund werde, wolle er
1» mit iro, da die Eynhorn so grossen schaden dem Land zufügen,
verreiten, und wie sie zuvertreiben, försehung thun. Derhalb
nicht lang darnach lasset er sich hören, wie er von erdichter
seiner kranckheit erledigt, und sein vorige gsundtheit wider er-
langt habe: bevilhet den andern tag seinem gautzen Hoffvolck,
so in dreyen tagen sich gerüst zu machen, denn er mit inen an
das ohrt, an welchem die Eynhorn seinem Volck mit grossem
schaden überlegen weren, verreissen wolte. Als nun die drey
tag verschienen, ist meniglich, laut Königliches bevelchs, ge-
rüst : zeucht also der König, die Königin, sampt dem gautzen
26 HofiPgesind, ir fürgenommene lleiG fort, vertreiben die beschwerdt
der Reiß mit lieblichen und schönen reden. Nach dem sie nicht
*
havesse, non potendo credere, che 1a Reina si bei colpo havesse a tare,
nondimeno ä modo alcuno al disiderio di lei non volea acconsentire ;
et cODOBcendo, che mancando di quanto alla donna havea promesso,
facea cosa, che air honor suo non acconvenia, . . .
5 damit . . . dienen mag] non volendo per ciö dargli alcuna noia,
non lo ricercando air hora d* eseere nelle monete scolpita. alUi Hiilute
di lui era tutta rivolta. 8 Ueber . . . hernach] in que' ^iorni. 9 von
einer . . . Lands] da alcune cittä viciue di quel regno. 10 wie die
Eynhorn . . . theten] che gran numero d' alicorui. ne' tenitori di quelle
ritrovandoßi, faceaiio di gran danni. 14 bo er vollkouiinon| conie
prima. 15 so grossen . . . zufügen] si ritrovavano. '20 an das
ohrt . . . werenj verso le oitta da gli alicorni danneggiate. '23 laut
. . . bevelchs] onde.
i
76
eil von dem ohrt, dahin sie [138] gewolt, kommen, ziehen
sie, wegen fehre der ReiG, sich zu erquicken, in derselben
Sietten eine: iinnd nacli dem sie zwen tag darinn verharret
gibt der König Ordnung, daß jederman in derselben Gegendt
» sich rüste, denn sie nicht mehr in der Statt verharren, aondem
zii Feld ziehen, die Zelten Muffspannen , nnnd die schedücheo
Eynhorn jagen unnd nmbbringen müssen. Diesem Gebott ist
raenitrijch gehorsamb, auch reit man hin und wider, und werden
der Eynhurnen mit den Pfeilen viel umbgebracht nnnd ei^
10 schössen. Es begibt sich eins tags, daü der König unnd Köni-
gin bey einandern im Feld gehn. sehen zwey Eynhorn. ein
Weiblein und ein Mennlein: unnd wiewol der König jung, waa
er doch sehr listig, unnd vermeint aiiÜ' diljmahl gelegen-[139]
heit zu haben, sich von der Königin Beger zu entledigen, kehrt
16 sich gegen iro, unnd sagt : Frauw , ich weiß wol ^ nach dem ■
wir mit einandern in das Becken mit den Pfeilen geschossen
haben, daß ichs verloren hab, und dardurch schuldig worden,
euweren Nanunen auff die iMüntz neben den meinen schlagen
7Ä\ lassen: dieweil ich aber wegen gehlinger kranckheit unnd
Mfl un versehener dieser ReilJ solchs bildier nicht erstatten können,
so verheiß ich euch gewiila, wo ir mit euwerem verstand L»der
knust verschaffen werden, daß under diesen zweyen Eynhomen,
so wu" niclit weit von itns stehn sehen, ein Weiblein nemlich
uond Mennlein, das Mennlein einem Weiblein, hinwider aber
26 das Weiblin einem Mennlein sich vergleiche, mein versprechen,
so bald wir wider in [140J unser Königliche Statt kommen,
*
2 fehre] aic! 9 viel] gedruckt veil. 23 Weiblein . , . Weiblin) siel
1 dabin aie gewöli] dove tfli alicorni erano 2 wepeo felire . . .
erquicken] por netorarsi delle faticbe de\ via^^o. 6 seheclliclien]
2usatz. 7 ja^en unnd ambbringeii] iscacciare. Diesem . . wider]
11 che f^endo eubitamente da ciascbeduno man dato ad eBsecatione, tniti
iilla catiipagna s* rtllosrgiarono; et aecondo *l comniimdamento del lU
in Jiverse parti cuvulcando. 9 umbgebracbi unnd erschoBBenl nrcide-
vano. 12 unnd wiewol , . , listig] et perciache il Re giovane ostu-
tissimo era. 14 von der Königin Beg-er] dal debito, che calla tno^lie
havea, di scolpirla nelle tiumete. 18 euweren , . . zu lassen] di «cot*
pirvi neue nionete. 21 verstand oder kunstj ingegno, 23 ein
Weibletn nemlicb unntl Mennlein] zasatz. 25 sich verjt^Iek'he] babbia
ii di venture, 26 m bald . , . ^uturenj tuntosto ehe ndU real cilU
77
in das werck zufÜren. AuiF diese wort sagt die Konigin, wenn
er solches, was er iro zumute, zuwegen bringen könne, wolle
auch sie solchs zuthun understehn, und wo das nicht beschehe,
wolle sie ine seiner verheissung frey und ledig lassen. Solcher
6 antwort ist der König gantz firölich, wol zu frieden, niiupt den
Bogen in die Hend, schiesset das Weiblein dahinden auff den
Schwantz mit einem Pfeil, und wegen deß schmertzens schlecht
das Eynhom mit den hindern Füssen hinauif in den LulFt, hiemit
hat sich der König mit wunderbarer gesch windigkeit, mit einem
10 andern Pfeil gerüst gemacht, unnd weil das Eynhorn im auü-
schlagen ist, schiesset er den andern Pfeil ime unden an den Bauch,
biß an den halben theil in Leib hinein, also daß der ander halbe
theil vom [141] Pfeil, so ausserhalb deß Leibs was, sich ver-
gleicht einem Mennlichen Glied eines solchen Thiers : demnach
15 schiesset er von stundan das Mennlein auß sonderbarer kunst
mit einem Pfeil an das ohrt der Natur deß Weibleins, also
daß der Pfeil gantz unnd gar in den Leib hinein gangen, unnd
wegen der Wunden das Mennlein einem Weiblein sich ver-
glichen. Nach diesem kehret er sich gegen der Königin, sa-
30 gende: Frauw, jetzt ist es an euch, da wollen wir sehen, welches
under uns die schönsten schütz thun könne. Die Königin nimpt
den Bogen, unnd mit dem ersten Pfeil schiesset sie dem Menn-
lein das Hom vom Koptf hinweg, daß es auff die Erden feit,
den andern Pfeil schiesset sie dem Weiblein vornen an die
«Stirnen, daß er stecken bleibt, also daß das Weiblein einem
Mennlein, unnd das [142] Mennlein einem Weiblein, welche
von Natur deß Horns beraubet, gleich worden. Der König,
alß er diese zwen kunstreiclie schoß gesehen, mercket wol, daß
*
21 schätz] sie! 28 schoß | sie!
nostra saremo ritornati, nissun' altra cosa ])rima farö , die quullii , <li
cai vi Hono giustameiitü debitore.
2 solches] la richiesta intorno a gl' iilicorni l'attale. 5 gantz t'rö-
lich] allegro et lieto oltre luisura. 6 das VVciblt;in| V auiniale, che
maschio non era. 9 hat sich der Köni^ . . . Bauch] egii inconta-
nente colla seconda saetta nelT umblico la percosse. 15 aufi sonder-
barer kunst] Zusatz. 16 also daß . . . gangen] zusatz. 20 weldies
. . . könne) se piu bei colpo del niio saprete fare. 28 dicKe . . .
schoß I cotal colpü.
78
er der Königiü niclit mehr, iren Naramen aiiflF die Müntz zu-
schlagen, yersagen kao, und will doch keins wegs zu schme-
lerung oder abbruch Beiner Ehren thun, sondern die weil er sich
siebet mit tugendt uniid versiand von der Frauwen überwundeD
ü sein, wirt er in grimin unnd zorn bewegt, gedenckt sie durch den
todt hinrichten zu lassen, lasset aber sich noch nichts mereken,
kehrt wider in sein Losament, bevilbet einem seiner Herren
in geheim, er solle die künfftige nacht in der Königin Gemach
gehn, sie in aller stille binden, heim in die Königliche Statt
10 führen . und demnach den hundert wilden [143] Hunden, flO |
zu Hütern del^ Schlosses geordnet (wie oben gemeldt) ohne alle»
Verzug, sie zu zerreissen, fürwerflFen. Solches wirdfc von deß
Königs Raht schnell in das Werck gebracht, unnd die arme
junge Fraiiw heimlich in die Küniprliche Statt geführt, den
1 • wilden Hunden, laut deÜ Königs grausamer gegebner Ordnung«
jemmerlichensiezuzerreissen, fürgeworffen. Jedoch ist deß Königs
unmenschlich gehott seinem begeren nach nicht abgangen:
denn die Königin, so bald sie anfangs an Hoff kommen, unnd
dem König vermehlet worden, hat sie im brauch gehept, diesen
9rt Flimden offt essen zugeben: derhalb die Hund sie jetzundt ako
baidt erkennt, gar lieblich sich gegen iro erzeigt, unnd iro kein
leid zugefaget haben* Es was [144] in diesem Graben an
einem ohrt. ein klein löchlein, zu welchem die Königin kommen«
und 80 viel sich bearheit, dali sie einen grossen Stein hinweg
•B gerissen, und durch sollich Loch auß dem Graben und der Statt
frisch, gesund, und von den Hunden unverletzt* kommen, geht
also die gantze nacht hit^ gegen tag hin und wider, kompt *
lestlich in ein Dorif nicht weit von der Statt j^ele^en. in eines
2 imd will , . . thun| il che pur rispetto delT bonor »uo in alcuna^
Qianiera fsir non voleo. 5 grimni inind 7.or»] molta ira, 7 Las»-
ment] padig^lione, 7 Herren] conseglieri. 8 Gcnmch] padifrlione.
10 wilden] fieri et rabbioBi, 11 Schloaaea] fl«r»glio. 15 wilden]
zmats. 16 jemiDerUch«?!! ) zusatz. 18 iO bald . . . worden] tantosto
cbe moglJe di lui diveune. 21 unnd iro . . . zui^efügetj s^u^atz. 22 Es
was . . . gerisaetrj levato uno aasso, che ad una buca de* foAsi uti ritru-
vavsi. 25 anß . . . Statt] faon della ciita. 26 und vuti . . . un^
verletjttj jeusatx.
79
armen Pauren Hauß, welcher mit eiuem Affen ime und seinem
HaaGgesind die Speiii gewan: der fragt sie von irem Stand,
ankunfft, thnn und lassen. Sie antworte sie were ein anno
frömbde Dienstmagt. were da liär kommen, ob sie vielleicht
B einen Meister, sich mit Gott und ehren zu erhalten, finden
könte. Der Paur, als er siehet, daG die Jungfrauw einer schönen
unnd adenlichen gestalt ist, wirdt gegen iro in [145] bann-
hertxigkeit bewegt, nimpt sie gern auff und an, und wegen
irer vielfaltigen schöne unnd tugendt, so täglich an iro er-
10 scheinen, wirdt sie ime je lenger je lieber, biü er sie letstlich
an Kindsstatt anname: und hat aber dieser Paur, wie gehört,
kein andere begangenschafft, denn da(> er hin und wider in
denselbigen Dörffem mit seinem Äffen kurtzweil den Leuten
machte, und hiemit sein Narung und Gelt bekäme. Also ward
15 die Jungfrauw durch den Pauren, sampt anderm »einem Gesind.
in aller liebe unnd freundtlichkeit erhalten. Nicht lang nach
diesem kommet der Könige von seiner ReiÜ heim, und als er
von seinem Raht verstanden, dali er sein bevelch mit der Kö-
nigin verriebt, hept ine an sein grausame That sehr zu reuwen,
to führte wegen grosses loids ein arm jammerselig leben , steht
auch nit lang |146| an, er feilt deshalb in ein schwere und
grosse kranckheit, wider welche kraiickheit kein Artzney, mittel
oder weg, die zu vertreiben, gefunden werden mocht. derhalb
sich an dem König del.^ unvermeidenlichen todts gewüsse zeichen
» erzeigten. Solch geschrey kompt auch in das Dorff und det
Pauren HauL\ darinn die Königin wohnet : die wu(:te wol, daß
diese kranckheit de(.» Königs ires Ehemanns, den sie gleich-
wol sehr lieb hat, den Ursprung iror Person halb hette, ver-
17 Könige] sie!
2 von irem . . . lassen] dello stato suo. '^ ein arme . . . köntej
una povera forastiera , che piulrone in que* contorni jfiva cercando.
6 einer . . . gostalt] di bellisaimo iispetto. 9 irer . . . tii«:en(lt] le
molte virtu. 11 wie pfehörij zusatz. 14 sein Narunj? und (ieltj il
vivere. 16 in . . . freundtlichkeit] amorevolmente. 20 fQhrte
. . . leben] misera et dolente vita passava. 21 schwere und j^frossel
grave. 22 Artzney . . . vertreiben] riniedio. 25 in das Dorff] ne'
villaggi alla citta vicini. 27 gleichwolj zusat/.
so
milit sicti auch mittel, ime sein vorige gesiuidheit wider zn- \
bringen, zu finden, unnd sagt zu dem Paaren, wie sie den König W
vvol widenimb frisch und gesandt niaclien , imiid hiemit im** "
Paureri uio grosse summa üelta ^ewünnen unnd verdienen könte.
h öelin, sag! sie, in die Statt zu Hoff, zeigen deG Königs Fürsten
und Herren au , ob wol biÜ anhero 1 147] niemandt eini
mittel, dardurch dem König hette gebolffen mögen werdi
finden können, so seyen ir doch gewüsser, ja an zwei ffe lieber
hoffnung. irae sein vorige gesundtlieit wider zubringeo. Der
Ml Paur fragt. Was soll aber ich irae für Artzney geben? Ich
lullte, sagt sie, für gewttß, wie denn der gemeine wohn ist,
die kranckheit selbs hab kein andere ursach, denn von viel
Melancholej oder bösem scliwartzeui GeblfU, unnd auch schweren
gedancken : derhalben ist ime nichts höhers von nöten, denn
ib sich mit etwas zu erfrischen unnd frölich zu machen. So ii
denn für ine kommen, so sagen: Aller gnedigster König« ich
weiG und kenn euwor Natur, auch die ursach dieser kranck-
heit^ unnd verhotf mit der liiltf Gottes in kurtzer zeit von der-
selben euch zuerledigen. Ir Iiaben in euwer Statt viel Vor-
an stett, in welchen viel [148] schöner und lustiger Gärten ge-
fuiideu werdt?n , aul; welciien ir den aller schönsten erwöllisn,
unnd euch darinn ein schön Sommeriiauü oder Saal bauwtsn
unnd zurüsteu sollen lassen : so denn alle ding euwer König-
lichen Person gemeU z;ugericht, ao hissen euch ohne allen ver-
n zug dahin führen, so will ich denn auch kommen^ und in kurtzer
zeit mittel finden, euwer gesundtheit euch wider zu bringen.
So ihr denn nun, sagt die Königin weiter zum Pauren, sidchea
dem König haben angezeigt, und er euwerem raht folget, unnd
1 mittel . . . aiibriögen] alcun rimedio. 3 fmch . , njÄcheull
guarire. 4 gewünnen unnd verdienetil für gnarlagnare. 5 Fürsten jl
und lierreti] barotji. 7 mittel . , werden | rimedio. 8 gew^saerj
, . , hoffnuugj di certezzii. 11 wie denn . , , ist] per quel, che publi-
camenie si vagioiia 18 Meiaucholey . . , Gebfüt| nialiaüoniik ]
schweren] proiondi. Ül so sagtin : Aller ^edigster König] giuulo cht J
üiitete alla presen^a di lui: Sire, diretegli, 17 weiß und kenn]
nouco. 21 den aller achöui^ten] il pii) vago. 22 ein schön .
Sual] una ßtanza terrena. biiuwen unnd EurQatenl ttccomniodarOt J
28 und er , . . vollendet wirdtj et ch' ©gli hvkxrk l\ consigho vo
e«wt!quito»
81
4
rs vollendet wirdt, so führen als denn eiiwereii Affen mit
eh an das ohH, so wirdt der König eins theils wegen deß
irtens. anders theils* aber von der wnnderbarlicheu und iin-
wohntrn kurtzweil de(i Affen, grosse freud unnd ergötzlicheit
ben, und gewQli in kurtzeui wiiler [14*J] zu voriger und guter
itidtlieit konmi*;n. Der Fatir, als er solches verstanden,
umpt stich nit lang» gelit den nechsten der Statt zn. nnnd
IS ime von der .lungi'ranwen geaa^ worden, zeigt er dem
Soig selbs persönlich an. Der König, so nichts lieliers denn
jlund sein begert, sagt wolle verschaffen, daß solches, so er
gerathen, solle io das werck, so bald müglich, gebracht
erden: beriitft derhalb seinen Hoffmeister, bevilhet ime, in
jm echönsten Garten, so man könne finden, ein schon Sommer-
luß oder Saal für sein Person zu bauwen, unnd schön zu
arichten. Solchs bestelt in alier ejl der Hoffraeister, und nach
)llendung desselbigen, lasset sich der König in einer Senfften
ihin füren; nach dem er dahin kommen, höret er die Nacht-
allen und andere Vögel in dera wunderschönen [150] Garten
ber die maü lieblich und frölich singen, ako daÜ es sich an-
shen liesse, es were der König schon jetz etwas erquickt, unnd
Mrde in kurtzer zeit besser werden. Es was jetz auch der
pir mit seinem Affen für den König kommen, der siehet wol,
aß dieser schöne Garten, sampt der gantz zierlichen und scliönen
V'ohnung, deü Königs liertz schon allbereit etwas enjuicket
ett^, hielte derhalb für gewÜL% es wurde bald die gesundtheit
riblgen: und nach dem er vor dem König mit seinem Affen
iel seltzamer kurtzweil . von welchen der König zum lachen
It bewegt word«-*n, getriebeTi , führt er den Affen hinaaß in
L'
( 2 ao wirdt . , . kommen] laquate i ROÜti Haoi s^iaocVii facendo , in
IIa feeta et tetitia ten**tidolo, la salatc pristina lo fara del tutto
ic*>verare. 7 den nechBt-en] zusatz. 9 selbe peraöalich] zusatz.
2 Hotfmeiater] maggiordomo, in dem . . . finden] in alcuno de pin
ei giiurdini, che preeso alla citta ai ritroYaa&ero. 13 ein . . . Saal]
na atanza terrena. 14 zu banwen . . zeriehten] senza alcuft indugio
reparare. 15 nach vallemlutig dedselbtgenj il Be^neute ^iomo.
9 Über , . . fröHch] zuHatsc. 28 dieser nchöne . . , Wohnung] per
aver ei canjjiata atanzsi, 27 viel seltKamer kurt»weilj diversi' g!:iu(w;htj
10 nagt wolle] siel
die Küchen, weicht; under tk^m iVeyeu Himmel und unbedeckt
was, bindet ihn daselbst an, gebet demnach wider zu dem
König hinein , und wirdt die zeit mit schönen und UeblicheD
gesprächen vertrieben. [ 151 1 In dem beduncket den Koni:
^ er höre etwas gettlmoiels in der Küchen, gehet allgemach,
best er mocht, zum Fenster, da aihet er niemandtd in d(
Küchen^ denn allein den Affen, der macht sich zu dem Feurj
siebet hin unud wider gantz fleissig urab sieb, nach dem
aber niemandt denn sich allein vorbanden zusein vermeint, geht
"(^ er über einen Hafen, in welchem zwen feilite Kapjjaunen, den
König davon zu speisen , kochten , nimpt den einen heranÜ,
setzet sich nider, unnd hebt an zu essen. Aber also bald kotnpt
ein grosser Wej, siebet den Raub deti Affen, schiesset hiuj
auff die Erden, reisset dem Affen den Kappaunen ohnversebeii-
'f* lieb auÜ den Henden, und fleugt mit in den Lufft, nit ob
grogsen schmertzen deli Affens. Der Äff, so nicht ime, sondern
dem Raubvogel diesen guten Kappaunen anß dem Ha[ll>2]r*'ii
genommen, ist übel zumut, wie gut zu gedencken, setzet sicK
still in ein Eck der Küchen, wartet ob sich nicht gelegenheit
^^ an dem Wey sich zu reeben, zutragen wolle. Siehe, es steht
nicht lang an, der Wey fleugt von neuwem wider umb die
Küchen hin und bär. Der Äff, so bald er (denn er sehr arg-
listig was) ine eraihet, gehet wider über den Hafen, nimpt den
andern Kappaunen auch hinauL^, und wie vor, setzet er sich
"^^ an ein orht nider, und thut dergleichen denselbigen zu esser
Der Wey, wie vormals, vermeint dem Affen (der aber anl
1 under . . . imbedeckt | allo scoperto et k canto di ana fin
«lella Camera» dove egli era. '3 und wirdt . . . König] di molie
allegre cominciö seco k divisare; et in cotal gnisa dolcetnente
tempo padaando, parv^glL 5 allgemach * . . moofat] sosatz^ 10 ilo
K5nig . . , speisen] per ta bocca ^ua. 13 WejrJ «ibbiotie (nachli
nibbio). 14 olinveraehenlich I zuaatz. 15 uit . . . Affenal Ici doletil
oltre inifiura lascid. iii Der Äff . . . gedencken] zusat^. 13 aet£6t . .
bär] OndR baveDdo ella diliherato, se le »i fua»e rappresentata V occMioii
di rigid iimente vendicarsi, atundosi cbeta in un canto deM& cucina gQi
tando, 8e per aventura il nibbio ritornajsse» dopo alquanto
zati gli occbi, lo vide intoruo süIü cucina volare. 22 sehr
aagace et aatuta. 26 der aber , . . möchte] quirle tuita k cid id
tenta era.
ders j^edacht, denn wie er sich rechen möchte) auch
diesen Kappaiinen zu stälen , schiesset auff den AflFen hin ab^
wirdt von demselben ergriffen und erwürgt: mit dem lasset er
sich gleichwol noch nicht vemügen , sonder zum besten im
* möglich, ruplfet er in auch, [153] stosset in mit dem andern
Kappaunen^ so er auß dem Hafen genommen, hinein* Solcher
jlistigkeit und tliat daß Affen^ hat der König fleissig, auch mit
sser Verwunderung, freud und lust zugesehen. Es steht nicht
mg, der Koch kompt in die Küchen, will sehen wie es urab
le stwen Kappaunen stehe, so findet er den Hafen mit ver-
'wunderung unbed*^ckt, nimpt hiemit einen koclilöflel. vermeint
^die Kappaunen herauß zuziehen, so erwtitschet er den un glück-
^■lafften Weyen: darvon der arme Koch sehr übel erschrickt,
^■kan doch nicht aulidencken. wie dieses zugangen sein mochte,
^■weis auch nicht, was er doch dem König seinem Herren fQr-
aetzen soll, dieweil er wegen seiner kninckheit von keiner Speiß,
denn allein von Kappaunen, asse, steht derhalben gantz er-
staunet, tuid weißt nicht wo auß oder an. Der König, so diese
f 154] gantse Geschieht von anfang biß zum end, zum Fenster
IRuß geseheo, hatte sonderbam Inst davon entpfangen, befindet
auch sich seiner Melancholey halb entlediget sein, und vorige
gesundtheit wider bekommen zu haben, will den Koch nicht
lenger in solcher angst stehn lassen, erzellet ime die listigkeit
deß Affens, und das Unglück deß Weyen, und heisset ine was
iera kochen, und zu friden sein. Als nun der König solcher
fetliche tag vertreib, hat er, vom lieblichen Gesang der
^öglen, und von vielfaltiger kurtzweih so teglich der Paur mit
'seinem Aflfen vor dem Könige treib, all seine verlorne kretft
wider bekommen, vermeint derhalb wider in die Statt zufahren,
9ö berilfft auff das den Pauren, fragt in, wo oder von welchem
er diese kunst, durch welche er sein gesundtheit wider be-
, kommen, ge[155|lelirnt bette. Der Paur autwort, und sagt,
9 wie ee , , . atehel in che tennine il deftinare del Re ai ritrovaB»e.
17 «teht . , . ao] tutto confuso il ritrovava, 19 von , . . end] zu-
satK. 2[ seiner . . . entlediget] della grati sua malinconia liberaio,
f25 und KU friden »eiii| zusale« 26 lieblichen] xunats* 30 wo oder
von welcheui] da cai. 31 Kuimtl aecreto,
6*
es were jetz lang, dab eva gükünt bette, Üer König wolt*»
disen Worten, dieweil er ein Faur finnd einfaltigpr groWr
Mensch were, keinen glauben geben, sondern zwin^ ine im
die warheit zu bekennen. Da sagt er, wie er ein Jungfrau wen
^ oder Magi in seinem Haui/ habe, welche in also underwieseiK
und diese kunat gelehrt habe. Der König, so ein solche grosse
gnithat entpfangen, hevilhet dem Pauren, sie folgendts tiitfs mit
ihn^e ohne alles fahlen gehn Htitl' in die Statt, und für sein
gegenwertigkeit zu führen, damit er sie beyde reiclilichen be-
1« gäbet, gantz irölich und wol zufrieden widerumb zu haiiü schicken
könne. Der Paur ist dem bevelch deb Königs nachzukomni»'D
willig, zeucht heim, zßigt der Königin alle handhing an4 und
. die besten Kleider so erha[156]ben mocht, legt er ir an, und
führt sie den andern tag in die Statt für den König iren Ehe-
»^p mann in den Königlichen Palast. So bald nun er sie ersehen.
hedunckt in, wie sie der Königin seiner Frauwen gantz gleich
were, und sagt: Ach züchtige Jungfrau w, sag mir, wer histii,
oder wer sein deine Eltern ? Dem gibt sie also aniwort; Aller-
gnedigster König, ich bin eiiwer arm iinnd ungUickhafftig Weib,
i^tt die nemlich, welche ir den wilden Hunden, so deß Nacht*
enwern Palast verhüten, bevolhen fürzuwerffen, da ir bißhen:»
nichts anders, denn sie mich zerrissen, vermeint haben, welches
aber, Gott sey gelobt, nicht beschehen: denn so bald ir mich
zu euwerm Geniahel und Eheweib genommen, hab ich oöl annd
»fi dick diesen Hunden zuessen geben, also dab sie mich gar lieb
gehept, darumb sie auch, nach [157] dem ich inen zur Speib
2 ein Paur . . . Mensch were] huomo idiota et di grosaa ptMita
parea. 4 wie er . . . ifelehrt habe] che cio da una giovauelia^
pndrone nel ano viltaggio cercüv». ei h caso alla gua stan^a er» caplj
tata, ^\i era stato inae^ato. 8 gehn , . , Statt] neila citta, ilove> <
fiarebbe ritomato. 9 reichlichen , . . ssufrieden] da se conb-oti
lieti. 12 alle haudluD^] il tutto. 15 Königlicben Falaat] cuttiejn»!
So bald . . . eraeben] i^ottilmente mirandola, 17 ztlcbiige Jung:frauw}^
diflcreta giovane. 18 wer tein deine Eltern] di ciii figiiuola, 19 amt
uuü uuglÜckhaU'ti^l nventurata, 22 welchea * . . beschehen] sanati.
24 Geniahel und Kheweib] moglie. ottt , . . geben] co *l dar loro k
man^are domefiticamerite con essi usar RCilevo. 25 abo daü
geheptj ÄUiat«, 20 niich dem . . , wonienj znaiLii.
85
fnrgeworffen worden, mich nicht allein nicht bescliediget, sondern
sich gantz heimlich und freundtlich gegen mir gehalten haben.
Demnach bin ich durch ein Loch der Mauren auß dem Graben
nnnd der Statt unverletzet zu diesem PaurÜmann, der mich an
6 Kindtstatt auffgenommen (Gott dancke im) kommen. Als ich
mm nicht lang bey ime gewesen, kompt das Geschrey, wie ir
so sehr kranck und schwach seyen: da machte ich bey mir
selbs diese rechnung, es werde solche kranckheit keinen andeni
mrspnmg, denn von grossem kummer, haben, und daß euch sehr
10 übel gerauwcn, daß ir so jemmerlichen mich durch die imver-
nünfftigen Thier hinrichten und zerreissen haben lassen. Der-
halben, weil kein ander heil, euch bey dem Leben zu erhalten,
denn freud und kurtzweil zumachen, verhan[158]den, so hab
ich euch durch diesen guten Mann zugegen, an statt und gegen
15 dem, daß ir mich zum grausamen todt verurtheilt haben, bey
dem leben erhalten. Als der König solche der Königin wort
gehört, hat er sich deß weinens nicht enthalten mögen, umb-
iahet die Frauw, bittet seiner grossen mißhandlung umb Ver-
zeihung, erkennet von iro (jedoch von Gott vorab) das Leben
90 wider erholet zu haben, nimpt sie filr sein Weib an, verschafft
nicht allein sie neben im auff die Müntzen zu schlagen, sondern
braucht und pflegt auch ires rahts, als eines Weibs so mit
Weißheit unnd Verstand hoch begäbet, in allen geschefften
deß Reichs, lasset auch, weil er sein Weib wider lebendig
abbekommen, ein groß unnd herrlich Fest zurichten, unnd
2 sich . . . haben] sommamente m* accarezzarono. 4 nnver-
letzet] Zusatz. 6 wie ir . . . aeyen] deir infermita vostra. 7 da
machte . . . rechnung] della quäle bayendomi io sforzata di sottilmente
intendere le conditioni , mi feci ä. credere. 9 von grossem kummer]
Zusatz. 10 daß ir . . . lassen] della crudel sentenza, che sopra della
persona mia havevate fatta. 13 freud . . . zumachen] tenervi allegro.
80 hab . . . erhalten] si come voi me k crudel morte condennasti, cosi
io allincontro voi da certo pericolo della vita tentai di liberare ; et il
corapenso, con che voi havete la perduta salute ricoverata, co *1 mezzo
di cotesto buon huomo ritrovai. 18 mißhandlung] error. 19 jedoch
von (jott vorab] zusatz. 24 weil er . . . bekommen] per haver la
Reina sua moglie colla vita insieme ricoverata.
86
sclioncket dem i*imreu iletj Fluckeu, ilüriun er wohnet, mit |
[1511] aller seiner Gerechtigkeit und zugehördt, Der Bagie |
dem König und der Königin grosatjn danck, iinnd diewdl
er iiuü einem armen Pauren ein reicher Herr wonlen* zeucht
> er gantz frölicli und wol zu
frieden heim.
Mittwoch. 3.
Die erzeilte Geschieht hat Beramum nicht aUein grülilichen
erlustiget sondern im auch, wegen seltzanier ziitahlep, g^rosse
10 Verwunderung gehracht: und als er die listigkeit deß AflTetu
hiiiwider aber den unfahl deü Weyen gehört erzelleij, hat wj
deO lachens sich nicht enthalten können, deli seine Fcirsten unnd |
Herren wegen seinen auch sehr fro waren, denn sie sahen, |
da(i der Keyser von tag zu tag, und je lenger je mehr in ge- ^
36 snndtheit znname, Derhalben 1 160] verordnen sie, dali am dritten
tag, nenilich an der Mittwochen, jedermann hey Zeiten in dea .
dritten Saal, so mit mancherley Farben gezieret was, zngehuj
sich gerüst mache. A uff das, naeh gegebner Ordnung, bekleidtl
sich menighch (wie vornuds auch beschehen) in solche Farb,|
20 so dem Saal, darein man koibmen solt, gleich. AU nun Be-J
ramns der Keyser mit der Jungfranwen, welche er im Sttalj
gefunden, ein gute zeit mit lieblichen unnd gantz schönen Ge-
sprochen vertrieben, lasset er im das mittag Mahl zurichten J
umid nach dem er solches genommen, und ein weil darsiuffi
si» gerastet, heisset er ime den dritten Mann beiilften, unnd
neuwe zeittung vor ime erzellen, welcher auff solche weiß an- ^
hept, und Bagt:
2 Der] majuakeL IB wegen seinen | sie! 1*i Derhalben] majtuik«
1 den Flecken . . . xugehördt] dol vil)»ggio tutio, dore e^U bulMb
golea. 3 dem König^ und der Köni^n] alUi Reina. 4 zeucht . ,
hetinj con ^ran letitia al villaggio auo eeae ritorn6. 7 Mittwoch.
zuaat^. 8 Die . , , gebracht | Gran diletto et muraviglia tne^eme
Rehramo diede 1a n r.itata navella per i varii acoidenti in quella d«
Duveiliitoie raccoati. 17 Saal] patagio. 19 wie vormals auch bi
acheheu] come prima fu giorno. 20 BeraTuus] ßehramo, 22 Ueb
liehen , . . scbdnenj dilettevoli. 2b Mann] noTeHatore.
87
In Indift ligt ein Statt am Meer, mit rianimen Zeheb, die
vor Zeiten einem gewaltigen fl61] reichen Herren unnd
grossen Abgötter (denn er einen Louwen für seinen Gott hielte
^piid anbettet) underworffen. Dieser pflegte stets bey im an
^peiuem Hoff znhaben allerley gewaltige nnnd kunstreiche Meister
in mancherley kttnsten, aber insonderheit Iiatte er an seinem
Hoff einen Goldschmid, welcher in dieser kunst so ffirtreffen-
lich, kunstreich und geschickt was, daß man vermeint, seines
gleichen in der gantzen weiten Welt nit möchte fanden werden:
10 nnd die weil dieser künstler stets etwas netiwes mit wimder-
' barer kunst machet, ninipt im geraeldter Herr fflr, durch diesen
I^Goldschmid einen grossen guldinen Löuwen machen zulassen,
beschickt in, zeigt im zehentauseodt pfund desselbigen Landts
gewicht Gold, und bevilhet im einen schönen und grossen
i> Louwen darauf zumachen. Der Meister nimpt di[162]se raerck-
liclie summa Goldts, understehet darauG einen Löuwen zu-
machen, daG er an keinem theil deti gantzen Leibs von nie-
^^mandts bülich solle, könne oder möge getadelt werden, legt
^bich auch auff diese herrliche kunst mit solchem fieiG, daG er
«*> in zehen Monaten diesen Löuwen so kunstreich zuricht, daß
alle so ihn sahen, nichts an ihm zuscheiten wüGten, sonder
bekennen mußten, daG ime nichts anders, denn ein lebendiger
Geist, mangle. Und die weil er einer ungleublichen schwere was,
k machet er ime etliche Reder under die FüG, also daß er von
SEchen Männern, wohin man wolt, wol mocht gezogen werden,
pieser Löuw, weil er gantz künstlich, wie oblaut, gearbeit,
gefiel er dem Fürsten über die maG sehr, denn wer in sähe,
konte sich nicht gnugsam verwundern, imd kaum glauben, daG
I
21 wüßten] de! 23 Und] majuakel.
S denn er . « . anbettetj che i1 Leone adora. 5 allerley . . .
künsten] diversi artefici di molta eccellenza. 7 GoldBcbmid] oraffo.
uo fürtretfenlich , , . vermeint] per lo molto sno valore in quelT arte.
10 etwas . . . kuDst] alcunjn bella et mirabil opra, IS pfund] pesi.
H sch5nen und gros^n] beiliseimo. 15 diae merckliobe] tanta
16 oüderutebet] ad altro il pensier suo non rivoUe, che. 20 «o kunst-
reich . . . mangle] nna ne fece, k cui ad eiser vivo il solo spirito man-
cava. 23 dieweil] tutto che, 26 weil . . . gearbeit] per V ecc«l-
88
er von Monschenhendeu [ 163] gemacht were worden, ürub
tlieaer treften liehen kunst willen woUe der Herr die^on Meiater
nicht nnbegabet 1 rissen , sondern verordnet im järlichen über
die tauseat Kronen Einkommens. Solclie grosse railte nimd
b tVeygebigkeit deli Fürsten gegen dem CToldi^chraid, rergümiiMi
ime die iiberigen Meister (wie es denn pflegt zugefan) in der
Statt gemeinlich alK gehn derhalb otftermals hin und wider
umb den Löuwen, unnd mit grossem fleiü besichtigen sie deo,
üb sie doch einigen mangel oder faler an ime sehen und raerckeu
irt küntcn, damit sie den kunstreichen Meister in uugnad «eine»
Herren bringen, sich aber an sein statt bey dem Fürsten ein-
flicken könten. Under diesen was einer mit sonderbarem ver-
stand nnnd Spitzfindigkeit begäbet, der, dieweil er disem Löuwen
nichts, das er an[i rechtem griind tadlen [164] hette könneu,
v.y finden niocht» nnnd wiewol dieser Löuw groß und sehr schwer
was, bedunckt doch ine nit. dab er zehentausendt pfiind Goldt«
schwer sey; dnrch dieses mittel und solche gelegenheit ver-
meint er den ktltisfcler seines järlichen Einkommens zn beranben,
nnd es an sich zubringen. Mit solchen gedanckeu, auch wi^
%a er das zu wegen bringen nuk-hto. gieng er stäts umb, konte
aber nicht glauben, dnU der F(h"st diesen Louweu, der so sehr
kunstreich gemacht was, darunib wider zu stücken (ob der
Meister ime etwas Goldts darvon gestolen hette oder nicht, txi]
ertVibren) sclilagen wurde lassen, ist derhalb in grossen engst«i
ts und bekümmernuü, wei(it nicht wie doch diese schwere drti
Ooldts zuwägen sein möchte. Es begibt sich eins tags, daß er.
3 nicht unbegabet laasen] in alcrnia parte riconoscere* 4 KrOi
BCudi. milt<! nnnd freygebigkeit] liberalita. h vergönneiij ä giund*
invidia moaai. 6 die übengea MeiaterJ molti oraffi. wie . . . la-
gehn] Kuaatz. 8 mit groäBcm fleiß| zuflata. 9 mangel oder fÄler]
difettö deir artefice. sehen und mercken köntenj acorto haTeÄsero,
10 damit sie . . . könten] per poter , . . fargli aleuna opposittoa«, ei
e»Bi la grafia del aignore acquistarsi, 1'2 Bonderbarem . . . spiU-
tituligkeitj i^ottil« et alto avedimento. 14 auL^ rechtem ^und] susatai.
15 wiewol . . . acbwer sey] in q^nello per ]a gi-ander.z» et qualttA di
non poter e8»ere dieci mila pesi d' oro n* a?ide. 17 mittel . .
legenheit] occaaione. 18 >iu beraul>eii . * . aubringenj privAre
d^ acquistarai eö80 ta gratia del signore. 24 ist derbalb . . bekQto
mernußj tutto si crucciava.
89
mit seiner Frauweii diese» Löuwen halb redt, iiud iro anzeigt
wie er nicht [165] glaube, daß der Löuw zehen tausendt pfund
schwer sey, und wenn man einen funde, der mittel wüGte diesen
Löuw also gantz zu wägen, unnd hiedurch dem Fürsten, daß
» der Goldtschmid etwas Goldts heimlich (wie er vestiglich glaube)
▼erhalten, zube weisen, zweiifelte er keins wegs, er wurde an
deß Meisters statt nicht allein gunst imd gnad, sondern auch
das järlich Einkommen erhingen. Die Frauw sagt: Mann, wenn
du diese sach mir vertrauwest, so wil ich dir diese heimligkeit
10 bald offenbaren können. Wenn du das zu wegen bringst, sagt
der Mann, so können wir wol unser Lebenlang ein frölich und
rflhig wäsen haben. Auff das sucht die Frauw alle gelegen-
heit, wie sie mit deß Meisters Weib gute kundtschalTt unnd
freimdtschafft mache (wie denn Iveschicht) vermeint dadurcii ir
15 bege[166]ren zuerlangen: derhalb geht sie ofFt und dick mit
iro zum Löuwen ine anzubätten, belleiCt sich hieneben von
allerley geschefFten mit iro zu reden, under anderm aber liebt
sie an die Frauwen sehr zu loben irer glückseligkeit, insonders
ires Manns halb, welcher, wegen seiner grossen kunst, bey dem
20 Forsten in grossen gnaden sey. Und wenn ich die überauß
grosse kunst deß Limwens bedenck. sagt sie, kan man von einem
so herrlichen werck nicht sagen, daß im mehr mangle, denn
nur ein stück, dieweil es sonst in allen ohrten gantz voll-
kommen ist: denn mich bedunckt, dieweil man es seiner schwere
sö halb nicht wägen kan, sey das an ime ein mangel, und wo
es disen nicht hette, so ist gewüß, daß under unserm Hemi-
spluera, das ist, under unserm theil deß Himmels, kein solches
kunst^tUck gefunden wurde. Diese Red hat deß Goldt-[lG7|
#
26 unBerm Hemiaphtera] sie!
1 dieses Tjöuwen halb] (\i ciö. 2 wie er . . . schwer sey] zusatz.
4 daß der . . . zuheweiaeii] del commesso furto dair oraffo accertare.
7 ganst und ^ad] gratia. 9 mir vcrtrauwest] lasci k mc fare.
11 frölich . . . wäsen] lieta et felice vita. 18 mit . . . beschicht]
colla mobile delP oraffo. con cui alcnne fiate usar solea, una stretta
domestichezza fare. 15 derhalb . . . anzuhätten] onde ))iu fiate
alla oratione dinanzi al Leone ritrovatala. 20 überauß grosse kunst]
bellezza. 24 seiner schwere halb] zusatz. 26 under unserm Hemi-
sphsera] nel nostro Hemisperio. 27 das ist . . . Himmels] xnsatz.
90
8climidt« Fniuwwi etwas yerdroBscn, auß iirsach, daG sie 4eni
Lötiwen einen maiigel, nenilicb, daß man in nicht wägen konte,
woUe anmassen^ imd sagt zu iro: Wenn man schon meinem
Mann, dal^ das gewicht diesem Löuwen ein Fäler bringe, ftir-
6 wirlFt. bin ich doch deß gewilß , wo von nöten , könte er in
auch wol wägen: und wo wir, sagt sie, auff ein andere zeit
wi(!*^r zuaaramen kommen, verhoff ich euch dieses zweiffels zu
entledigen: gehet hiemit zu Haiiß, mit grossem verlaugender
Naclit wartende, denn sie vermeint, kein komlichere zeit solches
lA zu erfahren, könte sie (dieweil ir Mann zu zeiten gächzomig}
haben, denn die Nacht. Als mm die Nacht kommen, unnd zu
schlaffen zeit ist, schmücket sie sich zu im, umbfahet in^ und
ist mit im sehr freund tlich : hept auch von der grossen fOr-
treffeulichen kuost deß | 168] Löuwens, den er gemacht viel-
16 feliiglichen an zu ralen , und sagt , sie wüßte keinen maiigei
an ime, denn daß man, wägen mercklicher schwere, in nicht
wegen könte: und dieweil ihr, sagt sie, durch euwer kirnst
haben zu wegen gebracht mit den Redem, so ir im under die
Fftß gemacht, daß man in komlich, wo hin man will, ziehen
2i) kan, werden ir diesem mangel wol, euwer geschickligkeit halb,
auch mittel und weg finden. Diese Red der Frauwen hat der
Goldschmid nicht gern gehört, denn er gedacht wol, offenbarte
iro das, so möchte mit der zeit sein falsch unnd untreuw
tag kommen, besorget aber auch, so ers iro nicht sagte,
26 möchte er, als wenn er solches nicht zu wegen bringen könte»
sein authoritet und ansehen bey iro verlieren. Diese heimlig-
keit, spricht er, hab ich mir fürgenommen keinem Menschen
I
27 er] gedruckt et. M
1 aaß uraach . , . anraaeaen] per non poter intendere, che nel Leone
dal euo marito fatio difetto filctitio ai contenesse, 3 Wenn man . . *
fürwiifft] come che gli attri cotal oppositione |^1i facessero. 5 wo ToaJ
nöten] Zusatz. 10 gilch^ornig] capriccioso. 12 Bchmncket sie siciti
SU im] giransi h corieare. umbfahet . , . freundtlicb] CDniineiaod^|
1a donna il marito a carezaiare. IB grossen . . . kirnst] eccellens;a»l
16 denn dafi man - » . kÖnte] salvo ehe essendo d' oro et di si
Tftlore per la grave^ssa di lui non si fasse potuto in alcun tenipo peaaro«!
21 miltel und weg) alcun corapenso. '23 falsch unnd untreuw] Utn^ '
cinio. 25 als wenn , , ^ könte | zasat^. 26 sein « . . ansehen]
di riputatione.
91
za[]169]5flfhen: dieweil aber du mein Weib, und mir so lieb
als mein eigne Seel bist, soll und will ich dir solches nit ver-
halten, ich halte aach, du werdest solches die tag deines le-
bens keinem Menschen auif Erden sagen: denn wo das be-
5 flchehe , mid du meine heimligkeiteu andern Leuten öffnen
wnrdist, wurde nicht allein mein Namm und weiter rhum dar-
durch geringert, sondern du wurdist auch fürohin under allen
Weibern wenig mehr geehrt oder geachtet werden. Die Frauw
▼erheißt dem Mann, keinem Menschen ein einig wort ir lebtag
10 darvon zu sagen. Du weist Fraw, sagt der Mann, wie leicht-
lich und komblich man den Löuwen, so auff Redern steht,
führen kan wo hin man will: so denn einer, wie schwer er
wol sein möchte, gern wüssen wolte, kan man in zum Meer
fähren, und in ein Schiff laden, unnd wie [170] schwer er sey,
15 bey einem Pfund Goldts erfahren : denn so er im Schiff stehet,
unnd man achtung gibt, wie weit er das Schiff in das Meer
hinein truckt, und das aussenher zeichnet, den Löuwen wider-
umb auß dem Schiff' thut, unnd dasselbig mit Stein oder an-
derer Matery ladet, biß es wider so weit in das Meer gehet,
to als da der Löuw darinn gestanden , nemlich biß zum zeichen,
demnach dieselbig Matery wigt, kan man, wie schwer der Löuw
sey, eigentlich sehen. Diese schöne heimligkeit verheisset die
Frauw widerumb, wie zuvor, keinem Menschen zueröffnen:
nichts desto weniger, so bald es tag worden, unnd sie von der
16 Seiten ires Manns auffstehet (denn die Weiber offt wenig achtung
irer Männer, sonder, wie man spricht, lange Kleider und kurtze
Sinn haben) gehet sie, ir Gebett zuvolbringen, [171] zum Löuwen,
findet das Weib deß anderen Goldtschmidts auch da, deren sagt
sie alles, was sie von irem Mann gehört, auch wie der Löuw
30 zu wägen were, bittet aber sie gantz treuwlich, solches keinem
Menschen zu offenbaren, welches sie iro verheißt, unnd nach
dem sie ein gute zeit miteinanderen geschwetzt, gehet ein jede
*
6 nnd weiter rhum] zusatz. 10 leichtlich und komblich] agevol-
mente. 15 Pfund) libra. 18 anderer Matery] d' altro. 19 biß
68 . . . gestanden] zusatz. 21 wie schwer der Löuw seyj della quan-
titä deir oro, eh* in quello si fusse. 23 widerumb, wie zuvor] zusatz.
25 denn . . . haben] sendo per lo piu le donne di picciol levatura.
29 auch wie . . . werej zusatz. 32 miteinanderen geschwetzt] insieme state.
92
wider zu baub, Oet^ anik^rn Golflsclimidts Frauw, so jetz dio
kunst oder lieiinlifjjkeit, wie der Low zu wägen sey» wetCit, iifc^l
über die luaÜ frölich, sagt solches, so bald sie heimkommen*]
ireni Mniiii» vermabnet in solcbes* iiriverzogeiilich dt^m Füxsteii
& aewisseii zuthun. Der GoUUschmid bedorffte der vennanim^
des Weibs nichts, denn man sprichti zu nassem hab es baUl
^eregnei, er was ohne das willens, solches nicht lang anstehn
zulassen : macht sich derhalb deü anderen t^gs am morgen
[1721 frfle auff, gehet dem Hoff zu, spricht deß Fürsten Käm-j
iii merliug einen an, ob er nicht zn irne dem Fürsten kommen I
könne, denn er etwas wichtiges im fürzubringen habe. Als erj
hinein gelassen, unnd audientz bekommen, vermeldet er deml
Fürsten , wie sein Künstler ime vom (lold deb Lönwens viel
gestolen: damit er aber solclis gewüß erfahren möge, zeigt er
16 im au, was er von seinem Weib deb Wagens halb verBtandeu,
nimpl biemit vom Fürsten Urlaub, und geht widerumb zu Hauß.
Der Fürst schicket von stundan nach seinem Ooldschmidt. so]
den I/(>uwen gemacht^ unnd damit er nicbt. daO er gegen imej
verklagt sey, merckete, schickt er ihn ein tagreiß weit von der]
ao Statt, etliche gesehefft seines Pahists ime zuverrichten. St» bald]
aber der Ooldschmidt auÜ der Statt kommen, lasset der Fürst,!
nach gehörter ord[173]nuug, den Löuwen zum Meer führenTJ
und in wägen, da befindt sich, dali der Ooldschmidt bil> in]
zweyhundert pfund Goldts verhalten. Als der Fürst solches'
25 gesehen, wirdt er in grausamen Zorn bewegt, und ist sehr übel
2 kunßt oder heimligkeit) secreto. 3 frÖlich] liela et allegr^i]
4 solche» . . . zMthunl k voler siibitamente il eigTiare del conimMeoJ
latrocinio accertare. ß denn man , . . geredet] zusatz. 10 ob <
, . . habe] che gli havea di cose k Iqi importanti ^ ragionare. 11 Als!
er . . . bekümnien] baTuta V udienza. 13 wie . . . ge«to1en] Ü la-
trooiniü diüV oratfb commeaso. 14 dauiit . , . verBtandeul dimosfcra-
tole il mado. cotne di cid bavesse ad accertarai. 18 unnd damit
/.n verrichten) et volendolo fiiori della cittä in nkuna parte mandati*«|
per pater senza saput^i di lui acc^rtarsi di quaiito gli era etato aceu<»
itato, ad UTio vüla^io una ^iornaia dal 1a citta luatano per aleane bS-!
aogne del palagio 1o inviö. 2l> So bald] V iMtes^a notte, che. 22 nach ^
gehörter ortliuinjj] secondo V aricordo datogli, 23 biß in zwcybundert
pfutitl] du^^etito et piu peai 24 verhalten] rabbati. Als , . , ge-
sebetil onde.
93
zufrieden, so bald auch der Goldschniicifc wider in die Statt
koiomeii^ lasset er in faheu, und xu ime führen, erzellet ime
was grosser ehren und gutthaten er ime bewiesen, uuiid wie
lieb er ihn ^ehept, durge^en aber er sidclien grossen Diebstall
fi begangen habe: bevilhet hieuiit seinen Dienern, ine nicht weit
Yon der Statt in einen sehr hohen Thurn zu t'ühreu, die Thüren
zTi vermauren , also dab er an keinem olirt hinauf kommen
möge, sonder daaelbst müsse hiitigers halb sterben iinnd ver-
derben, oder aber von der höhe deÜ Thuni» hinab springen,
»«und ime selbs den todt unthun, Sol[174|ches wirdt alles in
I grosser Eyl verrichtet, unnd kompt das (ieschrey von stundan
seiner Frauwen aueh für: Welche, dieweil sie wol wuGte, dab
nie alles dieses jamers ursach was, weil sie deb Goklschmidts
Frauwen die heimligkeit geöffnet, erschrickt sehr übel, und
ii* gestelt sich mit weinen unnd janieren gantx kliiglich, Der-
halben sie am andern morgen früe zum Thurn hiiiauti laufft,
• daselbst mit stimpt irem Mann giintz jemerlich und bitterlich
«eutttzett weinet unnd scbreyet, bekennet auch hiemit, dab sie
dieses grossen jamei-s ein ursach sey, dieweil sie der treuw-
n Ooldsciimidin, irer (iespielen , die heimligkeit, wie der
'schwere L<.»uw zu wägen, vertrau wet hal»e. Der Mann, so zu
oberst im Thurn vermauret, und wußte, daÜ er in kurtzer zeit
hurjgersterben muste, sagt zu seinem Weib". Uebertlllssige trä-
[175|her sein wul verhanden, aber einig mittel uud weg, mein
*
23 träher] aicl
3 nnnd wie . . . gebeptj «usatx, 4 darge^en . . . habe) et la
■aceleraggine et latrocinio, cb' egU havea conitnessio. 6 in . . . Thurn]
in ciona d* iina torre. 10 Solchea , . . kltlglich] liehe eendo subi-
tameote da ministri e^aequito , diede alla mo^He di lui, che di tutto
*l iiiiile era stata cagione, havendo alla conipagna uua il secreto del
pesare il Leone palesato, trava^li et noia gratide oltre nn«ara. Onde
lorosa quanto mal altra doima ai fuaae ^ . , . 17 daaelbat . . .
ichrejet] diroitamente piatigendo, quivi col matito un grau lamento
facea. ID ireuwlosenl perüda et disleale. 20 heimligkeit] modo.
21 schwere] zusatz. 22 in kurtzer 7.eit] fra poche bore, 2S hiinger-
«terl»en]i morire. UeberHiissige . . , sehen] Le lagriiue »otio liora
«nuperüiie, et allo scampo mio non veg^o, che akun rimedio poü^aao
apportare.
94
leben zu fristen, kau ich niclifc sehen. Nun weist da wol,
du meines todts ein ursach bist: dieweil du aber mich mit dem
leben darvon bringen kanst, ist es ja billich und recht, dali
du es thilist, unnd mit der that erzeigist, dati du mich liebi«t,
f» uund dich dein begangene übelthat reuwe* Du siehst, dal> ich
in dieser höhe deli Thiirns verschlossen, und entweden* bungen
sterben, oder mich hinab sttlrtzen, und selbs umbbringen mtit.
derlmlb du pHichtig, mir mit dein leben darvon zu helffen:
darum b so gehe tiugs wider hinein in die Statt, bring mit dir
ii» herauß viel unnd lange der aller reinisteu seiden Fäden, so du
gehaben magst, nimb demnach viel Arabeisseu, und binde jeder
ein reinen seidenen Faden an ein Beinlein^ schmiere auch ineo
die KöpHein mit But[17<>]fcer, unnd thnn sie also zugerfist an
die Maun-n deli Thurns : denn weil sie den Butter sehr lieb J
ir. haben, werden sie stäts dem Thurn nach hinauf! steigen, imxids|
vermeinen , sie seyen je lenger je neher bey dem Butter , So
verlioff ich, under so vielen werde zum wenigsten eins zu mir
hinauff kommen , so denn Gott solches fügte ♦ bin ich gewflC\
daß ich in wenig stunden auÜ diesem Thurn hinweg kommeni
an wolte: denn du mnst neben der reinen seiden auch grobe mit
nemraen, und an die reine binden, demnach soltu an die grobe
seiden ein klein Schnürlein binden, wie bald denn ein Ambeiß
mit einem reinen seidenen Faden zu mir kompt, zeuch ich mit
demselbigen den groben Faden, mit dem groben aber das kleiu
m Schjiürlein, und mit demselbigen demnach ein groß Seil in den
Thuru hinautf, nimb demnach ein Wellen mler [177] Kolleo
(welche sttlck du alle mit dir nemmen solt) straub sie oben
Tlmrn, lau mich als denn am Seil sonder gefahr meines leb«]
hinab, unnd komme darvoo. Diese wort alle hat die traurig
I 13 thnn] Bicl 16 So] majuskel.
2 du aber] tu Bola. 3 ist es . . . tiiüiät] zuüatz. 6 versc blassen^
zuBatz. 8 derhalb . . . hettien] onde con o^i tuo potere tu sei ienotl
di Boccorrere ii\lo Bcampo della vita mia. 10 reinisten] sottilisBimL
14 weil aie . . . haben] amandolo eBse grau demente et sentendo V odore
di quello. 19 auß , . . . kouimen] albi niia vita ücampo ritrovare.
22 klein] sottil, 26 Wellen oder Hollen] carrucola. 27 netniu^a
Holt] dalla citta occultaujente porierai. 28 \&,U . , . , darvon] dft
quetsto cerfco pericolo della morte m m\ libarerd. 29 traurig uiind
betrübte] dolorosa.
UDiid betrübte Frauw giiugsam verstanden, wirdt dardurch etwas
(vermeinende irem Mann durch erzellet Mittel darvon zu helffenl
jjjetröst, kompt also Über etlich stund mit aller vorgeraeldtc^r
rüstimg zum Timm, und bringt nach gegebner Ordnung ireö
Manns alles in das Werck. Es stehet nicht lang an, er halte
Seil und Rollen seinem begeren nach bey ihme droben im
Thurn, sträubet die Rollen an einen Throm deß Thums, thut
da« Seil darein, hisset es der Frauwen in der ersten stundt der
nacht hinab^ bevilhet iro, sie solle sich in der weiche daran
> hart und vest binden, weil sie nicht so starck sey, dali sie das
[178] Seil möchte in den Menden halten, wenn er sich hinad
wölte lassen , denn daß er in sorgen müste stehn , sie liesse
vielleicht schwere halb das Seil gelm, dardurch er hinab füllen
möchte. Das Weih, so nichts mehr» denn d{is leben ires Manns
* zu erretten, begert, richtet seinen bevelch von stundan in das
Werck, und als sie sich, wie gehört, gebunden^ sagt sie, wie
er nun sicher mit dem leben hinab und darvon kommen könne.
Der Mann hept sich an gegen der Frauwen zu wägen, und ob
ime sein vorhaben von statt gehn wolle zu probieren , lasset
reich vom Thurn allgemach am Seil hinab^ hinwider aber zeucht
er das Weib, weit er schwerer was denn sie, hinuuttl Als er
nun autf die Erden kommen, sagt er zu der B^ranwen, »o jeta
im Thurn drohen, sie solle sich wider vom Seil auft'binden, ime
2 vermeinende , . . helffön] zusatz. H kompt , , . Thnnil aenxa
aicun' indtigio nella ciitü, aviataai, fra poche höre con quanto da) ma*
rito te era stato impogto , alla torre bi ritrovö, 7 Throm] groBHO
trave. 9 in der weiche] al traverBO. 10 hart und vest] zu^atz. da-ü
sie . . . fallen möchte] da poter lui, che giuao havea k venire, col capp
della corda in mano aoätentare, egli pian piano co) eontrapeso de) corpo
dl lei calandoBi, come fusae in terra, col capo della corda, con che egii
legato s' havea« lei pian piano havrebbe giuao mandata. 16 sagt
. . . könne] died« al marito occasione di poter sicuramente alla sua
vita sciiuipo ritrovare. 18 Der Mann , . . hinautf] zuaatz. 21 Ala
. , . hinab ia^sen] Onde, giuuto che egli fu in terra, et la douna aila
cima della torre arrivata, le diase, che havesBe dentro della torre ad
entrare, et che giaso il capo della corda, con che legata era, gl* havesse
a jimndare; perciö che ä quello un legno volea k traverso legare , k
hne che ella da nuovo aii eaaa corda tirando, et a cavallo del legno
montaiido havease piu Hicaramente giü a venire«
96
dasaelb orht abbin lassen. [179] ao wolle er einen Beugel
binden, daraatf sie sitzen könne, unnd also wolle er sie gftnttl
komlieh und somler t^efahr liiimb lassen. Die Frauw den Worten j
ires Manns gehorsam, wirfft im das Seil binab: als er da«j
6 hat, reiaset er mit aller eyl imnd ungestiimigkeit , das Sdlj
allerdings auli der liollen zu ime hinab, hebt demnach seine
Augen in Tbiini hiimiiif zu seiner Fniuwen, gegen der er sehr
verbittert was, «precliende: Du treuwloG unijd arges Weib, an
dem orht da du jetz bist, mustu an meiner statt sterben uiidl
10 verderben: denn nicht unbillich ist es, dieweil du durch unnd (
mit deiner untrew zuwegeu gebracht, dab ich eines eilenden
todts solte gestorben sein, dali du denselbigen für mich , als
wol verdient, leiden solt. Und nach diesen werten, damit erJ
nicht von jemandts gefunden, nimpt er die [180] Seil laid
ifi andere rüstung , geht mit zu einem Fluß , so nicht weit voii 1
danneu, und wirfft es alles hinein: demnach geht er die gantxe
nacht, damit er nicht etwan auff ein nenwes gefangen und
eingelegt werde, kompt gegen tag in ein Dortt'. zimlich weit
von der Statt gelegen, da er dann von niemandts erkant ward.
20 Die tranrige Fmnw, ao in grosser forcht und betrUbnuß in der j
höbe del> Thurns gelassen, unnd eines eLleuden todts erwart**!,]
beweinet ir Unglück die gantze Nacht über die maß sehr, liißj
in den tag. Als nun deß tags die reisenden in der selbigen]
gegendt das schreyen, heulen, seufi'tzen unnd klagen der Krau-I
16 wen g€*hört, und mit fleiß ihren zu gehorcht, kompt solches]
dem Fürsten der Statt für, wie nemlich in dem Thurn, dahin J
5 aller . . . ungealümigkeitl gran furia. 7 Frauwen) moglie. la-
quale in tanto nericolo poato T Imvea, 8 treuwIoB unnd arneal rea
et Jiialvusjfia. 9 an meiner statt] per me. 10 dieweil , . , leiden
solt) cb« quella sorte di morte tu ti habbia k fare, che h tne tl signore i
per cagione della tua lingua data havea, 14 die Seil , , Kjucial
la corda, che fuori delhi carrucola havea tirata, in un fiumicellü alU
torre vicino insieme con li fiJi di seta et la corda «ottüe, che giu*»oJ
della torre calandoRi seco liavea portata, la gittd. 18 kompt] capitö,;
f^et^ifn tu|x| i-üBniz. 19 da er .. - ward] dove da alcuno conoBciutai
non era. 20 traurige] 2mQ.tz, forcht and betrübiniLi] spavettto.
22 über die maU sehr] diraUamente. 23 Als nun . , . «u gehorcht]
tjiniostü che fu jjiorno» merre et ajuto »^ridandö, molti viandanti« «he
per quoi coutorni paHsavano, il duro laiuenU» di lei «tavano ad aacnltarr.
97
er den Ooldschmid zum todt condemniert und verurtheilt, sein
Fraaw [181] seye, und alle fürreisenden mit kleglichem ge-
schrey umb hilff anrüffe. Der Herr bevilhet seinen Dienern
in Thum zugehn, unnd inie die Frauwen in seinen Palast zu
& bringen, das wirdt also bald verrichtet. Als sie nun für den
Fürsten kommen, erzellet sie ime allerdings, was sich zwischen
irem Mann und iro zugetragen. Der Fürst, als er die sub-
ieiligkeit und list deß Goldschmidts, mit dero er sein Weib
betrogen, vernommen, konte er sich deß lachens nicht enthalten,
10 gebeut noch denselbigen tag hin und wider auGzurüffen und
zuverkünden, wenn der Goldschmid wider in die Statt komme,
solte ime sein leben gefristet, unnd alle begangne mißhandlung
verziegen sein. Als dieses Mandat dem Goldschmid auch zu
Obren kommen, macht er sich gantz frölich auflF, eilet wider-
1» amb der Statt, und den nechsten dem [182] Palast zu, kompt
för den Fürsten, erzellet ime die gantze geschieht auf ein
nenws, deß der Fürst überauß sehr lachen mocht, heisset sein
Weib auch berüffen, vereinbaret sie wider mit einandem, und
verzeihet ime seinen fähler: schicket demnach auch nach dem
M andern Goldschmid , so den Diebstall geoffenbart , schencket
ime vor der Statt ein Gut, von welchem er sich unnd sein gantz
Haußgeeind wol erhalten kondte : machet auch den frieden under i-
nen, unnd ließ sie frölich unnd
wol content wider
u von im.
Donnerstag. 4.
Nicht wol müglich ist zu sagen, was grosser freud Be-
7 subteiligkeit] sie!
1 condemniert und verurtheilt] condennato. 3 hilft') merce et
ajato. 6 zwischen . . . iro] le. 7 »ubteili^keit and list] astutia et
sottile avedimento. 10 hin und wider J ne' contomi della torre.
anßzarQffen und zuverkünden] bandire. 12 solte . . . sein] egli deir
error suo gl' havea dato perdono. 13 dieses Mandat] che. 14 frö-
lich] lieto et allegro. 15 und den . . . FQrsten] dinanzi al si^ore
b' appresentö. 17 QberauL^ sehr] squarciatamente. 23 frölich unnd
wol content] allegri et lieti. 25 von im] alle lor stanze. 26 Donnerstag. 4.J
znsats. 27 Nicht wol] Non. Beramufl] Behramo.
Oiaffert Höhne. 7
98
ranuis, mit sanipt alli^n andern, so dipse geschieht erzellen ^e
hört, wegen deLi listigen betnigs, [183] den der Goldschmid
seiner Frauwen bewiesen, enti>tai]gen. Nach dem wirdt
gantz schöner unnd lieblicher Tantz geschlagen, welcher deni^
r- König sein hertz noch raebr tTquicket, daranff er sich dann
sehr wol befindet. Und dieweil es zimlich spatt was, rieht man
die Tisch zu, und nach dem essen geht meniglich im sein ruh»*, j
Morgens aber, am Donnerstag, bekleidet sich das gantze Hoff- 1
gesind in solche färb, wie der vierdte Palast was, nemlich in
loGäl, und gehet jedermann dahin. Als nun Beramus darein J
kommen, ersp rächet er sich ein gute zeit, seinem gebrauch nachv
in schönen reden, rait der vierdten Jungfirauwen: uniid naeh|
dem essen, beyilhet er auch den vierdten Mann zu irae zn*
kommen, damit er auch utwan ein schone geschieht erxelKl
i& welcher nach gethoner und pÜichtiger reverentz, also spricht:^
[184] Es was in der alten Statt Babylon ein Soldan oder
Keyser, der hat nur ein einigen Soho, de(> Muter inie gesf^r-J
ben wa.s, der hiesse rait nammen Karamos. Der Kejser ntnipQ
ein ander Weib, die aber weder deü Keysers ires Herren, nocli
lii) auch ir selbs eigen lob und ehr, wie biUich sein hett« söllenj
betrachtet: denn sie ward gegen einem Herren am Hoff,
deti Keysera Raht was, in uuordenliche liebe entzündet, welches]
Ramm US des Keysers Sohn ofiFt wargenommen, doch keinen
Menschen nye nichts darvon gesagt hat; und die ehr seinea
"' Vatt^rs zu retten (welches im sehr angelegen) lugte er so heim*!
lieh er konte» wo er sie etwan beysaramen finden möchte, Aiifl
einen tag hat er wargenommen, dali die Keyserin mit deral
liaht in emen Garten gangen was, da schleicht der Jung
2 listigen betrug») strana beÜ'a. 3 Nach dem] allftqoale [= no^ellii]
l>ofitrü che hebbe fine il novellatore. 4 j^ants , . . lieblicberj soave,
5 noch mebr] aaaai* daniuö' , . . bcfi.ndetj di grau miülioramenio
gli fu cägiane. 10 BeramusJ ßehmiuo. 12 in schön en reden] zusflta.
l^ Mann] novellatore^ 16 Babylon] Uabiloma, 17 ein einigeo] lui^
SQo. Muier] madre. che Soldana era. 18 EazornYis] Hamuiaifl
20 lob und ehr] honor. wie , . sollen] Kasatz. 22 unordenJicb«]^^
fieramente. 23 offt wargenoiumen] s' avide. 24 die ehr . , an-
gelegen] per r bonore del padre doloroso Dltre miäura« 25 bfil&ilichl
cautauiente, 2i> wo tsr . , . möchte] gli audamenÜ di lei.
99
gantz still [185 1 und heimlich inen nach, verbirgt sich hinder
ein Gesteud, siehet sie beyde ander einem Baum, darneben ein
Wäsaerlein hinfloLi, eiuanderu umbfahen, unnd andere unzuclit
begehn. Derwegen er inn grossem zorn entzündet, wußte nit
6 was er thun solt : und als er auü dem Gesteud herfür gehet,
and aufi dem Garten will, wirdt er von inen gesehen. Die
zwey, wie zu gedencken, erschrecken nicht wenig, nichts anders
besorgende, denn deG Keysers bohn dem Vatter ir schendtliche
that anzeigen, unnd sie verrhaten wurde: werden nihtig, was
10 sie mit einandern vollbracht, dem Sohn, als ob er soUichs zu-
thun understanden, auü' zulegen, und vor dem Keyser in del:-
halb zu verklagen. Wie nun der Jüngling auß dem Garten
kommen, folgen sie auch gleich her nach, uund gehet ein jedes
an sein orht Als es nun zimlich spat am [186 1 tag, schicket
16 der iSoldan etlicher geschefften halb nach diesem Herren dem
liaht : als aber der kommen , gestellet er sich gantz traurig
und Melancholisch vor dem 8oldan, also daß er gefragt ward,
was doch ime mangelte oder begegnet were, daß er wider sein
gewonheit sich so traurig anstellet. Er antwortet: Allergue-
to digster Herr, es zimmet sich nicht, daß ich eines Menschen,
wegen deß hohen stauds, so ich auß euwern gnaden für, an-
kläger oder verrhäter seye : wo ich aber euch dise grosse miß-
handlung, so sich wider euch zutragen, nicht anzeig, weiß ich
wo), daß ir schwerlich dardurch verletzt, und mich, als ob ich
«6 euwerer ehren wenig rechuung trage, verdencken werden. Auff
das treibt der öoldan sehr hefftig an seinem Uaht, was doch
l still und heimlich] occoltamente. 2 under . . . begehn] presBO
nna viva acqaa, che nel giardino era, coricatisi, piu fiate carnalmente
insieme si conobbero. 4 [^ossem] rabbiosa. 7 wie zu gedencken]
Zusatz. 8 ir schendtliche . . . wurde] il loro inisfatto a palesare.
10 als ob . . . verklagen] al signore accusare. 16 gestellet . . . an-
stellet) vedendolo tutto penseroso: Deh, dimmi per tua f^, dissegli, che
cosa ti va hora per lo pensiero, che oltre il tuo coatumo si malinconoso
et dolente ti veggo a stare? 1^ AUergnedigster Herr] Sire. 21 an-
kläger oder verrhltti>r] accusatore. 22 dise . . . zutragen] uno grave
inisfatto. 21 daü ir . . . werden] di graveniente offendervi, et d* essere
(leir honor voHtro ])0(>o aniico. 20 AuH' diisj il che havendo il Sol-
dano dal consiglier intesu.
7*
100
das sein möge, irae sondern Verzug anzuzeigen. Dieweil denn
ir, gnedigster [187] Herr, (sagt sein Habt) das also haben
wollen , 80 ist es billicb , daß ich euweren Worten gehorsanib
seye. Ir sollen wüssen, Herr, daß ich oflft wol wargenonimen
6 unnd gesehen hab, daß enwer Sohn gegen der Keyserin, euwer
Mayestath GemaheU in nnzimlicher liebe entzündet ist: daC
auch solchs m der warheit also seye, hab ich oftt^mals mit
meinen Augen gesehen, dieweil sie seinen Willen nicht mit im
vollbringen wollen, daß er sie sehr übel darurab geschlagr?n,
i* und zwar erst gester hab ich abermals zwischen inen solcher
nrsach halb ein grossen streit und zanck gesehen: und daß ir
die sach besser erkundigen mögen, so gehen selbs zu der Key
serin, denn ich zweift'el nicht, so ir mit worfcen streng anhalten,
sie wirdt bekennen, so viel ich gesehen, und an iro gemerckt
ifrhab, wie sie die unerhörte schand und vennessenheit euwen*
[188] Sohns lenger nicht naehr gedulden könne, und euch alle
handlung offenbaren. Als der Raht sein red geendet, wirdt der
Soldan gantz und gar in zorn wider seinen Sohn, wegen ge-
hörter that, bewegt, gehet den neclisten in der Keyserin Kamniern«
ao findet sie sehr weinen, und fragt die nrsach ires traurens: sie aber
thut dergleichen, als wolle sie irae solclis verbalen, und nicht
sagen, bittet den Soldan, er solle von ir gehn, und sie in irem
armen stand nicht erst noch mehr bekümmern. Der Keyser
aber, so von seinem Raht gnugsam die irrsach dises traurens
a^ verstanden, tröstet sie mit süssen freund fliehen Worten, und
bittet sie, ime anzuzeigen, was doch für unfahl iro widerfahren
seye. Dieweil ir es denn je wüssen wollen, sprach die elir nnd
treuwlose Frauw, so wüssen Herr, dasa ich vermein, es sey kein
2 gnedigster Herr| zuaatz. i Herr] zusatÄ, wargenoromefi .
hab] mi sono iwTort(\ 6 Key&erin . . . Gemahel] Soldana, 6 in
iinziTnlicher liebe Gntzümletl ji^ ran demente innamorato. 8 dieweil .
geschlagen] che egli per camalmenie conoacerla le ha dato di Bere et |
gran battaglie. 11 ein . . , zanck) una grandissitna contesa, 14 und |
an iro genierekt] zusatz. 15 die unerhörte . . . Sohns] V insolenxa \
del malvagio giovane 19 den nechEtien] zusatz. 21 aU wolle *
sagen] di non volerlagti paleBare, 23 nicht , . . bekümmern] lascia^Re
tUmorare. 25 sQBen freundtlicben] dolci. 27 ehr und ireuwloge]
rea et maWagia.
101
treuw noch [180] glaub mehr in der Welt zu finden. Gott
weis es, Herr, das^j ich euwer und auch meiner ehren halb,
diese unehrbare that, so ich euch jetz erzellen will, ewiglich
yerschweigen und bey mir hab behalten wollen: so aber ihr
» mir gebieten, meines traurens ursach euch an zuzeigen, soll
ich mich billich nicht weigern. Es ist nicht sehr lang, daß ich
von euwerem treuwiosen unnd argen Sohn, mit ime seinen
scheudtlichen mutwillen zuvolbringen, ernstlich angefallen worden,
und die weil ich in diese unehrliche that nicht hab sollen, können
10 noch wollen bewilligen, bin ich von ihme sehr übel geschlagen
worden: gesterigs tags noch, als ich mich ein wenig zu er-
lustigen, allein in Garten gangen, wird ich abermals (denn er
sich hinder ein Gesteud im Garten verborgen hatte) dergestalt
ttbcrfallen: wie schwerlich ich auch mich von im [190] ge-
ift rissen, und entrunnen sey, weiss Gott wol. Darumb sollen ir
euch nicht verwundern, wenn ich schon tag und nacht mit
seufflzen unnd weinen hinbring. Jetz hat der Soldan nicht allein
von seinem falschen Raht, sonder auch von seinem ehebrüchigen
Weib genugsam gehört, was sie im von seinem unschuldigen
so Sohn angezeigt hatten, tröstet sein Weib mit viel unnd man-
cherley Worten, verheisset iro, dass fürhin weder das noch an-
ders von seinem Sohn ihr widerfahren soll, scheidet hiemit
von iro, berüflft seinen Raht, bevilhet im, daß er deß anderen
tags am morgen früe, unnd ohne allen verzug, verschaffe seinem
25 Sohn den Kopff abzuschlagen. Solcher sententz bcdunckte den
meineidigen Raht genug grimm und grausam sein, sagt der-
halb : Ach Herr, ir wollen von euwerem Sohn viel zu ein schwere
2 weis] sie! 9 in] sie!
1 treuw noch glaub] fede. 3 ewiglich . . . behalten] con per-
petuo BÜentio di trapassare. 5 soll ich . . . weigern] zusatz. 6 nicht
sehr lang] molti giomi. 9 dieweil ich . . . bewilligen] per ciö. 10 bin
ich . . . worden] piu fiate di fiere et gran battaglie egli m' ha dato.
14 mich . . . sey] mi sia fuggita. 15 weiß Gott wol] Iddio vel dica,
16 wenn . . . hinbring] s' io si misera et dolente vita passando, in con-
tinuo crnccio et amare lagrime mi dimori. 17 Jetz hat . . . hatten]
her' eaaendosi il Soldano per le parole della malvagia sua donna
deir oppositione air innoccute giovane dal consiglier fatta accertato.
26 meineidigen] perfido. grimm und grausam] crudele. 27 viel
. . . straff] treppe aspra et crndel Vendetta.
102
[191] raacb unnd straff lieinmen : denn dieweil er sein willen
in das Werck gar tiicbt gebra^iit, bedunckt mich« wen© ir
ine au 6 euwerem Land in ewigs eilend verscbickteu, betten ir
ine scliarff' genug gestrafft Wiewol der Soldan* so von ztirn
0 gantz breriuend und wütig was, diesem Raht lang nicht folgen
wolt, bewegt in doch nach langem und mit viel worteii der
treuwlose Mann: und wirdt den andern morgei) dem nnschul-
digen Solin angezeigt, dali er in acht tagen sieb auli dem Lanil
hinweg tbüye^ und bey verlierung Leibs uiind Lebens «ich
10 nimmer mehr darinn linden lasse. Der Jüngling, als im
solches angezeigt, gedeuckt nichts anders, denn wie die sacli
in der warlieit sich verloffen, neralich, er were vom ialscheo
Raht seines Vatters, mind der treuwloseu Keyseviu, wie er auli
dem Garten gegangen, gese[192]lien , nnnd vor dem Keyseri
15 aeiuem Vatier felschlicben angeklagt worden : uimpt seine Kdel-'
gestein unnd Ring zu sich, und ohne langen Verzug, ganl^
traurig und voll kummers, zeucht er auß seines Vattera Rdch:J
und nach dem er sieben tag gegangen, kompt er in ein DorÖJ
einem andern Herren underworffen, findet daselbst drey Wander-j
to gesellen, mit welchen er kundtscliatft macht, und den aiiderfil
tag mit inen weiter zeucht: und als sie miteinanderen in eial
lang gesprecb kommen» hört deÜ Königs Sohn von einem undefJ
diesen dreyen sagen, er wüsso ein solche beimligkeit und herr-
liche kunst, dali er sich ktMine unsichtbar machen, also dalil
26 er von nieniandts möge gesehen werden, er aber könne meuiglicli
wol sehen. Der ander sagt, so könne er ein kuust, dali di«l
Teuffel, so offt es ime gefellig, im all dienen, und was [193)'
4 van) vö.
1 sein willen] alle ernpje et disboneste »ue voglie. 4 so von zörfll
, . , was] che di rabbia et d' ira ardcvo. 5 lang] . . . woh] aoa|
poiease approbare. 9 bej . . - Lebenal in pena della vita. 10
Jüngliag . . . worden] onde 11 giovane» il quäle, del giardino partendivl
&" accorse d' e^aer stato dal nialva^no consif^fiere et dalla rea i^oldanAi
vediilo, avisando ci6 essere della disuv^mturü sua atato cagione. 15 aeiae]]
aleune sue. 16 gant'i . . . IcumnitTB] tutto uialinconosa 23 ein
kuDBt] iino äeercto. 24 da(3 er «ich . . . toachea] &uaat%. 27 tmd
Wim . . . niQ^ten] /usatz.
103
er wölte, thun lunsten. So sagt der dritte, er wüüte etliche
wort, so offt er die spreche, könte er sein Angesicht einem
anderen Menschen , welchem er nur wölte , vergleichen , und
darzu noch andere wort, wenn er die spreche, so könte er
6 einen jeden Menschen, welchen er wolte, zu schlatfen machen.
Wiewol deli Soldans Sohn diese wort von den dreyen wol ver-
standen, konte er doch, solches mUglich sein, nicht glauben,
und sagt zu inen: Wie kan ich doch glauben, daü diese ding,
so ich von euch erzellen gehört, zu geschelien müglich seyen?
10 ir werden mich deß schwerlichen bereden. Auff das geben sie
antwort : Daü du, was wir gesagt, war sein glaubist, soltu es
mit deinen Augen sehen. Und von stuudan, was sich ein
jeder gerümbt, deß thut er in gegenwertigkeit deß jungen Sol-
dans ein prob: darab sich der Jüngling nicht gnugsam [194]
16 verwundern konte , sagt zu inen , diese Kunst wereu voll be-
trug und falsch, were viel besser sie vergässen deren, und
brauchten sie gar nicht mehr. Dem antworten sie, daß sie
solche Kunst zu keinen andern Zeiten gebrauchten, denn wenn
sie etwan von einem verletzt oder beleidigt wurden, und inen
so unbill beschehen were , sich als denn damit zu rechen. Der
Jüngling spricht: Der melirertheil Raach sol nicht auff das
böß, sonder auff nutz und gewün gerichtet sein: und so ir
von diesen euweren künsten fürterhin abstehn wollen, will
ich verschaffen, daß ihr in künfftiger zeit kein mangel mehr
^ an gelt sollen haben : zeucht hiemit auß einem Bülglein den
mehrentheil seiner köstlichen Edelgesteinen, theilt sie gleich
under sie auß, unnd verheissen sie im hiemit, gemeldte ire
künst nicht mehr zu brauchen. Damit aber die 1 195] drey
nicht möchten gedencken, er hette vielleicht dise Edelgestein
*
6 Wiewol . . . v'erBtiindenJ zusatz. 10 ir werden . . . bereden]
noD havendo voi cosa alcuna possibile raccontata. 11 Daß du . . .
sehen] ci lo crederai. se di quanto detto habbiaino, ti faremo 1* iape-
rienza vedere. 13 deß jungen Soldans] di lui. 15 betrog und
falsch] inganni. 18 wenn sie . . . rechen] ove d* alcuna ricevuta
ingiuria voleano vendicarsi. 21 »ol . . . gerichtet sein] sogliono per
1* utile et per lo guadagno faröi. 22 so ir . . . verschaffen] ä fine
che nelV av venire habbiate V arti vostre del tutto k lasciare, io voglio
si fatto presente farvi. 27 geineldte] zusatz.
104
gestoIeQi zeigt er iiien an, wer uiind woher er seye, uiind ?ri6
er Ton dem treuwloseii Raht seines Vaiterg, und der Keyser
seiner Stiefinuter^ g^^g^o ^^^^ Soldan feischlichen angeklagt weml
worden: deli die drey sich nicht wenig verwunderten, an seinetiiJ
b Angesicht unnd aller gstalt wol sehen und abnemnien mochten J
daß er gew<lO eines grossen Herren Sohn were, sagen ime em-
pfangener gutthat unnd schencke halb zum höchsten danck^J
unnd damit er sieh an seines Yatters Raht komlich reche
möge, lehren sie ihn ire künst, verheisseu im, wie vor aucld
10 gehört, solche nit mehr unnd in keinem Land zu gebrauclieiiJ
Jetz hat deß Soldans Sohn die drey künst gelebniet, mit welchen]
er wol gedacht sich am treuwlosen Raht, uund seiner ar[l96]gen |
Stieffmutter komblich zu rechen, verharret noch etliche tilg
bey den dreyen, versucht und probiert offt seine künst in irem
i& beyseio , nirapt demnach Urlaub, und scheidet von inen, Uniid |
damit er seiner mach ein anfang gebe, auch sein unschtiH
dem Vatter offenbar werde, braucht er sein kunat, berQtlt die
Teuffei zu seinem dienst zukommen. Als sie verbanden,
helt er nicht mehr denn einen, die anderen aber all scbicketl
ao er wider von sicli, gebeut dem, daß er in auff den Abendt,!
noch desselbigen tags, in seines Vatters Statt führe. Diesem j
Gebott ist er gehorsam, füret ihn von stundan in die Statt
den Keyserlich en Palast, und bleibt der Jltngling in der »elbeul
nacht bey einem alten Weib zu Herberg. Den andern morgeaj
«6 stehet er früe auff, gebraucht sich seiner andern kunst» gehe
au(i dem HautJ, [197] siebet jedennan, er aber wirdt von nie
maudts gesehen , gehet in deli Soldaus Palast, und in das Ge
mach, da der Soldan pHegt audientz zu geben, oder die Ijeutj
zu verhören, findet den Raht mit dem Soldan reden, wirdt j
la gegen im in zorn bewegt, bevilhet dem Geist, den er zu seinem
1 wer . . . sejej di cui m. fnnae figlinolo. unnd wie . . . wordeall
1a diaavenfcur» sua ©t lo tradimento del perfido conBigliere et della toftl
?a^a Soldaua. 5 unnd aller gstalt] 2usatz. »eben . . . inoclitcOi
conosceDdo. 7 gutthat unnd schencke] preaente. 8 an . . Raht]
del tradimento fatte[]]gU. 9 wie , . . gehört) sRUsat», 10 Land] porUiv
11 deß Boldans Sohn] ü i^ovane. 14 vemueht ttnd probiert | fi
l* iBperienza. 17 kunat] secreto. 27 gehet , . , verhören] a\V boi
deir audienza nel palagio del Saldano entrato. 30 zürn] grave
I
105
dienst bey im hat, den Raht in das Angesicht zu schlagen,
und zwo Maultäschen zugeben. Der Geist ist gantz willig und
gehorsam, schlecht den Bäht von stundan in das Gesicht, daß
er zu Boden feit: er wirdt schnei Yon den seinen wider auff-
» gehept, der Geist aber nicht unbehend, schlecht ihn noch ein
mahl zur Erden, also daß er ein gute weil, als wenn er todt
were, da gelegen. Als der Soldan solches siehet, hat er groß
mitleiden mit seinem Elalit, denn er was im sehr lieb, bevilhet
seinen Dienern, ine eilendts heim in sein Hauß zu[198]tragen.
loAuff das schicket der Keyser nach den besten Artzten der
gantzen Statt, redet viel und mancherley, vom gählingen zu-
fifthl seines Rahts, mit inen, vermeinende diser sein zufahl imc
von überflüssiger feuchtigkeit deß Leibs herkomme, beschliossen
endtlich ihme ein tranck einzugeben, dardurch er wider zu seiner
» gesundtheit kommen werde. Bey dieser abred ist stets der
Jüngling gestanden, aber von niemandts gesehen worden, und
gebeut seinem Geist, so bald der ungetreuwe Raht das tranck
eingenommen habe, sol er in abermals, wie zuvor, in das Ge-
sicht schlagen. Den andern tag, als die Artzet deß morgens
10 ime das Tranck bringen, und er dasselbig getruncken, schlecht
ine der Geist in irer gegenwertigkcit so hart in das Gesiclit,
daß ime das Tranck fast alles wider zu der Nasen außlaufft.
Solches [199] bringt dem Soldan, vorauß aber seiner Frauwen,
so in unordenlicher liebe gegen ime entzündet, ungleublichen
S5 schmertzen. Der junge Soldan aber, damit er sich bewiesener
unbill genugsam an ime rechen möge, ist damit noch nicht
vemügt, sonder legt sich in Weiber Kleyder an, verwandelt
sein Angesicht auch in eines alten Weibs gestalt, und gehet
zu deß Herren, seines Vatters Raht, Hauß: und als er hinein
1 in das . . . za^eben] due gran buffetti havesse h, dare. 4 er wirdt
. . . auffgehept] aitato da suoi et levatosi in piedi. 5 nicht unbehend]
zQsatz. 7 Als . . . siehet] il quäl accidentc sendo alla presenza del
»Soldano avenuto. 1 1 ^hlingen] zusatz. 13 überflüssiger . . . Leibs]
gli hnmori superflui 6 altra indispositione del corpo suo. 18 sol er
. . . schlagen] lo dovesse fieramente haver battuto. 19 deü morgens]
per tempo. 22 außlaufft] fuori la gittö. 23 vorauß aber] et . . .
ancora. 24 unordenlicher] oltre misura. 25 schmertzen] noia et
travaglio. 26 genugsam] piu rigidamente.
106
komujeu, küsset er (nach Landts brauch) alle Weibsbilder, und
sagt: Ich Imb gehört, wie der Herr in grosse kranckheit jyje-
fallen, und bin ihirumb allher kommen, daß ich iine derseP-
gewüß abhelöen wiL Durch diese red werden sie etwa:i ^;-
ö tröstet^ uiind führen iu zu dem Herren: mit welchem er la
von seiner kmncklieit iinnd zufahl geredfc, im trostlich zug
sprochen, nntid endtlith verheissen, ine in ei[20U)nem fcap vg
diesL'ju unfahl zu entledigen. Von welcher red der Herr ho
erfreu wt wirdt, bittet ihn freuudtlich (mit verheissung gr
n» Verehrung) nichts zu underlassen, daß zu wider bringiuig
gesundtheit. dienen mnpe. Dieweil es aber jetz spat, nin
(verstand den jungen äoldan^ so sich in eines Weibs gc^lftH
verendert) vom Herreu Urlaub, verspricht morgen bey jm >;
zeit wider zu ime zukommen. Üeü wird nieuiglich im H^Lat^
\n etwas getröstf luit grossem verlangen deü tnoruderigen l^^fl^l
wartende. Als nun die besfcimpte zeit verbanden, kompt deß^
Soldüus Sohn, in gt^talt eines alten Weibs, für den Herren,
bringt mit ime ein eysiii zeichen» doch nicht fiist gross, zeigt
es dem Herren, nnnd sagt: Herr, dieses zeichen, ohn alk
20 andere Getrenck, wirdt euch widorumb zu voriger euwerer gt?*
sundheit li(df[201]t'eiK üibt hiemit Ordnung, daß man nn 1
Feinvr anmache, untul spricht weiter: Ir müssen euch ein j
zeichen an den Hind<»rn brennen lassen: und wo ich euch hit^
mit nicht hiltf, bin ich zu frieden, dab ir mich, als ein Weiln
i.'5 SO den todt wol verschuldet, nach euwereni gefallen straff«*«
10 daß] siel
1 küa«et . . . Weibsbilder] colle sue donne abboccataf!l«i* ^ 1^*>
hab . . . wil] che, havendo la quiilita delF inferraita di luj IntesA, «r*
quivi venuta per accerUrle, che egli in ogni maniera da queUa lo \ol
Hberiuo. 6 von . . . zufiiblj delJa qualita del mal «uo et d' ogoi jil
accidonte avenutogli. im . * . verheissen] gH diede ferrasi «peraik^
7 von . . . ÄU entledigen] con un auo secreto giaarire. ö Von , .
mö^e] Bi che havendolo egli caramente pri^gato, grau doni, ove }ib<^
ratö r bavesse» g\i promise* 12 verstand . . . verendert] ziw*l
17 eines alten Weibs | della vecchiarella. 18 ein eysin leicbea)
bolto di ferro. 24 eiu Weib . . . vei^chuldet] rea et malvkigia donni
25 nach euwerem gefallen] rigidameatc.
er*
107
sollen. Der Herr gibt antwort, und sagt: Wiewol mich be-
dunckt, ein schmechlich ding sein, mir meinen Hindern der-
massen zeichnen zulassen, jedoch, damit ich meiner kninckheit
abkomme, bin ich willig das unnd noch grössers zudulden.
» AnflF das macht der Jüngling das Eysen im Feuwr wol glüyendt,
nnnd brennet dem Herren ein zeiclien an gemelt orht, bevilhet
hiemit dem Geist, ine ftlrthin niclit mehr zuschlagen, nimpt
also Urlaub, verspricht in acht tagen wider zu kommen, in der
zeit werde er auch sehen, daG im diese Artzney [202 1 geholffen
» habe. Nach verscheinung der aclit tagen kompt der junge
Soldan in gemeldter Kleidung wider zum Herren, findet in ge-
sund und frölich, wirdt auch wol von im entpfaugen und reich-
lich begäbet. Dieweil aber der Herr wubte, so man solte ge-
war werden, mit was mittel er gesundt wonlen, nemlich dali
»mau ime ein zeichen un Hindern gebreunt, daG es ime etwas
schmechlich sein wurde, bittet er das Weib sehr freundtlich,
solchs niemandts zu otFenbaren : nennet sie demnach sein Muter,
und will dass sie stets bei sehier Frauwen uimd Töchtern im
hauß wohne, und was er kösüichs im HauG hat, lasset er sie
Malles sehen. Der Jüngling aber, so niclits anders, denn ge-
nugsam sich am treuwlosen Mann zurechen, gedacht, braucht
die kunst, wie oblaut, daü er von niemandts gesehen ward,
er aber doch jederman sehen kont, ge|20).^|het niclit nur ein
mal, sonder offt und dick in die Kammern, in welcher drey deG
« HeiTen Töchteren deG naclits lagen, beschlafft die offtermal all
drey, deß morgens aber kert er wider, von niemandts gesehen,
in sein Gemach. Solchs, was die nacht inen widerfahre, wuGte
je ein Schwester von der andern wol: unnd ob gleich inen
dieser schimj)!!* nit unlieblich was, zeigen sie doch der Muter,
»0 was inen biß anlier deG nachts begegnet, an. Die Muter, über
3 kranckh<'ii] j^rave inferinita. ü ciu zeichen . . . urht] uno bollo
per natica. 9 daßj bv. 11 in ^emeUUer Kleidung] nella solita
forma. 12 wol entpfangen] zasatz. 11 mit was . . . wonlen] zusaiz.
15 etwas . . . wurde] niolto hiaHimo appoitar^li. 20 genugsam] in
ogni maniera. 22 wie oblautj zusatz. 24 oift und dick] piu volte.
2.5 offtermal all drey| tutte tre non una, ma piu fiate. 26 von nie-
mandts gesehen] zusatz. 30 wa8 . . . begegnet] il tutto.
108
die maß betrübt^ sagt solclie grosse schaud und Unglück, irea
Töchtern widerfahin^n, also bald irera Herrn : der vermeint.
niclits anders, denn ein Gespenst oder Geist sein mflsse, h^ifl
der alten Frauwen, so in geheilet (als dem rechten Artoel,
Ä nemlich dem Liebhaber seiner Töchtern) rüffeu, und imch dem
er iro den nnfahl seiner Töchteren erzeilet, bittet er sie Iterfa-
lidien, dieweil sie ime seiner schweren [204] Plag }iab ab j^e-
holflen, sie wolle in dieser sach ir hilff und raht auch mit-
theileu. Rammiis, der junge Soldan^ gibt zu antwort, wenn er
10 vor mit den Töchtern geredt, weite er vielleicht verschaffen.
daÜ sie nicht mehr dieser sach halb bemüyt wurden. Der Hen
laßt seine Töchtern mit sainpt der alten Vetlen in ein Kauiraera
führen, und als sie, wie es inen ergangen, ordenlich er/- *-
sagt die Alte: Herr, der vermeinte Geist, so mit euweren T
ift tern also gehandelt, ist ein junger Gesell, der kan ein fcnnai,
sich unsichtbar zumachen, und mit solcher heimligkeit ist er
deß nachts zu euweren Töchtern, seinen lust mit ihnen zu haben,
kommen: vermeldet hiemit, sie wolle bald raht finden: deü
bittet sie der Herr sehr frenndtlich. Sie heisset die Töchtern
90 zu ir kommen, schreibt etlit he wort auff ein Zettel, gibts inen,
[205] mit solcher gegebner Ordnung, So bald sie zunacht, daC
etwar zu inen komme, gewar werden, solten sie auff stehn,
unnd ein groß Feuwr in der Kammern anmachen, unnd den
Zettel, so sie ihnen gegeben, in das Feuwr werffen,' so werden
2^ sie den JUngliog, der sie bißhär beschlaffen, gantz klar uund
augenscheinlich sehen: hiemit geht sie von inen. So bald ab<*r
die nacht verhanden, unnd jederman zu Beth gangen , korapl
22 etwar] aic!
1 grosse . . . Unglück] sciagura. 8 Geapeust oder Geist] dduionio.
4 als dem rechten Artzet] zuaat«. 8 sie wolle] potendo, roleesfc
hilff und raht] rimedio. 9 der junge Soldan] tu 8 atz. 14 sagt . ^
Herr] al consegliere riferi. Geiat) spirito, 21 So bald . . * w<>r<ienl
tantosto che la notte da ajcuno seutifisero d^ essere molestate. 25 der
. . . besohl ftffen] il quäle tanta moleatia lor dava, g&ntz . . » ati^o<
solieinlich] veramente. 27 unnd jederman * . . an das Bett] ritoroito
e^li nella canu'ra delle tigliuole col secreto, col quäle da aXcmno Hf«
pot^a easere veduto, stibitamentc cbe al letto girono (nicht gionio, wi«
Gaeaner hat; 1611 girono], egli tra loro, secondo V üosiume suu, «
hebbe posto,
109
abennals der jnnge Soldan unsichtbar zu den Töchtern, unnd
legt sich mitten ander sie (seinem gebrauch nach) an das Bett.
Die Töchtern, als sie deß gewar werden, stehn auff, machen
ein grob Fenwr an, werffen den Zettel von der alten Vettlen
6 inen gegeben, in das Feuwr, sehen Rammom, wOssen aber nicht,
daß er deß Soldans Sohn ist, binden in, unnd führen ihne in
ihres Yatters Kammern. [206] Als aber der junge Soldan mit
seiner kunst sein Angesicht verendert, ward er auch vom un-
getreawen Raht nicht erkennt: unnd als der Vatter sich gegen
10 im nahen will, ine zu verletzen, gebeut Rammus seinem Geist,
den er stets bey sich hat, dab er in in das Gesicht schmeissen
sol : das wird also bald verricht, und der Vatter zu Boden ge-
schlagen: welcher gantz traurig und betrübt sich wider an das
Bett 1^^ nicht anders vermeinende, denn dieweil das alt Weib
u in seiner vorigen kranckheit entledigt, es habe in dieser Jüng-
ling jetz also geschlagen, gibt derhalb seinen Dienern bevelch,
dab ime morgen der Kopff abgeschlagen werde, zuverschaffen.
Die Knecht nemmen den Jüngling von den Töchtern, führen
in in ein ander Gemach, auff morgen ires Herren Gebott zu
: M erfüllen. Als sie dahin kommen, [207] braucht Rammus sein
knnst abermals, verschaffet daß die Diener entschlaffen , löset
hiemit sich auff, schneidet den Dienern allen Haar und Bart
abt unnd gehet wider in sein Kammern. Als der tag verban-
den, geht der Herr zu seinen Dienern, findet sie gantz traurig,
SS nnd ires Haars unnd Barten beraubet Von welcher Geschieht
er sich sehr verwundert, unnd fragt, ob sie den Buben hinge-
richt betten. Nach dem aber er, was sich zu getragen, und wie
die sach beschaffen, vernommen, geht er gantz verwirrt von
inen, laßt flugs der Alten rüffen, und was sich die nacht zu-
*
II BchmeisBen] una gran percossa dare. 12 das . . . geschlagen]
il quäle al commandamento presto si fieramente lo battö, che k terra
Ig fe cadere. 13 traurig und betrQbt] doloroso. 14 dieweil . . .
geschlagen] che non lo spirito, da cni la vecchiarella liberato 1* havea,
ma il giovane percosso V havesse. 17 morgen] la mattina per tempo.
19 auff morgen] znsatz. 20 sein kunst] del secreto, che U sonno in-
ducea. 24 gantz traurig] tntti malinconiosi et dolenti. 26 Buben)
malfattore. 27 Nach dem . . . vemomnien] inteso intieramente il
fatto. 28 verwirrt] confuso et dolente. 29 was . . . zugetragen]
la diaaventora sua.
110
getragen, er/.eüet er iro. Warlicb Herr, sagt die Alie^
Hmiimu» in gestalt einer alten Vetlen, ich merck jetzunder
wol, daü dieses nicht allein ein Werck eines Menschen, 8on«3er
mitliirizu auch eines Geists ist: doch seind woi[208]gemut, ich
6 verhoff euch mit etlichen meinen Gebetten dieser bedcl^w«
wol unnd bald ab zuhelften: bevilhet hiernach dem Geiat
nicht mehr zu schlageri, geht auch lauge zeit nicht mehr
den Tüchtern in die Kammern. Dieweil nun der Herr rnmil
[u-y»erliche Kaht etliche xeit in guter ruhe, frieden unnd
i*> sundtheit lebt, bat aller dings seiner vorigen Lrübseligkeit veij
gessen , hept er von neu wem mit Soldans Weib an der beb
zu pflegen, Deli wird liammus, deb Soldans Sohn, zu gnisseiD
'/AJTW bewegt, bcvilliet dem Geist, dab er folgende nacht in deC*
luihtö llnub fahre, und ime deü Knhts schönste Tochter in seiiL
iiv Wohnung unnd Bett bringe. Das wird vom Geist auff
stimpte zeit Heissig verrichtet, der nirapt die schönste, ftlh
sie zu Rammo au sein Seiten : von welchem seltzamen handi
die Jung[2(J9Jfrauw selir erschrocken. Nicht lorchte din sagt
liiuumus, und sey ohn sorg, denn ich bm ein Mensche uod
:'o lielie dicli im bertzen, darzu so wüsse, daÜ ich bin Itammu«
deb Huldans Subn: derhalb soltu dich, daü du mir an mein^
selten ligst, nicht bekümmern. Dem gibt die Tochter atitwort,
er seye gleich wer er wolle, so werde sie ime nichts bewilligeö,
etCp Lestlichen sagtliammus: Dafi da gespiirest, dab ich gegeu
ä& dir sehr hefftig in liebe entzündet , imd dab ich nichts mehr
denn dein Ehr zu erhalten begär, bin ich zu frieden, dich zu
meinem Weib zunemmeu, will auch dir bey meinem glaubet
verheissen, dab du mein Eheweib sein solt: jedoch soltu solrhs
•
n mit Solclans Weibl aic!
1 die Atte , , . Vetletil Rammu. 4 gciad . . , verholfl noii dobt|
täte. 6 wol utind bald] tot»to, 7 gebt ^ _ Kammern J egli
alle fiij^liuole per luolti gionii alcuna niolestia noa diede. 9 in .
^ej^utidtheit] in c^lato aHäai tranquillo. 11 deL> Soldan» Sohn] £U*ati
li in . . . Betil n&l leito presao di luL 15 auf} bestimpte xeit] «ubi^
tamenie. 17 aaltzamea] zusatz, 13 Nicht . . . sorg] Non dabii
Eammo dieaele. 24 etc.] ^nsats, Lestlichen sagt Hamruus] A fio^
dissele Rammo. 27 WeibJ donna. 28 Eheweib] moglie.
111
niemandts ohne meinen bevelch oifenbaren. Solche wort er-
freuwen die Tochter über die niaG, hept an den Jüngling zu
umbfahen, unnd wirdt also die nacht mit viel [210] freud unnd
kurtzweil vertrieben. Am morgen ist Ramraus frtte auff, be-
h yilhet der Tochter, da(i sie nicht auffstande, bilN er wider zu
ir komme, nimpt die gestalt deü alten Weibs wider an sich,
und geht deß Raths Palast zu: unnd auti' dem Weg begegnet
ime ein Bott, so ine holen wollen. Als sie nun zu dem Herren
kommen, sagt er: Ihr wüssen, liebe Muter, was grossen un-
10 glucks, Jammers und eilend ts ich in kurtzer zeit ausgestanden,
von welcher trübsal ir mit euwer hilö* unnd ruht mich jeder-
zeit erledigt haben. Jetz aber ist mir ein solcher jamer wider-
fahren, der die vorigen all weit übertrifft: denn die verschienen
nacht ist mir liebers denn all mein Gut, nemlich mein schönste
li unnd liebste Tochter, au(i dem Hauß hinweg geführt worden:
derhalb ich und mein Weib, das weib (iott, in übergrossem
krentz unnd [211] hertzleid stehn. So ihr uns auch hierinn,
wie in vorigen beschwerden, helffen können, will ich euch tau-
sendt Kronen scliencken. Die Alte sagt, nicht umb viel oder
M wenig Gelts willen, sondern wegen der liebe die sie zu inen
trage, wolle sie inen die Tochter bald wider zu wegen bringen :
nimpt Urlaub, zeucht gegen seiner Ilerberg, und als die nacht
wider herzu kommen , macht er die Tochter mit seiner kunst
zu schlaffen, bevilhet dem Geist sie wider in ires Yatters llauÜ
S6 zutragen. Deß andern tags wirdt dem Yatter von den andern
Töchtern angezeigt, wie sie ire Schwester wider bekommen
haben: von welcher neuwen zeitung er unsegliche freud und
trost entpfangen, heisset inie eilendts das alte Weib berüffen,
unnd sagt: Mein Muter, ich muß fürwar öffentlich sagen und
3 viel . . . kurtzweil) gran diletto. 9 was . . . ellenrltsj quante
sciagiire. 11 hilff unnd raht] inolta cortesiii. 11 liebe i-h . . . Tochter]
non la robba, ma una ligliuola. 16 das weiß . . . hertzleid stelm]
in tanto cruccio ci ritroviamo, che Iddio vel dica. 18 vorigen) ogn'
altra passata. will ich] noi vogliuui. 19 Kronen) »cndi doro. Die
Alte] Rammo. 22 und als . . . zutrii(jfeu| et col secreto, con che e^j^li
havea fatta la figliuola addornientare, allo 8])irito coniniandö, che, so-
pragiunta la notte, quella ä casa del padre havesne a portare. 27 neu-
wen zeitungj zusatz.
112
bekennen, daß ihr mir mein leben, mein [212] ehr, und alle
wolfahrt meines gantzen Hauü erbalten haben. Derhalben nach
allem meinem vermögen bin ich schuldig euch bewiesene gn^
tbat zu vergelten, beut euch derhalb an all mein Haab
lutt. Nichts anders Herr, sagt die Alte, begere ich Yon euc
zu entpfahen, denn euwer gunst und liebe: denn von vrege
euwer trenn dtligkeit^ hab ich jeder zeit euch in euwerem aii^
ligen und nöten, mein hilit" und raht mit geneigtem willen mifc
getheilt Mit solchem scheidet sie von ime hinweg. Der Raht
in nach dem er abermals ein Zeitlang kein unfahl oder bekümmer-
nub hat, und alles vergangnen ellenJts vergessen, hept wider
an, wie vor, mit deG Soldans Weib seines willens 7M pflegto«
Von welchem Rammus in grausamen zorn bewegt ward; und
ilieweil er sihet, daÜ an dem treuwlosen Mann kein straff üöch
16 wftr[213]nung, daCi er von solcher sehendtlichen That, soaeinea
Vatter dem Soldan zu grosser schand unnd schmach gereieheti
abstiende, helffen noch beschiesaen wolt, nimpt er ime für, sicli
eTidtlicb an ime aller notturtit nach zurechen, geht in sein^
alten Weibskleidung auß dem Hauß, ündet auff dem Weg eia^
ao gar alten armen Mann, stellet ihn zu red, macht freundtschaffl
mit im, und bittet in hernach oiftermal in sein Wonung w
Gast Und eins tags, als sie lang mit einanderen geredt, sagt
Rammus: Ich siehe wol, mein guter alter Bruder, daß du grosse
Armut leidest: nun aber, so du mir folgen wilt, will ich dir
aß etwas anzeigen, durch welches du, so febr du es verrichtest,
in einem tag (das verheib ich dir fUr gewiß) reich werden kan8t»J
2 Hauß] sie! 3 guthat] siel
1 mein ehr] V honore. 6 dean
25 fehr] sie!
. . mitgetheilt] aendo certa, «^Isol
per la molta cortesia vostra iu ogni tempo io aarei tie^ biaogni miei di
voi prontamenie sovenuta. 10 etn Zeitlang] älcunt giomi.
oder hektimmemuü] tmvaglio. U hept , . . pflegen] all* aniico ginoeo
colla rea Soldatm ritornö» 13 Von welchem . . . zurechen] Di «bi
RttiTimo, che ad altro Don havea il pensier rivolto, accortoBi, fieramente
adegnato, et da grave ira acceao: Egli e hora di mestieri, fra ae sletflO
disse, che del malvagio et perßdo conse^liere rigida et intiera Teodetti
io prenda, non volendo egli per accidente alcuno» che avenuto gVi «a»
il propoDimento ruo, il qua! tanto dishonore al Soldano, raio padi
apporta, lasciare. 21 bittet] conduBse. 22 als sie , _ geredt] d«!)»
pDverU di lui ragioaando. 23 guter alter] '^usats.
113
Solcher red dancket der arme alte Manu Rammo sehr getreuw-
lich, [214] bittet diese kunst ihne ohne verzug zu lehren. Du
weist, sagt Rammus, dab der Soldan alle wochen am Donnerstag
meniglichen, in beysein seines geheimsten Rahts, audientz zu-
6 geben pflegt : so gehe du nun für den Soldan , und red mit
lauter stimm den Raht dergstalt an, Er wUsse wol, daß er
dein Leibeigener Knecht gewesen : und dieweil er in so grossem
ansehen, ehren und reichthumb an deß Soldans Hoif seye, du
aber, auß verbunst deb Glücks, hinwider in grosser Armut,
10 habist in offtermals umb hilff und steur gebetten, aber niemals,
wie billich were, etwas von ihme entpfahen mögen: vielleicht
aber habe er, daß du sein Meister gewesen, vergessen. Wenn
er nun dich verlacht, und als werist nicht bey vemunfft, sonder
thorecht, vom Soldan hinweg zu treiben begert, so kehre dich
ift gegen dem Soldan, und sprich: Al[215]lergnedigster Keyser,
ich rüiF euch wider diesen euwem Raht, deß rechter Meister
ich bin, umb hilif und recht an, unnd bitt euch gantz under-
ihenigst, euwer Mayestath wolle nicht zu lassen, mich also von
ime hinauß gestossen zu werden, denn er mir sehr grosse un-
so billigkeit beweiset, dieweil ich ine, nach dem er auff dem Marckt
von mir erkaufft, zu allen tugenden aufferziehen hab lassen,
durch welches mittel, und mein an ine gewendten fleib, er bey
eawer Mayestath zu hohen ehren, grosser reichthumb unnd an-
sehen kommen, ich armer Mann aber mag von ime einige hilfF
S6 oder steur nicht haben. Das auch cuwer Mayestath meinen
Worten guten glauben gebe, daß ich sein rechter Meister, unnd
er mein Leibeigner Knecht sey , so hab ich ine mit meinem
*
7 Leibeigener Knecht] schiavo. in so grossem . . . reichthumb]
in si alto et honorato grado. 9 auß . . . Glücks] zusatz. 10 habist
. . . vergessen] noii si voglia di te, che padron gli sei, scordare, et che
ne* bisogni tuoi voglia, come ricerca il dovere, alcun soccorso darti.
13 als . . . thorechtj ä guisa di pazzo. 15 Allergnedigster . . . haben]
Sire, io vi dimando giustitia, et pregovi, che non vogliate Boiierire, che
*1 consiglier vostro, di cui io sono vero padrone, si segiialata ingiuria
mi habbia k fare, che in ricompenso delle molte virtü , ch' io gli fetn
dalla fanciullezza insegnare, & tempo ch' io sopra U mercato Io com-
perai, col cui mezzo si honorato grado si lia presso di voi acquistato,
mi faccia iiora, ch' in povero stato mi ritrovo , et che alcun soccorso
io gli dimando, si vergognosamente dalla presenza vostra iscacciare.
UlAffert Söhne. 8
114
zeichen, so baltl ich ine erkaufft, auff den Hinr216]deni ge-
zeichnet: uud wo mau das nicht war sein befinden wirdt, bin
ich bereit den aller grausambsten todt zu leiden, den enwe
Mayeateht mir autferlegeo wirdt. Welche wort, sagt Ratnmi]
ft zum guten alten Mann, so du sie vor dem Soldan und seinprn^
Kaht gesagt, und er die warheit sein wol weiß, (denn ich ihme
mit meinen eignen Henden vor etlicher zeit, als ich allein 1h.*jJ
ime in seiner Kammer was, mit einem zeichen den Binder
gebrennt und gezeichnet hab) wirdt er ohn zweiffei, damit
jo nicht dili zeichen vor dem Richter sehen müsse lassen, und ein
solche schand leiden, dich hindan führen, unnd gewißlich, da-
mit du ihn nicht weiter geschendist, reichlich begaben,
alt-e Mann, gantz frölich und wol zumuth, macht sich auff
stimpten tag für den Soldan, und was im das alte Weib be*l
if^ vülhen, bringt er [217] alles fleissig fün Von welchem derj
Raht, wegen der schand so ime zugefügt, im gantzen Angesichtj
entzündet, rüffet dem Alten auff ein orht, und damit er defJhalb
nichts mehr sage, gibt er ihnie ein grosse summ (ielts, und
schicket in forht Aber diese seh mach hat er, wie zuvor anch^
.1 beschehen , bald vergessen , verfügt sich nicht lang darnach
wider zu deß Soldans Weib, in wellicher liebe er gar verirret ,
was, Deß nimpt ime Rammos für, solch Laster nicht weiterl
zudulden, sondern dem Soldan seinem Vatter zu offenbaren ?]
verkleidet sich in eines alten Weibs gestalt , gehet zu Hoff,
'16 begärt für den Soldan zukommen, und als iren das erlaubt,
sagt sie: AUergnedigster Herr, ich euwer arme Dienerin, bin
schuldig nicht weniger euwer Mayestath, denn meiner eigeiiffilJ
Ehr sorg zutragen und war zunemmen. So bab ich [218] nuni
euch ein groß unnd unehrbar stück, welches ich ofR. mit meine.»!
1 zeichen] sigillo. erkaufft] coinperai, fattolo Mnssulmauo, Seow^r]
Majeatebt] vol 5 vor , . . Rabt] Äuaat«. U damit da , . ♦ gc^J
si'bendiat] h 6ne che tu te ne vada, et che piu tu nou 1* habbia ät«
gojrnare. 16 wegen . , » entzündet] per vergogiia arroäcitosL 20 t«i
fügt sieb] in amorosi diletti ritortiö a tratenerBi. 22 DeC , , » ] •lij
che sendosi ultimamente aveduto. 24 eines] deüa. gebet . . . Heri^l
fatta la seguente matUna per tem^jo becreta audienza dimand&re«
lui presentatOBi : Sire, disaeglt. 28 und war »unenimen] zosatz. 29 j
. . , stück] tradimento.
115
Augen von enwerem Raht gesehen hab , billich zu eröffnen :
unnd damit ir euch an dem meineydigen und treuwiosen Mann
nach notturfit rechen mögen, so wüssen, daß auff diGmahl euwer
Weib mit euwerem Raht an einem Bett der liebe pflegt : unnd
i wiewol ich solches vor offt gesehen, hab ich doch nye glauben
können, daß es warhafi't die Keyserin seye, und es derhalb bißher
niemandts offenbaren dörffen: dißmals aber hab ichs gantz
klarlich gesehen. Damit aber ihr nicht meinen, daß ich euch
einen betrug anzeige, so kommen mit mir, so will ich verschaffen,
10 daß ir es mit euweren eignen Augen sehen werden. Es gehet
der Soldan mit dem Weib, die führt ihn im Palast zu einem
kleinen Kemmerlein, in welchem ein sehr [219] köstlich Bett
stunde, aufi welchem der ungetreuwe Raht mit der Keyserin
knrtzweilete. Als der Keyser diß gesehen, wirdt er in grossen
» Zorn und Ghrimm bewegt, nimpt ime für diese schmach unnd
schaud der gebür nach zu straffen, unnd sich zu rechen. Da-
mit aber das Weib solches niemandts sagte, bitt er sie freundt-
lich, biß er beyde Ehebrüchigen umbgebracht, bey ime zuver-
harren: gibt über das auch Ordnung, sie in einer Kammern,
10 SO nicht weit von dannen, zuverhüten. Rammus siehet dißmals
▼on nöthen sein, daß er sich zu erkennen gebe, und wie ime
von dem Vatter, in dem er ihn deli Landts verjagt, so groß
unrecht geschehen, zu eröffnen: bittet die so ihne verhüten,
sich widerumb für den Soldan zufieren. Als er nun in der
u Weibskleidung vor ihm stunde, hat er verschafft, [220] daß
meniglich abgetretten, unnd sie zwen allein bey einanderen ge-
blieben: da sagt er dem Soldan, daß er sein Sohn Uammus
were, unnd lasset hiemit die form, in welcher er vor ihme er-
schienen, fallen, nirapt sein rechte gestalt wider an sich, und
80 wirdt von stundan vom Vatter erkennet : dem erzeilet er die
gantze History vom anfang, unnd wie in der treuwloß Raht,
«
S nach notturfft rechen] liberare. 6 daß . . . seye] che la rea donna,
che col conaigliere vedevo, la Soldana si fusse. 7 niemandts . . . dörffen]
non ho osato di farvi pale»e. 11 mit dem Weib] con Rammo. 13 mit
der Keyserin kurtzweilete] colla rea femina strettamente abbracciuti 8i
ritrovavano. 15 schmach und schand] misfatto. 16 der gebfir . . .
rechen] rigidamente vendicarsi. 18 biß er . . . umgebracht] sino a
tanto che al consigliere et alla moglie sua havesse crudel morte data.
8»
116
sampt der argen Keyaerin, gegen im feischlich verklagt, aach
wie er durch die heimligkeiten von den dreyen Wandergeselle»
erlehrnet, den Raht so offit gestrafft habe : bittet letstlich zum
allerhöchsten, er wolle beyden, dem falschen Eaht nemlich, nni
u elirlosen Keyserin , da« leben acliencken , und allein sie deli »
Landts und ins eilend verweisen^ insonderheit weil er sein de^H
Hatiis Tochter zu einem Eheweib genonimen : denn solie er ihn"
[221] ymbbringen lassen^ wurde er hiemit die Tochter, sein
Weib, in ewige trttbseligkeit setzen. Der Soldan, als er solche
lü seines Sohns red verstanden, mocht sich vor freuden deß weinens
nicht enthalten, urabfahet und küsset in, und wiewol er gegen
dem treuwlosen Raht unnd seiner EhrvergeGnen Frauwen gantjs
und gar in xom entzündt, übergibt er doch solche raach
dem urtheil seines Sohns, welcher sie von stundan deß Landl^'
K. verjagt, unnd all ihres gut« beraubt, helt demnach Hoch-
zeit mit gantz herrlichem Pracht. Nach wenig zeit aber
stirbt der alte Soldan, unnd erbt sein Sohn das Reich, nnnd
lebt mit seinem Weib lange zeit
in glückseliger Regie-
a« rung.
[222] Frey tag, 5.
Beramo gefiele die weiß sehr hefftig, mit welcher Kammos
sich an dem treuwlosen Raht unnd dem schnöden Weib deß
Soldans gerochen hatte, daLi sie, wie man spricht, eim anderen
2ft ein Gruben gemacht , unnd selba darein gefallen waren. Als
er nun ein weil mit seinen Fürsten darvon gesprachet, gibt er
bevelch, daß auff den nachfolgenden^ nemlich den Freytag, sich
b deß Landta . . . verweiaen] dello atato auo iacacciando, 7 denn
, , - setzen] Ja quäle aapplicemente lo pregiiva che noii voleeda coH»
luorte Jel padre in lagrimevole atato in perpettio üonstituire. 11 amb-
fahet . , . in| strettamente abbracciatolo. 12 seiner . . . Franwenl
la Soldana. 14 &'ie] il dialeal comigliere et la malvagia Soldan*
18 lebt , . » Regierung] lungamente tranquilla et felice vita pA
21 Frejtag. 5,] Äuaatsfi. 22 Beramo] a Behraino, 23 treuwlosenf
disleale et perfido. 24 daB sie . . . waren] i quali havendo lai del
tor initif'atto al padre uccusato , essi rigidamente ne furona caatignti
26 Fürattjn] baroni. darvonj di cotal perfidia.
117
jedermaim in den fQn£ften Palast verfüge, unnd dieweil der-
selbig gar Grün, sich auch meniglich mit solcher Färb bekleide.
Das wirdt alles auiF bestimpte zeit verrichtet: unnd als Be-
ramns etliche stund allda verharret, unnd sich mit der Jung-
• firauwen durch süsse geschwätz erquicket, nimpt er die Speiß,
unnd la8[228]set demnach den fünfiFten Mann zu ime kommen.
Dieser, dieweil er wol wußte warumb er berüfift, nach dem er
Beramum mit grosser reverentz begrüsset, hept sein Neuwe-
zeittung also an:
10 Es was im Land Hottene auff ein zeit ein sehr sinn und
kunstreicher Meister oder Phiiosophus, der sich hefiftig und
ohne underlaß in allen kOnsten übet unnd belustiget, insonder-
heit aber was er deß Goldtschmidt Handtwercks ein grosser
künstler, also daß er zur selbigen zeit alle anderen weit über-
1» traffe. Under anderen schönen kunststücken, die er stets machet,
hat er auff ein zeit ein Bild von Silber zugericht, mit solcher
kunst, wenn jemand ein Lug vor dem Bild sagt, fieng es also
bald an zulachen. Als solches Mussulmanno, dem Herren und
Fürsten dises Landts, für kommen, verwundert er sich gantz
so [224] höchlich, und hat grosse begird dises Bild zusehen unnd
zukauffen: schicket derhalb zu dem Meister, und liesse ihm für
sollich künstlich werck ein merckliche summa Gelts anbieten.
Der Phiiosophus aber, so seines Herren huld und gunst viel
höher, denn alles Gelt, schetzet, verehret dem Fürsten dieses
SA Bild aus freyem willen. Mussulmannus höchlich erfreuwet,
*
14 selbigen] gedruckt f eibigen.
1 dieweil . . . Grün] qnal tntto di verdi omamenti era gnamito.
3 Das . . . verrichtet] 11 che da eiaschednno essequito, air hora di
terza quivi tutti furono arrivati. 4 etliche . . . verharret] per buon
pezzo. 5 nimpt er die Speiß] con dilicatissimi cibi ricreatosi. 6 Mann]
novellatorc. 8 sein Neawezeittung] zusatz. 10 Hottene] Hottenne,
ein . . . Phiiosophus] uno grande et eccellente filosofo. 11 hejfftig
. . . belustiget] molto deir arti mecaniche dilettandosi. 18 Mussul-
manno . . . Landts] all' orecchie del prencipe di quel luogo, che Mussul-
mano era. 19 verwundert . . . höchlich] datasi molt* ammiratione
del grande artificio, che in qnella scorse. 20 und hat . . . Meister]
la fece al filosofo dimandare. 24 verehret . . . willen] glie ne fece
dono. 25 Mussulmannus . . . auffrichten] Per cagione di questa
statua fece il prencipe presse il suo palagio uno grande et belUssimo
118
liesfle also bald wegen Jeß Bilds , ein sehr schon , groü ,
rings herumb beschlossen Hauü bau wen, und in vier Eck aiifJ
fieren» An dem einen Eck was ein lustiger WasserflaÜ , aml
andern ein schöne Stallung, ara dritten die Küchen, and
6 vierdten deli Fürsten Keller und HauCapoteck. Auff diese vier
Eck geböte er vier schöne unnd gant« herrliche Wohiiungeu
zu bauwen, mitten aber deli Hofes, liesse er das Bild auö' eiii|
hohe Said stellen und au ff[ 225] richten. Wann nun der Für
seiner geschefften halb müssig was, gienge er offt, sich zu er*
10 lustigen, mit seinen Herren und HofÖeuten für das Bild, mit
mancherley reden die zeit vertreibende. So bald nun gemoldtl
Bild jemand, es were Weib oder Mann, etwas nnwarheit reden
höret» fienge es an ssulaehen, dardurch der Fürst grosse fread^
eutpfieng. Es was dieser Fürst ein sehr weiser Mann, dancu"
iti Huch wol gelelirt unnd hoch erfahren , wie sich denn solchen
Personen gezimpt. Nun hatte er offt, wie so ein bö(i oiindi
treuwloti Thier ein Weib seye, hin unnd wider in viel Scri-
benten gelesen, und ime derwegen, die tag seines lebens kein
Weib zunemmen» förgenommen. Von welchem fürsatz aUe seine
ao underthanen ein groli bedauren hatten, auÜ ursach, daß dieser
Fürst mit sonderbaren thugenden hoch [226] begäbet, und gegen
meniglich gantz milt und freundtlich was^ dammb sie denn
desto lieber gesehen, daß er Kinder, so im in der Regierung
iiachibIgtenT gezeuget hette. Diser ursach halb gebn eins tags
8> die vier fümembsten Herrn seines Hoffs zu im, und unterstehn
in mit viel unnd mancherley Ursachen, ein Weib zunemmen zu
bereden, mit anzeigong, ob gleich wol der mehi* theil Weiberj
*
seragiio, il quäl era quadrangolare, et De csuitoni, V uno de qoali sopi
uno fiume, V altro aopra la Btalla, ü terzo gopm ta oocina, ei il qui
sQpra la cantina del prencipe g^ardava , fece quatro ricchiisitne habt'
tationi fahricare; et in esso seraglio fatta la atatua aoprti un* alta bMMi
collocare, . , .
lü Herren und Hoffieuten] baroni. 11 So balil , . . höret] fa-^
cendo [il prencipej nel ragionameuto alcuna bugia cascare. H ein
sehr . , . erfahren] buomo nelle aeienite assai singolare , et ne stndii
molto eesercitata. 15 wie . . . gezitnpt] ^usat». 18 ime .
genommcnl a* era sino dti priin* aoai risolto . ., 21 mit . . , begäbet]
virtuoso. und . . freundtlkh] et perciö k ciascbeduno graiifisii
25 Herrn Heines Holfa] auoi baroui. unterstehn . » . anzeigun^r] •* i«-
forzarono con molte ragioni di fargli conoBcere. che . , .
odii ^
betlfl
119
böß, Yol betrogs, und tmyolkomne Creaturen seyen, so volge
doch darumb nicht, daG man nicht aach feine, verstendige unud
hochbegabte Weiber finde. DeGhalb an ihm nicht zu loben.
daß er daromb alle Weibsbilder verachten, und sich mit keiner
6 yerehlichen wolle, sonderlich dieweil wol eines grossen Herren
Tochter, seinem Stath gemeß, zufinden, etc. Nach dem sie nun
viel dieser unnd dergleichen Reden, durch welche [227] sie
ihn zubewegen verhofft, fürgebracht, sprechen sie weiter, Weil
er allein darumb, daß es ein böß kraut seye, kein Weib zu-
10 nemmen gesinnet, solle er im ohngefehr acht oder zehen schöne
onnd berQmpte Jungfrauwen zufttren lassen, under welchen, ob
Gk>tt will, ein gute und fromme, mit deren er zufrieden sein.
und Leibserben bekommen könne, gefunden mög werden. Wie-
wol nun der Fürst ime gentzlich fUrgenommen kein Weib zu-
ib nenunen, denn er vermeint, es were darmit nicht anders ge-
schaffen, denn mit jhenem so die Wölff feil hat, unnd gefragt
welcher der beste were, zu antwort gab, Ist einer gut. so sein
sie all gut, etc. Damit er aber nicht von seinen ünderthanen,
als wenn er all zusehr stettig were, verdacht und geachtet wurde,
M gedenckt er inen zuwilfahren, und die sach zuversuchen. [228|
Als man nun ime von vier schönen Jungfrauwen, so grosser
«
4 Weibsbilder] gedruckt Weisbilder. 8 Weil] majnakel.
1 bOß, vo\ betmgs] di molti inganni. Creaturen] animali. 2 feine
. . . hochbegabte] saggie et buone. 3 Deßhalb . . . etc.] conchiu-
dendo, che non perö si dee restare di prender donna; il che k quelli
massimamente d richiesto, che si ritrovano di gran ätato padroni, si
come egii era, per poter di se successori lasciare. 6 Nach dem
. . . fürgebracht] Per le quai ragioni da molt' altre acconipagnat«>
k ciö fare lo persuadevano. 8 Weil . . . gesinnet] ove pur per
tanto perfido animale la donna riputasse. 10 solle . . . worden)
potea di otto 6 dieci fare la scielta, ch* in guisa tale agevolmente
potrebbe avenire , ch* una baona ne potesse ritrovare . la quäle poscia
accettata per moglie, bavesse dello stato suo alcuno successore k
generare. 13 Wiewol . . . zunemmen] tntto che il genio sao da
ciö lo ritrahcsse. 15 denn er . . . etc.] zusatz. 20 gedenckt . . .
zuversuchen] Alle quai parole . . . havendo il prencipe alquanto pre-
state r orecchie, diliberö di fare di ciö prova. 21 Als . . . gesaget]
onde havendo la bellezza et conditioni di quattro vergini, figliuoli di
quattro gran signori, amici suoi, intese.
120
Herren imnd «einer guten tVeiindeu Kinder, gesaget, fertigt er
vier seiner Legaten mit köstlichen Kleinotern ab, die Jang-
imuwüii ziibegabeii , und inie zu zefüliren. Nach dem nun
diese für den Fürsten kommen, werden sie gantz freundthcli,
h herrlich, unnd mit grossen Ehren entpfangen : biemit gibt er
auch bevelch, ein jede in ein besonder Gemach, nemlicb in die
vier Eck deü Hauses, darinn das Bild stunde, zuführen. AI»
es nun zimlich spat worden, heisset er ime von den vier Jung-
frau wen eine berllifen , hept an sie freundtlich zu umbfaheu
ifi und an zugreiffen, auch lieblich mit iro von raancherley sacheu
zu reden: greiifet demnach in ein Körblein vol Rosenbletter,
80 er bey der Hand hatte, und wirfFt iro etliche gegen dett
BrHsteu, dartmder was ein [229] klein Rx)8enestlein , welches
iro in das Angesicht olmgefahr gesprungen, darvon sie sich
\h so sehr übel gehept, als müßte sie auff der stett todt bleiben:
deU der Fürst sehr erschrocken, rüfft seineu Dienern ime Essig
zubringen, welchen er mit RoGwasser vermischet, streicht ini
den under die Nasen unnd an die Schaff: und nach dem «e
sicli wider, wie sie dergleichen thet , erholet, und ein wenig
■ü geruhet, richtet sie der Fürst auff» nimpt sie bey der Hand,
führet sie allgemach zum Fenster, siehet gegen dem Bild,
welches also bald lachet. Da der Fürst solchs war genommeo,
mercket er gleich den betrug der Jungfrauwen, und daü sie
sich felschlicli deÜ wurifs so sehr übel gehept Nichts desto
[ a» weniger thut er nicht dergleichen, solcha gemercket zu haben,
sondern redt mitt iro von solchem zufahl, unnd legt sich under
[230] das Fenster. Die Jungfrau w aber, als wenn das Bild
ein lebendige Mannsperson were, feischlich sich erzeigende, be-
•
2 Legaten] ambasciatori. mit köstlichen . . , zefÜhren] i quali
di precioai doni da qtiöHi pre&entati, al lor prencipe fra poco spacio 1#
vergini recarono, 4 gantz . . . Ehren | lietamente ei cdq grand* ho-
QOre. 7 Hauseä] sera^^Uo. 9 »ie freuadtlich . . . sn^reilfen] ftd<
accarazzarla et abbracciarta. 10 lieblich] zuaatz. 11 Hoäenbletter]
roae efogliate» 12 wirrtet . , . Brüsten] tolte alquaiate frondi, et vo-
lendole nelle mamelle della giovane gittare 13 Rogenestlein] fron-
duocia. 16 ersch rocken] dolorato. 22 alao bald] zasatsc. 23 imil
da($ * . . gehept] et della öcta. che havea la giovana latta dt emen
per la percoaaa della fronde traraortita. 28 felBchlich aich 6f%eig«iidel
fingendo di credere.
121
deckt von stundan mit den Henden ir Angesicht, damit dem
Forsten anzuzeigen, es gezimme sich nit, da(i sie von jemandts
anders, denn von irem Herren, gesehen werde. Der Fürst aber,
80 den ersten betrug schon wol gemerckt, gedenckt den andern
i auch zuerfahren, siehet derhalb gegen dem Bild, und dasselbig
lachen. Wiewol nun der Füi-st, daß die Jungfrauw vol betrugs
was, gnugsam gesehen, thut er doch nit dergleichen solches
gemerckt zu haben, sondern schiafft dieselbige nacht bey iro.
DeU morgens steht er früe auff, unnd als er sie gantz freundt-
10 lieh umbfangen , schicket er sie wider in ir Gemach , welchs
auff dem Stall gebauwen was: geht demnach, nach dem ge-
brauch der Mussulmannen, sich zu weschen in das [231] Bad.
Nach disem bevilhet er auch die ander Jungfrauw für sein
gegenwOrtigkeit zu bringen, geht iro mit frölichem Angesicht
15 biß in den Hoff entgegen, empfahet sie freundtlich, nimpt sie
bey der Hand, und führt sie mit im in sein kammem. Es hat
der Fürst ein kleid an mit Viech beltz gefütert, und als er
seinen arm über die Jungfrauw und umb iren halß schlecht,
auch ir zu den Brüsten greiffet, sagt sie: 0 weh Herr, ich
so bitt euch, gehn ein wenig von mir, denn ir mir, wegen euwers
kleids, welcher haar mich übel an die Haut stechen, allzu sehr
überlegen sein. Von welchen Worten der Fürst gleich die
falschheit der Jungfrauwen mercket, keret sich gegen dem
Bild, welches ime den betrug mit Lachen eröffnet, deß er doch
u keines wegs sich mercken Hesse, sonder sagt: Du hast fürwar
•
5 siebet . . . lachen] sie! 21 welcher] sie!
4 gedenckt . . . zuerfabren] scorse anco il secondo. 7 thut
. . . iro] k fine che ella non h* avedesse, che egli deir inganno di lei
fd fasse accorto, volle seco quella notte giacere. 13 die ander
Jangfrauw] un' altra delle giovani. 15 empfahet sie freundt-
lich] Zusatz. 16 Es hat ... 0 weh Herr] et essende di un* habito
d* armellini vestito, avenne, che, accostandolesi et gittandole le braccia
al coUo, col pelo deir armellino le mamelle le coperse. Onde dimo-
strando ella, che ci6 gran molestia V havesse apportato: Ohime, disse,
Sire. 20 denn ir . . . sein] perciö che il pelo deir habito vostro sento
che stranamente la came mi rode, et mi reca infinito dispiacere. 22 die
falschheit] la malvagita et V inganno. 24 welches . . . eröffnet] la
vide ä ridere, et della fraude s' accorse.
182
c^in selir zarten Leib, die weil dir die Haar mpines Belizes [232]
80 beschwerlich sein* Weil du nun eines solchen gantz zarten
Leibs bist, kan ich wol gedencken, da seyest in deinem An-
gesicht noch viel zarter. Und als er mit iro solcher gestali
6 ein weil geredt , führet er sie fiir einen Spiegel , der in der
Kammern was, stellet sich mit iro für denselbigen, und sähe
dareiu. Da bedeckt die Jongfrauw ohne verzug mit iren Heud^
ir Anj^esicht, und als der Fürst deß ursach fragt, sagt sie,
gebüre sich nicht, daß sie von einem andern Manne, denn aüei
i^> inie, gesehen werde. Diesen betrog mercket der Fürst, wendet
sich gegen dem Bild, und siehet es lachen : nichts destominder
hat er das verhalten, und deb nachts bey iro geschlaffen. Ab
er aber mürgen von ir aaffgestanden, schicket er sie wider in
ir Gemach* welches auff der Küchen gebauwen was, unnd gehet
tj in da« Bad. Nach dem er ge[233]badet, laut er ime die dritte
Jungfrau w auch bringen, entpfahet sie mit gantz frölichen ge-
worden und allen freuden, unnd gehet mit iro in einen schönen
larten deB Palasts, allda setzen sie sich mit einandem in das
grüne ßras, und vertreiben die zeit mit schönen und lustigen
MO gesprecheo. Am selbigen orht was ein schöner See, darinu
mancherley Fisch hin und wider gleissend mit grossem lust
gesehen warden. Als sie nun neben demselbigen spatziert^n,
verdecket die Jungfrauw schnei mit einem reinen thuch ir,
Angesicht, und da der Fürst, warumb das beechehe, fraget^
26 sprach sie, Weil iu diesem See viel Fisch sein, darunder auch
etliche Mennlein, so gezimmet es sich nicht, daß ich, als aiii
be
i
I
22 warden) sie!
8 sagt ßie . . . gesehen werHel perche, diaa* ella. »lon porta \] do*
vere, che da altro buomo, che du voi , io aia vedutu. 12 und detti
. . . geachlaften] la notte üolle giovaue giacer volle. 13 morgenj !•]
mattitju per tempo. 15 Nach dem er gebadet] et egli nel biigDoj
entrato et per alquanto äpatio dimoratovi, uscito* 16 mit . . . frea-
den] con allegra taccia. IT in , . . Garten] nel giardino. 19 and|
vertreibtiTi , . . gesprechen] di varie cose divisando. 20 dariitn
ward«n] che per la diveraita de peaci, che per entro ai acorgeano, era
molto dilettevole a vedere. 22 Als . . . spatzierten] al qnale aoco-
atatisi. 2'6 reinen thuch] velo. 2b viel . . . Mennlein] de
mascbi.
123
Weibsbild, von inen gesehen werde. Auß dieser Red verstünde
der Fürst wol, daß die dritte Jungfrau w nicht besser, denn
[234] die zwo ersten: damit aber er der sach gewüß were,
kehret er sich gegen dem Bild, das siebet er lachen. In ge-
»meldtem See was ein klein, aber gar schön Schifflein, mit
fliegendem Segel, za einer zier deß Sees zngericht, unnd mit
viel schönen von holtz geschnitzten Bilderen gezieret, welches
sich einer grossen Graleen, so in dem weiten Meer daher fah-
ret, vergleichet Es stehet nicht lang an, so kompt ein grosser
10 Wind, wirflTt das Schifflein jetz an das, bald an ein ander orht,
biß es letstlich gar zu grund und zu boden geht. Die Jung-
frauw, als sie solches gesehen, thut dergleichen, als ob ir ge-
schwunden oder ohnmechtig worden seye, und feilet aaff die
Erden: und als sie gefragt, nach dem sie wider zu ir selbst
16 kommen , was ir widerfahren, zeigt sie an , nach dem sie das
Schiff mit den Leuten im See un[235]dergehen gesehen, hab
es ir solchen schmertzen zugefügt. Der Fürst kan nicht glau-
ben, daß der Jungfrauwen solche noht allein vom undergaug
der höltzinen Bilder zugestanden sey, schauwet nach dem Bild,
so siebet es lechlen, wirdt also deß betrugs gewüß, thut aber, wie
vormals auch, als ob ers nit geacht, umbfahet sie, mit an-
zeigung, die nacht sie bey ihm schlaffen müsse. Deß morgens,
als er von ir auffgestanden, schicket er sie wieder, wie auch
die anderen, in ihr Gemach , welches ob einem kleinen Fluß
26 gebauwen was. Und nach dem er abermals auß dem Bad
kommen, beschickt er auch die vierdte Jungfrauw : welche, als
6 mit viel . . . gezieret] con molte fignrine d* intaglio. 8 einer
grossen Galeen] alle gran navi. 9 grosser Wind| vento. 11 letst-
lich . . . geht] si sommerse. 12 als ob . . . seye] di tramortire. 15 was
ir widerfahren] della cagione deir angoscia sua. zeigt . . . zugefügt]
Perche, disse, il yeder k sommergere qnella navicella c6 marinai, che
entro vi si ritrovavano, grandissimo travaglio mi diede. 1 7 Der Fürst
. . . sey] onde il Prencipe della fraude et malvagitä della gioyane ave-
datosi, havendo dimostrato per le fignrine di legno, che in essa navi-
cella erano sommerse, di tramortire. 20 lechlen] ghignare. wirdt . . .
gewQßJ et che non s' ingannava s' accertö. wie vormals auch] zusatz.
21 mit anzeigung . . . müsse] con lei quella notte giacer volle. 22 Deii
morgens] la mattina per tempo.
I
124
sie für dun Ftlraten kommen, und schäm halb nit nahe zu itoe
j^elin wotfc, nimpt er sie bey der Hand, und ist sehr freunde
lieh mit iro; und dieweil er sähe, daß sie gantz züchtig uü4
guter Sitten war, vermei[236]net er nicht anders, denn dal> sie^
6 auchi wie die andern drey, auÜ angenommener unnd erdichter
weiü sich also geatellet: siehet deßhalb das Bild an, welche^B
aber diÜraals nit lachet, denn diese Jungfrau w was fronib und
gerecht. Nach dem nun der Fürst dieselbige «acht bey iro
geschlaffen, schicket er sie morgen wider in ir Wohnung, welche,
tu wie gehört, auÜ' den Keller gebauwen was. Es vermeint aherJ
der Fürst, weil diese Jungfrau w, wegen grosser ehrerbietung^J
demut, zucht und schäm gegen im erzeigt, den andern dreyen
sehr ungleich, sie were keines Fürstlichen, sondern eines schlech-j
ten sbxndta und herkommens, gedenckt delihalb sich iro fürhiaj
ir, zuenthalten. Auif ein zeit hernach begibt es sich, daß der Fürst
nach dem Nachtessen sich zu deren in ir Gemach verfüget»!
die dergleichen gethan, als wolte sie von dem warff [237] eine
gar kleinen Rijsenestleins eins mahls sterben, und als er ein
gute weil von raancherley mit iro geredt, gehu sie za BettJ
20 Als er nun entschlaffen, aber bald wider erwachet, und ver-i
meint die junge Fraw neben sich zuhaben , so kau er nie
mands sehen oder hören; steht derhalb eilendts mit groaser i
VL*rwunderung auff, nimpt ein Hecht, sucht sie in der gantxen
Wohnung, und findet alle Thüren, außgenommeii die in Stall
%t gieng, beschlossen: dar durch er in grossen zorn bewegt, niiOG
•
1 Hcham halb] per riverenza. 4 Fermein^ . . . gestellet] dubi-'
tandü, che quest* ancoalF altre simigliante malragia si fnsse. 7 frombj
und gerecht] veramente buona et honesta, 10 auff den Keller ge-l
bauwen] predso alfa cantitux. Es . , . zuenthalteu] Ma percioche co-l
testa giovaue ^(iudicd egli per la huiniltä et molta riverenza, che gli 1
facea, dover esHere di alcun povero et vil* huomo et non di preocip«
figliuola» neir avenirc colF altre tre usando , con ella piu giacer uon
volle. 15 dafi der Fllrat . . . erwachet] Hör awenne, che, gito mt»
sera alla atanza di quelTa, chei dalla fronde della rosa iiella faccia per^j
cosHa, ilrise di tramortire . con esga dopo cena corioatosi et per bnonl
pezxo in varii ragionamenti tratenutoai, n' addormentö, et dopo alquantoj
spatio risvegliato , . , 21 »o kan . . . hören) b' avidde, che nel letla j
non erii. 23 eucht . . . Wohnung] in ogni parte della stiinza dili*|
gentemente la L^erc6^
sein Wehr, unnd gehet dem Stall zu, da hört er die junge j
Fraw sehr sclirejen. Der weisa Fürst verbürgt sich in ein!
Winckel, uüd siehet, wie der Stallmeister sie mit feuaten unnd
fQssen gewaltig (dartimb daü sie in so lang warten lassen) ab*
& schmieret: sie abpr bitterlichen weinende, bittet in, wolle doch
¥om schlagen abstehn : zeigt auch [238] an^ wie daÜ der Fürst
zu ir kommen, und bey ir geschlaffen bette ^ derenhalben sie
nicht eh kommen können, denn so bald er ent^chlalfen , were
sie von im auif gestanden, und her ab gangen. Der Fürst, als
lo er diu höret, wirdt in anseglicbeu zorn bewegt, kan sich auch
kaum enthalten, dab er sie nicht beyde umbbringe: doch als
er an seinen Stath gedenckt, vermeint er auff andre gelegen-
heit, das sehend tliche Weib nach irem verdienen zustraÖen,
Sfuharren, unnd sagte zu im selbst: Du treuwloÜ Weib, ich
t!» siehe jetz wol, dab die grosse kunat deti Bildes mir dein üilsch
hertz gnug angezeigt hat: denn kanstu jetz diese grausame
achleg erleiden, und hast aber von einem kleinen Rosenestlein,
dir in das Angesicht geworffen, sterben wollen? Damit er aber
auch der andern falschheit erkundigen möge, schweigt er still,
ffo sagt [239] keinem Menschen kein wort darvon, und legt sich
wider an das Bett, Den andern tag geht er zu der andern
Jiihgfrauwen, so ir wohnimg ob der Küchen hatte: und als
sie ffwey , biß es zimlich spat worden , mit schönen , lustigen
imd holdseligen Reden die zeit zugebracht, und die zeit deß
1 Welir] apada, gehet dem Stall zn] per la porta, che aperta
ritrovd, alla atullti aviatoai. 2 Der weise Fürst] zn&^i'i. 3 Stall'
meitfter] Btulliere. 4 abschmieret] batt«a. 10 iti unBeg^lichett zorn
bewegt] tatto pieno di mal talento. 12 Stath] dignita, H Dn . . .
wollen] Malvagia femiiia, come puoi tu ai fiere battiture aopportare,
a^ndo ai dilicaia la tua faccia. che da una fronduccia di rosa percoüaa
alla preaensa mia tramortiBti ? Et il grande arteficio della atatua vero
esaer s^ aecorae. 21 geht . . . Jangfraawen] alT hora aolita mandata
a torre la seconda giovane, 22 uad als . . . vermeint] eoa eaaa tun'
al tardo in varii ragionameati iratenutosi, sendo di gia preparata la
cena, alla oiensa soll ai toaettarono, et quivi per grau pezxo id dilet-
t^voU ragionamenti il tempo pasaaiiiJo« levale le tavole, finse il pren-
cipe di addormentarai, et in cotat guiaa per lo apütio di due bore di-
morando, ai fece k crederd la giovane, che egii veramente ai fasse
addormentato.
126
nachtessens verbanden, setzen sie sich allein zu Tisch,
demnach mit einaiideni scblatfen. Ab sie ein bar stund
Bett gelegen, und die Jungfrau w den Fürsten entschlaffen sein]
vermeint* steht sie allgemach vom Bett aulf, gehet gant^ still
• auß der Kammern gegen der Küchen, Der Füret aber, so nicht]
schlieit\ sonder alles fleissig war name, stehet eilendts aacbj
iiuli\ gehet iro gantz heimlich nach, nnnd siebet sie, so bald
sie in die Küchen kommen, vom Koch umbtangen werden, ,
welcher sie demnach hej der Hand zu einem hauffeu Dorn*
j 10 [240]wüllon fürt, legt sie darauff, unnd schimpffet Diit iro. |
Dell sich der FOrst nicht genugsam vervvmideren konte : ursachf ]
die, so zuvor die Haar seines Beltzes an irer zarten Haut, wegen
ires Stechens, nicht erleiden mocht, kan diümalhs die stechea-
den Dom wällen wol vertragen. Derhalb sagte er zu ime selbst:
ib Diese zwar ist nicht tVömber, sonder ja so arg als die erste,
wie mir denn auch das Bild gleich Ton an fang angezeigt hat
Damit er aber auch die dritte versuchen könte, schweigt er i
gantz stiU, steht morgens früe auff, und hatte den gantzen tag
biü auff den abendt kein andere gedancken, denn wie er die]
ao ehr und treuwvergessenen Weiher straffen wölte. Demnacli
besucht er auch die dritte, so ir Wohnung ob dem Fluti hat:]
unnd wiewol er iro nichts bessers , denn den andern zweyiu^ '
zutrauwet, nichts desto[ 241] weniger umbfahet und liebet er
sie, und vertreib mit iro die zeit biß in die nacht in lieblidiea .
2 bar] aic! 16 von] vo.
6 fleissipr] ztisütK. 9 hatitfeu] tnonte. 10 achimpffet mit iro]1
in amoroai piiiceri dolcemente si tratenea. 11 ureacb , , . vertragen] j
vwdeudo^ che colei» ö. cui la veste d' artneHiui, che le mamniene legier*
uiente le hu.vea toccate^ bavea ei ^ran ntoledtia recaia, che qaa&i [m\
fece tramortire. uod Bi sentiva dalle ßpinote legna offendere. 16
mir . . . bat] et hör conos&o, che vertäsimo giadicio anco di lei )a statoa
fece. 17 Damit , . , wölte] Nondimeno il tutto con ailentio trApar
saudo, 4 giacerai ritornato, la ^egueute notte per poter anco della teina
isperieuxa fare, con j^rajj diaio aspettava. Hör la niattina per tempo
levatoai iiisin' alla hora di Vespro uiun' altra coba per lo p<?nsiero ri-
volgea^ che cotne haves^e le acelerate donue k caHtigare. 21 deHur^hti
fatta alla presanxa iua veiiire. 23 umbfahet . * . sie] la comiod^j
carezzare.
127
und schönen gesprechen. Als non das Nachtmahl zugericht,
setzen sie sich zu Tisch, und nach Vollendung desselbigen, als
man ein gute weil die liebliche Music gehört, gehn sie schlaffen.
Der Fürst ist sehr freundlich und holdselig mit iro, doch mit
ft grossem verlangen auch ir falschheit zu erfahren, sagt debhalb
Ober ein kleine weil, er wolle, dieweil er mUd sej, schlaffen.
Die Jungfrauw vermeint nichts anders, denn der Fürst schon
hart entschlaffen were, steht von ime, wie zuvor die andern
auch gethan, auff, öffnet in aller stille die Thür, schleicht die
10 Stegen oder Treppen gegen dem Fluß hinab, zeucht ire Kleider
aoü, bindet sie auff den Kopff, nimpt ein groG irrdin Geschirr, so
hierzu verordnet, legte sich mit dem [242] Leib, damit sie nit er-
truncke, darauff, unnd schwümmet über den FluB : daselbst wird
sie unverzogenlich von einem Pauren umbfangen, unnd am Gestad
16 deb Flusses nach beider willen gehandlet. Solches alles hatte der
Ffirst genugsam gesehen, denn er auch vom Bett auffgestanden, und
iro heimlich nachgefolgt, und wol wargenommen, daü die gleich
so arg was, als die andern zwo, wie ihm denn auch zuvor das
Bild mit Lachen gnugsam angezeigt: denn die vorhin, da das
«0 Schifflein im See undergienge, sterben wolt, und ir Angesicht
bedecket, damit sie nicht von Mennleinen der Fischen gesehen
wurde, schwümmet jetz mit grosser gefahr ires Lebens über
den FluG. Nichts destoweniger , damit der Fürst auch der
*
4 ist sehr ... iro] coricatosi. 7 Die Jungfrauw . . . were] il
che havendole agevolmente persuaso, et giudicando ella, che egli veni-
mente fusse addormentato. 10 Stegen oder Treppen] scala. zeucht
. . . Kopff] postisi i panni in capo. 1 1 so hierzu verordnet] che quivi
vuoto si ritruovava. 12 legte ... darauff] sotto le braccia messolsi, per
non 8* affogare. 14 unverzogenlich] zusatz. am Gestad . . .
gehandletj sopra V argine del fiume tutte [1611 richtig tutti] dua cori-
catisi, amorosamente per buon spatio di temiK) si dilettarono. 18 wie
ihm denn . . . Fluß] laquale havendo finto di tramortire per una pic-
ciol navicella, che nel lago vide dal vento esser sommersa, et la faccia,
ä fine che i pesci maschi non la vedessero, si coperse, con taiito x)en-
colo il fiume passando, veramente di fraude et inganno esser ripiena,
col rider suo havea la statua dimostrato. 2^^ Nichts destoweniger . . .
frQe auffj Nondimeno non facendo egli di ciö motto alcuno, nella ca-
niera se ne ritomö, et al letto gittosene, il seguente giomo con gran
disio aspettava per t'ar della quarta ancora V istessa prova, che dell*
altre tre fatta havea. Et la mattina per tempo levatosi, . . .
128
vierdten arlit luind iiatur erfahren möge, [243] schweigt
still, geht wider zu Bett, steht morgens früe anif, uuud ah i
bili aufi" den Abendt all seine Gescheffit vemcht, verfügt
sich zu der vierdten Jünijffrauwen, unml gehet mit iro io ein
6 schüuen Garten spatzieren. Als sie daselbst mit mäncherlt»!
reilen die zeit, biß es späht worden, hingebracht, setzen
sich zum Tisch, welcher sehr köstlich zugericht, unnd »eial
frölich. Als man nach Essens etliche schöne^ liebliche Oesangj
mind Seitenspiel gehört, geht man zu Bett: unnd nach fie
10 freundtlichen Gesprechen, thut der Fürst dergleichen, ab
er luirt entschlaffen. I>ie Juugfrauw stehet giintz still ro
Bett auff, legt sich au, nimpt ein BUclilein in die Hand, geh«
nicht weit von dannen in ein Kämmerlein, unnd hättet. [244]
Der Fürst, so diß alles wargenommen, vermeinet nichts ander»,
jr> denn dab auch diese io betriegen wolle, steht auch auff, legt^
sich an , unnd gehet ir allgemach nach ; und wiewol er su
betten sähe, wolt er doch nicht glauben, daü solchs auß rechtem*]
hertzen gienge, unnd kein betrug darhinder steckte. Als
nun ir Gebett vollendet, gehet sie widerumb der Thüren ml
ao der Fürst aber, damit er Ton iro nicht ersehen wurde, eih
schnei wider in die kammern, unnd legt sich an das Bett, Die^
Jungfmuw folgt hernacli, zeucht sich gantz still ab, unnd legt
sich wider an die seiteu deß Fürsten, Aber der Fürst wolffl
darumb nicht glauben , daß diese so gar frorab were ; damit
'i- er aber gewüß werde, ob diß ein falsche heiligkeit seye, od«*r
nicht, ligt er vier nacht einandern nach bey iro, und siebet sil
m
B nach Esaenaj aic !
3 verfügt . . . hiugeUraebt] diede ordine, che la giovane haveinel
lai k viniire, collaquale rml giardino sino el\ tardo in varü ra^^on
üienti il teni|io pasaando, ... 7 welcher . » , zugericht) che qoifl
riccamente era pre[jarata, uimd »ein frOlicb] Kusat%. 8 Ala
gehört] al ine di eBsa [= mensaj cob finisainii juoni et caiiti pervennU
9 viel fremidtUrhen] varÜ. 16 allgemach] seuza atcuno rorooi^
17 daB Bülchß , . . Kt^jckte] che buona fuese. IS Als , . . foUend
ma dimorato alquanto, et venuta ella al öne delF orationt*. 20 eild
, . . Bc^tt I al letto se ne ritornö. 26 ligt , , . bey iro] havcndo dilij
berato di aeco 1e tre aegxienti nMi giacere« per cotal spatio di iem]i
»eeo la rit^nne. und ziehet . . . gerecht seinj et acoortoai, che vem-'
129
Me nacht ir Gebett vollbringen, und hieDe[245]ben warbafftig,
mb, tugendtsam unnd gerecht sein: derhalb er bey ime
i gedenckt, solche zu seinem Weib zunemmen, die andern
aber timb bet^angene ire Ijaster der gebar nach zu straften.
Es hatte dieser Fürst an seinem Hoff viel wilde Thier, welche
er offt zu einem schauwspieK sich damit zu belustigen, mit
einandem streiten liesse, under andern aber ein öberauli wild
unjid grausam Maulthier. An einem abend spat berüift er et-
liche seiner knechten, bevilhet inen gemeldt M;uilthier auß sei*
nem gewohnlichen Stall, in den Stall, da das treuwlose Weib
deß nachts den Stallmeister heim zusuchen pflegt, zuführen imd
anzubinden. Damit aber es vom Stallmeister nicht wider hin-
weg geftirt werde, gibt er Ordnung, daß sie die selbige nacht
bey ime im Stall bleiben sollen : unnd laßt demnach die [246]
Jiingfranw, so ir Wohnung ob dem Stall hat, zu sich berüffen.
Dieselbig ist dem Gebott gehorsam, kompt ohn verzug zum
Forsten, wirdt mit frolichem Angesicht unnd freiindtlich von
im entp fangen, und die weil er ein gantz köstlich mahl zurichten
lassen, sitzet er mit iro zu Tisch. Als man nun mit allerley
p kiistlichen speisen unnd getränck sich ersettigt, auch mit herr-
lichem Qeeang unnd Seitenspiel sich erluatigt, unnd späht was
worden, hept man Tisch aufl", unnd nimpt der Ftlrst die Jung-
frauw bey der Hand, gehet mit ihr in die Kammern, diesetbige
nacht bey iro zu schhiften. So bald der Fftrst an das Bett
^ kompt, hept er an dergleichen zuthun, als ob er sehr mfUl
were onnd schlieffe. Das lose Weib, wie sie vormals auch
mente la ^ovane buona et virtuoaa era, havendola continuamente ve-
duta k perseverare neir omtione.
4 der gebQr nach] rigidamente. 8 berüfft . . . knechten) chiamati
uoa fiera al tardo i suoi servi, et con essi nelta atalla enUato. 9 aaß
seiDem gewohnl leben Stall J dal luogo, dove ai ritrovava. 10 m den
- . . pflegt] dove egli Bajiea, che la rea femiita havea ä. pasaare, 12 aber]
il che poacia che fa da loro esseqiiito. 14 bey ime] iDBieme col
stalliere. demnach] ritomato nella eamera aua. 17 nnnd freandt-
lieh] Zusatz. 19 mit allerley . . . ersettigt] zusaU* 20 herrlichem
. . . Seitenspiel] suoni et canti, 23 gehet . . . schlaH'en] la meno
aeco ä giacere. 26 Das lose Weih] ii che dalla vil femina veduto,
havendo ella V animo al suo stalliere.
tso
gethan, stehet vom Bett, su still müglich, auff, legt [247] m
an, gehet die Treppen gegen dem Stall hinab, in hotl'nung i;
St^meiBter zti tiiiden: kompt also in den Stall, und an
orht da vorgemeldt wilde Maiilthier stunde, das schlecht unni
5 beisset das Weib so erbermlich and grausam, daG sie nicht
lang darnach ellendiglich ihren Geist auttgeben. Morgens wirdt
solches dem Fürsten von den Knechten, so bey dem Stallmeister
die nacht im Stall, laut ires bevelchß, gewesen, angezeigt ; uimii
wiewol der Fürst, als wenn es im sehr leid, sich gesteilen oder
10 gebaren thete , was er doch solcher nenwenzeitmig sehr fro.
Und weil er im fürgenoiumeu, die andern zwo auch, als wol-
verdient, hinzurichten, schickt er nach deren, so ihr Losameot
ob der Küchen hat, nnnd ist mit dieser gleich fahls , wie mit
der vorigen, so das Maultbier umbgebracht, frölich nnnd [248]
16 holdselig : und nach dem sie mit einanderen das Nachtmal ge-
nommen, auch sehr wol tractiert worden, darzu zimlicb spath
was, geht er mit iro schlaffen : hat aber gleich wol zuvor seinem
geheimisten Kümmerling befohlen, die vier obersten Staffel der
Treppen, so in die Küchen gienge, hinweg zu brechen, welches
m denn voll komm enlich von im verrichtet worden. Der Für«t,
nach langem nnnd liebUchem Gesprech , so er mit der Jung-
frauwen gehalten, thut jetz dergleichen* als wenn er starck
schlieffe: daromb das nngetreuwe Weib, so den Koch mehj
denn den Fürsten liebet, allgemach von dem Bett außstei
afv nini[*t ire Kleider imder den Arm, geht der Stügen zu, u;
als sie die erste Staffel , welche sampt dreyen andern abge-
brochen worden, antretten wil, feit sie die Treppen hin nnder,
unnd weil der faal hoch, [249] stirbt sie deß fast bald. Von
rck
I
l leg-t sich an] presi i suoi paimi. 2 in hoffnung^ . . . findt^DJ
giudieajido, che U stalliere i^i V havewe ad aspettare, dove V altr»
liata u^pettata 1* havea. 5 erbermlich und grautiam] fieramente. djtl»
. . autt'gebenl che in i>oco spatio di tempo gli diede aspra et crudel
niorte. B die nacht . . , hevelchs) zuaatz- 9 sich . . thet«] mi^
Strasse. 10 was . , froj incredihil letitia gl' apportarono. 11 aU
wol verdient] zusatz. 14 frölich . . . worden] cenato et lietaioAnt«
tratenutOBi. 16 ziralich] zu^atz.. 22 als . , . schlieffe] d' addorm«»*
tarsi. 23 den Koch . . HfibetJ non il principe , ma il cnoco «uo
ard entern ente amava 28 stirbt . . . bald] tutte V osaa rompendcNii
incontanente di qne^ta vita passd.
181
welchem der Fürst ^antz frölich in im selbst wird, wiewol er
gegen dem, so im diese zeittung gebracht, sich sehr beküm-
mert znsein erzeiget. Nim was noch die dritte, an deren sich
der Fürst noch nicht gerochen, überig: schicket derhalb deß
h anderen tags nach iro, entpfahet sie gantz freundlich, und nach
dem er mit lieblichem geschwätz ein Zeitlang mit ihr geredt,
das Nachtessen auch genommen, geht er mit ir, wie zuvor mit
den andern beyden auch beschehen, an ir Beth. Es hat aber
zuvor der Fürst mit einem getreuwen Herrn seines Hoffs ab-
10 geredt, und bevelch geben, daß er das irrdinn Geschirr, mit
welchem sie über den Fluß schwimmen können, hinweg thun,
unnd ein anders, so diesem gleichförmig, aber ungebrannt were,
an sein statt ordnen solte: welches nach deß Fürsten willen
fleissig verriebt [250] und versehen worden. Nach langem,
16 freundtlichem und holdseligem gesprech, so der Fürst mit der
Jungfrauwen gehalten, gestelt er sich, als ob er hart einge-
schlaffen. Sie harret nicht lang, steht gantz still vom Fürsten
aufF, nimpt ire Kleyder under den Arm, geht zu der Kammern
auß, unnd dem Fluß zu, bindet ihre Kleider auff den Kopif,
10 nimpt das ungebrante Geschirr, nicht anders, denn es das recht
und erste sey, vermeinende, legt sich mit in den Fluß, geht
nnder, unnd ei-trinckt. Das wirdt morgens dem Fürsten an-
gezeigt, welcher, weil er sich aller gebür nach an disen dreyen
treuwlosen Weibern gerochen, wirdt hiedurch hertzlich ei*-
tofreuwt: unnd dieweil er wol gesehen unnd wargenommen, daß
die vierdte Jungfrau w dem Gebett gantz ergeben, darzu mit
«
1 frölich] lieto et allegro. 4 deL^ anderen tags] il seguentc
^omo 8U M tardo. 9 zuvor] il giorno. einem . . . Hoffs] im in-
timo SUD baronc. 13 nacli de(^ FQrBtcn willen] zusatz. 14 yerricht.
nnd versehen] essequito. Nach . . . eingeschl äffen] Her essendosi il
Prencipe colla rea foinina coricatosi, et con essa di amorosi succesai
havendo lungament« divisato, si come V altre fiate fatto havea, iinse
di addormentarni. 18 under den Arm] zusatz. 21 in den Fluß . . .
ertrinckt] nel fiume, dove sommergendosi il vaso, percioche cmdo era,
ella anco sabitamente s' affogö. 23 aller gebür nach] si rigidamente.
25 unnd dieweil . . . vollzogen] poscia volendo al pensier suo intero
compimento dare, la quarta giovane, quäle alV oratione tutta era ri-
volta, per la bontä et rare virtü, ch' in lei scorse, prendendo per moglie,
face con grandisRima solennitä le sponsalitie celebrare.
9*
132
sonderbarer tiigeiidt und frombkeit bega[2ril]bet, nin»pt er sie
ime zu einem Weib, nnd wirdt die hoi^iieit gauiz stattlich unnd
mit grosser herrligkeit vollzogen. Es stehet auch nicht lange
jar an, so überkompt der Fürst von iren drey schöne Sohn, von
fi welchem seine Herreu uniid Lehentrager, so gerjj Kinder von im
geseben, viel trost unnd frend entpfiengen, und lebten alao lange
jar mit einandeni in gantz ruhi-
gem, gutem, glttcka eil gern
und fridsamen
19 leben.
Sambstag. 6*
Wiewol Berannis der Keyser sich deß kleglichen t^xlt^ der
dreyen Weiboni selir erbarmet, mißfiel im doch und sclialtr
sehr übel ir falsch hertz und begangne [252] milihandluQ^:
i& und nach dem er hiervon zu reden auffgehört, gibt er Ordnung,
dali sich auff den andern tag jedermann in braun bekleiden
solte, wie denn auch der sechste Palast, in welchen man mor-
gens kommen und verrücken raufite, zu geriebt was. Am Samb-
at^g stunde jedermann bey zeit auff, machte sich in gemeldter
20 kleidtmg auff die Straß ^ und kamen in drey stunden zum Pa-
last, in welchem Beramus die sechste Jungfrauw findet, nimpt
die bey der Hand» und haltet mit iro ein lang, schön und lieb^fl
lieh Gesprech. Nach dem setzet man sich zu Tisch, welch^^
mit herrlichen unnd köstlichen Speisen überflüssig zugericht
2& waren. Nach dem essen geht Beramus , sein mitti^ig rohe sn
haben, in sein Kammern, bevilhet demnach ime den sechstes
5 Lehentrager] sie! 28 welche . . . waren] aicl
4 9i'h5ne t^öhn) figliuoU maschi. 5 Herren unnd liehen t^ra^er] va»-
nfdli. 6 und lebten . . . leben] Gt col la moglie in virtuose opre
tutto di tratenendoai , molti EUini tranqullla et felice vita passarono.
U Sambstag. 6.j zusatx. 12 deB . . . Weibern] il caao alle tre mal-
vagie fem ine avenuto, per la cmdele et aspra aort« di morie dal pren
cipe MuHStilmano lor data. 18 kommen und verrücken] cavalcjMi!
Am . . . SlraßJ oiide poaioai il Sabbato mattina per tempo con tulti
i äuoi baroni in caniino. 22 ein lang , , , Geaprecb] varii ra^ooft*
menti. 24 herrlichen . . . Speisen] nobiliBBime Tivande.
133
Neuweuxeiter zu berUffeu, AU nun der für in kommen, ge-
[253]büreiKk iiuiid iinderthetjige revereiitz im bewiesen, hepfc
er sein neuwezeittimg oder geschieht mit aolchen Worten an,
und sagt:
6 In Serger. meinem Heben Vatterland, sehr weit von hinnen
gelegen, welches, wegen schöner Gärten, lustiger unnd lauterer
Brunnen, über die maß lieblich unnd berömpt ist, ligt ein Statt
am Meer; die wirdt Letzer genennet, in deren wonet vor kurtzen
jaren Mnssulmanmis ein König, der erzeigete sich nicht allein
to gegen seinen Bürgern und ünderthanen , sonder auch gegen
den frömbden unnd AuL^ lendischen, jeder zeit freundtlich, dar-
dnrch er denn ein guten Nammen, und gunst bey meniglichen
überkommen, deßhalb sein Statt stets reicher Kauffleuten, Christen
unnd Heyden, voU was* Nach seinem todt folgte im sein Sohn
u im Ileich, aber nicht in [254] tugendeu nach : darumb ward
er so wol von frömbden, als auch von den seinen, sehr ge-
hasset. Dieser ursach halb verliease auch der mehrtheil Kautf-
leut die Statt, mand bleiben wenig darinn, under welchen waren
zwen alte, reiche unnd groß geachte Menner, die waren Christen,
so der wegen auch hertzliche freund. Diese kamen eins tags zu-
sammen, unnd nach dem je einer dem andern geklagt, ob wol
ime Gott viel Ehr unnd Gutfc verliehen , so hette er in doch
bißher mit keinem Kind, deß er sich sehr bekümmerte, be-
gäbet, machen sie mit einanderen einen pact, wo es Gott
18 bleiben] nc!
l Neuwen^eiter] novellatore. gebürende unnd underthenige]
hmuil, 3 neuwezeittaDg oder geschieht] noveUa. 7 lieblich unnd
berQmpt] vago. 8 vor kurtzen jaren] gia. 9 MuBsulmannu» ein
König] nno gran Re \fu««ulmaiio. nicht allein . . . Anßlendigclien]
i cittadini et forastieri. 11 jeder 'leit] auaatx. dtirdurch . . . über-
kommen] in poco äpacio di tempo assat famoao divenne. 14 Heyden]
Saraceni. folgte . . . daramb] il figUuol succeae, ilquale dalla virtu
del padre assai luntano« sendo & oiaaeheduno per la malTagia sua na-
tara molesto et ^ave aaaai, . , , 17 der mehrtheil] gran parte.
18 ünder welchen . , . begäbet] tra qnali furono due vecchi, cariBsimi
amlci» bnomini di grande hoaore et di gran thesoro padroni « i qaali
easendo Christiani et i coinmandamenti di Dio oaservando, ove havea-
aero ha?aii figliuoli, lieta e tranquilla rita compiutamente harrebbono
paasaia. Di che aendosi un g'iQrno iu^ieme dolnti« . , ,
134
(Jas sie hertzlich Ijegertet») mitler zeit also fögon, daß sie
und einer ein Sohn, der ander aber ein Tochter bekamen,
wolten sie ilie, so aie Mannbar wurden, zusammen verheuraÜien,
Nicht lange zeit steht es an. es werden diese [255 | zwen alte«
» irem begeren mich erfröuwt: denn grad aufF einen tag gebirt
das eine Weib einen Sohn, der wirdt Feristenus, die ander aber
ein Tochter, die wirdt GiuUa genennet, beyde wunderbarer
ächöne: die werden, biü man sie in die Schul! schicken kau«
aehr wol anfferzoj^en. Demnach werden sie» schreiben, lefien,
la auch gute tngendt imnd sittgn zu lehrnen, einem frommen unnd
gelehrten Mann vertraowet: unnd dieweil sie von Natur mit
lien'lichem verstand begäbet, fassen sie gantz leichtlich allifs
das, so inen von ihrem verstentligen Lehrmeister gezeiget unurl
fiirgeben wirdt: und mewol diese zwey Kind noch in ihrer
iirer I
tig^
16 zarten jugendt waren, liebten sie doch einanderen so einbrtlnsti]
hell, dab keines ohne das ander lang sein mochte*
Es konte dieser Lehrmeister, [256] ander andern seiueu
kUnsten, von Rosen und andern Bkimen dermasaeu so schoi
Kindlein, Puppen oder Docketen niacheo, daß er eines jede
'M Mensclien Angesicht, es were gleich Weib oder Mann, so kflnsi
lieh, als wenn sie abcontrafeifc weren, Ibrmiereu und abmalt'
konte. Zu dieser lieblichen Kunst hatten die zwoy Kind ei
solche liebe und lost, daLs sie auch iren Lehrmeister in kuj
zeit weit Übertreffen waren. Es was jetz die Tochter zwiil:
r^ jar alt worden, und hat in allen tugenden, unnd was sich einei
solchen Alter gebürt, genugsam ziigejiommen, wirdt deGhali
zu liauli gefordert^ mind der Muter zu verwaren wider übe]
1 fügen] iic! 19 Docketen] sie!
1 daa . , , begerten] zuflatz. 3 «o . , wurdeD] ^iusaU. 5 >rr*d|
quasi» 5 gebirt] eon gntndisähtic» lor conteuto parloriroau, i* Ken*
ötenusl Feriflteno. 9 selir wol] vittuosamente. schreiben . . , »ittctii
et letere et costumi. II und iJiewt^il aio] na and^ lüro il ponsit*r
fallito, |>ereioclte easendo . , . 12 gantz leichtlich ] ^usots, 13 jpe-
zeiget unnd für^eben] Ln^egnato. 15 so einbrütiBtiglichJ si faitatnent«.j
19 Kindlein , . Docketen] raaazuoH. machen J acconciare. 20 i
ktlnatlich . . . abmalen] fi^urare. 23 auch) in quella aucbe, olii
r altre virta. 27 au Haaß gefordert] levatala d&tla aoola.
135
geben. Feristenus, als der von seiner Giulla, die er so sehr
liebet, gescheiden sein muß, vermeint nicht anders, denn vor
kummer müsse er sterben: welches ein gantz jar wä[257]ret,
und von tag zu tag erger ward. Damit er nun endtlich sein
• grosse liebe iren zuwüssen thete, machet er auff ein zeit von
Kosen und andern schönen wolriechenden Blumen ein überauß
künstliches Ejndlein, in welchem seiner lieben Giulla Auge-
sicht dermassen erschein, als wenn sie lebendig vor Augen
stiende: dieses schicket er iro durch einen Knecht zu Hauli.
10 Oiulla, als sie diese edle unnd schöne Gab entpfangen, küsset
sie die zum offtermal, laufft von stundan in iren Garten, bricht
mancherley Blumen ab, machet daran ß ein Bildlein, welches
Feristeni Angesicht nicht anders, denn wenn es von einem
kunstreichen Meister gemalet worden, anbildet, und schicket
15 im solches bey seinem Diener hiergegen. Ob wol Feristenus
diese Schencke mit grosser freuwd entpfieng, fiele er doch,
wegen grosser [258] liebe der Giulla, bald hernach in grosse
kranckheit. Der Vatter Feristeni, als ein verstendiger Mann,
kont wol abnemmen, daß die kranckheit seines Sohns kein an-
M dem Ursprung hatte , denn die grosse und einbrünstige liebe,
die er gegen und zu Giulla trug, geht von stundan zu irem
Vatter, findet die Tochter, gleich seinem Sohn, in einem Spital
(wie man spricht) siech und kranck ligen, unnd sagt zu ihm :
Es wil, mein freund, wie du selbst wol siebest, damit wir
25 unser Kinder bey leben erhalten, hoch von nöten sein, daß wir
unserer alten abred nach ein Heuraht machen. Dein Tochter
ist nun Mannbar, so ist mein Sohn, dieselbige zu seinem Weib
11 zum offtermal] sie!
1 Feristenus] di che Feristeno dqloroso quanto mai alcun' altro
fasse. 4 erger ward] sentendosi maggiormente deir amore di lei
trafitto. sein grosse Liebe] ciö. 6 schönen wolriechenden] zusatz.
7 Kindlein] mazzuolo. seiner lieben Giulla] di lei. 8 als . . . stiende]
yiva. 9 dieses . . . iro] secretamente glielo mandö. 10 entpfangen]
ricevuto dal suo Feristeno, ilqual' ella sopra ogni altra cosa amava.
12 machet . . . anbildet] in un mazzuolo il vivo suo ritratto et di Feri-
steno havendo figurato. 18 als . . . Mann] zusatz. 20 grosse und
einbrünstige] soverchio. 22 findet . . . ligen] laquale per V istesso
accidente ne' medesimi termini si ritrovava. 24 Es wil . . . machen]
I patti, amico carissimo, si vogliono osservare.
136
zu baben, sehr geneigt, Derbalb bitt icb dich, claniit wir unser
Kiuiler irer kranckheit entledigen, du wollest daran sein, daß
die Iloclizeit ohne ver[259]zug fürgenoiniuen werde. Solche« h
zuthun ist der Qiulla Vatter wol zu frieden: al&o richten sieV
u ein groß Fest zu, unnd wirdt die Hochzeit sehr herrlich unnd
stattlich gehalten. Es was Giiilla die Hochzeiterin , wie oben
gehört, mit wunderbarer schöne von Gott, begäbet, derhalb auch i
in der gantzen Statt viel von iro geredt ward. SoUich ge-fl
schrey kompt auch für die Ohren deti Königs, imnd die weil sie"
10 also sehr golopt ward , hat er grosse begierd sie zu »eheu»
schicket seine Diener nach den zweyen Alten, bevilhet ihnen
noch denselbigen tag ihre Kinder, so den tag Hochzeit hielten,
tllr sein gegenwürtigkeit zu bringen. Diesem Gebott sein ilie
zwen alten Vätter gehorsam, führen ihre Kinder in köstlichen
ih unnd schönen Kleidern, irem stand nit un[260]gemeLs ftlr dei
König. So bald nun Giulla von ime ersehen, betlunckfc in ihf
schöne das geschrey hiervon außgossen weit ilbertr«*ffen» unnd.
wirdt von stnndan gegen ir in unsegliche liebe entzünd«
kehret sich hiemit gegen Feristeno, unnd spricht: Ich gebeul
:ü dir, daß du umb ein ander Weib dich nnibsehest, denn di
junge Tochter wirdt ich mir behalten, unnd vvo du das nichlj
in dreyen tagen thun wirst» will ich dich ohn alle guad vom
leben zum todt richten lassen. Von solchen Worten wanl Feri^
stenus gar sehr traurig und betrübt, und sagt; Gnedigster Herr,
2 «ein] das b ist abgeaprungen.
1 damit . . . entledigen] per poter loro. che si ardentemeute
amano, da certa morte liberare. 3 Hochzeitl sponaalitie. 5 sei
. . . stattlich] aolennemente. Ö Hochzeiterin] fanciulhi. wie ol
gehört] sfiuaatz. 7 mit . . . begäbet] di maravigliosa belle-Äia. der
halb . . . ward] znaatz. 9 unnd dieweil . . . sehen] ilquale, t«!
che veduta non V hayeaae, per udire nondiTneno tanto la belta di l«i ij
celebrare, di vederla «i dispoae. U ucbicket . . . Alten] et subitii-
mente fatti per i iaoi ministri di Feristeno et di Giulla i vecchi |>(uln(
h ae cliiamare. 12 Hochzeit hielten] le uponsalitie hareano celebi
14 alten] biJüß. 18 wirdt , . . entÄÜndet] delF amor di lei »ent
do«i fieramenie trafitto. 20 daB du . . , behalten] che ta d" altr»
donna provedendoti, coteata fauciulla habbia per la persona mia k n-
lasciare: percio che io h piacer tnio di lei intando di ditporre. 2*2 will
ich . . , lassen] hai ä aapere, che tncontanente io ti farro 1a tcata d«l
bueto spiccare. 24 Gnedigater Herr] Sire.
137
euwer fürnemiuen beduiickt micli ganb iiobitlicli nnud viel
zustreug sein. Dieweil aber ir soüicbs juil^zufübren gestriwet,
unangeseben, daG ich kern Mord oder Todscblag, noch anders,
so deß Todts würdig, begangen, äo sollen ir wUsseri , so lang
^ [261] mein Hochzeiterin und ich leben, daL> ich sie weder eucb,
noch keinem andern Menschen au ff Erden lassen wird. Mitt
dieser antwort vermeint sich der König zusehr verletzet sein,
auß ursacb : Es hatte diser König ein Tochter unnd ein Bruder,
deraelbige Bruder aber hatte einen Sohn. Nun hatte der alte
to König in seinem Todbeth disem Köaig, als seinem Sohn unnd
Nachfolger im Reich, ernstlich befohlen, er solte nach seinem
Tod sein Tochter seines Bruders iSohn , und keinem andern,
verheurathen. Nach abgang aber deß alten Königs hat dieser
soUicb seines Vatters gebott nicht allein verachtet, sonder auch
1» seinen eignen Bruder nnibbringen, unnd sein selbs leibliche
Tochter, sarapt seines Bruders Sohn, welche beyde dann Ehleut
sein solten, in ewige UefengnuÜ werflen lassen, Auff dieses
Laster [202] vermeint er jetz, habe Feristenus geredt, als ob
er sagen wollen, Nicht ich, sonder du König, als ein Tixlt-
a« schleger deines Brudera, bist deO Tods wtirdig. Derhalb er inn
grimmigen zorn bewegt, gebeut seinen Dieneren Feristenum
zubinden, unnd in GetangenscbatFt biili anfF folgenden tag zu-
bewaren, als dann in das Meer zu verscncken. Demnach wendet
1 gantz . . , zuetreng] atrana nei vero et dura. 2 Die weit . . .
gesinnet) et ä fine die tosto ha^bbiate i1 fiero proponimento vostro ad
tfsaeqiiire. 3 kein . . . begangen] non am nmi d* alcano stato mici-
diale, et perciö di ccital morte, quäl voi mi proponety, io non sia degno.
4 80 lang . . , leben] vivo, 8 Ea hatte . . . deÜ Tod» würdig) per-
cioche hiwetido egii nn 8uo fratello ucciso, a1 cui figliuolo, prima che
*l Ke. Vor padre, della presente vita passaase, i^li fo da !ui imposto, c'
lia?esae ima »na fii^Huola k maritiire, ilqnal misfatto per non luvver ad
ubidire il commandamento del padro conimiset et poscia i1 nipote et la
propria Kgliuola, che gl' havea ad esser moglie k perpctua prigione
condennd: et cononcendosi egli micidiale, et per la rißposta di Ferißteno
degno della morle: Duiique^ diaa' egli fra ae afcesao, coatui per haver'
io il raio fratello ncciBo» altro non mi vuol colle parole sur «ignific«ire,
salvo che non egli, ma io, che micidiale aoiio» di penu capitale debbo
688« re dannato. 22 in Gefangentchafft . , . als dann] incarceratolo,
la segueule matiina per tempo.
er sich gegen dem Vatter der Hochzeiiterin, also Bprecbendta
üuml du öolt wü8sen, daß ich inii kurtzen tagen dein Tocbtef ]
mir, mich Ordnung und gebrauch meines Gesetzes, zu einfuij
Weih neramen wirdt, unnd 90 du dich mir widersetzen wurdis
5 soltu auch also bald tu tiefengnuß gelegt werden. Nach d«
er sein Ked vollendet, aehickut er beyd betrübten Vätter, welche
von dieser ge[263]schicht in grossem trauren unnd jauier stnn»
den, von sich, Wiewol er nun aUein, unud in Hebe gegen j
ßiulla gar verblendt was, hat er doch noch ein Füncklein billig*!
lokeit ia ihm, unml gedenckfc über die wort Feristeni seineri
Doctorn niht zu halten, heisset sie für ihn kommen, erzelletj
ilmen den gantzen handel, wie er sich verloffen, unnd gebeut j
ihnen, ihnje iren raht hierinn mitzutheilen, etc. Als die Doc-|
toruä, was sich verloöen unnd zugetiiigen, deßgleichen dettj
rö Königs begären, von ihme genngsam verstanden, mind
keins wega hej sich finden können, daß der König ein recht-]
rnessige oder befugte nrsach wider Feristenum habe» sagt de
Elteste unJer ihnen: üiiedigster Herr, ich halte darfÜr,
dieser Gefangner Jüng[264]ling, welcher ein Christ ist, wider
20 umb ledig g*^lassen wurde, were es recht gehandelt: denn die
weil er keines Todtschlags oder dergleichen milJsbandlung 211- 1
beschuldigen, were es ja unbillich, daß er den todt leiden solte.
Zu dem, so linden wir in unserem Gesetz» daß Mahoniet ver-
heißt unnd troüwet, alle Mussulmunnos, so einen Christen, der
«Ä sein Tribut gibt» beleidigen, unud ihm gewalt thun , am tag
deß Gerichts schwerlich und mit grossem zorn zu verfolgeo
6 hejd] Bic!
1 Hoch%eitterui] tanciulk. 2 Unnd du . _ gelegfl winnleii| fi Ia,
«ino che altro io ti fatjciii intendere» la Lua ÜgUiiolw, quäle fra |*ochi
giorui secanda la legge mia dt spoiiire mtetido, |.«re880 di te euäiodirai.
7 trauren unnd jamer] confuaioue. 9 gu.r verb!tindt] ßerameute acce«o.
billigkcit] ragione. 13 etc ] j^usatz. 14 was . Wj^kreii] la |»n)'
poäta dal He lor fatta. lü rechtniessige . . ur&ach] ragioue, 19 iit-
fangner . , . Christ i«t] giovanetto ChrLstiano, *iU dieweÜ . . . to*
büachuldifjen] non esHcndo egli stato micidiale. 23 verbetGt unnd
tröuwet] ci pronieLte. 24 so . . . t\n\u\ i qyivli h Christiani iribut&rii
aicuna tngiuria barninuo fatta. 26 zu verfolgen und su straffenl
perseguitare.
139
und zu straffen. Wiewol diese wort dem König ein grossen
schrecken gebracht, endert er doch darumb sein gransam für-
nemmen nicht, sonder schicket von neu wem nach seinen Die-
nern, gebeut inen kOnffkigen morgen den armen Feristenuni
& in das Meer zu versencken. Gott aber, ein gerechter Be-
schirmer der Unschuld deG Jünglings, will in von der unge-
[265]rechten urtheil erlösen, und seinen alten unnd betrüpten
Vatter trösten, hilfft derhalb dem Jüngling nachfolgender ge-
stalt auß der Gefengnus. Es hat der Schulmeister Feristeni
it einen Sohn, Giassemen genannt , welcher neben andern seineu
küusten und tugenden, auch under der Erden, mit hilff und
krafft einer Ruten, in kurtzer zeit ein viertheil meil wegs lani^,
oder mehr, graben konte, und mit derselbigen Ruten konte or
auch ein jede grosse unnd dicke Mawren brechen , demnach
15 dermassen wider auffrichteu , dab kein Mensch . wie weiß und
geschickt er auch were, daß etwas nidergebrochen, sehen oder
spüren mocht. Dieser Giassemen, als er die grausame Urtheil
deß Königs wider Feristenum , den er sehr lieb hat, vernom-
men, understehet in mit seiner kunst zuerledigen, geht zu seinem
ao deß Feri[266]steui Vatter, zeigt ihme sein meinung an, unnd
tröstet ine. Als nun die nacht verbanden, geht Giassemen gegen
dem ohrt da Feristenus gelangen lag, grabt mit hilff seiner
Ruten under der Erden biß zum orht der Gefiingenschafft,
unnd als er die Mauren gebrochen, findet er den armen Jttng-
S6 ling in der Gefengnus, rUfi't im, nimpt in bej der Hund, unnd
nach dem sie ein gute zeit mit einandern geredt, tröstet er in,
unnd verheisset ihm zuverschafien, daß er mit grossen freudeu
2 schrecken I timore. 6 von . . . urtheil] dair ingiusta senteuza
del Re. 7 alten] iui88[!]ero. 11 kOnsten und tugenden] virtu. 12 ein
viertheil meilj tre et quattro miglia. 14 grosse unnd dicke] grosso.
15 weiü und geschickt] accorto. 16 (la(5 . . . mocht] se ne sarebbe
giamai potuto avedere. 17 Dieser Giassemen] cotcsto giovane d* uno
lungo viaggio V istesso giorno deir uccidente ä Feristeno avenuto al
tardo ritornato. die grausame Urtheil] la crudole et ingiusta sen-
tenza. 19 seinem defA Feristeni] di lui. 22 grabt] si fece
la via. 24 den armen Jünglitig] il misero giovanetto, che in sante
orationi dimorava. 26 tröstet er in] lo preijrö a stare di buon*
animo.
140
ra er
sieb mit seiner lieben Giulla iiocb ergeizeu werde: mit dieseti
Worten nitupt er ihn auß der Gefengnuß, uimd nach dem er
die Mauren wider gemacht, führet er in zu seinem alten ui
bekümmerten Vatter : welcher* als er in ersehen, umbfahet \
^ ihn, unnd liept vor grossen frenden an zu weinen- Die^
[267] aber kein überige zeit, lang miteinandern sich zu under-
reden, verbanden, kehret er sich gegen Giassemen , sagt im
aller gebür nach dauck, mit freundtlicher bitt, dieweil er seinen
Sohn bey dem Lehen erhalten, er wölte weiter sorg für in
» tragen, und in etwan in der Ötatt an ein sicher orht verbergen,
biß man bessere gelegenheit, die sach weiter anzugreiffen, bab||y
möchte. Giassemen erzeiget sich willig, entpfahet von d^|
Alten etlich Geld zu ihrer underhaltung, besteht ein Haus an
der Rinckmauren der Statt gelegen , und führet Feristenu^
-darein. So bald es tag worden, gehu die Diener deß Kon^|
gantz still der gefengnuß zu, den bevelch ires Herren zuver-
richten : und als sie hinein kommen, Peristenum aber nit finden,
brennen sie liechter an, zubesichtigen wo er hin auß kommen.
und ob nichts gebrochen : [268] als sie aber nichts sehen oder
' mcrcken können, iauifen sie mit grosser forcht zu den Itätben
deß Königs, nnd zeigen solches an. Hie wirdt neben grosser
Verwunderung, viel unnd niancberley von dieser unerhörten sacli
geredt Etlich vermeinen, dieweil der Jüngling un schuldiglich
eingelegt, sey er auch wunderbarlich wider erlößt unnd ent*
i runnen. Die andern aber stimmen nicht mit, sondern zeigea
f
5 Dieweil . . . zeit) poscia, percioche il gfiorao ai avicinavü
tempo iion cra. 7 »a.gi . * ilanckj quelle gtniie rendutegli, cbe »l
gran benefieio da lui riccvato ai* acconveniano. It biß . , . möcl
sino ^ tantü , che altro havessero pofcuto dtliborare. 12 enipfi
. . underballtingj lioevuta dal vecchio buona aomma dt daaari, et
quelle provisioni fatto» che al vivere lovo erano necefisarie. \S be-
ste bt ein HauL^] tolta una casa a pigione. 18 Iieohter] rnolti luiiii,
Wü er hinauli kümmen] susat^. 19 als »ie . , . können] interA «t
aana la videro. 20 mit grosser forchtj del quäl* accidente tutti %i\
faitl 22 fiel . . , geredt] variamente V int^rpretavano. 23
weil . , . entnianen) cbe non esseudo la prigione in alcuna parte
C]6 era per V innocen/.a de! grovane miracolosamente avenuto. 25
andern . . . etc.J al cbe gli aliri tiou a&sentendo, con dire, che i GhrP
stiani erano earicbi di peccati^ a! Re delto Bcampo di FeriBteno davaoQ
I rolljH
141
ao^ (He ChrißteD seyen ein böG und schalckhafft Vokk, unnd
werden betrug hierin gebraucht haben. Die dritten legen alle
schuld auff deo König, in dem er diese Urtheil wider das Mussul-
mannische Gesetz gesprochen, etc, Die weil sie aber die grau-
» sam Natur deli Königs all wol wüssen , vermeinen sie , man
■ aolle im diese Geschieht nicht anzeigen, denn er vielleicht die
Diener im verdacht haben wurde, als ob [269] sie von Feri-
steno Gelt genommen, und in lauÖen lassen, und sie doßhalb
■ aaü zom zu einem grausamen todt vemrtheilen : bevelhen also
ift den Dienern, sie sollen auß einer andern Gefeognus einen, so
Iden todt wol verschuld t, nenimen, und an statt deist verlornen
in das Meer werffen, demnach dem König anzeigen, sein Ge-
bott seye an Feristeno vollendet. Solches wirdt von den Die-
nern ohn Verzug verrichtet, unnd dem König zeitung gebracht,
i:, wie Feristenus in das Meer geworfien und ertrencket worden.
IWas grosser freud der König darvon entptangen , ist zusagen
unmüglich. Bald darauff fügt er dem Vatter der Giulla zu
wüssen, es sey jetzunder seiner Tochter Breutigara todt, da-
rumb solle er ime die zu Hotf bringen, denn er wolle sie nach
seinem Gesetz ime vermählen. Der forchtsame Alte besorgt,
wo er nicht ge[270]horsam sein, hette er sampt seiner Tochter
kein bessere urtheil, denn Feristenus, zuerwarten: gibt derhalb
L antwort, daß nicht allein er und sein Tochter, sonder alles was
* er hab, in dorn dieiLst und gefallen deG Königs stände. Als
2ft nun die arme Jiingfrauw verstanden , daß sie dem zu theil
werden, und ein solcher sein freud mitt iro haben soll, der
ihren liebsten Feristcnum so sehend tlich umbgebracht, weinet
21 sein] sicl
la eagione, per haver egii fielln. sentenza k lai data contra la legge
Moflsalmana operato.
9 auß %ort]] t\isa.i7.. 11 an statt defi veTlornen] %u»ai/.. 12 sein
. . . ▼oUeudet] di havere la mattiua ]ier iempo k Feristeno 1a niorte
daUi. 15 wie - . . worden] della morte di FeristÄno. 18 Br«titigam]
gia. maritö- '^1 wo er . , zuerwarten] ehe ci6» che k Feristeno
avenato esser credea, alla figliuola sua et ä lui anco non aveniase, ove
al Ke non 1' havesBe aubitamente consi^nata, 24 Ala * . . verstanden]
onde ritrovanilnsi la tnisera fanciulla in »i nn'sero et doloroao atato,
et eotioaeeiiflo. 2r» daB . . , aoll] di dovere da colui esser goduta.
27 flehen dtl ich J crudel.
142
sie bitterlich, unnd als ein verzweifelt Mensch, anderstebet si€
sich selbst timhzubringeu^ erwüacht hie mit eio Messer, und
will das in ir Hertz stechen, wird aber von einer Tochter ir
Sfjugamru, die stets bey und uüib sie wonet, so Achel genennei«!
L hinderhalten: die strafft sie umb dise Ire fürgenonine that sehr]
ernstlich, zeigt iren an, wie es ein »o grober irrthumb sey,
verzweiffluüg fallen, und ioi fahl sie sich selbs [271] leibloß^
gemacht hette, wvirde sie hiemit Gott schwerlich erzürnt, und
ir Leib und Seel in das Hellische Feuwr und ewige Verdam-
To miß gebracht haben. Mit solchen und andern mehr scliönenj
Vermauungen hat sie die Jonglraiiw von ihrem erschröcken-
lichen fürnemmen abgenommen, unnd widermnb ein wenig |
tröst; sagt auch, sie könte nit glauben, ob gleichwol der Köni|^l
sehr Tirannisch, dab er Feristenum töden lassen. AufF das ani«|
u wort die weinende Giulla: Mein liebe Achel, ich erkenne wol
dali du, wegen grosser liebe die du zu mir fcregst, mich in alle]
weg zutrösten^ und von meinem fürnemmen zubringen under^j
stehest. Aber sag mir, umb Gottes willen, wemi ich mich schoo]
selbs nicht umbbringe, sonder bleib bey leben^ raub aber mebe
a<i lieben Fenstern beraubt sein, beduucket dich rahtsam sein, dalli
ich mein [272] Leib unnd JungfrauwgchaÖ't eiuem so grauwm
wütenden Tyrannen, der darzu uneers Christlichen GlauboBi
feiud ist. Übergeben soll? Gar nicht, sagt Achel, will euch
aucb diLJfahls niclit trösten; ich verhotf aber zu Gott dem AU- ,
ifv mechtigeu, er werde Mittel und Weg senden (darzu ich gentl
mein geringe hilff und Habt mittheilen will) da(i wir auli dieser]
noth koiiioieu mögen. Ir wüssen, wie unser ßeichtvattcr voaj
meniglirhen eines frommen und uustreftiicheu Lebens geachtet]
3 will . . . stechen] volendosi con quello avenaiie. 5 umli . . , thatH
di ci6. 8 biemit , , . er/.Qrnt] zusat/.. 9 ir Leib und SeelJ V tinitcia niiLj
]ll anderti , . , Vernutnangen] molt' altre rafjioni. 13 sie kdate . .
UiHscnJ ehe nun cosi agevotuient« s' havea alle ]>aro1e del tinknno
prcätar l'ede, ilqual© d* baver fatto Feristorio morire havea per la ciUij
paleiato» ilche ellii in nisnana guisa creder non potea. 20 Ferisieiu|]
marilo. rahtBam) ragionevole. 21 Leib unnd Jungfrauwscbafn)|
virgiiiita. 24 ich verlioil , , niö^en] perciocbe di voi et tlella fedtJ
di Christo io mi dimostrisrei poco amioa: col cui rtjiit« io «peru» chei'
cotal sciagura aneo troveremo alcim conipen80, 27 Ir wilssen] toi
devete pur Bapere.
148
wirdt, den wollen wir, so es euch gefelli^, von stiuidan zu uns
kommen lassen, und im unser anligen offenbaren, ungezweiti'elter
hoffnung, er werde uns mit Gottes hilff ein guten unnd nutz-
lichen raht geben. Diesen raht lasset ir die traurige GiuUa
5 wol gefallen, und wirdt der Beichtvatter ohn Verzug berilfft,
und nach dem ime alle ding [273] erzellet, wirdt er umb ein
guten raht in solcher traurigen sach gebetten, der kehret sich
zu der weinenden Jungfrauwen, sprechende: Liebe Tochter, so
es uns Menschen übel geht, und gählinge unfäl uns über-
10 fallen, sollen wir darumb nit verzweifflen, sondern zu Christo
unserm lieben Herren lautfen, den selbigen mit demütiger bitt
umb hilff und errettung in unseren nöten anrüffen, denn er
nimmermehr die, so ihm vertrauwen, verlassen wirdt. Für das
erste nun. so wollen wir durch das mittel deß Oebets und
15 Fastens versuchen, ob wir den zom Gottes versühnen können,
in bitten umb Verzeihung unserer Sünden, und daß er in dieser
noht uns beystehn, und durch bequeme mittel, so es nicht
wider in ist, uns helffen wolle. Demnach, so du Giulla für
den König kompst. und ime gebürende reverentz erzeigst, [274]
so soltu also sagen, Allergnedigster Herr, dieweil ich siehe, dali
ir wegen grosser liebe gegen mir, mich für euweren Ehege-
mahel haben wollen, so bitt ich euch gantz demütig und zum
underthenigsten , ir wollen die erste bitt, so ich an euch be-
geren wird, mir nicht abschlagen, nemlich dise, daß ir mir, eh
ab die hochzeit gehalten wirdt, viertzig tag in euwerem Palast,
in einer Kammern zu wohnen und verwart zu werden, etliche
meine geschefft zuverrichten, vergönnen und erlauben wollen.
So zweiffei ich nit, dieweil er dich sehr lieb hat, Gott werdo
2 unser anligen] il biaogno et volonte vostra. 8 so e» . . . über-
fallen] per alcun strano accidente. 11 unserm lieben Herren] zusatz.
12 umb . . . nöten] che ci voj^lia porgere alcuno ajuto. 14 wir| voi
et io insieme. 17 uns beystehn . . . wolle] ci voglia alcun soccorso
dare. 20 Allergnedigster Herr] Sire. dieweil ich . . . wollen] per-
cioche veramente conosco, havendo voi statnito, ch' io vostra sposa sia.
il grande et perf(;tto amore, che mi portate. 22 gantz . . . under-
thenigsten] suppliceniente. 27 vergönnen und erlauben] roncedere.
28 So . . . abschlage] ilche io sono certo, si j)erch' egli ferventeraoute
fci ama, si anco porche il signor Dio cosi permettera, oh' ei non e i)er
negarti.
144
es ako fUgen, daü er dir soUicbs nicbt abschlage. Nach dem^
du nun das von im erlangt, und ein eigen Gemach bekommenjH
soltu mit. embsigem und eiferigem Gebet, auch gebürendeis
Fasten diese viertzig tag zubringen , und also in gedult und
ft hoffnung der hilff Gottes erwarten: so du das thust, bin ich
ge[275]wü(i, daß dich Gott auU aller noht, in dereu du jeta
stehst, erlösen wird. Als der Beichtvatter außgeredt, ist un-
gleublich, wie grossen trost Giulla und Achel von diaeni raht
entp fangen. Als er nun inen den Segen gesprochen, und ui^
ni laub genommen, geht er sein straü. Es steht nit lang an, «
kompt vom Königlichen Hott" ein grosse xal Weiber sehr ko^
lieh bekleidet, die gehn gegen Giulla wonung, sie an den König-
lichen Hotf mit grossem pracht zu begleiten, werden auch von
Giulla gaiiitz frölich und mit lieblichem Angesicht entp fangen:
15 imnd nach dem sie ein Zeitlang allda verharret, geht Giulla
mit irer treu wen Arhel , mit ihrer traurigen Muter, und mit
den Kötir glichen Weibern, dem Palast deß Königs 7a\. Ais nun
der König Giulla znkuntft vernommen, geht er olin verxug die
Treppen deG Palasts hinab, und wartet daselbst [276] mit sampt
•j-Mlen Ffirsteii , Herren und Kittem seines Hoffs. Als sie imn
für sein gegenwürtigkeit kommen, ime, wie sie vom Beicht-^
vatter underwtesen, gebürende reverentz erzeigt, und die zaii
der viertzig tagen begert, werden die iro vom König mit fm-1
lichem gemiU zugelaasen: er rtVtft auch seinen Schatzmeisterl
a(. zu sich, nnnd bevühet iro von Edelgestein ein sehr köstlicht^
schencke zugeben: verordnet hiemit, daß sie und Achel heitn-
3 gebarendem] gebürende. 6 das komma nach noht i«t abge^
Sprüngen. 11 vom Königlichen) vö K^^nigliche.
3 mit , . Gebet] mille Pater noatri al giorno dicendo. 4 and
iiifto . . erwart*?n] zusatz. 6 dich Gott . . . erlöaeo wird| dttila
gniiide diBii venttini, nell äquale hora tu ti ritniovi, serai hberata, 10 er|
il sant' huomo. 11 vom Königliehen Hott*] d' ordine del Re, 12 gegen
Tiiulht wonuugj älla staiua del padre della fanciulla, 13 mit grossem
pracbt) solenn erneute. 14 ganta , . . Aogesicht] con allegra facci«^
16 mit irer treuwen . . > Weibern] colla Bua 6da Achel . . . dalla dolore«
uiadre et ilulle matrone del Re accompagnata. 19 und wartet , .,
Hoff«) nel cortile roii un' honorata compagiiia <h cavallieri la «tavi
aspettando. 2\ ime , . . erzeigt] essequito quanto dal coufettore
inaegnato le fu.
145
lieh in einem orht GKulistana genennt, nicht weit vom König-
lichen Garten, die begerte zeit verwart werden selten. Nicht
weit Tom selbigen was ein ander Gemach, in welchem deß
Königs eigne Tochter gefangen lag, dahin niemandts. denn ein
» alt Weib, welche ein grosse künstlerin was Gärten zupflantzen
tind znzieren, kommen mocht, deren was anch dieses orht be-
Tolhen. Die bekümmerte [277] Giulla was jetz alle tag nach
gegebner ordnnng deß Beichtvatters in irem Gebett und flehen:
begibt sich aber hieneben, daß deß Königs Tochter von dem
!• alten Weib vernommen, daß Ginlla nicht weit von iro ir Woh-
nung bette, nnd dieweil sie sehr gern mit iro geredt, und es
aber nicht zuwegen bringen konte, Hesse sie den Vatter freundt-
lieh bitten, iro solches zu erlauben, welches sie auch erlangt
Solches thnt sie Giulla durch ein.Kammermagt zu wüssen, die
1* geht iro entgegen, entpfahet sie freundtlich und mit frölichem
gemüt Als sie nun ein gute .zeit von mancherley geredt, kom-
men sie letstlich so weit in das gesprech, daß Giulla deß Königs
Tochter, was sich imhalben mit irem Vatter zugetragen und
verloffen, von anfang biß zu end erzellet Deß Königs Tochter
«• erbarmet sich iro sehr, unnd eröffnet ihr [278] hinwider, wie
ir Vatter seinen Bruder hab hinrichten, darzu seines Bruders
Sohn, iren Mann, und auch sie, in lange gefengnuß verschliessen
lassen. Dise zwo Jungfrauwen, dieweil sie all tag zu einandem
kamen, machen gar gute kundtschafft und freundschafft zu-
*
1 einem] eine.
1 in einem . . . Garten] in ona stanza, che nel giardino del pa-
lagio reale era, in un luogo, Giulistano chiamato. 5 zupflantzen und
saueren] di acconciar. 7 alle tagt tutto dl. 10 daß Giulla . . .
bette] la venata di Giulla. 11 und es . . . konte] zusatz. 14 Kammer-
magt] cameriera. die gebt . . . gemüt] da lei fu con allegra faccia
incontrata et ricevuta. 17 Giulla] zusatz. deß Königs Tochter] le.
18 was . . . erzellet] in un lungo ragionamento la disaventura sua da
prineipio ä raccontare. 19 Deß . . . sehr] onde bavendola di se
moBsa k gran compassione, et conosciuto la figliuola del Re con quanta
sicurtii Giulla le miserie sue le havea narrate. 20 wie . . . lassen]
la morte del zio» la prigionia del marito et il lungo tempo, che quivi
il padrc la tenea rinchiusa. 2S all tag] gran parte del giomo.
24 gar . . . freundschafft] una gran domestichessa.
QiafferaSOhne. 10
146
aamnien, also daß letatlich Giülla (weil sie durch das mittel
deß Bettens und Fastens ledig zu werden ^erhofft) auch irer
Gespielen, ob die vielleicht hierdurch auch ledig werden mochte,
diese heimligkeit gedenckt zu entdecken. Es begibt sich ein«
r^ tag 1 als sie gar lang mit einandern von mancherlei red ge-
halten, daß Giulla sagt: Ich weiß gewOß, daß ich mit der hilf
Gottes, unnd durch ein heimligkeit mir von meinem Beicht-
vatter, einem heiligen und frommen Mann, mitgetheilt^ in
knrtzem anli den Henden deß gottlosen Königs entiiinnen, mmd
10 in meinen vorigen Stand kommen [279] wird. Wenn ich denn
gedenck, daß du demnach allein also eingeschlossen und ge-
fangen sein solt, thustu mich hertzlich erbarmen. So du aber
mir hälig 7ai halten verheiasen wilt, wil ich auch dich diser
heimligkeit theilhafftig machen , und dir versprechen , so du
iB anders dir aelbs helffen wilt , daß du dises jamers bald ab-
kommen und ledig werden soÜ Iteß Königs Tochter sagt
Giulla ires geneigten und guten willens grossen danck, vcr-
heisset solchs niemands zusagen, und bittet gantz freund tlicfa
iren nichts zu verhalten, damit sie auch auß disem armen und
ao eilenden stand, in welchem sie lang gewesen, erlößt möge
den. Als nun deß Königs Tochter von Giulla gnugsam under
richtet, tbot sie ein gelüpt, im fal sie sampt irem Ehmann:^
der gefangen schafft möge entlediget werden, sich von stundao
Tauffen zulassen. Giulla sagt ihr danck umh bewiebne liebe,
5 tag] aiol 7 Beichtvatter] Beichuatter.
1 weil > . . verhofftj perche «perava Giulla col secreta, ohel cson-
fesBore inaegnato le havea, di dover toato dalle mani del tiramio Üb
rarsi. 11 alao - . . sein] neüa tiia prig'ionia k ritoanere. 12 Sa
wilt] volendotene tu »ervire. 15 abkommen . . . Bolt] compeniio
troverai. 17 ires . , . willenB] di che. 19 iren nichts zu verhalten^
che ciö gli haYet^s« incontaneitte ad iiisegnare. arinen und eUendeti]
miaero. 20 lang] Kusatz. 21 Als , , . uiiderricbietj onde bavendole
Giulla il tutto »enza aicuno iodugio iapOBto, et verameute parendolet
che con tal secreto bavesse datla prigionia sua ae et il marito k Üb
rare, 22 sampt irem Ehmann] zuaatz. 23 der gefangenfichaffl
werden! nello i»rimiero suo atato fusse restituita. 24 Giulla . . ,
dachtig] Et riBgratiata Giulla della grande amorevolezza, che le hav
dimostro« alla atanza ritoroata, al degiuno et al dire i rnUIe Pater noalit
diede divotamente principio.
147
nimpt [280] von iro nrlanb, geht wider in ihr Wohnung, und
Terricht mit hätten nnnd fasten ir Ampt gantz andächtig. Nach
etlichen tagen kompt iro zunacht im träum fQr, wie sie ihren
lieben Feristenum sehe, welcher mit iro beider eilend beweine,
• nnnd sie freundtlich bitte, dieweil sie seines unfahls ein ursach
aey, wolle sie doch ihm zum wenigsten, damit er etwas trosts
liabe, ein Kindlein von Bösen, an welchem ir Angesicht er-
aeheine, zuschicken. Aber in solchem Traum kan sie nit lang,
wegen deß kummers so sie von Feristeni worten entpfangen,
tt verharren, sonder erwachet also bald,'rüjSet irer Achel, unnd
eraellet iro dieses Gesicht. Als aber Achel Giullam von diesem
Traom sehr betrübt und unmutig sein vermerckt, spricht sie
iro gantz freundtlich und trostlich zu, biß der halle morgen
daher schleicht, ümb dieselbige [281] zeit kompt das alte
tft Weib« von welcher oben gehört, so dieses orhts ein Hüterin
geordnet, hat ein Eörblein voll Rosen abgebrochen, daran ß ein
schön Kindlein gemachet, unnd gibt es der Giulla im Nammen
deß Königs: die nimpt das mit frölichen geberden, sagt der
Alten, dem König soll sie in irem Nammen underthenig danck
M sagen, denn sie halte es für ein glückselig zeichen. Ich muß,
mein Mutter, bekennen, sagt Giulla weiter, daß diese Puppen,
Docken oder Kindlein, so ir mir geben, sehr schön und wol-
gemacht ist: mich bedunckt aber, so ich ein Körblein mit
Boeen hette, wölte ich euch ein andre machen, so mit schöne
n diese weit übertreffen müßte. Dieweil aber das alte Weib sich
ein gewaltige Meisterin oder Künstlerin in denen dingen zusein
vermeinet, verlangt sie zu sehen, wie geschickt doch die jun[282]ge
Tochter in solcher kunst seye, laufft derhalb eilends in Garten,
und bringt iro begerte Rosen. So bald Giulla die entpfangen,
so sitzet sie, sich selbs zu erquicken und etwas zutrösten, nider,
«
2 Nach . . . für] Nelle quai cose havendo gia Giulla alquanti giorni
Gontinnato, parvele una notte in »ogno. 7 ein Kindlein] uno de' suoi
maunoli. 11 dieses Gesicht] il tutto per ordine. 12 sehr . . . sein]
iutta dolorata k lagrimare. 16 Rosen] fresche rose. 17 Kindlein]
mazzuolo. 18 geberden] faccia. 19 danck sagen . . . weiter] k
ringratiare; et havendo ci6 tolto per bnon augurio: Madre mia, alla
vecchiarella disse. 21 Puppen . . . Kindlein] mazzuolo di rose.
24 machen] farei vedere. 26 Meisterin oder Künstlerin] maestra.
30 sitzet . . . nider] per consolare se stessa.
10*
US
will dem begeren B\risteni , im traum ir fQr kommen , grnig
thun, nimpt ein Spiegel für sich, schau wet darein, unnd machet |
ein Kindlein mit solcher kiinst , daß meniglich , wer es mkeA
sie darauB gantz wol erkennen mochte: heisset demnach diel
T* Alte zu ir kommen, gibts iro, unnd sagt: Dieses geben oderi
verschencken, welchem Menschen ihr wollen. Als die Alte das j
in die Hend genommen, unnd gesehen, daß es gar schon, lieb-
lich * unod wol gemacht, darzu das ir weit übertreffen was, gt^
dacht sie, solte es dem König im Nammen der GiuUa über
1« antwort werden, dörffte sie wol das jargelt, so sie wegen deÖ
orhts eingehn hat, verlieren, und [283] Giulla, die in
kunat sie weit übertraft^ an ir statt genommen werden, Der-1
halb sie nit allein dem König solch» nit zu geben willens, son-
dern, damit er nicht etwan ktlnfftiger tagen der Gialla kmist
»& gewar und innen werde, dardurch sie von irera Dienst kommen j
mochte, nimpt sie ir für, in alle Gärten der gantzen Statt ru-
gehn, unnd ob jemandts zufinden, so Giullam in dieser kuns
übertreffe, zuerkundigen, auff daß sie hiemit bey irem Dieostl
unnd ehren bleiben möge. Als sie aber lang hin mind wider ^
»0 gesucht, unod keinen, der ein schöner Bildlein zumachen under-
stehn dörffen, gefunden, kehrt sie gantz trauwrig wider heim
zu: deren begegnet ongefehr Giasseraen, welcher, als er die
Puppen in der Alten Hand ersehen, mercket bald, daß solche
von Feristeni Weib, der Ginlla, gemacht worden, deß er [284]
tö dann über die maß erfreuwt wird, und sagt zu der Alten : Mein
Muter, verkauffen ir diß von Rosen gemacht Kind lein ? Sie aot-
wort; Ja, aber es muß zehen Kronen gelten. Der jQngling
thut dergleichen, als ob er sich sehr darab verwundere, and
7 genommeD] genommeo.
i
tonta V
7 ;» ™
2 roacliet . . kun^tl la. propria faccia aua ne] niazzoolo con
Tnaeatria fij]fiir6. 5 Dieseg . . versehe ticken] tie farete dono. 7 in
die Hend genomnienj zusats. gar . . . darzu] bi beUo et dilic&to era,
che. 10 jargelt] provision. 11 die . , , übertraffj che taoto in
cotaF arte valea, 15 gewar und innen werde] cononcere. 18 aafF
daß . . . m^yge] colle cui fatiche« ove le fiisse staio di mestieri, V honor«
et proviflion sua ai have&se conaervata. 19 lang . . . gesucht] stiiahu
20 Bild lein] mazauolo, 21 heim äu] verso H Giulistano. 23 Pup{>en]
uiazznolo. 2fi diB ... Kindlein] quel ma^zuolo di ro«e, 27 Kronen] »cndl
149
spricht, wen sie nicht meiir denn zwo Kronen auC zugeben willens,
wölte er ir iro viel ein schöners zustellen. Deß was das alte
»Weib gantz begierig, und sagt, nicht allein ftlr ein schöners,
sonder nur für ein geleiches, wolle sie im gern fünff Kronen
geben. Deß ist Giassemen zufrieden, nimpt sie bey der Hand,
fort sie mit grossen frenden zu Feristeno in sein Losament,
geht zu im, unnd redt heimlich mit im also: Sein frölich, denn
ich bring euch gute neuwe zeitung. Von welchen Worten Feri-
stenus geschwind auifsteht, wendet sich gegen der Franwen,
10 sihet die Bild[285]nuO seiner GiuUa in iren Henden, versteht
auch den pact so Giassemen mit iro gemacht, und spricht: So
ir, mein Muter, mir ein Körblein mit Rosen bringen, will ich
euch viel ein schöner Bildlein, denn das euwer ist, formieren
können. Nichts mehr begert das alte Weib, unnd damit sie
i* sich nicht mehr vor Giulla besorgen müsse, lasset sie ir Kind-
lein daselbst, nod geht hin die Rosen zuholen. Hiezwiachen
nimpt Feristenus dasselbig, und küssets wol tausent mahl :
abreibt hieueben an sein GiuUam ein Brieff, in welchem er
(sie, wie es im biß auff gegenwürtige stund ergangen, bericht,
freundlich bittend, sie wolle im gleichfals iren stand und all
ir gelegenheit zuwüssen thun, damit er mit hilff Giassemen,
so in vom todt erledigt, zu iro kommen könne. Diesen Brieff
stosset er in ein Rohr, und nach dem die Alte mit den Rosen
2 ir iro] lic!
S und sagt . . . geben] lo certamente, riapoaegli» non due, mk
cinque nii contento d^ isboraare, ove tu non uno piti bello, ma un cosi
fatto mazKUolo mi faccia barere. 6 LosamentJ stau 2a. 7 heim-
lich] air orrecchie. 10 Bildnuß] mazzEolo. 13 ßildleiii] mazzuolo.
formiereD kOnneD] farö vedere. 15 vor Giulla] del valore di Qiulla.
Kindlein] mazzuolo. 17 wol tausent] ben milla et piu. Id wie es
. . . ergiiDgenJ la prigiotim sua et ogni altra cosa inBiiio k quel giorno
ftvenutagli. 20 all ir gelegenheit] del luogo, dove ai ritrovava.
21 damit . . . kommen könne] percioche age?olmenie . . . aarebbe
andato. 23 nnd nach dem . . . weit] la vecchiarella, che le rose gli
portMaet ataya aapettandoi laquale tantosto che con quelle fu ä, Feri-
steno ritoniata, preaa egli la canna in mano, uno tuaxzuolo ftopra ei
fttttament^ acconcio» che 1 vivo ritratto auo et della aua Giulla quivi
ai potea vedere; et con tal artificio le roae compose, che di bellezza
quello di GiuUa di grau lunga avanzaya.
150
I
kommen, [286] nimpt er die, und macht auff das Rokr ei
flberauO schön Bildlein, welchs sein eigene contrafactur gar
scheinbar anzeiget, daü man also beyder Angesicht^ Feristeni
nemlich und GiuOe, zugegen sähe, aber Feristeni übertraff mit
A kunat das ander weit : und als er solches dem Weib Qber*
antwort, sagt er zu ir: Liebe Mnter, den versprochuen Lohn,
80 ir meinem gesellen hierurab verheissen, will ich euch schencken,
nnd beger nichts anders von euch, denn daß ir diu Bildlein
dem Meister, welcher das, so ir mit euch här gebracht, und
lü darumb ir zehen krönen gefordert, gemacht hat, weisen wollen,
mit vermeldung, er solle wüssen, daß noch Leut in diser Statt i
zufinden, die viel schönere Bildlein auff dise art, denn aber CTf fl
machen können. Solchs zethun verspricht das Weib, nimpt"
Urlaub von Feristeuo, sagt im bewiesener freundscbafft dienst-
ifr lieh danck, zeucht gantz frölich heim, [287] geht zu der Jung- ■
frauwen, nnnd spricht: Da schauwen jetz Jungfraw, ob ich
oder ir schöner Docken machen können, GiuUa erkennet von .
stund an das werck ires lieben Manns, wird hiervon, als einem f
gewüssen zeichen seines lebens, in ir selbs gantz frölich, und
2M antwortet der Alten: Ich kan fürwar nit leugnen, dati euwer
Docken viel schöner, denn die so ich euch gegeben, seye.
Wenn ir aber mir biß morgen mehr Rosen geben wollen, so
verheiG ich euch ein gar viel schönere, denn dise ist, zu machen.
Das alte Weib, so in alle weg der Juugfrauwen grosse kunst
aö zuerfahren begert, nimpt das für bekant an, leßt iro die Docken,
und geht also, weil es zimlich späht, von ir. Als Qiulla jetz
allein was, hept sie, wegen grosser freud irea Manns halb ent-
pfangen, den sie noch in leben sein wol sähe, inniglich an
zuweinen, rfifft von stundan Achel irer Gespielen, umbfahet
so sie, und spricht : [288] Fröuwe dich mit mir, denn Gott will
I
S andere] altro pa^amento. diß Bildlein] i1 mazzuoh c' hora io
vi dono. 9 80 . , . gebracht! ^asatz. 12 Bild lein] mazzuolL muff
. . , er] del suo. 13 nimpt Urlaub] gnaat«. KJ ob . . . können] »e
aneo to ho saputo uno massoolu piu hello del voätro fare. 17 Docken]
mazzuol. 25 nimpt . . . an] zuaatz. Docken) mazzuol. 27 ires
. . . salio] del yiyo marito, 29 nmhfahet sie] havendoU strettamailif
abbracciaU. 30 will] ha eominciato.
I
151
unaer Gebett erhören* Zeigt hiemit aa, wie sie wüßte daß Feri-
stenos noch in leben, weiset, ihren auch die Docken von Rosen
gemacht, so er iro bey der Alten geschickt. Nicht wol müglich
ist auszusprechen, was grosser freud Äcbel Ton dieser geschieht
ft bekommen : welche , nach dem sie die Docken in die Hend
genommen^ und auff einem Rohr stehn gesehen, lugt sie darein,
findet den Brieff so Feristenus geschrieben, unnd gibt in der
Giolla. Als sie nun dieses schreiben mit fleiß gelesen, und
alles das, so Feristeno biGher begegnet, hieneben auch sein
10 willen und begeren, gnugsam verstanden, sitzet sie nider, und
berichtet in geschrifftlich hinwiderumb alles deß, so sich hier
zwischen mit iro zugetragen : steckt demnach diesen Brieff auch
in ein klein Röhrlein, wie Feristenus be[289]fohlen, und er-
wartet mit grossem verlangen deC künfftigen tags. Am morgen
lÄ früe kompt die Alte mit den Rosen , die werden von Oiulla
mit freuden entp fangen, und darauli ein Bildlein auff das Rohr,
in welchem der Brieff verborgen, der massen schön unnd kunst-
reich gemacht, daß es Feristeni umb gar viel übertraff. Dieses
gäbe sie der alten Frau wen, welche sich dann über die maß
30 darab verwundert, und deßhalb widerumb vorgehörte gedancken
bekommen. Damit aber der König solche geschickligkeit der
Jungfrauwen, zu grossem irem schaden, nicht erfare, nimpt sie
die Docken, so Giulla gemacht, sampt einem Körblein voll
Rosen, geht zu Feristeno, gibts im, unnd sagt: Sühn, die weil
I
2 Docken] tnazzuolo. 6 Eohr| canna forata. 7 tmnd . . *
Giulla] il che havendo k Giülla ditoostrato, della caima la trasae.
10 willen und begeren] aniroo. sitzet . . . zugetragen] Oude venuta ä
Gialla T occasione di pofcere il marito dello stato auo nella guiaa da
lui dimostrataglt accertare, subitamente in una leterina ogai sno aveni-
mento raccontogli et il luoga, ov' elia Hi ritrovava, gli fe k Bapere,
IS Wohlen] fatto. H Am morgen Irüe] delqiiale tantosto che V alba
cominci6 ad apparire. 16 ßildlein] mazzuolo. 20 und deßhalb . , .
erfare] onde entrata nell' ißtaasa sospitione, in che pnma cadata eru,
che U Be, ove il valore di Giulla in cotal' arte gli foase palese» non
r have«fte della provision Bua'ä priirare. 23 Docken] maszuolo.
24 gibts im] perch^ egli uno piu hello n* hayesse k fare, gli portd;
ei alla preaensa di lui arrivata» et il maszuolo et le rose presen-
tategli.
152
ich siehe, daß die Docken so ich dir jetzund bring, deine so
du zuvor gemacht, weit übertrifft, hab ich dieee Ro^en da-
[290 [romb mit mir gebracht, daG du (wo müglich) ein schönere
machest, auff daß der ander Meistor dein kunst erkenne, und
6 dir den preiß geben müsse. Der Jüngling erzeigt sich willig,
nimpt die Docken, so er wol kennet, von der Alten, heitt sie
aufFden abendt wider kommen, mid die ander, so er hierzwiechen
nach irem begeren zurichten wolle, abholen. So bald aber die
Alte zu der Thür auli kommen, und Öiassemen und Feristenus
10 allein bey einandern waren, zeucht er den Brieff aaß dem Kohr,
und findet darinn, wie es mit Giulla geschaffen, und wo sie ir
Wohnung habe, gantz ordenlich verzeichnet, macht demnach
auß den Rosen ein so zierliche Docken, daG sich voriger keine
diser vergleichen mocbt, und gibt die nachmals der Alten:
iÄ welche, weil sie genugsam sähe, daß ein schönere zn machen
unmüglich, laut sie all tr gehebte sorg falten, und geht gantas
wol zu friden heim. Feristenus, [291] so dißmals von seiner
Giülla gute Zeitung vernommen, ist sehr frölich und wol zu-
mut, und dieweil er wol mercket, daß ir liebe gegen im bißher
•.•I» nit abgenommen, gedenckt er sie wider zubekommen, und bittiH
deßhalb gantz ernstlich seinen Giassemen, im in diser sach hilif
und raht mitzutheilen. Giassemen gibt antwort, und spricht:
Herr wüsseu, daß nit weit von dem orht, da sich euwer Giulla
haltet, ein gewaltiger, grosser und schöner palast ist, so einem
siö kauffmann zusteudig : dieweil aber der Kauffmann dem Konig
viel schuldig, wirt diser Palast offenlich verkaufft werden. So
17 heim] pankt fehlt
1 Docken] maKsualo. deine . . . QbertriH't] d' artiücio et di bel-
lezza il tuo avansa. 3 wo müglich] zusatz. schönere] piu pohU>.
4 dein kunst . . . müsse] coaoäco il valor tuo del ano esser maggiore.
5 Der . . . willig] lequai parole bavendo Feiisteno olla vecchiarelU
dimoatruto esäergti flommamente grate. 6 Docken] rasuLsuolo. B uacJt
ireiu begeren] xuäatz> 8o bald . . . waren] Ond' ella proiia lice&ia*
et da lui partitaei, quivi eolo con Giassemen 1o lasciö: et tantosto oh*
ella hebbe il piede fuori deir uscio« 13 EosenJ rose, che la veochla-J
rella portale gli bavea. Docken J miizzuolo. 14 nacbmab] la sera^J
16 gute] 2Uäat%. 19 daß . . . abgenommen] qusinto ei teneraioeati
da lei ainato fusse, 21 liilff . . , mitzutbeilen] aitare, 24 gewultig^ ,..
Bcküaer] grande et bellissimo. 26 oä'etiEcb] publicatnente per lo fisooi j
I
I
I
ir nun gemeldten Palast katiÜen, verhotite ich, unser fflrneinmeu
8olte ein glückseligen auL^gang gewannen, Dlser rabt jiefiele
Feristeno «ehr wol, sagt zu Giaasemen, er solle disen Palast
ümb kein Gelt dahinden lassen. Giassenien entpfahet vom Vatter
Feristeni Gelt, geht zu den Iläthen de(> Königs, zeiget au, wie
er sampt einem [292] Gesellen von leren Landen . ein lange
ateit in derselben Sfett zu wohnen, kommen seye, kauftet inen
den Palast ab, lasset den gantz herrlich und köstlich zurichten,
unnd also ziehen sie beid ohne verzug darein, Demnach macht
Giassemen, mit k rafft seiner Ruten, einen Gang biß in das
Gemach da GiuUa wonet, dahin sie dann beid in aller stille
kommen. Hie findet Feristenus seine liebe GiuUam^ von langem
fasten unnd betten müd, auff einem Bett ligen, sich mit einem
en schlaff zuerquicken : legt sich derhalb zu ir, unibfahet
und hebt vor grosser und unaussprechlicher freud an zu
weinen. Von welchem die Jungfrauw erwachet, und ob sie
gleich iren geliebten vor Augen siebet, vermeint sie doch nicht
anders, denn wie ir nur träume, und sagt nichts. Ais er sie
aber hertzlich zu im truckt, und zu reden anfieng, [293] er-
kennet sie wol, daß es kein Traum, sonder ir lieber Mann
was; unnd als sie verstanden, wie er mit Giassemen hinein
kommen, brachte es iro merckliche freud unnd trost Nacli
dem sie nun in süssem gesprech ein Zeitlang daselbst verharret,
gehn sie mit sampt Achel, die ab dieser unversehenlinhen gt3-
schicht nit kleine freud entpfangen, durch die gemacht straß,
in den neuwlich erkaufften Palast, und nach dem sie ein gute
weil sich darinn erlustigt, kehrt sich Feristenus zu Giassemen,
1 verhöffte . . . gewünnen] agevolmente ci potreLbe il peDsier nostro
nuBCire. 4 Giassemen . . , ab] Onde havendo incontanente rgU ßiito
di es^ere uno mercatante fonutiero, k conaierlieri tiel aij^nore si avi6;
et fatto loro interjdereT che di luntana paete con uno auo com|>ag'nu
l>er quivi lönfcamente dimomre eni venuto, co' danuri, cbtf dal padr«
di FenBt4?no ricevette, quello comperö 12 seine liebe Giuflam] la
moglie Bua 15 und bebt . . . weinen] di doJcesza dirottamentc lagri*
wiando. 19 erkennet , . . wa»] ei fece, che accorgendo« ella. che '1
Buo sogno non era, i\ marito conobbe. 22 brachte . . . trosi) non
si puo dire c^uatito coosolata rimage. 24 dieser . . . geschieht) cotal'
accldente, 25 nit kleine freud entpfangen j era Jieta oUra mistira,
27 »ich erlustigt] diniorati.
sjtrechende: Mich bedunckL allerliebster Giassemen, dieweiT
Gott also gefallen , daß ich durch dein hilft" und raht meia '
leben erhalten, demnach auch die, so ich gantz hertzlich und
trungeulich begert, wider in meinen gewalt bekommen^ uod
b wir unser begeren nach allem wünsch (Gott sey gelobt) ver* J
richtet haben, es were von nöten, [294] wir zagen« den zor^^
und grosse tyranney rieß Königs zuvermeiden^ mit Giulia and
Achel von hinnen, und suchten uns ein ander und sichei
orht, da wir in aller stille unser leben fridlich hinbringen ui
10 erhalten könnten. Dem antwort Giassemen also: Dise soi
mein Herr, laßt an mich, denn ich schon langest nachgedeo-
ckeus, was uns in diser sach zethun sein werde, gehept: ich
weis auch, mein anschlag und ftlroemmen wirt nach meinem
begären seinen Fortgang haben. Von solchen Worten wirt Fej
16 stenus geschweigt, und übergibt hiemit Giassemen alle sorg
derselbig geht den andern tag, damit er sich am König rechen'
möge, zu Hoff, und begert KönigL May, anzureden. Nach dem
er nun audientz bekommen, und mit dem König als ein frömb-
der Kauffmann von mancherley Sachen geredt, ladet er in deu
sü andern tag in seinen erkaufi^ten Palast, mit im ein Malzeit zu-
nemmen: und nach dem [295] er solchs bey dem König er*]
halten, und Urlaub genommen, geht er mit sonderbaren freuA
heim, sagt Feristeno und Giulia was er zu Hoff Terrichtet,
und wie sie sich den künfi'tigen tag tragen und halten sollen.
3& Als nun die bestimpte zeit herzu geruckt , kompt der König
allein mit einem Jüngling in den Palast, und als er die Treppen
auftsteigeu will, geht im Giassemen entgegen, und entpfah«t
re«
m-
ich
em j
leaV
2 mein leben erhalten] zusatz. 3 gants , , trungenticb]
mente* 5 Gott aey gelobt] znsatx. 6 den aorn . . EtSniga] V em|iit(f|
de\ crudel tirauno. 9 hinbringen und erhalten] passare. 13 meial
. . , haben] che della diliberatione mia compiutam^nte sodigfatto ^ut)&^ |
rete. 15 ^eschweigt] acketatosi. lö tag] mattina. am KOni^j
rechen J ri^idaraente il miafatto de! Re vendicare, 17 und begert
, . - anzuredöDJ zusatz. 18 frömbder] novello. 19 den andern U^}1
per lo seguente giomo. 20 mit . . , Kunemmen] zasats. 22 mit»
sonderbaren fri'uden] colla mag^ior letitia del mondo. 2S waa
verrichtet] zuaatx. 24 und wie . . . «ollen] tutto cid. che nel seguenfal^
gioruQ haveimo k fare, 26 JQngling] ragasj&etto^ Palant] oortilc
155
in mit grosser reverentz. So bald aber der König io den Saal
kompt, in welchem Feristenue und Uiiilla bey einander waren,
sihet er beyde jungen Ehleut gegen im gehn, die Hend küssend,
und in, wie sie von Giassemen underwiesen worden, mit ge-
fr bürender reverentz grüssend. Der König , weil er dise zwo
personen zu kennen vermeint, erstaunet gantz und gar, und
sagt zu sich selbs: Ist dises nit mein weib, und Feristenus ir
voriger Mann, welchen ich in das Meer werften lassen, so be-
^ triegen mich [296] all meine sinn. Giassemen, als ob er kein
10 achtung hierauff gebe, sagt: Gnedigster Herr, ich bitt sagen
uns, was hapt ir doch für gedancken ? Der König ist begierig
zu erfahren , ob doch seine gedancken war weren , und ant-
\ wort: Mir ist gleich jetz etwas in sinn gefallen, darumb ich
I wider umbkehren muß : ir aber sollen mein die weil hie harren,
16 denn ich will bald widerumb bey euch sein: geht hiemit eileadts
von inen* Giassemen gedachte wol , es wurde der König in
Giulistanum gehn, zu sehen ob er sein Giullam da funde, be-
vilhet derhalb von stundan, daß sie ire ersten Kleider wider
\ anlege, und führt sie durch die gemachte straß in ir Wohnung,
ao Als nun der König bald darnach kommen, und Giullam da
fanden, ist kaum zusagen wie er sich verwundert: und als er
ein wenig bej ir geblieben, geht er widerumb, gantz erstau-
[297] net und rait grosser Verwunderung, zum Palast Giasse-
^ mens, zu erfahren ob die zwey, so er vor gesehen, noch da-
Afaelbst sein werden. Es was GiuUa vor dem König schon wider
kommen, und hat ire ersten Kleider angethan, darzu mit den
Edelgesteinen, so iro von dem König, wie obgemelt, geschenckt,
sehr köstlichen sich geziert, und geht sampt Feristeno im Saal
dem König entgegen. So bald der König das ersehen, ver-
l grosser] debita. 3 beyde jungen Ehleut] i giovanetti. 7 Ist
. , . sinn) Caatei nel vero k me pare, che la moglie iiiiasia: et quegli
non puo e>tB€re, che FeristeTici piitno marito di lei hob sia, ilquaF io
nel mare feci gittare, et, ove cid non aia, io veramente mi debbo
lognare. 10 Gnedigster Herr] Sire. 14 »ölten . . . harren] fra tanto
di qui tion vi partirete 22 ein wenig . , , gebliehen] con lei ai
bebl>e ulquanto tratenuto. 24 m erfahren . . . werden] di vederc
du nuoTO i giovanetti, che gia vedati havea. 27 wie obgemettj
zusaU*
156
wundert er sich viel mehr dean zuvor, iusouderheit dieweil
üiulla mit diesen Edelgesfceinen geschmacket was, kehret sich
dot^lialb gegen Giassenien » wer diese zwey junge seyen, fra-
gende» Herr, antwort dieser, der iat mein Gesell, uml ein
r. Knuffmann, wie auch ich einer bin, die aber ist sein Weib.
Der König walte sich von dieser antwort nicht ersettigen lassen«
sondern bittet die Jungfrau w gaotz freund[298]iiGh, sie wolle
im die Edclgestein, so sie am Halß hat hangen, ein wenig
leihen, verspricht iro dieselbigen bald wider zu bringen : denn
1(1 er gedacht mit in Ginhstanum zugehn , und sie gegen denen,
die er Oiulla, so bald sie zu Hoff kommen, geschenckt, zube-
sehen. GiuUft erzeigt sich willig, und sagt: Aller giiedigster
Herr, mich beduiickt, es stünde mir nit wol oder rümlicfa au,
so ich als ein Weibsbild vor euwer Mt. die Edelgestein ab
16 meinem Hals thete: daruiub will ich da in die kammern gehu,
sie abziehen, unnd euch von stundan bringen: und nit allein y
diu, sondern wo ir etwas weiters von unserm Haab und Gotfcfl
hegeren, wollen wir das alles von gantzem hertzen in euweren "
gewalt übergeben haben. Welche wort dem König nit geringen
2«» sohmertzen gebracht, weil er ir stimm gar eigentlich erkanati
aufF welche er denn letztlich hievor, als er bey iro in irem
Ge[299]mach was, sonderlich achtung geben: sagt derhalb zu
sich selbs; Was mag ich doch mit disen Edelgesteinen, ob da«
mein Weib sey oder nit, für ein gewüsser zeichen oder ge-'fl
10 Giulistiiuuin] gedruckt Giuletanam. LI Oiulla] gedruckt QqUU. ,
l insonrlerheit] auBata. 6 Der König . . , lasseB] di cotal ris|>CkftU]
punto il KS non si eenÜ «adigfatto. 8 ein wenig] zusatz. 9 bald] tal
breTiBsimo spatio. denn er . , . zubesehen] percioch* ei intendea dij
fiirne fare con alcuni de* auoi gioielli, ch* ej^li nel Giulistftno si rit
vava, prvragone; di ^|uei volendo dire, ch* ej^li alla giovanetta havea <
principio preaentati, 12 Aller gnedigater Herr] Sire. 13 es atünde -.
an] a me pare, cbe gran verj^op^na mi apportarebbe* U iüs ein Weib
bild] zuaatz. vor euwer Mt.] alla preaenza vosira. 16 und nit .
baben] et voi ad ogni piacer Fostro di quelli et deUii restaute faculti
iioatra ancora , quäle di tutto cuore vi offerimo , potrete disporr&j
19 Welche . . . geben] Lequai parole udite c' hebbe il Re, per ha?«
anco poco prima la voce di Giulla nella camera, dov' ^g\i seoo
nato bavea, aitentomeDte udita. turbaLo oltre tniiuni. 23 ob . . . astH
di cüfiteL 24 gewüsaer , . . gemerck] maggtor oertesia.
I
I
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merck zu wegen bringen, denn ich oboe das schon hab? Hör
und sihe ich sie nit reden ? darumb bedunckt mich besser und
gewlisser sein, ich gehe eilendts widerumb in ir kammern, zu
sehen ob ich sie daselbst finde. Nimpt hiemit Giassemen auft*
ein orht. sagt er mflsse eilendts etlicher geschefften halb wider
zu Hoff, geht in die Kammern zur Jungfrauwen, die ihre Edel-
gestein ab dem Hals thun weit, sagt er bedorffte der Edelge-
steinen auff diL^mahl nichts, sondern sie solten seiner da warten,
er wölte bald wider bey ihnen sein, unnd hiemit hiuift er, als
ein unsinniger Mensch, dem Giulistano zu. Das befilhet Gias-
semen auch der Giulla. durch die gewohnte straü znthun; die
was [300] auch, ehe der König käme* allbereit dort, und wie
sravor bekleidet. Der König, als er sie in der Kleydung, darzu
kein Geschmuck am Halß habend, wie er sie denn vorhin ver-
lassen, findet, fi^gt er, warumb sie sich nicht mit den Edel-
gesteinen, so er iro verehret, zierete. Sie an t wort, unnd spricht:
Geedigster Herr; die Edelgesteiir, so ir mir geschenckt haben,
dammb ich euch underthenigst danck sage, darff ich vor ver-
scheiDung der viertzig tagen, die ich von euch erlangt hab,
nicht tragen, hab sie aber bili anhero in diesem Kistlein be-
halten: nimpt hiemit ein klein Kistlpin, und zeiget sie im.
Aber lieber sagen mir, Gnedigster Herr, sagt sie weiter, wa-
ramb fragen ir mich deChalb ? Der König, dem jetz der arg-
wöhn vergangen, unnd so die Jungfrauw sehr lieb hat, sagt
iro alles was sich verlotten , bestetigt auch mit einem [301]
achwur, je mehr er sie anschauwe, je mehr in beduncke, daß
sie deß jungen Kauffmanns Weib, so in Öiassemens Haub wonete,
l Hör . . reden] veggendo et udendo lei k ragionare. 2 dam ml)]
ma. und gewQBaerJ zasatz. 3 zu sehen . . finde] che in eotal
grusa maggior certezza io ne potr6 havere. 5 er müasa » » . nicht«]
che volendo di noovo per un auo bisogno in freita alla »tanza ritornare,
alla giovanelta, che neila camera per trarsi i gioielli entrata era, fac^^se
intendere, che per alhora altrimenti non gli li portaeae. 9 als . . .
Mensch] senza piu dirgli parola, a guiaa quasi di furioso. 15 wa-
mmb . . . zierete] qnal fusae la cagione, ch' ella con quei non si ador*
naya. 17 Gnedigster Herr] Sire. 18 darurab . - , sage] inerce
TOitra. darff ich nicht tragen] & nie si disdice di portare, 21 nimpt]
aprendo. 23 dem . . . vergangen] Üquale era quasi che nacito di
sOBpetto. 24 sagt] per ordine raccontö.
158
gleich sehe. Nach diesen reden, damit er ja ein ungezweiffelt
zeichen hette, nimpt er sie bey der Hand, thut als ob er sie
hertzen oder umbfahen wolle, trucket iro den rechten Arm so
starck, dali er blauw und gelb wird, scheidet demnach von
& ir, und geht eilendta dem Pahisi Giassemens zn. Giulla aber,
wegen dieses Zeichens gantz forchtsam« kompt durch die beiui*
lieh siraß yiel ehe, denn der König, dahin, weiset irem Mann
und Giasaemen den Arm, und zeigt gantz betrübt an, was der
König mit iro geredt habe. Giassemen aber, so nicht nur in
10 einer kunst Meister was, sagt: Frauw, zweiffeit nit* sonder sein
frölich, diu getruckte Anniaal will ich euch bald vertreibeß,
und der andern Haut wi[302Jder gleich gemachet haben. Geht ■
hiemit in Garten, nimpt etwas Krauts, mit welchem als er der ■
Jungfrau wen Arm ein wenig gerieben, vergeht das Ammal, so
ib ir der König auü grossem list getruckt, sauber hinweg, und
wirt die Haut wider schön unnd weiß, wie sie zuvor gewesen.
Als nun Qiulla dieser sorg entladen, legt sie ire anderen Kleider
wider an, ziert sich, wie zuvor, mit den Edelgesteinen « geht
mit irem Mann unnd Giassemen dem König entgegen : welcher
2(1 nach dem er von ihnen freund t lieh gegrüsset und entp fangen,
sich gegen Giulla wendt, unnd sagt ; Ich bitt euch, aller schönste
junge Frauw, doch mit ertaubnuÜ euwers manns, ihr wollen
mir, vor dem wir zu Tisch sitzen, diß wolgefallen thun, und
mich, auif daB ich auli einem grossen zweififel unnd argwöhn
5^ erlöüt werde, euweren rechten Arm sehen lassen. Solches in-
thun [803] ist Giulla willig: als er aber kein Mahlzeichea
niergendt gesehen , ist er frölich unnd wo) zu frieden ^ keins
I
H Am mal] siel
^ hertzen oder lunbfaben] accare^xare, 4 daß . . . wird] che U
i'arne Uvida et nera le feoe. 8 zeigt . . . an] tutta dolorosa per or-
ditie loro mccontö- 10 sonder sein frölicb] »usata, 1 1 diO
huhi'nj c' hör hora io vi fard la carne livida nel priniiero auo
ritoroare. 13 etwas Krauts] una certa herba. mit welchem
gewenen] collaquale tantosto ch' egh tocc6 iL lividore, ehe alla i^iovM
Detta aatutamente il Re fatto havea, la carne bella et morbida le ri^
luase. 17 dieser sorg entladen] allegra oltre misura. 18 wie zuvor]]
%UBat7.. 20 nach dein . . . entp fangen] poscia obe con lieta faccis
heblie la salutationi ricevute. 24 »weilfei unnd argwöhn] dubbio.
tm
daß es sein Weib sey, vermeinend, sa^ ilir deß ge-
leigten willens danck, setzet sich gegen ir über zu Tische unnd
bat» wie er ire« Leibs mechtig werden mdchte, nachgedenckens.
Nach dem die Maalzeit vollendet, vertreibt man die zeit mit
! • lieblichem gesang und Seitenspiel. Unnd wiewol hierzwiscben
i von mancherley Sachen geredt ward, läge doch dem König
stets die schöne Frauw im sinn, unnd gedacht sein fürnemnien
in das Werck zu bringen, sagt derhalb letatlich , daß er sein
leben lang frölichern unnd glückseligem tag nye gehept, unnd
10 gab hierbey zuversteh n, dab inie ir kundtschafft sehr angenem,
unnd wo es ihnen nicht zuwider, wolte er otll; solche ir lieb-
liche gesellschaö't besuchen, [304] Giassemen mercket wol, zu
was end vom König diese wort (nemlich, dali er gern doppelte
^Kfreud gehept bette) geredt worden, unnd sagt: Sehr angenem,
BPÖnedigster Herr, were uns, wenn ihr unser Personen so würdig
Beheizten, daß ihr mit euwer Königlichen gegenwürtigkeit unser
Gesellschafft offtmals zierten, denn uns nichts angenemera wider-
fahren mochte, hiemit underthenigst bittend, Königliche Maye-
stetht wolle uns in gnaden jederzeit bevolhen haben. Dieser
|P erbietung bedanckt sich der König zum höchsten^ nimpt gantz
frölich von inen Urlaub, zeucht seinem Palast zil So bald es
aber morgen tag worden, gehet er in seinen Garten spatzieren,
ob er irgend der jungen Frau wen gewar möchte werden, die
siebet er im Palast bey den zweyen Jünglingen stehn, und
26 gab iro mit stätigem anschau wen und an[3U5]der€n geberden
mancherley zeichen der liebe. Solches triebe er wol sieben t^
nach einander, käme auch hiezwischen offt mit inen zuessen,
3 wie er . . . möchte] in qn&l gaiga la pot'esse rapire. 5 Seiten-
liel] auoni. ü läge . . . brinpren] Ä ßne che qiianto di fare iiitetidoa
lon gr andaase fallito. 9 frölichern unnd glückaeügern] piu felice.
tO knndtflchatit] di[i]megtichezs^a. IS nemlich . . hette] percioche
doppiamente lo volea achernire* 14 Sekr , . . bevolhen haben] Ca-
rissimo ci sera sempre, Sira, et & grau gratla ci liputaremo, ae spesae
fiate vi degnarete colla real presenxa vostra di honorarci, et di ciö
BupplicbeTolmente ve ne pregbiamo. 19 Dieser erbietiing] dellequai
parole. 21 So bald . , . liebe] Ne tantot>to V alba del seguente giorno
comiaciÖ ad apparire, ch' egti per guatare la giovaneita nel auo giar-
dino entraio. ilqaale ä pie de! patagio de* giovani ai ritrovava, veden-
dola la comineiö a vagheggiare.
160
und sucht alle mittel unnd weg, wie er GitiUam efcwaii allein
linden intVchte, Dieweil iiaii Giassemen im fürgeDommen hat M
den König nach seinem verdienst rechtgeschaöen zu tribulieren, "
legt er mit Feristeno an, sie wallen auff folgenden tag an einem
f< orht deb Palasts den König die Giiillam allein finden lassen^
damit sie in lieblichen gesprechen ine nur vexier und aufl halte.
Solches wirdt auch von ir gantz wol verrichtet: denn als der
König den andern tag mit den Jünglingen das Mittagmahl xa-
niessen kommen, findet er Oiullam allein in einem Gemach^
m und zeigt iro mit viel Worten sein einbrünstige liebe ao^ sie
gantss freundtlich bittend , dieselbige ime auch mitzutheilen.
Zu dem sagt sie: Gnedigster Herr, [3061 *s'^»wer thun und lassen,
weis, Wandel unnd geberd, haben mich dermassen in liebe gegen
euch entzündet, data ich nichtB auiT Erden wüßte euch abzu-
j 6 schlagen: weil aber mein Mann, auch Giassemen sein Gesell,
vorhanden, kan ich diL^nials kein gelegenheit ersehen, nicht
allein euwern , sondern auch meinen wiUen mit euch xuvol-
hringen. Dieweil sie aber mit ihrer Kauffmanschatz in kurtzer M
zeit auÜ der Statt verreisen werden, wollen wir verziehen, und
uo dieweil gedult tragen, so bald sie denn auö' der Straß, kan ich
mit mehrer Sicherheit meines lebens, darzn mit grösserer euwerer
freud unnd lust, euch zuwillen werden. Solche antwort gefiel
dem König überauO wol, küsset iro die Hend, und scheidet
mit grossen freuden von ir. Als Giulla irem Mann unnd Giasse-
26 men allen handel, zwischen iro und dem König verloifen , er-
zellet , ist kaum [307] müglich zu sagen , was grosser freud
sie dieses schertzens halb entpfangen. Dieweil sie aber sahen,
daß der König über die maß gegen Giulla in liebe brann, unnd
sie in bib anhero genugsam umbgetrieben und geäffet hatten.
I
3 den Kdm'g . . tribulieren | di complutaineiite il Re schemim,
6 damit , , , auffhalte] ilquale in dolci ragionanienti havesse in Oj
itiajiiera a iratenere. Ö in einem üemachj in uua parte del palagio,
12 Gnedigater Herrl Sire. euwer , . . geberd] le mauierc vaatwu
15 Hein Gesell] zusatz. 19 wollen . . ßtrab] staremo ad aspettare,
che Bi pongano in camino. 22 freud uimd lust] contento. 23 die
Hendj una mann. 25 allen . . . verlogen] V hiatoria tutta. 27
acherUenB] 1a l^efta della giovanetta al Ee fatta. 29 uoibgelrii
uad geäÖ'efc] Hcbemito.
rereinbaren sie sich, damit ihnen von ihm nicht etwan ein
grosse gefahr begegne, ohne Verzug hinweg zu ziehen. Deü-
halb geht Giassemeu noch denselbigen abendi späht an das
Meer, findet ein Christen Schiö; welches die andere nacht hin-
u weg fahren wolte, vereinbaret sich mit dem Patronen det Schilis,
unnd was inen lieb unnd anff die Reiß notwendig, machen sie
alles zusammen. Denn anderen morgen früe gehn sie zum
König, zeigen an, wie sie willens, wegen ihrer Handthierung
inn Indiam zuschiffen, nnnd weil die junge Frauw, zu verwa-
is rung ihres Palasts, inn der Statt [308] verbleiben werde, seye
^mir dienstlich bitt, er wölte ime die befohlen sein lassen. Das ■
Vwas dem König die gröste frend, verheisset inen gantz weit-r^
leuffig, wegen grosser liebe unnd freund tschalfl ime bewiesen,
die junge Frau wen, iren Palast, und alle Güter so inen zn-
tft steodig^ nit anders denn seine eignen zu verwahren» Die Jüng-
ling sagen dem König danck , und nach dem sie Urlaub ge-
nommen, scheiden sie von im, rüsten alles auff die reiß, und
gehn den andern tag mit Giulla und Ächel, als es späht worden,
zum Schiff, unnd kommen, weil sie glücklichen Wind hatk*n,
'j»ö in wenig stunden sehr weit von deü Tyrannen Statt. Der
König steht am morgen früe auff, und als er vei-nommen, daß
das Schiff schon hiuweg gefahren, vermeint er mit der Jung-
frauwen sein freud und wollust zuhaben, geht von stundan
irem Palast zu, unnd als er in Hoff kommen, aber niemands
2b gese[309]hen , geht er die Stiegen auff, kompt in Saal ,
den findet er aller Zier beraubet sein, siebet auch keinen
einigen Menschen, darzu erblicket er das Loch, so Giassemen
gemacht hat, und geht halb verzweiffeit hinein, kompt also
in das Gemach , welches er GinUa verordnet, und findet den
5 dem] de. 7 Denn] dcl
1 damit . . . begegne) per fuggire alcano inganno, chß alle lor
peraone harrebbe il tiraiiuo potuto preparare. ö liebi| zu »atz.
8 wegen ihrer Händlhierung] con aicune loro mercatantie. 10 seye
, . , lassen] molto gli raccommaDdaiono. 13 grosser . . , freandt-
schafft] le molte cortesie. 14 wnd alle . . . aiustendig) zuBai/.
20 sehr weit] molti niiglia. 25 gesehen] äentendo. 2B den hndei
. . . beraubet sein] laqtiäle ritrovando insietite coli' altre atanxe liitte
spogliata.
0 i ftf f er« öO hne.
11
II
1
I
Oasen betrug im von den Jtlnglingen widerfahren. Von sol-
cheni gehlingen schmertzen und kummer, auch grausamen zorn,
fallet er io ein schwere krancklieit, und stirbt in zweyen tagen
darnach ellendiglicli, also daß nieniandt die ursach seines toJ«
wii(>te. Die weil er aber keine anderen Kinder rerlassen, denn
die Tochter so inn der GefengnnÜ lag, unnd die Räht lang
von einem neuwen König rahtschlagten , werden sie letstlich
eine, die Tochter deß abgestorbnen Ti rannen , sampt setnesi
Bruders Sohn, (von welchen fnervor gehört) auß der Gefangen-
> schatil zunemmen, iren [310] angefangnen Heurath zu volziehen»
und in zu einem Konig zu erklären. Das wirdt auch ohoe^
Verzug in das werck gebracht, und die Hochzeit mit Kc
lichem pracht gehalten. Nicht lang steht es an, der neuwe
König wirdt von seinem Weib berichtet, wie sie durch das
!» embsige und fleissig Gebett der GiuUa auß der gefangenschaflft
in solche herrligkcit kommen: derhalb gibt der König Ordnung»
daü man ohn allen verzug die zwen Jüngling, mit sampt GiuUa
und Achel, wider in die Statt berütFe, damit er inen für solche
gufcthat wider etwas freund tschafft erzeigen könne. Wiewol
ü nun dai5 bescliehen, und sie genugsam verstanden, was sich^^
mit dem Tyrannen unnd sonst verloifen, wolten sie doch siebV
in die Statt niclit wagen. Da schicket der neuwe König inen
seinen Ambassiatorn, der sie versichert, und für gewüG alle
freundtscliafft ihnen ver[311]heisset, mit dem kommen sie widei
^ zu Land. Als nun GiuUa dem König die gantze Historia voi
anfang biB zum end erzellet, sagt er dem höchsten Gott groaaan;
2 grausamen] gruQBame. 25 von] vn.
1 betrug] beffa. Von . . . wußte) da sabito dolore et da aote
cbia rabbia soprapreso, nello spiitio dl due giorni, tiecssa aapersi da]
iiktiiio la cagione. misenuiiente se ne mori. 8 sampt . . , erkiäi«D|
et quelUi al cugino suo delF ucciso fratello figliuolo maritare, fac«n^
dolo del regno succeseore. 12 mit Kdnigli ehern pracht] solennement
14 wie sie , , , kommen] com* egli per 1e orationi et voto da leifAlUi|
in tanto regno era succeduto. et che ci6 era per lo ricordo du Giidli
datole üvenuto. 18 damit . . . könne] percioche per la grandeuxi
del rtcevQto beneficio intendea di alcun degno nconipen&o lor du
28 »einen Ambassiatorn] euoi ambasciadorL und f ür . . . verheiaseif
zuBatz. 25 zu Land) al novello Ke.
J
163
danck, will auch dem gelübd seiner Frauwen gnug thun, unnd
werden also beyde Christen: deßgleichen thond auch, wegen
deß grossen wunderzeichens , seine Räht, unnd wirdt also in
knrtzer zeit das gantze Volck zu Statt unnd Land bekehrt und
ö getenfft. Dieweil aber Giassemen ein ursach was, daß der König
in so ein hohen Staht kommen, will er auch, daß er Achel,
Qiulla getreu we Gespiel, zu einem Weib neme: und winlt
auflF das ein gewaltig unnd grosse Fest außgerüflPb, welches
denn von viel Volck auß allen umbligenden Landen besucht
10 ward. Nach Vollendung desselbigen , machet der König
Feristeuum unnd Giassemen zu grossen [312] Herren, und
lebten all drey sampt iren Weibern sehr Christlichen, und
sagten Gott entpfangener gut-
that halb ohne underlaß
16 lob und danck.
So n tag. 7.
Beramus der Keyser hat jetz gantz und gar sein vorige
gesundtheit wider bekommen, als der sechste Geschichterzeller
sein Historia zu end gebracht, bevilhet derhalb seinem Hoft-
20 meister, daß auff den andern, nemlich auif den Sonntag, jeder-
man in den siebenden Palast zuziehen sich gerüst mache, und
in gantz Gold, wie denn gemeldter Palast auch geziert was,
sich bekleide. Als diu seine Fürsten und Herrn vernommen,
sein sie dem gebott gehorsam. So bald sich nun der ander
8 grosse] sie!
1 unnd werden . . . Christen] alla fede di Christo con lei subita-
mente se ne venne. 2 wegen . . . wunderzeichensj per lo miracolo,
che veduto haveano. 4 das ^^antze . . . getenfft] tutti i popoli delle
cittä et paesi di lui si battezzarono. 5 Dieweil . . . neme] Et no-
vellamente celebrate le sponsalitie all* uso della chiesa Romana, volle
anco, che Giassemen, che di si alto suo grado era stato cagione, havesse
Achel, fidelissima compagna di GiuUa, ad isposare. 8 gewaltig]
solenne, welches . . . ward | quivi di luntani paesi ogn* ono concorse.
11 grossen Herren] di gran tesoro padroni. 12 all . . . Weibern]
egli in:)ieme colla moglie. 16 Sontag. 7.] zosatz. 17 Beramus der
Keyser] Behramo. 18 Geschichterzeller] novellatore. 19 Historia]
novella. 20 auff den andern . . . Sonntag] la seguente mattina della
Dominica per tempo. 23 FQrsten und Herrn] baroni. 24 So bald
11*
164
tag erzeigt, steht dt'r Keyser auff. sitzet zu Pfertl (denn erJ
weil er aller dingen wider gesmid worden^ der Senffle nichli
mehr be[3l3]dorfft) kompt in der dritten stund deö tags in
den siebenden Piilast, steigt ab dem Pferd, geht der Juog-
firawen, so da was, eDtgegen , nimpt sie bey der Hand, und
nach dem er in gantz lieblichem gesprech ein gute zeit bey
ir verharret, darzu mit sehr köstlichen und zarten Speisen sicb^
erquicket hat, heisset er im auch den siebenden und letstenS
Neuwenzeiter, sein geschieht fürzubringen, berttflfen. Diser^ ao
f nicht weit ?om Keyser was, und sein willen verstanden, fahefcj
sein Geschieht, nach gethaner unnd pflichtiger ehrerbietung^
mit solchen worten an: Die andern Geschichterzeller. Groß
raechtigster Keyser , haben euch erzellet und angezeigt,
andern Leuten zugestanden und begegnet ist; ich aber will
• dargpgen, was mir selbs widerfahren, anzeigen.
In meinem Vatterland, welches Chimns genennet, hat es
den gebrauch, daü man die Kinder, [314] neben andern togen-
den und ktlnsten, auch die Mnsicam, oder die ktinst zu singen
zu lehren pflegt, also daB gar wenig funden werden, so di
f kunst unerfahren : viel aber deren, so hierin gar ffirtreffenlich
und berfimpt sein. Wiewol ich nun eines Armen Manns 8ohn,
liesse er doch sich sein Armut nicht dauren, damit ich auch
enM
idei^
. . . Pferd] et egU anco havendosi quel ^orao griin loaravigUa dalibj
rli tutti gV accidenti avf^nati per la crudele et empia senteti/.a che
tiero tiranno a Fenst«iio diede^ conie prima V albii del Beqiietitt' ^iornoj
comindö ad apparire, montato a cavallo , . ,
7 sehr . . . zarten] dilicatissioai. B siebe aden und] tusatz. 9 N«a-|
wenaeiter] novellatore. geschieht] novella. 10 willen] ordine
voler. 1*2 Geschichterzeller] novellatori. Großmechtijister Ke3r8er]'
Sire. 13 haben . . , begegnet ist] pens' io, che v* habbiano tutti
nelle novelle loro gV altrui accidenti raccontati. 16 Chinius) ChiiDa.J
hat es . . - berümpt Bein] oltre V altre vivtü, che gV huomini k hgliuolii
BOgHono far apparare, rari sono quellt, i quali colla musica insieme
quelle non facciano a^compagnare: onde ^ che moUi in tale profesHione
eccellenti quivi si ritraovano, 22 lieBse - . . übertraftT volontieri le
fatiche aue apeader »olea per fanni ä ^V altri giovanetti deir etÄ mii
nelle virtü vguale, nel teiii]io della fanciallez^a »i fattamente ae studül
(lella muRica m* affaÜcai« ehr* di orran lunga i rompagni nnei tut
avanzavo.
165
f i»
r
itJ lügenden unod küosten, gleich ander Leuten Kindern meines
alters, etwas ergrieffe und lehrnete, und hielte mich so fleissig
zu dieser kunst, daü ich meines gleichen jugendt und alle meine
Gesellen hierin weit übertraff. Ich sähe auch , daß in dieser
Statt das Lau t«n schlagen in grosser ach tung unnd rühm was,
begab mich derhalb auch zu solcher kunst mit allem öeiÜ uand
ernst : unnd dieweil ich hierin in kurtzer zeit dermassen zuge-
nommen, daß ich auch teglich guten nutz unnd gewinn dar-
[3 15] von bekam, ward ich je lenger je Instiger, also daß ich
in kurtzer frist meniglich in der gantzen Statt übertreffen thet:
dardurch ich denn viel Schuler, nicht allein auß dieser, sondern
auch andern umbiigenden Stetten, so diese kunst zulehren be-
gerten. Überkam, unnd hiemit gar viel Gelte gewan. Auff ein
zeit kompt in unser Statt ein alter Kauffmann, und filhrt mit
sich ein junge Tochter, die im Lautenacli lagen su gantz kunst-
reich, daß man ihres gleichen in der gantzen Welt nicht zu-
sein vermeint Diß geschrey, als es in der gantzen Statt laut-
precht worden, kompt auch filr den Herren der Statt, welcher
ein grosser liebhaber der Musica nnd aller freyen künsten was,
deßhalb beschickt er den alten Kauffmann-, unnd als er von ihm,
was man von der Jungfrauw gesagt, war sein verstanden, bittet
er in freund[316]lich, er wolle sie für sein gegen würtigkeit
führen. Der Kauffmann antwort dem Herren, er habe diese
Tochter, wegen sonderbarer ilirer tegendt und kunst, an Kinds-
statt angenommen, die habe auch keuschheit ir lebenlang zu
halten gelopt, unnd seye mit vier auff sie beatelten Megten
in einer Kammern, denn sie nicht außgebn wolle, damit sie
irem gebett und anderen fcugenden den gantzen tag obligen
5 in . . . rühm] molto prezzato. 6 begab . . , ernst] in quello
ogni mio spirito ponendo. 8 guten . . . gewinn] profitto maggiore.
9 ward . . . lustiger] zuBatz. 10 meniglich . . . Statt] tutti gli altri,
11 dardurch . . . gewan] et cotal virtu ä molti della cittä mia ineeg-
nanda, et ad altri anco, che dalle vicine cifctä venivano ä me per
appararla, gran quantita di danan solevo guadagnare. 17 lautprecht]
Bparsa, 18 Herren der Statt] signore. 19 ein grosser , . künsten]
della musica grandemente dilettandosi. 20 als er . . . verstanden]
delle coüflitioni delta giovanefctfl. dalle parole di lui accertatoai 24 wegen
. . , kunat] per le rare oonditioni, ch' erano in lei. 26 unnd seye
. . . Kammern] in itna camera la facea da quattro fantesche servire.
166
könne: bittet derbalb gantx undertheiiitp^ den Herren, wo es im
nicbt beschwerlich, wölte er ihm die gnad beweisen, und lu
iro in ir Wohnung komnien, so wurde er gaotz komblich alles
das, so er begerte, sehen und hören. Als nun der Herr ver- ,
ö nomraen, dab man schwerlich die Jungfraw auii dem Haaü zu ■
im führen kunte, nimpt er im für^ auff die nacht ^ allein mit
einem seiner Edelleuten beleitet, zu deÜ Kauffraanus Herbeig
zu gehn: unnd als sie in der [317] Jungfrauw Kanmiern kom-
men, und der Herr ir schaue gestalt, auch Adeliche zuchi andj
10 geberd gesehen, wirdt er von stundan in liebe gegen iro ent
zündet, und bittet sie freundlich, sie wolle in ir kunst hören!
lassen. Sie nimpt also bald die Lauten in die Hend, hept aOj
so überauß lieblich zu schlagen, daß der Herr sich gegen de
Kauffniann wendet, und bek*?unen mußt, daß er seine tac( lal
fr» solcher kunst keinen Menschen gehört, der bey weitem diesem
Jungfrauwen hette vergleichet mögen werden : bittet hiemit,]
sie wolle noch mehr schlagen. Sie gantz gehorsam, nimpt voal
stund an die Laoten wider in die Hend, unnd schlecht ein gute
weil 80 sehr künstlich und wol, daß sie der Herr, eh er hin
»0 weg scheidet, wegen irer kunst unnd sonderbaren thugendt
sehr lieb gewau, schencket ir ein köstlich schön Edelgesteiu, ™
sagt iro und dem Kauilraann bewiesener freund[318|ligkeitB
danck, unnd geht wider zu Hoff. Die kunst deß Lautensch lagen»
diser Jungfrauwen was jetz allbereit in der gantzen Statt menig-
ja lichera bewtlüt, dardurch ich mein Nammen und lob, so ich
zuvor dieser kunst halben gehept, verloren, und ward von
meinen Schulern, von denen ich vormals grossen genieß hat^l
allerdingen verlassen, daher ich denn grossen schaden entpfieng.!
I wo 68 . . . h5r«n] che disiando le virtü di lei adire gli facenftJ
^ratia^ ove k lui piacciuto fuseet di gire sino allasua staiiza: perciocfa
ivi r ecceüente virtii deUa giovane coti gran contento di lei et k be)r|
agio Huo potrebbe udire. 5 daß nmn] la cagioae, perche. 7 He
berg] caea. 9 schöne . , , geberdj bellesjia et honesta. 15 die
Jungfrauwen] alla eccellenza della giovane. 17 gant« gehorsam] tuiti
ubidiente et presta. 19 künstlich und wol] dolcemente. 20 kund
• , . thugendt] virtü. 26 und ward . , . itu frieden J da »eolari ancon
fni abbandonato; di ehe doloroso oltre uiijura per havere la molU
utilita perduta, che con tale industria ne acqtiistavo.
167
Derbalb ganiz iraorig uand übel zu frieden, geh ich eines tags
in die Herberg deG Eauffmanns, zeig im an, wie er mit der
Jnngfrauwen zokonfft in diese Statt mir unwiderbringlichen
schaden zufCLge, und hatte in, die weil er ein ursach meines
ft Verderbens , wölte mich doch zum wenigsten die Jungfrauw
sehen und schlagen hören lassen. Also (dieweil ich eines hohen
Alters) geht er mit mir in der Jungfrauwen Kammern, und
erfClllet hierin mein willen und [319] begeren. Nach dem ich
aber gesehen, daU sie mit sonderbarer schöne begäbet, mach
10 ich bald bey mir selbs diese rechnung, sie werde ohn zweiffei
auch mich unnd all ander in der kunst ieü Lautenschlagens
weit übertreffen. Derwegen bitt ich sie gantz freundtlich, da-
mit ich doch solchs erfahren möge, sie wolle die Lauten in
die Hend nemmen, und mich ir grosse kunst hören lassen.
16 Sie gantz geneigt, hept an ein so liebliche Melodey zuschlagen,
daü ich nit glaub, daß in aller Welt ein Mensch ir in dieser
kunst gleich gefunden werde. Hierdurch warde ich dermasseu
bew^t, daß ich sie unnd den Kauffmann zum underthenigsten
bath, sie wölten mich, weil ich nun alt, zu einem Diener an-
20 nemmen , denn ich alles , so einem frommen und getreuweu
Diener gebürte, wegen fürtreffenlicher Kunst der Jungfrauwen,
mit gantzem fleiß [320] vernchten, unnd mich dermassen halten
wölte, daß sie mit mir wol zu frieden sein wurden. Ich wird
von inen erhört, und zu der Jungfrauwen Kammern, was von
36 nöten zuverrichten, geordnet : understeh also mit meinen ge-
2 Herberg] stanza. zeig im ao, wie er . . . ] et con esso abboc-
catomi, fecigli il grave danno conoscere, che ... 4 dieweil . . .
Verderbens] poscia che in si doloroso stato per cagione di lei mi
ritrovavo. 5 die Jungfrauw . . . lassen] farmi la virtu di lei udire.
6 Also . . . begeren] Entrato egli dalla giovane et fattole il disiderio
mio palese, per ritrovarmi hogimai in etä grave, agevolmente mi lascio
entrare ad ascoltarla. 11 in der kunst deß Lautenschlagens] nella
virtu. 17 Hierdurch . . . bewegt] onde di tanta eccellenza fieramente
innamoratomi. 20 denn ich . . . wurden] percio che io per le rare
conditioni della giovane fidele et assiduo servitio non mancarei di lor
prestare. 24 zu der . . . zuverrichten] k bisogni della camera della
giovane. 25 understeh . . . zuerlangen] isforzandomi continuamente
colla prontezza della servitu mia la gratia di lei di acquistarmi.
168
neigten und willigen (Hensten, so viel mir müglich, der Jung-
fmuwen gunst zuerlangen: ich siehe auch in wenig tagen, daß
sie mich, als wenn ich ir eigner Vatter were, liebet unnd ehret
Durch diese mein angeneme dienstbarkeit hat ich mein ent-
& pfangenen achaden bald vergessen, führt ein stiü inind rüwig
leben bey der Jungfrauwen in irer Kammer, unnd so offt sie
die Lauten in die Hand name, sähe ich wol, daß sie all wegen
schwere seufftzen ließ: gedachte derhalben, es wurde vielleicht
grosse und heiraliche liebe darhinder verborgen Itgeu, und
10 nimb mir für, sie zu gelegner zeit zu fragen. Nach ver-
scheinung dreyer [321] Monat hat ich zu fragen genügsame
gelegenheit überkommen, denn sie redt mit mir von viel und
mancherley sachen, insonderheit von wunderbaren zufahleo der
Natur, auch von unbestendigkeit deli glucks, wie an viel Men
tft sehen zusehen. Äuff das sagt ich : Liebe Jungfrauw, ich bitt
freundtlich, wollen mir doch, ist es euch nit zuwider, die ur-
sach der grossen und schweren seufftzen, so ich teglich von
euch sihe, anzeigen. Denn dieweil ich meine tag, die ich zu
hohem Alter, wie ir seheui gebracht, viel erfahren, könte ich
w euch vielleicht, euweren Kummer zu miltern , raht und liilff
mittheilen. Wo aber diese mein frag (die keiner anderen ge-
stalt beschichte denn auß grosser dienstbarkeit und gebürlicher
liebe, so ich wegen euwer tugendt zu euch trag) euch etwas
frävel oder unzimlich sein bedaucht, bitt ich zum underthe-
a& nigsten, mir solches zu verzeihen. So [322] bald ich aber mein
red vollendet, hept sie an zu weinen, und sagt: Nach dem ir,
lieber Vatter, in unseren dienst angenommen worden, hab ich
offtmals durch viel zeichen war genommen, daß ihr mich hertz-
lich lieb haben , als wenn ich euwer eigen Kind were , und
10 hieneben alle euwere gescheSFt mit trew und ernst versehen,
I
I
5 Btill annd rüwig] tranquill a et feliee, 9 grosse und beimlioh«!
zusatv., 10 '/M gele^er zeit] uii giorno. 12 von viel , . » zusehen]
di varii amdenfci della natura et dell' infelice atatü de mortali, 16 wdUen
. » , zuwider] non vi fie grave di. 18 sihe] aeuto. 19 wie ir
suaatz. 20 euweren . . . miitbeilen] qualche rimedio al dolor vottro
ritrovare. 22 grosaer . . , liebe] inotta riverenxii. 23 etwa« . . ,
unziiulicbj audace. 30 hieneben . . . versehen] in qualunque co«a ci
havete Üdele et diligente opera preBiata.
ilioh^ffl
sehen] 1
prdUeoJ
BoheEtfl
1«9
darumb will kh die tirsach meiner offt außgegoßnen seiifftzeii
euch jetz zuwiissen thuii, doch mit dem gedingt daÜ ir solches
keinem Menschen offenbaren, sonder bey euch behalten, onnd
wo müglich, meinem grossen knmmer etwas müterung und
t trost suchen wollen. So wüssen nun , als ich noch ein jung
Kind was, und in der Wiegen lag, daß mir (aber viel zu tnle)
mein Vatter und Mater gestorben. Es hat aber mein Vatter
ein Bruder, der name mich zu im» und erhielte mich, biB <la(i
ich das alter der zehen jaren erlangt hat. Dieweil ich aber
10 selbi[323Jger zeit in der Musica (zu welcher ich sehr grossen
lust hat) alle andern meines Alters weit übertraff, ward ich
von meinem schendtlichen und unbarmhertzigen Vettern einem
reichen Kauffmann verkaufft, derselbige fürte mich fünif jar
lang in der Welt hin und wider für Fürsten und Herren, und
i6gewan, wegen meiner kunst, gar viel Gelt mit min Es be-
gibt sich auff ein zeit, daß er mit seiner Kauffmann seh atz in
ein weitgelegen Land korapt, und als viel grosse Herrn da-
selbst mein kunst gehört, er auch viel Gelt deßhalb autfgeliept,
kompt sollichs auch dem Forsten derselbigen Statt zuwüssen,
ao welcher ein sonderbare liebe zu solchen künsten trug , und
bathe meinen Herrn, er solte mich von stundan zu im führen.
Als ich nun für ihn käme , unnd vor im die Lauten schlug,
mercket ich wol, daß der Fürst ab meiner kunet grossen lust
und wolgefallen hat Als ich a[324]ber Urlaub von im ge-
1 offt aaßgegoOiien] zusatz. 2 doch . . . behalten] 1a quäle per-
cioche 4 nitmo altro io voglio che paleae sia, voi caramente prego, che
«ecreta V babbiate k teuere. 4 milterung und trost] rimedio, 5 So
wQflfieD . . . verkauft] Havete donque k sapere, chöt send' io di et& di
dieci anni nel govemo d^ uno reo et malvagio loio zio — che »ino
quBiido io ero nelle faecie involta, il padre et madre mi raorirono —
percio che molio della musica mi dilettavo et per V et& mia niun' altro
era, che in cotal arte mi avanzasse, fni da Itii ad uno ricco tiiercatante
venduta. 14 für Fürsten und Herren] facendomi da molti aignori
udire. 16 daß er , . . zowQBBen] che, sendosi egli in un luntano paese
alla Corte d* uno gran prencipe con sue mercatantie aviato, quivi mi
fcce da molti baroni di lui «entire. i «juali» bavendolo perciö riccamente
preaeiitato, al prericipe la virtü mia fecero intendere. 20 zu «olcben
kQnsten] della muBica. 22 unnd vor . . . schlug | tolto il liato in
mano et poitami k sonare. 23 luet and wolgefallen] diletto. 24 AU
170
nommen, und mit raeinem Herren der Herberg zu gehn wollen,
verehret mir der Fürst ein scböu Edelgestein, unnd gibt hier-
neben meinem Herrn zuverstehii, wenn er mich im lassen wölte,
solte im ein groti Gelt für mich bezalt werden. Deß ist der
Kjiutfmann wol zufrieden, nimpt das Gelt vom Fürsten, und
zeucht gantz reich wider heim. Der Fürst laßt mich von stund*
an in sehr schön und köstliche Kleider bekleiden, unnd wirdt
in kurtzer zeit gegen mir in solche liebe entzt&ndei, dab ich, ,
ob ich gleich wol nur ein erkauffte Magt, von im erlange
» konte, was ich wolt- - Dieweil aber das Glück dem Menschea j
nit gern lang günstig oder geneigt ist (wie man denn spriehÜ
Gut glück, ist nimmer ohn duck) begibt es sich eines taga,|
als mich der Fürst mit im auff das Gejegt geführt, und eine
Hirtzen antrofTeiu daß er mich fraget, wo ich [325] wölte daß '
^ er den Hirtzen treflen sol. Ich antwort: Durch ein FuC und
Ohr. Und als er das verrichtet, ich aber wegen dieses schutate»!
etliche unbesinte wort lauffen ließ, vermeint er, ich hette zu-
viel, und seinen ehren schedlich und nachtheilig geredt : gebe«
derbalb ^ von gehlingem und grausamem zorn entrüst, seine
> Dierieni, mich aufzuziehen, die Hend aufl' den Rücken zu binden,
unnd mich in einen wilden Wald, nicht weit von dannen ge-
legen, zuführen, damit ich dieaelbige nacht ein SpeiÜ der wilden
Thieren wurde. Als solches von den Dienern verrichtet, und
ich also außgezogen und gebmiden in den Wald geführt * und
i dem Glück übergeben worden^ Ki'^iig ich arbeitselige und trau-
rige^ in grossem zitteren und forcht deß Todta, lang hin undH
wider, und beweint mein eilend. Letstlich, als die Sonn jete
ich . . . Edelg«8tein] Da cui tolta io lioenaa et di imo bei gioiello
preeentata» col padron mio alla atanza ne ritomatumo.
4 DeCi . . . Fürsten] egli. grau quantiii di danari da lui ricemti
Uli gli yend^, et ricco nel paeee auo se nd ritornd. 9 erkaufte
schiava. 11 wie man . . . düok] xueatz. 13 and einen , . \ev>
richtet] et ad uoo cervo in un iol colpo, quäl' io c' havesae h fare j
proposi, colla saetia un piede coU* orecchia confitto. 17 zuviel] tropp
licentioBamente, 21 wilden Wald | bosco. 24 in den Wald gefübr
/usatz. 25 arbeitseligej loieera. 2S in großem . . . Todts] per Ufl
tiniara della morte, 1 äquale tutta via etavo aspettando. 27 und li«^i
weint mein eilend] ssuaatx. aU . . . undergangen] eul tramontar
del Sole.
171
undergaiigen, und ich ohngefehr nahe zu der [326] gemeinen
Landstrab kommen, begibt sich, daß etliche Kauffleut durch
diesen Wald der Herberg zu eilen, unnd mein erbärmlich ge-
Bchrey im fürreisen hören. Under diesen was auch jetz unser
6 Herr, der geht meinem heulen nach, findet mich, wird gegen
mir in barmhertzigkeit bewegt, löset meine auff den Rucken
gebundene Hend auff, legt mir seine eignen Kleider an, führt
mich mit im in die Herberg, und fragt mich, was Stands unnd
Wesens ich seye, unnd durch was unfahl ich in dieses eilend
10 kommen. Ich aber wolte nichts weiters, denn daß ich bißher
mit der Musica mich begangen hette, bekennen. Da verschaffet
er, daß mir ein Lauten gebracht ward, die hub ich an zu-
schlagen, und darein zusingen: das gefiel im so wol, daß er
mich an Eindsstatt angenommen, und in allen reisen mitgefürt
i»hat, und mich haltet, wie ihr bißher wol gesehen. Die weil
ich aber [327] mein glückhafftigen stand, in welchem ich bey
meinem Herren gewesen, deßgleichen die liebe so ich gegen
im trag (die ich denn keins wegs vergessen kan) ohn underlaß
betracht, begibt es sich, so offt ich die Lauten in die Hend
2v nimb, die mich in so hohen staht unnd grosse ehr, auch meinem
Herren so viel freud und lust gebracht hat, daß ich deß weinens
mich kaum enthalten mag, sonder hertzlichen seufftzen muß.
Nun haben ihr die ursach meines seufftzens vernommen, sagt
sie weiter, so ir etwas hilff unnd raht mir mittheilen können,
25 bitt ich euch das nicht zu underlassen. Nach dem ich nun
verstanden, wie es so erbermlichen der armen Jungfrauwen
ergangen, kont ich mich deß weinens nicht enthalten, und ver-
hieß iren allen müglichen fleiß anzuwenden, auch kein müh
2 etliche Kauffleut] una gran compagnia di mercatanti. 5 meinem
heulen] la misera mia voce. 6 löset . . . auff] slegatami. 8 was
. . . kommen] chi ch* io mi fusse et deir essercitio et gran disaventura
mia. 11 Da . . . ward] onde fattosi dair hoste uno liuto recare oi
datolomi in mano. 15 mich haltet . . . gesehen] fammi cotal ser-
vitio, quäl tu vedi, prestare. 20 unnd grosse ehr] zusatz. 21 freud
und lust] diletto. daß ich . . . muß] non posso far di meno, che io
non gitti molti cocenti et dolores! sospiri. 24 hilff unnd raht] rimedio.
25 Nach . . . ergangen] alle quai parole havendo la giovane posto fine,
mosso io pe '1 grave accidente k lei avenuto ä compassione. 28 allen
172
noch arbeit zusparen, damit sie ihres hertzleids entledig-t werit:
rüstet mich also, [328] durch die zeichen^ so sie mir gegeben»
ireß Herren zusuchen, und in zuberichten, ob er gleich die
Jungt raw zu aolcheni grausamem todt verurt heilt, daÜ sie doch
ö nichts de8k>weniger gegen im in liebe gantz unnd gar ent-
zündet : nimb hiemit von iro urlaub, mach mich auflT die stiut,
komm nach acht tagen in ein schöne unnd grosse Statt, in
welcher auligerütf't ward, welcher in euwer gegenwilrtigkeit ein
achön, kurfczweilig und Heblich Geschieht erzelleu könte, der^
lü selbig solte gantz reichlichen begäbet werden: bin derbalb filr
euwer Majestath kommen , nicht was andern Leuten, sondtsr
mir selbst begegnet ist, euch zueröffncn, So bald Beramus dise
red verstanden, Ach» spricht er in im selber, das ist fOrwar
mein Dilirarama: kehret sich hiemit gegen dem Alten, fragt
io in, in wt^lchem theil der Welt, und in was Landsart die Jung*
frauw sey: schickt dem[329]nach unverzogenlich etliche I^egateo
zu irera Herren, und lieL^ im ein groI> Gelt anbietten^ daG er
sie im zuführte, unnd erwartet also mit grossem verlangen irer
widerkunfft: denn er (wie obgemelt) die Musicam sehr liebet,
i«j fürnemlich aber, weil die Jungfrauw so treffenlich gelobt wanl,
was er desto begiriger sie zusehen und zuhören. Als die Kevser»
liehe Botten den Kaulfmann angetroffen, ihr Werbung ver*
richtet, und ires Herren Gaben im angebotten, vermeint er im
viel nutzlicher zusein» den gunst eines solchen grossen Poten-
tb taten , denn das Gelt zuhaben , und macht sich von stundan
I
9 ilerselhig] fredriackt derseibig,
. , , werde] dl dover con ogni mio polere akuin ri in *3 d lo al grave dolor
81J0 ritrovare,
5 gantz unnd j^ar] fieramente, 9 schön , . Geschieht] l>ella no*J
veUa.. 10 gant?. reichlichen] di molti et riechi doni. 1 1 euw4fr|
Majestath] voi. 13 Beratuus] BehrEituo. 14 Alten [ noveltatore. '
15 in waa Landsart] in pofcere di cui. 16 Legaten] messi. 18 unndJ
erwartet. . . . widerkunl^l] zusatss. 19 wie obgemelt] zusatis. 20 fOr*]
uemlich . . , ward] et della virtu di (ei sendo la fama all* oracolii^]
Bue pervenuta, 21 sie zusehen und s^uhören] d* udirla. Als
ztihaben] giiinti dtinque i itiessi di Bf^hramo a] mercatante, et diidd«^!
rando egli piu toato per acquistarsi la gratia di si gran signoref ch<l1
per altra oiferta, cfi* in nome suo fatta gli fasse, di aTiarsi aal paose
di lui.
173
mit der Joi^raow anff die strab. Als er nun iro die ursaeli
dieser Reib anzeigt, mereket sie woL daß der alte l>iener seiner
zusag gnog gethan. erzellet hiemit anch irem Herren die gantze
Histoiy mit iro verloffen. Nicht lang darnach kommen sie
i in die Kejser[334)]iiche Hauptstatt, und thun Beramo ir zu-
kunfiR; zawtLBsen. Derselbig, allein mit einem Edelmann beleitet«
geht in die Herberg, in welche der Kaufmann mit Diliramma
einzogen, und als er sie gesehen und umbüangen, kan er sich
Weinens nicht enthalten. Was grosser frend aber er von irer
* gegenwfirtigkeit entp&ngen, ist unmüglich aul^zusprochen. Nach
dem er nun mit dem Eauffmann viel Ton iro geredt und sein
grausamen faler hekennt hat, gibt er im ein grosse si^hwere
(Joldts. und nimpt Diliramma zu sich. Diese, weil sie wol
erkennt, daG ihr alter Diener viel nmb sie Terdient hat, bittet
5 den Keyser gantz underthenig, er wolle umb irentwillen disen
Alten, als durch deü fleiG unnd müh sie wider in vorigen Stath
kommen, mit einer ehrlichen Gab bedencken: welches sie vom
Keyser leichtlich erlanget Als der Keyser jetz nicht al[ädl]lein
sein alte gesundtheit, sonder auch sein Diliramma wider be-
» kommen , berOflft er die drey Brüder , deG Königs Sohn von
Serendippe, und redt sie mit solchen worten an: Ich erkenn
ftbrwar, qieine fOrgeliebten Jüngling, euch mit edlem und hohem
verstand begäbet sein: denn all meine Artzet in dem gantzen
Land, haben kein mittel finden können, mir mein verlohrne
tft gesundtheit widerumb zubringen , das ihr aber mit euwerer
subteilen fürsichtigkeit und weisen Itaht zu wegen gebracht:
*
2 mereket . . . verloffen] s" avide ella il vecchio servilere suo
haverle ottimamente la promessa servata, havendo al suo signore di ae
data novella. 5 Beramo] a Behranio. 7 Herber^] casa. 9 von
irer gegenwüriigkeit] znsatz. 10 Nach dem . . . bekennt hat] et ha-
vendo al mercatante raccontata la cnideltä, che alla giovane usaita
havea. 12 ein grosse schwere Goldts] molti pesi d* oro. 17 ohr-
lichen] honesto. vom Keyser] da Behramo. 18 Als . . . bekommen |
ilquale poscia per la ricevuta allegrezza dell' havere la sua Diliramma
ritrovata ricoverata del tutto la salute sua. 21 Serendippe] Seren-
dippo. Ich . . . denn] perche io veramente conosco, giovani di alto
et nobil intelletto dotati, che ... 24 mir . . . zubringen] alla grave
infermit^ mia. 25 das ihr . . . gebracht] voi soli col sottile avedi-
mento et consiglio vostro m* havete la pristina salute mia restituita.
174
derhalb möclite ich wol wtlssen , warbey und wie ir haben
mö^a^u erkennen, daL^ ich durch diLs mittel bey dem Leben er-
halten wurde. Der elter Bruder sagt: Goedigster Herr, ich
aahe wol, ewwer kmnckheit ursach 8ein, und meniglich »lammb
b au euwcrenj Leben verzagen^ dali ir den schlaff ^ar verlohrea
liatten: so wulite ich auch, daÜ mehrtheil kranck[332]heiteii
von widerwertigen mittlen vertrieben werden: derhalb gedacht
ich, so lang ir in euwerem Palast verharreten, were kein eiide-
nmg oder besserung dieses mangels zu verhoffen. Auli dieser
u« ursach hab ich euch, diese sieben Paläst zubauwen, und nach-
einandern zubewohnen, gerathen, guter hoffnung, euch durtb
dieses mittel den natürlichen schlaff wider zubringen, und ich,*
sagt der ander, wuGte wol, daß Diliramma euwerer kranckheit
ursach was/ die ir so sehr lieb gehept, und aber nichts andere
i . vermeint, denn sie von den Thieren zerrissen were. Dahe
macht ich mein rechnung, wo ir mit andern Jungfrauwen eucl
ersprachten, wurden ir Diliramma vergessen, und wider gesun<
werden. Darum b wolt ich auch, daß man in die sieben Palitst,
sieben schöner Jungfrauwen führen solte. Der dritte sagt:
au Ich korit nicht glauben, daO [333] Diliramma, von dero mal
kein Wortzeichen im Wald gefunden noch gesehen hat , voir
wilden Thieren zerrissen worden: vermeint derhalb, .so ir in
mancherley enden der Welt auÖrüffen lassen, dab man €
sieben weise Menner solte zu schicken, die euch allerley scli
n gescl lichten imd neuwe Zeitungen erzolleten, und demnach rei
6 gedruckt 323»
l warbey . . , wurde] come cotal mestzo per lo acampo della viU
mift vi siate j^otuti imaginäre. 3 Gnedigater Herr] Sire, 7 voq
widcrwertigen mittlen] co auoi contrarü derhalb . . . Kttbring<eal
nr imaginaii che non potendo ne^ vostri occhi, »tando voi nel paU
vostrOt BODDO entrare, ove sette giorni almeno vi fusal di atanxu can
uto, potesai la primiera salute ricoverare: ondc i sette palagi, in da
CUJ30 de quali ogni giomo haveste a giacere, vi ricordai, che iubit
Ttiente faceste fabricare, facendomi ii credere , che in cottil guiaa
volmente il mnno haveäse ae* vostri occhi h ritornare. 14 die i|
, * , vermeint, denn] qnal voi tanto amavi etgiudicavi, che l!|- 20 vo
dero] della sua morte. 24 weise Menner] novellatori. alleHejj
« , . seitungen] akana hella, novella.
175
lieh von euch begäbet wider heim kereten, wurde etwan einer
onder disen sieben von Diliramma etwas wOssen, und euch das
kundt thun : darumb gab ich disen raht. Deß dancket Beramus
der Ke^ser diesen dreyen jungen Brüdern überauü sehr, be-
6 kennet auch, daU er von Gott bevorab , demnach aber wegen
irer sinnreichen geschickligkeit sein leben erhalteu, gibt ihnen
grossen schätz, und schickt sie in ir Vatterland. Als sie nun
heim kommen, finden sie iren Vatter, so nun zimblich alt,
kranck ligen, der entpfa[334]het sie mit grossen freuden, be-
it findet auch, dab seine Söhn gantz weis , klug und verstendig
waren, darzu viel frembder sitten und gebreuch gelehmet hatten,
und nach dem er inen seinen Sägen, geben, scheidet er aub
dieser Welt Der elteste Sohn ward sein nachfolger im
Reich, und regiert mit solchem verstand lange zeit, daü
li meniglich dorab wolgefallen hat. Der ander, auff daG er
der Königin, so Beramo den Spiegel geschickt, glauben halte,
zeucht in ir Land, nimpt sie nach gethaner Abred zu einem
Weib, und wirdt desselben Lands ein Herr. Es steht nicht
lang, der Keyser Beramus schicket nach dem dritten Bni-
20 der, unnd beutet im zu dancksagung aller gutthaten, von
den dreyen Brüdern ime bewiesen, sein einige Tochter zu der
Ehe an. Dieser macht sich mit grossem Volck auff die
Straß, unnd kompt an Berami Hoff, daselbst [335] wirdt
1 wurde etwan . . . thunj Diliramma col mezzo di aicuno di loro
V* havesse dello stato et esaer suo ad accertare. 3 darumb . . .
raht] et in cotal guisa di sette novellatori mi venne nel pensiero di
ricordanri. Beramus der Keyser] Behramo. 5 von Gott . . . aber]
Zusatz. 6 sinnreichen geschickligkeit] alto et nobil intelletto. 7 Als
. . . kommen] i quali in Camino postisi et nel regne del padre arri-
vati. 9 befindet . . . hatten] conosciutili veramente perfetti, per
haver colla dotti'ina le varie maniere et costnmi di diverse nationi
apparate. 14 regiert . . . hat] con molta [nicht molto, wie Gassner
druckt] prudenza et gran contento de' suoi vasalli lungamente govemö.
16 Beramo] ä Behramo. glauben halte] non mancare. 19 Beramus]
Behramo. 20 aller . . . bewiesen] del ricevuto bcneficio. 21 sein
einige Tochter] una giovane figliuola. 22 Dieser] ilquale accettatala.
23 Berami] di Behramo.
p.
1 mit . . . Pomp] solenn emenie. 2 Bald . . . B
morte del suocero, 1 äquale poco tempo da poi successe, d
perio BQo divenne signore. ' 6 END] IL FINE. | IN \
Michele Tramezzino, | MDLVII.
[s. 336 leer.]
177
Anmerkungen.
A. Zor geschiehte des deutschen werkes.
1. Das italienische original.
Das italienische werk, von welchem in unserem abdruck
unter dem text dasjenige mitgeteilt ist, was fQr die beurtei-
long des deutschen Übersetzers von interesse zu sein schien, ist
in Venedig 1557 mit dem Privilegium des pabsts und des Senats
von Venedig erschienen *. Für bibliographische einzelheiten
verweise ich auf Gassners einleitung in seinem neudruck 1891,
seite XVII f. Von den weiteren ausgaben des italienischen werks
könnte als vorläge für die deutsche Übersetzung nur noch die
von 1577 gedient haben. Ich habe aber derselben nicht hab-
haft werden können, da ich von 32 bibliotheken den bescheid
erhalten habe, daß sie die ausgäbe nicht besitzen. Zum ersatz
dafür hat mir die Müncher landesbibliothek gütigst ihr exemplar
der ausgäbe von 1611 gesandt, das ich in mein exemplar Gassners
vollständig hinein coUationiert habe. Im ganzen ist der text
wort für wort derselbe wie 1557 und die ab weichungen grössten-
teils nur orthographisch, so daß man ohne schaden den urdruck
von 1557 als die vorläge der deutschen Übersetzung behan-
deln kann.
Der Verfasser des italienischen werks nennt sich Christo-
foro Armeno, was gewiß den Armenier bezeichnen soll**; er
*
* Den genauen titel s. o. seite 1. ~ Exemplare in Berlin, Dresden,
Wien. Spätere drucke erschienen in Venedig 1577 (s. o. im text); 1584
(in Berlin, Wien); 1611 (in MQnchen, s. o. im text); 1622; 1628; in
Turin 1828 (in Berlin).
** Woher Karl y. Libenau (s. u.) den namen Chr. Armenius de Ro-
ville hat, weiß ich nicht zu sagen.
Oiaffert Söhno. 12
178
war, s. o. Seite 6, aus Täbris (»Tauris") und christ Auf einer
reise nach Europa, über dessen kuliur er viel gutes gehört
haben will (a. o, s. B) und rleni er auch in der ersten erzähl utig
(s» o. s, 55) sein lob spendet, kam er zuerst nach Venedig,
von dem er (s. o. s, 6—8) eine sehr schmeichelhafte beschnci-
bung macht; dort hat er sich (s. o. s, 8) drei jähre lang auf-
gehalten *.
In Venedig ist auch sein buch erschienen ; die dedji
ist vom L august 1557 und gerichtet an Marco Antonio Qii
tiniano, fu del dar, sign, Girolamo, procuratore di S, Marco."
Er will es (s. o. s. 3 und 8) mit hilfe eines freundes aus denij
persischen ins italienische tibersetzt haben und zwar in quesSJ
giomi di culdo come per via di diporto, also'im sommer 1557 **.
Wenn er behauptet, er habe sich nur durch einen freund
stimmen lassen, das buch dem druck zw übergeben, so vrirl
diese beteurung nicht ernsthafter zu nehmen sein als bei an-
dern autoron seiner zeit.
Ob Christoforo wirklich einen älteren persischen roman^
den er in einer handschrift mit nach Venedig gebracht hal
müsste, wörtlich wiedergab, hat schon Kenfey (orient und occi
dent 3, 267) mit guten gründen bezweifelt. Die compositioi
des Peregrinaggio ist straffer und einheitlicher als sonst ii
orientalischen erzähhmgen; hie und da, namentlich in di
(j. novelle, zeigt sich christlicher einfluss, auch bleibt das fehlen
bestimmter nameu für die als hauptpersonen auftretenden drei
prinzen von Serendippo auffallig; endlich ist uns keine künde
von einem entsprechenden persischen werke überliefert. Viel
4
* Üeber die verbind nng Venedigs mit dem oatea des »cbwai
ttieeres ond Persien vgl. die reiaeboächreihungen von JoBapbai Barbi
Amhrogio Contiirini u^ a. (Viaggi ffttti da Viuetia atla T&na, in Pemia.
etc. Vinegia, Aldus 1-543. — Ramuaio, Navigationi e ¥iaggi, parte
Veuetia 1559. — J. Geuder hinter P. Bizarius , Beruni Pendcarum hi-
atoria. Francof. 1601).
•* Ein Italiener wird diefler freund gewiß gewesen sein und »id
eben um den sprachlichen auHdruck des werkes bemüht haben ; dati
aber *3er alternde Straparola, der verfasset' der 1550 äu Venedig ei
achienenen «Piarevoli notti" , gewesen sei, ist. eine völlig anbcweiä<
bare, wenn auch ansprechende vemmtuag Benfe)*« (vgl. G. Hu it. Giomale
störicö delia letteratura italiana 15, 111. 1890),
179
mehr scheint es. daß Cfaristoforo mehrere persische erzählungen
rqprodocierte und mit einander za einem ganzen Terband: da-
ftbr sprechen anch mancherlei unterschiede in der technik der
einzehien er^Lhlongen. Im wesentlichen unterscheiden wir zwei
seinem romane za gründe li^ende bestandteile : die ursprOng-
lieb arabische Setbel von den klugen söhnen des Nizar, der sich
hier in einen sagenhaften könig GiafiFer (arab. DschaMTer) von
Serendippo oder Ceylon (arab. Serendib) verwandelt hat, und
zweitens die persische Überlieferung von dem ritterlichen, durch
mancherlei jagd- und liebesabenteuer berühmten Sassaniden-
könige Behram (Varahran) V. oder Behram-Gur (417—438)
ond seiner im jahzome verstossenen geliebten, die schon in
den epen Firdusis und Nizamis behandelt worden war und im
▼olksmunde fortlebte. Nur erscheint Behram bei Ghristoforo
weicher und sentimentaler als bei den genannten dichtem, da
er nach seiner raschen that in trübsinn versinkt, aus dem ihn
— und das ist ein bei Nizami in anderm zusammenhange ver-
werteter zug — die kunstreichen brOder durch erbauung von
sieben palästen und allabendliche erzählungen herauszureissen
suchen. Genauere nachweise folgen weiter unten.
In der spräche des buches habe ich, soweit ich mir ge-
trauen ^rf darüber zu urteilen, nichts orientalisches gefunden,
wohl aber die charakteristica der italienischen renaissance-prosa,
verwickelten periodenbau und bevorzugung lateinischer Wörter
und wortformen*. Ob die wenig gewandte, in der ewigen
widerholung weniger gleicher ausdrücke sich bewegende dar-
stellung etwa den der spräche nur äußerlich kundigen verrät,
mag einer entscheiden, dem die ältere italienische litteratur
besser bekannt ist als mir.
2. Wetzeis Übersetzung.
Soviel bekannt, existiert von der deutschen bearbeitung
von 1583 nur das exeraplar der Wolfenbüttler bibliothek, das
ich meinem neudruck habe zu grund legen dürfen (doch s. u.
Seite 192 f.).
*
* Z. b. amplo, aacendere, audace, cliiuati (plur.), fraude, maculare,
mensa, placare, sospicione, sponsalitie, tollere, vituperoso.
12*
180
Der druck fülirt die signatur >Wolf- 544 Quo**; es ist
ein band in klein-octav mit 16 ungezählten und 335 gezahlten
selten; der vom druck eingenommen e raiun jeder aeite ist
6Va centimeter breit, 12 — 13 hoch, einschliesslich des colum-
nentitels und des custos; der druck ist eine schöne, opulente
Schwabacher schrift, sehr groß in der vorrede^ welche 19 mim
auf der seite hat, kleiner im text mit meistens 24, seltener 25,
noch seltener 23 Zeilen auf der seite.
Der Übersetzer gibt an (s. 3), dab er sich „vor w<
Jahren ** in Venedig aufi(ehalten und dort das italienische buch
zur hand bekommen habe**; seine vorrede ist vom 1. Fe-
bruar 1583 und ans Basel datiert. Nach dem titel hiet erl
Johann Wetzel und war bürger in Basel. Es haben ^"^ m
Basel in der zweiten hälfte des 16. Jahrhunderts zwei mann er
des namens gelebt, von denen einer küfer, der andere sei
und buchführer war ; der letztere stammte aus Zürich. Dieser
wird unser Übersetzer sein ; für ihn spricht wenigstens der um-
»taud ^ daÜ sein werk zwar den druckort Basel, aber keinen
drucket oder Verleger angibt — wohl eben deshalb, weil sein
name auf dem titelblatt schon sUnd ; auch ist bei einem buch-
fübrer ein geschäftsau fenihalt in Italien leicht anzunehmen
Seine bilduugsstufe, wie sie aus der nacbherigen vergl^ichnng-
mit dem original hervorgeht, stimmt dazu. Er war protes^Ant,
denn er hat ein paar stellen (s, u.), welche sich speciell auf
katholischen kult bezogen, geändert.
Als Schweizer zeigt sich Wetzel auch in seiner spräche»;
Dieselbe ist freilich, wie gewöhnlich damals, sehr inconsef|uenl
gehandhabt, und es finden sich altere und neuere, locale und
geraeindeutsche formen und Schreibungen neben einander.
Zu den uhd» eigentümlichkeiten, die schon völlig dnrch-
(
*
♦ Angebunden ist: De arte amandi: Daa ist, Di© Kunst der Lieb-_
d«3n . , . Deventer 1602 (von Paul v, d. Aelst),
*♦ Ob die ausgäbe von Ihbl oder die von 1577, laßt »ich, «, o„ nic_
Beben. Wetzcia wemlung ,80 kurtz uuvor durch Christoph omni Af
menium . . transferiert worden*. be8agt in ihrer iinbesitimnitheit, nnJ
saniuien mit dew ebenso nnbestimniien ^vor wenig jähren', gar nif^hL
'^•* Baechtold, Geschichte iler dent«chen literatur in der 8chweix
anm. »eit« 1^9 f.
181
geftthrt sind, gehören die nhd. diphthonge ei, au, eu ; nur »auf
kommt noch gelegentlich als uff vor, wie in großen teilen des
diphthongierenden teils Oberdeutschlands noch jetzi In den
Worten subteil und subteiligkeit , die ein paarmal und nur in
dieser form erscheinen, ist vielleicht indirekte Schreibung für
gesprochenes T zu erkennen und daraus entstehung im mono-
phthongischen gebiete *. Von den alten diphthongen ie, uo, üe
ist der erste, z. b. in liecbt, noch geschrieben, der zweite nie
(die Schreibung muter zeigt wenigstens noch die länge) ; üe ist
meist Ä gedruckt und von ü = mhd. ü geschieden, aber es
kommen auch dann und wann ä = ü und ü = & vor**; für
altes T erscheint bald i bald ie (vil, viel u. ä.).
Auf die Schweiz beschränkt oder doch nicht weit darüber
hinauß verbreitet sind Schreibungen wie thüy thüye, müy,
glüyendt (woneben auch thüe, müh etc.); har (39, 7; daneben
häufiger här und her) ; das häufige fahl, faal, unfahl etc. ent-
spricht ganz schweizerischer ausspräche. Formen: kind plural;
hirtz (in der schrift freilich auch noch später außerhalb der
Schweiz vorkommend). Wörter: überkommen = bekommen;
rebman, rebacker (23, 24 f.) ; kommlich (woneben das gemein-
deutsche bequem); tochter == mädchen; anmaal 158, 11. 14
(nach DWB. 1, 405 vorwiegend bei Schweizern); nid sich =
unter sich 44, 2.
Anderes ist gemeinschwäbisch (-alemannisch) oder auch
gemeinoberdeutsch.
Vocalismus: ä in vatter; ä in jamer, jemerlich (wo-
neben mm). Mangel des umlauts, besonders bei ü + doppel-
consonanz: trucken rucken schmucken mucken, burger, wurde
conj. praet. (woneben auch würde***); schuler 165 f., lug »lüge*
117, 17; träumen säumen; häufig in der 3. sg. ind. praes.:
lasset laßt (und leßt) ; fallet fallt (und feilt), haltet halt (und
helt), lauflet laufft, stosset, beschlafft 107, 25, fahrt 58, 11,
*
* Wetzel hat schwerlich latein gekonnt; eine bestimmte spur da-
von zeigt sich nirgends. Die gelehrt thaenden citate der vorrede wird
man nicht ernst nehmen.
** Daher habe ich (s. vorrede) stets ü gesetzt, ebenso ä, ö für die
regelmäßig erscheinenden ä, 5.
*** schuldig 18» 12 ist vielleicht nur druckfehler.
182
grabt 139, 22, Dagegen umkut, wo ihn das nhd. nicht hat:
flesche, weschen, maultäschen, Oberst, rübig rüwig. — Cou-
sonantisin us: Schreibungen wie paur und andererseite
bicken u, ä. sind oberdeutsch ; Bcharpff; gäh (g'ach); rüwig (ab^r
auch ruhig, s. o.); schlecht ^ schlägt, viechbeltz 121,17; thurn.
— Verse Iiiedene wortformen. Nomen; sanl =
aätile, gesfttz, Ibrcbt, senfftzen plun, stege = stiege 127, 10,
130,25, forcht, schütz = achuli (daneben »choÜ 74, 26); enduugj
-nuß , -lein (76 , 25 4in) ; müglich , hültzen, Pronomen:!
iren (neben ir ira) dat. sg,, jemand ts niemand ts (auch ohne s).l
Verbum: wollen wollen (darnach öfters auch sollen 12, 9j
87, 18 u. s. w.), rütfen, trän wen (dräuen), fahen, glantzen,^
förchten ; standen 3, pl. ind., stände conj. praes., stand imper.:
part, praet : verl offen» gewäben 53, 20, genennt gebreivnt er-j
kennt, gekont 84, 1, bewüst 10, 28, gewilH 44, 7, gebauw^^l
gerauwen, gehept = gehabt und = gehoben. AdTerbo-s,
spat, für- in compositiouen, eintweders, nit und nicht — Wort*]
formen; Oberdeutsch ist die apocopierung der endung -e;]
scbftd leut söhn freud u, s, w, , die aber bei Wetzel nur in-
consef|uent gebraucht ist ; neben den bei ihm wie bei andern i
hantigen starken präteriten fände, warde 167, 17 u. a. kommt
auch nom. sg. der könige 68, 2L 79, 17 vor. In der sub-
stantivflexion begegnen wie bei andern Zeitgenossen zahlreiche ]
-en : teils sind alte schwache endungen erhalten, wie sonnen 1
seh Hier tzen frauwen^ teils neue -en hinzugekommen, so im sing,
von femininen wie seele, erde, seite u, a., die schon mhd. zum
teil schwach sind *, besonders aber im gen. piun der andern
genera: tagen harten tadleren, exemplen schatfen völckenu Die i
auf altem -I, -in oder -ina beruhenden endungen sind ge*
blieben: schencke, pL schenckinen, bürdin 13,23, hüliu 13,8,
guldin ejsin. Den mundarten des Westens eigeu ist der Weg-
fall des -n in tonloser silbe; daher die Vermischung der 2, und
3, plun Wetzel hat sein und seind** neben einander, in an- m
dem Verben stets -en in der 3. ***, und diesem nach meist auch
* Aber auch acc. ag. bürgern (titel) ^ vettern dat sing. Itl9. 12, J
aoc. flin^. 34, 6. — Im fem. nebeni obliquen casus ^ wo das -en bäi]6gcf|
ist» auch nom. kalen 33, 12, lauten 39, 23, kirchen 70. 17.
** Audi impen seind HO, 4. *** Nur tbund faciuiit 163, 2,
IBS
in der 2L: sehen nsd sdel*^ Tidetis. nur ^mal 65, 24 linde
ich nemmend = somite: anf dasselbe TerfaÜtnis Ton gesprcKli-
enem -d. geschriebenem -en geht das häufige adenlich inach
eigenlicK ordenlich) zurück« woneben auch adelich : ebenso pa>
pengey 6(* ff. Die srnoc^ienmg des prifixes ge- ist öfters Eum
aosdmck gi^ommen : ghorsam 21, 27. gwaltig lo. 7, deigstaJt
6, 8 o. a.. meist aber steht ge- : den nnsem mondarten regeU
maGig geläufigen abfall des präfixes Tor expIosiTen kann man
in anzeigt pari, praet. 15. 25 finden, wogeg»i das häufige
fonden (aber auch gefunden) ältere art ist: die in oberdeutschen
dialekten ^ häufige abusiTe Terwendung des präfixes ist durch
bQdungen wie sich gestellen 99, 16. gestracks 42, 2^, ge-
schriftlich 151, 11 vertreten. — Altes, in oberdeutschen mund-
arten noch bewahrtes genus: masculina lust pracht list luiR
gewalt heorath butter**^, neutra. gesang tranck ort (auch =
ende, spitze). — Wortgebrauch: Tetter = oheim, hoch-
zeiterin, Zinstag. bahel. logel == flasche. throm 95, 7; schliefion
= schlfipfen, anbrennen = anzQnden. auGgiessen (reden o. dgl.),
beschlieGen = Terschl.. schimpffen 126, 10, lernen und lehren
vermischt, es hat 164. 16: hefitig = sehr 63, 1. 116, 22.
117, 11, rechtgeschaffen desgL 160, 3, gegen c dat
Im folgenden noch eine auswahl anderer sprachlicher er-
scheinungen. wobei ich archaismen und idiotisnien nicht weiter
unterscheide.
Lautlehre. Vocale: Doppelconsonanz als zeichen er-
haltener kOrze: nemmeu. nammen = nomen, gezimmen, zellen«
stillt, hätten, erwöllen. Kürzen: mhd. a ist a; e ist e, 5; v i^t
^e, ä; e ist e, ä; i ist i, ü; o ist o; ö ist 5; u ist u: ü ist ü.
Längen: ii ist a, wo und wa, vor n a und o: wohn, getlion
und gethan; ae ist e, ä, stets fa(h)len faler; e ist e; t, ü, iu
sind ei, au, eu: ö ist o; ce ist ö. Diphthonge: ei ist ei; au ist
au; öu ist eu oder öu; iu ist eu; ie ist ie; uo ist u; üe ist ü
(s. o.); zu ei -< age vgl. verthedigeu 6, 23. Umlaut: ungloub-
lich, befugt 138, 17; nichtumlaut: lehentrager 132, 5, gartner
* Vgl. Kanffmann, geschichte der schwäbischen mundart« seitc 200.
** Ebenso keinen kosten 16, 26; anch ein unhistorischos maso. )icunHt
172, 24.
184
23, 27, bekaiitiuiß, iinzalbar, uuverschampt, langest ailv., lob-
lich, gewühülicb, oöentlich , klarlich ad?,*, äußerst. Toolos«
silben: zu und zq vor dem iiif. , vorhanden mid verbanden ;i
superl. geheimist 130, 18, reinist 94, lU, sonst (e)st, im con-
juncfciv häufig 2. sing, -ist: verfcraowist , gebist, wurdistJ
werist u. a,, aber auch -est, z» b- gespürest 110, 24. — Con«
sonanten: w nach au, eu (^ iu und ^ öu) vor vocal odetj
im auslau t stets gesetzt: frauw frauwen, treuw, neu wer, freu-l
wen; auch fraw, new u. s. w, , aber seltener; freuwd; sof^l
feuwr. Das alte mb ist durchaus als mm gesprochen zu denken;
denn es ist nicht nur etymologisch gesetzt: umb, lamb (aber
kummer), oder wo es gleitlaut ist: kompt, nimpt, fllrnembstenj
sondern auch, wo es ganz unorganisch ist: nimb, gehorsanibj
reichthumb, reichthumben , anibeissen **. Altes geriuanischesj
-h ist noch gesetzt in schmechlich, versehraecbt, zeucht, 8iclist|
94, 5, versieht 28, 7, gächzoruig 90, 10, aber nahin = nach-
hin 20, 9; neben einander bofelch und befehl, befiJhet und be-
fihl(e)t, befehlen, befolhen (alle mit v oder f); endung -lieh
ist immer -Uch : billich, ade{n)lich (s. o.), aber -ligkeit. Ver-
mischtes: rinckmaur 140, 14, scheutzlich 26, 2, lestlich und
letstlich, empf- und entpf-.
Wortformen. Substantiv: ge wüßne -< conacienm
17, 23; käfin 60, 15 ff.; -ung und -unge; plurale: artzet, dat,
artzten, meil, eynhorn, staffel, stund, dat. kleiuoteru 120, 2. —
A d j e c t i V : flexion öfters regellos; ^viel" unflectiert, aber
mit nom. des gegenständes ; geleich neben gleich , thorecbt, i
u^onid(e)rig = crastinus, ein brünstig, ier fehr fehrn; viele ad-l
jective und adverbia auf -eolich: auGtruckenlich, erschrocken-#i
lieh erschröckenlich, (fü r) treffen lieh, taugenlich, trungenüch, un-
vermeidenlii'h, unversehenlich, unverzogenlicli (vollkommenlich).
Üie adverbia der adjective auf -lieh gehen auf -liehen, öfteraj
auch auf -lieh aus, — Zahlwort; zwen , zwo, zwei stetflj
getrennt. — Pronomen: verlängerte formen des geschlech-|
tigeo Personalpronomens und des artikels, wie iro, ime, ine.
• Mayeatatb mid -eth.
* * Da die jub inconsequeut gesetat Bind» so konnte ich bei der auf*
lOaung von m mich nur ntich der mehrzahl der entepracbenden fEUe
für mb oder mm eatfio beiden.
ISS
denen eic oft and Kibne recel: euwer = «a^r i\ 1. ;U, il:
wellich und soUkh nt-ben welch solch : etwmr = jennod lOS. 22 :
aeibs und selbst: mix emandeiteln: meniglichen dat.« Ton mtHii&r*
liebem 58. 1$. — Verbnm: manche alte bildungen, woneben
neabüdongen wie halten ich 17, 13. weist = »cit 44, IS (neUni
weiß), wBiden plnr. 54, 10, schUefie prit. ind. 57, 1 seltner
aind. Prasens: die 1. sng. ind. hat den Tokal der 2, und 3. :
ich fliehe, wird. nimm, hilff, entbeat: dn wirdst 6, 6, er beutot
175, 20: dn wilt. solt: pan. sich erlabende eic Priteritum:
im starken pneL der 1. ablantsreihe. sing, ind., oft mvh ei :
treib, sieig. befleü*. bleib, greiff. schweig, aber auch schon ie:
triebe 159. 26 *; was und war vielleicht gleich oft: thet : zugen
1. plnr. conj. praet. 154, 6: dorfft(e), conj. dörffte. fuhrt 40,8,
hort(e). Part prät : geessen, gescheiden, verziegen 97, 13:
erzömt. Stark sind noch: brünnend brann, gehuncken 20,5. 11 :
schwach vei^leichet part 166, 16, unbesinnt 170, 17. Hfuitig
synkopierungen wie 3. sg,: redt entpfindt oblaut, besonders
part: gemelt, Tergifft. geacht, getrost, verpflicht, geredt —
Andere redeteile: jetz, gester, sonder(n), niergend, offter»
mal(s), zum ofitermaL
Wortgebrauch. Substantiv: auffenthaltung des
lebens 33, 23, begangenschafft = lebensunterhalt 79, 12, bülg-
lein 103, 25, docke (auch dockete) 134 ff., domwalle 126, 9. 14,
ehegemahel masc. (vod der frau) 143, 21, eilend = Verbannung,
erbietung, erlaubung, falsch, geding -= bedingung 169, 2, go-
fengnuß fem., g^enwOrtigkeit local, in aller geheim 71, 28,
gehorsame leisten, gejegt ntr., gemerck, genieß 166, 27, go-
span = genösse 40, 7, =» streit 61 f., gethat 18, 12, glauben
halten, handlung = ereignis, kauffmannschatz fem., kundschiitn
:=" bekanntschaft , laster = vergehen 137, 18, mißhandlung
(= irrthum, vergehen), miß vertrau wen, an der mittwochen, reich-
thumb fem., ein grosse schwere goldts 173, 12, sententz niasc,
stath (= würde, ansehen), träher plur. 93, 23, umb8U>ndor ^^^
umstehende 62, 3, urtheil fem., verbunst, Verehrung — go-
schenk, einen verstand eines dings haben 37, 3, weibsbild, wid(*r-
spiel, Wortzeichen, zukunfft = ankunft. — Adjectiv: an-
*
* lieber das unorganische -e s. o.
ut
mutig = angenehm 69, 10, arbeitselig^ artlich, besooderbar =
abgesondert 22, lö, bewüßt ^ bekannt, bdfi =^ g^tl^l
19, 20, 26, ehrliche gab (houesto) 173, 17, einig = uUub fli
= einzig» frävel 168, 24, gähling» hälig halten 146, 13, herr-
lich (lieblingRWort Wetzeis), jainerselig, klar = deutlich ?otn
sehen, kleinfüg 8, 9, lautprecht 165, 17, sich leibloß ma
59, 23» lieblich == angenehm 159, 11, mercklich = bedeut
möschin = messingen 74, 7, rähtig werden 99, 9, rein ^-i
94, 10 ff., schlecht = gering, sonderbar = groß, stettig
widerspenstig 119, 19, überlegen = lästig, unglückhaflPt(ig)j
lieblich, nnsinnig = wahnsinnig, verrömbt (famoso) 61, 19»
wider vvertig — entgegengesetzt 174. 7, znstendig = smgehdrig.
— Verb um: abschmieren = prügeln 125, 4, sich absiehen
= entkleiden, anbilden 135, 14^ sich anlegen = sich ankleiden,
einem etwas anmassen ^ anhängen 90, 3, geld aaff heben =
verdienen 169, 18, sich bearbeiten 78, 24, bedauren = ver-
drießen 17, 1, begaben, sich mit etwas begehen = davon leben
171, 11, beleiten, einen eines dings berichten, bescheheo, be*
schießen = nützen 112, 17, bestehen = kauffen 140, 13, aich
bei einem einflicken = insinuieren 88, 11, das leben wider ejj
holen 85, 20, etwas erkundigen 100, 12, erledigen = befre^|
eracliießen ~ gedeihen 31, 22, sich mit jemand ersprachen, f?m
begehren erstatten 54, 27, einem fürgeben ~ mitteilen 71,22,
fürreisen = vorbei reisen 97, 2, gehorsamen 65, 10, einem ist
geschwunden ^ ohnmächtig geworden 123, 12, einen eines dings
gewären, liencken — hängen 64, 1, ledigen — befreien 36 1;
lieben = lieb werden, hinderhalten = verhindern 142, 5, et
manglen 36, 3, niessen = essen, Öffnen == offenbaren, etwa
den mnnd, liafen etc, stosaen, strafen ^ schelten 142, 5, straubon
*= schrauben 94 f., mit einem sprachen, understehen — unfc
nehmen, Urlauben, einen verdencken, einen mit etwas verehlj
vereinbaren = versöhnen 97, 18, vergleichen — gleich mac
1U3, 3, vernügen, vergünnen = misgönnen 88, 5, verhalten^
verheimlichen, verhandeln = vollführen 48, 16, verlassen
hinterlassen 162, 5, vennickeu = weiterziehen 132, 18, vef^
schaffen = bewirken, Vorscheinen = verfließen von derzeit,
steh» ^ erfahren, vogleu 60 ff., zustehen = zustoßen.
F a r L i k «' 1 n. Präpositionen ; ab cauaal ; an einen begeren,
aings
etfl
valfl
187
sorge an einen lassen 154, 10, sich an das bett legen; auff
diß mahl, auff ein zeit, auff ein orht nehmen 157, 4, mit vier
auff sie bestelten megten 165, 26 ; bey einem erhalten 154, 21,
bey dem eyd behalten 46, 17; durch den todt hinrichten; in
die laute singen 171, 18, im hertzen lieben 110, 20, in kleider
bekleiden 170, 7; mit jemand beleitet, mit erlaubung u. dgl. ;
räche von einem nehmen, von etwas fragen 79, 2; wol zu-
mut, zu hauß =: nach haus. Anderes: als bei gleichsetzung,
denn bei compar. und bei ander; denn -= weil; vor adv. ;
bevorab; ohn gefahr, ohn gefehr, ohngefehrt = forte; aller-
dings, allerdinge = durchaus; morgen = am folgenden tag,
von der Vergangenheit ; grausam, gantz als Steigerungswörter ;
nicht fast groß; hin = her in: vorhin, hinauß, hinab. —
Fremdwörter hat Wetzel ziemlich viele, auch unabhängig
vom italienischen original ; ich führe an : ambass(i)ator, author,
conscientz, contrafactur, handthierung, history, hemisphsera (under
unserm h., nach dem italienischen hemisperio 89, 26), ingenium,
l^at (= gesandter), losament, matery, mayesteth, melancholey,
pact, paradeiß, penitentz, potentat, reverentz, scribent; abcontra-
feit, formieren, moderieren, tractieren, transferieren, tribulieren,
vexieren. Sehr gerne setzt er zu dem fremd wort mit ,oder*,
„und* ein deutsches*; z. b. : audientz zu geben oder die leut
zu verhören 104, 28, authoritet und ansehen 90, 26, concubin
oder beischlefferin 26, 25, condition und vorbehält 35, 19, hi-
story oder geschieht 64, 21, melancholey oder bösem schwartzein
geblUt 80, 13, traurigkeit und melancholey 25, 13, philosopliis
oder weisen 33, 4, fürsten und potentaten 69, 3, in hohen ehren
und reverentz 47, 4, solennitet und pracht 41, 18, tortur oder
marter 26, 17, getümmel und tumult 61, 10; content und zu
frieden, frölich und wol content 97, 23, die nigromantischen oder
Zauberwort 66, 23; condemnieren oder verurteilen, instituiert
oder underwiesen 66, 3, versucht und probiert 104, 14, publi-
ciert oder außgeschrien 72, 9, spatziert und wandelt 55, 10. —
Syntaktisches: Accusativ mit dem infinitiv (mit und ohne
* Auch zwei gleichbedeutende fremdwörter: ambassiatorn oder le-
galen 53, 2; aber auch zwei deutsche: gwüß und ungezweififelt , mei-
sterin oder künstlerin u. dgl. ; vgl. unten 8. 191 **.
188
' aocii
entle
1
raa,
,5,
OD-
I
ff ZU*) häufig; älterer gebmocli des uiibesiinimien ai
zu einem weib nehmen , ein erbe des reichs werden vl di
nicht selten die Stellung des posseasivpronomeos hinter
attribut: vorige sein glückseligkeit 3ri, 5, wegen deb trei
losen lind schendtlichen seines hofiVaths 64* 22, etliche mi
geschefft 143, 26, einem irem fürnembsfcen raht34, 13; oder auch
hinter einem genetiv: an der ungewohnten deß keysers gel
64, 25; vgh jetz unser herr 171, 4. Anderes: genetive wie ni
gedenckens haben, in was landsarL etwas getümmels; dopj
negation negiert; constructionen mit dem part, praes. -entle
oft; ursach oder auü ursach zur einleitung eines erläutern
gott geb (wie 65, 9) eines restringierenden aatzes; so besi
kont, so best man möchte; sein c. Inf. oder thun c inf.
Umschreibung der handlung; einen zu schlaffen machen ; zeugma,
iTzb xotvoü u. ä. 27, 6. 29, 9, 32, 30. 46, 12. 81, 10, 121,5,
125, 5; verdrehte Wortstellungen z. b. 4, 17, 12, 16; un-
klare oder falsche constructionen 21 , 26, 22, 19, 132,
133/134, 141, 21.
Von besonderem interesse ist Wetzeis verhalten
seinem italienischen original. Er hält sich in
der Sache durchaus an dasselbe; Veränderungen des zusami
hang» und sachliche oder sprachliche ab weichungen groß
umfangs hat er sieh nicht gestattet; zu den größten mögen
27, 2. 27, 19. 39, 9. 113, 15 gehören. Dabei übersetzt er aM
nie sklavisch, sondern mit der frei hei t, die sich alle überseMP
seiner zeit nehmen, und hat damit seinem werke vielleiclU
gleich oft genützt wie geschadet. Vieles ist ganz und gar i
ditferent, blolie leichteste wort- und Satzverschiebung, die
keine regd zu bringen ist*, Oefters ist die Umgestaltung
glücklich gelungen oder doch nicht schlechter ab das origi«
dem man ja besondere geschicklichkeit nicht nachröhmeu kanTTT
ich verweise auf 31, 9. 93, 23. 103, 21. 133, 14. 137, 8, 153, 4.
163, 24. 169, 5. 176, 1. Um so unglücklicher ist eine anzähl
anderer abändern n gen, bei denen nicht bloü leichtere Schief-
heiten, abstumpfungen der pointen, ungenauigkeiton, matte stell
*
* Im apparat ist so leb es doch aufgeführt, nur die allerleichi
abweichungea habe ich weggelassen.
m^H
mm
lleicht
^rfl
189
herausgekommen sind, wofür es keiner beispiele bedarf, son-
dern ein paarmal geradezu Verschiebungen des richtigen sinns
und Zusammenhangs: 25, 25 und 26, 5. 72, 4. 123, 21. 147, 19.
157, 5. 173, 1. Häufig kommen schiefe oder geradezu fehler-
hafte Übersetzungen auf rechnung einer mangelhaften kenntnis
des italienischen, wie sie einem manne von Wetzeis ungelehrter
bildung in einer zeit ohne moderne Wörterbücher nicht gar zu
hoch angerechnet werden sollte. Manche italienische Wörter
▼ersteht er entweder nicht ganz genau oder weiG sie nicht ganz
widerzugeben. So umgeht er das wort novellatore und über-
setzt es mit „mann*, falls er es nicht ganz wegläüt: 53, 8. 26.
67, 18. 68, 8. 86, 8. 25. 98, 3. 13. 117, 6; erst 133, 1 und
dann wider 164, 9 ist es »neuwenzeiter*', 163, 18. 164, 12
»geschichterzeller* übersetzt, aber noch 172, 14. 174, 24. 175, 3
teils weggelassen teils anders ersetzt. Das im original Uber-
flüUig häufige rigido, rigidamente ist nie genau übersetzt, son-
dern stets umgangen: 65, 19. 105,26. 106,25. 112, 13. 115,16.
129, 4. 131, 23. 154, 16; mazzuolo „strauß* ist von 134, 19
an auf ganz ungeschickte weise verschieden widerg^eben. Än-
dere falle der art: armellini 121, 17 (doch s. u.); arti meca-
niche 117, 11; aspro 24, 14; capriccioso 90, 10; ciglio 12,5;
forato 151, 6; padiglione 78, 7 f.; pallotte 38, 3. 70, 22. 27;
pigione 140, 13; schiava 37,1. 170, 9; seraglio 78, 11. 117, 25.
120, 7 ; svenare 142, 3. In andern fällen ist aber durch mis-
verständnis des italienischen geradezu ein fehler entstanden;
so ist Mussulmano 54, 5 S. 117, 18. 133, 9 als personenname
gefaßt*; come prima ist 86, J9, vielleicht auch 75, 14 nicht
verstanden; sogno „ träum' ist als sonno „schlaf* gefaßt und
damit die pointe der scheinbuße zerstört 61, 12. 62, 27. 29;
vuoto „leer" scheint 127, 11 mit lat. (de)votus verwechselt
(„verordnet"); die ganz sinnlose widergabe 74, 24 wird auf
misverständnis der Wendung a capo beruhen, die verkehrte auf-
fassung 44, 23 auf misverständnis von mancare ; stato scheint
* Auch die weglassung des fattolo Mussulmano 114, 1 kann hinzu-
genommen werden. Auffallend genug, da doch 121, 11 secondo '1 co-
stome de' MuHdulmani übersetzt ist «nach dem gebrauch der Mussul-
mannen.''
I
%taß
190
falsch aufgefalH 11, 17; rtip wendung e dj mesüt^n {^ op
est) ist 52, 23 faleeh Terstanden,
Wetzel wendet sich an ein litterarisch weniger gebtld^
publicum, dem er um so mehr die Sachen verdeutlichen
als er sie sich selber wolil öfters hat erst klar machen muten,
Daher seine vielen zusfitze, freilich alle von kleinem umfang,
bestimmt zn orlaiitern , zn verdeutlichen, einzuschränken oder
zu steigern, die Situation auszuführen, auf zuvor g^esagtes oder
auf allgemeine sitfee u. dgh hinzuweisen, proverbielle Wendungen
(h. u.) einzufiechteu, drs Übersetzers politische oder kirchliche
loyalität (s. u.) ins licht zu rücken. Auch wo nicht eigent-
liche Zusätze gemacht sind, ist doch die sache häufig umständ-
licher als im orif(inal gesagt, wie es bei Übersetzungen J
häufig der fall ist*. An andern orten ist umgekehrt der av
druck ins kurze gezogen, vereinfacht **. Im sinn einer popn-
läreren art ist es, wenn Wetzel oft die motive verstärkt und
vergröbert, die logische schärfe des Originals schwächt, eine
mehr gemütliche oder auch rlietorisclie art einführt. Schärfe
ist im ganzen nicht seine sache; er hat wohl doppelt so hänfig
an die stelle eines genaueren einen imgenaueren und alli
meineren ausdnick gesetzt, als umgekehrt. Neben der o\
erwähnten vergröberung der motive kommt ebenso häufig
abscliwächung, vorsichtigere taGung des ausdrucks vor***. Sie
macht sich eigentümlich geltend in dem verhalten zu zahkj^
und Zeitangaben. Nicht hieher gehört es, wenn die zahl 4|
meilen 4 — 6 mal *'''** kleiner angegeben ist, als im original,
da hier gewiÜ eine Umrechnung vorliegt. Aber um so deut*
lieber sind andere fälle: eine grosse gesellschaft wird zu „et-
lichen gespanen" 40, 7, ebenso 171, 2; wohl tausend and mehr
* Dahin aucb die siweckloaen ,etc.*, die oft vorkonimen.
** Eine «chat/-öDg der zahl der buchötaben ergibt für den
liehen umfang dca ori|:»inat8 und Wet^.els fast genau denselben
der lür W. höchtiiena ein klein wenig grÖBser ist
••• Oefterß hat die decenz einen ecbwächeren aatdruck oder i
weniger anstösaige angäbe verursaclik; so 21, 6, 4i), Hft» BO* 4. 59,
m, 2. Uh, i:i 126, 10. 121, 14.
•^** 16, 2. 20. 18. 4K 18. 7D, Ml; 139, 12 sind 3 bis 4 meilen
durch Vi meile widergegeben.
i
1dl
ZU wohl tausend 149, 17; zweihundert und mehr zu „biß
in* zweihundert 92, 23*. Besonders aber Zeitangaben : 22, 3.
53, 24. 56, 20. 64, 4. 101, 6. (156, 9); ganz eigentümlich
ist, daß öfters die angäbe des frühen morgens beseitigt ist, so
105, 19. 122, 13. 123, 22. 137, 22. 151, 14. 154, 16. 159, 21.
163, 20. (S. a. Seite 192.)
Von specifischen änderungen Wetzeis sind in erster linie
solche der diction zu nennen. Seine ganze art ist populärer
als die des Originals; an stelle einer logisch zugespitzten aiis-
dmcksweise setzt er eine weniger pointierte, aber öfters an-
schaulichere. Lange perioden, wie sie im original häufig sind,
löst er gerne auf und stellt eine leichter verständliche anord-
nung her; er bringt concrete züge an, die ein bild für die
phantasie geben. Vor allem liebt er, wie alle volksmäßigen
autoren, das formelhafte; alle augenblicke sind epitheta or-
nantia angebracht, besonders solche von familiär-gemütlicher
art; gerne sind proverbielle Wendungen gebraucht: 91, 25.
92,6. 116,24. 119,8.15. 135,22. 170,11; anderes formel-
hafte vgl. 32, 12. 19. 41, 22. 68, 14. 73, 23. 79, 2. 102, 9.
156, 16. Zu den formelhaften Wendungen gehören auch die
paarweisen ausdrücke; sehr oft hat Wetzel einen italienischen
ausdruck durch zwei, seltener durch mehr als zwei deutsche
widergegeben, während die zusammenziehung zweier ausdrücke
in einen einzigen weit seltener ist **. Indirecte rede ist öfters
durch directe ersetzt, aber ebenso häufig umgekehrt.
In einer anzahl von fällen haben auch die lebensumstände
des Obersetzers auf seine Übersetzung eingewirkt. Er ist Pro-
testant und entfernt specifisch katholische Wendungen , wie
144, 3. 146, 24. 163, 5, wohl auch 144, 10. 162, 14; seine
kirchliche correctheit äußert sich in manchen Wendungen, wie
*
* Wenn 48, 20 aus 4 geworden ist 4 oder 5 , so liegt darin dem
Zusammenhang nach eine ermässigung.
** Ich habe solcher Verkürzungen nur 39 notiert, von erweiterungen
verschiedener arten 167 ; unter diesen ist wider die setzung zweier aus-
drücke für einen einzigen bei weitem am häufigsten (117 falle); daß
aber Wetzel Überhaupt die tendenz zur variierung durch synonyme
u. dgl. hat, beweisen die andern fälle, in denen aus einem ausdruck
drei, auch vier, aus zweien drei oder aus formein wie aA solche wie
abA, aßbß u. dgl. geworden sind. Beispiele liefert jede seite des textes.
192
23. J
11, 1 12, 14, 39, 6. 85, 19. 136, 7. 142, 8 f, 143, IL 144,6.
154, 5. 175, 5. Statt der einfacheren Wendungen des ori^nak
setzt er die iimstäml lieberen deutschen anreden an fürsten ein;
ait Sire „ aUergnedigster keyser*" o. dgL, statt voi »euwer
Mayesteth" u. ä. ; wenn die königiu von Indien sagt, ak sie
noch fanciiilla gewesen sei u. s. f., so wird daraus 47,20 ^ein
jung freuwlein." Auch sonst sind Wendungen der loyalitat und
pietiit genie hinzugefügt; vgl. 12, 10. 21, 24. 27, 23, 12.
_^I, 2a 25, 41, 15.51, 5. 25, 54, 26. 71, 8. 72, 6. 19. 75, 23.
, 3. Für die Sittengeschichte ist es vielleicht von interej
daB der handkuli in reverenz verwandelt wird; so 51, 26. 54,3,
68, 9, Zu der früher angeführten neigung, die zahlenangabeo
zu ermäßigen, stimmt es, wenn aus i lumi 74, 21 ein Hecht, aus
mehreren dörfern 79, 25eindorf, aus mehreren städten 75, 9*20.
eine atadt, ans mehreren gesandten 162, 23 ein gesandter, aus
mehreren Völkern 45, 23. 163, 4 ein volk gemacht ist ; nimmt man
aber hinzu, daL^ Kammus statt alcune aue gioie et anella 102, 15
schlechtweg „seine edelgestein und ring* mitnimmt und dhb
an die stelle de^ hermelins 121, 17 ein viechbeltz getreten ist,
so mag das alles doch wohl aus den einfacheren socialen nni
politischen Verhältnissen des Übersetzers imd seiner heimat er
klärt werden *.
3, Spätere auflagen von W e t z e 1 s werk.
Die Übersetzung Wetzeis ist 1599 in neuer, unverander
atiflage erschienen *^, Der tit^lbogen ist neu gedruckt,
fractur statt Schwabacher schrift und auch in der druckan^
Ordnung etwas verschoben. Der titel lautet:
Nutzliche | Vnd «:antz !u|stige Hiätorisclie Beschrei|bang
dreyer des weitbekanti" (ji|affer8, Königs zu Serendippe | Söhnen
Auf unkenntniB orieataliBcher Verhältnisse wird es beruhen, d
7 bei der erwähnun^ von Rammwa* mutter der zusatz che Soldaui
. weggelnsäen ist; Wetzel hat ihn wobl für eelbutveratündlich f^ehalt^riO
** Boheitaj?, Geßchicht« des Romans 1, 92 föhrfc dieselbe an. Ich
habe das Wcilfenbüttlerexemplar, das einzige« von dem ich, nach ein«
iiiifrH|,'eini LiterariHchon Centralblatt, durch K, Schröder bestimm ie kun^
erhalten habe, benutzen können. Es äieckt in dem mbchband 577
I
193
I
Reiß, j^antz artlicli vad | lieblich geetelt. | Jetz nenwlich atit^
Persisclier in I|taliäiiische, rund Ton dieser in die \ TeiUsche
Spraacb transferirt | vnd gebracht. | (Vignette.) | Getrackt zu
Basel in verlelgung Ludwig Königs. | MDXCDC ♦
In der vorrede sind, abgesehen von orthographischen ab-
weichungen (die aber auch nicht zahlreich sind) nur folgende
abweichnngen von Wetzeis ausgäbe zu vermerken:
3, 10 geliebten [* 4] Vatterland. 4, 1 zeitlichen [* 5| und.
4, 11 allein [♦ 6] der, 4, 13 verstorbenen. 4, 21 reell tschaffnen.
4, 22 außgenommcD) [♦ 7] dienet. 5, 6 hat leb. 6, 6 kurtz-[* 8]
weiligen. 5, 20 Menf* 9]8cben. 6, 6 nit 6, 7 das, [♦ 10] so,
6, 13 ander. 6, 17 f. weiß, [♦ 11 J und. 7, 3 mehr ettwas solcher
Matery. 7, 4 Bücherl* 12]reuber. 7, 15 wen[* 13]den. 7, 17 wol
einen weitbekanten. 7, 21 nit. 8, 2 weit [* 14 j fdrzuzieben.
8, 6 nit. 8, 8 wollest die mein. 8, 14 ff. haben. [♦ 15] Geben
zu Basel , den Zehenden Aprilis , im Jhar nach ChriBti unsers
HErren Geburt M /D . XCIX. [* 16 leerj
Die erzählung selbst aber ist durchaus der alte druck von
1583, ganz und gar buchstaben- und seitengleich, in der
Demhchen schrift und mit allen druckfehlern ** ; also haben wir
lediglich eine titelauflage vor uns, in der die noch nicht ver-
kauften exemplare von Wetzeis druck mit neuem tiielbogen
auf den markt gebracht worden sind.
Im jähr 1630 erschien eine neue bearbeitung von Weteels
werk unter dem titel *** :
Historische | Eeyse Beschrei|buug dreyer vornehm- berühm|teD
Königs Söhne j Welche | In Fembden [sie] I^anden viel wunder-
bar- I hoch vnnd denckwürdige Sachen theils erfahren, | Theils
über Selbsten erwiesen, vh also mit verwnn|derung ÄUlnnigliclter
Huld, auch Endlich | groß Ehr vnd Glück erlanget | Hievor voul
Christoph Armenio de ßoville | Aus Persisch in Italienisch: jetzt
aber in bocblteutsche Mutter Sprach versetzt durch | Carolum k
Uhenav. | 1630. | Leipzig, In Vorlegung Johan Großen Buchf.]
t* Die 2., 3,» 8. und drittletzte zeile rot
*• Der druck ist üiim teil etwas deutlicher als m dem andern
exemplar: 29, 21 und 152, 17 zei^ sich der punkt, aber ganz klein;
42, 13 ist das ie in Spiegel deutlich, 48, 6 das ü in frile^ dagegen ist
das B 136t 2i das komma 144, 6 gleichfalls nicht zu sehen.
*** Ich verdanke alle notizen Über das buch Herrn Dt, Graef in
Wolfenbüttei, der djis dortige exemplar für mich verglichen hat.
\L. ■
194
— Am Schluß r Gedruckt zu Gera, dnrcb Andreara Matnitzscb, j
In Verlegung Joliann Grosaens Buch f.
Libenau hat sein buch durchaus aus Wetzel geschöpft]
Er sagt zwar in der vorrede: i,DeiiD als ich uff rathsambs Qut-I
achten, meiner Eitere und Verwandten, mich za erlernuug fremb- '
der Sprachen, Sitten unnd Gebräucheo auGwärtig im frembde
Lande begeben, auch endlichen meinen weg in Italien genommeQ,!
stieaae mir in einer selbiges Landes vornehmen Stadt unter an-
dern schön und lieblichen Historien Büchern darauü man sichl
des Landes Sprache zuerholen pfleget, ungefehr auch dieses för,
welches kuriz zuvor ein wolgeübter Sprach raeister mit Nameo
Christoph Armemus [!] de Roville ♦ aus Persischer Sprache ia^
Italianische versetzet.'' Wenn man sich aber Libenaus leistungfl
selbst ansieht, so zeigt sich, daß er Wetzeis werk gekannt haben
muß und durchaus nur dieses und nicht das italienischej
original gekannt haben kann. Die vorrede hat weiterhin den-
selben inhalt wie die Wetzeis ; nur kommen zu den citaten aus
Augustin, Sophokles, Euripides, Plato noch solche aus Plautus^^
Horaz und üvid; dagegen ist die bernerkung über die ,bUcher-^
reuber* ganz weggelassen. In der erzählung selbst habe ich
über 100 stellen herausgehoben, an denen Wetzel in charak-A
teriötischer, ein zufälliges zusammentreffen aussch liessend er weise™
vom original abweicht; an allen diesen stellen stimmt L. mit
Wetzel überein, nie mit dem original Christoforos*^*; besond«
beweisend ist, da(i er auch Wetzeis fehler stet^ treulich adoptii
hat. Dagegen liat er Wetzeis werk sprachlich durchaus emeuej
wenn auch nicht eben durchaus verbeßert; kein satz ist mit dem
b**tre ff enden Wetzeis wörtlich gleich; sachliche abweichungea
finden sich nirgends.
Ich gebe nur drei stellen zur vergleichung mit WetzeL
38, 1—9 : Der Keyser als untsoiidenn Verstände begäbet, im(
ein überautJ gewisser Schütze, verheist ihr solclies zu tbun, rünibl
[Uli
iertH
• Woher L. dieaen beinamen hat, s. o., weiß ich nicht
** Ich führe als beBOxiderä charakteristisch an: 12,5« 15,25. 20, 2S
21, 13. 25» 25. 26, 5. 27, 2. 41, 18. 54, h, 61, 12- 62, 27. 70, 16. 74,1
24, 85, 19. 01,25. 92, G. 23. 110,24. 117, 3. 18. 118, U. 119, 15. 121,1^
127, 11. 133, 9. 134, 19 W. 135, 24. 139, 12. 142, 3. 144, 3. 146,
157, 6. 161, 20. 163> 5. 170, 11. 172, 21- 175, l. 5.
195
hieraaff seinen Bogen, nnnd schenBt mit einer höltzern Engel den
Hirsch hinter ein Ohr, der sich nach empfindnng dessen, wie der
anvernünfftigen Thiere Brauch und Natur ist, mit einem Fnsse
hinter dem Ohre, so getroffen worden, kratzet, darauff der Keys er
eylends ihm mit einem andern zubereiteten Bogen einen Pfeil
durch Fuß und Ohrn verhafftet, unnd gethaner Verheischung nach
den Hirsch fället.
87, 1 — 4: In India sagt er liegt eine Stadt am Meer, mit Namen
Zeheb, welche vor Zeiten einem reichen Herrn, doch gewaltigen
Abgötter, der einen L5wen vor seinen Gott hielte und anbetete,
unterworffen gewesen.
175, 18—176, 6: Eurtz hiemach, schicket Eeyser Beramus
nach dem dritten und Jüngsten Bruder, unnd beut ihm zur Danck-
sagung aller von Ihnen dreyen Ihm erzeigten Gut und Wolthaten,
seine Tochter zur Gemahlin an. Der solches mit Danck und Frewde
angenommen, sich bald mit starckem Comitat uff den Weg nach
deß Berami Residentz gemachet, und daselbst daß Beylager mit
Königlicher Pomp und Pracht vollstrecket, auch nach unlängstem
Absterben deß Berami deß gantzen Landes Herr und König worden.
I Ende. |
4. Außerdeutsche bearbeitungen dos italieni-
schen Werkes.
Später als in Deutschland fand Ghristoforos roman in
Frankreich anklang und Verbreitung. Drei Schriftsteller haben
ihn nachgeahmt oder übersetzt: der absonderliche polyhistor
Franfois Beroalde de Verville (1558 — um 1612), der fruchtbare
nachahmer morgenländischer märchenpoesie Thomas Simon Gueu-
lette (1683 — 1766) und der als eifriger bearbeiter italienischer
und spanischer litteraturwerke thätige Chevalier de Mailly (um
1650—1724). Wieviel Beroalde in seiner 'Histoire veri-
table, ou le voyage des princes fortunez' (Paris 1610) aus der
reise der söhne Giaffers entlehnte, vermag ich nicht zu sagen,
da mir sein buch unzugänglich blieb. Vermutlich noch weniger
als Gueulette in seinen 'Soirdes bretonnes, nouveaux contes
de fees' (Paris 1712. Wiederholtim Cabinetdesfe'es32, 17—176.
1786). Hier nämlich werden nicht bloß die namen der per-
sonen und örtlichkeiten geändert, sondern auch der gang der
erznhlung, von der viele teile weggelaßen, umgestellt und
13*
durch neue einscliiebsel unterbrochen sind* Dagegen liefert'
de Mäillj in aeinem anoDjna erschienenen werke 'Le voyage
et les avantures des trois princes de Sarendip. Traduits du
Persan' * eine ziemlich wörtliche Übersetzung des italienischea
textes, freilich ohne dieser quelle zu gedenken; nur gestattet
er sich bei der ersten und zweiten novelle einige einschaltungen j
erst als er bei der 4. novelle anlangt, streicht er diese nebst
den folgenden geschichten und ersetzt sie durch fünf neue er-
zählungen eigener mache.
Aus de Maillys bearbeitung gingen dann eine englische,
eine deutsche und eine holländische überaetzung hervor, deren
Urheber sich jedoch nicht genannt haben *** Die englische
führte nach A. Th, Hartmann *** folgenden titel:
The travels and adventares of tUree princes of Sarendip*
lTiterTiii.xed with eii^bt deliglilfiil and entertaining iiovels, trans-
lated from tlte Persian iulo French au from thence done into
Englisb. London 1722. 276 s. 8^
Die deutsche Übertragung ist betitelt;
Der Persianiäsclie Robinson Oder: Die Reisen Und gantz sonder-
babre Begebenbeiten Dreyer Printzen von Sarendip Wegen ihrer
Anmutbigkeit, aus dem Persiatiiscbeu in die Frantzusische und
ans dieser in die Teiitsclie Spracbe übersetzet. Mit Kupfern.
Leipzig, Bey Moritz Georg Weidmannen. Anno 1723, 2 bl,
316 a. 8** (Berlin, Dresden);
Die holländiache version endlich:
Persiaenscbe Geschiedenissen , of de Reizen en wonderbacre.
Ge Valien der drie Prinsen van Serendib. Bevattende Een reeli
van Aengenaeme en Leerasaenie Vert^Uingen, wetke in eenen ssedr
geestigeii tränt zyn beschreeven, en liet Vemiaek met het Nut
teffens voorBtellen. Uit liet Pei-siaenscb vertaeld. Eerste Deel
Met fraeije Printverbeeldingen versiert, Te Leiden, By CorneUft!
4
I
• Pari», chesfi Gnillaiime Cavelier file 1719. 8 bl. +420 s, + 2 bl I
mit 7 kupferaticbei) (Berlin). — Amsterdam 1721 {Göttingen, Weimmr)*]
— Recueil de voyagea imaginaireB 25, 222 — 480 (1788). Die widmii
ist aa den obersten, marqiua de Theeut gerichtet.
** Le Sage hat in seiner 1723 auf die bQbne gebracbten poMcl
^Arlequin roi de Serendib* ^Oeiivrea choiaies 12, 1* Amsterdam 1783), I
obwobt der titel fiul' de Maillya eracilblung binzuweisen scbeint, nichifl
von deren inhalt benutzt,
••* Asiatische perlenachnur 1800 b. XXVL
197
van Hoogeveen, Junior. MDCCLXVI. 6 bl. + 340 s. 8* mit
6 kapferstichen *N. v. d. Meer Jan. inv. ac fec.' Teil 2 beginnt
nach 8. 168 mit neuem titelblatte. (Berlin). — Im 'voorbericht
aen den geachten leezer' berichtet der ungenannte *uitgeever':
*Dit Werkje, dat wj thans door den druk gemeen maeken, is in
de Persiaensche taele beschreeven, en is al voor eenige jaeren
in onze Nederduitsche Taele overgebracht geweest, hetwelk mj
gebleeken is uit het oude handschrift dat ik daeryan ben mächtig
geworden'. Beigefügt hat er eine 3Vt selten einnehmende Inhalts-
übersicht. Von der französischen vorläge weicht der Übersetzer
nur in unbedeutenden nebendingen, so in der Zählung der dem
könige vorgetragenen geschichten (9 statt 8) ab. Die bilder sind
von den kupfern bei de Mailly unabhängig.
Als letzter ausläufer nicht eigentlich von Ghristoforos Pere-
grinaggio, sondern von de Maillys bearbeitong mag noch eine
dänische version der letzten, erst von dem Franzosen ange-
hängten novelle angeführt werden; sie beruht auf der Ver-
deutschung von 1723 :
Aimazonte Eller den Forstandige Rone Som vidste paa en
meget god Maade at vinde og igien indtage sin Mands hende
fravente Hierte. Oversat paa Dansk, som et stykke af den Per-
siske Robinson. Kiöbenhavn, Tryckt udi H. K. M. privileg. Bog-
trykkerie, 1729. 24 s. 8^ (Kopenhagen, kgl. und Universitäts-
bibliothek). — Trykt i dette Aar (Kopenhagen, kgl. bibliothek).
Das Verwandtschaftsverhältnis der verschiedenen bearbei-
tungen wird ans dem folgenden schema deutlich hervortreten.
Christoforo 1557
158
Wetzel 1583(1599)
Böroalde 1610
G. a Libenau 1680
Guealette 1712
De Mail
Englisch 1722 Deutsch 172S
j 1719
Aimazonte
dänisch 1729 Holländisch 1766
198
B. Zitr gesehi^Iite der einzeltien norelleit,
1. Die erprob ung des schar fsinns der drei
p r i n z e ü von S e r e n d i p p o (s. 9 — 32)*
I
a) Sie beschreiben ein verlorenes kameel, nach-
dem sie dessen fuCspnren betrachtet ^ als einäugige unroUstun-
digen gebisses und hinkend, beladen mit butier und hooig und
guritten von einer schwangeren frau (s. 15 — 22)« —
Diese scharfsinnsprobe begegnet liimtig in den orientalisdieu ^
ütteraturen*: fl
Persisch: Ghaffari, Nigäristän , d. li. Gerafildesaal ( ver* "
faßt 1552) nr. 1 *Von Nezar beii Ma^d ben AMnan und seinec
drei sölmen* ^= deutsch bei Hammer, üeschiclite der schönen rede-
künste Persiens 1818 8, 308 ; vgl Ä. Krafft, Die bss. der oriea-
talischen academie zu Wien 1842 nn 246 und Pertscb, Verz. der
pers. hss. zu Berlin 1888 nr. 414. Tabari, Chronitiues trad. da
persau par Zotenberg 2, 35ö = L6vi, Revne des ^tudes jalves
11, 21L
Arabisch: Muhammed el Fäkihi (um 900) über die vier
söhne des Nizär bei Taki ed-Din el F{tsi (Wustenfeid» Chroniken
der Stadt Mekka 2, 136, 4, 20. Hnth, Zs. f, vgl littg. 2, 405).
I
• Vgl. Benfej, Orient und occident 3, 264 (1864), Bacher, Monati-
Bchrift für geach. des JadentumB V870, 68. 1873, 332. Perlefl, ebd. 1873,64.,
J. Lüvi» Revae des ö tut! es juives 11, 209 *Le cbameau borgne* (1885)*
BaMet, MtHuaine 2, 508. 541. 575 'Une fabla de Lafontaine et les cont««
orientaur (1885), G. Hutb, Mitteilungen dei akadem. Orientalisten^
Vereins zu Berlin 2, 6—20 (188y) 'Zar vergleichenden litteraturknnde
dea Orients* und Zs. f. vergl. litteraturgeech, 2. 405 (1889). 8. FrJlnkel,
ebd. 3, 320 (189ü) *Die Bcharfainnsproben.* S. Singer, Zb. dea Vereins f.
Volkskunde 2,299 'SagengeBchicbtliche parallelen' (1B92). Ldw. Frünkel
ebd. 3, % und Germania 36, 310. 37, 38. 12U. Prato, Zs. d. v. f. voUm
knnde 4, 347 *Zwei epiaoden aua zwei tibetaniscben novellen* (1894).
I
Mfts'oiidi, Prairies d*ür trad. par Barbier de Meyoard 3, 228
c 46, Me'idani, Praverbes trad. par Quatremere 1 ur. 32 (Jour-
nal asiatique 3. BÖrie ö, 246. 1838) = ISasset, MMusiiie 2, 509
z= Prato, Zs. d. v. f, volksk. 4, Bö3. Ibö Bedroim, Commentaire
du po^^me d' Ihn ^Äbdoun ^d, Dozy 1848* Themarät el aouräq
bei CanssiD de Perceva!, Essai sur Tliist des Arabes 3, 187 (1847)
vgl. 1, 123. 189. Hammer und Q,uatremere eitleren noch den
roman Antar (vgl. Hammer, Jahrbiicber d. litt. 6, 258. Wien 1819),
Kitab el Aghani, Haivetol-Haivan , Abo« Bekr ben Hodjdjah,
1001 nacht;, deutsch von Habicht, v. d. Hagen und Schall 11, 3
ur, 458 ^Geschichte des snltans Yemen und seiner drei s^hne' =
J. Scott, Arabian nightB 6 (1811) nr. 329, — Hauoteau, (iram-
maire tamachek' 18^ p. 146 (6,7) = Melusine 3, 14L Stumme,
Tnnisische märchen 2, 123 nr. 13 *Die drei Mnhammed" (1893),
Hebräisch: Babjioniecher Talmud , traktat Sanhedrin
(6, jahrh,) bl. 104a = 2, 3, 239 der Übersetzung von A. Wunsche
(1886— 89) j vgl Perles, Mtschr. 1873.64. Levi, Revue 11, 214,
Singer, Zs. d. v, f. volksk. 2, 299, S. FriUikel, Zs. f. vgl littgesch.
3, 221. Hershon, Talmudic miscellany, — Mldrasch Echa rab-
bati übersetzt von Wünsche 18B1 s. 51 und VII (zu Klagelieder
1, 1 aus dem 8. jahrh.) vgl Bacher, Perlea, Levi, S. FrilnkeL
— Simon Darsclian (13. jahrh.) , Midrasch Jalküt 2, bl. 166b j
vgl. L6vi 11, 216 und Fränkel 3, 230. ~ Statt des kameels er-
scheint ein pferd im Maase-bucli 1602 =^ Grünbaum, Jüdisch-
deutsche Chrestomathie 1882 s. 435 — Tendlau, Fellmeiers abende
1856 8. 93 == Levi, Revue 11,209 und Melusine 2, ö41 = Prato,
Zs* d. V. f. volksk. 4, 356.
Türkisch: Turkish evening entertainments , transL by
J. l\ Brown 1850 (nach Ahmed ihn Hemden Suhayli, 'AjÄ'ib
el-ma'dsir wa ghara'ib en-nawÄdir, geschr. um 1630) ; vgl. Clou-
öton, A gronp of eastern romances 1889 p. 512. Radioff, Proben
der volkßlitteratur der türk. stamme Südsibiriens 3, 389 (1870)
= Melusine 2, 511 = Prato, Zs, d. v. f. volksk. 4, 355: *Die
drei söhne*. — Radioff 4, 123 'Der gestohlene ziegeF; 6, 145
*Der dieh\
Indisch: Schiefner, Indische erzählungen (ans dem Kand-
jur) nr 46 'Der prinz Dshivaka als köuig der ärate' (Mt^langes
asiatiques, tires du bull, de Tacad. de St. Petersbourg 8, 498.
1877) ^ Ralston , Tibetan tales 1882 p. 96 nr. 6 = Prato 4, 348.
— Pull^, ün progenitore indiano del ßerloldo (Studi editi dalla
universit^ di Padova vol. 3, nr. U. 1888) p. 28 nr. 7 *Lo spiegatore
i
4
4
i
4
200
dei BegnV — Prato 4» 349. — Während in diesen beiden fassungeo
ein elephaut an stelle des kanieels getreten ist und in einer
entsprechenden ersälxlung aus Eirzapnr (North iadian notes and
qneries 3, 85 nr. 175 *The wit of the four brothers'. 1893) ein
eumugiger egel erscheint, hat sich in einer taronlischen erzählong
das kameel erhalten; Vier geheimratmiuister , deutsch von Chr,
Eama Ayen 1854 g. 9 ; vgl. Wilson, Cat. of the Mackenzie collection
1, 220 {1828): Alakeswara Katha = L6vi, Revue 11, 213 ^
CiouBton, Ä group of eastern romances and stories 1889 p. 194,
cf. 511.
Unter den europüiachen fassungen ist eine novelle des
Lnccheaers Giovanni Sercambi (1347 — 1424) die wichtigste, weil
sie weit älter als der Peregrinaggio Christ oforos ist: Sercambi,
Novelle ed, Renier 1889 nn 1 *De sapientia'; vgl, Rua, Zs, f.
volksk. (Veckenstedts) 2, 250 und Prato, Zs. d, v. t volksk. 4, 358,
— Auf Christoforo beruhen: Gueulette, Soirees bretonnea 1712
p. 312 == Cabinet des Um 32, 153 (1786); de Mailly, Le voyag«
des trois princes de Sarendip 17i9 p. 12—22; Der Persianisehe
Robinson 1723 s. 13 — 21; Persiaensche geschieden issen 1766
8. 12—21, Eine freie bearbeitung nach de Mailly (oder Gnea-
lette) liefert Voltaire, Zadig chap. 3 *Le chien et le cheval' (zuerst j
1747; vgl, Frerou, L'ann^e litt^raire 1767, l, 145^158 'Anirel
Plagiat de mr. de Voltaire*; L^vi, Revue 11, 210; Seele, Vol-
taires roman Zadig, Leipziger dies. 18919.183 Prato, Zs. 4, 360).
W. Hauff, Milrcheu von Äbner dem Juden, der nichts gesehen
hat (1827, nach Voltaire) = Werke 4, 166 (1869), Herder und
A. J. Liebeskind, Palmblätter, erlesene morgenländische erzilh-
luugen tiir die jngend 3,61 (1796)= ed. Hellinghaus 1890 8,155
nr. 54. *Da8 verlorene kameel und die drei aufmerksamen brüder^
Fem nöjsamraa berJlttelser alt läsa wid qwällsbrasan. 1) den
forlorade kamelen. Jönkoping, J. P. Lundström 1841 (rep. 1845);
vgl, Bäckströra, Svenska folkböcker 1845 2, öfversigt s. 86 nr, 06,1
~ Entfernter steht Krauss, Sagen und mttrchen der Sudslaveu
2,275 nr. 122 (1884): *Die drei klugen briider' = Melusine 2. 515.
Eine indianische scharfsinnsprobe ähnlicher art citiert Gaidox,
Melusine 3, 328 nach den Annales de la propagation de la foi
6,181; eine andere bei Clouston, Eastern romances 1889 p. 512.
b ) Die prinzen erkennen , daß der wein auf des kaiser
tafel auf einem grabe gewachsen , das gebratene lamm einslj
von einer htindin gesäugt ist, nnd dafi einer der rate de
forsten diesem nach dem leben trachtet (s. 22—32), Vermutlicfc
^ ;o^ j;^ ^
ist die dritte äußemiig, wie schon Benfej gesehen hat ^ von
Christoforo aus schieklichkeitsrücksichten für deu sonst in den
orientalischen paralleij^e schichten auftretenden zug eingesetzt^
daß der ffirst aus einem ehebruche seiner mutter hervorge-
gangen sei.
I Persisch: GLaffari, Nigäristän nr. 1 bei Hammer 1Ö18
8, 309,
Arabisch: Takl ed-Din el FAsi (Wiistenfeld, Chroniken
der Stadt Mekka 2» 21). Meid;\ni » Troverbes trad, par Qnatre-
m^re (Journal asiatiqae 3. serie 5, 249) = Basset, Mehisine
2, 510 = Hath, Zb. f. vgl. littgesch. 2, 406 = Prato» Zs. d. v.
f. volkßk. 4,353. 1001 nacht deutsch von Habicht 11, 6iir. 458.
Stumme 2^ 125. — Die unechte abstammuiig des sultans v^ird
von einem genealogisten erkannt IfXJl nacbt 11,14 nr. 459: MUe
drei gauner und der sultan', and 14» 59 nr, 892 ^Der könig und
sein söhn*.
Hebräisch: Talmud, traktat Sauhedrin bl, 104a. — Midrasch
Echa rabbati übers, von Wünsche 18818. 48 (zu Klagelieder 1, 1)
^ Perles, Mtschr 1873, ßS — S. Fränkel, Zs. f. vgl. littgescb,
3, 229. ^ Midrasch Jalkut 2, bL 166b = FrJinkel ebd. 3, 230.
Indisch; B&itdl Pachisi, deutsch von Oesterley 1873 8. 159
nr. 23 *Von dem brahman Gobiud und Beinen vier söhnen' (reis
auf einem grabe gewachsen, weib mit Ziegenmilch genährt^ haar
im bette gespürt) ; dazu s. 212 und 199 zu nr. 10. — Pull^, ün
progenitore indiano del Bertoldo 1888 p. 22. Weber, Geschichte
vom prinzen Uttamacaritra ( Sitzungeber. der Berliner akad. 1884,
288 ; vgl, 308. Pferd von einer büffelkuh gesäugt) = Prato, Zs.
d. V. f, volksk, 4, 350. Minayeff, Indische m Streben und legenden
aus Kaniaon (niBsiscIi) 1877 s. 61 = Dragomanov^ Melusine 2, 575.
— Radioff, Volkslitteratur der türk, stamme 3, 391 (1870) =
Prato, Zs. d. V. t volksk. 4, 356. Radioff 4, 125. 6, 147. North
indian notes and queries 3, 85 nr. 175 (reis gestohlen, batter von
Überresten, fleisch vom hunde, fürst bastard).
Europäische Versionen : Sercambi , Novelle nr. 1 ed.
Renier = Prato» Zs. d. v. f. volksk. 4, 359 (lamm von einer
bündin gesäugt, wein von einem totenacker), — Cento nuvelle
antiche ed. Biagi 1880 nr. 3 *D'iin saviogreco, che uno re teneva
in prigione, come gindlc^ d'uno destriero' und nr 143; vgl.
A, d'Ancona, Romania 3,164 (pferd mit eselsmikh genährt, wurm
im edelstein, könig eines bäckers söhn), Clnque novelle antiche
pubbl. da Papanti 1851 ar. 3. Donati vita Vergilii c. 10 (im
202
I
I
15, jahrli. interpollart: Angostiig sohQ eines bäekera); Tgl. Com-
paretti, Virgil im mittelalter 1875 s. 301. — Enxeraplos nr. 247
(Gayangos, Escritores en prosa anter. al giglo 15. 1860 p. 508:
pferd mit eselBmilcli genilhrt). — Saxo gramraatictt» , Historia
danica 1, 1, 145 ed. Müller 1839 = Simrock, Quellen des Shak-
ßpeare 1, 112 (1872); vgl. Olrik, Zs. d. v. f. volksk. 2, 119 and
Kildeme til Sakses oldhistorie 2, 158 (1894): das brot schmeckt
nach bhil, das bier nach eisen, das fleisch nach Verwesung, könig
and köüigin stammen von knechten ab. — Kristensen, Aeveotyr
fra Jyüand 2 (1884) nn 20 *De kloge stadenter' (das fleisch
schmeckt nach einem hunde^ der wein nacb leichen, der wirt iät
ein bastard). — Stier'Erdölyi , ungarische sagen und märebea
1850 nr. 2 *Der tranm' ^ M^hisine 2, 516 = Jones- Kropf, Folk- ■
tales of tlie Magyars 1889 p. 121 (wein, hrot, könig), — Eni- ^
fernter stehen andre scharfsinnsproben, wie die des weisen IJeykar
(1001 nacht 13, 86 nr. 563 Breslau, Lidzbarski, Geschichten ans
den nee-aramäischen haudschriflen zu Berlin 1896 s. 3), oder Ak jrios ^
(Jagic n. Knhn^ Byzantin. zschn 1, 107, 1892) oderPtochoIeon ( Krnm- fl
bacher» Gesch. der byzantin. litt. 18918. 401. Wesselotsky, Archiv
f. slav. Philologie 3, 577. 9,308, Benfey, Kleinere seh rift«n 3, 181).
Anch bei Cervantes (Don Quixote 7, c, 6 = 2, 94 der Tieckscheo
übersetzang 1860) behauptet ein weinkoster, der wein schmecke
nach eisen ^ der andre dagegen, nach leder, und schließlich findet
sich im fasse ein schlussel an einem lederrienien. Dieselbe aneo-
dote lief im october 1879 als kürzlich geschehen durch die
Zeitungen,
Auf Christofbro beruhen : Gneulette, Cabinet des f^es 33, 158
— 159; de Mailly 1719 p. 22—40; danach der Persianisclie Ko
binson 1723 s, 21—34 und Perslaenache geack 1766 s. 21^38.
27,6 Weiberhaben lange kl ei der undkurt£e
sinn] vgl. 91, 26. Wander, Deutsches sprichwörterlexikon, 1 , 1 109
nr, 97. 120. 440. 5, 46 nr. 1003 f. Liebrecht, Orient nnd occi-
dent 3, 371. Zingerle, Die deutschen Sprichwörter im mittelalter
1864 8. 35. 194. Giusti-Capponi, Raccolta di proverbi tuscani
1871 p. 93: *Le donne hanno liuiglii i capeUi e corto il eervello',
Auch bei den Persern gebräuchlich.
I
2. Die Wiedergewinnung des entweudeiei
Spiegels der gercchtigkeit (s. 32 — 52).
ä) Behrani erzählt voti deu elgenschafteü und dem v e r*
1
laste des Spiegels. Die aöhne Giaffers reisen nach
Indien ab, nm üuj zurückzuholen (s, 33 — 36).
Die lüittel alterliche sage kennt z anb e rs p i e gel in Ale-
xandria, Rom, Konstantinopel n. a., die wie Dscbemscljids becber
oder die sänle in Wolframs Parzival v. 17694 alle vorginge auf
tder ganzen weit erkennen lassen and dadurcli die wolilfahrt des
Staates sicliem. In andern fUllen zeig^ ein zauberepiegel einem
einzelnen die ferne geliebte oder wichtige Vorgänge in der heimat
(Gesta Romanorum 102) ; oder er antwortet, wie im niärchen von
Sneewittchen (Grimm nr. 53; anders Pilre^ Fiabe pop. siciliane
nr, 38)t auf einzelne fragen. Bisweilen trübt sich das spiegelglaBi
wenn nacli einem lasterhaften menscben gefragt wird oder ein
solcher hineinblickt (1001 nacht 6, 130 der Breslaiier liberaetzg»
Plateu, Die Abassiden, 4, gesang, Musllus» Volksmärchen : RichildeJ,
Nirgends aber finden wir sonst, daß wie im Peregrinaggio der
iibelthflter selbst durch das hineinschauen verwandelt wird und
schwarz bleibt, bis er seine schuld gebüBt hat. Vgl. die reichen
nachweise von Huth, Zs. f. vgl. littgesch. 3, 300—313; dazu
Comparetti, Virgil im mittelalter 1875 s. 256, Schack^ Helden-
sagen von Firdusi 1865 s. 37. 307. Herder, Werke 24, 425 ed.
Suphan. Wtislocki, Zs, der d, morgenL gesellsch, 41,451. Schott,
Walachische märchen 1845 nr 13. Hahn, Griech. und albane-
sische mKrchen 1864 nr 61 und 51 (drei brnder suchen den ent-
führten Spiegel). In einem modernen türkischen romane von
Witsen Tiikijau, Dürbin-i aschk, d, h. Fernrohr der liebe (Kon-
stantinopel 1872; vgl. Schott, Sitzgsber. der Berliner akaderaie
1884, 131) erscheint statt des zauberspiegels ein zeitgemätSeres
fernrohr.
Chrlßtoforo ist benutzt von Guenlette (Cab. des fees 33, 75.
112 *8tatue de verit4\ 147 *niiroir de sagesse') ; übersetzt von de
Mailly (1719 p. 40—48) , auf dem der Persianische Robinson
(1723 s. 34—40) und die Peraiaensche geschiedenissen (1766
8, 3& — 45} bernhen.
b) Da Behram^ lieblingasklavin Diliramma (Dil-anim ==
herzberuhigend} nicht seinen meisterschuß auf den
h i r 8 c h bewundert, läßt er sie gebunden in den wald führen;
dort findet sie ein alter kaufmann und führt sie mit sich
(s, 36—41).
Firdusi erzählt in seinem 101 1 abgeschlossenen Königs-
buche (Schah nameh. Le livre des rois pubL par J, Mohl 5, 507,
buch 34. 1866 — 5, 405 des sonderabdrucks der Übersetzung v.
204
^
j. 1877) vom prinzen Belirani V., zubeoannt Gür ♦) folgende ge-
schichte» die ich liier nach der französischen pro8anbertrag:iiiig
Blohls und der genanereii italienisclien von J. Pizzi (Storia dcUa
poeBia persiana 1894. 2, 228. vgl. 149, 185) deutsch wiedergebe:
„Einst zog Behram mit seiner geliebten lantenspielerin oluie
gefolge auf die jagd, Azadeh (Edel) war der name dieser GrieditOf
deren wangen wie korallen anjGnsehen waren, Sie war de© hddeo
lUBt und herzenswonne, stets hatte er ihren namen auf den lippen.
Für diese jagd lieö er ein dromedar bringen und schmückte dessen
rücken mit leuchtendem brokatstoffe; vier bügel hingen von ihm
herab, zwei von silber und zwei von golde, jeder aber mit edel-
steinen geziert. Neben seinem k5cher trug Behram eine kogel-
armbrnst; denn in jeder fertigkeit war der held meister.
Zwei gazellenpaare kamen dahergetrabt, da wandte sich der
kühne zu Azadeh und sprach lächelnd: '0 da mondgleicbe, wenn
ich nun meinen bogen gespannt und den daumen in seinen ring
gesteckt liabe, welche der tliichtigen gazellen soll ich mit dem
todbringenden pfeOe niederstrecken? Das wei beben ist jung, das
niltnnchen aber alt\ — '0 du Rwenherziger\ sprach Azadeh, *üichl
kämpfen beiden wider gazellen. Doch verwandle da das Weib-
chen durch deinen pfeil in ein männchen und laÖ ebenso das
inihinchen zu einem weibchen werden! Wenn sie dann die flucht
nehmen, treib das kameel zu schneitem laufe und schieß eine
thonkngel auf die gazelle, damit sie sofort das ohr zur schul ler
neige und sich mit aufgehobenem fuüe daran kratze ! Dann durch-
bohre mit einem einzigen pfeile fuß und köpf samt dem obre,
wenn du wirklich begehrst, daß ich dich als die Zierde der weit
preise !'
Ftugs spannte ßehram-Gür die bogensehne und ließ einen
schrei über die stille ebene liinschallen. Im köcher hatte er einen
pfeil mit doppelter spitze, der für die wilden tiere der wüste be-
stimmt war; mit diesem harten, zwiefacbge spitzten pfeile schoß
er, sobald sich die gazellen zur Üucht wandten, dem männeben
beide hörner fort, daß die schöne darob staunte, weil so das miinn-
chen durch den verlast der hörner einem weibchen gleich ge-
worden war. Der Jäger aber traf nun die stirn des weibcbens ^
mit zwei pfeilen, die hier wie hörner hervorragten, während dieH
bmst von dem hervorstrbmenden blute gerötet wurde. Alsbald '
♦ d. h, wildeaeL Wie Mirkbond (The garden of punty, transL hj
E. liehatsek 1, 2, 356. 1892) berichtet, hatte er einst einen löwen tmd
einen wildenel, die mit einander kämpften^ mit demselben pfeile getdlei.
I
trieb Behram das kameel hinter dem andern gazellenpaare ber
und legte eine kagel in die tiöbhmg seiner kngelarmbmat und
ßch#ß gerade ins olir der einen gaÄcUe; zufrieden war er mit
dem Rchnsse, denn diese stelle hatte er treifen wollen. Sobald
nun die gazelle das getroffene olir mit dem fuüe kratzte , lej?te
der beld einen pfeil auf den aus Ciaci ♦ stammenden bogen, scbnelUe
ihn ab und durcli bohrte mit dem scharfen geschosse köpf und
cdir und fuß.
Die Jungfrau empfand mitleid mit der gazelle; der königs-
solin aber sprach : *Wenn ich die wilden tiere niederstrecke, töte
icb leicht tausend auf dieselbe art,' — 'Acli' , rief die jungfmu,
'wabrlicli dn bist Ähri man selber; wie konntest du sonst auf solche
weiße morden r Da streckte Bebraui seine band aus und schleu-
derte sie jählings ans dem hoben sattel zur erde, daß sie hart
niederstürzte, trieb sein kameel auf die mondgleiche Jungfrau,
dalj ihre band, ihr huseu und ihre laute von ihrem blute besudelt
wurden» und rief: '0 du tbörichte lautenspiel erin, muBtest du auf
meinen schaden sinnen? Wäre meine brüst oder mein arm beim
abschieBen der pfeile kraftlos geworden, so hStte mein erlauchtes
geschlecbt schände durch den fehlschnss empfangen/
Seitdem Behram sie unter den fußen des kameels hatte zer-
treten lassen, nahm er nie wiederum ein w^ib mit auf die jagd/
Abweichend berichtet 1196, also fast zwei Jahrhunderte später,
Nizänii in seinem epos Sieben sei lönheiten (Heft peiger; Ham-
mer, Redekünste Persiens 1818 s, 114. Pizzi , Poesia persiana
2, 185. Bentey, Orient und occ. 3, 262) dieselbe begebenheit,
Hehrams favoritin beißt hier Fitne (arabisch: Verlockung, Un-
ruhe); nicht eine gazelle, sondern ein wildesei ist es, dessen klaue
und ohr der könig auf ihre aufforderung hin mit demselben pfeile
trifft; und während er seitdem zum andenken die in gold gefaßte
klaue als Ohrgehänge trägt, entrinnt Fitne glücklich der totung,
die Behram nicht selber vollziehtj sondern einem mitleidigen henker
überläßt, und wird nach sechs jähren wiedernm mit dem kiinige
vereinigt^ als er auf der jagd zutällig zu ihrem zuüuchtsorte ge-
langt, Ob auch die von Ethe (Verhandlungen des 7. internatio-
nalen orientalistencongresses , serait. section 1888 s. 35) aufge-
wühlten persischen nachahmnngen des Nizamischen gedichtes diese
* Vgl. dazu Pizzi, L'epopea persiana e la Tita e i costumi dei
ieinpi eroici di Persia 1888 p. 232. — Ueber dai bogen schieasen der
Perser hiindelt Hansard, The book of archery 1840 p. 122. 132 pl. 8,9;
ebd. p, 237 beachretbiing eiueti^ 8toiie*bow (kugeUcbnepper).
gesell ichte enthalten, bleibt noch zu uotersnchen *; es sind: die
acht Paradiese des Amir Khasrau v, j, 1301, die sieben pavilloni
des Halifi (f 1521), die siebeu planeten des 'Aiscbi (1659) und
drei werke des Kwäjah Hidäyat-ullah ans Rai, des Mir Ma*süin
Safawi Niirni und des ScIiariijU Käachif. Zwei hindoÄtaniache ^
bearbeitungeii, Qissa i Baliram o Gülandäm (um 1680) und Haft ■
paikar von Haidari (um 1800j, führt Garcin de Tassy, Histoire
de la litt^rature hindoui et hiudonstani 1, 209 (1839) an. Dati
die erKlihlung^ im volk&nmnde weiter fortlebte, bezeagt eine 1810
VüD Malcolm (History of Persia 1, 119, 1816) in einem thale
siwiscben Sckiras und Ispahan vernommene fassnng. — In Deutsch-
land war die fabel von dem m eis terecb aase schon vor der ab-
fassung des Peregrinaggio verbreitet; denn Seb. Frauek fttlirt
1541 als beiBpiel einer lüge die redensart an; *Er traf den hir^cli
zum hindern klaweu hinein, daB im durch bede orlm hiiiaoB
gieng* (Franck» Sprichwörter 1,52. 1541 ^ Sprichwörter, schöne
weise klagreden. Frankfurt, Egenolf 1548 bl. 149b, 1 = Eyering,
Proverbiorum copia 2, 447. 1601. Wander, Sprichwörterleiikoti
2, 680 nr, 32). Desselben Schusses nihmt sich in Hans Sacbsens
meistediede vom verlogenen edel manne (Dichtungen hsg. von
Goedeke l, 128: vom jähre 1546) ein autschneider. worauf sein
kuecht den merkwürdigen verfall dadurch erkblrt, daß der hirsch
sich gerade am obre gekratzt habe (übergangen von Müller-Fraa-
reuth, Die deutschen liigeudichtungen 1881 s, 78). — In der
2. novelle (Jhristotbros (unten 3 d) kehrt derselbe Stoff wieder.
UebersetEt von de Mailly (p. 48—59), danach im Persianiscben
Robinson (s.40— 48) und Persiaenscbe geschieden issen (s, 40^-55).
c) GittiTers söhne befreien die indische ko&i-
g i 11 von der aus dem naeere aufsieigenden ränberischen hand
lind lösen ihre beiden fragen (s. 41 — 52).
a) der erste b e z w i n g t die z a u b e r h a n d durch aua- ]
strecken zweier finger (b. 41—44). — Soniadeva, Märcbensanim-
lung übers, von Brockhans 1, 34 cap. 5 (1843). Ueber die Ver-
treibung einer segensreichen zauherhand vgl. Einaiut Oolla, Ba-
har-Dannsh trausl. hy J, Scott 3, 137 (1799). üeber den kämpf
vermittelä der finge r spräche Oesterley zu Pauli , Schimpf
* Hatins gedieht, von dem in München eine bs. Hegt, hatte Ue
gehftimrat dr. W. PerUch in Gotha die gute zn nnt^rsaclien ; leider «ü"-]
gab ilie prüfnng eiu uegativea reaultat für die frage nach der qaell
Chrifitaforoa.
207
und ernst nr. 32. Gering, Islendzk aevintyri 2, 175. 396 (1882).
— Benutzt von Gueulette (33, 47. 160—165); übersetzt von de
Mailly s. 59—66, danach Persian. Robinson s. 48 — 54 and Per-
siaensche geschiedenissen s. 55 — 61.
ß) der zweite vermag eine kammer voll salz auszn-
essen (s. 44—49). — Eine Widerlegung des verbreiteten Sprich-
wortes bei Erasmus, Adagioram chiliades 1599 p. 456. 1489:
'Nemini fidas, nisi cum quo prins medium salis absampseris.'
Wander, Sprichwörterlexikon 3, 1849 nr. 12 und 129: 'Man mnss
erst einen scheffel salz mit ihm essen, ehe mau ihn zum freunde
wählt.' Ebd. 3, 1853 nr. 78. 90. 102. 117: 'Du musst vorher
noch einen scheffel salz essen (ehe du klug wirst)'. Hehn, Das
salz 1873 s. 8. Huth, Zs. 3, 314. — üebersetzt von de Mailly
s. 66 — 76, danach Persian. Robinson s. 54—61 und Persiaensche
geschiedenissen s. 61 — 71.
y) ' der dritte verteilt fünf eier gleichmäßig unter
zwei männer und eine frau (s. 49 — 52). — Im Midrasch Echa
rabbati (übers, von Wünsche 1881 s. 46. Aus dem 8. Jahrhundert)
verteilt ein kluger Jüngling fünf tauben gleichmäßig unter ein
ehepaar, dessen zwei söhne und zwei töchter und sich; ebenso
im Maase-buch (Grünbaum, Jüdischdeutsche Chrestomathie 1882
s. 428), bei C. Kraflft, Proben neuhebräischer poesie 1, 109 (1839)
= Jolowicz, Polyglotte der orientalischen poesie 1856 s. 311 und
Tendlau, Fellmeiers abende 1856 s. 120. Ueber die ebenda er-
zählte Verteilung eines huhnes vgl. Köhler, Zs. des v. f. Volks-
kunde 6, 59 zu Gonzenbach nr. 1. — üebersetzt bei de Mailly
s. 76 — 82, danach Persian. Robinson s. 61 — 65 und Persiaensche
geschiedenissen s. 71 — 76.
3. Die krankheit und heilang des königs
Behram (s. 52—176).
a) Rahmenerzählung: die söhne Giaffers raten dem
schwermütigen könige, sieben paläste auf seinem land-
sitze zu erbanen, sieben Prinzessinnen nnd sieben
märchenerzähler holen und darin unierbringen zu lassen
(s. 52—54).
Diese in orientalischen erzählungen* häufige einkleidnng,
* So in 1001 nacht und in 1001 tag 8, 199 der Prenzlauer fiber-
setzung. Benfey, Kleinere Schriften 3. abt., s. 197 (1892). — Trauernde
208
einem schlaflosen köni^e novelleii vortragen zn lassen, entstammt
hier offenbar ans Nizamis Sieben Schönheiten (Hammer, Rede-
künste in Persien s. 114. Pizzi, Poesia persiana 2, 185 nnd Gior-
nale storico della lett, italiana 17, 32), wo Behram auf den
rat eines banmeisters einen palast mit sieben koppeln für sieben
Gemahlinnen erbant und die sieben abteilnugen nach ihren heimat-
illndern, den planeten und den färben der Wochentage aussclimiickt.
lieber nachahmet Nizamis vgl, oben «, 205 f.
Uebersetzt von de Mailly p, 82—87, danach Persian, Robinson
ß, 65—69 nnd Perslaenscbe gescbiedenissen s. 77—81.
b) Die L n o v e 1 1 e (montag). Der kaiser von Becher
(? = Dijär Bekr^ Ämida am oberen Tigris, oder Bekbar be|fl
Scbiraz) besitzt die kunst^ mit seiner seele in den leichnam^
eines tieres zu fahren. Als er einat in einen toten birach ge-
achlQpft ist, nimmt seiii treuloser minister des kaisers gestalt
an; doch glückt es dem verdrängten herrscher, als papagei
mit bilfe seiner gattin wieder zu seinem körper zu gelangen
(s. 54-67).
Indisch: Benfey, Pantschatantra 2, 124: *Der könig, der
dnrcb unbedachte rede seinen leib verliert'; dazu 1, 122—130,
Jonrnal asiatiqiie 4. s6rie 3, 358 (1814) : Vikramfidilya. üble,
Zs. der d, morgenl. gesellsch. 23,443 (Vetalapancavincati). Frere,
Old Deccan days 1868 p. 103 nr. 7 (deutsch von A. Passow,
Märchen aus der ind. Vergangenheit 1874 s, 137). — Entfernter
stehen andre erzflhlungen vom gestalten tausche eines königs:
Soraadeva, MiSrchensammhiiig übers, v, Brockhaus 1, 30 kap. 4
(1843) = KatbAsaritsägara transh by Tawney 1, 416 (1880).
Vetalapancaviucati nr. 22 ed. Ublc 1881 = Oesterley, Baitül
Pachisi 1873 s, 156 nr. 22.
FerBiscb, arabisch, türkisch: Le trtjue enchant^
trad, par Lescallier 1, 130 (1817) ^ Vambagon, Lougfellows
t-ales of a wayside inn 1 884 s. 1 9 (bearbeitung der sanskritischen
32 erzähliingen des tlirones der VikramiVditya), Einaiut üoUali,
Bahar iJanush 3, 200 (1799). Vierzig veziere, übersetzt von
Behrnauer 1851 s. 321 = 1001 nacht 1, 170 nr. 180 der Brea-
lauer Übersetzung: 'Der könig papagef. 1001 tag nr. 57-— 5!>
(1, 175—216 irad. Petis de la Croix ^ Gabi net des f6es 14,132.
durch gaukler und narren zum laeben gebracht: Benfey. Fantacbatantra
1, 518. Oeaierley zu Pauli H57. GriDim» Mythologie'' s. 307, Singer
Apolloniua von Tyrus 1895.
J
326). Tuti-nameh, ftbersetzt von G. Rosen 2, 249 (1858) : *Ge-
Bchiclite des k^Digs von China'. Eadlof, Volkslitteratur der türk,
stÄDome Südsibiriens 4, 495 (1872) r *Der Zauberspruch'.
Europäische bearbeitungeii : F, B^roalde de Verville,
Histoire Vüritable, ou le voyage des princes fortunez (1610)*
Giieiilette (Gab. des föes 3^,70—89), de Mailly p. 87^118, Per-
siaüischer Robinson s. 69 — 92 , Persiaensche geachiedeniasen
8. 61^ — HO (bei Mailly heißt der könig Oziam, im holländischen
Ohram). C. Gozzi, D re cervo 1762 {Le habe ed. E. Masi 1884
1, 135; deutsch von Streckfuss, Die zwei geheirunisse 1805 und
W. V. Baudisöin^ Italienisches theater 1877 8, 83, französisch von
Roy er 1865; vgl. über die zweite damit verbundene handhmg
unten s. 216 zur 5. novelle und Magrini, Carlo Gozzi 1883 p. 204).
— Gab* deatees 5,135: 'Le bienfaisant ou Qniribirini'. Addison,
Spectator nr, 578. HauiF, Märchen yqü kauf storcli (Werke
4, 16. 1869). JiiL Grosse, Der magier (Erzählende dichtungen
5, 1. 1872). ^ Der erzählung Somadevas steht die altgriechische
sage von Herinotimos von Klazornenii nahe (F. A. Carus, Nach-
gelass. werke 4, 330). Eine eigenartige niodernisierung des alten
Stoffes bietet Ida von Düringsfeld in ihrer novelle Wer? (Pris-
men 1873 = Heyse-Laistner, Neuer deutscher novelleuschatz 3, 1,
1884); hier geht eine frau an dem bewußtsein zu gründe, daß
ihr liebhaber ihren galten gemordet und dessen körper mit seiner
aeele eingenommen habe. — Vgl. Varnhageuj Ein indisches milr-
cben auf seiner Wanderung 1882 s. 1 — 14, und Longfellows tales
of a wayside inn und ihre c^uellen 1884 s. 18—26. 135. 141.
S. 60: Der könig als papagei befreit die ge-
fangenen Papageien und bleibt allein beim Vogelsteller
zurück. — Dieser zug begegnet, wie Benfey (Pantschatantra 1, 248)
bemerkt, auch im mongolischen Vikramacaritra (Schiefner, Ball.
de Tacad. de St. Petershourg 1857, 70. Grässe, Märchenwelt
1868 s. 145. Jülg, Ardi>chi-Bordschi-Khau 1868 s. 240) und im
persischen und türkischen Tuti-uameh (übers, von Iken 1822
9. 45; von Rosen 1, 137): vgl. auch (j'ukasaptati, textus sirapli-
Clor übers, vou R. Schmidt 1894 s. 92 nr. 66 und Pertsch, Zs.
der d. morgenl. ges. 21j 519 (Nackschabis papagaienbuch nr. ö).
Freie nr. 7.
c) Der könig als papagei erkennt der hetäre für eine
ge träumte leiatuog eine scheinzahiiing zu (einge-
schoben in b, 8. 61—63).
Diese erzithlung kehrt noch mehr fach anderwärts wieder:
aiftffvttSOhn«. 14
210
Schiefner, Mölanges asiatiques 7, 714 (1876, Kandjur) = Hoth,
Zs. 3, 319. Frere nr, 7. J. Scott, Tales tramfil. from the arabic
and persian 18O0 p. 339. Vitaliano Donati , Viaggio fatto in
Levante 1759 (Pnllö, ün progenitore indiano del Bertoldo 1888
p. XXIV), Plutarch, Demetrius 27, 5 (Thonis). Aelian, Varia
bist 12, i^B. Rohde, Der griechische roman 1876 8. 370 (Bok-
choris). Gualterus Mapes^ De nugis curialinm 2, c 22 ed, Wrighi
1860: 'De Laelino'. Bnisonius, Facetiae exemplaque3, 10 p. 321
(1618). P. Aerodias, Renira iudicatarum paiidecta, lib, 10, 19,8
bl. 458 b (1588), Oognatus , NarratioiinDi süva 1567 p. 105:
*De adolescente et meretrice', Lundorf, Wißbadisch wisenbrtinlein
1, nr, 62 (1610; uacli ßrtisoiiins). Mailly (1719 p, 115—117;
Persian. Robinson 1723 s. 90^92; Persiaensche geschiedenissea
1766 B, 106—110) schaltet hinter der ersten novelle des Fere-,
grinaggio die ge&chichte der Thonis nach Plntarch ein, obscbi
er kurz vorher die orientalische fassting mitgeteilt hat. — S ch ei
buB&edes beiclitenden für eine ge danke nsünde (ehe>-
bmch) : Waldis, Esopns 4, 14 *Vom scbultheiss nnd seinem pfarr-
herm' (1548). Hans Sachs, Der scbultheiss mit dem karptTeo
(1563. FoHoausgabe ö, 3, 395 c = Schwanke ed. Goetze nr. 363).
Lindener, Katzipori 1558 nr. 96 (s, 150 ed. Lichtenstein 1883l
Ditfnrth, Fränkische Volkslieder 2, 56 nr. 65 'Die beichte' (18551,
Nicolas de Troyes, Parangon de notivelles ed, Mabllle 1869
nr. 28, Lafontaine, Contes 4, 5 *Le cas de conscience'. Imbriani.
La novellaja tiorentina 1877 p, 619. *E1 paisan e el pret'. —
Scheinbnsse für geplanten raub: Cento novelle anticbe
nr. 91 ; vgl. A, d'Ancona, Stndj di critica e storia letteraria 1880
p. 339. 504. — ScheinbQsse für geplanten m o r d : Pauli,
Schimpf nnd ernst nr. 298 nnd Kirchhof, Wendunmut 4, 290 mit
Oesterleys anm. Lützelberger-Frommannj Hans Sachs 1891 s, 76
(meisterlied *Der baur mit der holtübeicht' 1550; vgl. Stiefel, Zs.
i\ vgl* littgesch 10, 28). Hulsbusch, Sylva sermonnra iucundissi-
monnn 1568 p. 2dl •Volnntaa facti loco habetur/ Bandello, No*
velle 4, nr, 3. — Schattenbusse für getränmte kränkung:
Stricker, Kleinere gedichte ed. Halm 1839 nr. 3; vgl, J. Grimm,
Rechtsaltertümer s. 677, Liebrecht, Zur Volkskunde 1879 s. 424.
— Bratend iift mit geldklang bezahlt : Dacbami bei
Hammer, Rosenöl 2, 270 nr. 143 (1813). Decourdenaanche, Fable*
turqnes 1882 nr, 77: 'Le voyageur et ranbergiste,' Philelphos,
Fabnlae 1480 nr, 20 bl. 9b. Luscinius, Joci ac sales 1524 nr. 66,
Gast, Convivales sermonea 1, 128 (1549): *De hospite'. Hüls-
rr- 1
^
2X1
I
I
ch, Sylva senuonum 1568 p. 202 (nach Pauli). Lange, Demo-
critoB ridens 1649 p, 143. Ealeispiegel 1515 nr. 80 (s. 118. 277
ed. Lappenberg:). Pauli, Scbimpf und ernst nr. 48. Hans Sachs,
Dichtungen 1, 227 ed. Goedeke (meisterlied van Eulenspiegel),
Talitz, Knrtzweiliger reyßgespahn 1645 s. 175. Abele, Meta-
morphosis telae indiciariae 1654 s. 27 c. 8. Gerladi, Eutra-
peliae 1, 944 (1656)» Eahelais , Pantagrnel 3, c. 37. Noel du
FaiU Contes d^Eutrapel 1598 p. 443. D^Ouville, Contes 365.
Cento novelle antiche nr. 9. Scelta di facetie 1579 p. 140. Ga-
brielli, Insalata mescolanza 3, 15 (1621). Casalicchio, L*ntile col
dolce 2, 4 p. 237 (1687). Papanti, Passano e i novellieii in
prosa 1878 p. 57 nr. 205. Vottiero, Lo speecliio de la cevertä
^1789 nr, 57. Souima, Cento racconti 1808 nr. 22. Langegg,
Japanische theegeschichten 1, 275 (1884) = Liebrech t» Zar Volks-
kunde s. 503 f. — Musik mit h o f f n u n g bezahlt: Ari-
stoteles, Ethica Nicom. 9^ 1 ; vgl. Oesterley, Za. für vgl. littge-
sch. 1, 52 f. Plutarch, De auditione (6, 150 Reiske) und De
fortnna Alexandri or. II (7, 318 Fi.). Era&nins, Apophthegmata
1573 p. 493. Gast, Convivales serraoues 1, 46 (1549): *De citha-
,roedo.' Ursintis, Äcetra philologica 6, 83 (1670). Lauremberg,
Acerra philulogica 4, 21 (1708). Schimpif und ernst 1545 bl. 4b
= Schertz mit der warheit 1550 bl. 6b. Gerlach, Eutrapeliae
3, 45. Jack of Dover 1604 c. 8 (Haxlitt, Shakespeares jest-books
2, 324). J. Scott, Tales from the arabic 1800 p. 267. Stan,
Julien, Avadäfias 1, 108 nr. 25 (1859). — Einbildung der Zah-
lung für e i n b i 1 d II n g der h e i 1 u n g : E. Hildebrandt, Reise
niu die weit 3, 215.
d) Die 2. novelle (dienstag). Ein ktinig in Benefae
(Benefzava bei Kairovan in Tunis) will den namen seiner gattin
nur dann neben den seinigen auf die intiuzeQ prägen lassen,
wenn sie ihn im bogenschiesseu überwindet. Als ihr dies aber
zweimal gelingt, läsat er aie den hunden vorwerten. Sie ent-
rinnt zu einem bauern, heilt den aus reue in trübsinn verfallenen
gatten durch einen possirlichen aiien und versöhnt sich wiederum
mit ihm (s, 67—86).
Wie edion Hnth {Zs. f, vgl, littgesch. 3, 326) bemerkt, stimmt
diese geschieh te in ihren grundzügen auffallend mit der rahmen-
erzählung von Behram und Diliramma (2h, 3a) iberein, s. a, oben
g. 204 die mitteilung ans Firdusi. Auch liier wird der auf seine
geschicklichkeit im bogetischiesseii stolze fürst von seiner gattiii
Uo-
4
gedemütigt, verstösst sie, vei-falit in melancholie und wird end*
lieh, nachdem er in einem nen erbauten lusthanse aofgeheitert
worden ist, mit der totgeglanbten gattin wieder vereinigt. —
Benutzt von Gueulette (Gab. des f<6es 33, 35 — 11) and de Mailly
(p, 119— 146) j danach Persian. Robinson (». 93—114) und Per-
siaensche gescMedenissen s. 110 — 135.
Dass der zweite w^ettkampf im bogenscliiessen bei einer e i n-
hornjagd stattfindet , die sonst meist in andrer weise darge-
stellt wird (Äntoniewicz, Roman, tbrschgen 5, 2ö5* Cöhn , Zur
litterar. geschichte des einhoros, progr der 11. Berliner real-
schule 189(>), hängt vielleicht mit dem glauben zusammen, dasß
nur die indischen könige dies kostbare tier jagen dürfen (Philo-
ßtratus in Photii bibl. p. 32öa).
Maiily, der die novelle nach Memphis verlegt, b^gt
(s. 146—104; Persian. Robinson s, 114—120; Persiaensche
Schiedenissen s, 135-142) einige erzählnngen über andre possir
liehe streiche von atlen an; vgl. dazu Bouchet, Ser^es ed,
Roybert. Bebel, Facetiae 3, 38. Loockmaus nr* 43a (Tijdschr.
voor nederl. taalkunde 13, 8; ebd. 10, 136 nr, 132j. Panli nr. 375,
Kirchhof, Wendunmut 7, 139-145.
e) Die 3* novelle (Diittwoch). Ein kunstreicher gold-
Schmied in der indischen stadt Zeheb (arab. ^ahab — gold)
verrät seiner frau, wie man den kolossalen goldenen löwen,
den er an|j:efertigt hat, nachwiegen kann» So kommt sein dieb- i
stahl an den iag^ und er wird in einen hohen türm eingesperrt^^
Nun gebietet er seiner reuigen trau , einigen ameisen seiden-
faden an die füsse zn binden imd ihre köpfe mit butter zu
bestreichen. Als die ameiaen an der tnrniwand emporkrabbeln,
zieht der gefangene an den faden ein seil empor und lässt sich
hinab, während er zugleich die schwatzhafte frau an seiner statt
in den türm bet^rdert (s. 86—97).
Eb scheint, dass hier zü^e aus dem leben des Archimedes
verwertet sind, der in Nizamis Alexander-epos als schiiler des
Aristoteles auftritt und durch die hebe zu einem schönen mädcheci
von der Wissenschaft abgezogen wird (Bacher, Nizamis leben 1871
8. 74). Deua Archimedes entdeckte in gleicher weise den betrug
eines goldachmiedes, der künig Hieros kröne geliefert hatte, indem
er gold und silber in wasser wog {Vitruv 9, 3, 9. Pauly-Wissowa,
Realencyclopädie der clasa. altertums Wissenschaft 2, 53 L ISüö),
Vielleicht wirkte eine erinneruug an den Athener Phidias mit, der
^
213
angeklagt war, bei der anfertigung: seiner Athenastatue gold uuter-
sclilagen zn baben; er hatte aber auf Perikles' rat den goM-
scbmnck so eingerichtet, dass er abgenommen nnd nachgewogen
werden konnte (PIntarcli, Periclea 31. JJiodor 12, 39. Over-
beck, ScLriftqnellen zur geseh, der bildd. kiinste bei den Griecben
1868 nr. 627—632). Pnll^, Vn progenitore indiano del ßertaldo
1888 p, 23 nr. 3 *Come nn noDio pnii pesare nn elefante/
Die befreinng ans dem hnngerturme (s. 93) er-
innert an eine erztlhlnng des türkischen geschichtschreibers Saad
Eddin, der 1600 starb (Taj nttawarikh, übers, von Garcin de
Tassy, All^gories, röcits poötiques et chants trad. de Tarabe 1876
p. 624; vgl Liebrecht, Archiv f. üttgesch. 6, 607): Ägnadins,
der banmeister der Sophtenkirche zu Konstantinopel, (in Wahrheit
hiesB dieser Antliemius von Tralles) wird auf hefehl des kai&ers
Justiuus anfeine hohe sii nie gestellt, damit er dort verschmachte;
aber er befreit sich mit bilfe seiner fraa, die ihm nachts einen
mit pech bestrichenen strick bringen mnss; diesen zieht er an
den zusammengeknüpften fäden seines gewandes empor und zündet
ihn, nachdem er sich daran herabgelassen hat, an, damit niemand
seine flucht bemerke. — Zam emporkrabbeln der a m e i s e n (s, 94)
kann man Lidzbarski 18% s. 89, 313 und die mit honig bestrichene
nnd einem unhold in die nase gesetzte biene bei Einaiut Oollah
(liahar danush 2, 310) vergleiclien.
DaH gegenseitige hinab- und hinaufziehen des gold-
Schmiedes und seines weibes (s. 95) gemahnt an die fabel vom
fuchs und wolf im brunnen (Benfey, Pantscbatantra 1, 182. Kurz
zu Waldis» Esopus 4, 8, Regnier zu Lafontaine, Fahles 11, 6.
Konigsberger, Zs. d. v. f. volksk. 6, 159. Odo de Ciringtonia 19
bei Vogt, Kleinere lat. denkmiller der tiersage 1878 s. 116, Meister-
lieder der Kolmarer hs. 1862 s. 263. Jooa, Vertelsels van het
vlaamsche volk 1, nr. 80. 1889. Gittee-Lemoine, Contes pop. du
pays wallon 1891 p, 168)*
üeberaetzt von de Mailly p. 155—177; danach Persian- Ro-
binson 8. 120 — 132 nnd Persiaensche geschiedenissen s, 143 — 157.
^
f) Die 4. novelle (doonerstag). Ramrao, der söhn des
Sultans von Babylon (viel mehr Bagdad) , wird auf die Ver-
leumdungen seiner Stiefmutter^ deren buhlschaft mit einem rate
er belauscht hat, vom bofe verbannt. Nachdem er von drei
fremdlingen die kunst gelernt, sich unsichtbar zu machen, die
geiater zum dienste herbeizurufen , seiu antlitz zu verwandeln
214
und jederraaon einzuscliläfeni, kehrt er heim und ninmit teil»
unsichtbar, teils in gestalt eines alten weibes an dem vezier
räche. Er lasst ihn durch seine geister prügeln, brennt ihm
einen eisernen Stempel auf die lende^ wodurch er vor dem
seltan als ehenmliger skkve blossgestellt wird, beschläft seine
drei töchter, entführt die eine von ihnen und zeigt endlich,
als jener noch immer nicht von seiner buhlerei ablässt, dem
sultan das ehebrecherische paar im bette. Die schuldigen werden
jedoch , weil der prinz der einen tochter des veziers die ehe
versprochen hat, nur mit Verbannung bestraft (s, 97 — 116).
Das hauptinotiVj die f ein d s chaf t der ehebrecherin
und ibres buhlen wider den stlcfsohi) , der Ihre schuld entdeckt,
kehrt z. b, in North indian notes and quenes 4, 84 nr, 187, bei Hahn,
Griecli. und albaneHische mltrchen 1864 nr, 6 und bei Wolf, Deutsche
bausniärchen 1858 8. 276 'Das ireiie fül leiten* wieder und er-
iEiert auch einlgermassen an die rabinenerzilhlang der weisen
meister (Coinparetti, Researches respecting the book of Sindibad
1882. Clüiiston , The book uf Sindibad 1H84) ; dagegen vermag
ich keinen engeren zusjxmmeuliang mit der Hatnletsage, auf die
Hntli (Zs, f. vgl iittgesch. 4, 180) hinweist, zu entdecken.
Raramo erhält von drei Wanderern Zauberkräfte
(s. 102): ähnlich Naravahanadatta bei Soiuadeva, Kathärasarit-
sagara iransl by Tawney 1, 525. VgL Somadeva iibers, von
Brockhaus 1, 119. 176; Die mfirchen des Siddhikür ubers. von
Jiilg 18G6 8. 86 nr, 6 (zauberbecher» »tock, hamraer, regensack)
und die nachweise zu Grimms mdrchen nn 54 T>er ranzen, das
hUtlein und hörnlein' und Cosquin, Contes populaires de Lorraino
nr. 42 *Les troia freres/ Doch handelt es sich hier nicht um
Zaubersprüche, sondern um sichtbare talismane, die jene fäbig-
keiten verleihen. — Ueber ansichtbar machende ge wänder
und ringe vgl. Hnth, Zs. 4, 181* Bolte, Das Danziger theater
1 Hdh s. 118. — Die herrschaft über die geister ver-
leiht Salotuos Siegelring (Liebrech t^ Gervasius vonTilbnry 1850 s,77.
Salnian und Morolf ed. Vogt 1880 e, XLVI. Jacobs, Indian fairy
tales 1892 nr. 12. North ind. notes 2,191 nr.7(J4. Kühler, Archiv
1\ littgeseh. 12, 144, Sociu-Stumme, Der arab. dialekt der Hon-
wära 1805 s. 118 nr. 13 in Abh. d. sächs» ges. der wiss. 15, i;
anders Pitrö, Fiabe popolari siciliane nr. 17 *Marvizia*)» Aladdins
lanipe n. a, (1001 nacht, Breslauer übers. 7, 144» Clouston, Po-
pulär tales 1, 314, L. Schmidt, Zur geschichte der märchenoper.
<
i
215
Rostocker dias, 1895 s. 35. P, de Mont en A. de Cock, Vlaamscbe
wonderaprookjes 1896 nr, 16. Feilberg^, Am urquell 6, 241 nach
Rand, Legenda of the Micinacs 1894). — Die Billigkeit, andre
geei cht s Züge anzunehmen , haben anch Merlin im franzö-
sischen romane (Dnnlop-Liebrecht, tiescb. der prosadicbtungen
1851 8. 66 f.), Malegis (Dnnlop b. 143. Simrock, Volksbacher
12, 264 f.), Elbegast nnd andre berühmte zanbererj vgL Soraa-
deva 1, 74. 572 Tawney. Boltej Anzeiger f. dentscbea altertnm
13, 110; Das Danziger theater a, 228,
Die töchter des ehebrecbers werden von dem als
fran verkleideten ehemanne (hier von dessen söhn) entehrt (s. 107);
Reiniacb, Die ^Afarsprache 1^ 90 nr. 33 (Sitzgsber, der Wiener
akademie 11 K 1886). Die Verkleidung des bnblers als frau ist
ein verbreitetes inotiv : Cassel, Mischle Sindbad 1888 s. 154 f.
Bei Nechschebi (Touti nameh übers, von Iken 1822 s, 98 nr. 23.
Tutinameb übers, von Rosen 2, 180} verwandelt sich der lieb-
haber durch eine in den mnnd genommene kugel in eine fran;
vgl. Baitäl Pachisi 1H73 nr, 14. Batacchi» Novelle nr. 6 *Grattaticö\
Der vezier muss sich eine marke aufbrennen lassen,
die ihn spJtter als sklaven kennzeichnet (s. 106). So brandmarkt
bei Somadeva (Märchensarandung übers, von Brockhaiis 1, 145
cap. 13) die tugendhafte Devasmitä ihre versacber, oder in neueren
Hilircben (Köhler za Gonzenbach, Sicilianische märchen 1870 nr. 61
nnd Zs, des v. für volkskande 6, 164, Hahn, Griech. märchen
nr. 53. Stamme, MUrchen der Schlub 1895 nr, 15 s, 126, La
rose de Bakawali bei Garcin de Tassy, Aüegories 1876 p. 339. 360.
North indian notea 4,307. Lidzbarski 1896 8.52. 125. Folklore
record 3^ 46) der prinz seine treulosen brüder.
Ramino schläfert die Wächter ein und schert ihnen
die hare (a. 109), wie der raeisterdieb bei Herodot (2, 121. Köhler,
Orient und occident 2, 303, Prato, La leggenda del tesoro di
Uampsinite 18H2. Legrand, Contes populaires grecs 1881 p. 214.
Auch lOOl naclil 11, 375 Breslan) den Soldaten, die den leicbnam
seines gesellen bewaclien.
Rammü lässt durch die geister nachts e i n e j u n g f r a n
zu sich bringen (s. 110), wie Aladdin die snltanstocliter
(1001 nacht 7, 173 Breslau; vgl. 13, 113. Nöldeke, Das ara-
bische märchen vom doktor und garkoch, Abb. der Berliner akad,
1891, 8. 33 t Kunos, Ungarische revne 1893, 308: 'Raznihan
und Mab-Firuze'j, wie Albertus Magnus die franzüsische Prin-
zessin (Sighart, Albertus Magnus 1857 s, 74. Kosshirt bei Meyer,
216
Nürnberger Faustgeschichten, Abb. der Miiiicb. akademie 20, 2,
380. 1895. Namenlos bei Simon Granaa, Preossische Chronik
18, 1 ^ 2, 317 ed- Perlbach 1889 = Hennenberger , Erclemilg
der preuBsischen landtaffel 1595 8. 477) oder wie der soldat mit
dem blauen licht die königstocbter (Grimm, Märchen nr. ilO.
Coaqoin, Contes pop. de Lorraine nr. 3U Wolf, DeatscUe märchen
nnd sagen 1845 nr, 18. S Cham b ach- Müller, NiederBächsische eageti
IHöö 8, 285).
De Mailly (1719 p, 172-191 nn 4; danach Peraian.
Robinson s. 132— 146tind Persiaenscbe gescbiedenissen 8,158 — 168)
hat die 4 novelle durch eine neue er^ählung ersetzt: Im indischen
reiche Melleami, wo Polyandrie herrscht ^ hatte eine fran zw5h
männer. Als diese aus eifersucUt einander töteten, ergab aie sich
dem bösen geiste, der mit ihr eiuen söhn zeugte, aber dann ihren
bruder und jenes kind umbrachte. Andre mären von teufel&buhl-
Schäften, so von Merlin und von Menippua (Philostratus » Apol-
loniua von Tyana), sind eingelegt,
g) die 5. novelle (freitag)* Ein fürst Mussulmanua^
im lande Hottenne (Choteo südöstlich von Kaschgar) ist im
besitze eioer silbernen statue, die, so oft jemand vor ihr eine
lüge ausspricht, zu lachen beginnt. An ihr prüft er, als ihn
seine unterthaneo zur heirat drängen , vier Jungfrauen ; die drei
ersten, deren buhlerei er entdeckt, bestraft er mit dem tode
und nimmt die vierte, die er als fromm und treu erfunden, zur
gattin (8. 116-132).
Beruht auf einer kürzeren erzdhlang der Qukasaptm
(Benfey, Panlschatantra 1, 442).
Die Statue, die alle Unwahrheit offenbart (s. 117), erinnert
an die oben s. 203 erwähnten zanherspiegel. Andre wahrheitspröf-
nijttel in Kotzebues Nachtmütze des propheten Ellias (1814) und
Raimunds Diamant des geisterkönigs (1824) ; vgl Minor, Enpho-
rinn 3, 279, 322. Bei Somadeva (Märchensauimlnng 2, 109 cap. 23
Brockbau») erkennt Sinhaparakraum aus einem smaragdgeltUBß
den verderblichen Charakter seiner gattin. Ebenda 1, 35 cap. b
erfuhrt Yogauauda aus dem lachen eines geschlachteten üsches
die sitteulosigkeit seiner fraiien, ein zug, der in der ^ukasaptati
(textus Bimplicior übers, von R. Schmidt 1894 nr, 6 und 9) wieder-
4
* Wie in der ersten novelle ist dai a^Jektivum von Wetael n^]»chlich
ala eigeuname aufgefaßt
217
kehrt; vgl Beofey, Orient und occideiit 1, 346. Nacliachabia
papageienbnch nr. 22 (Pertsch, Zs, der d. morgen!, ges. 21, 529 f,).
Tnt! natneh übers, von Rosen 2, 90 (1858); ebenda 2. 77 lacht
eine nacbtigal bei gleicher gelegenheit. Radioff, Volkslitteratnr
der türk, stamme Südsibiriena 4, 488. Bei Straparola 4, 1 lacfit
ein satyr über die thränen des betrogenen ehegatten beim be-
grllbnis seines vermeinten sohnes ; vgl. Rua» Giornale storico della
lett, ital, 16, 234.
Die drei heuchlerischen Jungfrauen geben jede
zwei proben ihrer überzarten empfindlichkeit und sittsamkeit,
während sie nachts sich nngescheut ihren buhlen hiiigeben und
von ihnen misshandeln lassen (a. 120—127), — So fällt in der
^ukaBÄptati (Benfey, Orient und occident 1, 352) die königin in
Ohnmacht, als ihr gemalil sie mit einer rose schlägt VgLdeÄ.
Wettstreit der drei zarten königinnen in Baitäl Pachisi überB.
von Oesterley 1873 nr, 10, dazu ß. 199. Bastian, üeographisiihe
und ethnologische bilder 1873 s, 267 (siamesisch). D'Ouvillej
Elite des contes 3, 125 = Amuseinens fran^ois on contes k rire
1752 1, 204 *La fansse dMicatesse'. Schneller, Märchen aus Wälsch-
tirol 1867 nr. 45. De Nino, tJsi e costnmi abbruzKesi 1879 nr, 70,
Notes and queries 6. ser, 9, 357. Grimm, Märchen nr. 155 'Die
hraatfichau' mit der anm. Jones-Kropf, Folktales of the Ma-
gyar8l889 nr. 14,anm. Cavalliusu. Stephens, Schwedische volks-
sa^en 1848 nr. 12 s, 225. -— Zu der erheuchelten schäm
vor der statae, dem Spiegel und den männlichen fischen (s. 120)
vgl. Nachschabi nr. 22 (Zs. der d. morgenL gea. 21, 529). Rosen,
Töli nameh 2, 77. Einaiut Oollah, Bahar danush 1, 135, 2, 5.
(^ukasaptati nr. 5 (Orient n. occident 1,346). Nachschabi nr. 23.
Rosen, Tuti nameh 2, 89. — Mann auf bilder eiferBüchtig ; Kohde,
Der griech. roraan 1876 s. 163. —
Die nachts zu ihrem liebhaber schleichende ehebrec herin
wird von diesem gemiss handelt (s. 124) : Somadeva, Mjlr-
chensammlung 2» 75 cap. 21 Brocklians. Einaiut Qollah , Baha
danush 1, 110. 145. 2, 7. 82. lOül nacht 142 Weil. Lane, Ara-
bian nights 1, 96. HaxthanaeD, Transkaukasia 1,326= Benfey,
Pantschatantra 1, 445. Liebrecht, Orient u. occid. 2, 91 (Gul
und Sanaubar) = Znr Volkskunde 1879 s. 143, 152 (nach Garcin
de Taasy, All^gories 1876 p. 473).
Bestrafung der drei ehebre eher innen durch einen
wilden maulesel, durch eine schadhafte treppe und ein gefäss aus
ungebranntem tbon (s. 129): Liebrecht, Zur Volkskunde s. 144.298
218
fGul und Sanaiihar). Vicente Espinel, Ifareoß de Obregon fibera.
voE Tieck 1827 2, 32 =^ BeDfey, Pantschatantra 1, 452. Huth,
Zs. f. vgl. littgesch. 4, 189 über eine indische sage von eines
töpfers tochter.
Christoforoa fünfte novelle hat Carlo Gozzi 1762 samt der
ersten (vgl. oben s. 209) in seiner komödie 'II re cervo' dratnatiscli
verwertet — De Mailly (1719 p. 192—213 nr. 5; danach
Persian. Robinson s. 14ü— 163 und Peraiaensclie geschiedenissen
6. 171—192) dagegen erzUlilt dafür eine zu Batavia im k5Qig-
reiehe Bantam spielende geschiebte von einem jüngUnge, der, um
einen process zu gewinnen, die tochter eines einflussreichen be-
amten heiratete, obwohl er bereits verlobt war. Seine frau aber
gewinnt die verlassene braut lieb und bittet auf dem totenbette
selber iliren mann, diese znr ehe zu nehmen.
h) Die 6* novelle (sonnabend). Feriateno (firischte
= gesandter, engel) imd Giulla (gul ^ rose), die kinder zweier
diristlicher kaufleute in Letzer (Lissär am sildwestlicben ufer
des kaspischen meeres im lande Serger = Kergän) sind mit
einander aufgewachsen und haben von ihrem lehrmeister ge*
lernt, die gesichtszüge bestimmter personen in rosen nachzu-
bilden. Als sie herangewachsen mit einander hochzeit halten,
wird der muhammedanische fürst von leidenschaft zur schönea
Giulla ergriffen und liisst ihren gatten einkerkern. Die^ea
befreit zwar sein freund Cliassemen (jasimln — jasmin) mit
hilfe einer Wünschelrute; aber Giolla^ die ihn gleich dem Sul-
tane für tot hält, soll nun des letzteren weib werden. Auf
den rat ihrer dienerin Achel (arub* *äkil = verständig) und
ihres beichtvaters erbittet sie eine trist von vierzig tagen, wäh-
rend deren sie im palaste Giuüstano (gulistan = rosengarten)
betet und eine tochter des Sultans zum Christenglauben bekehrt
Durch einen rosenstrauss ihres gatteu und einen darin ver-
borgenen brief erfährt sie, dass dieser noch lebt Giassemen
gräbt mit seiner Wünschelrute einen unterirdischen gang bis
zu Giullas gemach, und die liebenden können nun ungestdri
einander besuchen. Bevor sie mit einander übers meer entfliehen,
foppen sie den tyrannischen fürsten, den Feristeno in sein haua
lädt und zu seiner gattin führt. Wie der sultan , über die
ähnlich keit mit seiner geliebten betroffen, eilig heimkehrt und
Giulla aufsucht, ist diese durch den geheimen gang zurückge-
219
kehrt und tritt ihm unbefangen entgegen. Erst als beide davon-
gesegelt sind, entdeckt der sultan den betrug und stirbt vor
ärger. Sein nachfolger aber tritt zum christentume über
(s. 132—163).
Wir haben eine das christliche bekenntnis des beiden beto-
nende Umformung eines weitverbreiteten schwankes vor uns, den
man den unterirdischen gang des liebhabers oder
die täuschende ähnlichkeit betiteln kann. Da E. Zarn-
cke 1884 (Rheinisches museum für philoIogie 39, 1—26 : Taral-
lelen zur entführungsgeschichte im Miles gloriosus') eine ausführ-
liche erörterung der zahlreichen fassangen geliefert hat, können
wir uns mit der aafzählung der wichtigeren begnügen.
Die älteste gestaltang, eine altgriechische komödie Alazon,
ist uns nur in der teil weisen nachhildung des Plautus, dem
Miles gloriosus, erhalten; vgl. 0. Rihheck, Alazon (1882) und
über die direkten nachahmer des römischen lustspiels Reinhard-
stöttner, Plautus 1886 s. 595 und Stiefel, Littblatt für germ.
n. roman. philol. 1890, 198. Im 12. Jahrhundert erzählt Saxo
Grammaticus (Historia danica 1, 220 ed. Müller 1839 ; vgl. Olrik,
Kilderne til Sakses oldhistorie 2, 50. 1894) ähnliches vom nor-
wegischen könige Götaras, seiner frau Gunvara und deren lieb-
haber Ericus. Im 13. Jahrhundert erscheint der Stoff verschie-
dentlich in Frankreich metrisch bearbeitet: im provenzalischen
roman de Flamenca (ed. Meyer 1865), in der ältesten redaktion
des romau des sept sages (v. 4218—4591 ed. Keller 1836), in
Herberts Dolopathos (p. 353 ed. Brunet et Montaiglon 1856),
dessen vorläge, der lateinische prosaroman des Johannes de Alta
Silva, diese geschichte noch nicht enthält, und endlich in einem
fabliau 'Des trois femmes qui trouverent un anneau' (Montaiglon-
Raynaud, Recneil des fabliaux 1, 168 nr. 15; vgl. B6dier, Les
fabliaux 1893 p. 225. 414. Liebrecht, Zur Volkskunde 1879
s. 127), dem das deutsche gedieht von den listigen weibern bei
Lassberg (Liedersaal 3, 5. 1846) entspricht. Von diesen vier be-
arbeitungen hat die trefflich ausgeführte erzählung des siebenten
Philosophen in den Sept sages weitaus am meisten Verbreitung
gefunden : Ein ritter aus Monbergier gewinnt die in einem türme
mit zehn pforten verschlossene herzogin von Ungarn lieb, wird
des herzogs seneschall und lässt durch einen baumeister einen
unterirdischen zugang zu der geliebten herrichten , die er dem
herzöge als seine braut vorstellt; bei der trauung giebt der her-
zog selber ibm die eigene gattin zur ehe, und die liebenden segeln
220
1
I
I
ab. Vgl. über die davon abbängigeti Versionen der Sieben
weißen ineister die tabellen von Mtiasafia (Jabrb. f. roman. litt.
4, 173. SitzgBber. der Wiener akad. 57, 90), Goedeke (Orient
und occideut 3, 422 *Indusa') und Landau (Die quellen d^ deka-
merone ' 1884 s. 341, tabelle B, 50 'Entflibrang') sowie Zarncke
(Rhein, mns. 39, 10); ferner Marko, Die gescbichte von den sieben
weisen bei den Slaven (Sitzgsber, der Wiener akademie 122, 10).
Sercainbi, Novelle nr, 13 ed. A. d^Ancona 1871 ^De furto unius
nmlieris.' Maeticcio, Novellino 1476 nr. 40 (Genefra Catalaao,
Cosuio in Amalfi, Andriana) p, 415 ed, Settembrini 1874^Contes
du monde adventurenx 1555 nr, 44 ed. Frank 1878 = Loock-
maiiH, 71 Instige historien 1589 nr. 45 (Tijdacbrift voor nederl,
taalkunde 1894, 9). Bojardo, Orlando innaraorato 1466 1, 22
(Folderico, Leodilla, Ordauro}, Chapnis, Facc^tieoses jonrnees 1, 10
(1584). Leß amans heureux 1695 p, 86 ^Cornölie et Lncide\
Gneulette, Conles tartares, qnart d'henre 101 — 104 (Cabinet des
f^es 22, 89—113: Aventures du vienx calender). Der betrogene
ehemann, drania 1724 (Wiener handschrift 13 499 j vgL Weiss,
Die Wiener baupt- und Staatsaktionen 1854, a. 76), Kotzebne,
Die gemhrlicbe nachbarechaft (Werke 27, 247. 1828). Platen,
Der türm mit den sieben pforten (Werke 3, 253. 1853). ßatacclii, ^
Novelle galant! 1, 28 nr. 2 *Re Barbadicane e Grazla' (I8iX>). V
Bnsk, Folk'lore of Korne 1874 p. 399. ( -rane, Italian populär tales
p. 167. 359. Halin, Griecli. und albanesische märcben 1864 nr, 29
*Die goldscbmiedin und der treoe tiscliersobn/ G. Meyer, Alba*
nische märclien nr. 12 *Der pope und seine fraa' (Arcbiv für
litteraturgescbicbte 12,134 mit Köhlers anmerknng). — Orien-
talische fassungen: 1001 nacbt, Breslaner übers. 14, 73
»Geschieh te des gerbers und seiner frau'. 1001 nacht, iibers, von
Hamnier-Zinserling 3, 372 (1824): »Kamaralsaman nnd die fran
des Juweliers' — trad. par Tr^bntien 3» 150 (1828); vgl. Bacher,
Zs. der d. morgenld, ges. 30, 141. Largeau, Flore saharienne
1879 p. 14. Ljdzbarski 1896 s. 229. Prytn-Socin, Tftr ^Abdin
2, 37 nr. 11 (1881). Radloff, Volkslitteratnr der türk. stamme
Südsibinens 4, 393 (1872) 'Das mit list gefreite mlldchen'. In
den orientalisclien Versionen der Sieben weisen meister fehlt die
geschichte. — In einer andern reihe von erzühlnngen findet keine fl
entfiihrung statt, sondern der buhle zeigt nur dem hahn- i
rei dessen gattin In seinem bette, heisst ihn auch wohl ihr
schuhe anmessen j vgl. Oesterley zu Kirchhofs Wendunmnt l, 2, 65 ;
ferner Montaiglon-Bayuaud , Recueil des fablianx 1, 245 nr, 23
I
i
221
^Des deax changiors'. B^dier, Les fabliaux p. 409. Chevalier
de ]a tour Landry eh. 23. Eaufringers gedichte nr. 9 ed. Enling
1888. Zimmersche chronik 2, 500 ed. Barack. C. Schwabhäüser,
Gereimte laonen 1802 s. 91. W. van Bmyningen, Vlaemsche
klacbt 1645 (schnster Joes, fraa Kallijoe, Jakos Smnl). Paynter,
Palace of pleasnre 1, nr. 49 (1667) = Straparola 2, 2. Pitr^,
Fiabe popolari sidliane 3, 308.
Christo foros novelle zeigt am meisten Verwandtschaft mit
der erzählong im französischen romane von den sieben weisen,
die spätestens im 17. Jahrhunderte, vielleicht auch schon früher
ins armenische übersetzt wurde (russisch von Sserebriakow 1847;
vgl. Lerch, Orient und occident 2, 368). Außerdem scheint sie
mehreres einem andern französischen gedichte des 13. Jahrhunderts
zu verdanken ; sowohl die Schilderung des mit einander von kind
auf vertrauten liebespaares als auch den sonst nirgends im ganzen
werke betonten Zwiespalt zwischen Christen und muhammedanem
möchte ich auf das epos Floire und Blanceflor (ed. E. du
M^ril 1856) zurückführen, das ja auch nach Italien und Griechen-
land (Phlorios und Platzaphlora, nach Boccaccios Filocolo; vgl.
Herzog, Germania 29, 137. Krumbacher, Gesch. der byzantin.
litteratur 1891 s. 459) gedrungen ist.
Zu der erde und felsen spaltenden zanberrute Giassemeus
(s. 139) vgl. Grimm, Deutsche mythologie * 926. 3, 289. Grundt-
vig, LösDingstenen (Kbh. 1879). Cassel, Schamir (Denkschriften
der Erfurter akademie 1854). Grünbaum, Zs. der d. morgenl.
gesellsch. 31, 205. Garcin de Tassy, All^gories trad. de Tarabe
1876 p. 371. 376 (La rose de Bakawali chap. 14.16; vgl. Lieb-
recht, Archiv f. littgesch. 6, 595).
Das aus rosen geformte bildnis, durch das Feristeno
seiner geliebten von seiner anwesenheit nachricht giebt (s. 148),
läßt sich etwa mit den puppen vergleichen, durch die im märchen
die vergessene braut den königssohn an seine Verpflichtung er-
innert (Gonzenbach, Sicilianische märchen nr. 55. Pitr^, Fiabe
pop. siciliane nr. 15. Sonst erscheinen dafür tauben; Gonzen-
bach nr. 14). Auch in einigen Versionen der oben besprochenen
geschichte der Sieben weisen meister (Dolopathos. Busk) kommt
eine statue oder puppe vor, aber nicht um den liebenden von
einander künde zu geben, sondern um den gatten über die flacht
seiner frau zu täuschen.
Zu der bitte Giullas um aufschub der hochzeit
(8. 143) vgl. Huth, Zs. 4, 198.
De M ail 1 y {1719 p. 213^249 m. 6; danach Pereianiscler
Robinson s. 163—191 und Persiaensche geschiedeDisseti s. 192
big 224, nr. 6 und 7) dagegen bietet an stelle der italienischen
vorläge eine andre liebeegeschichte. Ein geizhals in Peking sagt
die liand seiner tochter Banane ihrem liebhaber Polaure (in der
UüUändischen Übersetzung Hiamchn) zu, zieht aber nach dem tode
seiner söhne sein wort zurück. Während Polaure auf eiiiein laod-
hauae »eineuj kamraer nachhängt, entführt sein frennd, der von
jener liebe nichts weiss, die schöne Banane mit gewalt aus ihres
Vaters woliniing und übergiebt sie ihm zur Verwahrung. Als er
aber den sacli verhalt erfährt, verzichtet er edelmütig ond hilft
Polaure den grimmigen vater bejiänftigen* Angehängt sind zwei
weitere chinesische erzlUilungen von der keuschen prinzessin Ca-
nine, die von ihrem vater eingekerkert und gemisshandelt diesen
von einer krankheit heilt, und von der jungfräulichen Neome, die
dem admiral Campo die Zaubereien der feinde überwinden hilft.
i) Die 7. novelle (sonntag). Der erzahler, ein alter
musikejr au» Chimo*, berichtet von einer reizenden Sängerin
und laiitenspielerin, die vor kurzem in seiner heimat erschien
und durch ihre kunst seinen wohlerworbenen ruf in schatten
stellte. Aus aufrichtiger bewunderung ist er in den dienst de»
kaufmanns, bei dem sie lebte, getreten und hat den grund
ihres heimlichen kummers erfahren: sie habe einst ihren ge-
liebten füllten, der einen meisterschuss auf einen hirsch that.
durch unüberlegten spott gekränkt und sei von ihm verstosaen
worden. Diesen fairsten will der erzähler jetzt aufsucheii
(s. 163—172). — Vgl. oben s. 203, 2b.
De M a i 1 1 j (1719 p. 249—274 nr. 7 ; danach Persianischer
Robinson a, 191—209 und Persiaensche geschiedenissen s. 22o
bis 246 nr, 8) iJtsat am siebenten tage zuerst von der siebenten
Prinzessin eine novelle vortragen : Die spröde Leonice (im hollän-
dischen Zobeide) überlässt ilirer freundin, einer jungen witwe,
die briefe ihres verehies Alinadore (holl. Omar) zu beantworten.
Alniadore glaubt infolge dieser korrespondenz an Leonices Zu-
neigung, wird jedoch durch ihr küliles benehmen eines andern
belehrt und verlobt sich mit jener jungen witwe. Als diese aber
durch einen fingierten brief Leonices seine bestflndigkeit auf did
I
* Wohl = KdmiB« eine landschaft Östlich von Teheran. Sonst ist
arab. Eumär = Khmer, CambodBcha ; arab. Euii:ir = Madagaskar.
probe Btellt, kehrt er sofort zu seiner ersten liebe znräck. Nan
bat der flatterhafte e^ mit beiden dainen verdorben und widmet
sieb dem kriegsdienste. Das chinesiscbe lokalkolorit ist völlig
vernachlässigt.
Dann giebt der 7. erzflhler bei De MaiUy (1710 p. 274
bis 3C17 nr. 8; danach Persianischer Robinson s. 20^ — 234 and
Persiaensche ^eschiedenissen a* 246 — 278 nr. 9) eine inderenro-
pMsoben gesellschaft spielende liebesgeschichte zum besten , die
ebenso wenig wie die vorige xum persischen rahmen passt. Eine
junge Witwe, die um ihrer kinder willen auf jede neae Verbindung
2n verzichten beschlossen hat, wird unvermerkt von liebe zu
einem Jüngling erfasst* Alle hindernisse der heirat werden über-
wunden; da geht sie nach Venedig, um dort einen prozess zn
führen. Er hört, dass ein marqnis sich dort ihrer sache annimmt,
und macht ihr eifersüchtige vorwürfe. Da sie in ihrer antwort
auf die unbegründete beschnldigung nicht näher eingeht, verlobt
er sich mit einer andern dame. Nach ihrer heirokebr klärt sie
ihn über seinen irrtnm auf, weist aber seine erneute werbnng zurück*
k) Abschluss der rahinenerzählung. Behram
erkennt freudig, dass Diliramma noch am leben ist, lässt seine
geliebte holen und wird mit ihr vereinigt» Die drei söhne
Giatfers , deren kliigheit diese glückliche lösung herbeige-
führt hat, entlässt er reich beschenkt zu ihrem vater. Der
älteste prinz folgt diesem in der regierong, der zweite ver-
mählt sich mit der königin von Indien, der jüngste wird später
Behrams Schwiegersohn und nachfolger (s. 172 — 176).
Von der Wiedervereinigung Belirams ndt Diliramma schweigt
De Mailly gan^; es folgt bei ihm (s. 308— 397 j danach Per-
sianischer Robinson s. 2M — 299 und' Persiaensche geschiedenissen
s. 278—340) eine weithlulige beschreihnug der hoffest lichkeiten,
der heimreise der drei prinzeu nach Sarendip nnd ihrer ver-
ro?lhlung. Der jüngste zieht zu seiner braut nach Indien , der
zweite heiratet die erbin von Numidien nnd steht seinem Schwieger-
vater im kriege wieder den füraten von Areas bei ^ der lllteste,
nm dessen willen sich zwei vornehme damen duellieren nnd um*
bringen, erkiest die schüferin Celiue zur gattin und tuijrt spflter,
nachdem er die iiim von Behram teBtamentarisch übermachte pro-
vinz eingenommen hat, die prinzessin von Tanjaor als zweite
fran heim. Ein lüwe, den er im walde ans der nmstrickung einer
schlänge gerettet» folgt ihm gleich einem zahmen hnnde (s. 369;
224
Vgl. Iwein, ReiiiMed von Braunschweig:, Wolfdietrich u. a.
Ein gegenbild za dem gliicklicli veriiiäblten fiirsten bietet der
heiratssclieue atallmeister Engti^ratn ans Babylon, der nach vielen
liebscliaften sich endlich zn einer Verlobung herbeilässt, aber kor«
vor der hocbzeit aus unüberwindlicher furcht vor den ehelichen
t'esBeln krank wird und nach seiner gen esung sich durch ein land-
gut von seiner braut loskauft (s. 380—394).
Ohne jede Verbindung mit dem ro man e hat De Mail ly (1719
s. 397—^20) noch eine vermutlich aus dem Heptameron der kö-
nigin Margarete von Navarra (1559 nr, 38) geschöpfte novelle
angehängt: 'Amazonte, ou la ferame ingenieuse k regagner le
coeur de son mari.' Atiiazonte, die gattin eines edel mann es Ba-
phaue zu Jerusalem, zeigt, als ihr mann seine neigung einer
^Dgerin zn wendet, keine eifei^ucht, sondern sendet der daine
mobel und erfrischuDgen zu und lässt ihr ein Ständchen darbringen.
Eaphaue argwöhnt hierin Veranstaltungen eines nebenbuhlers,
aber ein brief belehrt ihn, daü eine unbekannte dame dies aus
liebe zu ihm schicke. Von einem scharfsinnigen freunde über die
Spenderin aufj^eklärt, kehrt er reuig zu der sanftmütigen gattin
zurück und gelobt ihr bessernng. — lieber andre bearbeitungen
dieses Stoffes ^ vgl Oesterley zu Kirchhofs Wendunmnt 3 , 215 ;
ferner Pauli, Schimpf und ernst nr. 639, Loockmans, 71 Instige
bistorien 1589 nr. 25 (Tijdscbrift voor nederi taalkuude 13, 7. 1894),
Kotzebue, Kleine romane 2,243 ( 1805) nach Source d'honneur 1531
chap. 8 bL 15a, Immermann, Die schelmische gi'äfin (1825 =
Werke ed. Boxberger 14, 266; vgl 17, 527: L. Brachmann in
CasteJlis Huldigung den frauen 1823, 3U Schröder, Ostfriesische
miscelleu 1, 149. 1826). Cer*iuand, Legendes du pays basqae
1, 48 (1875). — De Maillys novelle ist übersetzt im Persianischen
Robinson 1723 s. 299—316, woraus das oben s. 197 angeführte
dünische Volksbuch *Alinazonte* (1729) gefloBsen ist In der
holländischen Übersetzung dagegen (Peii^iaensche geschiedenisaen
1766) ist dies auhängsel fortgelassen.
I
* Nicht verwandt ißt Anton Wall« (= Chr. Leberecht Heyne)
*Amathonte, ein persiacheB m^rchen* (1799 n. Ö, Dänisch von Hoyer 1802),
225
Register.
Achel 142—168. 218-222.
Affe und weih 82 f. 212.
A(l)masonte 197. 224.
AmeiBen 94. 212 f.
Analyse der stoffe 198—224.
Armeno s. Christoforo.
AußerdeutBche bearbeitungen
195-197.
Babylon (Bagdad) 98—116. 218.
Becher, land 54. 208.
Behramo oder Beramo, bei Wetzel
* Beramns, = Behram V. Gur
15—54. 67 f. 86. 97 f. 116 f.
182 f. 163 f. 172-176. 179. 204.
207 f. 223.
Benefse, Stadt 68. 211.
Beramus s. Behramo.
B^roalde 195-197.
Betrug des goldscbmids 87—97.
212 f.
Bild lacht 117—132. 216 f.
Bildnis ans rosen 134 f. 147—152.
221.
Brandmal 106 f. 113 f. 215.
Christoforo Armeno 1. 3. 5. 6.
177—179.
Ghimo (Ghimns) 164. 222.
Qukasaptati 216 f.
Dämonen dienstbar 103—116.214 f.
Dänische bearbeitung (Almazonte)
197. 224.
Oiftffers 80hne.
Diliramma 36 — 41.
203-206. 222 f.
164-175.
Eier verteilen 49 f. 207.
Einhomjagd 212.
Einschläfern 103—116. 215.
Englische bearbeitung 196 f.
Feristeno (Feristenus) 133—163.
218—222.
Firdusi 179. 203—205. 211.
Floire und Blanceflor 221.
Französische bearbeitungen
195-197.
Fünf unter drei geteilt 49 f. 207.
GestaltenUusch 54-67. 103—116.
208 f. 215.
Gbaff&ri 198. 201.
Giaffer 1. 9—15. 175. 223; seine
söhne 1. 9—86. 41 -53. 173—176.
198-208. 223.
Giassemen 139—163. 218—222.
Giulistan 145 ff. 218—222.
Giulla 133-163. 218—222.
Giustiniano 3. 178.
Goldschmid als betrüger 87—97.
212 f.
Gueulette 195—197.
Hand verderbenbringend 34—36.
42—47. 206 f.
15
226
Hinch durch ftiß und ohr geschoesen
87 f. 170. 203-206.
HollftndiBohe bearbeitnng 196 f.
Hotieii(n)e, land 117-182. 216.
Indien, kOnigin von 34—86. 175.
202-207. 223.
Kameel rerloren 15—21. 198—200.
Königin ventoßen 68—86. 211 f.
Königin von Indien b. Indien.
Lachendes bild 117-182. 21G f.
Lamm mit hundsmilch geeängt
22-26. 200-202.
Lautenschlagen 86 f. 164—172. 222.
Letser, stadt 183-168. 218.
Libenan 198-195.
Lowe 87-97. 212 f.
Mailly 195-197. 210. 212. 216. 218.
222-224.
Melancholie geheilt 52—54. 67—86.
97 f. 116 f. 132 f. 163 f. 207 f.
Münze 72-86. 211 f.
Mussnlmanns 54—67. 117— 132. 183.
Niz&mi 179. 205 f. 208.
Nizar's sOhne 179.
Papagei 60-67. 208-209.
Persiaensche geschiedenissen 196 f.
Persianischer Kobinson 196 f
Probe der vier weiber 117—132.
216-218.
Rummo (Kammus) 98—116.
213-216.
Kath des BeramuB 22—32; Rath
als Kaiser 54—67 ; Rath und Sul-
tanin 98—116. 213—216.
Rosen, bildnis ans 134 f. 147—152.
221.
73 f.
179.
Salz essen 47-50. 207.
SoharfiBinnspToben 15—36. 41 — 54.
198—208.
ScheinbuOe 61—63. 209—211.
Schüße, kunstreiche 37 f. 70 f.
76 f. 170. 203-206. 211 f.
Serendippo (Serendippe) 1. 9.
Serger, land 133-163. 218.
Sieben weise meister 219 f.
Spiegel der gerechtigkeit 88—36.
41—52. 202 f.
Sprache Wetsels 180-188.
Stoffanalyse 198—224.
Teufel dienstbar 103—116. 214 f.
unsichtbar machen 102—116. 214.
Unterirdischer gang 139 f. 152—161.
219-221.
Untreue der franen 98—116.
117-132. 213—218.
Yarahran s. Behramo.
Venedig 3. 6—8. 178.
Weiberprobe 117—182. 216-218.
Wein auf gr&bem gewachsen
22-25. 200-202.
Wetzel , Joh. 1. 180 ; sein werk
179—192, weitere auflagen
192—195, spräche 180—188, Ver-
hältnis zum original 188—192.
Zauberrute 221.
Zauberspiegel 202 f.
-Zeheb, stadt 87. 212.
Zeichen brennen 106 f. 113 f. 215.
227
ÜBERSICHT
ab«r dU
einnahmen und ausgaben des litterarischen Vereins
im 46sten TerwaltDDgsjahre Tom 1. Januar 1895 bis 31. Oecember 1895.
Einnahmen. I «^ ^
Reste.
I. Kassenbestand am Schlüsse des 45sten verwal-
tiingsjahres , 15696 52
II. Ersatzposten
III. Aktivansstände
B. Laufendes.
I. Für verwerthete ältere publicationen . . . . ; 486
II. Aktienbeitrftge ,: 6280! —
ill. Zinse ans zeitlichen anlehen j 595' 06
IV. Ersatzposten r 79; 55
V. Außerordentliches i lOOj^O
C. Vorempfange von aktienbeiträgen für die folgenden
venvaltnngsjahre i 2OO
ll 234g7
Allsgaben. |
A. Reste.
I. Abgang und nachlaß _
ß. Laufendes.
I. Allgemeine verwaltungskosten , einschliesslich
der belohnung des kassiers und des dieners 834
IT. Besondere kosten der herausgäbe und der Ver-
sendung der vereinsschriften. ',
1. Honorare 1345
2. Druckkosten einschliesslich druckpapier . . 4393
3. Buchbinderkosten 259
4. Versendung jgg
6. Provision der buchhändler gO
6. Außerordentliches 23
lU. Abgang und nachlaß 9
C Vorauszahlungen _
7134
Somit kassenbestand am 31. December 1895 16302
Anzahl der aktien im 46. verwaltungsjahre 334. ;
53
16
50
40
27
58
56
49
96
57
228
Neu eingetretene mitglieder sind:
Herr Gustav Fock, buohh&ndler in LeifftBig.
Herr Friedrieh Freiherr von Gaieberg-Sehöckingen in Schöckingen,
obenunts Leonberg.
Ithaca, Comell üniversity.
Providenee, Browe ünfvenity.
Tübingen, den 24. April 1896.
Der kassier des litterarischen vereine
kanileirath SoUer.
Die richtigkeit der rechnong bezeugt
der rechnnngsrevident
Woerner.
1^ .
-' *' .
\-.'^V
STANFORD UNIVERSITY
LIBRARY
Stanford, Califoniia
CSf PNINT:
t9 IM V.t.Ai